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Montag, 10. August 2026

Die Antonow am zivilen Flughafen Leipzig: Munitionsverladung und die Firma SALIS

von Helmut
 
 
Krieg ist Krieg, aber die Geschäfte müssen weiterlaufen. Deshalb funktioniert auch das ukrainisch-russische Gemeinschaftsunternehmen Ruslan-Salis GmbH mit Sitz in Leipzig problemlos.
Einen äußerst aussagekräftigen Artikel habe ich von Herrn Gerhard Battmer gelesen. Der Artikel ist derart informativ, dass ich ihn komplett hier wiedergebe:

𝗛𝗶𝗲𝗿 𝘂𝗻𝗱 𝗶𝗻 𝗱𝗲𝗻 𝗤𝘂𝗮𝗹𝗶𝘁ätsm𝗲𝗱𝗶𝗲𝗻 𝘄𝘂𝗻𝗱𝗲𝗿𝗻 𝘀𝗶𝗰𝗵 𝗱𝗲𝗿 𝗲𝗶𝗻𝗲 𝘂𝗻𝗱 𝗱𝗶𝗲 𝗮𝗻𝗱𝗲𝗿𝗲, 𝗱𝗮𝘀𝘀 𝗮𝘂𝗳 𝗱𝗲𝗺 angeblich 𝘇𝗶𝘃𝗶𝗹𝗲𝗻 𝗙𝗹𝘂𝗴𝗵𝗮𝗳𝗲𝗻 𝗛𝗮𝗹𝗹𝗲/𝗟𝗲𝗶𝗽𝘇𝗶𝗴 𝗠𝘂𝗻𝗶𝘁𝗶𝗼𝗻 𝘃𝗲𝗿laden 𝘄𝗶𝗿𝗱. 𝗜𝗰𝗵 𝘄𝘂𝗻𝗱𝗲𝗿𝗲 𝗺𝗶𝗰𝗵, 𝗱𝗮𝘀𝘀 𝗱𝗶𝗲 𝗻𝗼𝗰𝗵 𝗻𝗶𝗲 𝘃𝗼𝗻 𝗦𝗔𝗟𝗜𝗦 𝗴𝗲𝗵ö𝗿𝘁 𝗵𝗮𝗯𝗲𝗻:

Die Strategic Airlift International Solution (SALIS) ist ein multinationales Programm der NATO und EU. Es sichert den teilnehmenden Ländern den Zugriff auf große zivile Transportflugzeuge vom Typ Antonow An-124-100 zu. Die Maschinen sind am Flughafen Leipzig/Halle stationiert und dienen militärischen sowie humanitären Einsätzen.
Durch die Teilnehmerstaaten beauftragt, schloss die NATO Maintenance and Supply Agency (NAMSA) mit der Ruslan SALIS GmbH, Leipzig, einen Vertrag ab, der im Januar 2006 in Kraft trat. Er beinhaltete die Regelungen für eine Dauercharter von strategischen Lufttransport-Kapazitäten bis 2012 bei der Ruslan SALIS GmbH. Sie hat vertragsgemäß seit dem 23. März 2006 zwei Transportflugzeuge vom Typ An-124-100 mit einer maximalen Zuladung von 120 t auf dem Flughafen Leipzig/Halle ständig stationiert und stellt vier weitere Maschinen innerhalb von neun Tagen bereit. Die An-124 wurden von den Gesellschaftern der Ruslan SALIS GmbH, der Volga-Dnepr Airlines (Russland) und der Antonov Airlines (Ukraine) eingebracht. Zuständig für die vertragliche Abwicklung der SALIS-Flüge ist die NAMSA.

Mit den zwei An-124 waren jährlich 4800 Flugstunden bereitzustellen. Zu zahlen waren unabhängig von der tatsächlichen Nutzung für die ersten 2000 Flugstunden („vollfinanziert“) je 100 %, für die weiteren 2.800 Flugstunden („teilfinanziert“) je 40 % des vereinbarten Flugstunden-Kostensatzes. Nach der Nutzung aller vollfinanzierten Flugstunden fielen bei Nutzung der teilfinanzierten Flugstunden die Zahlungen für die restlichen 60 % des Kostensatzes an. Zusätzlich waren nach Flugdurchführung die Ausgaben für Kerosin zu erstatten.

Deutschland hatte anfangs ein Kontingent von 750 voll- sowie 1045 teilfinanzierten Flugstunden übernommen und dafür etwa 20 Millionen Euro zu zahlen; den Rest teilten sich die anderen teilnehmenden Staaten. Ohne diesen hohen deutschen Anteil wäre die Mindestabnahme von 4800 Flugstunden nicht zu erreichen gewesen und das Programm gescheitert. Das deutsche Flugstunden-Kontingent überstieg den Eigenbedarf, sodass in manchen Jahren Zahlungen von bis zu 5 Mio. Euro nicht genutzt werden konnten. Stets wurden bei höherem Bedarf anderer Vertragsteilnehmer eine entsprechende Anzahl von Flugstunden an diese abgegeben. Von daher bestand kein Anreiz für diese Nationen, ein vertraglich höheres Flugstunden-Kontingent zu übernehmen. Weitere Flugstunden-Abgaben erfolgten an Dritte wie die Vereinten Nationen (UN) (Kongo-Einsatz) oder das Auswärtige Amt. Die Verrechnung abgegebener Flugstunden erfolgte zum nominalen Flugstunden-Kostensatz, sodass weitere Vorhalte- und alle Zinskosten zu Lasten des deutschen Verteidigungshaushaltes verblieben.
...
Anfang 2012 nahm die Bundespolizei mit der Firma SALIS Gespräche auf, um ebenfalls die Fähigkeiten der An-124 für weltweite Einsätze kurzfristig zu nutzen.

Ende 2016 liefen die bisherigen Verträge aus. Neue, 2017–2018 gültige Verträge wurden aufgrund der geänderten politischen Lage mit den russischen und ukrainischen Anbietern getrennt abgeschlossen. Während die Ukrainer anstrebten, das gesamte Kontingent an Flugstunden zu übernehmen, machten die russischen Anbieter ein günstigeres Angebot und erhielten durch die NATO Support and Procurement Agency (NSPA) den größeren Anteil des Auftrags. Aufgrund der inzwischen längerfristig geplanten Nutzung wurde der Projektname von Strategic Airlift Interim Solution zu Strategic Airlift International Solution geändert.

Im April 2018 teilte der russische Partner Volga-Dnjepr mit, dass er den Vertrag nach dem Auslaufen zum Jahresende beenden und nicht, wie in einer Vertragsoption vorgesehen, verlängern werde.

Im Dezember 2018 unterzeichnete die NATO Support and Procurement Agency (NSPA) den neuen Vertrag mit der Antonov Logistics Salis mit Unternehmenssitz in Deutschland. Zusätzlich zu den An-124 werden bzw. wurden Transportkapazitäten durch weitere große Transportflugzeugtypen gestellt, darunter An-225, An-22 und Il-76.[wikipedia]

Vgl. auch hier:

𝗚𝗲𝗹𝘂𝗻𝗴𝗲𝗻𝗲𝗿 𝗧𝗮𝗯𝘂𝗯𝗿𝘂𝗰𝗵: 𝗥𝘂𝘀𝘀𝗶𝘀𝗰𝗵-𝘂𝗸𝗿𝗮𝗶𝗻𝗶𝘀𝗰𝗵𝗲 𝗕𝘂𝗻𝗱𝗲𝘀𝘄𝗲𝗵𝗿𝗺𝗮𝘀𝗰𝗵𝗶𝗻𝗲 𝗺𝗶𝘁 𝗻𝗶𝗰𝗵𝘁 𝘁ö𝗱𝗹𝗶𝗰𝗵𝗲𝗻 𝗔𝘂𝘀𝗿ü𝘀𝘁𝘂𝗻𝗴𝘀-𝗴𝗲𝗴𝗲𝗻𝘀𝘁ä𝗻𝗱𝗲𝗻 𝗲𝗿𝗿𝗲𝗶𝗰𝗵𝘁 𝗘𝗿𝗯𝗶𝗹 - 𝗢𝗱𝗲𝗿: 𝗗𝗲𝗿 𝗟𝗲𝗮𝘀𝗶𝗻𝗴𝘃𝗲𝗿𝘁𝗿𝗮𝗴
 
Wo es knallt auf der Welt, da ist die Ruslan sicher nicht weit. Wenige Tage, nachdem die Franzosen in Mali militärisch intervenierten, wurden Maschinen des Typs An-124 von Volga-Dnepr in Westafrika gesichtet. Die russische Fluggesellschaft ist zusammen mit der ukrainischen Antonov Airlines am SALIS-Programm der NATO beteiligt, mit dem ursprünglich das lange Warten auf den neuen Militärtransporter von Airbus überbrückt werden sollte. In Brüssel hat man inzwischen Gefallen an den sowjetischen Vögeln gefunden, die sich nicht zuletzt während des NATO-Einsatzes in Afghanistan als nützlich erwiesen haben. Im Dezember 2012 wurde der Vertrag zur Anmietung der An-124 um zwei Jahre verlängert. Der Sitz des russisch-ukrainischen Gemeinschaftsunternehmens Ruslan SALIS GmbH ist Leipzig. Am dortigen Flughafen sind seit 2006 zwei An-124 dauerhaft stationiert, der Vertrag mit der NATO beinhaltet darüber hinaus noch eine Option auf vier weitere Flugzeuge. Die Ruslan werden am Flughafen Leipzig/Halle nur stationiert und gewartet. Von dort brechen sie immer leer zu den Einsatzorten auf, wo sie ihre Fracht aufnehmen.
 
