Posts mit dem Label Wirtschaft erklärt werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Wirtschaft erklärt werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 22. September 2026

President Václav Klaus : EU Authoritarianism & War with Russia

von kennerderlage
 
 
Tschechiens Václav Klaus als Interviewpartner von Prof. Glenn Diesen ist hochinteressant! Seine Analyse der EUdSSR trifft den Nagel auf den Kopf!
 
 
 
Unter dem Video dankt ein Kommentarposter wie folgt: 

@romualdleszczynski8583

This guy has always been so much ahead of his time. Look at his criticism of the EU from more than 25 years ago. Ridiculed by the European aparatchiks for decades - now we know his analyses were accurate to the letter.
Und ein anderer publiziert sogar Lyrik:

@DVHeld

Created by asking Gemini to summarize the video as 4 haikus:
Brussels speaks with pride, 
Claiming they are Europe's heart, 
But true bonds remain. 
 
Energy is tight, 
Self-inflicted winter chill, 
Gas supplies gone cold. 
 
Authoritarian, 
Labels used to quiet dissent, 
Fears of war arise. 
 
Bureaucracy grows, 
Rules replace the common sense, 
Freedom fades away.
Ein wahrhaft inspirierendes Interview, wie man sieht! 
 

Sonntag, 20. September 2026

Kleiner historischer Exkurs für alle, die Warnungen vor einer AI-Blase für bloße Miesmacherei halten

von Manfred Müller
 
 
Im Gelben Forum schrieb vor über einem Vierteljahrhundert ein Forist einen lesenswerten Artikel (eigentlich sogar zwei, aber ich zitiere hier nur den zweiten): 
 
Des Teufels Vortänzer
verfasst von dottore, 12.06.2000, 09:35 
 
 
Sinn dieser kleinen historischen Übung ist nicht Angeberei (ach, was der schon wieder alles weiß), sondern ich möchte die Sinne der Boardteilnehmer schärfen, vor allem jener, die an dem berühmten "This time it's different"-Syndrom zu leiden scheinen. Es ist nämlich "always the same" - auch wenn es sich immer wieder geschickt neu zu verkleiden versteht. Nehmen wir also dem, offenbar in uns allen tief verwurzelten "Willen zu manischem Verhalten" behutsam die Maske ab.
 
Hanns Leiskow: Spekulation und öffentliche Meinung in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Jena 1930. Der Autor behandelt - immer dabei auch den Brainwash durch die Presse im Auge habend - drei große Manien:

a) Die Spekulation in Eisenbahnaktien von 1836-1842. Dazu der"Friedens- und Kriegskurier":"Überall bilden sich AGs, überall werden die Aktien dafür gesucht und mit hohem Aufgeld bezahlt! Hieraus wollen manche den besorglichen Schluss ziehen, dass es damit kein gutes Ende nehmen könne... Dies ist aber eine durchaus unrichtige Schlussfolgerung." Eisenbahnaktien seien eben etwas ganz anderes als Waren oder Staatspapiere (wie heute, nicht wahr, wo die"New Economy" eben etwas ganz anderes sein soll als die"Old Economy").

Der Fränkische Merkur dann am 9. April 1844: "Nur in unserer Zeit der Blendwerke und großartigen Täuschungen, wie der Gier, schnell und ohne Mühe möglichst viel zu verdienen, um fein und anständig zu leben, d.h. sinnlichen Genüssen in weitestem Maß zu fröhnen - nur in einer solchen Zeit ist es erklärlich, dass das Publikum sich noch immer von einzelnen im Wege des Aktienschwindels auf eine unerhörte Weise ausbeuten lässt." 1845/46 der unausweichliche Crash der notieretn 20 Eisenbahnwerte. Die Augsburger Allgemeine am 17. März 1846: "War es (das Hinauftreiben der Aktien) aber damals ein Schwindel, so ist es jetzt eine absolute Krankheit, in deren Todfieber sich viele Privatleute ihrer Aktien mit ungeheurem Verlust nicht schnell genug entledigen können." Die Regierung verbot sogar die Notiz von ausländischen oder im Bau befindlichen Linien, um das Elend nicht noch sichtbarer werden zu lassen!

