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Dienstag, 23. Juni 2026

Anstelle eines Nachrufs

 von Manfred Müller
 
 
... ein Video von Murray Rothbard über den gestern, über 100-jährig, verblichenen Alan Greenspan, lange Jahre Chef der Federal Reserve und damals das "Orakel von Delphi" für Börsianer weltweit:
 
 
Rothbard ist manchmal kaum zu verstehen mit seinem Gebrabbel, deshalb ist das Transskript des Videos sehr hilfreich:

[Question about Greenspan] What do you think about Alan Greenspan? How did he go from being … from studying under Mises …

Rothbard: Yeah, that’s very interesting. Greenspan, well he was never … he was always a Keynesian, even in the old Randian Period. He had no interest in Austrian economics at all, and no interest in economic theory. He was basically a forecaster. He was a lousy forecaster, interestingly enough.

When he got his Fed post a couple years ago, he had to give up its forecasting business because the forecasting firm—Townsend &  Greenspan—admittedly, they were lousy forecasters, and so without Greenspan, there’s no point in having it. In other words, Greenspan was sold not as forecasting but as access the power. Like Kissinger—why did Kissinger & Associates make $10 million a year, or whatever it is, because he knows all these bigshots and can get them in with the bigshots, that’s high-fallutin’ lobbying.

And so, how so did he rise to fame and fortune? I don’t quite know. I mean, if you ever … I’ve met Greenspan, and I think he’s the least charismatic person I’ve ever seen practically. He’s got the persuasiveness of a dead mackerel. So I don’t know how he got … it’s difficult to figure out. He got in with I guess the Ford administration, … And the interesting thing is he gets in, he got into the Council of Economic Advisors and recently the Fed. The New York Times would write about him about say, “well he has these peculiar philosophical views, like gold standard and Ayn Rand etc., but don’t worry about it folks, he’s really a pragmatist.” That’s the tip-off—regardless of these views, they’re sort of in the closet; he doesn’t care about them; in practice, he’s like everybody else. Which of course is true.

But you also have the unique … see he has the advantage or the establishment of having conservative or Randian whatever “aura,” so he can get away with stuff, a conservative will back him. And so he can do the the same stuff everybody else is doing. It has sort of an aura or right-wing connection. I think that’s probably the usefulness. But basically he’s like Volcker or the other people—he’s a Volcker without a cigar, is what he is. He’s probably better than a lot of other guys.

The interesting thing how the conservative Keynesians like Volcker and Greenspan are better than the Reaganite supply-siders who want more inflation, they want a lot more inflation, a lot lower interest rates, … they’re holding a line, such as it is. It’s too glad because Greenspan saved the Social Security system for a century, by increasing taxes of course. So he has a lot to answer for… But in contrast to … in contrast to … he’s less bad than the Reaganites, is all you can say for him.

But the interesting thing is he follows the Randian strategic view. The Randian strategic view is—see most people think of Randians as being libertarian  with a slight quirk. They’re not really libertarians politically at all, because what they want is, before you can do anything politically, before you can cut taxes, eliminate price controls or anything—before you do anything, you have to have everybody agree on Randian philosophy—free will, and concept and percept and all the other crap—so before you can do anything, have any coalition with anybody, you have to everybody agree on all the Randian metaphysics. Well since you’re not going to have that, in practice you have just regular statists.

Dass Greenspan eine geraume Zeit lang dem Kreis um Ayn Rand angehörte, wissen heute vermutlich nur mehr die Wenigsten. Aber es war eben immer nur "sort of in the closet", nichts, was Greenspans tatsächliche Tätigkeit in der Fed beeinflusste.
 
Ob ihm nach seinem Abgang gedämmert hat, was er mit seiner lockeren Geldpolitik angerichtet hat? Kann sein, manche spätere Statements lassen es vermuten. Als überzeugter Atheist, der er war, wird ihn dies aber nicht allzu sehr tangiert haben Er hatte sein Leben erfolgreich gelebt, wurde nie angeklagt, hatte nie üble Konsequenzen seiner Aktionen zu tragen — also: was soll's!
 
Eine systemimmante Figur ist gestorben. Lange Zeit bewundert, nach seinem Abgang allmählich vergessen. Falls er nun in einem Jenseits (oder auch nur in seiner Todesstunde) auf sein Handeln zurückblicken kann bzw. muss: ist er dafür zu beneiden?
 
Unser geschätzter LePenseur pflegt derartige rhetorische Fragen mit dem Satz zu quittieren: "Die Frage zu stellen, heißt sie beantworten."
 

Donnerstag, 17. April 2025

Die US-Zölle und die Lösung: die Inder haben's drauf. Die Chinesen auch ...

Gastkommentar
von Nereus
 
 
Da „unser aller Donald“ die Welt mit Zöllen maßregelt bzw. maßregeln will, sorgt er natürlich für Unruhe im Kaninchenbau. Darauf erhoffte er Reaktionen. Die gibt es auch, aber manchmal sind die richtig clever!

Vor allem die Inder glänzen mit Raffinesse:

„Die USA sind verärgert über das Handelsdefizit, was einer der Hauptgründe für die Einführung von 26 % wechselseitigen Zöllen auf Indien ist“, so ein Beamter.

Es wird erwartet, dass die BTA diese Bedenken durch die Erhöhung der hochwertigen Importe aus den USA ausräumt.

Nun, die Betonung liegt auf „hochwertig“. Und was möchten die Inder nun importieren?

Indien erwägt, Gold und andere hochwertige Gegenstände zu importieren, darunter Silber, Platin und Edelsteine aus den USA, um Washingtons Besorgnis über ein erhebliches Handelsdefizit mit Indien auszuräumen, sagten zwei Personen, die über die Angelegenheit informiert sind.

Die Diversifizierung des Handels könnte eine der Möglichkeiten sein, das bilaterale Handelsdefizit mit den USA zu überbrücken, sagten sie und forderten Anonymität. Im Rahmen der laufenden Verhandlungen über ein bilaterales Handelsabkommen (BTA) erwägen die beiden Partner die Integration der Lieferkette für gegenseitige Gewinne. Unter BTA könnten Konzessionäre für Edelmetalle und Fertigschmuck eine Win-Win-Situation für beide sein, sagten sie.

Damit sind die Ansprüche der Amis erfüllt. Mehr hochwertig als Gold geht kaum. Fettes „Respekt!“ nach Neu-Dehli!

[[zigarre]]

 

.. aber die Chinesen sind schneller unterwegs. Goldexperte Jan Nieuwenhuijs berichtet:

China erreicht im April mit Hashtag#gold den Nachbrenner.

Wenn es eine Statistik über Gold gibt, die mich heute schockiert hat, dann war es der Kommentar meines Kollegen Ray Jia heute Morgen, als er mir sagte, dass chinesische ETFs in den ersten 11 Tagen des Aprils mehr Hashtag#gold-Zuflüsse verzeichnet haben als im gesamten ersten Quartal 2025.

Aha, die Chinesen riechen den Braten. Und der Goldpreis zieht an als gäbe es kein Morgen. Was hat das alles zu bedeuten? Trocknet da irgendwo die Geldversorgung aus? Will sich niemand mehr verschulden?

Dann müssen - wohl oder übel - die Notenbanken wieder ran. Daraus folgt: Die Zinsen werden fallen, unten bleiben und ein Rettungspaket wird das andere jagen. Die Firmen werden entlassen müssen, weil sie sonst nicht überleben können ..

