Freitag, 26. Juli 2019

Ein mutiger, ja sogar todesmutiger Artikel


... in der NZZ, von dem ich mich nur frage: wie lange wird er noch zu lesen sein, bevor die Zeitung einknickt angesichts der gewaltbereiten und -tätigen Reaktionen von muselmanischer Seite:

Ein aufgeklärter Mensch kann sich von Mohammed nur distanzieren


Als Prophet und zentrale Figur des Islams gilt Mohammed in seinem Handeln als unfehlbar, gelten seine Taten als Vorbild. Laila Mirzo fordert daher einen «sakralen Königsmord» an seiner Figur. Erst wenn offene Kritik an seinen Fehlern geübt werde, meinten es liberale Muslime ernst mit der Reformation. Ein Beitrag zur Debatte.

Ich habe mich geirrt. Um dem Erstarken des orthodoxen Islams in Europa entgegen-zutreten, forderte ich in meinem Buch «Nur ein schlechter Muslim ist ein guter Muslim» eine strikte Säkularisierung. Staat und Religion müssten nur entsprechend voneinander getrennt werden, dann wäre für die Radikalen mit Deutschland kein Staat zu machen, dachte ich. Doch ich habe leider nicht weit genug gedacht, Säkularisierung ist wichtig, genügt aber nicht.

Es darf uns nämlich nicht egal sein, was hinter verschlossenen Türen und im Privaten passiert. Mit der Trennung von Staat und Religion würden wir etwa das Kopftuch aus Gerichten und Universitäten verbannen. Aber «Fatima» und «Aisha» würden wir nicht helfen, wenn sie von zu Hause aus nicht in die Universität dürften, wenn sie für «unehrenhaftes» Verhalten von ihren Brüdern verprügelt würden und es aus Angst nicht vor Gericht schafften.  



Kommentare:

Arminius hat gesagt…

Ich war da schon. Bin aber leider an der Bezahlschranke gescheitert.

Le Penseur hat gesagt…

cher Arminius,

verstehe ich nicht, denn ich komme mit dem Link ohne Bezahlschranke zum ganzen Artikel. Liegt das vielleicht an geographischen Vorgaben, die die NZZ macht (in Österreich frei, in Buntschland zahlungspflichtig)?

Biedermann hat gesagt…

Habe den ausgezeichneten Artikel in der NZZ gelesen - ohne Bezahlschranke.

Anonym hat gesagt…

Ich verstehe nicht, wie man auf die Idee kommt, der Islam wäre von Deutschland aus reformierter ? Warum versteht der Deutsche Intelektuelle nicht, das der Intelektuelle des Nahen Ostens nichts mit ihm gemein hat und nicht gemein haben will ? Eine deutsche Islamrevolution bewirkt genausoviel wie eine deutsche CO2 Reduktion, nix.

Arminius hat gesagt…

Mit einem anderen Browser hat es nun geklappt. Ich hatte wohl schon meine Anzahl "Gratisartikel" verbraten.

Anonym hat gesagt…

Komme von Deutschland aus auch nicht an den Artikel.

Fragolin hat gesagt…

Da jemand in dem Moment, wo er an der Unfehlbarkeit Allahs und seines Letzten Gesandten auch nur leise Zweifel anmeldet, kein gläubiger Muslim mehr ist sondern ein todeswürdiger Apostat - der Abfall vom Glauben ist weit schlimmer als ungläubig geboren zu sein, denn die ungläubig Geborenen wissen es nur nicht besser, aber der Apostat weiß es besser und zweifelt trotzdem - kann es keine Reformation im Islam geben. Ein reformierter Islam ist kein Islam und ein Moslem, der die Unfehlbarkeit des Propheten anzweifelt, ist kein Moslem.
Es funktioniert nicht.
MfG Fragolin

Wilhelm hat gesagt…
Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.
Admin hat gesagt…

@Wilhelm:
Löschgrund: agent provocateur.

Le Penseur hat gesagt…

Cher Fragolin,

Ein reformierter Islam ist kein Islam und ein Moslem, der die Unfehlbarkeit des Propheten anzweifelt, ist kein Moslem.

Sagen die Musel-Traditionalisten und -Fundamentalisten. Warum abger soll man sich deren Apodiktik zueigen machen?

Was Sie vorbringen, mag (aus Sicht dieser Leute) theoretisch "richtig" sein, aber Religion ist v.a. eines: Praxis!

Und die sah auch im Islam früher teilweise durchaus anders aus! Der Sufismus, der heute ein Schattendasein fristet, war in weiten Teilen des alten Osmanenreichs verbreitet und faktisch herrschend, und mit seinen (wie immer auch esoterisch verworrenen!) Gedanken das genaue Gegenteil der heute herrschenden wahhabitisch geprägten Islam-"Orthodoxie".

Und noch eins: vor der Reformation im Christentum konnte sich auch kein Christ "vorstellen", was danach alles möglich war — und wenn man sich heute die bunte Landschaft des Christentums ansieht, dann hätte das aus dem engen Blickwinkel von Inquisitoren auch nie stattfinden können ... und fand dennoch statt!