b) Die Commodity-Spekulation 1846/47. Die Preise (100 = Durchschnittsernte) Weizen 76/107; Roggen 57/122, Gerste 74/104 (1848), Hafer 71/103 (1848), Kartoffeln 53/88 (1848), Erbsen 68/80. Alles angeheizt durch die Erwartung weiter steigender Preise. Dazu der Fränkische Merkur: "...wollen wir auch keineswegs in Abrede stellen, dass die übertriebene Spekulation in Getreide - ein Zeichen unserer genusssüchtigen, leicht zu erwerbenden Reichtümern nachjagenden Zeit - zur Steigerung der Preise das ihrige beiträgt..." Es wurde natürlich auf Termin spekuliert. Ein Zeitgenosse schrieb, "dass der gefürchtete Wucher mehr ein eitles Phantom... als eine wirkliche Ursache der Teuerung ist..." Dann Crash und die übliche Normalisierung.

c) Die Bankaktienspekulation 1850 - 1854, die sich dann bis 1856 zuspitzte, wobei noch zahlreiche andere Gesellschaften als AG erschienen (Schiffahrt, Handel, Maschinen). Leiskow: "Die Spekulation, vor allem mit den Papieren der Neugründungen, nahm einen ungeahnten Umfang an; alle Mahnungen zur Vorsicht, die ein unglückliches Ende voraussagten, verhallten gänzlich unbeachtet. Wie im Jahr 1844 drängte sich arm und reich in den Räumen der Banken oder der Börse, um zu zeichnen und zu spekulieren und auf diese Weise 'glücklich' zu werden." Die Augsburger am 8. Juni 1853: "Die neuesten Erscheinungen arten bereits in ein Fieber aus... Der öffentliche Handel mit Industriepapieren ist zu einem vollständigen Börsenspiel geworden." Der folgende Crash mündete mit ein in die große Panik von 1857 - siehe dazu jetzt:
 
George W. van Vleck: The Panic of 1857. New York 1943. Von bester Provenienz, nämlich Columbia University Press. Die Literatur über die Vorgänge von 1857 ist inzwischen Legion (auch in deutsch,z.B. über den Krisenschwerpunkt Hamburg, das finanziell beinahe fast vollständig vernichtet worden wäre), aber ich weise auf dieses sehr seltene Buch hin, weil es die Panik gut herausarbeitet, die plötzlich im August eingesetzt hat. Am 14. Oktober stand zu lesen: "The whole monetary system of the United States has fallen with a mighty crash, and now lies before us an magnificent and melancholy ruin..." Und obwohl in der US-Wirtschaft "realwirtschaftlich" alles zum besten stand, überdies im tiefsten Frieden, gehts weiter: "Yet in the twinkling of an eye, we are plunged into the lowest depths of commercial embarassment, and stand before the world a nation of bankrupts!"

Und so etwas kann sich in Amerika nie mehr wiederholen, der nach innen und außen mit Abstand am höchsten verschuldeten Nation weit und breit? Aber vielleicht erleben wir doch noch einmal so etwas wie diesen Aufruf des "Journal of Commerce" an seine Leser, "to steal awhile away from Wall Street and every wordly care, and spend an hour about mid-day in humble, hopeful prayer."

Was sagte der Pilot mit ausgefallenen Maschinen über Bordmikrophon: "Liebe Passagiere, sprechen Sie mir jetzt bitte nach: 'Vater unser,.der Du..."?

Im Gefolge dieses und anderer Desaster schrieb ein anonym bleiben wollender Londoner "City Man" zwei Büchlein: "The Bubbles of Finance" und vor allem: "The Profits of Panics; Showing How Financial Storms Arise, Who Make Money By Them, Who are The Losers" (London 1866). Ein Kurzlehrgang für Shortiers mit konkreten Beispielen: "...we sold by various brokers a vast number of (shares) for next settling, and thus helped to bring them down still lower. This mode of operation may be wondered at by the uninitiated, but it is by far the most effectual way to work a large 'bear' account." (32).

Interessant dass der Autor anonym bleiben wollte; es gilt eben bis heute als unschicklich und unfein, auf sinkende Kurse zu setzen oder deren Fall gar noch zu beschleunigen, weshalb es auch in diesem Board immer wieder Kritik z.B. an JüKüs Warnungen hagelt. (Ich selbst hatte 1984 öffentlich - im "Penthouse", meine Herren, die Damen hören bitte weg - erklärt, IBM, die ich für waidwund hielt, bei 125 $ geshortet zu haben, noch dazu zu einem favorablen $-Kurs, der danach mit der Aktie fiel und fiel; als ich dann 1987 einen Prae-Crash-Vortrag in der HSG St. Gallen hielt, wurde ich wegen meiner "Miesmacherei" von den jungen Studenten fast aus dem Hörsaal gejagt). Aber der Vorteil des Baissiers gegenüber dem Haussier liegt eben darin, dass er sich jederzeit fröhlich drehen kann, umgekehrt aber fällt es schwer. Deshalb noch dieses Buch:

Pierre J. Proudhon: Handbuch des Börsen-Spekulanten. Hannover 1857. Proudhon ist bekanntlich ein sozialistischer Klassiker ("Eigentum ist Diebstahl"). Und dennoch hat er sich komplett gedreht und in seinen späten Jahren noch ein erstklassiges kapitalistisches Börsen-Manual verfasst, das noch immer lesenswert ist. Nur kurz aus seinem Vorwort: "Es bleibt uns noch eine Hoffnung. Das Übel, in dem wir uns jetzt befinden, ist nicht ohne Heilmittel; es liegt mehr in den Ideen als in den Menschen."

Diese Ideen suchen wir in diesem Board gemeinsam. Wer oder was der einzelne ist, spielt wirklich keine Rolle.  Let's do it.

Schöne Woche wünscht

d.

PS: Auf das zur PFLICHTLEKTÜRE zählende Buch "Crashes and Panics: The Lessons From History", New York University 1990, möchte ich erst eingehen, wenn ich das hier schon avisierte neue Buch über die Tulpenmanie von diesem Deutsche-Bank-Global-Strategist-Gutmenschen besprechen werde.  
 
-----
 
[Anm. Manfred Müller: Danken Sie nicht mir, sondern dem "Gelben Foristen" Ostfriese, dem ich die Kenntnis dieses überaus lehrreichen Artikels verdanke!]
 

Donnerstag, 10. September 2026

USA: Zusammenbruch ohne Sollbruchstelle

von LePenseur
 
 
Ein interessantes Video unter obigem Titel von Dmitry Orlov findet sich beim Expat-Circle, dort zum Glück auch als Text (und noch dazu auf Deutsch!):
 
 

Dieser Text erscheint in der deutschen Übersetzung mit freundlicher Genehmigung von Dmitry Orlov. Er erscheint zuerst auf seinem Blog als Disgraceful degradation.

Im Jahr 2005 veröffentlichte ich auf Mike Rupperts Website „From The Wilderness“ eine Reihe von Artikeln unter dem Titel „Post Soviet Lessons for a Post American Century“. Darin stellte ich die These auf, dass die USA im Wesentlichen genauso zusammenbrechen würden wie die Sowjetunion, nur etwas später.

Wie viel später, sagte ich nicht. Diese Artikel bildeten die Grundlage für mein 2008 erschienenes Buch „Reinventing Collapse“, das ziemlich erfolgreich war und sogar einen Independent Publishers Award gewann. Die zentrale These lautete, dass die Sowjetunion unbeabsichtigt wesentlich besser auf einen Zusammenbruch vorbereitet war als die USA. In diesem Buch schlug ich bescheiden vor, gewisse Vorbereitungen auf einen Zusammenbruch der USA zu treffen. Dieser Vorschlag stieß weitgehend auf taube Ohren.
(Hier weiterlesen)

Der Artikel beruhigt mich ein wenig. Nicht deshalb, weil ich die Gefahren eines mehr oder weniger zwar absehbaren, aber dann doch unverhofften Eintretens eines US-Kollaps' als beruhigend ansähe (das Gegenteil ist der Fall!), aber weil darin ein Problem angesprochen wird, das sich mir auf meinem Blog ebenso stellt: Das altbekannte Kassandra-Dilemma, bei dem dem Warner vorgehalten wird, daß seine Warnungen bislang nicht eingetroffen seien, weshalb man ihm immer weniger oder eeben überhaupt nicht mehr vertraue. Orlov bringt das gut auf den Punkt:
Wenn meine Hypothese stimmt, müssten die Vereinigten Staaten irgendwann tatsächlich zusammenbrechen, so wie die Sowjetunion. Aber es sind inzwischen mehr als zwanzig Jahre vergangen, seit ich diese Hypothese erstmals formuliert habe. In der Vergangenheit habe ich die unangenehme Frage nach dem Zeitpunkt gern mit allgemeinen Überlegungen beiseitegeschoben. Große historische Brüche lassen sich nun einmal schlecht terminieren. Vom Zusammenbruch der Sowjetunion wurden praktisch alle überrascht, also liegt es nahe, dass auch ein amerikanischer Zusammenbruch überraschend käme. Man kann durchaus erkennen, dass etwas irgendwann versagen wird, ohne sagen zu können, wann. Ein Arzt kann wissen, dass ein Krebspatient sterben wird, ohne den Tag zu kennen. Ein Ingenieur kann feststellen, dass eine Brücke nicht mehr sicher ist, ohne sagen zu können, in welcher Minute sie einstürzt. Manchmal machen zusätzliche Informationen eine Prognose sogar schlechter, weil jede neue Variable Unsicherheit mitbringt.
Exakt so ist es eben. Nur deshalb, weil etwas bislang nicht eingetreten ist, kann daraus nicht gefolgert werden, daß es überhaupt nie eintreten könne!
 