Anders formuliert: Die Kacke ist jetzt richtig am Dampfen. 

Aber daran ist nicht Donald Schuld. Das Problem wurde über 50 Jahre lang vertagt und nun läßt es sich nicht mehr länger verleugnen. Es gibt hier Leute, die meinen, es gäbe keine Rettung mehr. Ich sehe das anders, aber ziemlich heftig wird es auf jeden Fall.

 

Montag, 3. März 2025

A Flag

by  Meme Dept. 




Montag, 6. Januar 2025

Der neue Krieg an der Währungsfront

Gastkommentar
von Nereus
 

Erinnert sich noch jemand an meine verrückte Idee im Währungskorb des UNIT, der neben 40 % Gold auch Währungen der BRICS-Staaten enthalten sollte, den US-Dollar aufzunehmen? Ich hatte den Beitrag kurz vor dem Treffen in Kasan eingestellt. Bei Interesse bitte hier entlang ...

Wir erinnern uns, daß das mit hohen Erwartungen bedachte BRICS-Treffen in Rußland ein wenig enttäuschend ausfiel, da weder der UNIT zur Weltwährungs-Konkurrenz aufstieg, noch irgend etwas Konkretes zur Zukunft des UNIT verlautbart wurde. Aber, der Osten tickt nun mal anders als der marktschreierische Westen. Man überlegt, testet, wertet aus, überlegt neu, testet wieder ...

Einen solchen Test hat es nun gegeben und zwar in Saudi-Arabien.

"Die Geschichte um die Emission von auf USD lautenden Staatsanleihen in Saudi-Arabien sorgt in China für enormes Aufsehen und könnte möglicherweise von großer Bedeutung sein. Ich vermute stark, dass dies eine Botschaft an die kommende Trump-Regierung ist. .. Oberflächlich betrachtet ist es keine große Geschichte: China hat in Saudi-Arabien auf USD lautende Staatsanleihen im Wert von 2 Mrd. USD emittiert .. (Quelle)

Nun ja, was heißt hier keine große Geschichte? Die Chineser plazieren eine Staatsanleihe in einer fremden Währung? Dürfen die das überhaupt? Ja, das dürfen sie. 

[[freude]]

Das ist doch das kleine schmutzige Geheimnis des Euro- oder besser Offshore-Dollars. Und da der Osten es leid ist vom Westen herum kommandiert zu werden, macht man nun Nägel mit Köpfen, aber eben auf die chinesische Art mit einem Lächeln auf dem Gesicht.

Der erste einigermaßen interessante Aspekt ist, dass die Anleihen fast 20-fach überzeichnet waren (d. h. mehr als 40 Mrd. USD Nachfrage für Anleihen im Wert von 2 Mrd. USD), was eine weitaus höhere Nachfrage als üblich für USD-Staatsanleihen darstellt. Normalerweise sind US-Staatsanleiheauktionen 2- bis 3-fach überzeichnet, so dass die auf Dollar lautenden Schuldtitel Chinas auf dem Markt offensichtlich sehr gefragt sind.

Wer also künftig US-Dollar benötigt kann auch Staatsanleihen aus Peking kaufen. Das dürfte im US-Schatzamt sehr schlecht ankommen, denn dort wird der Bedarf an Gläubigern immer größer, da kann man Konkurrenz überhaupt nicht gebrauchen.

Der zweite interessante Aspekt ist, dass der Zinssatz für die Anleihen bemerkenswert nahe an den Zinssätzen der US-Staatsanleihen lag (nur 1-3 Basispunkte höher, d. h. 0,01% bis 0,03%), was bedeutet, dass China jetzt in der Lage ist, sich Geld - in US-Dollar (!) - zu praktisch demselben Zinssatz zu leihen wie die US-Regierung selbst.
Das ist bei keinem anderen Land der Welt der Fall.

Kreisch! Und China droht im Gegensatz zur Weltpolizei nicht mit Krieg oder neuer Landnahme. Welche Dollar-Anleihe werden also Investoren in unsicheren Zeiten kaufen? 

[[hae]]

Durch die Ausgabe von Dollar-Anleihen in Saudi-Arabien, die direkt mit US-Staatsanleihen konkurrieren und im Wesentlichen den gleichen Zinssatz erhalten, zeigt China, dass es als alternativer Verwalter von Dollar-Liquidität mitten im Herzen des Petrodollar-Systems agieren kann. Für Saudi-Arabien, das Hunderte von Milliarden an Dollarreserven hält, ergibt sich dadurch eine neue Möglichkeit, seine Dollar zu investieren: Sie können sie bei der chinesischen Regierung statt bei der US-Regierung anlegen.

Jetzt sind es schon zwei! China und Saudi-Arabien gehören zu den größten Dollar-Gläubigern. Und auf einmal eröffnen sich ganz neue Perspektiven. Wer hätte das gedacht?

Leider habe ich die Pointe vorweg genommen, aber hier nochmals in Zusammenfassung.

Okay, das ist alles interessant, aber immer noch nicht der Hauptgrund, warum die chinesischen sozialen Medien in Aufruhr sind.
Der Grund dafür ist, dass es sich um einen Versuch Chinas handelt, den USA zu demonstrieren, dass sie ihre eigene Währung effektiv gegen sie einsetzen können, mit möglicherweise dramatischen Folgen.
Und wie?
Stellen Sie sich einmal vor, China würde das Ganze ausweiten und anstelle von Anleihen im Wert von 2 Mrd. USD Anleihen im Wert von 10 oder 100 Mrd. USD emittieren.

Für die USA bedeutet dies, dass China auf dem globalen Dollarmarkt mit dem US-Staatsanleihemarkt konkurrieren würde.
Anstatt dass Länder wie Saudi-Arabien ihre Dollar automatisch in US-Schatzanleihen recyceln, könnten sie sie in chinesische Dollar-Anleihen investieren, die denselben Zinssatz zahlen.
Auf diese Weise würde ein paralleles Dollarsystem entstehen, in dem China und nicht die USA einen Teil der Dollarströme kontrolliert.
Die USA würden die Dollar immer noch drucken, aber China würde zunehmend kontrollieren, wohin sie fließen.
Stellen Sie sich das vor… 

 [[zigarre]]

Genau darauf wollte ich damals mit meinem Beitrag kurz vor Kasan hinaus. Aber nun wird es anders gemacht und ich gebe zu, die Idee ist noch viel besser. Eine neue Währung ist immer riskant, bewährte Staatsanleihen sind dagegen alte Hüte.

Ein weiterer kritischer Aspekt ist, dass jeder Dollar, der in chinesische Anleihen statt in US-Staatsanleihen fließt, ein Dollar weniger ist, der zur Finanzierung der US-Regierungsausgaben beiträgt. In einer Zeit, in der die USA massive Defizite haben und ständig Staatsanleihen verkaufen müssen, um sich zu finanzieren, könnte das Auftauchen Chinas als konkurrierender Emittent von Dollar-Anleihen, der mit den Zinssätzen der Staatsanleihen mithalten kann, die US-Regierung vor immense Finanzierungsprobleme stellen. Dies könnte das Ende des so genannten "exorbitanten Privilegs" der USA bedeuten.

Bingo! Das ist der Punkt auf den es ankommt. Die dringend notwendige Nachverschuldung gerät ins Stocken. Und, was können die Amis dagegen tun? Ziemlich wenig.

