Posts mit dem Label Ein Käfig voller Narren werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Ein Käfig voller Narren werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 12. Oktober 2024

Es gibt Momente, in denen man den Überblick verliert, ob man gerade

... eine Nachricht liest oder in einem Monty-Python-Sketch gelandet ist

von LePenseur

 
 ... lautet das etwas fassungslose Fazit von Boris Reitschuster. Wer diesen Artikel gelesen hat, versteht seine Überblicks-Desorientierung allerdings ...

 
Ach, wie harmlos waren doch Christian Morgensterns Zeiten für alte (sogar verblichene) Dorfschullehrer ...
 
Ein Werwolf eines Nachts entwich
von Weib und Kind und sich begab
an eines Dorfschullehrers Grab
und bat ihn: Bitte, beuge mich!

Der Dorfschulmeister stieg hinauf
auf seines Blechschilds Messingknauf
und sprach zum Wolf, der seine Pfoten
geduldig kreuzte vor dem Toten:

„Der Werwolf” — sprach der gute Mann,
„des Weswolfs”, Genitiv sodann,
„dem Wemwolf”, Dativ, wie man’s nennt,
„den Wenwolf”, — „damit hat’s ein End”.

Dem Werwolf schmeichelten die Fälle,
er rollte seine Augenbälle.
Indessen, bat er, füge doch
zur Einzahl auch die Mehrzahl noch!

Der Dorfschulmeister aber mußte
gestehn, daß er von ihr nichts wußte.
Zwar Wölfe gäb’s in großer Schar,
doch „Wer” gäb’s nur im Singular.

Der Wolf erhob sich tränenblind —
er hatte ja doch Weib und Kind!!
Doch da er kein Gelehrter eben,
so schied er dankend und ergeben.
 

Die Welt hat sich seit Morgensterns Zeiten geändert. Wie Boris Reitschuster zu Beginn des Artikels zutreffend schreibt:

Als Journalist kommt man sich heute vor wie ein Irrenhaus-Chronist. Und man kann über nichts mehr Witze machen, ohne Gefahr zu laufen, dass die Realität diese Witze übertrifft.