Weitere Hinweise kann man hier nachlesen:

Mittwoch, 29. Juli 2026

"Vorfall in Berlin: Die Mühen der schiefen Ebene"

von LePenseur
 
 
... lautet der geniale Titel eines ebenso genialen Artikels über die jüngsten Ereignisse in Berlin ... und wie unsere politische und mediale "Elite" damit umgeht:
Wieder war es ein "Vorfall" und wieder ein "Auto", wieder "Einmann" und wieder provozierte er die üblichen Abwehrreflexe. Geheuchelte Trauer. Die Bitte, jetzt bloß nichts zu instrumentalisieren. Die Forderung, neue Maßnahmen rasch zu beschließen, um die Äußerungen der Bürgerinnen und Bürger gründlicher im Auge behalten zu können. Und, nach langer Pause, wieder ein bunt angestrahles Brandenburger Tor wie früher. 

An der Grenze 

"Mit diesem Anschlag ist eine Grenze erreicht", hat die Hamburger Wochenschrift "Die Zeit" unwirsch deutlich gemacht, dass es so nicht weitergehen könne. "Wir dürfen Feinden der Freiheit nicht nur mit Langmut entgegentreten", argumentiert Holger Stark in dem Blatt, das derzeit mit einer Internet-Kachel mit der Aufschrift "Sehen Sie im Rechtsruck eine Gefahr für die Demokratie" wirbt.
Ein genial entlarvender Text! Der den Kaiser ohne Kleider zeigt, in seiner ganzen korrupten, macht- und postengeilen Erbärmlichkeit. Die zu kritisieren es keines Kopfwackelns bedarf um zu erkennen: das sind Kolosse, Möchtegern-Kolosse wohlgemerkt, auf tönenen Füßen. Und wenn man sich die Plattitüden aus Politruk-Mund so anhörte, ist man geneigt, auf ein"auf tönernen Plattfüßen" zu präzisieren ... deshalb:
 
Chapeau! Touché!
 
Ich habe es früher oft geschrieben, fürchtete aber dann, es irgendwie abzunutzen. Aber hier stimmt es exakt. Gratulation an PPQ — ein echtes Alternativmedium, das wie schon so oft in der Vergangenheit, so auch jetzt wieder beweist, daß man das Irrenhaus unserer Politik- und MEdienlandschaft nur durch Satire adäquat zu beschreiben vermag!
 
 

Dienstag, 30. Juni 2026

Silvae lesen!

von LePenseur
 
 
Weil ich heute in meinem momentanen beruflichen Wahnsinns-Trubel (der durch die brütende Hitze der letzten Tage auch nicht angenehmer wurde, die erst letzte Nacht mählich ein wenig nachzulassen begann) ein bisserl Luft habe, las ich (wie so oft) einen Artikel auf dem Blog des geschätzten Professore "Silvae" — über Gotthard Erler , Germanisten, Fontane-Forscher und -Editor von dessen "Großer Brandenburger Ausgabe" (die er ab 1994 begründete und herausgab) ... und fand ihn einfach berührend und wunderbar. Schon der Beginn nahm mich, als dezidierten Fontane-Fan, gefangen:
Die beiden Bände von Vor dem Sturm des Aufbau Verlages, die Gotthard Erler ediert hat, sind natürlich das, was sich jeder Philologe wünscht. Die Gelehrsamkeit der Annotationen von Gotthard Erler kann man gar nicht genug loben. Ich bin auch heute froh, dass ich bei Eschenburg die acht Bände der Romane des Aufbau Verlags zum Spottpreis von 32 Euro gekauft habe. Wenn man alle Anmerkungen sorgfältig gelesen hat, wird man vielleicht den Roman ein zweites Mal lesen. Aber meine erste Lektüre war ganz unphilologisch, die Lektüre eines Lesers. Dafür brauchte ich die philologische Gelehrsamkeit von Gotthard Erler nicht, dafür brauchte ich nur einen zuverlässigen Text. Aber ich dachte mir beim Lesen die ganze Zeit: Leute, wie habt ihr übersehen können, dass dies ein großer Roman ist? Das fand auch Gustav Seibt in der Süddeutschen als er im Januar dieses Jahres den gerade in der →Großen Brandenburger Ausgabe erschienenen Roman →rezensierte.
 
Das stand hier vor fünfzehn Jahren in dem Post Vor dem Sturm. Und in dem Post 3. Oktober schrieb ich: Und die Fontane Ausgabe, die Gotthard Erler einst begonnen hatte, schreitet voran. Erler ist in diesem Jahr neunzig geworden, aber er arbeitet immer noch an der großen Sache. Ich wollte den Fontane-Forscher Gott-hard Erler unbedingt wissen lassen, welche Achtung ich vor seinem Werk hatte (ein Blick in den Katalog der Deutschen Nationalbliothek zeigt uns, dass Erler da mit 388 Katalogeinträgen steht) und besorgte mir von meinem Freund Peter, der seit Jahren mit Erler in Verbindung stand, seine e-Mail Adresse. Und schrieb Gotthard Erler, welchen Respekt ich vor seiner Leistung als Deutschlands wichtigster Fontane-Kenner hatte.
(Hier weiterlesen
So lesen können und es dann noch so schreiben können ... nein, nicht Neid, sondern Dankbarkeit erfüllt einen bei der Lektüre solcher Betrachtungen! Die Zeilen des Historikers Jürgen Kuczynski in dessen Buch Alte Gelehrte:  
Jeder alte Gelehrte, der ein kreatives Leben verbrachte, der diese und jene kleinere oder größere Wahrheit gefunden hat und auf diese Funde zurückblickt, kann sicher sein, daß diese Wahrheiten, ob später mit seinem Namen verbunden oder nicht, niemals eingesargt werden. [...] wer solches von sich, rückblickend auf seine Arbeiten, sagen kann, wird, trotz aller Stürme der Zeiten, in die er vielleicht sogar noch im Alter das Glück hat verwickelt zu sein, eine allen, die ihn kennen, wohl-tuende Souveränität, auch seinem Leben und Werk gegenüber, ausstrahlen.
... die Professore "Silvae" quasi als Halb- oder Trugschluß seines Artikels zitiert, die einem tatsächlich noch schöneren Abschluß des Artikels vorangehen sind ein "Cor ad cor loquitur", um den Wappenspruch des großen Theologen und Philosophen John Henry Kardinal Newman zu zitieren.
 
Danke! 
 
 

Montag, 13. April 2026

Andreas van de Kamp bringt's auf den Punkt!

von Manfred Müller
 
 
Die Ungarn-Wahlschlacht ist geschlagen, das heißt: geschlagen ist Orbán, nach 16 Jahren eigentlich keine Seltenheit, eher das Gegenteil! Es ist ziemlich egal, was im Einzelnen die Gründe dafür sind – insgesamt war es eine kaum entwirrbare Vielzahl, von innenpolitischen Korruptionsvorwürfen, Erstarrung des Systems und Wunsch der Bevölkerung nach etwas "Neuem", aber ebenso von außenpolitischen Einflüssen aus Brüssel, von den fast durchwegs links tickenden Mainstreammedien bis hin zu finanziellem "Input" aus der Soros-Ecke (und anderen "NGOs"). Aus seiner Seite staatsstreich.at zieht Andreas van de Kamp plausibel ein Fazit aus der Wahl und wagt eine Prognose für die künftige Entwicklung:
Ungarn: Triumphgeheul d. Morituri
 
In Ungarn ist am gestrigen Sonntag der auch von der EU ungeliebte Regierungschef der vergangenen 16 Jahre, Victor Orban, abgewählt worden, was – gemessen an “demokratischen Maßstäben” – eigentlich normal ist. Weil Orban aber ständig Sand ins Getriebe der EU-Kriegs-treiberei gestreut hat und derlei von Magyar nicht zu erwarten ist, begann in Brüssel die erste Stimme des Triumphgeheuls.
Dem Siegesrausch folgt auf dem Fuße der Machtrausch, und so berauscht verliert man leicht den Weg aus den Augen und landet bald im Graben. Es mag sein, dass bei Magyar wegen seiner ganz offensichtlich guten "Verwendbarkeit" für die EUrokraten und die Soros-Netzwerke stützend und lenkend eingegriffen wird. Schließlich wollen die Investoren in seinen Wahlsieg nicht um dessen süße Früchte gebracht werden! Der Einsatz muss sich doch rechnen!
 
Doch Rechnungen können auch ohne den Wirt gemacht sein – und solche Rechnungen pflegen dann nicht "aufzugehen". Warten wir ab, ob die Mogelpackung Magyar die Erwartungen seiner Landsleute erfüllen wird (wohl sicher nicht), aber ebenso, ob er die Erwartungen seiner Investoren erfüllen kann. Denn, wie van de Kamp richtig schließt:
Ohne Öl und Gas ist alles nix und  man wird sehen, ob’s die TISZA tatsächlich bis zum Wechsel der Amtsgeschäfte schafft. 
Oder ob es sie aus den inneren Widersprüchen, die schnell zu Tage treten werden, zerreißt. Es bleibt anzuwarten.
 

