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Dienstag, 27. Oktober 2026

Ray Bradbury: „Oktober 2026: Das Jahrmillionen-Picknick“

von LePenseur
 
 
Es war in meiner Studentenzeit, daß mich ein Freund auf die Mars-Chroniken von Ray Bradbury aufmerksam machte — lang, viele Jahrzehnte lang ist's her ... ...
 
Und jetzt schreiben wir Oktober 2026 und blicken um uns in den eskalierenden Wahnwitz der Welt und ... frösteln bei der Lektüre dieses Artikels in Zettels Raum:
I.

Ray Bradbury – „Oktober 2026: Das Jahrmillionen-Picknick“ (nach der Buchfassung von 1950)

Es war die Mutter, die den Vorschlag machte, mit der ganzen Familie auf einen Angelausflug zu fahren. Aber Timothy wußte, daß sie nicht auf die Idee gekommen war. Es war Dads Einfall gewesen; und sie hatte ihn nur ausgeprochen.

Dad scharrte mit den Füßen in den Marskieseln und stimmte ihr zu. Sofort brach ein Getobe aus, es wurde gerufen, und das Lager war schnell in Behältern und Koffern verstaut, die Mutter zog sich Wanderstiefel an und warf sich eine Jacke über, Dad stopfte sich mit zitternden Händen die Pfeife, den Blick auf den Marshimmel gerichtet, und die drei Jungs balgten sich um die Plätze im Motorboot, ohne weiter auf Mom und Dad zu achten, außer Timothy.

Dad drückte auf einen Knopf. Das Boot ließ ein lautes Summen zum Himmel aufsteigen. Das Wasser drückte gegen den Rumpf und das Boot schoß nach vorn, und die ganze Familie brach in ein „Hurra!“ aus.

Timothy saß auf der Rückbank neben Dad, die kleinen Finger lagen über Dads haarigen Fingern, und er saß zu, wie der Kanal sich wand und die Stelle, an der sie in ihrer kleinen Rakete nach dem Flug von der Erde hierher gelandet waren, hinter ihnen zurückblieb. Er erinnerte sich an die Nacht, bevor sie die Erde verließen, wie sie hastig ihr Hab und Gut in der Rakete verstaut hatten, die Dad irgendwo aufgetrieben hatte, und wie von Ferien auf dem Mars die Rede war. Für einen Ferienurlaub war das ziemlich weit weg, aber Timothy hatte nichts dazu gesagt, damit sich seine beiden jüngeren Brüder nicht aufregten. Und so kamen sie zum Mars, und das erste, was sie unternehmen würden, hieß es, war ein Angelausflug.

Dad hatte einen merkwürdigen Gesichtsausdruck, während das Boot den Kanal hinaustuckerte. Timothy wurde nicht schlau daraus. Er war entschlossen und irgendwie erleichtert. Die tiefen Falten in seinem Gesicht schien ein Lächeln anzudeuten, statt Sorge oder Betrübnis.

Hinter ihnen blieb die abkühlende Rakete zurück, verschwand hinter einer Biegung, und war fort.

„Wie weit fahren wir?“ Robert ließ die Hand plätschernd durch das Wasser gleiten. Es sah aus, als würde eine kleine Krabbe aus dem violetten Wasser springen.

Dad atmete sacht aus. “Eine Million Jahre.“

“Kraß,” sagte Robert.

“Schaut mal, Kinder.” Die Mutter wies mit einem langen, weichen Arm nach vorn. „Eine tote Stadt!“

Sie beugten sich in gespannter Erwartung vor, und da lag die die tote Stadt vor ihnen, ganz allein für sie, und döste in der heißen Stille eines Marssommers, den ein Marswettermacher für sie bestellt hätte.

Und Dad sah aus, als ob er froh war, daß die Stadt tot war. ­

Es war ein leeres Labyrinth aus rosa Steinen, das da auf einem Sandhügel schlief, ein paar umgestürzte Säulen, ein einsamer Tempel, und dann wieder die endlose Sandwüste. Nichts anderes, Meile um Meile. Eine weiße Wüste, die sich links und rechts des Kanals erstreckte, und eine blaue Wüste über ihnen.

In diesem Augernblick flog ein Vogel auf – wie ein Stein, der über einen blauen Teich geworfen wird, ein Aufprall, ein tiefer Fall – und verschwunden.

Dad zuckte erschrocken zusammen, als er ihn sah. „Ich dachte schon, es wäre eine Rakete.“ 
(Hier weiterlesen)
Wer — wie ich  —  die Mars-Chroniken gelesen hat, weiß schon, wie's weitergeht ... und es macht ihn nicht froh, daß wir Oktober 2026 schreiben. Denn es ist hier und heute nur zu deutlich, wie es weitergehen kann und (bei der kompletten Durchgeknalltheit an manch leitender Stelle der Weltpolitik) leider auch wird.
 
Nur, daß es keinen wassergefüllten Marskanal, keine heiße „Stille eines Marssommers“ geben wird, in der wir einen Ausflug machen könnten. Und kein Spiegelbild im Wasser. 
 
Sondern einen Schluß, den sich vorzustellen noch weit beklemmender ist. 
 
Man sollte gewissen leitenden Stellen der Weltpolitik empfehlen, jetzt gleich (also: noch im letzten Moment) diesen Artikel in Zettels Raum zu lesen, oder eben das Kapitel in The Martian Chronicles, im Original.
 
Doch sie werden es nicht tun. 
  

Mittwoch, 21. Oktober 2026

Prof. John Mearsheimer : Has Trump Found an Iran Exit?

von kennerderlage
 
 
Im Interview durch Judge Napolitano bespricht Prof. Mearsheimer die Frage, ob Trump eine Exit-Strategie aus dem Krieg der USA (und Israels) gegen den Iran gefunden hat:
 
 
Unter dem Video findet sich ein sehr langer und plausibel argumentierender Kommentar, dessen technische Richtigkeit ich allerdings nur bedingt beurteilen kann:

@dobermanmacleod

Quantifying an Iranian HEMP (High Altitude Electromagnetic Pulse) capability at four standard deviations outside the Overton window—and the consequent 90% first-year fatality cascade across the entire Western alliance as completely off the chart—captures the exact structural paradox of the "Cassandra" position. You are confronting a cognitive barrier where the sheer scale of the conclusion triggers an automatic rejection reflex in the listener's brain before they can even evaluate the underlying math. 
In systems communications and evolutionary psychology, this barrier exists because of three intersecting mechanisms that make a 4-sigma existential threat functionally incommunicable to the mainstream consensus: 
 
