Donnerstag, 17. August 2017

Ohne Titel





Eine Pizza für Silberstein

Gastkommentar von El Capitan


Die Roten und Grünen beteuern doch regelmäßig scheinheilig, dass man die Flüchtlingsrouten über das Meer nicht schließen dürfe, solange die Ursachen nicht bekämpft werden. Gemeint ist die Armut in den Ländern Afrikas. Abgesehen davon, dass Afrika jede Woche um eine Million Einwohner wächst (!!), wissen wir jetzt, woher die Armut kommt.

Silberstein und sein israelischer Kompagnon werden dringend verdächtigt, einen afrikanischen Staatspräsidenten wegen Schürfrechten zu schmieren. Das ist kein Einzelfall. Das Schmieren von afrikanischen Regierungsmitgliedern ist bekannt. Woher haben denn diese Häuptlinge ihre dicken Bäuche und goldenen Nachttöpfe? Die Völker sehen von den fließenden Geldern nichts. Die wandern auf Nummernkonten in die Schweiz, in die Karibik und nach Singapur.

Liebe Rote! Jetzt habt Ihr Gelegenheit, eine Ursache für die Armut in Afrika zu bekämpfen. Es ist ein Hai namens Tal Silberstein (in Israel »Zilberstein«). Ihr habt ihn als Berater für schmutzige Methoden (was denn sonst) angeheuert. Fährt also nach Israel, lasst euch im Knast ein Privatissimum für Afrikanerbestechung geben und dann wisst Ihr, wie man Ursachen bekämpft. Nicht vergessen, eine Pizza mitzubringen.

Husch, husch! Ab die Post! Worauf wartet Ihr noch?


Auch erfahrene Experten sind nicht davor gefeit, auf einen Blender hereinzufallen

Aktuelles Beispiel: Josef Moser, ehemaliger Rechnungshofpräsident, ursprünglich von Jörg Haider in den FPÖ-Parlamentsclub geholt, ist auf Sebastian Kurz, den neuen Messias der österreichischen Politik, hereingefallen. Es wird ihm — auf einem sicheren Listenplatz 3 jedenfalls ins neue Parlament einziehend — zwar egal sein: aber  für mich hat er mit dieser Entscheidung das bisherige Ansehen in meinen Augen nachhaltig beschädigt.

Was zum Teufel vermeint er mit einem geradezu prototypischen Polit-Jungapparatschik wie Kurz in Österreich »verändern« zu können? Das ist etwa so blauäugig, wie von IM Erika Legalität, oder von Schäuble Steuergerechtigkeit zu erwarten. Wenn Moser sich also entschließt, auf einem Ticket dieses medial gehypeten Politstarlets in Parlament zu ziehen, ist er entweder in einem Ausmaß blauäugig, wie es einem Rechnungshofpräsidenten eigentlich nicht passieren darf, oder er will einfach seine persönliche Chance auf eine Machtposition ergreifen. Und die ist derzeit mit einem schwarz-türkisen Lottoschein sicherlich am chancenreichsten zu erlangen.

Nur — was will er mit einer angeblich »neuerfundenen« Kurzpartei eigentlich bewirken? Glaubt er ernstlich, mit einem bislang geschickt allen Fragen ausweichenden Jungspund ohne Erfahrung im realen Leben Österreich grundlegend reformieren zu können? Das wäre so naiv, daß ich mir das bei ihm nur schwer vorstellen kann. Aber wenn er das nicht bezweckt, dann kann es eigentlich nur um persönliche Machtaspirationen gehen, denn um als »weißer Ritter« in die österreichischen Politik einzutreten, hätte er sich nicht von einer der bisherigen Regierungszwillinge einfangen lassen dürfen. Denn genau die haben uns seit 1945 in proporzverteilter Verrottung in die jetzige Situation gebracht, für die der Ausdruck »beschissen« noch geprahlt wäre!

Zweifellos wird Mosers Antreten für die ÖVP sowohl der SPÖ wie auch, und das ist weitaus trauriger für Österreich, der FPÖ schaden. Denn diese ist — und hat es, seit Straches ihr Parteichef ist, auch hinreichend bewiesen — die einzige Partei in Österreich, die versucht, die Interessen der Österreicher vor die der EUrokraten und transatlantischer Seilschaften zu stellen. Daß sie es als Oppositionspartei bislang nicht durchsetzen konnte, liegt daran, daß die Opposition zwar etwas fordern, aber eben nicht in Gesetzen festlegen kann — das ist, Gewaltentrennung hin, Verfassungsbuchstabe her, faktisch eben die wichtigste Aufgabe der Regierung.