Die naheliegende Reaktion wäre die Androhung von Sanktionen gegen Länder - wie Saudi-Arabien - oder Institutionen, die chinesische Dollar-Anleihen kaufen.
Aber das würde noch mehr zeigen, dass Dollar-Anlagen nicht wirklich sicher vor der politischen Einmischung der USA sind, was die Länder weiter ermutigen würde, zu diversifizieren, was das Problem noch verschärfen würde.
Die Stärke des Dollar beruht zum Teil auf Netzwerkeffekten - jeder nutzt ihn, weil alle anderen ihn nutzen -, aber wie wir im Falle Russlands gesehen haben, schaffen Sanktionen ein koordinierendes Moment für die Länder, sich gemeinsam zu entfernen, wodurch diese Netzwerkeffekte geschwächt werden.

Eine andere Möglichkeit wäre, dass die Federal Reserve die Zinsen anhebt, um die Attraktivität von US-Staatsanleihen zu erhöhen.
Aber das wäre ein Eigentor: Es würde die Kreditkosten der US-Regierung zu einem Zeitpunkt erhöhen, an dem sie bereits mit massiven Defiziten zu kämpfen hat, was eine Rezession auslösen könnte.
Und China, das ähnliche Zinssätze wie die USA erhält, könnte jede Zinserhöhung einfach ausgleichen.

Die USA könnten auch zu der "nuklearen Option" greifen, Chinas Fähigkeit, Dollar-Transaktionen abzuwickeln, einzuschränken, aber das würde das globale Finanzsystem sofort zersplittern und die Rolle des Dollar als globale Reservewährung untergraben - genau das, was die USA vermeiden wollen.

Wir sehen, da geht nicht mehr viel. Ami-Land hat es zu bunt und zu weit getrieben. Peking grüßt freundlich über den Pazifik.

.. ist dies zum jetzigen Zeitpunkt höchstwahrscheinlich nur eine Botschaft Chinas an die kommende Trump-Regierung: "Wir können das, also überlegt euch gut, was ihr mit uns vorhabt..."
Das Schöne an diesem Schachzug ist, wie strategisch elegant er ist:
Es kostet China fast nichts, dies zu demonstrieren, zwingt Washington aber, über einige sehr unangenehme Möglichkeiten nachzudenken."

Ebend!  
 

Samstag, 16. November 2024

Ist der schwarze Schwan zum zweiten Mal gestartet?

Gastkommentar
von Nereus

Sicher kann man da nie sein, aber die Indizien erhärten sich! Es ist nicht nur so, daß die offiziellen Statistiken zu Wirtschaft und Finanzen nach Herzenslust und Bedarf manipuliert werden, sondern es sieht sogar so aus, als wüßten die Großkopferten nicht genau, was an den Märkten vor sich geht. Und wenn man die Gefahren nicht richtig erkennt, wird man blind für die reale Welt.

Was passiert gerade da draußen? [[hae]]

Alle Zahlen – trotz Manipulation – deuten auf eine größere Rezession in den USA hin. Aber nicht nur dort, der Abschwung hat globale Ausmaße, denn auch China steckt fest, obwohl dort eine Geldspritze die andere jagt. Zu Deutschland braucht man kein Wort verlieren, denn hier wurde von einer terroristischen Organisation – die seltsamerweise immer noch Regierung genannt wird – das Problem aus Unfähigkeit und Vasallentum bewußt verschärft. Für alle kommt noch eine außer Kontrolle geratene weltweite Verschuldung dazu. Walter Ulbricht hatte doch recht, als er sagte: Man kann auf Dauer nicht mehr ausgeben, als man einnimmt.

Ich zitiere aus dem Transkript des aktuellen Markt-Kommentars der EuroDollar University:

Aus der Sicht des Marktes und der Geldhändler gab es also immer mehr Bestätigungen aus verschiedenen Quellen, dass die Risiken zu groß sind, um sie einfach zu ignorieren, wie Jerome Powell es gerne hätte. Wir haben sogar einen negativen Spread beim 10-jährigen deutschen Swap erhalten .. der erste negative Swap-Spread in Deutschland bei einer Laufzeit von 10 Jahren, das hat es noch nie gegeben! Natürlich versuchen die Medien, wie ich bereits sagte, dies als Angst vor höheren Defiziten zu verkaufen, aber die Medien, die Mainstream-Ökonomen und die Zentralbanken sind völlig nutzlos, wenn es um Swaps und Zinssätze geht. Zunächst einmal entspricht der deutsche Swap-Spread tatsächlich sehr genau dem US-Dollar-Swap-Spread, weil sie natürlich das tun, und der Grund dafür ist das schwarze Loch, das die Händler im Zentrum bilden, die Inputs aus der ganzen Welt aufnehmen und zu Outputs in der ganzen Welt werden lassen.

Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=jgoCc4camyU&t=644s

Um dies etwas verständlicher zu machen, hier nun ein Besuch im Händlersaal.

Denken Sie einmal aus der Perspektive des Händlers:
Plötzlich kommen all Ihre besten Kunden, Ihre größten und erfahrensten Akteure auf dem globalen Markt, zu Ihnen und sagen: „Ich möchte diese Art von Absicherung durchführen, weil ich einen Zinsswap absichern und die Fixseite nehmen möchte, weil ich denke, dass die Zinssätze sinken und dort bleiben werden.

Sie werden diese Informationen nutzen, insbesondere wenn sie aus dem gesamten globalen System oder aus bestimmten Teilen davon stammen, die dem ausgesetzt sind. Sie werden diese Informationen nutzen und sie an Ihr eigenes Verhalten und Ihre eigenen Aktivitäten anpassen .. da etwas im Gange ist. Händler werden diese Informationen nutzen und verständlicherweise selbst defensiver werden, sie stellen höhere Anforderungen an Sicherheiten und Swaps, aber auch andere Märkte wie Repo und andere Geldhandelsaktivitäten, so dass Sicherheiten und Swaps in beide Richtungen gehen.

Auch wenn man das Thema nicht auf dem Schirm hat, das rationale Verhalten der Akteure kann man nachvollziehen. Es kommt Sturm und Regen auf, also schließt man Türen und Fenster.

Festgefahren in der Mitte, weil sich im Euro-Dollar-System alles um diese Geldhändler dreht und wir daher diese Signale erhalten, ob es sich nun um Zinsswap-Spreads, Schatzwechsel oder gescheiterte Repo-Geschäfte handelt, die uns einen kleinen Einblick geben, vielleicht sogar genug Einblick in das schwarze Loch.

Das ist der Maschinenraum des großen Dampfers! Von dort drangen schon einmal schrille Töne in die Kabinen und auf Haupt- und Oberdeck. Damals im Herbst 2019 erhob sich erstmals ein schwarzer Schwan:

Im September 2019, dem Repo-Rumble, war das, was damals geschah, zunächst einmal bis heute ein Rätsel, denn die Mainstream-Berichte und die Mainstream-Ausreden für das, was geschah, liegen wieder einmal völlig falsch. Sie müssen mir nicht glauben .. aber die Ausgangslage war sehr ähnlich. Sie hatten Zinskurven, Renditekurven, die sich umkehrten. Es gab eine Rezessionsangst, die sich nicht nur in den Vereinigten Staaten, sondern auch im Rest der Welt entwickelte, es gab auch im Rest der Welt tatsächliche Rezessionen.
...
Das war, als die Zinsstrukturkurve sich wirklich umkehrte, als wir wirklich das Gefühl bekamen, dass der Markt dachte, dass hier etwas Großes passieren würde und es wäre natürlich folgerichtig, dass Geldhändler Aktivitäten unternehmen, im Sinn einer steigende Risikoaversion. Mitte September steigt plötzlich der Kassakurs im Repo-Geschäft, der GC-Kurs im Repo-Geschäft so sehr, dass es den Leitzins mit sich zieht und zum ersten Mal der Leitzins Mitte September 2019 über die sogenannte Obergrenze oder Obergrenze des Zielbereichs der Federal Reserve hinausgeht, so dass es ein sehr kritisches und sehr offensichtliches Signal für etwas Großes war, das im Repo-Handel unterging.
Doch was war es nun?

