Das Treffen zwischen Xi und Trump brachte den Beginn einer vorsichtigen Entspannung, aber keine echte Lösung der US-chinesischen Rivalität. Es wurde überschattet durch verdeckte Drohungen: Xi Jinping warnte die USA davor, Taiwan stärker zu unterstützen. Währenddessen hat Europa das Nachsehen: US- Firmen stürmen den chinesischen Markt, während die EU im moralisierenden Schmollwinkel dem wirtschaftlichen Hungertod entgegengeht. Der Kontinent, der sich selbstverliebt als moralisches, energie- und sozialpolitisches Vorbild für andere sieht, fällt in Wahrheit immer weiter zurück.
Dienstag, 19. Mai 2026
Ein Treffen zweier Welten
Freitag, 15. Mai 2026
Jeffrey Sachs : What the Chinese Think of Trump
Trump reiste nach Syracus.
Ehrlich gesagt, fing es schon gestern schlecht an. Trump kam in Peking an und stieg etwas unbeholfen aus dem Flugzeug – und wer fehlte? Xi Jinping. Offenbar hatte er Wichtigeres zu tun und schickte stattdessen eine kleine Gruppe Militärangehöriger und eine Gruppe Kindergartenkinder, die mit chinesischen Flaggen herumhüpften. Zur Begrüßung Trumps waren der amerikanische Botschafter, der chinesische Botschafter in den Vereinigten Staaten und ein hochrangiger Regierungsbeamter für den obligatorischen Händedruck anwesend.
Wer die chinesische Vorliebe für Symbolik kennt, dem sagte dies alles. Am Tag zuvor hatte die offizielle Presse einen riesigen Artikel auf der Titelseite über den Besuch des tadschikischen Präsidenten veröffentlicht, während Trump nur beiläufig erwähnt wurde. Insgesamt ähnelte es dem Empfang, der üblicherweise dem iranischen Außenminister vorbehalten ist.
Am nächsten Tag wurde es offizieller. Pomp und Prunk vor der Großen Halle des Volkes: roter Teppich, militärische Ehren und wieder einmal hüpfende Kinder. Trump schien nicht in bester Verfassung zu sein. Dann folgte das offizielle Treffen. Die Zeremonien hatten bereits viel Zeit in Anspruch genommen, insbesondere da die amerikanische Delegation offenbar morgen wieder abreist und abends noch ihre Pekingente essen muss. Was Xi Jinping dann sagte, war hochinteressant. Er sprach explizit von der „Thukydides-Falle“ und spielte damit auf den Konflikt zwischen Athen und Sparta im Peloponnesischen Krieg an. Einst beherrschten gebildete Deutsche fließend Griechisch, doch diese Zeiten sind leider vorbei.
Hier meine Interpretation:
Athen, die aufstrebende Seemacht, dehnte seinen Einfluss innerhalb des Attischen Seebundes stetig aus und eignete sich dessen Staatskasse an. Dissidenten wurden umgehend unterdrückt. Die Ähnlichkeit zu den Vereinigten Staaten ist übrigens frappierend: Auch die Amerikaner lassen ihr Militärbündnis immer globaler operieren, und ihre Vasallenstaaten werden bei Bedarf ohne Zögern diszipliniert. Sanktionen und Zölle überall.
In der Antike fühlte sich die Landmacht Sparta bedroht, und ein Krieg brach aus, der sich endlos hinzog – bis die Athener einen entscheidenden Fehler begingen: den Sizilienfeldzug, im Wesentlichen ein Versuch, sich die Reichtümer der griechischen Kolonien in Sizilien anzueignen. Er endete katastrophal. Athen verlor seine Flotte und erholte sich nie wirklich von dieser Katastrophe. Den Todesstoß versetzte eine Koalition Spartas mit – Überraschung! – den Persern.
Man kann annehmen, dass Xi Jinping Thukydides und Clausewitz studiert hat. Die klassische Tradition, vermittelt durch deutsche Gelehrsamkeit, wird überall geschätzt, außer in Deutschland selbst. Natürlich blieb der chinesische Staatschef etwas oberflächlich, indem er lediglich sagte, ein zerstörerischer Konflikt wie der Peloponnesische Krieg müsse vermieden werden. Trump liest angeblich nicht viel, daher entgingen ihm wohl die tieferen Implikationen dieser Anspielung.
Was also erwartet die internationale Kommentatorengemeinschaft von diesem Gipfel? Sehr wenig. Die Taiwan-Predigt ist bereits gehalten, die Iran-Predigt wird folgen, und was die Ukraine betrifft, kümmern sich die Russen selbst darum.
Donnerstag, 14. Mai 2026
Russia Targets Kiev & Odessa After Donbass Fall; Sarmat; China Tightens Rare Earths; US China Summit
Freitag, 31. Oktober 2025
Prof. John Mearsheimer: Trump met Xi, Trump Backed Down — Tariffs Failed!
Samstag, 10. Mai 2025
Was hat die gestrige Siegesparade in Moskau gezeigt?
Schon allein der Umstand, wie Putin seinen chinesischen Gast Xi Jinping hofiert hat, war ein Zeichen und eine Machtdemonstration in Richtung USA und Donald Trump. Putin hat eindeutig gezeigt, wem er sich verbunden fühlt. Er hat seine präferierte Partnerschaft zu Europa aufgekündigt und richtet seine strategischen Beziehungen nach Asien/China aus.
Allein die Tatsache, dass weder die damaligen Westalliierten noch Deutschland ihre Vertreter nach Moskau entsandt haben spricht Bände. Die Zeichen stehen auf Konfrontation zwischen dem Machtblock Russland/China und den USA. Europa in seinem dekadent-woken Niedergang, sowohl gesellschaftlich als auch ökonomisch und militärisch ist wohl nicht mehr ernstzunehmen.
Selbst Trump äußert sich nur noch abwertend über Europa. Die reformunfähige EU mit seinen links-woken Protagonisten an der Spitze ist der Sargnagel für das ehemals freiheitlich-liberale, westliche Europa, das eine große Anziehungskraft auf viele Menschen der Welt auageübt hat.
Die Teilnahme Ägyptens an der Militärparade zeigt, dass der westlich-amerikanische Einfluss auch in Arabien erodiert ist. Xi Jinping demonstriert mit seinen chinesischen Truppen seine Verbundenheit mit Russland.
So wie ich das ganze interpretiere, war die Siegesparade ein voller Erfolg für Xi Jinping und nicht primär für Putin. Die Parade war nur das Beiwerk, wo Xi demonstrieren konnte, dass China jetzt die Nummer Eins auf diesem Planeten ist.
Schon allein die körperliche Statur von Xi neben der von Putin und seine damit verbundene raumgreifende Ausstrahlung demonstriert eindeutig, wer Koch und wer Kellner ist. Wer die Bücher von Scholl-Latour gelesen hat, weiß aber auch, dass die nach außen gezeigt Partnerschaft zwischen Russland und China auf keinem stabilen Fundament steht.
Der russische Bär kann die Dominanz des chinesischen Drachens nur schwer ertragen.