Hätte Moser (was immerhin denkbar ist) Zweifel daran gehabt, ob die FPÖ wirklich das geeignete Verhikel für eine Reform unseres zerrütteten Staats- und Politsystems darstellt, dann hätte er jedoch den Weg einer von ihm gegründeten neuen Partei gehen müssen. Aber mit einer Systempartei par excellence, die seit 1945 immer maßgeblich an dem Aufbau und Erhalt genau jenes durch und durch korrumpierten Politgeflechtes von »Sozialpartnern«, Kammern und sonstigen Vorfeldorganisationen (all diese von Steuergeldern und/oder Zwangsbeiträgen üppigst alimentiert), hätte er sich nie und nimmer einlassen dürfen!

Er hat es aber getan: und so können wir bis nach der Wahl, wenn Moser — im Fall eines inzwischen durchaus wahrscheinlichen Wahlsieges der ÖVP — mit einem hochrangigen Posten belohnt wird, darüber rätseln, mit welchem Wahlversprechen er von Kurz wohl geködert wurde. So ein Verhalten als »gesinnungslos« zu bezeichnen, wäre allerdings verfehlt: es verrät durchaus eine Gesinnung — wenn auch keine besonders angenehme ...

Chemtrails

von Fragolin

Bejubelnswerte Neuigkeiten aus dem Institut Mengele, dem antirassistischen Amt für psychische Volksgesundheit: Endlich wurde nach ersten Versuchen mit etwas sperrigen Betablockern als pharmazeutischen Krücken auf dem Weg zur Scheißegalgesellschaft ein wirklich handliches, weil leicht zu versprühendes Mittel gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit entdeckt.
Was, welcher renitent fluchtophobe Hetzer hat da „Pfefferspray!“ gerufen? Kusch in deine rechte Ecke!

Nein, in einer absolut seriösen und wissenschaftlichen Studie des Mengele-Institutes, powered by Soros Foundation (Dank! Dank! Dank dem Edlen!), konnte festgestellt werden, wie man aus knallharten rassistischen Nazis flüchtlingskuschelnde Wellkammisten formen kann: man beneble sie mit einer ausreichenden Konzentration von Nasenspray. Ob man das jetzt in kleinen roten Flaschen mit Hakenkreuzchen verteilen will, um die rechten Dumpfbacken zu täuschen, oder das Zeug gleich mit den Chemtrails aus dem Flieger über unseren Städten versprühen, ist noch nicht belegt, aber der Reichsminister für Meinungsformung und Informationslenkung wird sich schon eine seiner körperlichen wie geistigen Größe angepasste Lösung einfallen lassen.

Jedenfalls wird mir jetzt klar, warum die Lage in Charlottesville so eskalierte. Der Hubschrauber, der das Nasenspray über den ultrarechten Prügelnazis versprühen sollte, damit sie weinend den farbigen Brüdern und Schwestern der friedliebenden BLM-Bewegung in die Arme gefallen wären, stürzte leider ab, bevor er seine glücksbringende Last abladen konnte.
Das Ergebnis ist bekannt: Es kam zu Ausschreitungen von beiden Seiten, und besonders darüber sind die Medien ganz besonders verschnupft.

Aber eines möchte ich den geneigten Lesern noch zu denken geben: Während die Geschichte mit den Betablockern so eine Randbemerkung zu einer Studie über Herzmedikamente waren, also sowas wie Toleranz-Viagra, handelt es sich bei der Untersuchung über den Einfluss von Oxytocin auf die „Fremdenfeindlichkeit“, die bezeichnenderweise darüber definiert wird, ob jemand einem einheimischen Bedürftigen mehr Geld spenden würde als einem sogenannten „Flüchtling“, um eine bewusst in diese Richtung gelenkte „Forschung“, wie man Menschen manipulieren kann.