Samstag, 4. April 2026

Christian Ortners Wehmut

von Deliberator  Austriacus 
 
 
Die Einführung der Todesstrafe für "bestimmte Terrordelikte in Israel" rührt Christian Ortners (in seiner Rolle als Kolumnist für DiePresse) "Wehmut" als Gegner der Todesstrafe. Allerdings ortet Ortner hier ein "Messen mit zweierlei Maß" und schreibt:
In Japan sitzen derzeit rund 100 zum Tode Verurteilte im Gefängnis und warten auf ihre Hinrichtung. Todesurteile werden dort etwa wegen terroristiswcher Delikte wie der Sarin-Attacke auf die U-Bahn in Tokio verhängt und vollstreckt. Davon, dass in EU-Hauptstädten deswegen ein Sturm der Entrüstung losbräche, ist nichts zu sehen. Japan ist halt so.

Und wenn "Japan halt so ist", so Ortners implizite Schlussfolgerung, so darf doch Israel "halt ebenso sein", nicht wahr? Nein: eben nicht wahr! Denn hier möchte Ortner, der in der EU "zweierlei Maß" für denselben Sachverhalt sieht, auf einmal mit einerlei Maß für keineswegs denselben Sachverhalt messen. 

Was aber genauso falsch ist, denn das Gleichbehandlungsgebot wird nicht nur durch die unterschiedliche Behandlung gleicher Sachverhalte, sondern eben auch durch die gleiche Behandlung unterschiedlicher Sach-verhalte verletzt. In Japan werden terroristische Delikte, egal wem gegenüber sie und aus welchen Motiven heraus begangen hat, mit dem Tod bestraft. In Israel hingegen nur

... jeder, der vorsätzlich oder fahrlässig den Tod eines israelischen Staatsbürgers verursacht, wenn die Handlung aus einem rassistischen oder volksfeindlichen Motiv im Sinne von § 144f dieses Gesetzes und mit dem Ziel begangen wird, dem Staat Israel und der Wiedergeburt des jüdischen Volkes in seinem Land Schaden zuzufügen ...

Der zionistisch denkende Siedler im Westjordanland, der den palestinensischen Nachbar einfach so abknallt, der hat nicht den Galgen zu befürchten. Und bei der Nachlässigkeit israelischer Strafverfolgungsbehörden in diesen (recht zahlreichen!) Fällen, nichts, was über die Sanktion fürs Trinken von Kamillentee hinausginge, nämlich: gar nichts! Ein Pali weniger, na und? Weiter so!

Ortner hätte, bevor er seine Verteidigungstirade für Israel losgelassen hätte, bei Dushan Wegner nachlesen können, der kürzlich einen informativen Artikel darüber geschrieben hat. Und er hätte nachdenken können, ob er in Vergleichsfällen das "... ist halt so" auch so flüssig in die Tastatur getippt hätte.

So ganz hypothetisch stellen wir uns einfach vor: in Österreich würde die Vergewaltigung von Frauen nur dann streng (wenngleich nicht mit dem Strang, das verbietet unsere Verfassung seit vielen Jahren!) bestraft, wenn die Vergewaltigung beispielsweise von Inländern ohne Migrationshintergrund begangen werden. Alle anderen Vergewaltiger wären von dieser strengen Bestrafung nicht betroffen.

Wie gesagt: rein hypothetisch, dieses Vergleichsbeispiel, denn in Österreich sind die Staatsanwaltschaften und Gerichte mit  n i e   g e s e h e n e m   E i n s a t z  bemüht, alle Vergewaltigungen gleich streng zu bestrafen. Nicht wahr?

Aber ich überlege mir kurz, wie ein Artikel von Christian Ortner zum obigen, rein hypothetischen Vergleich wohl schließen würde: "Österreich ist halt so" ... ... glaube ich irgendwie eher nicht.

Mittwoch, 18. März 2026

"How Iran and China Shaped the War Chessboard"

von LePenseur
 
 
... betitelt wich ein höchst interessanter Artikel von Pepe Escobar bei unz.review über die Hintergründe und Wirkungen (und für USrael durchaus unerwünschten Nebenwirkungen) des Angriffs USraels auf den Iran:

China is officially responding on two parallel tracks to the Epstein Syndicate – or US-Israeli – war on Iran via a diplomatic spokesman and a military spokesman.

Translation: China sees the war both as an extreme political/diplomatic tension and a military threat.

China’s military spokesman, a People’s Liberation Army (PLA) colonel, speaks with metaphors. It was he who said explicitly that the US is “addicted to war”, with only 250 years of History and only 16 years of peace.

He clearly positions the US as a global threat. And clearly, also as a moral (italics mine) threat.

Chinese President Xi Jinping is firmly focused on establishing a long-lasting connection between Marxism and Confucianism.

The key contribution of Confucius to political thinking is the precise use of language. Only the one who speaks with precise metaphors and moral weight is able to govern a nation.

So China is carefully developing a steady moral and ethical criticism of the American war of choice on Iran. Stressing how this is the attack of a nation that has lost its moral compass.

The Global South totally understands the message.

Additionally, facts on the battlefield show how China has also changed the rules of war in Iran.
Nun kann man freilich einwenden, daß das alles etwas spekulativ klingt. Zugegeben ... aber: Vorhersagen über die Zukunft sind halt immer mit einer gewissen Unsicherheit behaftet. Auch Pepe Escobar hat keine unfehlbare Kristallkugel, aber ist doch in der Vergangenheit mit einer Reihe zutreffender Prognosen an die Öffentlichkeit getreten. "Wissen" kann man's natürlich immer erst danach ...
 
 

Montag, 16. März 2026

Nachtrag zum Nachtritt

von LePenseur
 
 
Hadmut Danisch kann's nicht lassen ... Wenn er sich schon wenig pietätvoll über einen eben verstorbenen Philosophen äußert, dann muß er natürlich noch einen draufmachen und zum initialen Nachtritt noch einen weiteren hinzufügen. Quasi: to add insult to injury, wie der Engländer sagt ... Das liest sich dann so:

Leserzuschrift über ein Zusammentreffen mit Habermas:

Wie der Großphilosoph Habermas zu einfachen Wanderern sprach

Lieber Hadmut,

ein kleiner Beitrag zu Deiner heutigen Gedenkseite.

Vor weit über 10 Jahren urlaubten meine Frau und ich in Tutzing am Starnberger See.
Wir machten eine Wanderung zur Ilkahöhe, einem dortigen Aussichtspunkt.
Die Frau wollte unterwegs wissen, wie weit es noch ist. Ich mit meinen Jäger/Einzelkämpfergenen habe mich sofort in die damals noch papierne Wanderkarte vertieft. Mein kommunikatives Frauchen wollte nicht warten und befragte einen älteren Herrn, der im Anorak daherkam.

Ich hörte die Antwort: “Der Weg zur Ilkahöhe ist so schön, der kann gar nicht lang genug sein!”
Da blickte ich auf und erschauerte: ER hatte zu uns armen Würmern gesprochen!

Typisches Beispiel für die moralisierende Nutzlosigkeit philosophisch Geschwätzes. 

Und das ist alles, was Danisch dazu einfällt? Das ist so armselig, wie wenn ich mich jetzt süffisant darüber auslassen wollte, daß es wohl "philosophischen Geschwätzes" heißen müßte, und jemand, der nicht einmal in einem Zwei-Zeilen-Artikel einen blamablen Flüchtigkeitsfehler zu erkennen vermag ... bla-bla-bla ...

Nein, tue ich grundsätzlich nicht (und entschuldige mich dafür, ad exemplum leider doch so getan zu haben, als täte ich derlei). Und damit bin ich bei Hadmut Danischs nächstem Artikel, keinem direkten Nachtritt, aber dafür einer ihn ein wenig "entblößenden", trotzigen Frage:

Warum eigentlich

  • muss ich mir ständig von Juristen anhören, dass ich mich nicht zu Rechtsfragen äußern könne und dürfe, weil ich kein Jurist bin,
  • während sie alle Habermas dafür bejubeln, dass der sich zur Auslegung des Rechts geäußert hat, und sich bei jeder Gelegenheit auf ihn beziehen, obwohl der auch kein Jurist war?

Darauf, geschätzter Herr Danisch, kann ich Ihnen als Jurist, der ich bin, gerne antworten: Weil Habermas ein Philosoph war und (u.a.) auch zu Fragen der Rechtsphilosophie geschrieben hat. Nicht unbedingt immer in dem Sinne, in dem ich zu diesen Fragen Stellung beziehen würde, aber er hat es getan und seine Meinung wurde offenbar auch unter Juristen nicht als völlig fachfremd belächelt (so wie ihn bspw. die Informatiker belächelt hätten, wenn er etwa einen Artikel über die Vor- und Nachteile unterschiedlicher Computer-Betirebssysteme veröffentlicht hätte, denn davon hätte er höchstwahrscheinlich auch nicht mehr gewußt als ich ...), sondern in den fachlichen Diskurs einbezogen.

Das mag (und darf, selbstmurmelnd!) Herrn Danisch nun stören, weil er alles, was nicht empirisch verifiziert werden kann, als bloßes Geschätz ansieht (und damit auch in weiten Teilen die Juristerei), macht jedoch den Unterschied deutlich, der zwischen einem Herrn Danisch und einem Herrn Habermas bestand und besteht: er ist eben kein Philosoph und sieht daher keine Veranlassung, nach dem alten Sprichwort "Si tacuisses, philosophus mansisses"  —  denn wie sollte er bleiben, was er nie war!  — einfach den Mund zu halten. 