Offiziell waren es angeblich erhöhte Steuerzahlungen der Unternehmen als vom Bankensystem erwartet.

.. weshalb mehr Reserven vom Bankensystem auf die TGA verlagert wurden, so dass das Bankensystem nicht über ausreichende Reserven verfügte, um sich an diese Bedingungen anpassen zu können.

Das ist an sich schon sehr abenteuerlich, denn wenn es ein Liquiditäts- oder Sicherheitenproblem gibt und plötzlich mehr Geld reinkommt ... aber egal.

.. zunächst einmal sind Reserven nie der entscheidende Faktor für die Liquidität, weil Banken die Möglichkeit haben, ihre eigene Liquidität zu schaffen, weshalb es vor September 2008 nicht wirklich Reserven gab
September 2008 hat das Bankensystem sein eigenes Cash und Geld geschaffen und brauchte die FED nicht, um Reserven zu schaffen.

Nix ZB und QT und das ganze Brimborium. Die Händler haben gestreikt, oder besser: sie wurden vorsichtiger. Der ewig fließende Geldstrom, der das immer größer werdende System schmiert, begann auszutrocknen.

.. was darauf hindeutet, dass die Risikoaversion zunahm und daher die Geldmenge verknappt wurde, nicht wegen der FED, nicht wegen der Bankreserven, weil die Bereitschaft der Händler, auf diesen Märkten zu intervenieren, auf den Großhandelsmärkten im Rest der Welt problematisch wurde, und das ist auch das, was Jay Powell auf seiner Pressekonferenz am 30. Oktober 2019 sagte.
...
Statt dessen hatten wir einen Fall von Rückwärtselastizität, bei dem, je höher der Zinssatz stieg, desto weniger Händler in den Markt eintraten, weil sie das als ein Signal ansahen, dass etwas nicht stimmte .. und sie hatten Recht.

Der Kanarienvogel im Stollen piepste leiser, nahm an Größe zu und färbte sich schwarz.

Die Antwort liegt in der Risikoaversion der Geldhändler.
2019 gab es alle Anzeichen dafür, aber die FED weigerte sich, sie zu erkennen, denn natürlich lügt die FED immer über die Geld- und Liquiditätslage und die Wirtschaft, denn die Wahrheit zu sagen, sieht für die Fed nicht gut aus.

Aha! Und heute? [[hae]]

Ende Oktober 2024 hatten wir also einen weiteren enormen Anstieg der gescheiterten Repo-Geschäfte, aber es geht nicht nur um die eine Woche Ende Oktober, obwohl das eine zwingende Woche ist, um einen Anstieg der gescheiterten Repo-Geschäfte zu sehen, mit allem, was Ende Oktober passierte, allen Daten, die wir bekamen und allen bestätigenden Signalen von den SWAP-Spreads nach unten, aber es war nicht nur eine einzelne Woche, es geht zurück bis Anfang August.

Die Yen-Carry-Trade-Händler hatten beschlossen, dass sie die Rezessionsrisiken, von denen sie annahmen, dass sie immer noch steigen würden, nicht länger hinnehmen wollten, und so haben sie in den letzten Monaten den Carry-Trade immer weiter abgebaut, was all diese anderen Signale zur Folge hatte, und wenn Sie ein US-Dollar-Geldhändler sind und einige dieser großen japanischen Banken zu Ihnen kommen und sagen, dass sie nicht mehr am Yen-Carry-Trade beteiligt sein wollen, dann werden Sie diese Signale nutzen.

Sie werden diese Informationen nutzen, sei es in Swaps oder im Umlauf von Sicherheiten, und wenn ihnen die Auswirkungen all dieser Informationen nicht gefallen, ändert sich ihr Verhalten, was weitere negative Folgen nach sich zieht und den Druck verstärkt.

Sicherheiten heißt das Zauberwort – die Skepsis nimmt zu, das Vertrauen schwindet und die Händler machen nicht mehr das, was sie machen müßten, um das Karussell weiter zu drehen. Das klingt irgendwie banal, hat aber welterschütternde Auswirkungen. Die Zeichen sind eindeutig und an diesen Umständen kann auch ein gewisser Donald T. nichts ändern. Denn den schwarzen Schwan mit den Swaps, den Repos und Zinsen kann man nicht planen. Die Dinge laufen, wie sie laufen und was bei den Derivaten und anderen Schattensystemen abgeht, hat sowieso niemand mehr im Blickfeld. 

Hier können auch die Geo-Strategen wenig machen. Sie können maximal Trends nutzen und vielleicht den Abgang von "Lawinen" beschleunigen. Doch hier kann die Sache auch fürchterlich schief gehen und wenn das Kapital von BlackRock & Co. Auflösungserscheinungen zeigt, werden die Investoren nicht wirklich darüber erfreut sein.

Aber man kann die Bühne des Theaters noch greller gestalten, noch irrere Schaupieler auftreten lassen, den Zuschauern stärkere Beruhigungsmittel verabreichen ... oder einfach das Theater anzünden mit Taurus- oder Storm-Shadow/SCALP-Lenkraketen.  

[[freude]]

Donnerstag, 24. Oktober 2024

BRICS: Die Suche nach einer Alternative zum US-Dollar als Weltleitwährung

Gastkommentar
von Nereus

 
Das Thema beschäftigt die Befürworter und Gegner der BRICS Gruppe seit einigen Jahren. Und nicht nur diese Leute stellen Überlegungen zur Zukunft des Dollars an. Auch anderswo sorgt man sich einerseits um den hyperbolisch verlaufenden Schuldenanstieg der USA, der den Schuldendienst – also die termingerechte Bezahlung der Zinsen an die Gläubiger – zunehmend brisant werden läßt. Andererseits hat das Einfrieren der russischen Devisenreserven von ca. 300 Milliarden US-Dollar im Jahr 2022 für weltweite Ernüchterung gesorgt und die Frage aufkommen lassen: Wann könnten wir dran sein?

Da am Dienstag (morgen) der dreitägige BRICS-Gipfel im russischen Kasan beginnt und die Erwartungen dazu hoch sind, möchte ich paar Überlegungen dazu anstellen. Ich hoffe es gelingt mir, mich dabei verständlich auszudrücken, denn die Materie ist nicht ganz so einfach, wie ursprünglich gedacht. Und leider wird der Beitrag auch etwas länger, denn diese Überlegungen kann man nicht in drei Sätzen darlegen.

Warum wollen die BRICS-Staaten den US-Dollar als internationale Handelswährung ersetzen?