Was ist außerdem Ihre Konsequenz, wenn Sie "den Islam" als völlig unreformierbar ansehen?

1.Alle ausrotten oder in ihren Ländern einsperren — das wird nicht funktionieren.

2. wie das Karnickel vor der Schlange aufs Gefressen-werden warten — ist das wirklich eine sinnvolle Strategie?

M.E. geht es nur über innere Reform des Islam, die es zu fördern gilt: und — ich schrieb es schon öfters — zwar am effektivsten durch die Zersetzung der Grundlagen mit attraktiven Angeboten unserer abendländischen Welt ("Zuckerbrot"), abwechselnd mit der "Peitsche" klarer Abgrenzung und Bekämpfung.

Was nicht funktionieren wird, ist die umgekehrte Strategie, die leider von unseren "Eliten" verfolgt wird: statt Abgrenzung Anbiederung, und statt der geschickten Propagierung attraktiver Eigenschaften unserer Lebensweise feige Selbstzweifel.

Was wären solche "attraktiven Angebote"?

Nun, das ist von gelebter Rechtsstaatlichkeit, über Innovations-Freundlichkeit in der Wirtschaft, Möglichkeit freier Diskussion aller (auch religiöser und weltanschaulicher) Fragen, bis hin zu sexueller Freizügigkeit eine ganze Menge!

Statt dessen fesselt sich der Westen (der all das bieten könnte!) durch korruptes Kungelwesen in der Politik und Justiz, durch administrativen Aberwitz, der jedes Unternehmen umbringt, zunehmende Verfolgung von Meinungs"verbrechen" bis hin zur verbiesterten Klemmfotzigkeit der #metoo-Schnepfen ... und wundert sich dann, wenn die Museln die angebotene "Demokratie", "Freiheit" und "Freizügigkeit" nicht so wirklich zu schätzen wissen.

Umgekehrt wird ein Schuh draus! Zeigt ihnen die Vorteile — aber bekämpft sie, wenn sie ihre Vorurteile auch bei uns durchsetzen wollen, indem ihr sie als lächerliche Hinterwäldler und Steinzeit-Idioten bloßstelllt. Lächerlichkeit tötet — das weiß doch jeder. Warum handelt der Westen nicht danach?!

docw hat gesagt…

werter lepenseur!
wie schon hamed abdel samad schrieb - der traum vom reformierbaren islam bleibt illusion, denn würde man ein einziges wort aus dem aggressiven, zum mord an kuffars aufrufenden islam ändern, käme dies einer blasphämie gleich. und wie die strafe dafür ausschaut, wissen sie genau so gut wie ich. unsere politiker betreiben einen unterwürfigen, entwürdigen kotau , um keine negativen konsequenzen zu provozieren, damit hat diese bewegung schon gewonnen - wir haben angst iund geben ständig nach. entwürdigend und jeden stolz vermissn lassend.
dem thema, dies ändern zu können, werde ich mich bald widmen.

Fragolin hat gesagt…

Werter Denker,
Sie unterliegen da einem Irrtum. Es ist nicht so, dass man Moslems nur umbringen oder sich ihnen unterwerfen muss. Ich bin ja dafür, dass man ihnen alternative Angebote aufzeigt, allerdings bin ich auch der Meinung, dass - wie im Christentum auch - reformatorische Bewegungen nur von innen kommen können; alles, was von außen kommt wird als Angriff auf die Religion gewertet und führt zu extremen Reaktionen.

Dass wir unser Verständnis und unsere Zusammenarbeit nur denen anbieten dürften, die dem aggressiv-orthodoxen Mohammedanismus entsagen, aber genau das Gegenteil tun, ist natürlich fatal.
Allerdings bleibe ich dabei, dass Reformbegeisterte nicht nur eine verschwindende Minderheit darstellen sondern von der überwältigenden Mehrheit der Muslime als Apostaten abgelehnt und gehasst werden, ja sogar zum Abschuss freigegeben.

Nicht umsonst sind alle Kritiker des harten Islam und Prediger eines weicheren Religonsverständnisses am Ende komplett vom Islam abgefallen, weil dieser eben nicht der Glaube an Allah ist (an Gott kann man auch glauben, ohne menschgemachte Parolen aufzusagen und Kirchensteuer zu zahlen), sondern eine durchgefeilte Eroberungs- und Hassideologie, die mit Nächstenliebe und Menschenrechten für alle unvereinbar ist. Diese "Abgefallenen" leben in säkularen westlichen Demokratien unter permanentem Polizeischutz, das sagt doch alles.

Ich sage nicht, dass Muslime nicht ein anderes Religionsverständnis aufbauen können, nur ist das dann kein Islam mehr. Dass wir diese Menschen stärken, ihnen helfen und ihre Gegner bekämpfen statt uns vor ihnen im Staub suhlen sollten, nun, das steht für mich außer Frage.
MfG Fragolin