... wurde Peter Alexander Neumayer zu Wien als Sohn des Anton Neumayer, Bank-Rat, und dessen Ehefrau Bertha Katharina, geb. Wenzlick, Tochter eines deutschböhmischen Musikalienhändlers aus Nürschan, geboren.
Damit unser geschätzter Kollege Lechner nicht wieder einen Nervenzusammenbruch (oder auch nur einen Hautausschlag) kriegt, hier nur ein Link zu einem ganz witzig inszenierten Tango.
Bevor der geneigte Leser fragt, um wen es hier eigentlich geht: man kennt ihn eigentlich nur unter seinen Vornamen. Aber die kennt jeder ...
Heute vor zehn Jahren starb der Schauspieler Pierre Brice, bis jetzt noch mit seiner wohl berühmtesten Rolle, Winnetou, assoziiert. An seinem Todestag schrieb ich, damals gerade auf Urlaub, ein paar Zeilen zu seinem Gedenken:
Kurze Urlaubsunterbrechung
Die Erinnerung kam einfach hoch bei der Meldung ...
Die Erinnerung an den Volksschüler, der mit seiner Familie Sommerfrische
machte, damals in den mittleren 1960ern. Irgendein kleines Kaff im
Innviertel, von wo die Oma mit dem Autobus nur ein paar Stationen fahren
mußte, um im Thermalbad Schallerbach (hieß doch so, oder?) ihren
Ischias zu lindern. Oder ihre Spondylose. Oder war das für beides ...?
Das Kind spielte währenddessen in den Wäldern und Feldern mit
Bauernbuben. Und mit der Tochter der Zimmervermieterin. Gelegentlich gab
es was Besonderes: ein richtiger Maler zeigte Bilder im Pfarrsaal. Ein
Großbauer war gestorben, und beim Requiem gab's so viel Weihrauch, daß
dem Buben aus der Stadt ganz schlecht wurde. Und gelegentlich gab's einen
Film im Dorfkino. »Sissi« und dergleichen. Naja. Oder »Das Haus in
Montevideo« mit dem Ski-Ass Toni Sailer in einer Nebenrolle — das war
schon besser ...
Einmal, nach dem Ende des Films »Winnetou III« lief der kleine Bub
heulend in den Wald, weil Winnetou tot war. Man ging ihn suchen — nein,
es war keine gefährliche Situation, wirklich nicht! Die Wäldchen in der
Umgebung waren zahm und friedlich wie die sanfte Hügellandschaft des
Innviertels überhaupt. Und man tröstete den in Tränen aufgelösten Buben,
indem man ihm versicherte, daß der Schauspieler ja in Wahrheit nicht
tot sein, der lebe und drehe sicher bald wieder seinen nächsten Film.
Der Bub war nun doppelt unglücklich: unglücklich darüber, daß Winnetou
gestorben war, und noch mehr, daß seine Familie ihn offenbar für einen
kompletten Trottel hielt! Natürlich wußte er, daß der
Schauspieler nicht tot war, sondern »bloß« die Filmfigur Winnetou! Und
damals ahnte er, daß die Erwachsenen offenbar ihre eigene Kindheit
vergessen haben. Oder sogar vergessen müssen — sonst könnten sie ihr
Leben, das ganz so ohne Erfahrung, ohne Eintauchen in eine zweite
Realität dahinging, wohl nicht aushalten. Und er beschloß, es anders zu
machen. Aber wie? Verlacht und mit billigem Pseudo-Trost abgespeist zu
werden, war nicht angenehm.
Er entschloß sich zu lesen. Das war angesehen und respektabel. Und eine
zweite Realität — mit der reichen Phantasie der jungen Jahre glänzender,
vielschichtiger und aufregender als je ein Film sein könnte. So
verdankt LePenseur — der damals jener kleine Bub war — höchstwahrscheinlich die
»Initialzündung« seiner späteren Bildungsinteressen jenem Schauspieler,
dessen Darstellung des Sterbens ihm damals (und in der Erinnerung noch
heute) die Tränen in die Augen trieb, und der heute selbst gestorben
ist:
In der Hektik der Vorweihnachtszeit und des Jahresendes, zu dem bestimmte Dinge unbedingt noch fertig werden müssen, hätte ich beinahe vegessen, daß der große Schauspieler Rudolf Platte heute vor vierzig Jahren, am 18. Dezember 1984, gestorben ist. Leider fehlt mir die Zeit zu einem ausführlicheren Artikel, den dieser keineswegs bloß "Komödiant", sondern bedeutende Charakterschauspieler fürwahr verdiente, und so kann ich ihn nur mit einigen Proben seines Könnens für ihn selbst sprechen (und spielen) lassen. Aber ist es nicht in Wahrheit die einzige wirkliche Würdigung, die ihm gerecht wird? Ihn in seinen Rollen zu zeigen ...
