Sonntag, 18. Februar 2018

Nazischlampen

von Fragolin

In Berlin hat es einen Frauenmarsch gegeben gegen den Import, die Duldung und den Schutz frauenfeindlicher Ideologie. Nach eigenen Angaben waren es wohl so um die 3000 Teilnehmer. Das Blöde nur: es waren Frauen, die damit auch gegen die Merkel-Ideologie des Wellkammismus und ihre Verbereitung frauenverachtender Religion auf die Straße gingen, und das sind per Definition nun einmal Nazis.
Wurden von Linken und Grünen auch entsprechend angerotzt und dann auch noch von einer illegalen Sitzblockade gestoppt und der vermummten und besteinten Antifa angegriffen. Denn eines müssen die Frauen Deutschlands langsam begreifen: Sie sind zu Opfern zweiter Klasse degradiert worden. Sie dürfen noch ein bisschen über alte weiße Männer maulen, die ihnen vor zwanzig Jahren ans Knie gegriffen haben, aber haben das Maul zu halten, wenn sie oder ihre Töchter zur aktiven körpersprachlichen Völkerverständigung mit den neuen Opfern erster Klasse herangezogen werden. Zur Not an den Haaren und im Gruppenseminar.
Zumindest ein Grüner hat es getwittert und die Denkweise dieser offensichtlich Geistesgestörten offenbart: „Wir sidn die Mauer! Das Volk muss weg!“
Und die Polizei schaut zu.

Ach ja, dass sich die offiziellen Medien wenig für die Frauen und nur den heldenhaften Widerstand der Antifa gegen den Naziaufmarsch interessieren, sei nur am Rande erwähnt. Man mag auf Selbstverständlichkeiten schon gar nicht mehr hinweisen.

MoPo: Protest gegen umstrittene Demonstration von Frauen in Berlin“
nochmal MoPo: „Aufmarsch von Rechtspopulisten blockiert“
Merkur: „Gegendemonstranten blockieren AfD-“Frauenmarsch“ in Berlin“
Bild: „Gegen-Demos blockieren AfD-“Frauenmarsch““
B.Z.: „Gegen-Demos stoppen AfD-“Frauenmarsch““

Man darf natürlich nicht vergessen, den „Frauenmarsch“ immer schön in Anführungszeichen zu setzen. Welche Bedeutung das hat, muss ich wohl niemandem erklären. Das Werkzeug von Journalisten ist das Wort, deshalb setze ich voraus, dass sie diese ganze bewusst und gezielt einsetzen und jede Wirkung, die sie entfalten, auch absolut beabsichtigt ist. Da geschieht nichts durch Zufall.

Außerdem fällt die fast Wortgleichheit bei Überschriften und auch in den Texten auf, und der immer wieder angewandte Kniff, bei den Teilnehmerzahlen nur die Zahl der Voranmeldung (500) heranzuziehen, um die Frauendemo selbst möglichst klein und bedeutungslos darzustellen, während über die Bilder eine Handvoll islamophiler Gegenschreierinnen zu einer machtvollen Demo von „Frauen gegen rechts“ aufgeblasen wird.

Ach ja, eines noch am Rande: Da wird ernsthaft argumentiert, das wäre ja rassistisch, weil es sich nur gegen die Frauenverachtung durch zugelaufene Goldstückchen und ihre Ideologie richtet und die Grauslichkeiten von #metoo ausblendet. Dass #metoo im Gegenzug sich nur um angebliche jahrzehntealte „Schätzchen“-Sager und Pograpscherei weißer Männer dreht und die aktuellen Vergewaltigungen durch eingewanderte Jungmänner, die Frauen kulturbedingt als Frischfleisch und Jagdbeute betrachten, komplett ausblendet und das somit sogar noch viel stärker lupenreiner Rassismus ist, wird dabei ebenso ausgeblendet wie die Unvergleichbarkeit plumper Anmache mit aktiver Vergewaltigung. Die merken in ihrem verzweifelten Kampf mit Whataboutismus gegen unangenehme Fakten nicht einmal mehr, was die für einen argumentativen Vollholler verbreiten. Die verkorkste Schulbildung der Durchschnittsjugend sei Dank die meisten Medienkonsumenten auch nicht mehr.

Liebe deutsche Frauen, die ihr euch nicht den neuen Gegebenheiten unterwerfen wollt: Ihr habt Pech, ihr seid eine Minderheit. Für euch gilt die „Solidarität unter Frauen“ nicht. Ihr wollt keine geschenkten Quotenplätze in Ämtern oder die Zerschlagung gesellschaftlkich stabilisierender Strukturen, ihr wollt einfach nur keine Matratzen für Notgeile sein. Sorry, das interessiert die meisten eurer Geschlechtsgenossinnen nicht. Die Mehrheit ist anscheinend bereit, für Toleranz und Fremdenliebe auch mal ein kleines sexuelles Opfer zu bringen. Lieber ohne Widerstand von einem zugelaufenen Goldstückchen durchschnackseln lassen als für eine Nazi-Schlampe gehalten zu werden.
Tja, so ist das Leben in Merkelstan.
Was haben die Feministinnen immer getrommelt?
Wenn eine Frau regiert, wird es den Frauen besser gehen.
Bestellt und geliefert.

Faria ho

von Fragolin

Es war so schön, so eine aufgelegte Geschichte, um der xenophoben AfD und den fremdenhassenden Ewiggestrigen die wahre Fratze des ekligen gruppenvergewaltigenden Deutschen vorzuführen, praktisch den ultimativen Beweis zu erbringen, dass das Oktoberfest ein einziger Rudelbums ist und die gruppenschnackselnden Zugelaufenen dies nur tun, um sich hier so richtig zu integrieren. Da fallen also ein halbes Dutzend deutschbepasste Jungspunde regelmäßig über ahnungslose Maiden her, die sie erst heimtückisch in eine Falle locken um sie dann fröhlich und nicht ganz freiwillig, also ohne die in Schweden inzwischen benötigte schriftliche Einverständniserklärung, durchzumäuseln. Der Beweis schien erbracht, denn auch der tausendste eingewanderte Ausgreifer ist nur ein bedauerlicher Einzelfall, der eine schwere Kindheit hatte und eine traumatisierende Flucht und überhaupt ein hartes Leben, während der eine Deutsche, wenn man ihn dann endlich hat, sofort stellvertretend für diese ganze widerliche Volksgemeinschaft steht, die aufzulösen und einem Existenzende zuzuführen selbst glühenden Patrioten wie dem urdeutschen Türken Deniz Yücel, geheiligt sei sein Name und gebenedeit die Luxuscessna, mit der er heim in das Reich des organisierten Volkstodes von seiner schönsten Seite geflogen wurde, eine feuchte Phantasien produzierende Freude ist.