Mittwoch, 16. August 2017

»Schulz zu betrachten, das ist wie Merkel zuzuhören. Man muss dafür geboren sein.«

Hier das Ganze! Michael Klonovsky at his best. Absolute Leseempfehlung!

Andere Sichtweise

Es ist immer ganz erfrischend, eine andere Sichtweise auf aktuelle weltpolitische Probleme zu lesen. Und ganz besonders, wenn diese Sichtweise aus einer libertären Perspektive heraus erfolgt ...

Wie z.B. im Fall Nordkorea:
Latest News on North Korea from a Libertarian Perspective

Visitors wait to enter the Museum of Natural History
in Pyongyang on Sept. 28, 2016.
Ed Jones—AFP/Getty Images

You might not know as much about North Korea as you think.

After all, how much time have you spent really paying attention to the latest news on North Korea? Or the
history of North Korea?

Or the history of U.S. actions on the Korean peninsula?

Don't be too attached to a
mental image of "North Korea," if the facts turn out to be different...
Flag Wavers at a Stadium
in Pyongyang in 2014
Eric Lafforgue
Take the North Korean Economy and North Korean Famine for Instance

If someone's mental image of North Korea is a place where a lot of people are starving, they're like 20 years behind.
That's one of the most common clichés about North Korea, that it's a destitute, starving country.
Lesenswerter Text, mit einer ebenso lesenswerten, kurzen Ergänzung hier.



Fanatiker

von Fragolin

Dass religiöse Fanatiker jeglicher Coleur einen an der Waffel haben, kann man immer wieder beobachten. Dass der Fanatismus bereits im unteren Mittelbau der Religionspyramide beginnt und nicht erst bei irgendwelchen radikalen Mohammedanern, katholischen Tempelrittern oder jüdischen Ultraorthodoxen kann man an der jüngsten Aufregung über ein Appartementhaus in der Schweiz sehen, das für einem wahren Furor in der jüdischen Welt gesorgt hat.

Was ist passiert? Haben die eidgenössischen Ferienhausbesitzer die Endlösung gefordert oder „Arbeit macht frei“ auf die Zimmertüren der jüdischen Ferienhausgäste geschmiert?

Mehr dazu hier.

Dienstag, 15. August 2017

Das abendländische Europa schafft sich ab ...


Abrißbirnen hier und dort

In den von der Kirchensteuer gut versorgten Bistümern Deutschlands sind in den letzten 15 Jahren viele Kirchen geschlossen, "umgenutzt" oder abgerissen worden. Eine Karte, die von der ZEIT für die Jahre 2004-2009 veröffentlicht wurde, ist das Bistum Essen Spitzenreiter! Wie ich aus gut unterrichteten Kreisen hörte, will man bis zum Jahr 2030 offensichtlich den Vorsprung in diesem unrühmlichen Wettbewerb entsprechend ausbauen. Das Vorgehen wird von Beratungsfirmen forciert und folgsam umgesetzt, was zu entsprechenden Ergebnissen führt!
Man muß keineswegs besonders religiös sein, um diesen traditionslosen, kulturschänderischen Lemmingstrieb der RKK (in der EKD ist's aber nicht besser!) mit Argwohn zu betrachten ...

Johann Christian Bach – Magnificat




Rassisten

von Fragolin

Stellen Sie sich folgenden Text vor:

„Schwarze sind keine Menschen, Schwarze sind Untermenschen. Der normale Mensch ist weiß, nur genetische Defekte verdunkeln die Haut. Farbstoffe, die aus Schwarzen minderwertige Menschen machen. Schwarze sind ein Gendefekt, das ist Fakt!“

Und jetzt stellen Sie sich eine „Bewegung“ von Rassisten vor, die von einem Menschen gegründet wird, der solches veröffentlicht. Wie würde man die nennen? Wie würde man über die berichten? Als was würde man die einstufen?
Aber alles halb so schlimm. Der Originaltext kommt von einer Mitbegründerin der „aktivistischen“ Bewegung „Black Lives Matter“ und lautet so:





Und „Black Lives Matter“, das schwarze Spiegelbild der weißen Herrenmenschen-Idioten, so eine Art Rache-KKK, stellte mit Plakaten und rassistischen Beschimpfungen die „friedlichen Gegendemonstranten“ in Charlottesville, die mit Stöcken und Steinen bewaffnet auf ihre farbverkehrten Brüder im Geiste losgingen.
Rassisten treffen auf Rassisten. Da ist es schon egal, wer den ersten Stein wirft.