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P.S.: seine einzigartige Gestaltung des Schmierentheaterdirektors im "Raub der Sabinerinnen" fand ich leider nicht auf Youtube. Wenn jemand diese Fernsehaufzeichnung irgendwo sichten sollte, wäre ich für den Link dankbar!
Das Salzburger große Welttheater basiert auf dem Mysterienspiel Das große Welttheater von Pedro Calderón de la Barca, dessen Grundkonzept zwar beibehalten, jedoch die konkrete Ausgestaltung der Figuren (insbesondere des Bettlers) verändert wurde, um auf die soziale und politische Krisensituation nach dem Ersten Weltkrieg treffender Bezug nehmen zu können.
Im Jahr 1961 wurde das Schauspiel als Fernsehproduktion unter Mitwirkung berühmter Schauspieler (wie Fred Liewehr, Hilde Krahl, Kurt Sowinetz, Judith Holzmeister und Josef Meinrad) aufgenommen:
Keine Frage — nicht alles, was vor nunmehr 61 Jahren in Regie- und Schauspielkunst für maßgebend angesehen wurde, ist es für uns heute ebenso! Doch wenn man sich die Hofmannsthal-Schändungen der letzten Salzburger Festspiel-Saisonen als Vergleich in Erinnerung ruft, sieht man, welche Dekadanz da mittlerweile herrschend wurde, wie einem eitel sich präsentierenden Publikum gewissermaßen Scheiße auf einem Silbertablett serviert wurde — und keiner von denen hatte den Mumm, aufzustehen und diese Scheiße auch als solche zu benennen, oder wenigstens unter schweigendem Protest das üble Spiel zu verlassen.
Heute ist in Paris Olivia de Havilland im 104. Lebensjahr verstorben. Die weibliche Hauptrolle im Südstaatenepos »Vom Winde verweht« machte sie 1939 zum Star. Und eine Hollywood-Legende war sie bis zuletzt — und bis ins höchste Alter von bewundernswerter Rüstigkeit und Frische. Zu ihrem Gedenken erklinge die Titelmusik jenes Films, der sie so früh weltberühmt machte:
„Downton Abbey“ funktioniert als Spielfilm nicht. Das werden auch die
treuesten Fans schweren Herzens erkennen. Die Geschichte hinter der
Serie ist politischer, als man glaubt, und erklärt mitunter das heutige
Brexit-Dilemma der Briten.
Nein, ich habe (im Gegensatz zu ihr) den Downton-Abbey-Film nicht gesehen, und weiß auch nicht, ob ich das überhaupt tun werde angesichts so schwerwiegender Vorwürfe, wie sie Frau Mag. Wallner, LL.M. erhebt:
... ... den Konflikt zwischen Retro-Nostalgie und Aufbruch in neue Zeiten,
in denen vielleicht einmal homosexuelle Beziehungen erlaubt sein werden
(wie Butler Mr. Barrow hofft), deutet der Film nur sehr dezent an. Er
bleibt sonst lieber bei der bierernsten Verklärung längst vergangener
Zeiten.
Na, da sind wir aber gleich ganz froh, daß DiePresse bierernste Aufklärung über heutige Zeiten gibt! Denn:
Großbritannien hat sich seit dem Ende der Serie „Downton
Abbey“ im Jänner 2016 verändert, ein halbes Jahr später stimmten die
Briten für den Ausstieg aus der EU. Julian Fellowes, der Autor und
Regisseur von „Downton Abbey“, war stets Befürworter eines harten
Brexit. So mancher Kommentator macht die Serie zu einem kleinen Teil
mitverantwortlich für das Ergebnis des Referendums im Juni vor drei
Jahren. Weil sie jahrelang die gute alte Zeit des Commonwealth
verherrlicht und romantisiert hat und bei den Zusehern den Eindruck
erweckt hat, es gäbe die Chance auf eine Rückkehr in diese alte
Welt(ordnung).
Mann-o-Mann! Oder muß angesichts des frauennetzwerkenden Einsatzes von Frau Mag. Wallner gar »Frau-o-Frau« geseufzt werden? »Tant de bruit pour une omelette« meint der leicht enervierte Bildungsbürger zu dem durchsichtigen Versuch, eine recht stimmig inszenierten Kostümserie gleich für eine Anti-Brexit-Agenda (Made in Brussels?) zu instrumentalisieren — und wenn's ein exquisites Omelettchen aus der Küche von Mrs. Pattmore höchstpersönlich gewesen wäre ...