Und dann das.
Auch der letzte, sich in Begleitung seines Anwaltes der Polizei stellende, bevor er vielleicht von den Vätern der geschändeten Jungfern erwischt und mit handfesten Argumenten oder scharfen Gegenständen nachhaltig auf den Pfad der Tugend zurückgeführt wird, Jungspund mit dem glattgescheitelten biodeutschen Habitus entpuppt sich ebenso wie seine Rammelgenossen als, wie es heute so schön politisch korrekt heißt, Angehöriger der Volksgruppe der Sinti. Ich werde an dieser Stelle natürlich darauf verzichten, darauf hinzuweisen, dass unsere ungarischen Freunde ob dieser Umschreibungen jedesmal erheitert feststellen, dass wir nicht einmal wissen, dass das Zigeuner sind; ich will sie und mich ja nicht in Schwierigkeiten bringen. Also keine Zigeuner, vor denen man seine Töchter warnt, sondern Sinti, vor denen zu warnen natürlich rassistische Hetze wäre. Obwohl, wenn man an die Mädchen denkt, wäre etwas mehr rassistische Hetze im Elternhaus durchaus präventiv gewesen und ihnen dadurch eventuell einiges erspart geblieben. Ich persönlich stehe ja zu dem für aufrechte progressive Linke faschistischen und ultrarechten Standpunkt, dass der eine oder andere zu Unrecht diskriminierte nicht zum Stich gekommene Zigeuner- oder auch Sontwasjunge mir weit mehr egal ist als das Schicksal vergewaltigter Mädchen. Lieber eine vorsichtige (und für geisteskranke fremdenfokussierte selbsthassende Antifanten damit natürlich rassistische) Tochter als eine vergewaltigte. Vorurteile hat die Natur geschaffen, um genau so etwas zu vermeiden. Aber während das blöde Gaffen eines alten biogermansichen Geilings in den bereitwillig zur Schau gestellten Ausschnitt einer erwachsenen Frau ein Schwerstverbrechen darstellt, von dem man ableiten kann, dass man vor allen alten weißen Männern dringend warnen und sie mit Vorurteilen behängen kann, darf dies bei anderen Gruppen, vor Allem jung und fremd, natürlich niemals geschehen. Hetze Hetze bäh, da sei Kahane vor!

Jedenfalls hat sich mit dem unerwarteten Zusammenbruch des medialen Kartenhauses zum finalen Beweis der auch sexuellen Erbschuld der Deutschen auch der Tonfall in den Medien geändert. Nach dem anfänglichen Hinweis auf den deutschen Nachnamen und dem genussvollen Durchreichen des vermeintlichen Konfirmationsfotos wird nun plötzlich verständnisvoll über das arme Kind berichtet.

Am Ende war der öffentliche Druck zu groß: Nach den Vergewaltigungen mehrerer Schülerinnen im Ruhrgebiet hatte sich am Donnerstagabend mit Dean Martin L. der letzte Tatverdächtige bei der Polizei gemeldet.“

Merkt das jeder? Das arme Kind unterlag einem zu großen öffentlichen Druck. Nein, nicht dass ihm die Polizei auf den Fersen war und es wohl unausweichlich war, in Kürze mit Handschellen und vorgehaltener Waffe abgeführt zu werden, sondern der „öffentliche Druck“ auf den armen Knaben war zu groß. Es gibt Momente, da muss man sich die Formulierungen unserer Schreibkünstler wie ein After Eight auf der Zunge zergehen lassen, um nach dem Schmelzen der zarten bittersüßen Hülle der wohlgewählten Euphemismen den leicht widerlichen minzescharfen Kern zu schmecken. Man ahnt: ich mag kein After Eight. Und ich mag dieses manipulative Geschreibsel nicht, dessen Schöpfer bei jeder leisen Anmerkung einer unzulässigen Meinungsmanipulation empört aufkreischen, weil getroffene Hunde bekanntlich heulen.

Die Ermittler gehen von mindestens sechs Fällen in den vergangenen Monaten aus, in denen jugendliche Mädchen Opfer geworden sein sollen.“

Ach, „jugendliche Mädchen“. Normalerweise nennt man so etwas „Minderjährige“, und wenn der Günther oder der Klaus die nur an der Schulter berühren, ist das bereits eine Sexualstraftat. Früher gab es bei uns den blöden, aber treffenden Spruch: „Die hält der Staatsanwalt noch mit dem Daumen zu!“ Interessant, wie unterschiedlich das Alter bewertet wird, wenn man weiß, wer die Täter waren.
Denn nur wenige Stunden vorher hieß es in der gleichen Zeitung (und das habe ich mir alles gesichert, bevor es aus dem Netz verschwindet):

Das gemeine Volk rast, denn einem jungen Deutschen werden brutale Taten vorgeworfen. Seit Mittwoch kursiert das Fahndungsfoto eines 18-Jährigen aus Gelsenkirchen-Heßler. Darauf ist ein schlanker Teenager mit kurzem dunklem Schopf und ernstem Blick sehen. Er trägt ein blaues Sporttrikot: Dean Martin Lauenburger. Er soll mit vier weiteren Männern zwischen 16 und 23 Jahren minderjährige Mädchen vergewaltigt und sexuell genötigt haben.“

Da war er noch ein junger Deutscher, hatte einen kompletten Namen und ein unverpixeltes Foto und er hat wohl „minderjährige Mädchen vergewaltigt“.
Nur wenige Stunden später ist er ein Sinti und es gibt „Fälle, in denen jugendliche Mädchen Opfer geworden sein sollen“.
Merkt jeder, wie sich der Tonfall ändert? Und es geht, zurück zum neueren Artikel, so weiter:

L. wurde beim Betreten der Polizeiwache in Gelsenkirchen gestern Abend von Passanten erkannt und beschimpft.“

Ach, der arme Junge! Da ist das böse Dunkeldeutschland, das er nur Stunden vorher noch selbst verkörpern sollte, was nur durch die unglückliche Tatsache der Zugehörigkeit zu einer Volksgruppe, die selbst darauf besteht, absolut nicht deutsch zu sein, misslang, über dem armen Kind zusammengeschwappt und hat – mutmaßlich allein getrieben durch Xenophobie und Fremdenhass der AfD – seinen Unmut über dem armen generalverdächtigten Diskriminierten ergossen.

Er war im Abiturjahrgang der Gesamtschule und sollte dieses Jahr Abitur machen, ist aber vor einigen Wochen von der Schule geflogen, weil es Ärger gab.“

Das muss man kurz vor dem Abi noch schaffen, wo möglichst noch jeder durchgezerrt wird bis zum bitteren Ende. Was kann das nur für „Ärger“ gewesen sein, den ein solches Engelchen verursacht hat?