Was bei der Unbedarftheit seiner Frage freilich kein Nachteil gewesen wäre ...
 
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P.S.: ich finde eigentlich die obige Antwort des guten Professors reizend und herzerfrischend humorvoll! Darin "moralisierende Nutzlosigkeit philosophisch[en] Geschwätzes" zu erblicken, käme mir nicht einmal in Stunden großer Gereiztheit in den Sinn ... Und die Antwort veranlaßt mich, Herrn Danisch eine Anekdote aus meiner eigenen Familienhistorie zu spendieren: 
 
Mein Großvater, damals wohl schon pensionierter Schuldirektor und im Nebenberuf Bonvivant (und daher deutlich zu Korpulenz neigend), fragte einmal auf einer Bergwanderung einen des Weges herabkommenden Landwirt, wie lange es noch bis zu XY-Hütte sei. Der Bauer sah ihn abwartend an und zuckte die Schultern. Mein Großvater, in der Meinung, der Bauer habe ihn nicht recht verstanden, wiederholte seine Frage, doch mit keinem besseren Erfolg. Kopfschüttelnd, da offenbar einem Dorftrottel begegnet, machte sich mein Großvater wieder auf den Weg, als ihm das Bäuerlein nach einigen Schritten nachrief: "Ja, wenn S' so langsam hatschen, dann mindestens noch drei Stunden!"
 
Hadmut Danisch wird als empiristisch angehauchter Informatiker, so er überhaupt hier mitliest (was ich nicht annehme), natürlich anmerken, daß die Auskunft des Bauern die brauchbarere Zeitschätzung enthielt als die Antwort des Philosophen. D'accord! Humor verrieten beide  — doch in Bezug auf Poesie hat der Philosoph m.E. die Nase vorne. Und da man Aussichtspunkte eher aus poetischen denn zeitökonomischen Gründen besucht, spielt auch dieser Aspekt durchaus eine Rolle ...
 

Dienstag, 3. März 2026

Bei "Bomben und Kuchen"

von LePenseur 
 
 
... freut sich ein Herr Roger Letsch, der den Blog Unbesorgt betreibt, über die Ermordung von Khamenei und bezeichnet jene, die den Angriff der U.S.A. und Israels auf den Iran (während laufender Verhandlungen) als gavierenden Verstoß gegen das Völkerrecht bezeichnen, als 
"... Kanarienvögel des Status Quo, nur dass sie nicht wie in den Kohleminen vergangener Jahrhunderte von den Stangen fallen."

Welch letzteres er sichtlich zu bedauern scheint. Mit einem Wort: ein Menschenfreund und v.a. Freund von Rechtsgrundsätzen (wie bspw. Treu und Glauben etc.), wie er im Buche steht! In Büchern von Machiavelli & Co., namentlich ...

Er ist offenbar ein Anhänger jener Fraktion, die jede Handlung auf den griffigen Nenner herunterzubrechen vermag:

Warum leckt sich der Hund die Eier? Weil er's kann! 

... na, wenn 
das keine valide Begründung ethischen Handelns ist, was dann?! LePenseur zieht es freilich vor, etwas anderer Meinung zu sein und erlaubte sich daher, dazu einen Leserkommentar bei Unbesorgt zu posten, über dessen vermutlich nicht stattfindende Veröffentlichung er durchaus unbesorgt ist — die wenigsten Alternativmedialen sind geneigt, Kommentare die ihrer Linie widersprechen, zu publizieren ... aber warten wir's doch einfach ab. Sicherheitshalber (man will etwas doch nicht völlig für die Katz resp. Letsch'ens Delete-Button geschrieben haben) auch hier mein Kommentar zum lichtvollen Artikel des Kanarienvogelverächters:

Es ist ja tröstlich, daß den Herrn Letsch der Völkermord der Zionisten in Gaza, in der Westbank und im Libanon ganz viel weniger stört als das Vorgehen der iranischen Führung, die nach westlichen (und daher selbstmurmelnd völlig objektiven und immer wahren!) Medienberichten zehntausende iranische Bürger bei Demonstrationen über den Haufen schießt.

Und ebenso selbstmurmelnd ist das einzige Interesse der edlen USA und der noch edleren Zionisten (KANN es denn etwas noch Edleres geben als diese Edelmenschen, mit Lichtgestalten wie Bibi & Consorten an der Spitze?!) darin gelegen, dem Iran endlich jene demokratischen Freiheiten und rechtsstaatlichen Fundamente zurückzugeben, die die Mullahs der iranischen Bevölkerung mit dem Sturz des Schah-in-Schah ruchlos geraubt haben.

Ja, ja, Herr Letsch, der gute, alte Juvenal wußte schon, was er schrieb als er einst schrieb: "Difficile est saturam non scribere" ... und Sie wissen ihn 100%ig bravourös zu bestätigen. Sowas kann nicht jeder. Chapeau!

Wer unseren Blog kennt, weiß, wie kleinflammig hier die Begeisterung für das Muselmanentum lodert, to put it mildly. Aber noch weniger als irgendwelche Irre, die sich zwecks Dauerdefloration von 72 Jungfrauen unter Mitnahme angeblich Ungläubiger ins Jenseits sprengen, mag LePenseur den Aberwitz jener Zionazis (seien es jüdische, säkulare oder christliche), die glauben, als auserwähltes Herrenvolk ein gottgegebenes Recht zur Beherrschung und Unterwerfung des Nahen Ostens ("vom Euphrat bis zum Nil") zu besitzen. Und zur Herbeirufung eines Messias schnell ein Armageddon auf den Weg bringen wollen (sei's mit oder ohne rote Kühe ohne ein einziges weißes Haar ...). Sorry, nein! Für derlei meschuggene Hirnblähungen habe ich keinen Sensus.

Ich mag schon den Blödsinn, daß "am deutschen Wesen die Welt genesen" möge, nicht leiden. Und ich fand die Hybris, mit der die Briten ihr Rule Britannia als Vorwand zur kolonialen Weltherrschaft mißbrauchten, die im Exzeptionalismus der U.S.A., die sich als Shining City on a Hill gerieren, ihre Fortsetzung fand, einfach zum Kotzen. Denn dahinter steckt immer dieselbe große, infame Heuchelei, die unter dem Vorwand der Hilfe nur dreierlei will: Macht, Befriedigung der Geltungssucht und, last but not least: ordentlichen Reibach.

Kotzstärke 10 auf der nach oben offenen Liebermann-Skala... 
 
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UPDATE 11:11 
vorhin entdeckt und zu unserem gewohnten Satire-Termin veröffentlicht,
denn ernstnehmen kann man Roger Letsch'ens Replik ja nicht wirklich ...
 
Roger Letsch  
Sparen Sie sich diesen Unsinn für Leute auf, die nur zu gern an Hamas-Propaganda glauben! Ich denke doch, Sie waren länger in der Schule als Greta Thunberg. Aber vielleicht war es ja das Todenhöfer-Gymnasium… 
Nun, es wird wenig Sinn haben, einen mit den Zionisten verhaberten Gutachsler darauf hinzuweisen, daß sein naß-forscher Kommentar eigentlich bloß  ihn zur Kenntlichkeit entstellt. Diese Leute sind ja noch stolz darauf, jede Mossad-Aktion und jede Schweinerei der IDF servil zu beklatschen. Nun gut, es muß offenbar auch solche Typen geben. Man muß sich freilich mit ihnen die Finger nicht länger/öfter schmutzig machen, als nötig. Das war's dann halt. 
 
Adieu, Herr Letsch, und träumen Sie weiter süß von Ihrem (und Bibis) Großisrael "vom Euphrat bis zum Nil" ...
  

Donnerstag, 12. Februar 2026

Peter Mandelson: Oh to Be in England Now that Thermidor is Here

von LePenseur
 
 
Unter diesem, ein wenig enigmatisch anmutenden Titel findet sich bei The Libertarian Alliance ein überaus aufschlußreicher, süffisant den absehbar tiefen (aber wohl nicht tödlichen) Absturz eines der raffiniertesten Hintergrund-Spielers der internationalen Politikszene, nämlich von Lord Peter Mandelson, kommentierender Artikel, den man sich genüßlich auf der Zunge zergehen lassen sollte.
 
Thermidor? Nun, abgesehen von ein paar Historikern und historisch Gebildeten (doch wer ist das heute noch ...) kennen die meisten diesen Begriff überhaupt nicht, oder höchstens als Name eines elitären Hummer-Gerichts. Aber der Artikel verweist auf den historischen Begriff doch mit hinreichender Genauigkeit, sodaß auch weniger historisch Gebildete (bzw. Interessierte )seine Bedeutung verstehen können. Eh voilà... der Worte sind genug gewechselt, nun laßt uns den Artikel zitieren!

I remember a joke from the 1990s. It travelled quickly then, because it was economical, and because it did not need explanation.

Q. Why do people hate Peter Mandelson on sight?
A. Because it saves time.

It remains the best summary of the man. He was never likely to be the most loathsome figure in British politics—there is no shortage of serious competition—but he was, and remains, the most conspicuously loathsome. He had the gift of provoking disgust before he had spoken a word, and of confirming it the moment he did. There are men who corrupt quietly, and there are men who make corruption theatrical. Mandelson belonged to the latter class.

