Posts mit dem Label Milei werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Milei werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 27. März 2026

Eine in der Theorie sicherlich interessante Diskussion

von LePenseur
 
 
... führten zwei ausgewiesene Experten (und Uniprofessoren) zur (nicht umgesetzten) von Milei in seinem Wahlkampf angekündigten sofortigen Schließung der argentinischen Zentralbank. Man kann hier die beiden Schluß-Statements der Kontrahenten, Prof. Jörg Guido Hülsmann (Universität Angers) und Prof. Philipp Bagus (Universidad Rey Juan Carlos, Madrid) mit durchaus erklecklichem Erkenntnisgewinn nachlesen.
 
Die geopolitische Dimension eines solchen Schrittes wurde von beiden Geld- und Konjunkturtheoretikern nicht einmal ansatzweise thematisiert. Denn egal, ob man bei einer Schließung der argentinischen Zentralbank von einem deflationären oder (hyper-)inflationären Szenario ausgeht: die damit einhergehende Demonetarisierung der lokalen Währung, also des argeninischen Peso, führt dazu, daß der Bevölkerung Argentiniens faktisch nur die Flucht in den US-Dollar übrigbleibt. Ein Flucht, die aufgrund des schon längst bestehenden Mißtrauens in den Peso sicherlich schon von vielen (vermutlich sogar den meisten) Argentiniern schon "freiwillig" teilweise vorweggenommen wurde.
 
Aber: durch den faktisch erzwungenen Wegfall einer lokalen Verrechnungswährung wäre die Nachfrage nach US-Dollar auf einmal um ein Vielfaches größer: waren es bisher die Erwägungen, seine Ersparnisse in einer immer noch verhältnismäßig "werterhaltenderen" Währung, dem US-Dollar, zu parken, so wäre nun der gesamte Geldtransaktionsbedarf aller Argentinier durch US-Dollar zu decken! Und das ist natürlich ein weitaus größeres Volumen als die Summe der "Notgroschen" (der kleinen Leute) bzw. der "Investitions-Reserven" (der Unternehmen und Kapitalbesitzer)!
 
Nachtigall, ick hör dir trapsen! Wer wäre denn der Profiteur einer solchen blitzartig einsetzenden Nachfrage nach US-Dollars? Die USA, genauer: ihre Zentralbank, ihre Regierung, ihre regierungsnahen Konzerne! Und genau auch deshalb  bezeichnete ich diesen Javier Milei schon mehrfach als Mogelpackung!
 
Kein Wunder, daß er bei vielen als Heilsbringer und Wunderwuzzi gefeiert wurde, versprach er doch, durch die faktische oder sogar gesetzliche Demonetarisierung des Peso die Dollar-Nachfrage zu beleben — und was wäre süßer als Honig und Honigseim (um alttestamentaische und daher im Geldwesen nicht unbekannte Jubeltöne zu zitieren ...) für all jene Reichen, die angesichts der explodierenden US-Verschuldung und des sie begleitenden Vertrauensverlustes in die US-Währung Gefahr für ihre Barschaften witterten!
 
Daß derselbe Milei auch noch auf Konfrontation zur BRICS-Statengruppe ging und sich dafür — aus seiner Familiengeschichte allerdings nicht ganz unerwartet — als getreuer Gefolgsmann der USrael-Gruppe andiente, komplettiert das Bild aufs kenntlichste!
 
In libertären Kreise und Publikationen wurde und wird immer noch das Loblied des wackeren Marktliberalen Milei, des "österreichischen" Ritters ohne Furcht und Tadel, gesungen. Mir war er allerdings immer schon suspekt. Und die vorstehend dargelegten Erwägungen sind nicht geeignet, meine Meinung über diesen Herrn entscheidend zu verbessern ...
 

Montag, 27. Oktober 2025

Milei jubelt

von LePenseur
 
 
Denn er hat bei den Zwischenwahlen stärker zugelegt, als er es erwartet hatte. Das ist schön für ihn und begeistert seine Anhänger — aber dennoch ... so ein gewisses "Timeo Danaos et dona ferentes"-Feeling will nicht von mir weichen! Zu widersprüchlich sind mir Mileis Ankündigungen und Handlungen.
 