Sein Anwalt Hans Reinhardt sagt im Gespräch mit WELT: „Die treibende Kraft kann er nicht gewesen sein.“ Er hat seinen Mandanten als höflich, zurückhaltend und introvertiert kennen gelernt.“

Ach. Die treibende Kraft kann er nicht gewesen sein, weil er „höflich, zurückhaltend und introvertiert“ scheint. Deshalb ist er wahrscheinlich auch von der Schule geflogen. Deutsche Schulen sind bekannt dafür, Kinder, die durch zu viel Stille auffallen, zu selten aufzeigen und die Lehrer immer höflich grüßen, rausschmeißen, weil sie ein so schlechtes Beispiel ewiggestrigen Gedankengutes von Knigge abgeben. Immer wieder müssen besonders Angehörige geschenkter oder zugelaufener Gruppen die schwere Diskriminierung erfahren, wegen zu viel Bescheidenheit und Höflichkeit massivem Hass ausgesetzt zu werden.

Warum die „Welt“ die vollkommen unmaßgebliche Meinung eines Anwaltes, dem gegenüber sein Mandant ja wohl nicht so bescheuert sein wird, ihn blöd anzurotzen und seinen Stern zu zerkratzen, für erwähnenswert hält, sei dahingestellt, aber es riecht immer wieder nach dem Versuch, ab sofort ein etwas positiveres, besseres Bild von dem Jüngling und seinen Kameraden zu malen; der Verdacht, das könne damit zusammenhängen, weil nach der Bekanntgabe der demonstrativen Undeutschheit des vermeintlich Deutschen das zu erwartende Gerichtsurteil nicht ganz so hart ausfallen wird, wie man es für einen Horst oder Erwin mit gleicher Faktenlage erwartet hätte. Und man will auf die Stimmungsmache vorbereiten, dass eventuelle Unmutsäußerungen gegen diese übermütigen Früchtchen selbstverständlich nichts Anderem als reinem Hass gegen die gesamte Volksgruppe der Zigeuner Sinti entspringen muss. Man instrumentalisiert bereits jetzt jedes begangene Verbrechen und jedes gefallene Wort zum Pflügen des Ackers, auf dem propagandistisch die Reinwaschung der Goldstückchen gesät werden soll.
Dazu gehört dann auch das:

L. ist bei seinen Großeltern aufgewachsen.“

Schwere Kindheit, alles klar? Muss man strafmindernd berücksichtigen, solange jemand keine Hakenkreuze schmiert. Vielleicht macht der „kika“ auch noch eine Reportage für die Kleinen daraus.

Die mutmaßlichen Täter sollen über soziale Netzwerke oder Bekannte Kontakt zu den Mädchen aufgenommen haben. (...)
Bei den Ermittlungen wurden unter anderem Handy-Chats ausgewertet.“

Fertig. Ganz anders als noch ein paar Stunden vorher, als der vermeintlich Deutsche noch einen Namen hatte:

Im Internet sollen die Vergewaltiger detailliert mit ihren Sex-Verbrechen geprahlt haben. (...) Ein Imbissbuden-Besitzer erinnert sich an Lauenburger als unauffällig. Im Internet fiel der 18-Jährige dagegen als verbal rüde auf. Auf seinem Facebook-Account sind alte Einträge mit dem Wort „ficken“ zu finden.“

Ach, hat er vielleicht alte Programme von Ingo Appelt transskribiert? Oder ist es nicht eher normal, dass Pubertierende in ihren Fratzenbuchgruppen auch übers Vögeln oder Ficken schreiben? Das hat genau gar nichts zu sagen, ich möchte nicht wissen, bei wie vielen jungen Männern man sowas finden würde, wenn man sucht. Deshalb zog man es auch an den Haaren herbei, als er noch ein Deutscher war, und verzichtete generös darauf, nachdem er zum Sinti mutierte. Erstaunlich, oder?

Und damit das Bild rund wird, schließt das Ganze nochmal mit einer dezenten Erwähnung der wohlwollend die Tatsachen verdrehenden und den realen Opfern nach der Vergewaltigung auch noch medial ins Gesicht spuckenden Anwaltsmeinung:

Er sagt, eher Opfer als Täter zu sein.“

Na dann, auf zum Gedenkmarsch für das arme Opfer, und vergesst nur nicht, liebe aufrechte Bürger, ein wachsames Auge darauf zu halten, dass nicht irgendwelche rechten Nazischlampen die angeblichen Opfer für ihre Hetze gegen die wirklichen Opfermonopolisten instrumentalisieren. Immerhin sind die ja freiwillig zu dem gelackten Schnösel mit dem berühmten Namen in seine Karosse geklettert und haben sich zu dem Erdloch im Wald fahren lassen, das wir aus dem alten romantischen Lied über das schöne Zigeunerleben kennen...


Samstag, 17. Februar 2018

»Wartezeit beim Arzt zu lang: 52-jähriger Mann randalierte«

Schrecklich! Immer diese Meidlinger, die immer nur randalieren können! Darf ich eine Vermutung äußern: der »52-jährige Mann« heißt Leopold Steinbeißer, hat bei seiner Verhaftung Haßparolen gerufen und ist daher mutmaßlicher FPÖ-Wähler — nicht wahr?

Nur: warum erfährt man das nicht aus der Pressemeldung? Bloß »52-jähriger Mann« — das lenkt doch den Verdacht in eine ganz andere Richtung! Schrecklich, wie die Medien durch ihre lückenhafte Berichterstattung falschen Verdächtigungen Vorschub leisten ...

Vielleicht spricht unser hochverehrter Herr Hofbürger ein klärendes Wort zur zunehmenden Gewalt in Arztpraxen und Spitälern. Wobei aus einem Leserkommentar in der »Krone« eine gewisse Skepsis diesbezüglich herauszulesen ist, schreibt da doch ein gewisser  »Franz3«:
Auf eine Stellungnahme von Van der Bellen wird man diesmal wieder vergeblich warten. So wie damals als ÖVP+SPÖ Abgeordnete Kinder sexuell missbraucht haben….. Sollte aber Kickl das Wort „konzentriert“ aussprechen, dann aber kann er was erleben…
Nun — das bei Kickl ist natürlich ganz etwas anderes!

Heute vor zwanzig Jahren

... starb Ernst Jünger (29.3.1895-17.2.1998)


... laut deutscher Wikipedia:

»... deutscher Schriftsteller, Offizier, Dandy und Insektenkundler.« 

Diese Charakterisierung sagt weniger über Ernst Jünger, als über die Geisteshaltung der deutschen Wikipedianer aus. Jünger wird es überleben ...



Der einäugige Hofbürger

DiePresse titelt:



FPÖ-Angriffe auf ORF: Van der Bellen mahnt die FPÖ

Bundespräsident Van der Bellen äußerte sich zum umstrittenen Strache-Posting über den ORF: "Nur wenn jemand Satire hinschreibt, muss es noch lange nicht Satire sein".

