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Dienstag, 7. Juli 2026

Ach ja, und heute vor 90 Jahren

von LePenseur
 
 
... starb Georgi Wassiljewitsch Tschitscherin, von 1918 bis 1930 Außenminister (recte: "Volkskommissar für Auswärtige Angelegenheiten") zunächst der RSFSR und dann der Sowjetunion, einer der Architekten von Rapallo (auf deutscher Seite war es Reichskanzler Joseph Wirth, dem man deshalb bis heute übel nachredet, denn ein Einverständnis von Deutschland und Rußland, nein, das darf es einfach nicht geben! Wo kämen da die City of London und die Wallstreet und überhaupt die ganze East-Coast hin ...! Un-vor-stell-bar !!)
 
Ein Photo von den Verhandlungen ist recht nett anzusehen, Tschitscherin ("der typische Tschinjak", wie ihn Harry Graf Kessler geringschätzig charakterisierte ... nun ja, ein wegen der Reize seiner Frau Mama und des Geldes des Herrn Papa im Erbwege zum recht "druckfrischen" Grafentitel gekommener Herr Kessler sollte sich über einen Sproß zaristischen Beamtenadels nicht so sehr aus dem Fenster lehnen, denke ich ... aber lassen wir das mal). Dieser Tschitscherin ist jedenfalls der Herr mit der Aktentasche, vor ihm Reichskanzler Wirth in Imponierhaltung à la Hauptmann von Zitzewitz ...
 


Interessant auch der bärtige Herr ganz rechts, Adolf Abramowitsch Joffe, einer wohlhabenden jüdischen — richtiger: karäischen  — Familie entstammend, der als Botschafter in China, Großbritannien und Österreich diente und aus Solidarität mit Trotzky während dessen Verfolgung durch Stalin Selbstmord beging. Hand aufs Herz: wer hätte sich das angesichts des obigen Photos würdig in Cutaway gekleideter Herrn gedacht. Aber so ist eben Geschichte: je mehr man nachforscht, desto überraschender die Erkenntnisse, auf die man stößt.
 
Sufficit! Eigentlich habe ich überhaupt keine Zeit dafür, solche Artikelchen zu schreiben. Aber es reizt einen halt ...
  

Dienstag, 12. Mai 2026

Vier Wochen Österreich und einiges zum Nachdenken (Teil 1)

von Helmut
 
 
Es ergab sich die Notwendigkeit, mein Anwesen in Niederösterreich zum Verkauf auszuschreiben, und das erforderte zuvor mehrere Restaurierungsarbeiten. Bei dieser Gelegenheit las ich wieder österr. Zeitungen und hörte den Staatsfunk, in meinem Falle Radio Wien. Meine Beobachtungen und Anmerkungen möchte ich hier wiedergeben, wobei ich gleich dazusage, dass es sich um Vorgänge handelt, die jeder andere auch als nebensächlich oder unwichtig bewerten kann.

Beim Radio befand ich vieles gut, z.B. auch die Auswahl der Musiktitel bei Radio Wien, aber mir fielen auch Punkte auf, die ich in einer schriftlichen Anfrage an den Hörerservice des Senders gestellt habe. Auf manches bekam ich eine Antwort, auf unbequeme Fragen nicht.

Beispiel:
Es würde mich wirklich interessieren, wer und vor allem welche Begründung hinter dem Begriff „Produktplatzierung“ steckt. Aber vermutlich wird auch der „Erfinder“ dieses Kunstwortes das selbst nicht wissen. Zu meiner Zeit hat man dafür die Wörter „Werbung“ oder „Reklame“ verwendet. Diese Wörter zeichnen sich auch durch einfachere und auch kürzere Verwendung aus, nicht so wie bei diesem Wort „Produktplatzierung“, das ja regelrechte zungenbrecherische Passagen beinhaltet und darüber hinaus 5 Silben lang ist.
Die Antwort des Senders:
Was Ihre Anmerkung zum Begriff „Produktplatzierung“ betrifft: Dieser Ausdruck ist ein im Medienbereich gebräuchlicher Fachbegriff, der verwendet wird, wenn Produkte oder Marken im redaktionellen Umfeld sichtbar oder genannt werden und dies entsprechend gekennzeichnet werden muss. Die Kennzeichnung dient der Transparenz gegenüber dem Publikum.
„…und dies entsprechend gekennzeichnet werden muss.“ 
 
Verstehe ich nicht. Gibt es da in Österreich ein Gesetz, das aufgibt, bei Werbung im Radio darauf hinzuweisen? Im TV gibt es das ja auch nicht, bei den Privatsendern weiß man ja, dass diese sich von den Werbungen finanzieren. Warum verwendet man dann aber ein absolut unverständliches Wort, anstelle des gebräuchlichen Wortes „Werbung“ oder „Reklame“?

Überhaupt kann ich über die Reportagen hinsichtlich der Sprache oftmals nur den Kopf schütteln. Man erfährt zwar im Kurztext (detailliert wird darauf nicht eingegangen, das ziemt sich für den Staatsfunk nicht), dass es bei den Imigranten, besonders bei deren Kindern in der Schule, erhebliche Probleme aufgrund nicht vorhandener Deutschkenntnisse gibt. Wohlgemerkt, man verweist auf „Deutschkenntnisse“ und nicht auf „Österreichkenntnisse“ der Sprache. Aber darauf komme ich später zurück. (*)

Zum Problem der fehlenden Kenntnis der deutschen Sprache:
Ich stelle fest, dass es sich sicher um ein Problem der Zuwanderer aus anderen Kulturen handelt, aber ich stelle das auch bei den österr. Zeitungen fest. Ich hab mir da mal ein Beispiel herausgenommen, und zwar OE 24 vom 20.3.2026, Nr. 1878, Seite 10: (Anlage 1)

Im Rahmen eines Hinweises auf eine Veranstaltung habe ich mal die Begriffe gefärbt, die mit der deutschen Sprache nichts zu tun haben, für die es aber in der deutschen Sprache auch geeignete Wörter gibt. Nun bemängelt man (zu Recht) die nicht vorhandenen Sprachkenntnisse der Immigranten, - aber ich meine, bei den Zeitungen liegt es doch auch im Argen.

Als Beispiel habe ich eine Seite einer Zeitung kopiert, die mir beim Entfernen des uralten Linoleums in die Hände gefallen ist, weil sich diese unterhalb des Linoleums befand. Es handelt sich um die Kronen-Zeitung vom 22.8.1973, Seite 15: (Anlage 2) Da wird noch in deutscher Sprache geschrieben, allgemein verständlich.