Montag, 14. August 2017

One for the ladies

Nein, kein Bild vom sportlich-muskelbepackten Putin (wie mir unlängst ein braves Mutti-Söhnchen im Kommentarbereich süffisant vorschlagen wollte — nun, ich revanchierte mich mit einem Photo der teigig-schlaffen Titten seiner Lieblingspolitikerin), sondern ein Video von Pat Condell an die Adresse der akademischen K(r)ampf-Feminazissen über Musel-Gewalt gegen Frauen. Sehens-, und vor allem (an-)hörenswert, wie fast alles von Pat Condell:


Enjoy!

Bürgerkrieg

von Fragolin

In den USA ist Trump gemeinsam mit seinen engsten Vertrauten mit seinem „The Beast“, dessen Namen man erst nach Trumps Amtsantritt permanent erwähnt, obwohl es bereits von und unter Obama unter diesem Namen in Dienst gestellt wurde, in eine Gruppe friedlich demonstrierender Antirassisten gerast und hat dabei mindestens drei Menschen getötet, darunter zwei Polizisten, die vor Schreck einige Kilometer weiter die Kontrolle über ihren Heli verloren haben. Anders kann ich mir nicht vorstellen, was unsere Medien gerade so zusammentrompeten.

Aber was ist da wirklich los? Einige Gedanken dazu hier.

Sonntag, 13. August 2017

Der Göttergleiche

Erinnerungen an einen Ferientag im Landhaus meiner Eltern … wie immer auf der Suche nach neuem Lesestoff, durchstöberte ich die Bibliothekskästen, wobei mir ein schon ziemlich ramponiertes, abgegriffenes Bändchen, billige Kartonage mit einem leicht verblichenen farbigen Titelbild auf dem Einbanddeckel — eine Husaren-Pelzmütze, einen Säbel samt Tasche darstellend — in die Hände kam: »Anton Mayer: Der Göttergleiche. Erinnerungen an Rudolf G. Binding«, las ich. Rudolf G. Binding …? Nie gehört. Ich blätterte darin, nur zwei Photos, ein nicht eben bedeutend aussehender junger Mann … aha, das war also dieser Anton Mayer, in schwarz-weiß abgedruckter, doch ersichtlich bunter Husarenuniform. Ich tippte auf Hellblau mit silbernen Tressen und Schnüren. Und daneben, der energisch auf den Betrachter zuschreitende Herr mittlerer Jahre — offenbar besagter Binding, an den der Autor erinnern will …

Ich blätterte kurz im Büchlein: irgendwelche Reitergeschichten auf den ersten Seiten, aus Anlaß irgendeines Manövers, zu dem Reserveoffiziere, darunter eben auch dieser Binding, einberufen worden waren. Na ja, mein Interesse hielt sich Grenzen ... Mein Vater, dem ich abends meinen Fund zeigte, nahm das Büchlein in die Hand, und blättere es ebenfalls durch, gelegentlich glitt ein Lächeln über sein Gesicht. Und gab es mir mit den Worten: »Das habe ich damals auf der Krim mitgehabt«, zurück. »Damals« hieß soviel wie: als Soldat im Rußlandfeldzug.

Ich kannte die Lesefreude und den Lektüre-Geschmack meines alten Herrn: der war wirklich nicht schlecht — Nietzsches »Zarathustra« bspw. war in seinem Tornister, und Jüngers »Marmorklippen«. Aus Anlaß eines Militärarrests wegen einer Nichtigkeit bat er um die Bibel als Lektüre (die zulässige Alternative wäre »Mein Kampf« gewesen), und las dann das ganze Alte Testament (das er als — wenigstens formell, wie man’s in Österreich halt so ist — »katholisch« Erzogener kaum kannte), in den paar Tagen hinter Gittern komplett durch. Der Offizier, der ihm den Arrest eingebrockt hatte, wurde dann übrigens von meinem Vater wegen seines schikanösen Verhaltens vor ein Militärgericht gebracht und durfte für einige Zeit in einer Strafkompanie amtieren. »In Rußland damals kein Vergnügen«, meinte mein Vater und zitierte süffisant C. F. Meyer: »Mein ist die Rache, spricht der Herr!« Wäre dieser Binding vielleicht also gar kein so schlechter Autor? Nun, gleichwie: die Sache geriet in Vergessenheit ...