Einmal wegen der obengenannten ausufernden US-Verschuldung und weil der Dollar von den USA seit Jahrzehnten als Waffe gegen Staaten eingesetzt wird, die sich dem Regime der selbsternannten Weltpolizei entweder politisch oder ökonomisch widersetzen. Das wurde als Problem erkannt und nun sinnt man über eine Alternative nach. Diese heißt UNIT, soll (nur) als Handelswährung fungieren und zu 40% mit Gold gedeckt sein, während die anderen 60 % durch einen Währungskorb repräsentiert werden, der Yuan, Rubel, Rupie und weitere Währungen enthalten soll.

So weit, so gut. Aber ist die Idee dahinter wirklich eine gute, vor allem was den Währungskorb angeht? Um das herauszufinden, muß man erst einmal die Ausgangslage näher beleuchten. Als weltweite Handelswährung hat sich der US-Dollar seit Jahrzehnten gut bewährt. Ja, er ist im Wert gesunken, aber die anderen Währungen erlitten das gleiche Schicksal und das oftmals noch viel heftiger. Nicht bewährt hat sich dagegen die US-Politik, im Sinne der unruhig werdenden Handelspartner, siehe oben.

Das provoziert eine fast ketzerische Frage: Kann man denn überhaupt den US-Dollar von der US-Politik trennen? Blöde Frage, oder? Und die Mehrheit dürfte antworten, nein, das kann man nicht. 

Meine Antwort dazu: Nein, das stimmt so nicht. Man kann das sehr wohl trennen und es wird auch schon seit etwa 70 Jahren so gemacht.

Wie bitte? 

Ja, das Zauberwort heißt Eurodollar.

Was ist denn das überhaupt? Schauen wir dazu einmal bei Wikipedia nach.

Der Eurodollar ist keine Währung, sondern im Finanzwesen der außerhalb der Vereinigten Staaten zirkulierende US-Dollar in Form des Buchgeldes oder der Verbriefung. Der Wortbestandteil „Euro-“ weist lediglich auf Europa hin, denn bei der Entstehung des Eurodollar gab es die Währung Euro noch nicht.
Damit ist der Eurodollar ein Handelsobjekt außerhalb der Währungshoheit der USA und bildet die Grundlage für Finanztransaktionen auf den außeramerikanischen Finanzmärkten. Eurodollar sind nach der Definition der BIZ jene US-Dollar, „die von außerhalb der USA erworben und zur Kreditgewährung an Kreditnehmer unmittelbar in Dollar oder – nach Umtausch – in einer anderen Währung verwendet werden“.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Eurodollar

Sapperlot!Nicht-US-Banken können einfach so Dollar (im Sinn von Einlagen und Krediten) erschaffen. Wie geht das denn?

Wir wissen bereits, daß der größte Teil von neuem Geld von den Geschäftsbanken über Kredite geschöpft wird. Die Zentralbanken spielen keine so große Rolle, wie zumeist angenommen. Die Gelderzeugung ist aber ein mehrstufiger Prozeß, der u.a. hier kurz erklärt wird.

Da die Einlagen bei Banken Forderungen gegen das Bankensystem darstellen, werden diese als Geld bezeichnet. Zusätzliche Kredite führen also über die Einlagenbildung zu einer Vermehrung der Geldmenge. Der Geldschöpfungsprozeß kann im Bankensystem so lange vorangetrieben werden, bis die freien Liquiditätsreserven durch die Mindestreserven (die für Einlagen zu halten sind) und durch den Bargeldabzug bei der Kreditverwendung aufgezehrt sind.

Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/geldschoepfung-34914

Über diese „wundersame“ Geldvermehrung wurde hier an anderer Stelle und vor langer Zeit ausführlich diskutiert. Wie ist aber nun der Eurodollar entstanden?

Gerüchte sagen, durch die Russen. In den Fünfzigern lieferte die Sowjetunion Rohstoffe in die USA oder nach Westeuropa. Dazu wurden sie von den Amerikanern in US-Dollar bezahlt. Aufgrund politischer Differenzen – z.B. DDR Aufstand 1953 oder Ungarn 1956 – fürchteten sich die Russen vor US-Sanktionen und der Beschlagnahme ihrer ausländischen Devisenreserven. (Man beachte die Parallelen zu heute ...)

Daher deponierte der Kreml diese Gelder bei westeuropäischen Banken. Die zahlten auch Zinsen für diese Einlagen und haben ganz sicher auch die sowjetischen Einlagen als Basis für neue Kredite verwendet, siehe oben erwähnte Geldschöpfung. Nehmen wir als Beispiel an, die Sowjetunion hat ein Rohstoffgeschäft getätigt und 10 Millionen Dollar dafür erhalten. Die europäische Bank gewährt dafür 3,5 % Zinsen im Jahr. Nach einem Jahr wäre der Kontostand auf 10.350.000 Dollar angewachsen.

Doch wo kommen die Zinsen für diese Einlagen her? Nun, die erzeugen oder verdienen die Banken selbst, ohne Uncle Sam dabei um Erlaubnis zu bitten. Was ursprünglich mit zwei-oder dreistelligen Millionenbeträgen begann, wuchs in den Sechzigern in die Milliarden. Heute reden wir von vielen Billionen. Der Eurodollar Anteil, der auch AsiaDollar und andere nicht US-Bankenbereiche umfaßt, ist mittlerweile größer als der US-Heimatmarkt!

Als ich vor einem halben Jahr begann mich mit der Materie zu beschäftigen, habe ich nicht schlecht gestaunt. Das hatte ich bislang überhaupt nicht auf dem Schirm, auch wenn ich immer wieder einmal auf den Begriff Eurodollar gestoßen war. Und es kommt noch besser. Die USA stehen dieser Geldvermehrung weitestgehend hilflos gegenüber, da sie darüber keine echte Kontrolle ausüben können.

Schaut mal hier:

Im Jahr 2008, auf dem Höhepunkt der Finanzkrise, waren die größten Nutznießer der Notkredite der Federal Reserve nicht amerikanische, sondern europäische Banken.
Mittels eines Interbanken-Transfers, der als Liquiditätsswap ausländischer Zentralbanken bezeichnet wird, lieh die US-Zentralbank ausländischen Zentralbanken fast 600 Mrd. USD.
Während der Krise in der Eurozone öffnete die Federal Reserve diese Dollar-Liquiditäts-Swap-Linien erneut und lieh notleidenden ausländischen Instituten weitere 109 Milliarden Dollar.
Im Mittelpunkt dieser Rettungsaktionen für ausländische Banken stand ein Finanz-Instrument namens Eurodollar.

Quelle: https://scholarship.law.vanderbilt.edu/vjtl

Ist das nicht der Hammer? Nicht-US-Banken schöpfen US-Dollar ohne die Amis zu fragen und wenn die Hütte brennt, kommt die FED-Feuerwehr vorbei, um den Brand zu löschen. Haben die Amerikaner das Problem, das ihnen irgendwann um die Ohren fliegen könnte, denn nicht erkannt? Doch, das haben sie. Aber sie haben auch begriffen, daß sie dagegen wenig unternehmen können, denn durch diese permanente Liquiditätsquelle sind sie auch selber die letzten Jahrzehnte bestens gefahren. Sie stabilisierte quasi die Transfer- und Reservemechanik des US-Dollar.