Ist das „normal“ und begrüßenswert, dass man sich zunehmend dieser Fremdwörter bedient? Fühlt man sich da aktueller und moderner, oder – anders ausgedrückt – „upgedatet“? Im TV wird bei den Voransagen für einen später ausgesendeten Filmbeitrag darauf hingewiesen, dass man diesen Beitrag auch „streamen“ kann, oft mit dem Hinweis, dass man sogar kostenlos „streamen“ kann. Ich weiß wirklich nicht, was das ist, und es interessiert mich auch nicht.

Vermutlich hängt das mit dem Gebrauch von Mini-Computern zusammen, die man gemeinhin als Mobiltelefon bezeichnet. Auch ich habe ein Mobiltelefon (Foto – Anlage 3), aber das ist ein Tastentelefon, und kein Streicheltelefon. Aus Prinzip. Dasselbe Prinzip habe ich auch beim Bezahlen. Alles in bar, an jeder Kasse, niemals mit Plastikkarte. Die Bankkarte verwende ich nur, um damit mein Geld vom Konto abzuheben.
 
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(*) Überhaupt bin ich mit so mancher österreichischen Eigenheit nicht besonders glücklich. Man spricht in den offiziellen Medien vom „Nationalfeiertag“ am 26.10. Ich verwende das Wort „Staatsfeiertag“. Das Wort „Nation“ auf österr. Belange anzuwenden, finde ich etwas deplatziert, obwohl ich auch in Siebenbürger als überzeugter Österreicher auftrete und niemals meine österreichische Staatsbürgerschaft gegen eine andere eintauschen würde.

Irgendwann bin ich der Frage nachgegangen, woher der Begriff „Deutsch“ resp. das „Deutschtum“ überhaupt stammt oder seine Wiege hatte. Ich sehe den Ursprung in der Nibelungensage, und das spielte sich geographisch damals vom Eisack bis in den Odenwald ab. Das teilt sich heute auf drei Staaten auf, damals gabs aber diese Grenzen nicht. Überhaupt sind aktuelle Grenzverläufe für den deutschen Sprach- und Kulturkreis irreführend.

Deutsch ist nicht nur in meinem Vaterland Österreich und in Südtirol gegenwärtig, sondern auch in der östlichen Schweiz, in den östlichen Landesteilen Frankreichs wie z.B. Elsass-Lothringen, im Süden Dänemarks, in den osteuropäischen Ländern findet man die Pommern, die Ostpreußen, die Schlesier, die Zipser in der Slowakei, die Sudetendeutschen, die Ungarndeutschen in Fünfkirchen, die Deutschstämmigen in der Bukowina (Ukraine) und in Bessarabien (Moldawien), sowie die Siebenbürger und die Banater in Rumänien und in der Batschka im heutigen Serbien.

Deshalb finde ich den Text des alten Deutschlandliedes („von der Maas bis an die Memel, von der Etsch bis an den Belt“) nicht als territorialen Gebietsanspruch, sondern als ein Bekenntnis zur Existenz der deutschen Kultur und der deutschen Sprache, sowie vielen Traditionen.
 
(Fortsetzung folgt)
 

Montag, 20. April 2026

Kaufstrategie ändern

von Helmut


Es ist zwar nichts Wichtiges, aber trotzdem interessiert mich, ob das eine rumänienspezifische Beobachtung ist oder ob sich das in Österreich oder Deutschland genauso ereignen könnte. Dazu interessiert mich, ob sich das Kaufverhalten der Kunden – so wie in meinem Falle – generell ändert oder ob ich da vielleicht überreagiere.

Mein Mail an die Verantwortlichen, das man auch im rumänischen facebook nachlesen konnte, worauf auch mehrere Reaktionen kamen, auch Reklamationen. An die Geschäftsleitung von Dedeman (eine rumänische Baumarktkette) :

Ich bin eigentlich ein treuer Dedeman-Kunde, kaufe seit Jahren in der Filiale Hermannstadt ein und bin nun froh, dass wir auch in Mediasch eine Filiale haben. Hinsichtlich der Beratung sowie dem Kundenservice hatte ich nie Probleme, die Verkäufer vermitteln den Eindruck, dass sie geschult sind und wissen, wovon sie reden. Sollte doch einmal ein Produkt für den geplanten Zweck nicht zutreffend sein, so gab es keine Probleme beim Umtausch oder bei der Rückerstattung des Kaufpreises.

Nun bin ich um eine Erfahrung reicher:

Ich war auf der Suche nach einem kleinen Spiegelschrank für eine Toilette, der sich innerhalb der Maße 50 x 60 cm (Länge mal Höhe) befinden muss. Diese Mini-Schränke sind mittlerweile sehr selten geworden. In dieser Form war nur ein einziges Exemplar bei Dedeman im Angebot. Allerdings war das nicht mit einem Preis versehen.

Das Seltsame war, dass alle ausgestellten Objekte unterteilt waren, das heißt, man konnte entweder den Hängeschrank oder den Unterschrank mit dem Waschbecken oder die Waschbatterie extra kaufen, für alles war eine Preisauszeichnung. Bei dem Exemplar, bei dem der Hängeschrank in mein Maßkonzept passte, war es nur möglich, das gesamte Ensemble, also Hängeschrank, Unterschrank und Batterie zusammen für einen bestimmten Preis zu kaufen.

Genau das aber wollte ich nicht, ich benötigte nur den Spiegelschrank. Ich fragte die Fachverkäuferin, ob ich diesen Schrank alleine kaufen könne, und sie verneinte. Dieser Hängeschrank stünde nur im Angebot mit dem gesamten Ensemble. Die Fachverkäuferin war bereits mit anderen Kunden beschäftigt, deshalb fragte ich nicht weiter.

Daraufhin fragte ich bei der Information, ob man diesen Spiegelschrank gesondert beziehen könne. Die beiden jungen Damen meinten, dass es sicher nicht möglich sei, wenn die Fachverkäuferin das bereits verneint hätte. Allerdings machten sie sich auch nicht die Mühe, das zu überprüfen, ob der gesonderte Kauf, evtl. auch auf gesonderte Bestellung, möglich sei. Sie meinten, dass der Produzent, der dieses Ensemble an Dedeman geliefert hätte, das so vorgegeben hätte und da gäbe es dann keine Möglichkeit.

Das aber war für mich keine zufriedenstellende Antwort, sondern entsprach eher meiner Einschätzung, dass es für die beiden Damen an der Information ein zusätzlicher Arbeitsaufwand wäre, das beim Hersteller auszuloten, und dass dieser Arbeitsaufwand nicht im Interesse der beiden Damen liegt. Es ist für mich gut vorstellbar, dass auf gesonderte Bestellung dieser Spiegelschrank auch extra geliefert werden könnte, denn jeder Produzent hat ein Interesse am Verkauf. Bei einem kleineren Geschäft wäre dann sicher die Antwort in der Form gekommen, dass man am nächsten Arbeitstag, also am Montag, versuchen wird, das beim Lieferanten zu klären und dass ich dann telefonisch informiert werden würde.