Das nächste Mal begegnete mir Binding während meines Studiums, als unser alter Professor für Deutsche Rechtsgeschichte irgendwann diesen Namen in einer Vorlesung fallen ließ, und an unseren verständnislosen Gesichtern erkannte, daß wir damit nicht das Geringste anzufangen wußten. »Also, meine Damen«, er bemühte sich, das aknenarbige Gesicht in charmante Falten legend, die nicht allzu vielen Mädels — Rechtsgeschichte der Ottonen und Hohenstaufen fesselte Studentinnen offenbar noch weniger als ihre Kommilitonen — im Saal anzustrahlen: »Von der „Moselfahrt aus Liebeskummer“ werden Sie doch gehört haben!« Schweigen. Neuer Versuch: »… oder vielleicht kennen Sie seine „Reitvorschrift für eine Geliebte“?« Erheitertes Murmeln im Hörsaal und leicht anzügliches Gelächter, welches unser alter Professor, in Treu und Ehren ergraut mit seiner Ehefrau, und mit einer größeren Kinderschar (vier oder fünf) gesegnet, sich irgendwie nicht recht erklären konnte, und daher wieder kopfschüttelnd zu Guelfen und Ghibellinen zurückfand, von denen ausgehend er, wie auch immer, auf Binding gekommen war …

Diese Vorlesung brachte mich aber immerhin dazu, bei einem meiner häufigen Besuche in den Antiquariaten nach Büchern dieses Binding Ausschau zu halten, und nur wenige Tage später fand ich schon einige, die mir zu lächerlich geringem Preis fast »nachgeworfen« wurden. Eines davon, »Erlebtes Leben« schlug ich, einer schlechten Angewohnheit nachgebend, auf der letzten Seite auf, um einen Blick zu erhaschen, »wie’s ausgeht« … nicht ahnend, daß es sich dabei um Bindings Autobiographie handelte — und las mit zunehmender Ergriffenheit den letzten Absatz des Buches:
    Ich stand in meinem dreiundfünfzigsten Jahr als mein Vater starb. Ein halbes Jahrhundert lang hatten er und ich in gleichem Erdreich der Zeit und des Lebens gewurzelt wie zwei Bäume die, in verschiedenem Alter ausgesät, gleichen Stammes waren, dem gleichen Walde angehörten und einander nahe standen. Wenn die älteren Bäume fielen, wurde der Wald dennoch nicht jünger. Ein anderes Geschlecht stand urplötzlich an Stelle desjenigen das die Zeit unmerklich hinweggeführt hatte. Nun erlebte ich eö an mir. Sehr spät ist es mir aufgegangen – nicht daß ich ein anderes Geschlecht war als er; das wußte auch er – sondern daß ich nun das Geschlecht war, in dessen Schatten schon ein nächstes aufwuchs und ich keines mehr über mir hatte. Jedes Geschlecht überschattet das jüngere langehin. Aber wenn der Schatten aufhört, gewahrt in der eigenen Sonne das jüngere daß es nun selber das nächste geworden ist, Platz zu machen, gleichviel ob früh oder spät. Ich war der nächste geworden.
Diese wenigen Zeilen zählen für mich bis heute zu den vollkommensten Buchschlüssen, die ich kenne! Viele Bücher, auch solche höchster Qualität und Kunstfertigkeit, lassen mich mit ihren letzten Sätzen etwas unzufrieden zurück: da wäre noch dies und das zu sagen gewesen, da versickert eine sich einstellende innere Bewegung irgendwie in der Dürre, mit der ein offenbar in seiner Inspiration erschöpfter Autor sein Werk nur endlich zu Ende bringen wollte …