His entanglement with the Jeffrey Epstein affair has brought a most gratifying conclusion to a career that should never have begun. This time, it really is final. He may or may not be prosecuted, and he will not be impoverished. Men like Mandelson will never struggle to pay their gas bills. But money was never the main currency he sought. Status mattered more, and respect more still. Both have now been withdrawn, and neither will be returned. He will spend what remains of his life as a frightened and embittered husk, shunned in rooms that once applauded him, tolerated only where his presence cannot be avoided. It is difficult to imagine a more fitting punishment.
(Hier weiterlesen)
Wenn der Artikelautor Marian Halcombe etwa feststellt:
Formal politics is theatre. The real authority lies with the monied interest: a financial oligarchy centred on the City of London and its international extensions. This class does not rule by issuing orders. It rules by setting limits. Within those limits, governments may posture and rotate personnel. Outside them, nothing happens. 
... dann kann man dem einfach nur beipflichten! Nicht
nur für Großbritannien, sondern für so ziemlich alle politischen Systeme der Gegenwart und Vergangenheit, egal wo sie etabliert sind, egal wie vollmundig sie sich selbst beschreiben mögen: die Klasse der Milliardäre und ihrer Bankster zieht die Fäden, an denen die Marionetten zu einem scheinbaren Eigenleben erwachen. Und die Puppen sind in Politik wie Verwaltung zu finden, wobei die "Fäden" vielleicht gar nicht der ganz zutreffende Begriff für die Form der Abhängigkeit der Puppen ist:
Politicians, senior civil servants, media figures, and academic courtiers form a governing class whose task is to administer the country in ways compatible with the needs of finance. They absorb the agenda by osmosis, not instruction, and mistake this absorption for independent judgement.
(Hervorhebung von LePenseur)
 "Osmose" — die geheimnisvolle Kraft, die die (über)lebensnotwendige Feuchtigkeit und die für den Erhalt und das Wachstum eines Baumes gegen alle Schwerkraft bis in die letzten Äste, ja Blätter, zieht: treffendes Bild für das Funktionieren der Abhängigkeitsverhältnisse: tausche "Wohlverhalten" für Karriere ... und die Hände, die einander waschen, halten sich noch (außer in depressiven Stunden der Wahrheit) für "sauber" ...
 
Marian Halcombe stellt die Diagnose ohne falsches Mitleid, kühl und emotionslos:

But the world has changed. China has risen. The Russian war has not gone as planned. [...]

This has forced a reconsideration of tactics. Not of ends — those remain unchanged: global rentier capitalism backed by force — but of means. What is now required is not further dis-integration, but a limited restoration: enough industry to function, enough cohesion to endure, enough legitimacy to stabilise the system.

Statt "rentier capitalism backed by force" hätte er auch einfacher "crony capitalism" schreiben können, aber das wäre vielleicht zu plump, zu plakativ rübergekommen. Denn Halcombe liefert danach seine Definition für den Begriff "Thermidore":
The French call this moment Thermidor: not a counter-revolution, but a retreat from excess; not liberty, but order; not repentance, but consolidation. 
Wer glaubt, daß mit dem Platzen der Epstein-Affaire jetzt "aufgearbeitet" wird, daß der "MAGA"-Moment in der US-Politik den deep state austrocknen wird, ist naiv! Nichts (oder, wenigstens, nicht viel) dergleichen wird geschehen. Der auf den normalen, ordentlichen Menschen lastende Druck wird sich temporär etwas mindern — das vielleicht. Hoffentlich!
 
Aber die Versuche der "Eliten", den Rest der Menschheit (also die 99,9% deplorables laut dieser Killary, die für ihre Taten wohl hernieden auch nie zur Verantwortung gezogen werden dürfte) unterzubuttern, werden weitergehen. Mit der Opferung einiger Sündenböcke, wobei selbst die "Opferung" nur symbolisch ausfallen dürfte.
 
Der frühere österreichische Wirtschaftsminister Robert Graf, den (trotz seiner allseits gerühmten Konzilianz in Verhandlungen und des geschätzten Wortwitzes seiner Parlamentsreden) seine politischen Gegner so wie seine eigenen "Parteifreunde" wegen einer früheren Berufstätigkeit zuweilen als "burgenländischen Hendlbrater" *) zu desavouieren wußten, meinte einmal:
 
Wer in der Politik einen Freund sucht, sollte sich einen Hund anschaffen.
 
Ich kenne wenig wahrere Worte; und das nicht
nur für die Politik, sondern ebenso für die in erschreckender Akzeleration mehr und mehr entartende westliche Gesellschaft ...
 
-----
 
*) Für unsere Piefkes: 

Die "Burgenländer"  und die über sie gerissenen Witze sind das österreichische Pendant zu den Ostfriesen(-witzen) der Föderalgermanen. 

Ein "Hendl" = Huhn, daher "Hendlbrater" abwertend für: Imbißstubenbetreiber, (kleiner) Gastwirt.
 

Mittwoch, 4. Februar 2026

Eier beweisen

von Manfred Müller
 
 
Gestriger Internetfund beim Blog „Die Anmerkung“ — perfekt passend zur gerade aktuellen Faschingszeit:
menschenwürdige Hodensackinspektion
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius reagiert auf die Sorgen junger Männer vor dem „Eierkontrollgriff“ bei der Musterung. Es werde menschen-würdig ablaufen, verspricht er.
Menschenwürdig funktioniert das nur unter Zuhilfenahme versierter Frauen. Versprochen.

Dazu stellen sich zwei Fragen:

1. an Pistorius: was versteht so ein geeichter Sozen-Apparatschik wie er von Menschenwürde?

2. an Die Anmerkung: „Versierte Frauen“? Darf auch eine „Frau“ Oberstlt Anastasia Biefang Hand anlegen? Die seinerzeit im Interview der Dragqueen „Parka“ wörtlich erklärte: „Ich lasse mich gern vögeln in Darkrooms.“ Sichtlich belustigte Rückfrage der moderierenden Dragqueen: „Du läßt dich gerne durchbumsen?“ Biefang: „Ja, warum nicht, ne?“

Menschenwürdig, eben... 
 

Mittwoch, 28. Januar 2026

Nicht immer ist Professore Silvae

von LePenseur
 
 
....  so uneingeschränkt zuzustimmen wie bei seinem lesenswerten Artikel vom letzten Sonntag, über Grönland:

  Müssen die Bewohner des kleinen Kaffs Grönland in Schleswig-Holstein jetzt Angst vor Donald Trump haben? Wahrscheinlich weiß er nicht, wo dieses Grönland liegt. Er verwechselt ja ständig Orte und  Länder. Letztens redete er von Island, meinte aber wohl Grönland. Viele Amerikaner haben Schwierigkeiten mit dem Lesen von Landkarten.
Vor Jahrzehnten haben die Amerikaner bei einem militä-rischen Planspiel Kiel statt Kiew bombardiert, ist ja so ähnlich. 

(Hier weiterlesen)

Ja, ja, die Amis und die Geographie ... ... Vor ca. vierzig Jahren las ich in einem Artikel, daß bei Tests unter College-Studenten die Aufgabe, auf einer Weltkarte anzukreuzen wo die USA lägen, eine deutliche Mehrheit für die recht markante Ausbuchtung Südamerikas votierte, wo allerdings — Brasilien liegt. Und, weitere Testfrage, in Lateinamerika würde — eh klar! — vorwiegend Latein gesprochen. Studenten aus Florida oder Georgia gaben bei der Frage nach ihrer geographischen Herkunft South America an usw. ...
 
Wer über die Walfängerei und Fischerei norddeutscher Seefahrer Wissenswertes  erfahren möchte, wird von Professore Silvae auf unterhaltsame Weise darüber (und manch anderes) informiert. Besonders ansprechend ist freilich der Schluß des Artikels mit einem hübschen, AI-generierten Bild, das The Donald postete und das ich daher den geneigten Lesern in voller Größe präsentieren möchte:
 

Professore Silvae schreibt dazu:
Über Grönland weiß Donald Trump, der das Land haben möchte, weil da nur russische und chinesische Schiffe drumherumfahren, nicht sehr viel. Eigentlich gar nix. Das hat er gerade wieder bewiesen, als er dieses AI generierte Bild postete. Donald, mal ganz langsam zum Mitschreiben: es gibt in Grönland keine Pinguine. Das Bild enthält aber auch eine Hoffnung in sich: der kleine Kerl mit der amerikanischen Flagge hat den Donald ganz fest an die Hand genommen. Und jetzt geht er mit ihm immer weiter. Bis in die Antarktis. Und verabschiedet sich dort höflich von ihm. Von da unten kommt Trump nie zurück.
Hoffen wird man ja dürfen ... 
 

Dienstag, 27. Januar 2026

Extreme Situationen mit Kinderbanden in Deutschland

von Helmut
 
 
Diese Meldung war der Ausschlag für verschiedene Kommentare im Gelben Forum:

https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2026/polizei-hilflos-migrantische-kinderbande-terrorisiert-leipzig/

Wir haben persönlich unsere Erfahrungen gesammelt, als wir zu Besuch in Antwerpen waren. Da hat uns ein Jugendlicher in gewissem Abstand verfolgt, und der Junge hatte eine etwas gebräunte Hautfarbe. Klar habe ich das bemerkt und habe mich in einem Hausflur versteckt, und als der Junge daran vorbeikam, habe ich ihn direkt mit einer rumänischen Ansprache erschreckt.