Über diese Reaktion der beiden Damen, was für sie ja einen zusätzlichen Aufwand bedeuten würde, war ich natürlich verärgert. Ich stellte mir die Frage, warum sie in dieser Form reagiert haben. Es könnte sein, dass es auf Anweisung der Geschäftsführung erfolgt ist, die prinzipiell den Angestellten aufgegeben haben, sich bei Verkäufen nur auf das zu konzentrieren, was in der entsprechenden Preisauszeichnungsform vorhanden ist und zusätzliche Nachfragen für Sonderbestellungen abzulehnen, weil sich der dadurch entstehende Aufwand nicht rechnet.

Aber es könnte genauso gut sein, dass es den beiden Damen einfach zuviel war, das am nächsten Montag zu klären und sich der in Rumänien üblichen Standardantworten zu bedienen, die auch bei Behördengängen in dieser Form bekannt sind: „Das weiß ich nicht”, oder „Das geht nicht”.

Nun habe ich mich des Internets bedient und dort einen Hängeschrank gefunden, der meinen Vorstellungen entspricht. Das Ganze zu einem akzeptablen Preis ohne zusätzliche Kosten für die Kurieranlieferung. Was bedeutet diese neue Erfahrung für mich:

Früher bin ich erst einmal in den Baumarkt gegangen, um mir anzusehen, was es dort im Angebot gibt. Erst, wenn es beim besten Willen nicht möglich war, einen bestimmten Artikel zu finden, habe ich mich im Internet umgesehen. Nun dreht sich die Kaufmethode bei mir um:

Zukünftig werde ich im Internet erst suchen, ob ich da fündig werde, und erst bei Nichterfolg werde ich versuchen, im Baumarkt den gesuchten Artikel zu finden. Auf diese Weise erfolgt die Umerziehung des Kunden zu einer anderen Kaufmethode. Ob das vom Baumarkt, in dem Fall von Dedeman, gewünscht war, kann ich nicht beurteilen, aber für mich ist das die logische Konsequenz.


Donnerstag, 4. Dezember 2025

Aus einem Reel von Tobias Beck, Deutschland

von Helmut
 
 
Ich hab mal ein paar Fragen an Dich:

Wie krank muss ein System sein, dass wir das alles für normal halten?

Wie kaputt muss ein System sein, wenn Du 40 Stunden pro Woche arbeitest, und Dir trotzdem das Leben nicht leisten kannst, für das Du arbeitest?

Um danach 30% von dem zu bekommen, was jetzt schon nicht reicht, also Rente.

Wie kann es normal sein, dass wir Land kaufen müssen, obwohl die Erde niemanden gehört?

Warum nennen wir es „Gesundheitssystem“, wenn es nur dann funktioniert, wenn Du krank bist?

Warum nennen wir es „Bildung“, wenn die Kinder dort das Fühlen verlernen, aber stillhalten und Gehorsam lernen?

Wie logisch ist ein Leben, in dem Du täglich Deine Familie verlässt, damit Du Dir mal irgendwann mal Zeit für sie verdient hast?

Warum feiern wir Karrieren, die Menschen leer und krank und kaputt machen und taub machen, nur, weil sie gut bezahlt werden?

Wie verdreht ist es eigentlich, dass natürliche Heilung von innen Misstrauen auf den Plan ruft, aber chemische Dauerbehandlung Standard ist?

Wie kann es eigentlich sein, dass Du verpflichtet bist, Dein Kind täglich in ein Gebäude zu bringen, das aussieht wie ein Knast, in den meisten Fällen, und niemand fragt, warum?

Wie kannst Du je frei sein, wenn Du für Luft, Wasser, Nahrung, Regen, der auf den Boden fällt, erst Leistung bringen musst?

Wenn Du das auch fühlst, dann weißt Du, dass es so nicht weitergehen kann. 
 

Samstag, 19. April 2025

Der Schwur der Dreiunddreißig Orientalen

von LePenseur
 
 
Da ein Kommentarposter unlängst das Überhandnehmen attaktiver Schönheit auf diesem Blog bemängelte, übe ich (obwohl im Urlaub) tätige Reue und informiere über die Dreiunddreißíg Orientalen, die am 19. April 1825, also heute vor exakt 200 Jahren, über den Rio Uruguay setzten und die Unabhängigkeit der Provinz "östlich des Uruguay" beschworen. Hier in voller Schönheit zu sehen:


Wikipedia schreibt dazu:
Die Dreiunddreißig Orientalen (span. Los Treinta y Tres Orientales) war eine Gruppe von Freiheitskämpfern unter Führung Juan Antonio Lavallejas, die 1825 einen bewaffneten Aufstand aus dem heutigen Argentinien verübte. Ziel war die Unabhängigkeit der östlichen Provinzen der Vereinigten Provinzen des Río de la Plata (das Gebiet des heutigen Uruguays und eines Teils des heutigen brasilianischen Bundesstaates Rio Grande do Sul), die zu diesem Zeitpunkt unter der Herrschaft Brasiliens standen. 
[...]
Juan Spikerman zufolge brach eine erste Gruppe unter Manuel Oribe am 1. April 1825 von San Isidro aus auf und lagerte dann auf der Insel Brazo Largo im Rio Parana. Die zweite Gruppe unter Lavalleja wurde durch einen heftigen Sturm aufgehalten und fand sich so erst am 15. April auf der Insel ein. Am 18. April 1825 schifften sich die Männer von der Insel ein und navigierten in der Nacht vorsichtig durch die Inseln des Parana-Delta, um nicht von der brasilianischen Flotte entdeckt zu werden. Sie überquerten den Río Uruguay in zwei Booten und landete am Morgen des 19. April auf dem Agraciada-Ufer, auch bekannt als „Arenal Grande“, im Departamento Soriano. Sie entfaltete die Flagge aus drei waagerechten Streifen in Blau, Weiß und Rot, Farben, die traditionell seit der Zeit Artigas’ von Föderalisten verwendet wurden, nicht nur in der östlichen Provinz, sondern auch in anderen Gebieten der La-Plata-Region. Später, 1877, wurde das Ereignis von dem Maler Juan Manuel Blanes dargestellt.
Deshalb, und das als kleine bildungsmäßig Wegzehrung aus dem Urlaub den geneigten Lesern dieses Blogs mitgeteilt, heißen die Bewohner der República Oriental del Uruguay, auf Deutsch also der "Republik östlich des Uruguay" (das ist nämlich ein Fluß, kein Land!) rite et recte nicht "Uruguayer" oder "Uruguayaner" sondern — Orientalen. Und werden als diese auch in der (irgendwie nach einer mäßig guten italienischen Opernarie der damaligen Zeit klingenden) Hymne, übrigens eine der längsten Hymnen weltweit, besungen:



Den Liebhabern spanischer Poesie der heroischen Sorte sei zum Schluß noch der Text dieser Hymne gespendet:

¡Orientales, la Patria o la Tumba! 
¡Libertad o con gloria morir! 
¡Orientales, la Patria o la Tumba! 
¡Libertad o con gloria morir! 
¡Es el voto que el alma pronuncia, 
Y que heroicos sabremos cumplir! 
¡Es el voto que el alma pronuncia, 
Y que heroicos sabremos cumplir! 
¡Que sabremos cumplir! 
¡Es el voto que el alma pronuncia, 
Y que heroicos sabremos cumplir! 
¡Que sabremos cumplir! 
¡Sabremos cumplir! 
¡Sabremos cumplir! 
¡Sabremos cumplir! 
¡Libertad, libertad, orientales! 
Este grito a la Patria salvó. 
Que a sus bravos en fieras batallas 
De entusiasmo sublime inflamó. 
¡Libertad, libertad, orientales! 
Este grito a la Patria salvó. 
Que a sus bravos en fieras batallas 
De entusiasmo sublime inflamó. 
De este don sacrosanto, la gloria merecimos: 
¡tiranos, temblad! 
¡Tiranos, temblad! 
¡Tiranos, temblad! 
Libertad en la lid clamaremos, 
Y muriendo, ¡también libertad! 
Libertad en la lid clamaremos, 
Y muriendo, ¡también libertad! 
Y muriendo, ¡también libertad! 
¡También libertad! 
¡También libertad! 
¡Orientales, la Patria o la Tumba! 
¡Libertad o con gloria morir! 
¡Orientales, la Patria o la Tumba! 
¡Libertad o con gloria morir! 
¡Es el voto que el alma pronuncia, 
Y que heroicos sabremos cumplir! 
¡Es el voto que el alma pronuncia, 
Y que heroicos sabremos cumplir! 
¡Que sabremos cumplir! 
¡Es el voto que el alma pronuncia, 
Y que heroicos sabremos cumplir! 
¡Que sabremos cumplir! 
¡Sabremos cumplir! 
¡Sabremos cumplir! 
¡Sabremos cumplir! 
 

Dienstag, 31. Januar 2023

Fußnoten zum Dienstag

von Fragolin

 

Unvaccinated lives matter.

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In Niederösterreich widerspiegelt das Wahlergebnis der FPÖ den Prozentsatz des ungeimpften Bevölkerungsanteils.

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Nachdem erst vor zwei Wochen in einer Diskussion herauskam, dass ich inzwischen sechs Menschen aller Altersgruppen kannte, die eine der Spritzen nur wenige Tage bis Wochen überlebt haben, stieg innerhalb eines Wochenendes diese Zahl auf acht. Zu groß war die Angst vor einer heraufschwappenden „neuen Welle“ der „gefährlichen Todesseuche“ im letzten Spätherbst, um sich nicht die vierte Spritze abzuholen. Ein verhängnisvoller Fehler für die zwei, beide Mitte fünfzig und alles andere als gebrechlich und „vulnerabel“.

Die gesundheitliche Entwicklung und sinkende Lebenserwartung der Anhänger der glühenden Coronazis und Menschenschinder von Schwarz-Grün-Rot lässt die Vermutung zu, dass jene Parteien, die sich auf die Seite der Verteidiger von Freiheit, Selbstbestimmung und Demokratie stellten, das größere zukünftige Erfolgspotenzial besitzen. Den anderen sterben schlicht die Wähler weg.

***

Das Wahlergebnis zeigt auch: Die Tatsache, dass Quallen hunderte Millionen Jahre überlebten, obwohl sie kein Gehirn haben, macht vielen Grünwählern immer noch Hoffnung.

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Mal was anderes: eine der schönsten und faszinierendsten Maschinen, die Menschen je erbaut haben. Technik kann auch anmutig sein.




Dienstag, 27. September 2022

Fußnoten zum Dienstag

von Fragolin

 

Unvaccinated lives matter.

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Italien hat gewählt. Viele Wähler sind auf der Flucht vor der linken Politik nach rechts gelaufen. Ob sich dadurch was bessert, werden wir sehen, aber wo hätten sie denn sonst hinlaufen sollen? Wenn man nur noch weg von links will, kommt man eben irgendwann rechts raus.

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Das Volksbegehren zum uneingeschränkten Bargeldgebrauch wurde von über 530.000 Österreichern unterzeichnet. Und bald wird es im Nationalrat heißen: „Schön, dass wir mal drüber gesprochen haben...“

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Der Interessenverband der Möbelhäuser in Deutschland will zur Rettung des Klimas und Senkung der Stromkosten seine Mitglieder auffordern, einen „Green Monday“ einzuführen, also generell montags zu schließen um Strom zu sparen. Scheint aber nicht auf viel Gegenliebe zu stoßen, die Idee. Die Optik, dass es sich um die Camouflage einer sich abzeichnenden Mangelwirtschaft handelt, ist zu verheerend.


Donnerstag, 23. Juni 2022

Zeit für etwas zeitgenössische Musik ...

von  Sandokan   
 
 
 
 
P.S. (von LePenseur): der Blogbetreiber übernimmt keinerlei Haftung für Gehörschäden oder sonstige gesundheitliche Schäden bei Aufruf der obigen Links und verweist sinngemäß auf einen Warnhinweis im Landsitz des Rt. Hon. Gerald Hugh Tyrwhitt-Wilson, 14th Baron Berners:

Members of the Public committing suicide do so at their own risk.
 
Sela. 
 
 

Freitag, 28. Januar 2022

Über Corona (was sonst?), aber auch über die Dummheit der Politik

von it's  me   
 
 
Wie amateurhaft, vertrottelt, idiotisch unsere Regierung agiert, zeigt sich an der Tatsache, dass die Zuschauerzahl beim Schladminger Nachtslalom mit tausend begrenzt war, die man aber nicht entlang der Strecke verteilte, sondern Schulter an Schulter auf eine einzige Tribüne setzte.

Aber was will man schon von einem Nehammer erwarten, vom intramuskulären Mückstein will ich gar nicht mehr sprechen – zu erschüttert bin ich, dass sich so was ebenso „Dr. med.“ nennen darf wie ich.

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Die deutsche Verteidigungsministerin Christine Lambrecht will der Ukraine helfen und hat daher beschlossen, die dortige Armee aufzurüsten, und zwar mit – und jetzt kommt der Brüller! – 5.000 Helmen. Klitschko, der Bürgermeister von Kiew, bezeichnete die Lieferung wörtlich als das, was es ist: „ein Witz“.