Konkret sprach Van der Bellen das Posting von FPÖ-Chef und Vizekanzler Heinz-Christian Strache gegen "ZiB 2"-Moderator Armin Wolf an. Strache hatte ein Foto des ORF-Anchormans gepostet, versehen mit dem Text: "Es gibt einen Ort, an dem Lügen zu Nachrichten werden. Das ist der ORF". Zu Straches Vermerk bei diesem Posting ("Satire") meinte nun Van der Bellen: "Und nur wenn jemand Satire hinschreibt, muss es noch lange nicht Satire sein."
(Hier weiterlesen)
Kurze Gegenfrage, wenn's erlaubt ist: Haben Ew. Exzellenz jemals den ORF gemahnt, wenn dieser die FPÖ angreift? Ist ja nun fürwahr oft genug vorgekommen ...

Na ... ... fällt Ew. Exzellenz denn rein gar nix ein? Wie bedauerlich! Hier könnte Ew. Exzellenz geholfen werden. Wenn belieben wollten, am linken Auge nicht blind zu sein. Was, wie schon ihr Vorgänger hinlänglich bewies, freilich keineswegs Erfordernis für die flotte Selbstetikettierung als »unabhängig und überparteilich« darstellt ...


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P.S.: Exzellenz haben übrigens völlig recht, wenn meinen: »... nur wenn jemand Satire hinschreibt, muss es noch lange nicht Satire sein.« Beim ORF ist das nämlich keine Satire, sondern die traurige Wahrheit.


Afghanin erstochen: Gutachten zeigt, Bruder ist deutlich älter

Ein im Tatzeitpunkt vorgeblich 18-jähriger gebürtiger Afghane, der am 18. September 2017 in Wien-Favoriten seine jüngere Schwester erstochen haben soll, ist in Wahrheit älter als 21. Das hat ein von der Staatsanwaltschaft in Auftrag gegebenes Gutachten ergeben, wie Behördensprecherin Christina Ratz am Freitag der Austria Presse Agentur bestätigte.
(Hier weiterlesen)

Also jetzt sind wir einfach baff! Hätte sich einer denken können, daß das Geburtsdatum 1.1.1999 möglicherweise nicht richtig ist ...?

Daß der Mörder — mutmaßliche! So ein blutiges Messer ist noch kein Beweis, vielleicht wollte er nur spielen, und wir wollen doch nicht vorverurteilen! — ... ähm, also ... mutmaßliche Mörder nach Erwachenenstrafrecht beurteilt wird, ist ja ganz nett, aber unsere muselfreundlich-kultursensible Justiz wird sicherlich strafmildernd berücksichtigen, daß seine Kindheit in Afghanistan gaaaaaanz schlimm war. Daß die Jugend seiner Schwesternschlampe, die partour kein Kopftuch tragen wollte, vielleicht auch nicht so toll war nach der Messerung durch das Brüderchen, fällt demgegenüber nicht so sehr ins schariakonforme Gericht ... äh: Gewicht.

Und die Elterleins, wir wissen: der Vater mit dem Summen im Ohr, der deshalb leider, leider nix arbeiten kann und daher von der Stütze lebt, und die Mutter mit Kopftuch und jeder Menge Kinder, die zwecks Erhöhung des Familieneinkommens ganz praktisch  sind und daher am laufenden Band gezeugt werden ... tja: müssen die wissen, daß Sohnemann nicht am 1. Jänner 1999 geboren wurde? Wohl nicht, denn sonst müßte man sie wegen ihrer Falschangaben eigentlich vor Gericht stellen und dann im Eilzugsverfahren aus Österreich rausschmeißen.

Was aber, wir ahnen es bereits, etwa so wahrscheinlich ist wie bspw. ein Caritasfunktionär, der über die Ausländerkriminalität der Eindringlinge aus dem Orient Klartext spricht ...

Oder (hier handelt es sich allerdings nicht um die österreichische »Caritas«, sondern um eine deutsche, die diese Meldung verbreitet, doch die Mentalitätsunterschiede werden wohl marginal sein) wie man dazu lesen durfte:
Die LIGA der Freien Wohlfahrtspflege in Rheinland-Pfalz, der Arbeitskreis Asyl - Flüchtlingsrat RLP und der Initiativausschuss für Migrationspolitik sprechen sich klar gegen diese Form der Altersfeststellung aus. Eine professionelle Inaugenscheinnahme durch die Jugendämter, die alle relevanten — auch nicht-medizinischen — Faktoren berücksichtigt, entspricht den ethischen und kinderrechtlichen Standards einer demokratischen und humanen Gesellschaft. Eine Röntgenuntersuchung ohne eindeutige medizinische Indikation stellt den Straftatbestand der Körperverletzung dar. [...]
"Junge geflüchtete Menschen, auch wenn sie bereits das 18. Lebensjahr erreicht haben, benötigen angemessene Begleitung, damit sie gut in unserer Gesellschaft ankommen können und echte Perspektiven erhalten. Dorthin sollten Energie und Finanzen fließen, anstatt sich in fachlich fragwürdigen Debatten zu verkämpfen.", fordert der Vorsitzende der LIGA der Freien Wohlfahrtspflege in Rheinland-Pfalz, Hans-Jürgen Eberhardt. (Quelle)
Bemühungen, betrügerische Alterangaben, welche eine Strafverfolgung krimineller Eindringlinge verhindern,  durch Untersuchungen aufzudecken, wären also »fragwürdige Debatten« ... aha. Wieder was dazugelernt.

Kotzstärke 10 auf der nach oben offenen Liebermann-Skala.

Losing Team

von Fragolin

Die Grünen in Tirol setzen sich ambitionierte Ziele. Sie wollen hoch hinaus.
Das Erfolgsrezept: Wettern gegen und warnen vor Blau. Das hat ja bei der Nationalratswahl schon super funktioniert, und das mit der gleichen Frontfrau. Das gleiche Gesicht, die gleiche Strategie, da ahnt man schon den gleichen Erfolg. Und diese Partei hat sich den Anspruch gestellt, andere umerziehen zu wollen, dabei sind die selbst dermaßen lernresistent.
Deshalb auch das hoch gesteckte Ziel: mehr als 10 Prozent wollen sie erreichen. Hört sich ja etwas hochtrabend an, aber man sollte bedenken, dass sie beim letzten Mal 12,6 Prozent hatten. Die sind also schon froh und feiern das als Sieg und klaren Wählerauftrag, wenn sie nicht mehr als 20% ihrer Wähler verlieren?!
Aber wie schreibt es der „Kurier“ so schön?