Wenn ich sturzbetrunken bei Rot über eine Kreuzung wanke, mag es schon sein, daß mehrere, vielleicht sogar viele Male nichts passiert, weil gerade kein Auto bei Grün unterwegs ist, oder dessen Fahrer achtsam war und rechtzeitig gebremst hat etc. ... aber würde man deshalb jemandem raten, besoffen bei Rot über die Kreuzung zu gehen? Wohl nicht.
 
Interessant auch Orlovs Charakterisierung der Unterschiede zwischen den USA und der ehemaligen UdSSR. Das wird zwar in der Wolle gefärbten „Wertewestlern“ nicht wirklich schmecken, aber hat schon einige Plausibilität für sich! Eine knappe halbe Stunde, die es in sich hat, bzw. 10 min. Lesezeit für Alphabeten (für Analphabeten leider keine Option) ....
 
Klare Leseempfehlung!
 

Samstag, 5. September 2026

Prof. Jeffrey Sachs : Geopolitical Lies Fuel Financial Bubble

von kennerderlage
 
 
Prof. Jeffrey Sachs im Interview mit Alexander Mercouris und Alex Christoforou zum weltwirtschaftlichen Hintergrund der sich abzeichnenden geopolitischen Katastrophe:
 
 
Zusammenfassung unter dem Video:

Jeffrey Sachs spricht mit Alexander und Alex darüber, warum der Zusammenbruch der amerikanischen und europäischen Hegemonie keine Krise für die Welt, sondern nur für die politische Klasse darstellt, die daran festhält. Sachs analysiert die wahnhaften Vorstellungen hinter Scott Bessents wirtschaftspolitischem „D-Day“, zieht eine erschreckende Parallele zu den Ereignissen von 1914 und enthüllt, warum Iran, China und Russland weitaus stärker und rationaler sind, als westliche Führungskräfte zugeben. Steht das amerikanische Imperium nun endlich vor der Abrechnung, der es sich nicht entziehen kann? 

00:00:00 Intro: Jeffrey Sachs zu Gast bei The Duran  
00:00:59 Alexanders Überblick über die Krisen in der Ukraine, im Iran, in China und die Wirtschaft
00:02:01 Sachs sieht darin eine Krise der westlichen Hegemonie, nicht der Welt 
00:04:27 Warum Europas Verhalten noch seltsamer ist als das Amerikas
00:06:18 Multipolarität ist gut für den Lebensstandard, keine Katastrophe
00:08:34 Größenwahn, Verleugnung und der Zusammenbruch wahrheitsgemäßer Regierungsdarstellungen
00:10:30 Wie die geopolitische Blase eine Finanzblase anheizt
00:12:22 Die Öffentlichkeit spürt bereits, dass etwas grundlegend falsch läuft
00:14:46 Foreign Affairs lesen: Die fünf Szenarien des Establishments für die Weltordnung
00:20:28 Scott Bessents wirtschaftlicher D-Day und die darauffolgende Gegenreaktion
00:23:05 Alexander über Großbritanniens Niedergang und die Ursprünge des Ersten Weltkriegs
00:27:48 Parallelen und Unterschiede zwischen 1914 und heute 
00:32:54 Warum China nicht der neue Kaiser Wilhelm ist
00:36:22 Einblick in die Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit und die BRICS-Staaten
00:41:43 Die Wahrheit über Irans Zivilisation, Widerstandsfähigkeit und Wirtschaft
00:44:18 Wie die USA den Dollar als Waffe einsetzten und warum das scheitert
00:48:01 Kann der Westen der Realität ins Auge sehen, bevor die Abrechnung kommt?
00:52:09 Warum die einfachen Leute, nicht die Eliten, die letzte Hoffnung sein könnten  
 
Ein Kommentar unter dem Video bringt es auf den Punkt:
Die eigentliche Krise ist nicht die Welt an sich, sondern das schwindende westliche Macht-monopol. Der Aufstieg einer multipolaren Welt bedroht nichtr die Menschheit, sondern ist Folge einer sich wandelnden Weltordnung. 