... ist vorgestern gestorben: Kammerschauspieler Peter Matić von Dravodol. Ein Grandseigneur in Benehmen und Sprachzucht. Hier ein ausführliches Interview, das vor einigen Jahren mit ihm geführt wurde:
Peter Matić war ein tiefgläubiger Mensch — und das kommt in einem kurzen Impulsvortrag, den er 2018 bei einem »Parlamentarischen Gebetsfrühstück« gehalten hat, zu überzeugendem Ausdruck:
... gehörte schon immer zu den unerforschlichen Geheimnissen der Menschheit. Man sehe sich eine beliebige Late Night Show (bzw. eine Sit-Com zu jeder Tages- und Nachtzeit) an, und staune. Es ist unerfindlich, wie eine Nation, die derart bescheuerte Holzhammer-Gags lustig findet, gleichzeitig die intellektuelle Kompetenz haben konnte, Atombomben zu bauen und Raumschiffe zum Mond und diversen Planeten zu schicken (ach so, na ja: die Bombe hat ihnen eigentlich ein emigrierter deutscher Jude gebaut, und die Raketen danach die pöhsen Nazi-Techniker um Werher von Braun, aber lassen wir das mal so stehen).
Vor einigen Tagen kam LaPenseuse beim Durchzappen um Mitternacht in eine Show mit dem hübschen Namen Roasting Rob Lowe. Nun bitte: wenn sich nicht singen könnende Popbarden in Deutschland mit so phantasievollen Namen wie "Einstürzende Neubauten" schmücken dürfen, warum also nicht eine Talkshow mit Assoziationen zu einer Grillparty ...
Ähnlich zäh wie die Produkte einer durchschnittlichen Grillparty waren dann auch die Witze, die da abgeliefert wurden, nun ja: amerikanischer Humor, eben. Nicht jede Nation ist mit dem Wiener Schmäh gesegnet, nicht jeder zu Tode geliftete Hollywoodstar kann in tagelangem Bemühen auch nur annähernd so viel hintergründige Ironie wie bspw. ein Helmut Qualtinger mit einer Handbewegung oder einem Blick produzieren. Macht nichts, jeder kann was anderes: Juden und Österreicher Witze machen, Deutsche Maschinen bauen, Franzosen kochen etc., Neger hingegen grosso modo schneller (und ausdauernder) laufen als Wiener (und gewinnen daher jeden Vienna City Marathon).
Bei besagter Show wurde v.a. eine Teilnehmerin "gegrillt": die Polit-Kolumnistin Ann Coulter. Und das klang dann so:
Nun, amerikanischer Humor eben. Genauer gesagt: der Humor linker "Demokraten", die sich in einer Weise benehmen, die sie keinem pöhsen "Rechten" durchgehen ließen. Warum Ann Coulter überhaupt bereit war, an so einer Sendung teilzunehmen, von der sie doch wissen mußte, wie man mit ihr umgehen wird, bleibt unerfindlich. War es Selbstüberschätzung, gegen den Moderator, das ganze Podium von Beleidigern und das Publikum (das, wie die Schwenks in die Menge bewiesen, v.a. aus linken Promis der Kulturschickeria und sonstigen Staatsgeld-Parasiten bestand) zu gewinnen? Oder wußte sie, daß ihr kein anderer Ausweg blieb und sie durch Fernbleiben nur ohne die Möglichkeit zu "Retourkutschen" niedergemacht worden wäre ...?
Wie auch immer: an ihrer Stelle wäre ich spätestens nach dem "Witz", daß ihre Anwesenheit dem Publikum zeige, wie eine Abtreibung "close-up" aussehe, ganz ruhig aufgestanden, wäre zum Witzbold gegangen und hätte ihm mit Stilettos in die Eier getreten und dann ins Micro gesagt: "Seine Freundin braucht in Zukunft nicht mehr abzutreiben. Wenn er in Zukunft noch Freundinnen haben wird können."
Ich gebe aber zu: das ist typischer esprit d'escalier, und in der jeweiligen Situation nur mit eisernen Nerven und einer Menge Glück (daß man nicht stolpert, nicht sofort eine Security dazwischengeht etc.) zu bewerkstelligen. Freilich: gegönnt hätte ich den Tritt nicht nur diesem linken Arschloch ...