Fast so gut wie der Witz, die beste Art, der Ukraine zu helfen, wäre das zu essen.

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Die Bürgermeisterin von Regensburg ist empört über die Corona-Spaziergänger. Sie haben leider, leider die Abstände eingehalten. Daher nix mit Polizeigewalt.

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Jetzt beginnt die Regierung, die Ungeimpften zusätzlich zu den Schikanen auch noch zu verarschen, indem sie ankündigte, dass am Montag der Lockdown für Ungeimpfte enden werde, die 2G-Regel jedoch weiterhin bestehen bleibt. Frage mich, welche Erleichterungen die Gesunden überhaupt jetzt haben werden, außer dass sie spazieren gehen dürfen, denn der Handel und die Wirtshäuser sind für sie weiterhin unerreichbar und No-Go-Areas.

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Die Krauts haben einen Dachschaden: laut Politbarometer ist der beliebteste Politiker Karl Lauterbach, die Karikatur eines Politikers – der nur Scheiße absondert und Panik verbreitet.

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Wir haben in Österreich auf einem Gebiet tatsächlich besorgniserregend hohe Inzidenzen, die Anlass zur Sorge geben sollten: auf dem der verminderten/schwer reduzierten/nicht vorhandenen Intelligenz!

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Wie toll doppelt geimpft, geboostert, nochmals geboostert wirkt, kann man am Beispiel Israels ganz eindeutig sehen. Ich vermute ADE – Antibody Dependent Enhancement: mit jeder Injektion steigt die Wahrscheinlichkeit, zu erkranken.

Wobei Lauterbach noch immer Israel als Vorbild sieht. Ich frage mich, was der Typ raucht – oder ist er schon ein Fall für die Geschlossene?

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Bei Schwangerschaftsabbrüchen ist die Grüne und Impfzwangbefürworterin Ricarda Lang (28), die die Nachfolge der Koboldin als Parteivorsitzende antreten will, für „My body, my choice“ (wobei ich mir vorstellen kann, dass sie kaum in die Verlegenheit kommen wird, geschwängert zu werden). Bei der Covid-„Impfung“ gilt hingegen „My body, my choice“ natürlich nicht!

Kleine Frage: Wie nennt man einen Sturzhelm, sollten Ricarda Lang, Baerbock, Nehammer, Mückstein etc. einen solchen tragen? – Hohlraumschutz!

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Die ersten Preise der österreichischen Impflotterie wurden soeben von der Regierung bekanntgegeben:

1. Platz: Schlaganfall
2. Platz Myokarditis
3. Autoimmunerkrankung.

Bis dahin warten auf das Ende der Pandemie und werden dabei genau so verarscht wie dieser Mann, der auf sein Eis wartet ...

Mittwoch, 14. April 2021

Gedankensplitter des Tages

von  it’s  me 
 
 

Da Kollege  Fragolin berufsbedingt ausfällt, werde ich etwas einspringen ...


Die Schweiz, die insel der Seligen, aber nicht im finanziellen Sinn, denn die Intensivstationen sind im Schnitt mit 80% belegt, was wirtschaftlich geboten wäre. Derzeit herrscht aber eine Unterbelegung.

 

Auch in Deutschland gab es 2020 ein medizinisches Wunder:

 

 

Laut Köstinger ist die Pandemie nicht herausfordernd, sondern „herausragend“ (ORF III, „Aktuell“ wegen des Anschober - Rücktritts, 12:38 )

 

Der Lockdown in NÖ und Wien wurde bis 2. Mau verlängert, Moscheen jedoch dürfen unter Auflagen ( es darf gelacht werden ) besucht werden, denn der Ramadan beginnt heute und nicht erst im Mai.

 

Joe Biden hat Trump’s Ankündigung, US-Truppen aus Deutschland abzuziehen, rückgängig gemacht, was positiv aufgenommen wurde. Welches Land kann sich freuen, dass eine fremde Militärmacht seit Jahrzehnten noch immer in Deutschland stationiert ist, wofür es teilweise auch finanziell aufkommen muss?

 

Die Integrationsforscherin Tina Nobis von der Humboldt-Universität in Berlin klagt über Diskriminierung im Fußball, da kein einziger Neger in der deutschen Bundesliga zwischen den Pfosten ein Tor verhindern darf.

Ich halte es für diskriminierend, dass im 100m-Lauf weiße Sportler seit Jahrzehnten keine Chance haben gegenüber schwarzen Läufern, ebenso im Weitsprung. Im Stabochsprung herrscht weiße Dominanz, beim Schwimmen ebenso.

 

Warum gibt es bei der taz und beim Spiegel keine schwarzen Redakteure? Diskriminierung, wo immer man eine sehen will – genau zu diesem Zweck gibt es Menschen wie Frau Nobis, die sich solcher Themen annehmen, um ihr unnötiges Orchideenstudium irgendwie rechtfertigen zu wollen.

 

Der Tagesschau war die Inzidenzkarte zu wenig dramatisch, deshalb wurde massi  in den Farbtiegel gegriffen.

 

Man kann Merkel nicht unterstellen, manchmal nicht doch die Wahrheit gesprochen zu haben, als sie anlässlich des 60. Geburtstages der CDU 2005  sagte, dass Deutschland keinen Rechtsanspruch auf Demokratie und sozialer Marktwirtschaft für alle Ewigkeit habe. Zur Zeit löst sie ihr damaliges „Versprechen“ ein – und keiner merkt’s.

 

Wahnsinn: Das deutsche Kabinett beschließt eine bundesweite Notbremse mit Ausgangssperren ab 21 Uhr. Das, obwohl führende Wissenschaftler erst aktuell kritisiert haben, wie sinnlos Ausgangssperren sind, da die Ansteckungsgefahr in Innenräumen lauert und  NICHT im Freien. Hier nachzulesen.
 
 

Dienstag, 25. August 2020

Ein kleiner Lichtblick im beschwerlichen Leben nach Urlaubsende


... (neben dem guten Kaffee, den mir meine geschätzte Sekretärin so ganz nebenher gerade zubereitet hat) war die eben beendete Lektüre von Hadmut Danischs heutigem Artikel:

Vom Sex-Technischen

Hadmut
25.8.2020 3:13
Eine Feministin klagt: Es rammelt nicht gut.
Leser ersuchen um Bewertung.
Vorab: Sie beschreibt sich als „@emanze Chaos, Anarchie, Feminismus, Sudern & schlechte Laune! Jetzt auch mit Mamiii-Content.”
Da fragt man sich vorher schon: Wer besteigt denn sowas?
(Hier weiterlesen)
Hadmut Danisch ist ja (fast) immer mit Genuß lesbar, aber diesmal ganz besonders treffend, wenn er gegen Schluß schreibt:
Sie beschwert sich, was ihr nicht passt. Sie erwartet, er hat sich Mühe zu geben. 
Da frage ich mich doch: Wer vögelt sowas? Ich meine, außer linken Dudes, die sich für Feministinnen aufopfern und hoffen, dass man ihre Duldungsstarre für eine Erektion hält?
 Herrje, ist das alles schlimm. 
Sind Feministinnen kaputte Leute.
Nein, es ist kein Wunder, daß Europa ausstirbt – bei derartig prätentiösen Feminazissen nun wirklich nicht. Und vielleicht ist es sogar besser, wenn sich das nicht fortpflanzt ...