Meine Frau hatte da eine feinere Art und Weise, dem Jungen die Informationen zu entlocken. Dadurch habe ich das in Erfahrung bringen können, wie das bei den organisierten Zigeunerclans funktioniert, im Pyramidensystem. Klar haben die Kinder unter 14 Jahren keine Angst, denn sie sind nicht strafmündig und werden nach jeder Vernehmung bei der Polizei wieder nach Hause geschickt, wo immer das auch sein mag.

Aber die Spitze der Clans in Rumänien leben in Saus und Braus, wie man das auch aus den „armseligen Häusern“ in einem Dorf im Süden Rumäniens ersehen kann, wo nur die Chefs der Clans wohnen. Kein einziger Bunker liegt im Anschaffungswert dort unter 1 Million Euro:



Inwieweit diese Kinderbanden in Leipzig genauso organisiert sind, dass ihre Clans davon profitieren, entzieht sich meiner Kenntnis. Aber ich bin dabei so gut wie sicher, dass die Kinder selbst kaum etwas von den erbeuteten Werten behalten dürfen.

Was mir imponiert, das ist die analysierende Auflistung von „Brutus“ aus dem Gelben Forum, denn er hat folgendes geschrieben:
Zerstörung von Innen, Recht auf Bildung - kaputt!

1.) hab mit Einem aus dem "Umfeld" gesprochen. Der behauptet (was ich immer noch nicht verstehe) dass das Alter völlig belanglos ist, auch nach Strafmündigkeit ändert sich Nullkommanull!
Usus:
Der wirkliche Kriminelle, der also "vorn dran und was riskiert", geht nicht in den Knast." Der hat seine Stellvertreter die für ihn einsitzen. Jeder im Clan hat seine "Spezialität" der eine kann gut Strafen absitzen der andere kann gut straffällig werden.
Verstehe immer noch nicht, wie das dann mit den Fingerabdrücken funktioniert (Passabgleich).
Oder ist es denen bei Gericht und im Gefängnis vielleicht egal, wer einsitzt, Hauptsache Einer?
 
2.) Logisch sieht die Bevölkerung hier nicht nur zu, sondern denkt natürlich weiter. Dies i.d.R. schneller und weitgreifender, als man es sich von hier aus überlegen kann.
Regel:
Was Du nicht besiegen kannst (Clans) mit dem verbünde Dich. Zumal der Bürger die sowieso nicht besiegen muss, sondern eben die Polizei in seinem Auftrag. Wenn die also sagt, ich mach nichts, dann bleibt nur die "Verbindung".
Weshalb die 11-Jährigen logischerweise angefüttert werden und derjenige den Reibach macht, der sie am besten angefüttert hat. Das ist etliche Male auch schon in Hollywood gezeigt worden.
Die Polizei hat gar kein Interesse alle rauszuziehen, weil die braucht "interne" Informanten. Haftverschonung, wenn das Vögelchen singt, und das regelmäßig und das "auf dem kleinen Dienstweg".
Ergo werden diese Gruppen hochoffiziell NIE WIEDER VERSCHWINDEN!
Ziel: Die Verrohung der Gesellschaft.
Hatten wir letztlich nicht erst etwas von "gatet communities"? Teure bewachte Immos? Fragt die jemand nach, wenn die Gesellschaft etwa nicht verroht ist?

3.) haben die Kinder doch Eltern. Die sind also hochoffiziell aus einem Drittland, weil‘s hier so schön ist, her-migriert. Mit den ungeschorenen Gören zerstören sie das, was ihnen Schutz bot (Ast absägen auf dem man sitzt)
Was treibt die Eltern an, das widerstandslos geschehen zu lassen? Etwa die Absicht hier alsbald, wenn alles kurz und klein zerhackt ist, wieder abzuhauen? Wo lassen sich denn die toten Syrer (u.v.m.) beerdigen, etwa in Deutschland oder in der Heimat?
Auch Türken leben hier vielmehr als das über Grabsteine hierzulande zu Ausdruck käme. Wenn die Eltern also hier nur auf Durchreise sind, ok, aber wenn nicht, wieso lassen sie es geschehen?
Ist ja ihre Brut.
 
4.) Das Desinteresse des Jugendamtes sehr verwunderlich. Die sind SEHR WOHL zuständig, also Strafmündigkeit hin oder her! Und das selten im Einklang mit den Elternhäusern.
 
5.) Arbeitskräfte billig in Deutschland: Ehemalige Überlegungen wegen Produktionskosten ins Ausland zu gehen werden obsolet, wenn die Arbeiter alle im Knast hierzulande sitzen.
Billigen Knastis im Schrottjobs benötigen in ihrer Biographie eine vorausgehende kriminelle Vergangenheit. Wer soll sonst auch die AKW sauber machen?
Ich hab so 'ne Ahnung, dass der 11 Jährige viel schneller mit nem Lambo fix fahren und sein Eigen nennen wird als auch nur einer seiner ihm nachstellenden Polizisten auch nur einen Lambo auch nur einen Tag lang ausleihen kann oder wird.
Sind Polizisten demzufolge nur noch Idealisten?
Genau wie in der anderen Simulation, dem anderen eigentlichen Somalia. Als nächstes werden sie noch vor unserer Küste Raubfischerei betreiben, die "befreundeten "Nachbarländer!
Weils so gewollt ist. Chaos herstellen und sich alsdann als "Retter" zelebrieren lassen - wer war das gleich? Das kann man doch sicher auch wo nachlesen...
 
6.) 7.) 8.) 9.)
Wo gehen diese "Schätzchen" eigentlich zur Schule? Die werden garantiert hier nicht leben, ohne zur Schule gehen zu müssen also gehen sie.
In einer öffentlichen, na klar keiner privaten!
Demzufolge werden die Restdeutsch-Eltern ums Haus was machen? Eigene Kinder in die Privatschulen flüchten lassen. Weil in die Messerstecherschulen kannste die Kinder ja ernsthaft nicht mehr bringen.
Demzufolge steckt hier drin sogar die Abschaffung des Rechts auf Bildung - auch dafür zahlen wir Steuern! Wenn aber die Eltern ihre Kinder wegen Unzumutbarkeit nicht mehr auf die steuer-finanzierten Schulen bringen können, sind diese Einrichtungen
obsolet, zu gewalttätigen Ausländertagesunterkünften umfunktioniert.
Ist nicht so?
Dem Volk wird Geld geraubt und davon Einrichtungen bezahlt die sich gegen dieses Volk selbst richten, und das sieht keiner?
Ich hörte von Schülern die sich neuerdings über dauerpräsente Polizisten vor ihrer (öffentlichen) Schule aufregen, weil die Polizisten inständig ihre Fahrräder kontrollieren und Mängel aufschreiben.
Wegen der Fahrräder sind die nicht dort. Die tun nur so! Seid froh, dass sie da sind. So sehr geht dem System schon der Arsch auf Grundeis! Schulen unter polizeilicher Dauerüberwachung.
 
Aber noch was bei der Gelegenheit. Es tut sich was in einer anderen Richtung oder gehört das vielleicht zusammen? Der Teufel zu Besuch in den Klassenzimmern.
Der Teufel steht also neuerdings bei spontan ausgefallenen Stunden vor der Schülerschaft, so auch bei dem Schüler, der erzählte. Es mutet sogar an, dass die Stunde "ausgefallen wurde". Wie ist der Teufel? Scheißfreundlich!
Und wie kommt er rein, in die Schule?
Als inoffizieller Mitarbeiter der Bundeswehr (oder angegliederter Dienste). Scheißfreundlich also steht er vorn und moderiert eine Stunde "lasst uns doch bisschen über aktuelle Themen plaudern..."
[...]
Wehrpflicht - wie seht ihr das, wenn das morgen so käme? Jungs würden zu 25% hingehen, Mädchen zu 100%!
Die strecken also die Fühler raus, inwieweit die Plakatwerbung in den Städten so wirkt! Die wollen unsere Kinder also in den Krieg schicken. Die (deutschen) Mädchen stimmen zu 100% zu! Die ausländischen Mädchen enthalten sich der Stimme!
Protokoll einer untergehenden (Rest-) Volksgemeinschaft. So fühlt sich die totale Niederlage an!
Mein Antwortkommentar darauf bezog sich auf einen Reel, der schon vor einiger Zeit gemacht wurde, vermutlich vor der letzten Bundestagswahl in Deutschland. Klar stelle ich mir die Frage, was sich nach dieser Veröffentlichung verändert oder gar gebessert hat, und ich bin zum Schluss gekommen: gar nichts!
 

Samstag, 24. Januar 2026

„Er spielt den Putin“

von LePenseur
 
 
... meinte der Denker und Dichter Jan Deichmohle auf seiner Website in Bezug auf Grönland über Adolf Trumpler a.k.a. The Donald a.k.a. The Orange Man in einem lesenswerten Artikel, in dem allerdings der hier als Titelzeile zitiere Satz befremdet. LePenseur hat sich daher erlaubt, folgenden Leserkommentar beim Kollegen Deichmohle zu posten, den dieser freilich bis dato nicht der Mühe wert befunden hat, zu veröffentlichen — nun: es ist sein Blog, also kann er es damit halten, wie er er es für richtig befindet! Ich will diesen Kommentar allerdings auch nicht völlig „für die Katz“ geschrieben haben, deshalb veröffentliche ich ihn hier:
 

Sehr geehrter Herr Deichmohle,

„Einzige rote Linie: Er will gegen Recht und NATO-Vertrag Grönland haben. Er spielt den Putin.“

Erster Satz stimmt. Der zweite hingegen nicht, denn Sie belieben, hier die sprichwörtlichen Äpfel mit Birnen zu vergleichen!