Das Ergebnis der Landtagswahl in Niederösterreich war für Österreichs Grüne ein kleines Erweckungserlebnis. Die Landespartei fuhr zwar ein Minus ein, der befürchtete Rauswurf aus dem Landtag blieb aber aus.“

Das muss man sich wirklich auf der Zunge zergehen lassen: die Grünen säbelt es von 8 Prozent runter auf 6,4 Prozent, also satte 20% Stimmenverlust, und die feiern das als „Erweckungserlebnis“. Aber die haben sich ja auch aufgeplustert, dass die FPÖ es wagt, ihren Zugewinn zu feiern. Das waren ja auch magere, äh, 80 Prozent zu den Stimmen von 2013, nämlich von 8,2 Prozent auf 14,8.
Blau und Grün sind von der gleichen Position bei 8% gestartet, die Blauen haben heute 80% mehr, deren Freude ist allerdings böses rechtes präpotentes Gehabe, derweil die Grünen 20% verlieren und ein Erweckungserlebnis haben.
Wobei ich mit dem Begriff etwas hadere. Denn „Erweckung“ klingt auch immer nach „Aufwachen“, und davon ist bei den Melonen aber gar nichts zu spüren.

Bei der letzten Wahlumfrage der Tiroler Tageszeitung vom 28. 12. 2017 lag die FPÖ bei, äh, also liebe Grüne, jetzt müsst Ihr ganz ganz tapfer sein, einem Wert zwischen 21 und 27 Prozent. Gegenüber 9,3 Prozent bei der letzten Landtagswahl in Tirol 2013. Da von einem erwartbaren Erfolg zu reden ist natürlich unzulässig und nur rechte Propaganda.
Für die Grünen gibt es einen Schwankungsraum zwischen 9 und 15 Prozent. Also bestehen noch Chancen, nicht allzu viel zu verlieren oder vielleicht sogar gleich zu bleiben. Aber das genügt denen ja schon für die nächste Erweckung.
Also: Weiter so! Und holt Euch zur Not die erfahrene Wahlkämpferin und hochkompetente Europapolitikerin Ulrike Lunacek zu Hilfe! Man sollte niemals auf bewährte Konzepte verzichten!
Never change a losing team!

Freitag, 16. Februar 2018

»Caritas gewinnt Klage gegen Handy-Lüge«

... titelt der KURIER voll Befriedigung. Nun, wenn eine Organisation mit perfekter medialer und politischer Vernetzung, ein wirtschaftliches Schwergewicht mit Millionenumsätzen einen Prozeß gegen einen Facebook-Poster gewinnt, dann ist das etwa so, wie wenn der Schwergewichtsweltmeister ein Kindergartenkind, weil es über ihn Lügen verbreitet habe, K.O. schlägt. Mancher mag darin den Sieg der gerechten Sache erblicken — aber ein gewisser schaler Geschmack bleibt auf der Zunge ...
Statt eine Gegendarstellung zu veröffentlichen, wird der Mann, der die Handy-Lüge in das Online-Forum einer Tageszeitung verbreitet hatte, aber nun einen Tag in einer Flüchtlingseinrichtung der Caritas als freiwilliger Helfer verbringen. "Wir glauben, dass Vorurteile am besten durch Begegnung abgebaut werden können", sagt Schwertner. Er sieht auch die Politik gefordert, stärker gegen Hass im Netz aufzutreten. Die Caritas schließt weitere Klagen nicht aus.
Ach, wie edel! Nur Gutmenschen sind in der Lage, einen Gegner über die Prozeßkosten fast zu ruinieren, und ihn dann großzügig durch eine Arbeit in einer »Flüchtlings«einrichtung der Caritas als »freiwilliger« Helfer zu demütigen. Und jeglichen Versuch, die Caritas in Zukunft zu kritieren, gleich durch vage Klagsdrohungen im Keim zu ersticken. Ja, das hat schon Klasse! Extraklasse, genau genommen. Shakespeare geht mir — weiß ich warum? — durch den Kopf: »That one may smile, and smile and be a Villaine

Nun, LePenseur hat sich aus dem Verband der Financiers der Organisation zum Teil schon ausklinken können, Gott sei Dank. Die mehr als stattlichen Fördermittel, die diese Organisation von staatlicher Seite bekommt (und die u.a. durch LePenseurs Steuerzahlungen ermöglicht werden), kann er leider nicht so leicht verhindern, aber bemüht sich, daß die Organisation wenigstens der Kontrolle durch den Rechnungshof unterstellt wird. Nun, sehen wir, wie weit sich die Politik an die Trockenlegung von kirchennahen Sümpfen wagt. Man darf skeptisch sein.

Der Facebook-Poster ist natürlich, mit Verlaub, auch ein Dolm! Hätte er statt »Die Caritas verschenkt nigelnagelneue Handys an Flüchtlinge« einfach »Die Caritas soll nigelnagelneue Handys an Flüchtlinge verschenken« gepostet, hätte sich diese Organisation ihre Klage vermutlich rektal applizieren können. Warum wohl weiß ich nicht, warum mir ein Shakespeare-Zitat durch den Kopf geht. Wüßte ich es, könnte es justiziabel sein. So geht das, Leute: man muß im Kampf gegen die Kriminalisierung dissidenter Meinungen erfinderisch sein. Und je höher unsere Meinungsmacher deshalb vor Zorn hüpfen, desto besser gefällt mir das! 

Die Caritas schließt weitere Klagen nicht aus, wird berichtet. Ich hingegen schließe weitere Artikel nicht aus, über die sich die Caritas ärgern könnte, und die einigen Lesern die Augen öffnen über den Charakter dieser Organisation, die sich kühn nach dem lateinischen Begriff für Nächstenliebe benennt, sich aber eher auf Steuerkosten in Fernstenliebe übt.

Ein Kommentarposter namens Georg Laim stellt zum Kurier-Artikel die nicht unberechtigte Frage: 
Wer verklagt eigentlich diejenigen, die die Lüge verbreitet haben, durch die Flüchtlings-ströme würde kein einziger Terrorist nach Europa gelangen, weil der IS ja ganz andere Möglichkeiten hätte, solche einzuschleusen ...???
Im Gegensatz zur »Caritas« ist Herr Laim allerdings nicht in der Lage, die betreffenden Politiker und Medienmietlinge niederzuklagen, obwohl er den Wahrheitsbeweis für die Berechtigung seiner Frage ohne Schwierigkeit erbringen könnte ...

Nicht wirklich beruhigend

... was DiePresse da zu berichten weiß:
Ein Israeli mit einem perfekt gefälschten syrischen Pass; deutsche Sozialarbeiter, die beim Erlangen des Flüchtlingsstatus mehr als behilflich sind, ja Tipps geben, wie man die deutschen Behörden übers Ohr legen kann; islamische Prediger, die die "gewaltlose Unterwanderung Europas" forcieren; muslimische Migranten, die von Anfang an keine Lust haben, sich zu "integrieren", wie man in Europa sagt und es zumindest gerne sehen würde: Das und anderes sind Elemente einer unerhörten Geschichte, die der bekannte israelische TV-Journalist Zvi Jecheskeli teils unter Einsatz seines Lebens für seine Serie über die arabische Welt, die seit Jahren vom israelischen Sender "Channel 10" aus- gestrahlt wird, recherchiert hat. Und bei der in Europa die Alarmglocken schrillen müssen.
Nun mag man einwenden: ein israelischer Journalist, der vom Mossad für eine Geschichte angeheuert und unterstützt wird, ist vielleicht auch nicht unbedingt die »objektivste« Quelle. Mag sein. Aber die Befunde, die er liefert, decken sich auf erschreckend offensichtliche Weise mit der Realität, wenn wir die Terrorszene der letzten Jahre unvoreingenommen Revue passieren lassen! Es gehört schon viel abendländische Blauäugigkeit und Gutmenschlichkeit dazu, all das unter der Kategorie »bedauerliche Einzelfälle« abzulegen, statt endlich dagegen vorzugehen.