Das rasche Wachstum des Eurodollarmarktes blieb nicht unbemerkt.
Bereits 1979 untersuchte der Kongreß die Möglichkeit, den Eurodollarmarkt zu kontrollieren.
..
Der Gesetzentwurf wurde zur Anhörung an den Unterausschuß für inländische Geldpolitik und den Unterausschuß für internationalen Handel, Investitionen und Geldpolitik verwiesen, wo er jedoch nicht behandelt wurde.
In den folgenden Jahren haben die Vereinigten Staaten nicht versucht, den Eurodollar-Markt in nennenswertem Umfang zu kontrollieren.

Quelle, wie oben.

Was sagt man denn dazu? Die Amis haben zwar die Weltleit- und Weltreservewährung erschaffen, aber der „ungezogene Sohn“ setzt ständig neue „uneheliche Kinder“ in die Welt. Inzwischen ist die Kinderschar riesig und nicht mehr überschau- bzw. kontrollierbar. Übrigens: das gibt es nicht nur beim US-Dollar, das funktioniert auch beim Schweizer Franken, dem Britischen Pfund usw. und war auch ein Thema bei der verblichenen Deutschen Mark.

Es würde jetzt zu weit führen noch mehr über das Thema zu sagen, denn auch die US-Banken haben die Vorteile des Eurodollar erkannt und nutzen diesen, da er viel weniger Kontrollen und Beschränkungen unterliegt, als der „Heimat-Dollar“, der durch die US-Bankenaufsicht sehr wohl reglementiert werden kann und auch wird.

Der berühmte Ökonom Milton Friedmann meinte einmal süffisant dazu, daß der Eurodollar aus dem Stift eines Buchhalters stammt bzw. quillt.

Nun zurück zum UNIT und der anvisierten BRICS-Handelswährung.

Warum holen sich die UNIT-Strategen den Eurodollar – der letztlich auch US-Dollar ist – nicht in den Währungskorb? Damit wirtschaften die Asiaten doch seit vielen Jahrzehnten und niemand hat sich bislang daran gestört. Hier würde dann auch die gefürchtete Peitsche der US-Behörden fehlen, denn diese mußten dem Treiben der unbeschränkten Dollarvermehrung bislang tatenlos zusehen. Und genau das ist doch ein Ziel der neuen BRICS-Währung – eine fungibele und politisch unabhängige Handelswährung.

Also, liebe BRICS Strategen, denkt mal über dieses Thema nach. Ihr holt Euch allerbeste Liquidität ins Haus und Jerome Powell und Janet Yellen können wenig bis nichts dagegen tun. Und wenn sie es doch versuchen, dann würde das Desaster noch größer, denn wie will man echte US-Dollar von Eurodollar unterscheiden? Und mit weiteren Sanktionen würgen sich die Amis selbst die Luft ab.

Die neue Welthandelswährung wäre also kein Gegenstück zum US-Dollar, sondern sie baut auf diesem auf und vergoldet ihn auch noch. Durch den Blockchain-Charakter des UNIT würde dieser Dollaranteil auch transparent, was bislang nicht der Fall gewesen war. Natürlich muß dann die Wichtung im Währungskorb von Bedeutung sein – so etwa 30 bis 40 %.

Für die Einführung wäre das eine ordentliche Bombe, denn damit hätte vermutlich niemand gerechnet.

Nichtsdestoweniger muß das „schreckliche Kind“ Dollar unter Beobachtung bleiben, denn die US-Schuldenspirale wird final auch auf den Eurodollar rückkoppeln, weil „alle Welt“ mit diesen Hintergründen nichts am Hut hat und wenn die Kisten ins Rutschen kommen, will keiner über deren Aufkleber nachdenken
Beim UNIT könnte man dann ggf. den Goldanteil oder die anderen Währungsanteile erhöhen, falls nötig.

Fazit:

Sobald eine Währung konvertibel gemacht wird, entsteht ein „Schattenmarkt“, der langsam beginnt und dann immer größer wird und legal mit dem Ursprungsmarkt verschmilzt. Damit wird aber auch die nationale Währungshoheit aufgegeben. Das ist der Preis, der offenbar für die weltweite Konvertibilität einer Währung zu zahlen ist.

Die Zauberer der FED und des US-Finanzministeriums stehen mit heruntergelassenen Hosen da und können nur reagieren, jedoch nicht mehr agieren.Wer hätte das gedacht?

Das erinnert mich an ein Kinderbuch von Alexander Wolkow mit dem Titel „Der Zauberer der Smaragden-Stadt“, vermutlich eine Adaption des Zauberers von Oz. Der schreckliche Magier Godwin entpuppte sich als Showman ohne wirkliche Magie. Aber alle hatten Angst vor ihm.

Damit kann auch die berühmte Abkopplung des Goldes vom Dollar im August 1971 neu bewertet werden. Das war sicherlich ein bedeutendes Ereignis, hatte aber nicht die Sprengkraft, wie meistens unterstellt, denn bereits 15 Jahre zuvor begann eine separate US-Dollar Quelle zu sprudeln. 1971 sollen die Eurodollar Einlagen ca. 30 Milliarden betragen haben ... nicht so aufregend könnte man meinen. Doch vor über 50 Jahren waren 30 Milliarden eine andere Hausnummer.

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P.S.: Falls jemand das Thema Eurodollar und dessen Funktions- und Wirkungsweise näher interessiert, kann ich die Website der Eurodollar University von Jeff Snider bestens empfehlen. 

Bei Bedarf bitte hier entlang: The Monetary Fifth Column: The Eurodollar Threat to Financial Stability and Economic Sovereignty von Stephen A. Fowler
Quelle:  https://scholarship.law.vanderbilt.edu/vjtl/vol47/iss3/5/

Auch interessant, ist das, was Milton Friedmann dazu schrieb, siehe hier: https://fraser.stlouisfed.org/title/review-federal-reserve-bank-st-louis-820/july-1971-.... Nötigenfalls hoch scrollen.

Und für Spezies, die dazu auf dem Laufenden bleiben möchten, noch der Link zur Eurodollar University von Jeff Snider und seinen Beiträgen auf Youtube: https://www.youtube.com/channel/UCrXNkk4IESnqU-8GMad2vyA. Nein, ich bekomme keine Provision von Herrn Schneider. 

[[freude]]

Übrigens, das Thema Eurodollar war in den Sechzigern und Siebzigern durchaus präsent, was auch die Quellensuche indiziert, die oftmals auf "in die Jahre gekommene" Schriftstücke verweisen. Irgendwann ist das Thema vergessen worden, doch das Problem wurde immer größer.

 

Samstag, 6. Juli 2024

BRICS versus EU

Gastkommentar
von Nereus
 
 

So wie die neu geplante digitale Handelswährung UNIT viele interessante Aspekte aufweist, macht man sich in Asien auch bei der Gestaltung der BRICS Union Gedanken, wie man einen Länderverbund schafft, der im Kontrast zu den überstaatlichen Abkommen des „Werte-Westens“ steht.

Die BRICS hat zunächst einen Aufnahmestopp verkündet! Da scheint es offenbar ein Gedränge am Eingang zu geben.

Die Erweiterung der BRICS sollte eher eine qualitative als eine quantitative Veränderung sein. Lange Zeit war die Organisation ein Zusammenschluß von fünf großen und unabhängigen regionalen Zentren. Es gibt jedoch immer mehr Länder, die dem Block beitreten wollen. Aus diesem Grund besteht die Gefahr, daß die Kriterien für die Mitgliedschaft erheblich verwischt werden."