Montag, 24. August 2020

Fußnoten zum Montag

von Fragolin


Auf die Grazer Synagoge wurden zwei Anschläge verübt. Wie die Medien empört meldeten, wurden „rechtsextremistische Straftaten“ verübt, weil die Synagoge mit „antisemitischen Parolen“ beschmiert wurde. Und am letzten Wochenende dann ging der Täter am hellichten Tag mit einem Baseballschläger auf den Präsidenten der Jüdischen Gemeinde Graz los, als dieser gerade auf das Gelände der Synagoge fuhr.
Man musste das halbe Wochenende mal wieder in den „Schmuddelblättern“ des „Boulevard“ schnüffeln, um herauszufinden, dass die Parolen „propalästinensisch“ waren, was neuerdings anscheinend ein Herzensanliegen angeblicher „Rechtsextremer“ zu sein scheint, was verwundert, wenn man sieht, dass „Propalästinenser“ eher am Rande linker Demonstrationen auftauchen und neben Schreien wie „Juden ins Gas!“ oder „Juden ins Meer!“ dort auch durch folkloristisches Verbrennen der Flagge Israels auffallen. Über die Identität des Täters oder auch nur seine Beschreibung herrschte bis gestern nachmittag Grabesstille, die „Qualitätsmedien“ gaben erstmal keine weiteren Informationen.
Als dann das Foto ebenso veröffentlicht wurde, war klar, woher der Wind weht. Aber eine Frage im Forum wurde von mehreren Leuten mit einem klaren „Ja!“ beantwortet. Die Frage lautete: „Gehen die Straftaten jetzt jede einzeln als „politisch motivierte Straftat rechts“ in die Polizeistatistik ein?
Die gleichen Linken, die, unter Krokodilsgeträne den steigenden Antisemitismus beweinend, ebendiesen jubelnd importieren, werden sich die Hände reiben und die Terrorakte eines muselmanischen Arabers genüsslich als „rechte Straftat“ den rechten Parteien um die Ohren knallen.

***

Der Corona-Irrsinn in Deutschland toppt den austriakischen noch um Klassen. Ein AfD-Abgeordneter (was das Ganze ja noch zu einem besonderen Verbrechen macht) wagte es, im Zug eine Nussschnecke zu essen. Prompt wurde die Polizei gerufen und ein halbes Dutzend Beamte baute sich vor dem Mann auf. Sein Vergehen war, während des Essens keine Maske aufgesetzt zu haben.

***

Pünktlich zum Hochkochen des „Einzelfalles“ eines Palästinenser-Fans, der in Graz seinen Judenhass austobt, wird der Fall eines „rechtsextremen Polizisten“ hochgekocht, der seinen Hund „Adolf“ genannt haben soll. Man muss ja schnell auf „rechten Antisemitismus“ umschwenken, um das heiße Eisen „importierter Judenhass“ nicht anzugreifen.
Dazu ein paar Anmerkungen: Ein Neonazi, der seinen Hund „Adolf“ nennt, also seinem geliebten Föhrer täglich nicht nur die Kacke wegputzt sondern auch Kommandos wie „Adolf, sitz!“ oder „Pfui, Adolf!“ entgegenbellt, muss beim Geschichtsunterricht beim Opa aus der Waffen-SS nicht aufgepasst haben, denn der richtige Name des Hundes eines Föhrer-Verehrers wäre ja wohl „Blondie“. Wenn der Köter auch noch ein Schnauzer ist, wäre der Name „Adolf“ eigentlich sogar naheliegend, wenn man den Typen posthum verarschen möchte. Ob das bei den strammen Kameraden wirklich gut kommt, sei dahingestellt.
Also nur ein Idiot würde als Neonazi seinen Hund „Adolf“ nennen.
Aber gut, nur ein Idiot wäre Nationalsozialist, also irgendwie auch kein logischer Widerspruch.
Übrigens hat die Polizei festgestellt, dass der mutmaßliche Nazipolizist auch den Namen „Adolf Hitler“ gegoogelt hat. Was das aussagen soll, weiß ich nicht, denn ich habe schon etliches über Leute wie Mao, Stalin oder Fidel Castro gegoogelt, dass man mir mit der gleichen Begründung Kommunistenverehrung zuschreiben könnte. Was nun wirklich putzig wäre, weil mir diese Gestalten ebenso zuwider sind wie die nationalen Sozialisten oder generell alle Spielarten der Kollektivisten. So geht aber Schuldzuweisung heute.
Heute gilt es ja schon als Beweis, in die Hausnummer 18 zu ziehen.

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Ach ja, herzlichen Glückwunsch zum heutigen Sechziger an Franz Viehböck, den ersten und bisher einzigen Österreicher im All. Die Russen nahmen ihn 1991 mit auf die damals noch existierende „Mir“, wo er eine ganze Woche arbeitete.
Ja, liebe Kinder, Baumgartner war nicht der, der am höchsten flog. Und die Boomerkinder träumten vom Flug ins Weltall, weswegen sie nicht am Freitag die Schule schwänzten sondern am Samstag noch lernten und mangels Internet den Brockhaus durchbüffelten und am Sonntag alle Perry-Rhodan-Hefte und erreichbaren Scinece-Fiction-Bücher verschlangen. Sie glaubten an den Fortschritt und das Forschung einfach geil ist. Forschung im Weltraum megageil. Affentittengeil.
Ich befürchte, diese Zeit ist vorbei und kommt auch nicht so bald wieder.
Gratulation, Austronaut! Deine Generation hat an die Zukunft geglaubt.
Nun ist die Zukunft da, nur leider anders als erhofft.

Den Soundtrack der Futuristen lieferte damals übrigens der Franzose Jean Michel Jarre. Der zufällig auch heute Geburtstag hat und unglaubliche 72 wird. Seine elektronischen und experimentellen Klangexperimente waren ihrer Zeit weit voraus. Das ZDF ließ in den 70ern die futuristische Nummer „Oxygen II“ als Vorspannmusik zur britischen SciFi-Serie „Mondbasis Alpha 1“ laufen, die davon handelte, dass der Mond durch die Explosion eines lunaren Atommüllagers von der Erde getrennt wird und jetzt durch das Universum fliegt, unendliche Weiten und so. Die Zukunft damals war 1999. Kann man sich kaum noch vorstellen...