Der Schmidt und der Staatsschutz


von Fragolin

Der Staat ist in Gefahr! Die freiheitliche demokratische Grundordnung Deutschlands wird von innen massiv angegriffen. Täglich nagt zersetzende Fäulnis an den strahlenden Säulen der Demokratie und des Rechtsstaates.
Deshalb wurde ja auch die Sonderabteilung „Staatsschutz“ der Polizei erfunden. Sie beschützt den Staat gegen jeden inneren Zersetzungsprozess, kümmert sich um jede widerliche Straftat, die von gemeinen Dunkeldeutschen begangen wird. Kriechen irgendwo staatsverweigernde Reichsbürger aus ihren germanischen Erdhöhlen, werfen herumkrakeelende Halbstarke einen Schweizerkracher in Richtung eines muselmanischen Versammlungshauses oder, was das Schlimmste ist, verkleiden sich neofaschistische Menschenhasser als Jecken und karren einen primitiv zusammengepappten ultrarechtsnationalrassistischen volksverhetzenden Motivwagen zur Fassenacht über eine rumpelige saarländische Dorfstraße, dann wird der Staatsschutz aktiv.

Denn ein Glück, dass es genug Blockwarte aufmerksame Verteidiger der Demokratie und des Humanismus gibt, die solch widerliches Treiben sofort der Polizei melden, die selbstverständlich unverzüglich die Ermittlungen einleitet. Es gibt ja ganz sicher nichts dringenderes zu erledigen. Es gibt genug Polizisten und fast keine Kriminalität, abgesehen von den erwähnten staatszersetzenden Straftaten.

Ach ja, das Ding finde ich nicht sonderlich witzig, kann aber an meiner generellen Karnevalsmüdigkeit liegen. Doch das ist weder Volksverhetzung noch staatsgefährdend. Nicht jeder schlechte Witz ist eine Staatsaffäre, nur weil die Politik der glorreichen Föhrerin dabei schlecht aussteigt. Das wird ja immer lächerlicher.

Darauf ein „Die Wanne ist voll“.

Übrigens frage ich mich manche Tage, ob Helmut Schmidt nicht gerade rechtzeitig gestorben ist, um nicht noch von der Maasjustiz wegen Volksverhetzung in einer Nichtraucher-Einzelzelle mit permanentem Sauerstoffboarding gequält zu werden. Dieser letzte Politiker und vor Allem letzte Sozialdemokrat mit Rückgrat und Intelligenz (statt Rücksichtslosigkeit und Intriganz) hatte nämlich bis ins hohe Alter einen wachen Geist und klaren Realitätssinn. (Nein, Herr Van der Bellen, links, alt und Raucher zu sein macht es nicht allein.)

Ein Zitat ist aus 2005:
Sieben Millionen Ausländer in Deutschland sind eine fehlerhafte Entwicklung.“
Und 2008 besiegelte er seinen Ruf als Zielscheibe für linksextreme Tortenwerfer:
Wer die Zahlen der Moslems in Deutschland erhöhen will, nimmt eine zunehmende Gefährdung unseres inneren Friedens in Kauf.“
Mit dem Tweet würde er heute lebenslang gesperrt und an die Kahane-Stasi gemeldet.
Würde Gauland das twittern, wäre das für die linke Empörungsindustrie der Merkelverteidiger der Beweis, dass die AfD den Bürgerkrieg ausrufen will.

Donnerstag, 15. Februar 2018

Hundert notwendige Gedichte XLV: Christian Wagner


Seit gestern erst befinden wir uns in der Fastenzeit — und heute erfolgt schon ein Vorgriff auf deren letzten Tag, den Karsamstag (im Titel des Gedichtes freilich als »Ostersamstag« bezeichnet, aber das ist offenbar eine lokale, wenn auch verwechslungsträchtige Bezeichnung dafür):



Ostersamstag
(Weiße Anemonen)

    Wie die Frauen
Zions wohl dereinst beim matten Grauen
Jenes Trauertags beisammen standen,
Worte nicht mehr, nur noch Tränen fanden;

    So noch heute,
Stehen, als in ferne Zeit verstreute
Bleiche Zionstöchter, Anemonen,
In des Nordens winterlichen Zonen.

    Vom Gewimmel
Dichter Flocken ist ganz trüb der Himmel.
Traurig stehen sie, die Köpfchen hängend,
Und in Gruppen sich zusammendrängend.

    Also einsam,
Zehn und zwölfe hier so leidgemeinsam,
Da und dort verstreut auf grauer Öde,
Weiße Tüchlein aufgebunden jede,

    Also trauernd,
Innerlich vor Frost zusammenschaudernd,
Stehn alljährlich sie als Klagebildnis
In des winterlichen Waldes Wildnis.


Christian Wagner: ein bis zur Kärglichkeit bescheidenes Leben. Seine Eltern zu arm, um ihn nach seinem Wunsch (und dem der Mutter, die aus einer Lehrerfamilie stammte), Lehrer werden zu lassen. Also blieb er bis zu seinem Tod in einer Kleinbauernwirtschaft hängen – »zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel«, wie der Volksmund sagt. Neben der eigenen Wirtschaft verdingt er sich zu Wald- und Feldarbeiten, um seine Familie durchzubringen. Zweimal verwitwet, die Kinder aus erster Ehe schon bald nach der Geburt verstorben, 1892 ebenso viel zu früh seine zweite Frau – Cousine der ersten – nach jahrelanger, schwerer Krankheit. Eine der Töchter führt dem alten Mann den Haushalt. Erst mit fünfzig erscheint sein erstes Büchlein mit Gedichten – im Selbstverlag auf Kommission gedruckt –, und findet zu aller Überraschung Anklang, muß bald nachgedruckt werden. Weitere Gedichtbändchen erscheinen in den folgenden Jahren, insgesamt acht an der Zahl.