Die Instrumentalisierung des Dollars, endlose Sanktionen und geopolitische Fehlinformationen werden China, Iran, Russland und andere Nationen nicht davon abhalten, ihre eigenen Interessen zu verfolgen. Die Geschichte lehrt uns, dass Arroganz und Fehlkalkulationen geopolitische Konkurrenz in verheerende Kriege verwandeln können. 

Die Welt braucht Realismus, Diplomatie und Kooperation – nicht einen weiteren Wettlauf um die Hegemonie. 
 

Dienstag, 25. August 2026

Einar Tangen : Japan's Economic Crisis & Why the U.S. Is Next

von kennerderlage
 
 
Faszinierende Darstellung der Probleme in der japanischen Wirtschaft mit vielleicht noch faszinierenderen Exkursen in die Geschichte seit dem 2. Weltkrieg und zu den Parallelen, die sich in Bezug auf die USA aus diesen Erkenntnissen ergeben:
 
 
Ein wirklich sehenswertes Interview! 
 

Prof. Jeffrey Sachs : The War on Russia & Iran Is Breaking the West

von kennerderlage
 
 
Der Niedergang des Westens als Konsequenz westlicher Hybris, trotz aufstrebender Konkurrenz weiterhin den Hegemon der Welt spielen zu wollen — Prof. Sachs zeigt die wirtschaftlichen wie geopolitischen Grundlagen des drohenden Zusammenbruchs dieses Denkens auf:
 
 

Montag, 24. August 2026

Col. Douglas Macgregor : Die Konflikte verschmelzen, Amerika sitzt in der Falle, Dollar-Implosion

von LePenseur
 
 
Der Youtube-Kanal Soar Financially von Kai Hoffmann veröffentlichte ein hochinteressantes Interview mit dem früheren US-Haudegen, Col. (retd.) Douglas Macgregor, der den Lesern unseres Blogs von vielen Videos, die der geschätzte Kollege kennerderlage von Youtube-Kanälen wie "Judging Freedom", "Deep Dive" etc. verlinkt, bestens bekannt ist.
 
 
Zeitstempel (KI-generiert)  
00:00 Iran & Hormuz  
01:57 Chaos in den USA  
03:41 US-Militär  
04:43 Nukleares Risiko 
 06:41 Depressionswarnung  
09:37 Türkei & Israel 
12:38 Russlands Vormarsch 
14:05 Russland-China-Iran  
18:45 Schuldenkrise  
20:12 Intervention des Finanzministeriums  
21:15 Finanzkrise  
23:34 Iran gewinnt  
24:53 Dollarkrise  
25:38 KI Blase  
27:35 Der perfekte Sturm  
29:11 Chinas Aufstieg  
30:18 Treffen Trump-Xi  
32:11 Wo investieren?  
32:34 Gold & Bitcoin  
 
Ich schätze bei Macgregor, daß er nicht nur einen aus jahrzehntelanger Militärerfahrung trainierten Sinn für Geopolitik hat (inkl. eines PhD in International Relations!), sondern damit ebenso tiefschürfende historische Kenntnisse und ein ebenso großes Interesse an weltwirtschaftlichen Fragen verbindet und so Scheuklappen-Denken vermeiden kann.
 

Freitag, 14. August 2026

Über Stalin und Rothschild – Studium der Geschichte

von Helmut
 
 
Natürlich ist es nicht jedermanns Sache, sich mit geschichtlichen Themen zu befassen, aber es hilft bei der Bewertung der aktuellen Politik, weil man dann auch vergleichen kann. Also, gleich zu Beginn, - nur für denjenigen, der sich intensiv für die frühere Zeit interessiert, lohnt es sich, hier weiterzulesen. Anlass war für mich dieses Video, das verschiedene Aspekte ins Spiel brachte:


Gleich zu Beginn die Behauptung, dass Rothschild damals Lenin eine gigantische Summe von Geld zur Verfügung gestellt hätte, damit der seine Revolution finanzieren kann. Im Gegenzug hat Rothschild dafür für 100 Jahre die Rechte über die Notenbank bekommen.