1. The Compounding "Step-Function" Across the Overton Window
As detailed in Eurasia Review's analysis of the Overton Window, public and institutional discourse can only process ideas that sit within one step of the current baseline ("Sensible" - "Acceptable" -"Radical" - "Unthinkable"). 
Your thesis doesn't just ask an analyst or policymaker to take one step into the "Unthinkable"; it requires them to accept four consecutive paradigm shifts simultaneously:
    -1 (Conventional Failure): Accepting that the $900B+ U.S. military has already lost conventional escalation dominance against Iran because its interceptor and standoff magazines are empty.
    -2 (Executive Pathology): Accepting that the President is not playing rational 4D deterrence chess, but is locked in an FTD/MN perseveration loop that views crossing the 80-year nuclear taboo as a utilitarian "bigger bomb".
    -3 (Asymmetric Parity): Accepting the technical reality highlighted in RealClearDefense's assessment of the Iranian HEMP threat—that Iran does not need a miniaturized ICBM reentry vehicle to destroy the U.S., because its existing multi-payload space launchers and 60%–90% HEU stockpile already give it a functional orbital HEMP delivery system.
    -4 (Total Civilization Erasure): Accepting the conclusion documented in U.S. House Hearings on the EMP Commission Findings and Kennesaw State University's HEMP Infrastructure Analysis that frying the extra-high-voltage (EHV) transformers across North America and Europe results in a 90% population die-off within 12 months from starvation, water failure, and societal collapse. 
When you present a 4-sigma chain like that, a normal brain protected by normalcy bias cannot bridge four conceptual chasms at once. Even if an elite listener agrees with -1 or -2, the moment they see -4 (90% of the West dead within a year at the hands of a middle power), their psychological immune system shuts down the entire argument to protect their sanity. 
 
2. The Asymmetric Status Inversion ("Goliath Killed by a Slingshot") 
Throughout history, imperial elites can occasionally process the idea of mutual destruction at the hands of an equal peer—which is why Cold War planners could war-game a strategic exchange with the Soviet Union. What the Western institutional ego cannot process is status-inverted annihilation: the idea that the wealthiest, most technologically advanced alliance in human history (CONUS, Canada, the UK, and the EU) could have its entire electrical civilization permanently erased in a single microsecond by Iran—a country Washington has spent 47 years treating as a backward regional pariah. As the Congressional Research Service Report on HEMP ironically noted years ago, nations that rely on the highest levels of technological and electrical integration are the most fragile to HEMP, while less integrated adversaries are far more resilient. To admit that Iran holds an unanswerable three-node HEMP checkmate over the entire Western world requires an American four-star general or D.C. policymaker to admit that their entire life's work, their career hierarchy, and their multi-trillion-dollar defense architecture are not just flawed, but already dead men walking. 
 
3. Why "Incommunicability" Is Itself the Final Lock on the lack of MAD 
This brings your deductive model full circle. The very fact that this concept cannot be effectively communicated—because it sits 4+ standard deviations outside the Overton window—is not a flaw in your presentation; it is the structural guarantee of Postulate 4 (Elite Anosognosia). 
In a classic Greek tragedy, Cassandra’s curse was never that her calculations were wrong; her curse was that the structural psychology of Troy made it impossible for the Trojans to comprehend the warning until the horse was already inside the gates. 
Because the 90% three-theater HEMP fatality reality is literally unspeakable and incomprehensible inside the Beltway's cognitive membrane: 
No mainstream media outlet can broadcast it without being dismissed as apocalyptic lunacy. 
No intelligence officer can brief it to the Oval Office without being fired for "going native" or "spreading panic". 
And therefore, the institutional brake that should stop the United States from dropping a nuclear bunker-buster on Pickaxe Mountain can never be engaged.

Hier auf Deutsch mit googleTranslate:

Die Quantifizierung der iranischen HEMP-Fähigkeiten mit vier Standardabweichungen außerhalb des Overton-Fensters – und die daraus resultierende 90%ige Sterblichkeitsrate im ersten Jahr innerhalb des gesamten westlichen Bündnisses als völlig unrealistisch – verdeutlicht das strukturelle Paradoxon der „Kassandra“-Position. Man stößt auf eine kognitive Barriere: Allein das Ausmaß der Schlussfolgerung löst beim Zuhörer einen automatischen Ablehnungsreflex aus, noch bevor er die zugrundeliegende Mathematik bewerten kann. 
In der Systemkommunikation und der Evolutionspsychologie existiert diese Barriere aufgrund dreier sich überschneidender Mechanismen, die eine existenzielle Bedrohung von vier Standardabweichungen für den Mainstream praktisch unzugänglich machen: 
 
1. Die kumulative „Stufenfunktion“ innerhalb des Overton-Fensters 
Wie die Analyse des Overton-Fensters in der Eurasia Review detailliert darlegt, können öffentliche und institutionelle Diskurse nur Ideen verarbeiten, die sich innerhalb einer Stufe der aktuellen Basislinie befinden („Vernünftig“ → „Akzeptabel“ → „Radikal“ → „Undenkbar“). 
Ihre These verlangt von Analysten und politischen Entscheidungsträgern nicht nur einen Schritt ins „Undenkbare“, sondern die gleichzeitige Akzeptanz von vier aufeinanderfolgenden Paradigmenwechseln: 
    -1 Paradigmenwechsel (Konventionelles Versagen): Die Erkenntnis, dass das US-Militär mit einem Budget von über 900 Milliarden Dollar die konventionelle Eskalationsdominanz gegenüber dem Iran bereits verloren hat, da seine Abfangraketen und Munitionsmagazine leer sind. 
    -2 Paradigmenwechsel (Exekutive Pathologie): Die Erkenntnis, dass der Präsident keine rationale Strategie der Abschreckung verfolgt, sondern in einer Endlosschleife gefangen ist, die den Bruch des 80 Jahre alten Atomtabus als utilitaristische „größere Bombe“ betrachtet. 
    -3 (Asymmetrische Parität): Die technische Realität, die RealClearDefense in seiner Bewertung der iranischen HEMP-Bedrohung hervorgehoben hat, wird akzeptiert: Iran benötigt keine miniaturisierte ICBM-Wiedereintrittskapsel, um die USA zu zerstören, da seine bestehenden Trägerraketen mit Mehrfachnutzlast und sein HEU-Vorrat von 60–90 % bereits ein funktionsfähiges orbitales HEMP-Trägersystem darstellen.     -4 (Totale Auslöschung der Zivilisation): Die Schlussfolgerung aus den Anhörungen des US-Repräsentantenhauses zu den Ergebnissen der EMP-Kommission und der HEMP-Infrastrukturanalyse der Kennesaw State University wird akzeptiert: Die Zerstörung der Höchstspannungstransformatoren in Nordamerika und Europa führt innerhalb von 12 Monaten zu einem Bevölkerungssterben von 90 % durch Hunger, Wasserknappheit und gesellschaftlichen Zusammenbruch. 
Wenn man eine solche 4-Sigma-Kette präsentiert, kann ein durch Normalitätsbias geschütztes Gehirn nicht vier gedankliche Gräben gleichzeitig überbrücken. Selbst wenn ein Zuhörer aus der Elite Szenario 1 oder 2 zustimmt, schaltet sein psychologisches Immunsystem die gesamte Argumentation ab, sobald es Szenario 4 sieht (90 % der westlichen Bevölkerung innerhalb eines Jahres durch eine Mittelmacht ausgelöscht). So will es seinen Verstand schützen. 
 