.....

Die BRICS können nicht allen Ländern ihre Türen öffnen, da dies die Organisation in eine amorphe Gemeinschaft verwandeln würde. Um ein solches Ergebnis zu verhindern, müssen klare Grundsätze für die Mitgliedschaft aufgestellt werden.
..

Um beispielsweise der Europäischen Union beizutreten, muss ein Land zunächst den Status eines Beitrittskandidaten erlangen, und dann gibt es lange Verhandlungen, während derer die Einhaltung der erforderlichen Kriterien durch den Staat überprüft wird."

Och nö! Doch wieder nur ne neue EU?

"Der Prozeß des BRICS-Beitritts mag dem beschriebenen Verfahren ähneln, aber es ist unwahrscheinlich, daß er durch die gleichen starren Anforderungen geregelt wird wie im Falle der EU, wo die Mitgliedstaaten einen Teil ihrer Souveränität an supranationale Gremien abgeben. Nichtsdestotrotz ist die Einführung von Schritten wie Kandidaten- und Beobachterstatus zu erwarten."
"Zugleich verfügt BRICS über keine zentralen Strukturen. Der Anpassungsprozeß der neuen Mitglieder läuft folgendermaßen ab: Beamte aus verschiedenen Ländern, die für bestimmte Bereiche zuständig sind, treffen sich und besprechen die weitere gemeinsame Arbeit. Es ist nicht auszuschließen, daß noch institutionelle Gremien geschaffen werden – das wäre ein neuer Schritt der Integration. Dies war jedoch noch nie charakteristisch für den Verband."
"Die EU ist ein zwischenstaatlicher Zusammenschluß mit supranationalen Institutionen. Das heißt, daß die Regierungen der Mitgliedstaaten einige Befugnisse an die supranationale Ebene delegieren. Darüber hinaus gibt es innerhalb der Organisation Anforderungen, die alle Mitglieder erfüllen müssen."
Die BRICS hingegen werden nicht in die Souveränität ihrer Mitglieder eingreifen.
"Außerdem sind die asiatischen Staaten, die die BRICS dominieren, besonders an Fragen der Unabhängigkeit interessiert. Ihrer Meinung nach sollte die Vereinigung wie folgt funktionieren: regelmäßige Treffen, Diskussionen über Schlüsselthemen, Harmonisierung gemeinsamer Positionen. Jedes Land setzt auf nationaler Ebene im Einklang mit seinen internen Verfahren um, was auf dem Treffen vereinbart wurde."

Das klingt dann doch etwas anders und dürfte spannend werden. Man bespricht ein Thema, harmonisiert – was immer das im Einzelfall bedeutet – und setzt es dann national um.

DAS ist eine klare Absage an eine Auflösung der Staaten im globalen Einheitsbrei, andererseits bleibt man aber immer in Kontakt, um relevante Themen zu beackern.

Der Politikwissenschaftler Iwan Lisan brachte ein Thema in den Fokus.

"Die derzeitigen Mitglieder der Organisation haben eine Menge komplexer Probleme angehäuft, die unbedingt gelöst werden müssen, bevor die neuen Mitglieder aufgenommen werden. So ist beispielsweise die Einführung einer gemeinsamen Währung für den Block immer noch sehr umstritten."

Entweder hat Herr Lisan das Währungsproblem nicht verstanden oder es nur unzureichend formuliert oder verkürzt wiedergegeben, was ich vermute.

Der UNIT soll die nationalen Währungen nicht ersetzen, sondern nur ergänzen. Er soll als Handelswährung fungieren, die bei Bedarf auch in Gold konvertiert werden kann, da er ohnehin zu 40 % auf Gold basiert. Das ändert nichts daran, daß in China weiter mit Renmimbi, in Indien mit der Rupie und in Rußland mit dem Rubel bezahlt werden kann. Der UNIT ist auch weniger für den privaten Konsumenten, als vielmehr für internationale Transaktionen zwischen Unternehmen gedacht, die überstaatlich in Aktion treten wollen. Daß es hier noch eine Menge abzustimmen gibt, liegt auf der Hand.

ABER, das heißt auch, der UNIT wird auf jeden Fall kommen, sonst bräuchte man die Atempause nicht. Daher bin ich sehr gespannt auf die Konferenz in Kasan vom 22. bis 24. Oktober.

Wetzt der Westen deshalb die Messer des globalen Krieges in großer Eile, weil dann der Sterbeprozeß des US-Dollar als Welt-LEID-Währung eingeläutet wird? Der weltbeste Finanz-Indikator Gold wird es vermutlich im Verlauf von September und Oktober anzeigen. Gold-Bugs, das Anlegen der Sicherheitsgurte wird empfohlen! Gefahrlos abschnallen kann man ja bei Bedarf auch wieder.

Abschließend noch eine Bemerkung von Lisan:

"Es lohnt sich auch, darüber nachzudenken, wie souverän die Länder sind, die den BRICS beitreten wollen. Ein relativ junger Verband sollte keine großen Unterschiede in der Weltsicht seiner Mitglieder zulassen. Ein solches Problem ist jedoch bereits in der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (OVKS) aufgetreten. Armenien beteiligt sich kaum an ihrer Arbeit, kritisiert aber ständig die Politik der Organisation."

Es bleibt abzuwarten, was das in der Praxis konkret bedeuten wird. Ein stupides auf Linie bringen, wie im „besten Westen aller Zeiten“ oder ein permanentes Fechten um Ausgleich, ohne sich gegenseitig in die Mangel zu nehmen.

Das Problem zwischen Schwer- und Leichtgewichten wird man vermutlich nicht lösen können, aber es bleibt in jedem Fall interessant.

Für den Westen – sprich Europa – gibt es nur eine, auf den Punkt bringende, Imagination:

[image]

Quelle: https://www.butenunbinnen.de/nachrichten/titanic-katastrophe-jahrestag-dsm-schifffahrts...

Unser Problem dabei wird sein: Wie gelangt man auf die Rettungsboote?

[[hae]]

 

Mittwoch, 5. April 2023

Digitales Zentralbankgeld - die offene Verschwörung

von Sandokan

Wie weit ist der betrügerische Raubzug der Zentralbanken und der BIS bereits gediehen?
Kriminelle Banker unternehmen mit den "Digitalen Zentralbank Währungen" einen konzertierten Vorstoß in Richtung eines umfassenden Totalitarismus auf Grundlage monetärer und finanzieller Kontrolle.


Oder wie ein Bericht des Britischen House of Lords (Oberhaus des Parlaments)
 es als Frage in den Raum stellte ... 
Digitales Zentralbank Geld: die Lösung auf der Suche nach einem Problem? 



Siehe auch:

https://lepenseur-lepenseur.blogspot.com/2023/03/von-der-plandemie-zum-geplanten-banken.html



Nachtrag
ASEAN-Finanzminister und Zentralbanken erwägen Abkehr von US-Dollar, Euro und Yen. Indonesien fordert Ausstieg aus Visa und Mastercard

Am Dienstag (28. März) begann in Indonesien das offizielle Treffen aller ASEAN-Finanzminister und Zentralbankgouverneure. Ganz oben auf der Tagesordnung standen Diskussionen über die Verringerung der Abhängigkeit von US-Dollar, Euro, Yen und Britischem Pfund bei Finanztransaktionen und stattdessen die Umstellung auf Abrechnungen in lokalen Währungen (...)