Mir ist nämlich noch nie zu Ohren gekommen, daß die grönländische oder dänische Regierung jemals eine englischsprachige, sich als Angloamerikaner fühlende Minderheit in Grönland unterdrückt und ihr den Gebrauch der englischen/amerikanischen Sprache faktisch verboten hätte.

Mir ist auch nicht bekannt, daß in Grönland oder Dänemark nach dem verfassungswidrigen Sturz des Staatsoberhauptes eine nationalistische Regierung die Macht ergriffen hätte, was dazu führte, daß die (im Gegensatz zum Donbas allerdings tatsächlich nicht existenten) englischsprachigen Minderheitsgebiete sich dieser Putschregierung nicht unterstellen wollten und von dieser deshalb jahrelang mit bombardiert wurden, was eine Menge ziviler Opfer kostete.

Auch fällt mir keine blondbezopfte grönländische bzw. dänische Spitzenpolitikerin ein, die öffentlich gefordert hätte, Washington durch Atombomben zu vernichten und überhaupt die US-Amerikaner am besten auszurotten.

Mir wäre weiters völlig neu, daß besagte – so sie existiert hätten – Minderheitsgebiete die USA jemals ersucht hätten, sie völkerrechtlich als Staat anzuerkennen sowie um Aufnahme als Gliedstaat in die USA ersucht hätten.

Die Formulierung „Er spielt den Putin“ ist daher völlig verfehlt, vielmehr könnten sich die Grönländer und Dänen von Trump nur WÜNSCHEN, daß er „den Putin spielt“ – denn dann hätte er nämlich diesen ganzen derzeitigen Wahnsinn nie angezettelt!
 

Mittwoch, 21. Januar 2026

Nach einigen Jahren Pause

von LePenseur
 
 
... ist gestern der mir schon als erloschen vorkommende Blog Superpelliceum wieder aktiv geworden (wenn auch nur mit einer kleinen "Eruption" ...), was mich dazu veranlaßte kurz nachzusehen, wann (und worüber) eigentlich das vorherige Posting war. Eh voilà ... hier ist es:

Zwischen den ganzen "Influenza" (Monika Gruber)- Videos und sonstigen Unnötigkeiten findet sich eine Perle aus dem Archiv des ZDF: Eine Reportage plus Pfingstgottesdienst aus dem Jahre 1973. Gemacht hat den Film Werner Kaltefleiter, gefilmt wurde in der notorischen Pfarrei St. Ludwig in Ibbenbüren. Die Kirche ist frisch ausgeräumt und weiß gefliest, die japanische Flagge in der Apsis ist frisch gemalt, die liturgischen Tänzerinnen noch in der Blüte ihrer Jahre, in den intellektuell hochmögenden Gesprächskreisen wird noch gequalmt und gesoffen. Alles hat noch den Duft des Aufbruchs, der Fortschritts, der allgemeinen Wichtigkeit.

Es gäbe viel zu schreiben, was der Film alles an Erinnerungen an die eigene Kindheit auslöst, dieses Lebensgefühl in den 1970ern. Vielleicht dazu an anderer Stelle demnächst etwas mehr. Was aber den Film besonders auszeichnet ist die strenge Freudlosigkeit, die Humorlosigkeit, die sich zuvörderst aus der allgemeinen Wichtigkeit des Gemeindekaders speist.
Lesen ist gut, weiterlesen noch besser ... aber den im Artikel vom 13. August 2022 am Ende zu findenden nackten Link auf die ZDF Pfingstmesse 1973 aus Ibbenbüren will ich "embedden", damit sich keine falsche "Hemmschwelle" aufbaut, ihn anzuklicken – obwohl Kollege Laurentius Rhenanius, der den besagten Blog zum Glück (wieder-) betreibt, dem Link die herbe Mahnung vorausschickt:
Wer die Nerven für eine Zeitreise hat,
https ... 
Ich denk' mir: wer den LePenseur-Blog liest, der muß gute Nerven haben, sogar für die Zeitreise ins Jahr 1973 ...
 
 
Die Bild- und Tonqualität ist überschaubar gut ... naja, 1973 halt. Aber was den Film zum Genuß macht, ist genau das, was Kollege Laurentius Rhenanius im Artikel so trefflich beschrieb:
Alles ist gewichtig, ernst, (un)tief bzw. pseudotief. Alle wollen  mit von der Partie sein, keiner will als altmoderner Provinzdödel gelten. Es ist wie die Parole "alles ist politisch" der Linken in kirchlicher Ausprägung, Zeitgeist (viel aus der Zeit, wenig Geist), und kommt genauso spießig daher wie der ostdeutsche Sozialismus! Der Pfarrer als Revolutionsführer im Kollektiv der Kirchentätigen.
Nur beim folgenden Satz weiß ich nicht, ob ich ihn unterschreiben kann:
Es ist alles, nur nicht katholisch!
Nun ist LePenseur selbst wohl nicht katholisch genug, um derlei Urteile
fällen zu dürfen (und noch dazu ausgetreten, von den ketzerischen Ansichten über alles mögliche gar nicht zu sprechen!) ... aber: er entsinnt sich diverser Messen in weitaus rezenteren Jahren als 1973, die ihm gleich verkrampft-scheußlich-verlogen vorkamen und dennoch unter dem Titel "katholischer Gottesdienst" gehalten wurden (aber vielleicht waren auch die alles, nur nicht ...)
 
Wie auch immer: ein echtes Zeitdokument! Der Regisseur kann stolz sagen: Exegi Monumentum aere perennius!Und LePenseur nimmt den Satz des geschätzten Kollegen:
Der Pfarrer als Revolutionsführer im Kollektiv der Kirchentätigen.
mit herzlichem Dank in seine Sammlung "merk-würdiger"
Sätze auf. Und mit dem Video die derzeit dringlich benötigte Tröstung: wenn derlei peinlicher Unfug innert weniger Jahrzehnte "versungen und vertan" ist, dann sind es auch hoffentlich die Peinlichkeiten unserer Zeit in einigen Dekaden ... wenn man kopfschüttelnd von 365+ Facebook-Geschlechtern liest, oder anderen Jux, den unsere Obertanen sich so zur Ablenkung der misera plebs ausdenken ...
 

Donnerstag, 1. Januar 2026

Aktuelles aus der Geopolitik

von LePenseur
 
 
Da Kollege kennerderlage sich auf Urlaub befindet, hier ein kurzes Rauchzeichen aus meinem Urlaub mit ein paar Links zu interessanten Videos über die aktuellen Konflikte:
 
 
 
 
  
 

Montag, 8. Dezember 2025

Eine berechtigte (wenn auch etwas unappetitliche) Frage

von LePenseur
 
 
... stellte vor ein paar Tagen ein geschätzter Blogger-Kollege auf seinem Blog Die Anmerkung:
 
 
 Und wie.
 

Dienstag, 4. November 2025

Statistik ohne Hintergrund ist wertlos

von LePenseur
 
 
Der Blog "Not PC" verkündet vollmundig:
 
"Capitalism created Poland's miracle, and socialism created Venezuela's catastrophe."
 
und hinterlegt diese Behauptung mit einer, wie man glaubt, 100% aussagekräftigen Graphik des BIP pro Kopf:
 

Na, da sieht man's doch: Polen seinerzeit sozialistisch — ein Armenhaus gegenüber Venezuela. Dieses, jetzt sozialistisch, ist gegenüber dem nun kapitalistischen Polen völlig verarmt. Eindeutiger geht nimmer! Wirklich? 
 
Nun wird keiner, der den alten LePenseur kennt, glauben, daß dieser auf einmal eine Liebe zum Sozialismus entwickelt hat ... allerdings mag LePenseur etwas noch weniger als Sozialismus: nämlich weltanschauliche Heuchelei und Propaganda! Denn die augenfällige Graphik unterschlägt halt kitzekleine Kleinigkeiten — zwei geradezu alles entscheidende Faktoren für diese so disparaten Entwicklungen:
 
1. Sanktionen gegen Venezuela 
The U.S. has imposed sanctions on Venezuela since 2005, targeting individuals and entities linked to corruption and human rights abuses. Key events include the expansion of sanctions during the Maduro administration in 2017, additional sanctions in 2019 amid the presidential crisis, and temporary sanctions relief in 2023, which was later reinstated in 2024 due to unmet political conditions. 
Na, sieh mal einer an ... rein zufällig beginnt Venezuelas BIP-Entwicklung ab 2006 zu stagnieren und stürzt mit immer weiteren, umfassenderen Sanktionen, an denen nun nicht nur die USA, sondern ab 2017 auch die EU-Staaten beteiligt sind, in den Abgrund. Aber so ein Zufall auch! Wer hätte das gedacht ... und diese für die in Wall Street, Londoner City und Frankfurt sitzenden "interessierten Kreise" höchst willkommene, für Venezuela und seine Bevölkerung allerdings — tja, ein Kollateralschaden, shit happens ... — katastrophale Entwicklung war auch die Inspirationsquelle der Sanktionen gegen Rußland, nur daß es halt dort nicht so recht geklappt hat ...
 