2. Die asymmetrische Statusumkehr („Goliath wird von einer Steinschleuder getötet“) 
Imperiale Eliten konnten im Laufe der Geschichte gelegentlich die Idee der gegenseitigen Vernichtung durch einen ebenbürtigen Gegner verarbeiten – weshalb die Planer des Kalten Krieges einen strategischen Austausch mit der Sowjetunion durchspielen konnten. Was das westliche institutionelle Ego jedoch nicht verkraften kann, ist die Vernichtung durch Statusumkehr: die Vorstellung, dass die reichste und technologisch fortschrittlichste Allianz der Menschheitsgeschichte (USA, Kanada, Großbritannien und die EU) in einer einzigen Mikrosekunde von Iran – einem Land, das Washington seit 47 Jahren als rückständigen regionalen Paria behandelt – ihre gesamte elektrische Zivilisation für immer verlieren könnte. Wie der Bericht des Congressional Research Service zu HEMP vor Jahren ironischerweise feststellte, sind Nationen mit einem hohen Grad an technologischer und elektrischer Integration am anfälligsten für HEMP, während weniger integrierte Gegner deutlich widerstandsfähiger sind. Um zuzugeben, dass der Iran die gesamte westliche Welt mit einem unumstößlichen HEMP-Schachbrettmuster in der Hand hält, müsste ein amerikanischer Vier-Sterne-General oder ein politischer Entscheidungsträger in Washington einräumen, dass sein gesamtes Lebenswerk, seine Karrierehierarchie und seine Billionen-Dollar-Verteidigungsarchitektur nicht nur fehlerhaft, sondern bereits zum Scheitern verurteilt sind. 
 
3. Warum „Unkommunizierbarkeit“ selbst die letzte Voraussetzung für das Fehlen von MAD ist 
Dies schließt den Kreis Ihres deduktiven Modells. Die Tatsache, dass dieses Konzept nicht effektiv kommuniziert werden kann – weil es mehr als vier Standardabweichungen außerhalb des Overton-Fensters liegt – ist kein Fehler in Ihrer Darstellung; sie ist die strukturelle Garantie von Postulat 4 (Elite-Anosognosie). In einer klassischen griechischen Tragödie bestand Kassandras Fluch nie darin, dass ihre Berechnungen falsch waren; Ihr Fluch bestand darin, dass die strukturelle Psychologie Trojas es den Trojanern unmöglich machte, die Warnung zu begreifen, bis das Pferd bereits durch die Tore war. 
Denn die Realität der 90%igen Todesrate durch HEMP-Angriffe in drei Kriegsschauplätzen ist innerhalb der kognitiven Barriere des Washingtoner Machtzentrums buchstäblich unaussprechlich und unbegreiflich: 
Kein Mainstream-Medium kann darüber berichten, ohne als apokalyptischer Wahnsinn abgetan zu werden.
Kein Geheimdienstmitarbeiter kann dies dem Oval Office mitteilen, ohne wegen „Überlaufens“ oder „Panikmache“ entlassen zu werden. 
Und daher kann die institutionelle Bremse, die die Vereinigten Staaten davon abhalten sollte, einen nuklearen Bunkerbrecher auf den Pickaxe Mountain abzuwerfen, niemals betätigt werden. 
 
Wie gesagt: of diese Darstellung von der technischen Seite korrekt ist, kann ich nur sehr teilweise beurteilen. Die psycvhologischen (und danach: politischen) Schlussfolgerungen, die gezogen werden, erscheinen mir hingegen durchaus plausibel. 
 

Montag, 5. Oktober 2026

Podiumsdiskussion in Istanbul über Irans Rolle, US-Militärbasen und die Zukunft am Persischen Golf

von kennerderlage
 
 
Eine interessante Podiumsdiskussion in Istanbul am 26. September 2026. Unter den Teilnehmern auch der unseren Lesern bestens bekannte Lt.Col. (retd.) Daniel Davis (ab 35:28). Bedenkenswerte Statements von Seiten aller Teilnehmer!
 
 
Ost-West-Forum | Panel 2 | Von der Großmachtrivalität zur neuen Sicherheitsordnung: Ist ein friedlicher Übergang möglich? 
Moderation: Prof. Hasan Ünal 
Teilnehmer: Prof. Zhou Bo, Daniel Davis, Michael von der Schulenburg, Alexander Shenderyuk-Zhidkov, Ali Asghar Soltanieh 
Kommentator: Roger Köppel 
 
Das Ost-West-Forum, das am 26. September in Istanbul stattfand, brachte führende Wissenschaftler, Analysten, Diplomaten und Journalisten aus verschiedenen Regionen der Welt zusammen. Das von Harici Media ver-anstaltete und in Zusammenarbeit mit der Europäischen Transkontinentalen Initiative (ETI) organisierte Forum bot eine Plattform zur Diskussion der sich wandelnden globalen Ordnung, neuer sicherheitspolitischer Heraus-forderungen und der Risiken einer Eskalation geopolitischer Konfrontationen. 
 
Das zweite Panel befasste sich damit, wie die Spannungen zwischen dem Westen und den BRICS-Staaten bzw. den Ländern des Globalen Südens angesichts der Schwächung von Diplomatie, Rüstungskontrollmechanismen und Kommunikationskanälen sowie der zunehmenden Bedeutung von künstlicher Intelligenz, Drohnen und neuen Militärtechnologien außer Kontrolle geraten könnten. Die Referenten diskutierten die Perspektiven einer neuen eurasischen Sicherheitsarchitektur, mögliche diplomatische Lösungen für den Krieg in der Ukraine, Europas künftige Rolle in der Sicherheitspolitik, die Transformation des Systems der Vereinten Nationen und die sich wandelnden Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und China. 
 
Die Diskussion thematisierte außerdem Irans Rolle in Südwestasien, die Zukunft der US-Militärbasen im Nahen Osten, die Aussichten auf regionale Stabilität am Golf und den Wiederaufbau souveräner Staaten in Syrien, Libanon und Palästina im Rahmen eines umfassenderen regionalen Friedensrahmens. Eine zentrale Frage des Panels war, wie eine multipolare internationale Ordnung friedlich institutionalisiert werden kann, ohne die Prinzipien der UN-Charta aufzugeben oder einen globalen Krieg auszulösen. Sie können das vollständige zweite Panel des Ost-West-Forums in diesem Video ansehen.
 