Diese Behauptung existiert in unterschiedlicher Form im Netz, und ich habe versucht, mich damit aus-einanderzusetzen. Es wird ja immer gleich alles als "Fake" bezeichnet, was unglaublich erscheint, deshalb muss man diese Fake-Ansicht ja nicht gleich übernehmen.

Ich verweise auf die Geschichte um den Herrn Stalin, wie es begann, und bis zu seinem Tod durch einen Schlaganfall im Jahre 1953:

 
in der Fortsetzung:


Wie sich das für mich darstellt, hat Stalin von Rothschild Schutzgeld für die Sicherung seiner Ölproduktion in Baku erhalten, aber von einer Finanzierung der Revolution durch Rothschild für Lenin habe ich nichts erkennen können. Meiner Meinung auch etwas unlogisch, weil er damit seine eigenen Interessen, nämlich die Grundlage des kapitalistischen Systems, gefährdet hätte.

Rothschild hat aber damals dem deutschen Kaiserreich mit Krediten geholfen, das ist geschichtlich bewiesen. Aber einen Vertrag über die Rechte der Notenbank in Russland zugunsten von Rothschild konnte ich nicht ausfindig machen.

Hierzu die Meinung von den politisch „Auserwählten“, und zwar von der „Bundesstiftung Aufarbeitung“:


Dem gegenüber stehen die Meinungen aus dieser Betrachtung:


Wobei es mir auch hier sehr schwer fällt, die Angaben zu überprüfen. Es wäre sehr hilfreich, wenn jemand der Leser hier einen konkreten Hinweis hätte. Mit diesem Wissensstand kann ich derzeit diese Schublade nicht schließen. Aber trotzdem waren viele Details aus allen genannten Reports interessant, und ich denke, auch für so manchen Leser neu.

Um nochmal zum erstgenannten Video zurückzukommen: Selbst, wenn die anfängliche Aussage über Rothschild darin mit Fragezeichen zu versehen ist, das Nachfolgende ist alles nachvollziehbar und schlüssig. Und bedrückend zugleich.

Donnerstag, 6. August 2026

Zeitlose Wahrheiten aus dem Netz (183)


If history could prove and
teach us anything, it would
be that private ownership
of the means of production
is a necessary requisite of
civilization and material
well-being.
 
Only nations committed
to the principle of private
property have risen above
penury  and  produced
science, art and literature. 

(Ludwig von Mises)
 
-----
  
Mehr »Zeitlose Wahrheiten aus dem Netz«: 1 - 2 - 3 - 4 - 5 - 6 - 7 - 8 - 9 - 10 - 11 - 12 - 13 - 14 - 15 - 16 - 17 - 18 - 19 - 20 - 21 - 22 - 23 - 24 - 25 - 26 - 27 - 28 - 29 - 30 - 31 - 32 - 33 - 34 - 35 - 36 - 37 - 38  - 39 - 40 - 41 - 42 - 43 - 44 - 45 - 46 - 47 - 48 - 49 - 50 - 51 - 52 - 53 - 54 - 55 - 56 - 57 - 58 - 59 - 60 - 61 - 62 - 63 - 64 - 65 - 66 - 67 - 68 - 69 - 70 - 71 - 72 - 73 - 74 - 75 - 76 - 77 - 78 - 79 - 80 - 81- 82 - 83 - 84 - 85 - 86 - 87 - 88 - 89 - 90 - 91 - 92 - 93 - 94 - 95 - 96 - 97 - 98 - 99 - 100 - 101 - 102 - 103 - 104 - 105 - 106 - 107 - 108 - 109 - 110 - 111 - 112 - 113 - 114 - 115 - 116 - 117 - 118 - 119 - 120 - 121 - 122 - 123 - 124 - 125 - 126 - 127 - 128 - 129 - 130 - 131 - 132 - 133 - 134 - 135 - 136 - 137 - 138 -139 - 140 - 141 - 142 - 143 - 144 - 145 - 146 - 147 - 148 - 149 - 150 - 151 - 152 - 153 - 154 - 155 - 156 - 157 - 158 - 159 - 160 - 161 - 162 - 163 - 164 - 165 - 166 - 167 - 168 - 169 - 170 - 171 - 172 - 173 - 174 - 175 - 176 - 177 - 178 - 179 - 180 - 181 - 182             

Sonntag, 26. Juli 2026

Prof. Max Otte : Germany's Economic Suicide Under U.S. Hegemony

von kennerderlage
 
 
Prof. Glenn Diesen interviewt Prof. Max Otte – zwei Wissenschaftler im sachlichen Dialog: einfach sehenswert!
 
