... ist Vera Lengsfelds Artikel
Die Stasi ist unter uns
Wenn die Stasi in der DDR mir mal wieder Angst machen wollte,
veranstaltete sie eine inoffizielle Haussuchung. Sie brachen einfach in
meine Wohnung ein, während ich für eine Stunde einkaufen war, zerrten
die Bücher aus dem Schrank, schmissen meine Papiere auf den
Boden,manchmal verrückten sie auch nur Gegenstände oder Möbel in der
Wohnung. Das Signal war klar: Wir beobachten dich, du bist nirgends vor
uns sicher, nicht mal in deinem privaten Rückzugsraum. Es war schwer,
sich daran zu gewöhnen, aber ich schaffte das, weil ich mir wie ein
Mantra immer wieder vorbetete, dass ich nichts zu verbergen hätte. Jeder
konnte das, was ich tat, mitlesen und weitermelden.
Also habe ich auch nichts dagegen, dass die Jünger von
Ex-Stasiinformantin Anetta Kahane und ihre Amadeu Antonio Stiftung
hinter meinen Texten her sind. Im Gegenteil. Ich würde sie ihnen als
Pflichtlektüre empfehlen. Vielleicht erkennt ja noch die eine oder der
andere der fehlgeleiteten jungen Leute, dass Denunziant keine so gute
Profession ist.
Immer wieder versuchen wohlmeinende (ich hoffe wenigstens, daß sie zumindest wohlmeinend sind!) Zeitgenossen, Kommentarposter etc. mich davon zu überzeugen, daß heute von einer DDR 2.0 doch ab-so-lut keine Rede sein könne, daß das alles einfach übertrieben sei, daß ich viel zu pessimistisch und viel zu scharf mit den, naja, zugegeben, kleinen Unschönheiten unserer im ganzen doch lupenrein demokratisch-rechtsstaatlichen Staatsordnung in Gericht gehe etc. etc.
All jenen empfehle ich die Lektüre des verlinkten Artikels. Denn wer nicht gänzlich abgestumpft, nicht gänzlich verblödet und eingelullt von unseren Systemmedien in die Welt guckt, dem muß es doch bei dem folgenden Absatz kalt den Rücken hinunterrinnen:
Warum hat Justizminister Maas, statt die Justiz zu stärken, wenn es ein
Problem mit Nazipropaganda und Hass im Netz geben sollte, eine „Task
Force“ installiert, die außerhalb des Gesetzes nach unbekannten
Kriterien, unkontrolliert, willkürlich operiert und ihre
Phantasieprodukte als ernstzunehmende Recherche öffentlich vertreibt?
Ist einem Justizminister die Rechts- und Verfassungsordnung seines Landes so, pardon l'expression, scheißegal, daß er genau das macht, was einen Rechtsstaat fundamental und unvereinbar von einem Maßnahmenstaat macht: nämlich genuin staatliche Agenden der prüfenden Kontrolle durch Gerichte und Parlamente zu entziehen, indem er sie scheinbar privaten Organisationen überläßt?
Das ist ein solcher Skandal, daß sich dagegen die Besetzung der Spiegel-Redaktion, die seinerzeit zum Sturz von Franz Josef Strauß führte, harmlos wie ein Kindergeburtstag ausnimmt. Denn die Besetzung fand wenigstens durch staatsorgane statt, deren verfassungs- und gesetzmäßiges Verhalten (und eben auch Fehlverhalten!) jederzeit durch die vorgesetzten Behörden, durch den Bundestag, durch Gerichte überprüft werden konnte!
Wer diese Grundsätze aufgibt, hat in einem Rechtsstaats nichts in einer Ministerfunktion verloren, und schon gar nicht in der eines Justizministers!
Maas muß weg, so wie Merkel weg muß!
Beide sind Gesetzesbrecher großen Stils, und mehr als das: die Totengräber jenes Grundgesetzes, auf das sie ihre Amtseide abgelegt haben.
P.S.: hat man diesbezüglich vom Bundesgauckler irgendwelche mahnende Worte gehört? Ach nö! So etwas stört den angeblich früheren DDR-"Bürgerrechtler" nicht im Geringsten ...