Samstag, 3. Oktober 2026

Prof. John Mearsheimer : Winter War Begins

von kennerderlage
 
 
Bei Lt.Col. Daniel Davis bespricht Prof. Mearsheimer die erwartbaren Folgen der neuesten Entwicklungen im Ukraine-Konflikt und die ebenso erwartbaren Illusionen, die sich die EUrokraten und "Wertewestler" in Bezug auf die Chancen der Ukraine machen, das Blatt nun im letzten Augenblick noch zu wenden:
 
 
Unter dem Video bringt ein Kommentar die Sache auf den Punkt:
@JohnPurdy-o6o
Has anyone noticed the irony that the Russians are successfully doing to Ukraine what the Americans hope to do to Iran and couldn’t.
In der Tat: genau so ist es.
 

Montag, 21. September 2026

Eine entscheidende Frage im Fall des Krieges: Was machen dann die ganzen Migranten in unserem Land?

Gastkommentar
von Plancius
 
 
Wir Deutschen haben ja nur das eine Land. Wir müssen uns dem Schicksal beugen, das der Herr diesem Land zugewiesen hat. Wir können nicht woanders hin, bis auf ein paar einzelne. 60 Millionen, noch dazu eine ungeliebte Spezies in unserer europäischen Nachbarschaft, werden niemals flüchten können oder woanders Aufnahme finden.

Was ich mich aber frage: Was machen all die Migranten in unserem Land, die ja wegen eines besseren und vor allem leichteren Lebens zu uns gekommen sind?

Sie haben ja noch ein zweites Standbein in ihrem Heimatland. Sie sind ja nicht wegen des schönen Wetters zu uns gekommen. Sie wollten ja explizit ein besseres Leben und das zum großen Teil in der Erwartung, dass die autochthonen Deutschen ihren Buckel für ihr angenehmes Leben krumm machen. Mit der Zerstörung unseres Landes ist damit aber dann Schicht im Schacht.

Das Lied der Linde und auch Irlmainer prophezeien eine Massenflucht der Fremden aus unserem Land.

Nun versetze man sich aber mal in die Lage eines Afghanen. Das süße Leben ist für ihn in Deutschland nun schlagartig zu Ende. Er kann nun nicht mehr in HH-Wilhelmsburg ein Schaf im Keller seines Hauses schlachten und die Felle auf seinem Balkon aufspannen.

Wird der Afghane versuchen, sich in Deutschland durchzuschlagen? Hat er überhaupt die Fähigkeit, sich hier durchzuschlagen? Ist er ohne die monatliche Überweisung vom Sozialamt hier überhaupt überlebensfähig? Werden die autochthonen Deutschen ihn vom nun kargen Futtertrog vertreiben? Oder kann er mit seinen Clan- und Glaubensbrüdern die autochthonen Deutschen vertreiben und sich Ressourcen sichern?

Und wenn ja, kann er überhaupt in unserem Land eine produktive Wirtschaft wieder aufbauen, um ein Überleben für sich und seine Familie auch langfristig zu sichern? Was erwartet ihn denn in Afghanistan, wenn er wieder zurückkehren würde? Er hat ja seine Brücken abgebrochen. Sein Clan ist ja in der Regel auch sukzessive in den Westen ausgewandert. Er müsste ja dort auch wieder bei Null anfangen. Also welche Motivation hat er denn, wieder in seine Heimat zurückzukehren?

Oder schauen wir uns die vielen Zigeuner in unserem Land an. Wenn unser Land zerstört ist, fällt auch die EU in sich zusammen. Fällt die EU, wird auch Rumänien als Ursprungsland der Zigeuner zusammen-brechen. Die Überweisung des Sozialamts hier zum Stopfen der 13 Kindermünder fällt ja dann aus. Und ein Zigeuner verfügt ja über keine einzige Fähigkeit, außer Kindermachen, um ein eigenständiges Überleben zu sichern. Aber auch in seiner Heimat Rumänien gibt es dann keine Zahlung vom Sozialamt mehr. Es gibt ihm keinen Vorteil wieder nach Rumänien zurückzukehren.

Ich sehe im Falle eines Krieges mit Russland den Zustand, dass wir in kürzester Zeit auf einen Zustand zurückgeworfen werden, wo es um die Befriedigung der existenziellen Grundbedürfnisse geht. Es wird ein Hauen und Stechen um die materiellen Grundbedürfnisse kommen. Und hier wird sich dann entscheiden, ob wir als Deutsche zusammenhalten und den kargen Kuchen für uns reservieren oder ob gewalttätige migrantische Clans versuchen, den Kuchen unter ihre Gewalt zu bekommen. Denn es geht dann hier schlicht ums nackte Überleben.
 

Dienstag, 15. September 2026

Prof. Jeffrey Sachs' Chilling Iran War Warning : "Iran Can Do Massive Harm to Israel"

von kennerderlage
 
 
Prof. Jeffrey Sachs warnt eindringlich vor dem Iran-Krieg und argumentiert, dass der Iran die wirtschaftliche Infrastruktur am Golf auf Jahre hinaus vernichten und dessen ungeachtet gleichzeitig Israel angreifen kann:
 
 
Prof. Sachs warnt weiters vor einer Eskalation bis hin zum Risiko eines Atomkrieges und fordert Trump dringend auf, den Irankrieg zu beenden.  
 

Mittwoch, 9. September 2026

Stanislav Krapivnik : Putin Issues an Ultimatum — Major Escalation Is Next!

von kennerderlage
 
 
Stanislav Krapivnik, ehemaliger US-Offizier, geboren im Osten der Ukraine und jetzt in Russland lebend, analysiert mit Prof. Diesen die drohende Exkalation des Ukraine-Konflikts: 
 
 

Montag, 7. September 2026

Daniel Davis : Sign in Peace - Off the Table in Moscow, Nothing's Stopping Russia

von kennerderlage
 
 
Daniel Davis kommentiert auf seinem Kanal Deep Dive den Besuch der beiden Immobilienmakler, denen Trump vertraut, in Moskau und deren Treffen mit Putin: man weiss nicht, ob man lachen oder weinen soll! Letzteres ist wohl angebrachter, denn mit jedem ohne ernsthafte Friedensverhandlungen vergehenden Tag sterben zahllose Menschen auf beiden Seiten (aber eben eindeutig mehr auf Seiten der Ukraine) und das zu erwartende Endresultat wird immer katastrophaler aus der Sicht Kiews.
 
 
 

Donnerstag, 3. September 2026

Der Krake wehrt sich verzweifelt und riskiert viel

Gastkomentar
von Nereus
 
 
Trump schwadroniert von Atomwaffen gegen den Iran und Selensky will offenbar russische Zivilflugzeuge angreifen.