 

Freitag, 19. Juni 2026

Prosperity vs. Poverty

by  Meme Dept. 




Sonntag, 7. Juni 2026

Aufklärung? Ach ja?

 
Vor mehr als einem Vierteljahrhundert erschien im Gelben Forum ein bemerkenswerter Artikel zu obiger Frage. Hier wieder zitiert als
 
 
Gastkommentar
von dottore
 
 
Talleyrand schrieb, wir seien"weit hinter die Aufklärung" zurück gesunken. Dazu ein paar kurze Gedanken.

Nach der Aufklärung brach nicht etwa eine Zeit des Friedens, des menschlichen Verstehens, der Güte und der Moral an, sondern eine der übelsten Phasen der Geschichte. Nur ein Stichwort:

Französische Revolution.


a) Sie wurde ausgelöst von den Finanzproblemen des ausgehenden Absolutismus. Die Zinszahlungen auf die Staatsschulden lagen unter Ludwig XVI. bei einem Drittel des Etats. Heute ist es nicht viel anders. Wo blieb die Aufklärung über die verheerenden Wirkungen der Staatsverschuldung? Warum sie allein Inflation, Deflation und Krise verursacht?

b) Die Abwicklung des unausweichlichen Staatsbankrotts geschah in Frankreich durch die Hyperinflation der Assignaten. So ist es bis heute geblieben. Wer klärt uns darüber auf, was Staatsverschuldung für Folgen hat? Japan: die deflationäre Depression, hervorgerufen durch die Maximierung des"Renteneffekts" der Staatsverschuldung (= Beziehen arbeitsloser Einkommen), die jetzt in eine Inflation"gedreht" werden soll, genau wie die Depression des ancien régimes 1789 ff. in eine Hyperinflation gedreht wurde? Die Türkei mit ihrer Hyperinflation, deren Probleme ausschließlich durch den Staat und seine Überschuldung verursacht sind. Wer kärt uns nicht darüber auf?

c) Die menschenverachtende Kriegsführung, die der Revolutionsgeneral Lazard Hoche in der Vendée und in Deutschland als erster einführte und die Napoleon zur Vollendung brachte (Beresina). Wie Falkenhayn vor Verdun und Hitler in toto. Was ist mit dem Balkan aktuell? Warum klärt uns keiner auf über das Phänomen des Genozids though the ages? Wer kennt schon Heinsohns"Lexikon der Völkermorde" (Rowohlt 1998)? In welcher Schulbibliothek steht es denn?

d) Die Menschenschlächterei. Glaube niemand, dass das Abschlachten der Armenier durch die Türken, Auschwitz, die Ustascha-Morde in der "Todesfabrik" von Jasenovac oder die Killing Fields in Kambodscha usw. usw. eine Erfindung des 20. Jahnhunderts seien.

Der berühmte Historiker Norman Davies ("Europe. A History", Oxford Univ. Presss 1996) führt das Phänomen des neuzeitlichen Massenschlachtens auf die Französische Revolution zurück. Nicht auf die Septembermorde und die Guillotine allein, sondern auf die Erfindung der "Noyades": Da die Revolutionäre mit dem Abschlachten ihrer Gegner durch Erschießungskommandos nicht mehr mitkamen, haben sie in Nantes Kähne genommen, die Menschen hineingefercht und versenkt. Dann wieder gehoben, die Leichen verscharrt und das ganze noch und noch wiederholt.

Davies nennt die Noyades "reusable death chambers". Warum klärt unsere Kinder in den Schulen keiner darüber auf, dass es solche Todeskammern schon lange vor den Gaskammern gegeben hat?

Aufklärung? Ach ja?

Was ist mit dem"Aufklärer" Wilhelm von Humboldt (1767-1835; Humboldt-Universität, Berlin)? Der schrieb 1791 ein Buch"Ideen zu einem Versuch, die Gränzen der Wirksamkeit des Staats zu bestimmen". Erschienen ist es erst nach seinem Tode (1851, Breslau). Warum hat er es nicht zu seinen Lebzeiten publiziert? Weil darin ein Satz vorkommt: 
"Nichts lehrt den Gebrauch der Freiheit mehr als die Freiheit selbst".
Humboldt wollte Karriere machen und so ein Buch wäre in der Restauration nach 1815 für ihn nicht förderlich gewesen.