2. EU-Förderungen für Polen
 
Na ... was liest man da bei getsix.de für die Zeit ab 2014? (wer für die Zeit davor genauer recherchieren will — Informationen werden dankend entgegengenommen!):
Zwischen 2007 und 2020 wird Polen der größte Empfänger von EU-Mitteln sein

Obwohl der EU-Haushalt für 2014-2020 im Allgemeinen kleiner ist als der vorherige, wird Polen fast 4 Milliarden Euro erhalten, mehr als im derzeitigen Finanzrahmen 2007-2013

Diese Mittel werden unter anderem in folgenden Bereichen investiert:

  • Wissenschaftliche Forschung und ihre Kommerzialisierung;
  • Die wichtigsten Straßenverbindungen (Autobahnen und Schnellstraßen);
  • Geschäftsentwicklung;
  • Umweltfreundlicher Verkehr (Bahn und öffentlicher Verkehr);
  • Digitalisierung des Landes (Breitband-Internetzugang und E-Government-Dienste);
  • Die Einbeziehung von sozialer und beruflicher Tätigkeit;

Zwischen 2014 und 2020 wird Polen 105,8 Milliarden Euro aus dem EU-Haushalt erhalten – 72,9 Milliarden Euro für die Kohäsionspolitik und 28,5 Milliarden Euro für die Agrarpolitik.

Ach ja ... wie "kapitalistisch" ist es denn eigentlich, wenn ein Staat für seine Wirtschaft üppige Förderungen erhält? Nur so mal aus Interesse gefragt? Und wie sehr ist es ein Symptom des Sozialismus, wenn eine von (insbes. Erdöl-)Exporten abhängige Nation durch Sanktionen (weil den USA die dortige Regierung nicht paßt) in den Ruin getrieben wird?

Nun ja, liebe Kollegen von den "Young Americans for Liberty" (nur eine kurze Frage, wenn's gestattet ist: wer finanziert euch eigentlich...?), von euch stammt ja dieser obige markige Satz vom überaus segensreichen Kapitalismus in Polen und dem genauen Gegenteil in Venezuela (offenbar mit der "Moral" von der Geschicht', daß man so ein Land ruhig zwecks mehr "Liberty" angreifen und dessen Regierung stürzen darf, weil man's kann, na, eh klar ... haben die USA immer schon so gemacht) — was denkt ihr euch eigentlich bei solchen Propagandasprüchen? Denkt ihr, daß ihr damit einfach durchkommt?
 
Blöd ist halt nur, wenn einer ganz kurz mal nachrecherchiert. Aber das steht eh nur auf einem unwichtigen Blog aus Europa, noch dazu auf Deutsch, das liest ohnehin keiner ...
 
-----
 
P.S.: wenn sich einer in den letzten Wochen, Monaten und Jahren gefragt haben sollte: "Was findet dieser LePenseur eigentlich so zum Kotzen bei den Amis und ihrer Weltherrschaft?" ... dann findet er, wenn er lesen kann, in diesem Artikel die Antwort. Und die lautet: "Die Arroganz der Macht" und "Die Heuchelei".
 
Zwei Dinge, die LePenseur nie leiden konnte ... und gegen die er anschreiben wird, solange er es kann (und, wie man vermutlich hinzufügen muß: noch darf).
 

Sonntag, 2. November 2025

Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um

von LePenseur
 
 
... so lautet bekanntlich ein altes Sprichwort. Es ist vielleicht ein bisserl unorthodox, aber doch passend, am Allerseelentag über unschöne Todesarten zu sprechen, die Menschen aus Blödheit und Selbstüberschätzung erleiden können. Und die sie vermeiden könnten, wenn sie sich anders verhielten. Hadmut Danisch hat dazu einen leicht polemischen, aber treffenden Artikel verfaßt:
Sie dachten bis zuletzt, sie würden fotografiert …
 
Kennt Ihr den blöden rassistischen Witz, der auf „ … dachte bis zuletzt, er wird fotografiert.“ endet? Den beim Großwildjäger mit den Trophäen aus Afrika?

Ein Thema in meinen Sicherheitsschulungen war immer, dass wir in zu guten Zeiten aufgewachsen sind und Gefahr nur noch aus dem Fernsehen kennen, deshalb keine Fluchtreflex entwickelt haben. Genauer gesagt, die Mustererkennung nicht auf Muster trainiert haben, die uns wirklich gefährlich werden können und deshalb nicht mehr Angst bekommen und davonlaufen, sondern das Handy ziehen und ein Video aufnehmen. In vielen asiatischen Hochhäusern hängen längst Schilder, die darüber belehren, dass man im Brandfalle erst rausrennen und dann erst von außen, in Sicherheit, über den Brand twittern solle. Kein Witz, das ist ernst.

Wir haben nicht nur das Problem, dass es uns zu gut geht und wir in Wohlstand und Sicherheit aufgewachsen sind, jemand wie ich nie Hunger, Krieg, große Naturkatastrophen erlitten hat, erst neuerdings das „Stadtbild“. Wir sind auch noch durch Dauerfeuer von Filmen, Videos, Hollywood darauf abgerichtet, jede Gefahr für einen Witz zu halten wie Bruce Wills in Die Hard oder Rambo in Afghanistan. Und jeder muss „cool“ sein. Videospiele kommen noch obendrauf. Wer Angst zeigt, gilt als Versager und wird ausgelacht. 
„Der Mensch hat dreierlei Wege, klug zu handeln: durch Nachdenken ist der edelste, durch Nachahmen der einfachste, durch Erfahrung der bitterste“, sagte Konfuzius. Da heute fast keiner nachdenkt und auch nur wenige nachahmen wollen, müssen sie durch Erfahrung lernen. Und das kann bis zur bittersten gehen: bis zum Tod.
 

Freitag, 31. Oktober 2025

Da immer wieder Kommentare hereinkommen

von LePenseur
 
 
 ... die aus Unwissenheit (an die ich freilich nur in seltensten Fällen glaube!) oder — mir weitaus wahr-scheinlicher vorkommend — aus der polemischen Absicht heraus, den Begriff "libertär" zu diskreditieren und auf Dauer negativ zu konnotieren, aus jedem nur erdenklichen Anlaß höhnisch "die Libertären" für Dinge verantwortlich machen nzw. ihnen ideologisch andichten, die mit dem, was als "Libertarismus" bezeichnet werden kann, nicht das geringste zu tun haben!

In einem Aufwaschen wird dann oft auch gleich Trump als "libertär" bezeichnet, was er mit Sicherheit nicht ist, um auf diese Weise zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Ich erlaube mir zu diesen beiden Themen einen hervorragenden Artikel unseres Kollegen Friedrich Dominikus zu Lektüre zu empfehlen:
Um es festzuhalten: über Trump
 
Ich führe den Blog aus mehreren Gründen, einer der zentralsten: Minimierung des Staates, selbstverständlich (auch) weltweit. Somit ist es natürlich wichtig, auch die USA und deren obersten „Indianer“ zu behandeln. In diesem Blog ist auch Trump ein wiederkehrendes Thema: 
https://www.q-software-solutions.de/blog/?s=Trump

Hier ein Eintrag von vor der ersten Wahl:
https://www.q-software-solutions.de/blog/2016/11/well-well-well/?highlight=Trump 
 
Und hier meine sehr frühe Meinung:
https://www.q-software-solutions.de/blog/2017/05/meine-meinung-zu-trump/?highlight=Trump

Zitat: „Weil das geht, nimmt natürlich die Politik Einfluss auf die Justiz. Das ist einfach falsch. Auch sollte sich ein Präsident, was Gesetzesvorstöße angeht, eigentlich zurückhalten. Was aber die Leute auch wieder nicht gut fänden, weil dann der Präsident nichts macht. Alles ändert aber am Fakt nichts, daß es eben keine Gewalttrennung gibt.
(Hier weiterlesen)
Der Artikel datiert zwar von Jänner 2025, hat aber nicht an Aktualität und Zutreffen verloren! Die Lektüre lohnt sich!

Freitag, 26. September 2025

Genial auf den Punkt gebracht

von LePenseur
 
 
... hat Hadmut Danisch die Hirnverbranntheit junger Grüner:
 
Alte Weiße Männer verbrennen
Hadmut
25.9.2025 18:22

Aktuelles von der Grünen Jugend. Und Bagger wollen sie auch niederbrennen.

Die halten sich für die Demokratischen, Rechtsstaatlichen.

Wovon die mal leben wollen, sagen sie nicht. Für die Frauen bliebe noch Prostitution. Aber was machen dann junge weiße Männer?

Wovon die leben wollen, ist eigentlich klar: von uns, von unseren Steuern! Wovon allerdings, wenn "dank" Energiewende, Rußlandsanktionen & "Militärbudget 5% BIP" dieser warme Subventionsregen versiegt, das dürften sich die Grünen tatsächlich noch nicht so recht überlegt haben. Trampolina & Consortinnen haben ja (s.o.) noch die Möglichkeit, auf horizontale Weise nicht nur wie früher ihre Karriere zu fördern, sondern die nötige Knete für ihre Wohnung und ihr Grünfutter zu beschaffen.

Aber daß die Grün-Männchen sich als Strichjungen verdingen, wird sicher dem einen oder anderen nicht so recht schmecken. Aber da müssen sie halt durch ...