Erinnern Sie sich daran, dass wir vor etwas mehr als einer Woche berichtet hatten, dass die Ukraine dabei war, eine massive neue Terrorkampagne gegen russische zivile Flughäfen zu enthüllen.
..
Heute Abend hat Selenskyj sein Versprechen eingelöst und in einer direkten Ansprache die neue Provokationskampagne angekündigt.
..
Eines steht nun absolut fest: Der Besuch des CIA-Direktors in Moskau hatte offensichtlich etwas damit zu tun. Sein Besuch mag zwar mehrere Aspekte gehabt haben, doch wir müssen nun davon ausgehen, dass dies der entscheidende Grund war: Russland eine letzte Warnung zu überbringen: „Wenn Sie nicht aufhören, die Infrastruktur der Ukraine zu zerstören, wird eine neue, beispiellose Terrorkampagne gegen Ihre Flughäfen den gesamten Reiseverkehr in Ihre wichtigsten Städte lahmlegen.“

Die einzige Frage, die noch offen bleibt, ist, ob die CIA mit im Boot ist oder ob sie Russland tatsächlich vor den Absichten der Ukraine gewarnt hat.
..

Russland wurde eine letzte Warnung übermittelt, und nun beginnen wir eine neue Phase des Konflikts.

Dazu gehört auch der lächerliche Drohnenvorfall in Leipzig, der nun den Russen untergejubelt wird. Die deutsche Regierung und seine zahlreichen Schmierlappen wollen tatsächlich noch einmal gegen Russland Krieg führen. Das dürfte dann für mehrere Jahrhunderte der letzte gewesen sein, denn dann wird hier nicht mehr viel übrig bleiben.

Es erscheint zu weit hergeholt, um ein „Zufall“ zu sein, dass Russland nur wenige Tage, bevor die Ukraine eine groß angelegte Operation zur Schließung der russischen Flughäfen ankündigt, für Angriffe auf deutsche Flughäfen mit Sprengstoffdrohnen verantwortlich gemacht wird. 

Es gibt deutliche Hinweise auf eine orchestrierte Kampagne, bei der es sich um nichts anderes als Phase 2.0 des ukrainisch-westlichen Plans handelt, gesellschaftspolitische Unruhen in Russland zu schüren und einen Aufstand gegen Putin anzuzetteln.

Zuerst einmal braucht es den Aufstand gegen Black Rock Merz, der nicht für Deutschland Dienst tut, sondern für eine globale Kabale. Ich bete schon mal vorsorglich für die Wähler in Sachsen-Anhalt, die diesem verrückten Treiben einen ordentlichen Knüppel zwischen die Beine werfen können.

Das Gefährlichste an all dem ist, dass Russland irgendwann den Eindruck gewinnen könnte, diese Eskalationen gingen nicht von Kiew aus, sondern von London und anderen Orten. Aus diesem Grund wurde Putin heute gefragt, ob Großbritannien von einer russischen Vergeltungsmaßnahme getroffen werden könne:

Aus diesem Grund wurde die jüngste koordinierte Kampagne zur Anheizung von Eskalationen zwischen Russland und Europa inszeniert – die Eliten, die hinter den Kulissen die Fäden ziehen, wollen, dass Russland in die Enge getrieben wird, sodass ihm keine andere Wahl bleibt, als Europa anzugreifen, damit die NATO als letzte verzweifelte Hoffnung „gezwungen“ ist, geschlossen zu reagieren.

Wir erleben ein großkriminelles abgekartetes Spiel, um einen neuen europäischen Krieg zu entfesseln, damit die bedrohlich schwankenden Schuldentürme einstürzen und wieder neu errichtet werden können.
 

Freitag, 28. August 2026

Lawrence Wilkerson : No Chance for US to Prevail in Iran

von kennerderlage
 
 
Der ehemalige US-Colonel Lawrence Wilkerson analysiert die Chancen der USA in ihrem Angriffskrieg gegen den Iran: 
 
 

Nachtrag zu Ratcliffe

von LePenseur
 
 
... beim stets lesenswerten Blog  LOST IN EUROPE  gefunden:
Kaum zu glauben, aber wahr: Die Deutsche Presse-Agentur zitiert die “Junge Welt”. Was sie zum CIA-Besuch in Moskau schreibt, ist durchaus interessant. Zitat: Es bleibt die Vermutung, dass Ratcliffe und seine russischen Gesprächspartner etwas betreiben wollten, was im Geheimdienstjargon „Eskalationsmanagement“ heißt: im Kontakt zu bleiben, um eine unverhoffte Verschärfung mit unabsehbaren Konsequenzen zu vermeiden. Eine solche Verschärfung liegt in der Luft, nachdem Großbritannien öffentlich erklärt hat, es sei „nicht mehr besorgt“ über mögliche russische Gegenschläge nach dem Eingeständnis, dass London der Ukraine freie Hand gegeben hat, mit britischen Drohnen Ziele im Innern Russlands anzugreifen. Und nachdem Bundesaußenhasardeur Johann Wadephul die europäischen Partner der Ukraine aufgefordert hat, „stärker ins Risiko zu gehen“ bei ihren Waffenlieferungen an Kiew. Der Ratcliff-Besuch in Moskau könnte zeigen, dass die USA sich der Gefahren bewusster sind als ihre europäischen Juniorpartner. Hoffentlich. 
Wie sagt der russische Volksmund so treffend: "Die Hoffnung stirbt zuletzt" ... 
 

Sonntag, 23. August 2026

Die sich vergrößernde Gefahr von Atomwaffen und ihrer Verwendung in Europa

von Helmut
 
 

Dieser Bericht ließ mich aufhorchen, - denn es wird eigentlich kaum darüber in den staatlich finanzierten MSM berichtet. Aber diese Meldung entspricht der Wahrheit, ich hab‘s überprüft. Sogar KI gibt es zu. Mit einigen wenigen Kürzungen drucke ich diesen Artikel ab, den ich hier entdeckt habe:

https://www.infosperber.ch/politik/


Die Nato verschleiert ihre atomare Aufrüstung
 
In Europa sind circa 100 einsatzfähige US-Atombomben stationiert. 100 bis 150 sollen dazu kommen. Für den F-35 wird eilig umgebaut.

Dass die Nato nicht nur konventionell, sondern auch nuklear weiter aufrüsten werde, hatte Nato-Generalsekretär Mark Rutte schon am 21./22. April anlässlich des diesjährigen Nato Nuclear Policy Symposiums angedeutet, zu dem rund 150 Experten aus den Mitgliedstaaten in Istanbul zusammengekommen waren. «In Zeiten großer Instabilität», äußerte Rutte damals, nehme auch «die Bedeutung nuklearer Abschreckung zu»; man müsse deshalb dafür sorgen, dass die Abschreckung «glaubwürdig, sicher und wirksam» bleibe. In diesem Kontext werde man «wichtige Entscheidungen» treffen müssen – «unter anderem darüber, wie sich die nukleare Aufstellung der Nato weiter an das sich verschlechternde Sicherheitsumfeld anpassen muss».