Lange stößt er bei den Nachbarn, im ganzen Dorf auf Kopfschütteln – ein Bauer, der am Feierabend und im Winter Gedichte, Erzählungen und Dramen schreibt? Der Pfarrvikar vermahnt ihn: »Was wäre das, wenn ein jeder Bauer nun anfinge zu dichten?« Die wunderbar überlegene Antwort Wagners: davor brauche einem nicht zu bangen, es werde stets mehr Spatzen geben als Lerchen! Im Alter dann zunehmende Bekanntheit: ein Kreis von Verehrern, die zu einem Sprachwunder in der Gestalt eines unscheinbaren, schwäbischen Kleinbauern pilgern, ihn unterstützen, seine Werke drucken helfen, ihm im Alter einige Reisen nach Italien und der Schweiz finanzieren (bis dahin war er über die Hauptstadt Württembergs, Stuttgart, nicht hinausgekommen).

Schließlich kommt Anerkennung: Ehrengaben der Weimarer Schillerstiftung und des Schwäbischen Schillervereines, ab 1900 ein jährlicher Ehrensold durch die Huld des Königs von Württemberg, der seine finanziell sehr beengten Verhältnisse etwas bessert. 1915 schließlich, zum Achtziger, wird er Ehrenbürger seiner kleinen Geburts- und Heimatgemeinde Warmbronn.

Heute ist Christian Wagner so gut wie vergessen, trotz mancher exotischer, heutigen esoterischen Strömungen – er bezeichnet sich in seinem ersten Buch als »Brahminen und Seher« – durchaus entgegenkommender Anklänge in seiner Dichtung. Lyrik zieht heute eben nicht – gereimt (oder im Hexameter) schon überhaupt nicht. Ein kleiner Verein kümmert sich freilich bis heute verdienstvoll um Nachlaß und Andenken des Dichters.

Und dennoch: der große Literaturkenner Hermann Pongs, Germanist in Göttingen, charakterisiert ihn mit den Worten:
Schwäbischer Bauerndichter, dessen seelenweitende Natur- und Todesmystik mit den besten Gedichten in die Weltliteratur reicht. […] Das in Sprache und Rhythmus vollkommenste Gedicht ist wohl „Ostersamstag“. Klagefrauen um Christi Tod und verschneite Anemonen sind in eins gesehen, Passion hier wie dort. Gemeißelte Sprache, die an C. F. Meyer erinnert. (Herman Pongs, Lexikon der Weltliteratur)
Vor hundert Jahren, in der Morgenfrühe des 15. Februars 1918, ist Christian Wagner zu Warmbronn dahingegangen – »… erlosch das niedergebrannte Flämmchen«, wie es sein Herausgeber Otto Güntter in der seiner Werkauswahl beigegebenen biographischen Notiz zutreffend ausdrückte.






Osmanischer Watschensultan

von Fragolin

Eine Weile war es relativ ruhig um das osmanische Rumpelstilzchen, doch jetzt hat es ihn wieder gepackt. Dass er bei der Uckermärkischen Wachtel an den Schwanzfedern zupft interessiert ja eh keinen, weil die sowieso schön still hält. Aber diesmal hat er sich einen Anderen ausgesucht.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat die US-Truppen in Manbij davor gewarnt, einem türkischen Angriff auf die Kurdenmiliz YPG in der nordsyrischen Stadt im Wege zu stehen.“

Hinter dem Wort „gewarnt“ konnte ich den Text nur noch verschwommen wahrnehmen; zu schnell schossen mir die Tränen der Heiterkeit in die Augen. Der Osmanische Träumerle-Sultan warnt die USA. Ein kleiner struppiger Kläffer mit neckischem Schnauzbart bellt mutig einen Löwen an. Der seine Atomraketen nicht mal in die Türkei fliegen lassen muss, weil die schon da sind. Und der eine Streitmacht hat, die nicht nur technisch sondern such von der Ausbildung her die mit Abstand stärkste der Welt ist. Die türkische ist zwar groß, aber zu drei Vierteln mit amerikanischer Technik ausgerüstet, die ein bis zwei Versionen hinter der aktuellen der Amis selbst herhinkt. Die lassen ihre Rüstungsindustrie immer gerne Technologie erst dann ins Ausland verkaufen, wenn die Technik der eigenen Streitkräfte zwei Schritte weiter ist.

In einer Rede vor der Fraktion seiner AK-Partei drohte Erdoğan den amerikanischen Soldaten am Dienstag für diesen Fall mit einer "osmanischen Ohrfeige".“

Na wenn er sich da mal nicht einen amerikanischen Fußtritt holt. Nun dürfte sich die Gefahr eines Angriffs der USA auf die Türkei in sehr engen Grenzen halten. Aber brisant ist das trotzdem, was da abläuft. Denn laut Nato-Pakt sollte der Größenwahnsinnige mal schön die Füße stillhalten. Bei genauem Hinsehen ist nämlich nicht nur sein Vorgehen gegen Kurden im Irak und in Syrien, wo er nunmal gar nichts verloren hätte, wenn die Gier nach der Erweiterung des Reichsgebietes und der Sammlung von Heldenpunkten auf dem Weg zum legitimen Khalifen der Umma nicht so groß wäre, sondern auch seine Drohung des Schießens auf Soldaten eines Verbündeten schön langsam genug, um ihn aus der Nato zu feuern. Im Artikel 1 des Paktes heißt es ja:

Die vertragschließenden Staaten verpflichten sich, gemäß den Bestimmungen der Charta der Vereinten Nationen jeden internationalen Streitfall, an dem sie beteiligt sein mögen, durch friedliche Mittel in der Weise zu regeln, daß Frieden, Sicherheit und Gerechtigkeit unter den Völkern nicht gefährdet werden, und sich in ihren internationalen Beziehungen jeglicher Drohung oder Gewaltanwendung zu enthalten, die in irgendeiner Weise mit den Zielen der Vereinten Nationen nicht vereinbar ist.“

Drohung und Gewaltanwendung gegen einen Verbündeten wären wohl kaum mit den Zielen der UNO vereinbar. Also könnte man die Türken nicht nur endlich mal aus den EU-Beitrittsverhandlungen entlassen sondern sollte sie auch aus der Nato feuern.
Aber das wäre nicht im Interesse der Amerikaner. Denn sonst hätten die Türken ja bereits bei der Annektion Zyperns rausgeschmissen werden müssen. Wenn die Türken in der Nato kaltgestellt werden, wird sich Recep der Prächtige gleich an Wladimir den Starken wenden – und davor haben die Amerikaner Angst. Statt Putin durch die Vernichtung seines Syrischen Verbündeten zu schwächen würde dieser durch einen weit mächtigeren Verbündeten als Assad gestärkt. Und hätte die Macht, den Kaukasus in die Zange zu nehmen. Kleiner Tipp: Georgien.

