Während man anfangs
geglaubt hat, dass diese Proteste in Deutschland eine reine Bauernsache sind
und das die anderen EU-Länder gar nicht betrifft, sieht das mittlerweile anders aus. Es fängt
an, sich zum europäischen Flächenbrand auszubreiten. Zumindest verdichtet sich
bei mir der Eindruck, hoffentlich sind das nicht nur Wunschgedanken.
Schauen wir mal auf Rumänien:
Nachdem meine
Pfeilspitzen zur derzeit gefährlichsten Oppositionspartei (heißt AUR, so etwas
wie die AfD Rumäniens) offensichtlich gut gelandet sind, gab's von denen auch
Reaktionen. Mit Pfeilspitzen meine ich, dass ich die Rumänen in den sozialen
Netzwerken wegen ihrer Lahmarschigkeit verhöhnt habe und denen die Filme mit
übersetztem Text von der Sache mit Habeck und seiner Fährankunft aus dem
Weihnachtsurlaub gezeigt habe.
Die Partei hat das
aufgegriffen und das landesweit verbreitet, und der Erfolg hat sich in ganz
kurzer Zeit eingestellt: Die Bauern haben sich auf ihre Traktoren geschwungen
und sind losgetigert. Hier sinds keine Treibstoffsubventionen oder sonst was,
hier gehts um die Sch.Politik der EU, die von den rumänischen
Regierungsschergen umgesetzt wird.
Konkret:
Die Rumänen müssen die ukrainischen Agrarlieferungen ins Land lassen, die ihr
Korn zum Dumpingpreis im Land verhökern. Das bewirkt einen totalen Preisverfall
und die Bauern haben dieses Jahr zum Nulltarif geerntet, besser gesagt ohne
Gewinn. Manche sind sogar ins Minus gerutscht.
Betrifft mich
genauso und ich bin deshalb schon stinksauer auf die Ukrainer. Wenn man nicht
gerade ein paar m² Ackerland hat, sondern eine ganze Menge, dann merkt man das.
Ich habe alles verpachtet, und der Pachtzins orientiert sich nach dem
Getreidepreis - traditionell in Rumänien. Für 2022 hatte ich noch mehr als 20%
mehr bekommen, als die Norm war, aufgrund der guten Preise, dieses Mal bin ich
unter die Norm gefallen. Und das sind für mich etwas mehr als 2,50 €.
Nun ein Video von
Tg. Mures und von der Blockierung der Grenze durch die Bauern in Nadlac, weiter
im Kreis Timis (Banat), Constanta, Galati, etc. Es erstreckt sich also über das
ganze Land mit verschiedenen Schwerpunkten, nicht mit tausenden von Traktoren,
aber mit hunderten:
https://www.facebook.com/reel/792853822604382
https://www.facebook.com/reel/332044276365328
Und dieses Video
ist von heute, wo die Bauern durch die Kreisstadt Hermannstadt in Siebenbürgen
fahren:
https://www.facebook.com/watch?v=1171451967149673
Das Staatsfernsehen
schweigt dazu, war ja nicht anders zu erwarten, aber die Leute werden über
Internet informiert.
https://www.facebook.com/reel/7035066409905713
https://www.facebook.com/reel/3803659653204907
https://www.facebook.com/reel/1313799359336988
https://www.facebook.com/reel/3603379956595374
Schaun ma mal weiter auf Frankreich:
https://www.facebook.com/reel/336880302605989
https://www.facebook.com/reel/6922627131186423
https://www.facebook.com/reel/308644755211235
https://www.facebook.com/watch/?ref=saved&v=769650665176062
Bin mal gespannt,
wann es auch in anderen Ländern anfangt, zu gären, und vor allem, wo. In
Österreich sicher nicht, weil da steht ja alles zum Besten!
Für mich, als ein
nicht mehr in Österreich Lebender, steht's nicht zum Besten. Ich bin froh, wenn
ich im Frühjahr unser Häusel verkauft habe und einen Strich unter meine alte
Heimat ziehen kann. Denn was ich im
Zusammenhang mit der „Auf-Vordermann-Bringung“ mit dem Haus erleben muss, das
spottet jeder Beschreibung und widert mich nur noch an.
Vorschriften,
Gesetzesänderungen, die in die tausende von Euro gehen und gegen die man sich
nicht wehren kann, - ich schaff es einfach nicht mehr. Es steht mit Sicherheit
auch hier in Rumänien nicht alles zum Besten, vieles muss sich hier noch ändern,
- aber die Auswirkungen auf einen Hausbesitzer durch dieses grünschwarze Geklüngel
im rotweißroten Staat, das ist mir einfach
zu viel.
Der Tag, an dem
meine Frau und ich beschlossen haben, vor ca. 27 Jahren, nach Rumänien zu
übersiedeln, wird bei uns jedes Jahr als Ehrentag, arbeitsfrei und mit Dankgottesdienst
begangen. Aber es freut mich, dass meine Landsleute die Situation und Vorgänge
in Österreich als paradiesisch ansehen.
So ist jeder auf seine Weise glücklich.