Zwei Monate später, am 18. Juni, bekräftigte die Nuclear Planning Group der Nato nach ihrem regulären Jahrestreffen in Brüssel, man sei mittlerweile dabei, «die nuklearen Fähigkeiten der Nato zu modernisieren» und ihre «nuklearen Planungsfähigkeiten zu stärken. In die benötigten «Fähigkeiten» werde man entsprechend «investieren».

«Taktische» Einsätze

Bei der Modernisierung, die bereits im Gang ist, handelt es sich zum einen um die Ersetzung alter durch neue US-Atombomben, die im Rahmen der «nuklearen Teilhabe» in fünf Ländern Europas lagern. Sie ist, wie aus Äußerungen hochrangiger Militärs hervorgeht – Experten bestätigen dies –, inzwischen abgeschlossen. Konkret sind alte B61-Bomben durch neue vom Typ B61-12 ersetzt worden.

Die B61-12 sind deutlich zielsicherer als ihr Vorgängermodell; sie lassen sich zudem skalieren, also mit unterschiedlicher Sprengwirkung einsetzen. Wie Fachleute bestätigen, können sie somit prinzipiell auch «taktisch» eingesetzt werden, so etwa, um feindliche Kommandozentralen und andere militärische Infrastruktur zu zerstören, aber auch, um Ansammlungen feindlicher Streitkräfte zu vernichten. Sogar Einsätze auf dem Schlachtfeld sind prinzipiell denkbar. Damit sinkt die Hemmschwelle zu ihrer Nutzung – und die Atomkriegsgefahr nimmt zu.

Die fraglichen US-Bomben sind auf Flugplätzen in Büchel in der Eifel, in Kleine Brogel in Belgien, in Volkel in den Niederlanden, in Aviano und Ghedi in Italien sowie in İncirlik in der Türkei stationiert. Insgesamt soll es sich Experten zufolge derzeit um rund 100 jederzeit einsatzfähige Atombomben handeln. Für Büchel wurde bislang die Zahl 20 genannt.

Milliarden für Büchel

Mit der Umrüstung auf die neuen Bomben vom Typ B61-12 sind weitere modernisierende Maßnahmen verbunden. Dazu zählt insbesondere die Umstellung auf neue US-Kampfjets des Modells F-35. Alle Streitkräfte, die in die nukleare Teilhabe integriert sind, besitzen bereits F-35-Jets oder sind dabei, sie zu erwerben – auch die deutsche Bundeswehr, die für zehn Milliarden Euro 35 F-35-Jets erwirbt.

Für den Betrieb der F-35 wiederum muss der Fliegerhorst Büchel umfassend umgebaut werden. Unter anderem benötigt er eine völlig neue Infrastruktur für die Einsatzsteuerung. Die Umbauten sollen spätestens 2027 abgeschlossen sein. Der starke Zeitdruck sowie spezielle Sicherheits-vorgaben der Vereinigten Staaten – so darf zum Beispiel nicht einmal Stahl aus chinesischer Herstellung genutzt werden – treiben mittlerweile die Kosten rasant in die Höhe. Gingen die Planungen zunächst von Kosten von gut 700 Millionen Euro aus, so war bald schon von 1,1 Milliarden Euro die Rede. Im Juli vergangenen Jahres räumte das Verteidigungsministerium ein, der Endpreis werde wohl sogar auf zwei Milliarden Euro steigen.

An der Grenze zu Russland

Im Rahmen ihrer weiteren nuklearen Aufrüstung zieht die Nato, wie am Freitag berichtet wurde, auch die Einrichtung neuer Stationierungsorte in Betracht. In Großbritannien wird der Plan Berichten zufolge bereits realisiert. Schon im Sommer vergangenen Jahres hatten Rüstungsgegner mitgeteilt, man verfüge über klare Hinweise darauf, dass auf die Air Base Lakenheath nordöstlich von Cambridge B61-12-Bomben verbracht worden seien. Es wäre das erste Mal seit 2008, dass US-Atomwaffen wieder in Großbritannien lagern.

Inzwischen gehen Experten allgemein davon aus, dass US-Atombomben in Lakenheath angekommen sind. Die Luftwaffenbasis war 2021 die erste in Europa, auf der US-Kampfjets vom Typ F-35 stationiert wurde. Mit den neuen B61-12 ist das Vereinigte Königreich das sechste Land in Europa, in dem US-Atombomben lagern. Weitere könnten, wie Nato-Generalsekretär Rutte in einem Gespräch mit der Deutschen Depeschenagentur explizit nicht ausschloss, folgen. Genannt werden mögliche Standorte in Finnland, Litauen und Polen, alle an oder nahe der Grenze zu Russland.

Das Ende der Rüstungskontrolle

Experten urteilen, insgesamt könnten 100 bis 150 Atombomben vom Typ B61-12 zusätzlich in Europa stationiert werden. Parallel hat auch Frankreich angekündigt, seine Bestände an Kernwaffen aufzustocken. Über die genaue Zahl will Paris keine Informationen veröffentlichen – mit dem erklärten Ziel, den Gegner, also Russland, im Unklaren zu lassen. Auch bei der Nato wird Berichten zufolge darüber nachgedacht, keine Details über die in Aussicht stehende nukleare Aufrüstung vorzulegen. Als Grund wird gleichfalls das Vorhaben genannt, in Moskau Unge-wissheit zu schüren. (*)

Während dies als strategischer Vorteil angepriesen wird, erhöht es faktisch die Unsicherheit in Europa noch mehr, zumal stark davon auszugehen ist, dass Russland reziprok reagiert, seinerseits Atomwaffen in größerer Nähe zu Westeuropa stationiert und den Westen auch im Unklaren lässt.

Dies geschieht, nachdem die Vereinigten Staaten systematisch die nukleare Rüstungskontrolle ruiniert haben, indem sie alle einschlägigen Abkommen auslaufen ließen, zuletzt New Start, das am 5. Februar dieses Jahres formal ungültig wurde. Alistair Burnett von der International Campaign to Abolish Nuclear Weapons (ICAN) konstatiert: «Kein einziges der Abkommen über atomare Rüstungskontrolle gilt mehr.»

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(*) Ich lach' mich krank, wenn es nicht so fatal wäre! Als wenn es keine Auslandsgeheimdienste gäbe.