Wenn der Erdowahnsinnige jetzt glaubt, den USA vorschreiben zu können, was sie zu tun und zu lassen haben, dann lehnt er sich gefährlich weit aus dem Fenster. Mit der alemannischen Wachtel konnte er sich noch spielen, da braucht er nur erwähnen, dass er ein paar Millionen „Flüchtlinge“ vorbeischicken könnte, und schon kniet Merkel vor ihm. Aber womit will er Amerika drohen? Mit dem Erschießen amerikanischer Soldaten? Wie die Amerikaner auf sowas reagieren, weiß jeder. Das kann sehr ungemütlich werden.
Aber Amerika muss nicht die Türkei angreifen und sich nicht mit türkischen Streitkräften anlegen.
Das Problem ist nicht die Türkei.
Das Problem ist Erdogan.
Und Probleme kann man beseitigen.
Der osmanische Watschensultan rüttelt am Bäumchen. Er wäre nicht der erste Verbündete der USA, der glaubt, sich über diese erheben zu können, und am Ende als jammerndes Häufchen Elend aus einem Erdloch gezogen oder in Schlafrock und Pantoffeln nachts von GIs überrascht wird.

Mittwoch, 14. Februar 2018

Bekanntlich heißt es, nichts sei älter als die Zeitung von gestern


... aber nach einem Jahr Abliegen im Archiv bekommt auch das elendeste Käseblatt — na klar, damit kann eigentlich nur die Prantl-Prawda gemeint sein! — einen Geruch von edelster Realsatire, der einen echten Hochgenuß beim Wiederlesen bereitet, wie z.B. Prantls Eloge (Dank ergeht an Ulrich Elkmann für dies prachtvoll erhaltene Fundstück!) vor einem Jahr auf den Schulzomaten:
Schulz hat, was Merkel fehlt

Überschwang, Feuer, Begeisterung – das sind die Gaben des Martin Schulz. Der Kanzlerkandidat der SPD ist ein Mann mitten aus dem Leben, ein Populist im besten Sinne.

Martin Schulz ist ein Populist. Das ist nichts Schlimmes. Im Gegenteil: Schulz ist ein demokratischer Populist. Er kann sich und andere schwindlig reden, wenn es um Gerechtigkeit und Europa, um die Grundwerte und die Bürgerrechte geht. Er kann sehr populär predigen, sodass ihn die Leute verstehen und spüren, dass Leidenschaft in ihm steckt.

Schulz hat das, was Angela Merkel fehlt: Er hat den Überschwang, das Feuer, die Begeisterung. Schulz ist einer, der die Emotionen nicht den Extremisten überlässt. Ein guter Politiker ist nicht selten auch ein guter Populist, weil er seine Politik populär vortragen muss. Ein demokratischer Populist appelliert an Kopf und Herz, ein populistischer Extremist an niedrige Instinkte. Das ist der Unterschied; und an der Person von Schulz kann man diesen Unterschied gut studieren. Die AfD hat sich daher zu früh über dessen Nominierung zum Kanzlerkandidaten der SPD gefreut. Die AfD hat darüber gefeixt, dass da angeblich ein EU-Bürokrat gekürt wird. Diese Kritik wird nicht verfangen, weil in diesem Martin Schulz keiner den Bürokraten wiederfindet. Die Leidenschaft, wie sie zu diesem Mann gehört, ist ganz und gar unbürokratisch.

(Hier weiterlesen)
Daß der Vollkoffer, der diesen bis zur zehennageleinrollenden Peinlichkeit verlogenen Werbetext gebastelt hat, sich inzwischen nicht aus dem Fenster der Redaktion gestürzt hat, ist wohl nur damit zu erklären, daß — im Gegensatz zu normalen Huren, die meist doch irgendwo eine gewisse Schamgrenze wahren, über die sie auch für viel Geld nicht zu gehen bereit sind — unsere Presstituierten einfach keine Scham kennen! Daher machen sie alles, wenn es ihren Strippenziehern und damit ihrem Status in der Redaktion dienlich ist, und wäre es das alleridiotischste Geschwurbel.

Der Leser freilich kann jetzt, nach Schulzens würdelosem Abgang genießerisch den feinen Duft der Kungelei und Bestechung schnuppern: ja, da hat die SPD-Medienmaschine wieder mal ganze Arbeit geleistet: verlogen, wie das nur Sozen zusammenbringen, wird ein Furz im Walde zur meisterlichen Phrase aufgebrezelt. In der Tat, das hat was — und wenn's nur die Schadenfreude wäre, nicht einen Kaiser, sondern nur einen früheren Buchhändler, der in Brüssel zum größenwahnsinnigen Bonzen entgleiste, ganz ohne Kleider davonschleichen zu sehen ...

Ganz großes Kopfkino, liebe »SZ«! Danke!

#metoo – Aktivistin als Sexattentäterin

von Bastiat



Entsetzliches kommt uns dieser Tag zu Ohren. Also eher nur aus den englisch-sprachigen Medien, bei uns im deutschen Sprachraum hat nur der „Stern“ darüber berichtet. Er will wohl die zarten, feministisch-weichgespülten Leser und vor allem die –innen nicht verschrecken: eine prominente Frau, noch schlimmer, eine #metoo-Aktivistin, soll gleich zwei Männer sexuell attackiert haben.

Die Abgeordnete der Demokraten im Parlament von Californien, Cristina Garcia, hat demzufolge 2014 einen Mitarbeiter eines anderen Parlamentariers bei einem Softball-Spiel (no pun intended) an intimen Stellen betatscht. Also nicht in der Hitze des Gefechts während des Spiels (wie auch immer man Softball spielt, keine Ahnung), sondern nachher. Und der zweite Fall fand angeblich 2017 statt, als die Abgeordnete in illuminiertem Zustand einen Lobbyisten erneut betatscht und ihn darüber hinaus auch noch mit Beischlafabsichten bedroht haben soll. Und wäre das alles noch nicht genug, soll Fr. Garcia auch noch jungen, unschuldigen Mitarbeitern sexuelle Witze erzählt haben.

Das ist selbstverständlich absolut ernst zu nehmen. Den beiden Männern ist unbedingt und unter allen Umständen zu glauben. Sie haben enormen Mut bewiesen, sich nach dieser erniedrigenden Erfahrung der Öffentlichkeit auszusetzen. Es hat einige Jahre gedauert, jedoch waren sie unmittelbar nach den Ereignissen einfach zu traumatisiert, um sofort #aufzuschreien. Jetzt jedoch machen sie weiteren Opfern und Opferinnen von Frau Garcia Mut, ebenso an die Öffentlichkeit zu gehen. Frau Garcia hat ihre privilegierte Stellung als weißer Mann schamlos ausgenutzt. Als weiße Frau. Egal, privilegiert jedenfalls in der patriarchalischen Gesellschaft.

Wie auch in dem Artikel zu lesen ist: sollten sich die Anschuldigungen gegen die #metoo-Aktivistin als wahr herausstellen (wie gesagt, eigentlich sind Zweifel am Wahrheitsgehalt der Vorwürfe nicht erlaubt), könnte das der #metoo-Bewegung massiven Schaden zufügen.

Und das wäre wirklich tragisch.