Ich höre immer nur Aufklärer. Wer kennt das Buch von Martin van Creveld, "Aufstieg und Untergang des Staates"? Erschienen im Gerling Akademie Verlag München 1999. Warum wird es nicht verbreitet, vor allem Teil IV:"Der Staat als Ideal" (1789-1945), mit dem Kapitel"Die Vergöttlichung des Staates" 289 ff.?

Immerhin kommt der Autor, angesehener Historiker an der Hebrew University in Jerusalem, zu dem Schluss, dass es jetzt mit dem"Staat" zu Ende geht. Dass sich die Welt von heute"in ihre Bestandteile auflöst" ist ihm keineswegs"bedauerlich".

Er sieht auch die Möglichkeiten"schwerer Krawalle" und dass die Menschen"sich plötzlich in den Händen von Organisationen wieder (finden), die... autoritärer als die Staaten sind". Wer klärt uns über das Phänomen der russischen Mafia auf? Und warum sie kommen musste?

Und wer kommentiert diesen Ausblick von Crevelds: "Gewalt bricht aus, das Blut von Kombattanten und Nichtkombattanten wird vergosssen, und zumindet vorübergehend wird eine Rückkehr zu primitiveren Lebensformen die Folge sein"?

Wer klärt uns darüber auf, was passieren kann, wenn wirklich eine Große Krise kommt? Der von unserer spätstaatlichen Priesterkaste der "Ökonomen" immer wieder gebetsmühlenartig vorgetragene Hinweis, Politik und Notenbanken würden dies schon verhindern, hat einen genau so lächerlichen Zug wie alle Dogmen, die bisher in der Geschichte aufgetischt wurden.

Van Creveld endet mit einem Mao-Zitat:
Die Sonne wir immer scheinen,
die Bäume werden immer wachsen,
und Frauen werden immer Kinder haben.
Immerhin ein Ausblick.

Aber "Aufklärung"? Die des 18. Jahrhunderts endete in Strömen von Blut. Und heute, da wir in der Tat weiter davon entfernt sind denn je, "aufgeklärt" zu sein, und ich meine konkret: aufgeklärt zu sein über den Staat selbst, werden wir möglicherweise noch ganz anderen Katastrophen entgegen schlendern.

Und wer hat die Aufklärung über den Staat und sein verheerendes Treiben querbeet durch die Geschichte bis heute, verhindert? Die fest in Staatshand befindlichen Institutionen, von der Grundschule bis zum Oberseminar einer x-beliebigen staatlichen Universität.

Woher soll denn da "Aufklärung" kommen?

Dieses Forum kann ein wenig dazu beitragen, aufzuklären. Aber wenn es immer mehr verlassen, weil sie entweder nicht rational diskussionsfähig sind oder nicht die Nerven haben, auch Mal eine schlechte Phase zu durchzustehen, dann können wir auch den Rest von Hoffnung fahren lassen.
 
-----
 
"Dieses Forum" meinte damals natürlich das GelbeForum. Man darf sich angesichts mancher Kommentare durchaus Gedanken machen, ob es nicht ebenso diesen LePenseur-Blog betrifft ... 
 
 

Mittwoch, 3. Juni 2026

End The Fed !

by  Meme Dept. 




Dienstag, 26. Mai 2026

Chinas Strategie zum Umgang mit dem Niedergang der USA

von kennerderlage
 
 
Eine lange, aber hochinteressante Unterhaltung zwischen Prof. Glenn Diesen und Einar Tangen, Senior Fellow am Teihe Institute und am CIGI. Dieser bespricht die irrationalen und destruktiven Strategien der schwindenden US-Hegemonialmacht und Chinas Umgang mit den USA in dieser gefahrvollen Zeit:
 
 
 
Der Putsch, den die Billionaire Class in den USA unternahm, war ein jahrzehntelanger Prozess – doch inzwischen ist fast alles in der Hand der Super-Reichen: Regierung, politische Parteien, Medien, Think-Tanks, Unis und selbstredend der gesamte Finanzsektor. 
 
Die fundamentalen Unterschiede in der Vorgehensweise von China und den USA werden herausgearbeitet und machen klar, warum die USA zunehmend in die Defensive geraten werden: wer immer mit Drohungen und Erpressung arbeitet, macht sich keine Freunde (und nicht einmal gehorsame Vasallen!) und muss weiters (um seine Selbstsicht aufrecht zu erhalten) zunehmend in Illusionen ausweichen und die Fakten verleugnen. Doch das ist keine Strategie, die auf Dauer funktionieren kann.