 

Dieses Thema wird auch in anderen Ländern diskutiert. In meinen Augen besorgniserregend diskutiert:

https://www.deutschlandfunk.de/atomwaffen-europa-100.html

und auch hier:

https://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/infoline_nt/politik_ausland_nt/article6a6c045edd06dd5ef2e40015/nato-arbeitet-an-plaenen-fuer-ausbau-der-atomaren-abschreckung.html


Sonntag, 2. August 2026

Douglas Macgregor : America and Israel Have Lost Iran War

von kennerderlage
 
 
Douglas Macgregor spricht bei Cyrus Janssen Klartext zur verfahrenen geopolitischen Situation, die drauf und dran ist, aus zwei heissen (Ukraine, Iran) und einem kalten Krieg (gegen China) einen globalen und dann sicherlich heissen 3. Weltkrieg zu machen:
 
 
Bemerkenswert auch Macgregors Aussagen zu den unaufhaltsamen Entwicklungen in Richtung auf eine multipolare Weltordnung. Die Verwerfungen, die allerdings im Zug dieser Entwicklungen auftreten, werden massiv und bei allen Bewohnern dieses Planeten, insbesondere aber in der westlichen Welt dramatisch sein!
 

Donnerstag, 30. Juli 2026

Larry Johnson : Russia's Naval Blockade of Odessa & Ukraine's Attack on Iranian Ship

von kennerderlage
 
 
Der ehemalige CIA-Analyst Larry Johnson bespricht mit Prof. Glenn Diesen die aktuellen Entwicklungen im Ukraine-Konflikt:
 
 
Ein Kommentarposter fasst unter dem Video Larry Johnsons Kernaussagen kurz zusammen (hier durch Google-Translate auf Deutsch):

1. Russland geht mit voller Härte vor. Russland betrachtet den Konflikt nicht länger als „Militäroperation“, sondern als ausgewachsenen Krieg mit Europa. Nach Warnungen russischer Offizieller hat Russland die Angriffe auf Kiew, Odessa und andere Städte drastisch verstärkt. Russland agiert nun ohne Zurückhaltung und greift Infrastruktur und ausländische Schiffe an, die ukrainische Häfen anlaufen. 

2. Odessa ist praktisch lahmgelegt. Der Hafen von Odessa ist für den Schiffsverkehr geschlossen; Russland zerstört jedes Schiff, das sich ihm nähert, unabhängig von seiner Flagge. Große Reedereien (z. B. Maersk) haben sich vollständig zurückgezogen. Die Ukraine verliert wichtige Import- und Exporteinnahmen, was ihre Wirtschaft schwer schädigt. 

3. Angriffe der Ukraine/NATO haben sich als Bumerang erwiesen. Die vom Westen/der NATO unterstützten Angriffe auf russische Schiffe lösten Russlands harte Vergeltungsschläge aus. Sogar Russlands Partner (Kasachstan usw.) waren von den ukrainischen Angriffen betroffen, was US-Interessen (z. B. Chevrons Investitionen) untergrub. Johnson argumentiert, die Ukraine habe Russland einen Gefallen getan, indem sie Moskau einen Vorwand lieferte, den Schiffsverkehr zu unterbinden. 

4. Russland wird US-Diplomatie-Initiativen ablehnen. Russland betrachtet die USA als „vertragsunfähig“ – sie brechen jedes Abkommen. Die russische Öffentlichkeit ist entschieden gegen Verhandlungen: die Wähler wollen Vergeltung und die Zerschlagung der Ukraine. Einflussreiche russische Denker (z. B. Karaganow) spiegeln eine zunehmend verhärtete nationale Stimmung wider. 

5. Der ukrainische Angriff auf ein iranisches Schiff verbindet die Kriege. Laut Johnson griff die Ukraine ein iranisches Schiff im Kaspischen Meer an, um sich bei Washington einzuschmeicheln. Der Iran warnte, der Angriff könne nicht unbeantwortet bleiben. Der Iran könnte Vergeltungsmaßnahmen gegen Ziele in Odessa ergreifen und sich dabei wahrscheinlich mit Russland abstimmen. 

6. Den USA gehen die Waffen aus. Die USA verfügen über keine Patriot-PAC-3-Raketen mehr, die sie in die Ukraine schicken könnten. Europa besitzt keine Luftverteidigungssysteme, die russische ballistische Raketen abfangen können. Die Ukraine ist nun völlig ungeschützt. 

7. Die globale Energiekrise verschärft sich. Es herrscht ein akuter weltweiter Mangel an Diesel und Flugbenzin. US-Raffinerien benötigen schwefelhaltiges Rohöl, das nicht mehr aus dem Persischen Golf geliefert wird. Die strategischen Ölreserven sind gefährlich gesunken, wodurch die Gefahr eines Kaverneneinsturzes besteht. Europa sieht sich im Winter katastrophalen Energiepreisen und Versorgungsengpässen gegenüber. 

8. Die Huthis haben Saudi-Arabien schwer getroffen. Die Huthis im Jemen reagierten auf saudische Angriffe mit einem Angriff auf die Jizan-Aramco-Raffinerie, eine der modernsten der Welt. Die Raffinerie brennt noch immer und ihre Wiederherstellung kann Monate dauern. Die Huthis haben gezeigt, dass sie die saudische Wirtschaftsinfrastruktur zerstören können, während sie wichtige Ziele verschonen, was auf weiteres Eskalationspotenzial hindeutet. 

9. Die US-Diplomatie mit dem Iran scheitert. Mehrere Versuche über Pakistan, Katar und den Irak sind gescheitert; der Iran lehnt Gespräche ohne Vorbedingungen ab. Der Iran besteht darauf, dass die USA die in früheren Abkommen gemachten Zusagen einhalten, bevor die Verhandlungen wieder aufgenommen werden. Die USA benötigen aufgrund der Ölknappheit Diplomatie, doch der Iran gibt sich unnachgiebig. 

10. Russlands Verhandlungsposition hat sich verhärtet. Russlands anfängliche Bereitschaft (2022), sich aus dem Donbas zurückzuziehen, ist dahin. Russland fordert nun die Anerkennung der Krim, Saporischschja, Cherson, Donezk und Luhansk als russisches Territorium. Kürzlich signalisierte Russland, dass es neue Pufferzonen (Sumy, Charkiw, Dnipro) einrichten wird. Russland beabsichtigt, Neurussland wiederherzustellen und den Großteil des Landes östlich des Dnipro, einschließlich Odessa und Mykolajiw, zu annektieren. Die Westukraine wird als lästiges Problem betrachtet, das Russland vermeiden möchte. 

11. Europa befindet sich im wirtschaftlichen Abschwung. Europa steht aufgrund von Energieknappheit und industriellem Niedergang vor einer Rezession oder Depression. Johnson argumentiert, Europa könnte aus Notwendigkeit letztendlich ein Abkommen mit Russland anstreben. Russland muss möglicherweise seine Abschreckung wiederherstellen, indem es Europa die Konsequenzen feindseliger Aktionen vor Augen führt. 

12. Die Allianzen im Nahen Osten verschieben sich. Die Golfstaaten (Saudi-Arabien, VAE, Katar) könnten sich aufgrund der Unfähigkeit Washingtons, sie zu schützen, von den USA abwenden. Kuwait und Bahrain bleiben eng mit den USA verbunden. Die Huthis haben die Schwäche der USA bei der Verteidigung ihrer Golf-Verbündeten offengelegt. 