Mittwoch, 13. Mai 2020

Fußnoten zum Mittwoch

von Fragolin

„Corona“ ist das neue Gütesiegel.
Lebensrettung funktioniert nur noch, wenn jemand vor dem „Corona-Tod“ gerettet werden soll.
Bürgerrechte soll es nur noch für „Corona-Geheilte“ geben.
Corona adelt, es macht einen höherwertigen, schützenswerten Menschen aus dir.
Alle schützen sich vor Corona und würden doch erst durch das Virus zum Objekt des Interesses.

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Da Österreich dank Vollbeschäftigung und Hochkonjunktur eine Vollbeschäftigung und akuten schweren Fachkräftemangel hat, wurde nun endlich ein Sonderzug für die dringend benötigten Pflege-Fachkräfte aus Rumänien eingeschleust. Die 350 Plätze in dem eigens zur Beseitigung des schweren Pflegenotstandes in Österreich auf Schiene gestellten Sonderzuges waren mit 80 Personen übervoll besetzt. Der Kollaps des Pflegesystems wurde in letzter Sekunde abgewehrt. Halleluja!

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Die Regierung in Wien wird von Weisheit und Voraussicht gelenkt. Jetzt sollen die Mittel zum Ausbau von Radwegen Sage und Schreibe verzehnfacht werden. Das ist äußerst klug, denn wenn die kommende Rezession mit unserem Wohlstand fertig ist, wird sich eh kaum noch jemand ein Auto leisten können.

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Bald dürfen die österreichischen Museen wieder besucht werden. Wichtig: Maulkorb tragen und Abstand halten! Ob es auch gefordert ist, den Baby-Elefanten ins Porzellanmuseum mitzunehmen, ist nicht bekannt.

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Um die „österreichische Volkswirtschaft“ zu stärken und die „krisensichere Versorgung mit guten Produkten“ zu sichern, sollen Lebensmittel einem Bonus-Malus-System unterworfen werden: In Österreich regional erzeugte Lebensmittel sollen einen Steuerbonus erhalten, „weitgereiste Lebensmittel“ mit einem Malus belegt. „Austria first!“, gewissermaßen.
Finde ich durchaus gut, lege ich selbst schon seit Jahren mehr Wert auf regionale Qualität als auf Billigware aus irgendwelchen Dumpinglöchern. Nur putzig ist, dass diese Ideen von Türkis-Grün kommen; so werden sie auch entsprechend von Grün abgefeiert.
Wurde nicht letztens noch gefordert, vermehrt die Erzeuger in Afrika und Vorderasien (außer natürlich Juden aus besetzten Gebieten, man will es ja nicht übertreiben) zu stützen und von denen „fair“ zu kaufen, denn eine Unterstützung regionaler Erzeuger wäre widerliches nationalistisches heimatschollenbraunes Ultrarechtsnazitum?
Ich genieße inzwischen die mit geradezu masochistischer Wonne täglich vorgetragene Umkehrung grüner Ideale zum Wohle des Posten- und Pfründe-Erhaltes. Zu süß schmecken die Brotkrumen vom Tische des Kindlichen Kanzlers, da dürfen sie auch aus der Produktion der gestern noch verhassten schwarzen Kernklientel der heimischen Bauern kommen.


Dienstag, 13. August 2019

Rücksturz in den Alltag

von Fragolin

Es gibt Tage, an denen fühlt man sich ausgelaugt. Frisch urlaubsausgeruht und trotzdem irgendwie ausgepumpt, und das nicht etwa, weil ein Urlaub mit einer vierköpfigen Familie, vor Allem wenn die Kinder noch im Schulalter sind, ein gerüttelt Maß an Kraft und geradezu buddhistischer Ruhe abfordert (die liebreizende Fragolina gibt mir immer, wenn ich spüre, wie die Früchte meiner Lenden den Blutdruck nordwärts drücken den Ratschlag: „Lehn dich zurück und schau in die Sonne!“ - und wer bin ich, dass ich den Rat meines Ehegespons‘ leichtsinnig ignoriere?). Nein, es liegt wohl eher daran, dass man nach dem Rücksturz auf den Heimatplaneten feststellen muss, dass sich unter dieser beschaulich brennenden Sonne nicht nur nichts geändert hat (nicht einmal die realitätsverweigernden, faktenresistenten blinden Lügenhenderln haben ein Körnchen Wahrheit gefunden) sondern es eigentlich immer schlimmer wird.

Aus einem stümperhaften Amokversuch in Oslo wird eine islamophobe Weltverschwörung geschlagzeilt, derweil eine Sprengstoffanschlagserie gegen staatliche Institutionen in Kopenhagen nicht einmal einen Platz als Randnotiz auf Seite 34 findet. Informationen findet man großflächig nicht in deutschsprachigen Medien, aber Google Translator kann auch Norwegisch. Nicht unbedingt wohlgesetzt, aber verständlich.

Neben der Armlänge wird die Bahnsteigbreite zum neuen Schutzabstand in Muttis Bereicherungsschland und wir erleben endlich kunstvolle Humansushi-Schnitzereien mit Samuraischwertern im neuteutonischen Straßentheater, während im ewig etwas nachhinkenden Österreich immer noch die traditionelle Machete geschwungen wird. Äxte, Macheten, Säbel, Samuraischwerter – ich bin schon richtig gespannt, was als Nächstes kommt, das es schon immer gab nur noch nie so aufgefallen ist.

Nach der festen Überzeugung linker Deutungshoheiten versucht die FPÖ inzwischen, ihre eigenen Leute zu verbrennen und die eigenen Parteibüros abzufackeln, um den armen Linksextremen, die noch niemals etwas mit Brandsätzen und Pflastersteinen zu tun hatten, die Schuld in die toleranten Schuhe zu schieben. Haben sie sich sicher bei der AfD abgeschaut, die ihre eigenen Funktionäre zusammenschlagen, schwangere Wahlhelferinnen zusammentreten, Autos abfackeln und Parteibüros sprengen, nur um das Opfer spielen zu können. Behaupten jedenfalls die, die den Schwarzen Block passiv und aktiv unterstützen, und die müssen es ja wissen.