Das bedeutet, dass ein grenzüberschreitendes digitales (!) ASEAN-Zahlungssystem weiter ausgebaut wird welches den ASEAN-Staaten ermöglicht, lokale Währungen für den Handel zu verwenden. Eine Vereinbarung über eine solche Zusammenarbeit wurde zwischen Indonesien, Malaysia, Singapur, den Philippinen und Thailand im November 2022 getroffen. Die indonesische Bankenaufsicht teilte am 27. März mit, dass die Zentralbank von Indonesien die Einführung eines eigenen inländischen Zahlungssystems vorbereitet (Anm. von mir: gemeint ist wohl ein indonesisches CBDC).

Der indonesische Präsident Joko Widodo hat die regionalen Verwaltungen aufgefordert, Kreditkarten einheimischer Banken zu verwenden und die Nutzung ausländischer Zahlungssysteme schrittweise einzustellen. Er argumentierte, Indonesien müsse sich vor geopolitischen Störungen schützen und verwies auf die Sanktionen der USA, der EU und ihrer Verbündeten gegen den russischen Finanzsektor im Zusammenhang mit dem Konflikt in der Ukraine ...

Freitag, 17. März 2023

Einige Dinge (Kurse, Banken etc.) fallen. Warum?

Gastkommentar
von  Weiner 
 

Einzig und allein, damit gerettet werden kann (agenda surfing, genutzt von hellwachen Leuten ...)!

Die Frage ist eine andere: was passiert mit den Unmengen von Löschwasser, die nun hinausgespritzt werden, um den Brand zu löschen?

Antwort: Dieses Löschwasser fließt in ganz bestimmte Gullies. Und von dort aus wird es genutzt, um andere Dinge wieder steigen zu lassen.

Und um die Eigentümer bestimmter Dinge auszuwechseln.

Kapital wird auf diese Weise konzentriert. Die Inflation expandiert. Dem Eigentümer des Kapitals ist es aber egal, wie sein Eigentum bewertet wird (aus der Perspektive des Geldwertes).

Er muss bzw. will es ja gar nicht mehr verkaufen — im Gegensatz zum "Zocker", der auf einen Profit spekuliert. Der Eigentümer hat andere Dinge vor mit seinem Kapital (siehe hierzu etwa den aktuellen Aktienrückkauf bei Rothschilds).

Er will mit Hilfe des Kapitals HERRSCHEN. Wer hier nur ökonomisch denkt, versteht die Welt nicht wirklich.

 
weitere Nachrichten

Von denen, die herrschen wollen, gibt es Bestrebungen, die globale landwirtschaftliche Produktion zu steuern und zu kontrollieren. Sie versuchen, die WHO dazu zu nutzen, da sie sich ja bewährt hat im Management der Gesundheitssysteme weltweit (Corona-Kampagne, geplanter Pandemievertrag). Nachfolgend ein Link zu dieser Thematik:

https://unser-mitteleuropa.com/neuer-who-vertrag-regelt-gesamte-lebensmittel-und-landwi...

 
COVID

Und hier ist nochmals Sasha Latypova (eine Ukrainerin!) mit einem Vortrag in Schweden, zu dem es deutsche Untertitel gibt. Hoffe, dass der LINK auf dem Forum noch nicht geteilt wurde. Sie gibt einen Einblick, wie sie zur Kritikerin geworden ist und wie sie zusammen mit Katherine Watt zum Kern der COVID-Sache vorgedrungen ist: COVID war ein militärischer Eingriff, der pseudo-juristisch abge-sichert wurde, d.h. es ist eine POLITISCHE Entscheidung gewesen, für die es deshalb keine Haftung (für die Entscheider) gibt.

Der Vortrag ist sehr, sehr wichtig, weil er eine klare Zusammenfassung darstellt und zur Aufklärung an Andere weitergegeben werden kann:

Bitte ab min. 20:00 beachten, dass bei den Verträgen der Staaten mit den Pharmaherstellern Sicher-heiten geleistet werden mussten, die aber in Wirklichkeit dem US-Verteidigungsministerium nutzen sollen. Hier haben wir wieder das Projekt des Eigentümerwechsels — wie eingangs genannt — zum Zwecke der (militärischen) HERRSCHAFT. 

Es sind hier absolut geniale und teuflische Profis am Werk. Leute, die so professionell, erfahren und reaktionsschnell sind wie ein Formel-1-Rennfahrer der Spitzenklasse. Und sie haben hinter sich einen riesen Stall mit allem Equipment, allen Ersatzteilen, Spitzentechniker, Sektflaschen, Frauen — und Topunternehmen, die sie sponsern, um wiederum ihre Markenprofite zu sichern und ihren Markt-einfluss auszubauen.

Ein solcher Vergleich ist auch deswegen passend, weil ja mehrere Renn-Teams gegeneinander im Wettbewerb liegen — um den ersten Preis, der die Herrschaft über die Welt verspricht. Und es kommt natürlich auch in diesen Kreisen vor, dass ein Spitzenfahrer urplötzlich zur Konkurrenz wechselt.

Der Anschein einer Steuerung des Gesamtgeschehens wird auch dadurch hervorgerufen, dass alle mit demselben Wasser kochen müssen. Es gibt eine Rennstrecke, auf die sich alle beziehen müssen (geopolitische Kraftlinien, Bruttosozialprodukte, Bevölkerungsdynamiken, Ressourcen, Break-Even-Points, Logistiken, technologische und historische Pfadabhängigkeiten). Aus diesen Be-grenzungen kann man nicht so einfach ausbrechen (was Russland in Kürze erfahren wird). Es wird da im Hintergrund sehr viel rumgedreht und geforscht (sowohl an der Technik wie am Personal) — ob man nicht irgendwie querfeldein fahren und einen neuen Vorteil erringen kann. Aber man wird es wahrscheinlich nicht mehr schaffen, bevor in ein paar Jahren der richtige Countdown beginnt. Im Moment gibt es Mangel an Munition. Muss erst die Produktionskapazität aufgebaut werden. Und Tritium*) zerfällt sehr schnell ...

Wenn ich schon schreibe, hier noch ein Link zu einem weiteren Artikel von @simplicius76, der ein Profi-Beobachter ist. Er hat ein paar Details mehr zum Reaper-Absturz. Es war kein Hawk (wie von mir erst vermutet) sondern ein MQ-9 mit einem "Gorgon's Stare". Das ist das Neueste, und deswegen sind die Russen gerade am Tauchen und Heben. Der Gorgon sollte aber eigentlich zwei Pods haben (die Aufnahmen zeigen nur einen). Im Artikel sind noch andere Themen besprochen wie Fahrfehler bzw. gefährliche gegenseitige Rempeleien im Vorlauf, (Kinshal in ein Nest mit NATO-Offizieren? B52-Anflug auf Petersburg?) sowie die Situation Bachmut, die geplante Frühjahrsoffensive etc. — aber ich finde das alles unwichtig.

Denn die Autorennen an sich sind uninteressant. Das eigentliche Geschehen spielt sich in den Renn-ställen und in den Chefetagen der Sponsorfirmen statt.

https://simplicius76.substack.com/p/sitrep-31623-reaper-developments

https://de.wikipedia.org/wiki/Gorgon_Stare

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*) Muss 'nachgebrütet' werden. In GB hat man mal den Anfang gemacht und Kernkraft (wieder) als umweltfreundlich erklärt ...