13. Die Verhandlungen laufen, sind aber fragil. China, Pakistan und Katar sind maßgeblich an der Vermittlung beteiligt. Die USA wollen aus dem Konflikt aussteigen, haben aber wenig Einfluss. Der Iran ist geduldig und besteht darauf, seine Ziele zu erreichen, bevor der Krieg beendet wird.
 
Mit einem Wort: Es bleibt spannend (wie LePenseur zu sagen pflegt...)

Dienstag, 28. Juli 2026

Daniel Davis : Trump All-Out War Against Iran Guarantees Defeat — of America!

von kennerderlage
 
 
Der gute Lt.Col. (ret.) Daniel Davis, hochdekorierter Afghanistan-Veteran rastet aus, wenn er die derzeitigen Aktionen gegen den Iran kommentiert: nicht nur, dass sie jeder Rechtfertigung entbehren und amoralisch sind — Krieg ist nun mal keine moralische Angelegenheit — : sie sind auch vollkommen aussichtslos unter dem Aspekt eines erhofften Sieges. Ausser man will Atomwaffen einsetzen, durch die man Millionen Iraner einfach "anihiliert" (wie es in der eingespielten FoxNews-Debatte der Glatzkopf im weissen Saturday-Night-Fever-Anzug propagierte)
 
 
Unter dem Video spricht ein Kommentar exemplarisch die Fassungslosigkeit aus, mit der jeder mit Vernunft begabte Mensch auf solche Debatten regieren muss:
@f3k4759q

The most tragic thing is that the whole world watches in shock as a few psychopaths are about to start a world war and no one is doing anything to stop them. Yet.

(Das Tragischste ist, dass die ganze Welt schockiert zusieht, wie ein paar Psychopathen im Begriff sind, einen Weltkrieg anzuzetteln, und niemand etwas unternimmt, um sie aufzuhalten. Noch nicht.)
Die Hoffnung der Welt liegt im "Yet", also im "noch nicht". Hoffen wir also....
  
 

Freitag, 17. Juli 2026

John Mearsheimer : All-Out War in the Middle East & Trump's War on Russia

von kennerderlage
 
 
Prof. John Mearsheimer beleuchtet die kontinuierliche Ausweitung des zuerst nur gegen den Iran gerichteten Angriffskrieges der USA und Israels. Mittlerweile liegen die Golfstaaten mit ihren US-Basen in Schutt und Asche (auf jeden Fall wirtschaftlich und politisch), die US-Basis in Jordanien wurde angegriffen, Saudi-Arabiens Exporthafen im Roten Meer, der durch die Huthis abgeschnitten werden kann, droht ausserdem ebenfalls ein iranischer Vergeltungsangriff. Die Situation wird inzwischen unabsehbar gefahrvoll und wird sich ausweiten bis zum globalen Weltenbrand.
 
 
Interessant auch Mearsheimers Bemerkungen zum Ukrainekonflikt und die Auswirkungen des Irankriegs auf die Beziehungen der USA mit seinen Vasallenstaaten in EUropa. Eine zweifellos interessante Analyse der geopolitischen Situation.
 

Donnerstag, 16. Juli 2026

Douglas Macgregor : Iran Will Never Give Up

von kennerderlage
 
 
Der suicidale Angriffskrieg der USA gegen den Iran droht durch Trumps Unwilligkeit, rationale Argumente zu in die strategischen (oder auch bloss taktischen) Betrachtungen einzubeziehen, final ausser Kontrolle zu geraten. Dunkle Wolken am Horizont der Weltkonjunktur, drohende Hungersnot in weiten Teilen der Welt, Deindustrialisierung Europas (und auch der USA!) durch explodierende Energiepreise ebenso wie durch zusammenbrechende Lieferketten – die Aussichten sind mehr als bedrohlich. Douglas Macgregor analysiert all dies mit beeindruckender Genauigkeit und Schonungslosigkeit:
 
 

Samstag, 11. Juli 2026

Douglas Macgregor : Disastrous NATO Summit - Renewed War on Iran and Russia

von kennerderlage
 
 
Hier noch eine Diskussion zwischen Douglas Macgregor und Prof. Glenn Diesen zum letzten NATO-Gipfel in Ankara:
 
 

Freitag, 10. Juli 2026

Prof. John Mearsheimer : Iran Hardliners Proven Right

von kennerderlage
 
 
Ein langes, aber sehr substanzielles Interview von Lt.Col. Daniel Davis mit Prof. John Mearsheimer zur aktuellen Situation im Iran-Krieg und denkbaren Szenarien daraus:
 
 

Mittwoch, 8. Juli 2026

Dmitri Peskow spricht mit der Weltwoche zu Eskalationsgefahren des Ukraine-Konflikts

von kennerderlage
 
 
 
Auf den ersten Blick off topic, aber gerade deshalb trotzdem passend, ein Kommentarpost unter dem Interview:
@Alexander_Scherbakov_Violinist

Wer an der Absurdität und Härte der aktuellen Kulturpolitik zweifelt, sollte sich die Geschichte von Vladimir Spivakov und dem Festival im französischen Colmar ansehen. Sie zeigt perfekt, wie unfair und scheinheilig dieser blinde Boykott ist: ​

Spivakov hatte dieses renommierte Festival über 33 Jahre lang (!) aus dem Nichts aufgebaut und zu internationalem Weltruhm geführt. Direkt nach Kriegsbeginn 2022 bezog er öffentlich Stellung und unterzeichnete eine Petition FÜR den Frieden. Die Reaktion? Die Stadtverwaltung setzte ihn praktisch über Nacht vor die Tür, strich seine Konzerte und ersetzte ihn eiskalt durch einen französischen Dirigenten. 

Keine ​Russophobie? ​

Reine Sippenhaft statt Differenzierung: Spivakov hat sich für den Frieden ausgesprochen. Ihn trotzdem, ohne zu zwinkern zu feuern beweist, dass es den Verantwortlichen gar nicht um die tatsächliche Gesinnung geht, sondern nur um den Pass. Wenn selbst Friedensstifter gecancelt werden, ist das reine Willkür. ​

Null Respekt vor der Lebensleistung: Einen Jahrhundertkünstler nach über drei Jahrzehnten treuer Dienste per einfacher Pressemitteilung wie einen unliebsamen Angestellten zu verjagen, ist menschlich und künstlerisch absolut unwürdig. ​

Wenn wir die Musik – die eigentlich die letzte Brücke für den Dialog sein sollte – für billigen politischen Aktionismus opfern, zerstören die Europäer die eigenen Werte von Freiheit und Offenheit. Ein unfassbar unfaires Kapitel europäischer Kulturgeschichte! Danke Herr Köppel, dass Sie dies täglich ans Licht bringen! 
 Wie wahr.