Der selbsternannte 100%-Parade-Libertäre schmeißt sich an den alles andere als libertären Trump (man denke nur an seine aberwitzigen Zoll-Diktate aus der merkantilistischen Mottenkiste und sein autoritäres Staatsverständnis) und Netanjahus Zionazi-Regierung ran, was das Zeug hält, und erklärte, den US-Dollar, die Fiat-Währung κατ' εξοχήν,  in Argentinien als gesetzliches Zahlungsmittel einführen zu wollen, trommelt für eine unipolare Weltordnung unter US-Hegemonie, redet den Herren der internationalen Konzerne nach dem Mund und dient ihnen sein Land am Rio de la Plata an — nach dem Motto: schnelle Kasse machen.

Ja, er hat den überbordenden Beamtenapparat reduziert. Ja, er hat sinnlose Wirtschaftshemmnisse beseitigt. Ja, er hat die hemmungslose Banknotendruckerei verringert und dadurch die Geldentwertung verlangsamt. Das sind Dinge, die ihm sicherlich den Wahlerfolg gebracht haben — weil die Argentinier, zermürbt durch Jahrzehnte peronistisch-sozialistische Mißwirtschaft, nach jedem Strohhalm der Hoffnung greifen, und wenn er auch noch so krause Kapriolen auf dem Podium der Weltpolitik veranstaltet.

An meinem mehrfach geäußerten Verdacht, Milei sei eine Mogelpackung, kann auch ein Wahlerfolg nichts ändern. Ich hatte ihn ja nicht zu wählen — und ob die, die ihn gewählt haben, sich in absehbarer Zeit in den Allerwertesten zu beißen versuchen oder eben nicht, ist schlicht und einfach none of my business ...

Dienstag, 7. Oktober 2025

Schön langsam dämmert es einigen Libertären

von LePenseur
 
 
... daß dieser Professore Javier Milei, als erster "libertärer" Präsident der Welt gehyped, eine Mogelpackung ist. Das an sich höchst schätzenswerte Magazin eigentümlich frei, das ihm bisher Lobeshymnen spendete, veröffentlicht in seiner aktuellen Ausgabe einen nicht unkritischen Artikel (leider hinter der Bezahlschranke) über diesen Herrn, dessen Vater übrigens einen etwas längeren Namen trug, nämlich Mileikowsky. Und das war, ganz zufällig, auch der Name von Bibi Netanyahus Vater: Benzion Mileikowsky, der (wie viele andere) seinen Namen aus Anlaß der Übersiedlung nach Palästina änderte, in "Netanyahu". Der Großvater Netanyahus war ein gewisser Nathan Mileikowsky, ein führender Hardcore-Zionist der frühen Stunde ...

Im Internet wurde spekuliert, ob Javier und Bibi vielleicht verwandt sein könnten. Mag sein, mag nicht sein ... es ist aber ziemlich belanglos! Was hingegen gar nicht belanglos ist: Milei verfolgt eine ganz eindeutig pro-zionistische Linie in seiner Außenpolitik. So will er die argentinische Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem verlegen (wie der von reichen Zionisten im Wahlkampf finanziell unterstützte Trump es bereits getan hat) und wählte für seinen ersten Auslandsbesuch als Staatspräsident kein wichtige Nachbarland, sondern ausgerechnet ... Israel, wo er (wie schon Trump) unverbrüchliche Unterstützung der zionistischen Agenda versprach.

Ein libertärer Zionist ist aber ein Unding — etwa so, wie ein monarchistischer Leninist oder ein pazifitischer Nazi! Das gibt's einfach nicht und wenn man sowas verklickern will, dann schrillen bei mir die "Humbug"-Sirenen gellend laut ...

Nun also haben also auch naive libertäre Gemüter begriffen, was Autoren unseres Blogs, insbes. Kollege kennerderlage, bereits seit zwei Jahren schrieb: der Mann ist eine Mogelpackung: (1) (2).

Schön, daß endlich auch eigentümlich frei draufgekommen zu sein scheint ...