Belgische Gutmenschpraktikantinnen in der Racketen-Grundausbildung fühlten sich berufen, dem armen Marokkanischen Volk zu helfen, dessen junge arbeitsfähige Männer ja lieber in germanischen Straßencafes europäischen Hotpants hinterhergaffen als einen Stein in die Hand zu nehmen (und wenn doch, wird meist nichts Gutes daraus) und pflasterten da unten als Subbotnik eine Straße. Auch in Hotpants. Was zu landestypischen und religionskonformen Vorschlägen führte, wie man mit ihnen zu verfahren habe. Also: Kopf ab.
Statt zivilgesellschaftlich aufstehend auch noch oben blank zu ziehen wie eine tapfere Femen-Aktivistin, fuhren die kleinen Gören flennend nach Hause und fühlten sich bedroht.
Keine Sorge, wartet noch ein paar Jahre ihr kleinen rechtsextrem-xeno-islamophobisch diffus Durchverängstigten, auch in Belgien werdet ihr recht bald diese Fetzelchen nicht mehr über eure Knackhintern zerren können, ohne eine Stoffsackverhüllung darüberzustülpen, wetten? An einigen Orten ist das schon heute so, Tendenz ausbreitend. Also bis zu eurer Menopause ist das Thema sicher vom Tisch, für eure Töchter wird das einst kein Thema mehr sein.

Ach ja, die üblichen Fisch- und Wischblätter vom linksextremen Rand haben endlich genau das herausgefunden, was wir schon lange vorhergesehen und erwartet haben: In den Schwimmbädern der Buntrepublik steht alles zum Besten, es gab keinerlei Notwendigkeit irgendwelcher Polizeieinsätze, Räumungen und Schließungen. Ausschließlich die xenophobe Hetze der schwefelstinkenden AfD hat diese harmlosen Schäkereien und neckischen Avancen von ein paar hundert testosterongeschwängerten arabischen und nordafrikanischen Jungmännchen zu einem Angriff muselmanischer Invasoren umgedeutet und „die Menschen“ verunsichert, sodass die Polizei eingreifen musste – nicht etwa, um randalierende Barbarenhorden in den Griff zu bekommen, wie die faschistische Sensationspresse schlagzeilte, sondern um die von der AfD geschürten Ängste der „die Menschen“ zu beruhigen.

Es steht alles zum Besten und wir wissen, es gibt keine Kriminalität durch Migranten. Sie ist schlichtweg nicht existent. Es sind nur diffuse Ängste, rechtsextreme Hetze, auszuverhandelnde Zusammenlebensregeln und fehlende Bahnsteigabsicherungen, die gelegentlich Opfer fordern, aber da muss man nur ein bisschen aufpassen und alles ist gut. Drogendealer bekommen einfach einen mit Sprühfarbe markierten Stellplatz zugewiesen und schon gibt es keine illegalen Drogendealer mehr. Die Lösungen sind so einfach, aber die verstockten Rechten können ja immer nur nach Polizei und Abschiebung plärren. Die Quasi-Legitimierung von Mord und Totschlag findet bereits statt, wenn die Täter Veredelungshintergrund nachweisen können, und ich bin jetzt schon gespannt, wie die Begründung für die Freilassung des „Schubsers“ von Frankfurt klingen wird und wie hoch seine Haftentschädigung ausfällt. Bahnsteigschubsen könnte zu einem lukrativen Geschäft werden, wenn man keine Kartoffel ist. Aber Beeilung, es wird bereits an Bahnsteigabsperrungen projektiert. Deren Installation soll nicht länger dauern als der Aufbau eines Flughafens.

Wir leben in interessanten Zeiten.
Und immer mehr haben die Schnauze einfach voll, schmeißen hin und kündigen ihre „Teilhabe“ am „gesellschaftlichen Konsens“. Wie gestern in einem Text von Thilo Schneider auf „Jouwatch“, der mich punktgenau zum Wiedereintritt in die Wahnsinnssphäre frontal getroffen hat und auf den ich hier unbedingt verlinken möchte: Deutschlandkündigung.

„Ich bin restlos. Und zwar überzeugt. Nachdem ich ja ein eigenverantwortlicher, freier Mensch in einem schmerz- und schamgrenzenlos freien Land mit einer moralisch höherwertigen Bevölkerung von kasperhelmtragenden Fahrradfahrenden bin, habe ich für mich Folgendes beschlossen: Ich werde zwischen the Terroritory formally known as Deutschland und mich eine Lebenslänge Abstand bringen. #ichbinhier und #Ihrbleibtfort, Ihr glutenallergischen Klimafürchtlinge. Ich habe Eure Gesinnungsschnüfflernase voll. Ihr macht Euren trauriglustigen Mumpitz ab jetzt bitte allein, ohne mich.
Ich möchte mich nicht mehr in dieser trübhellen Gesellenschaft engagieren. Weder kulturell, noch politisch, noch sozial noch sonst irgendwie. Ich will nicht mehr, ich mag nicht mehr. Ich bin ein alter weißer Mann, einer der Bösen, der „Euch Eure Zukunft klaut“, obwohl ich zwar Messersets kaufe, aber nicht mit Messersets zum Einkaufen gehe. Ich „nehme Euch den Planeten“, obwohl mein Diesel mehr Filter hat als Eure Instagram-Apps. Haltet nur bitte eine Neugiernasenlänge Abstand von meinem Haus. Ich wohne hoch oben und mein Auto steht in einer gesicherten Tiefgarage, die Kinder sind eh fast erwachsen und in spätestens 20 Jahren bin ich sowieso nur noch Kompost. Was soll ich denn auch bei und mit Euch? Während hier auf der Straße fröhlich Arme, Beine und andere Gliedmaßen buchstäblich durch die Luft fliegen, macht Ihr Euch Gedanken, wie wohl die korrekte Anrede für She-Male-Cis-Transgender lautet und wie es sein kann, dass „Inselbegabte“ immer noch kein bayerisches Abi machen können.“

Der Tritt ging genau auf den Nerv. Der Urlaub ist vorbei, ab heute muss ich wieder früh aufstehen – und irgendwie tue ich es noch widerwilliger denn je. Und leider trifft das auch auf das Bloggen zu. Die, die wissen, wissen es auch, wenn ich meinen Senf nicht dazugebe. Die, die nicht wissen wollen, wollen es auch von mir nicht wissen. Und die Handvoll Hetzer, die mich auf dem Penseur-Blog immer wieder persönlich mit ihren Lügen angreifen, naja, die sind mir vollkommen egal. Sollen sie doch glauben was sie wollen und rülpsen was sie wollen, wenn es mir zu blöd wird, gibt es einen Delete-Button.
Mich lässt eigentlich nur der Trotz weitermachen. Ich gönne es den linksradikalen Krakeelern nicht, dass sie die Einzigen sind, deren Stimmen noch gehört werden. Ich gönne ihnen nicht den Sieg über alle Frequenzen.
Ich gönne ihnen ein kleines gallisches Dorf.
Auch wenn das die Weltgeschichte nicht mehr verändern wird.