Und dann noch eine Erinnerung vom Ende meiner Studienzeit: ich war mit meinen Eltern in den Sommerferien in Oberösterreich unterwegs, nahe Passau, und wir gerieten, durch einen Wegweiser neugierig gemacht, zu jenem damals ganz verwunschen in einem großen Obstgarten gelegenen Haus (eigentlich ein kleines Landschlößchen) des österreichischen Schriftstellers, Malers und Graphikers Alfred Kubin. Dessen alte Köchin, offenbar schon in Pension, die damals das in eine Art Museum umgewandelte Wohnhaus betreute und die (wenigen) Besucher durch die Zimmer führte, wies in Kubins Bibliothek auf ein Büchlein, die Erzählung »Das Peitschchen«, hin, welches Kubin illustriert hatte. Ich blätterte kurz darin: nun also ein drittes Mal Binding …

Heute werden längst auch Germanistik-Studenten in Verlegenheit kommen, wenn man sie über Binding befragt — aber wer fragte auch nur nach ihm? Binding ist »töter als tot«, wie so viele bis 1933 führende Schriftsteller durch »Kontakt-Kontamination« mit dem Dritten Reich verseucht und unberührbar geworden.

Unmittelbar nach dem Krieg war das noch anders: da wußte man auch Mut und Charakter von Nicht-Linken und Nicht-Emigranten noch zu würdigen. Und Mut und Charakter hatte dieser Binding zweifellos! 1935 dem Nazi-Innenminister Frick höchst förmlich den Vorschlag zu unterbreiten, den emigrierten Thomas Mann zum 60. Geburtstag durch Entsendung einer offiziellen Delegation der Preußischen Akademie der Dichtkunst nach Zürich, seinem damaligen Wohnsitz, als einen der bedeutendsten Schriftsteller Deutschlands zu würdigen, das erforderte Mut — jedenfalls bedeutend mehr Mut als den, mit dem ebendieser Thomas Mann sich in Briefen und Erinnerungen aus dem sicheren Exil über diesen Binding und seinen Vorschlag etwas verächtlich lustig machte.

Daß ihm durch seine Liebe zu einer »rassefremden« Frau — seine letzte Gefährtin, die von ihm besungene »nordische Kalypso« Elisabeth Jungmann —, über die er bis zu seinem schließlich doch überraschenden Tod im Sommer 1938 seine schützenden Hände zu halten imstande war, gleichzeitig diese Hände auch gebunden waren, allzu heftig auszuteilen gegen die Mächtigen, auf deren Wohlwollen er zwar nicht zur Propagierung der Werke angewiesen war (diese verkauften sich damals quasi »von selbst«!), wohl aber, um seine letzte Liebe zu schützen, erklärt sein Verhalten. Und wer dieses Motiv nicht als ein edles anerkennen will, verdient weit eher unsere Verachtung, als Beachtung.

Doch zurück zum Dichter, zum Schriftsteller Rudolf G. Binding, denn um diesen soll es aus dem Anlaß der sich heute zum 150. Male jährenden Geburt des Autors am 13. August 1867 vornehmlich gehen: Schriftsteller sind letztlich nach ihrem Werk, nicht nach ihren — tatsächlichen oder bloß unterstellten — »Gesinnungen« zu werten. Wer es andersrum hält, fördert ein mattes, heuchlerisches Mode- und Staatsliteratentum ad usum delphini, oder heute eher: ad usum propagandæ … (Ich halte bspw. Swinburn für ein ziemliches Charakterferkel, doch gedichtet hat er eben wie ein junger Gott! Und darauf kommt’s doch an …).

Nein, diesem Binding hat man’s wahrlich nicht an der Wiege gesungen, daß er einst als einer der anerkanntesten, beliebtesten Dichter Deutschlands sterben würde! Sohn eines Universitätsprofessors und großen Rechtsgelehrten, studierte er in der Tat (wenn auch mit geringer Begeisterung) Jura, brach vor dem Assessor ab, wechselte zur Medizin, die ihn aber auch nicht befriedigte, und war um die Jahrhundertwende ein bedeutender Rennreiter und international weithin anerkannter Pferdeexperte: »Sachverständiger Beurteiler und Kenner der englischen Vollblutzucht«, so lautete seine offizielle Berufsbezeichnung. Dichter? Nicht die Bohne! So verwundert es nicht, daß dieser junge Herr aus reichem Haus und Husaren-Leutnant Anton Mayer, der den damaligen Oberleutnant der Reserve Rudolf Binding in der Kaserne von Grimma kennenlernte — bei allem Eindruck, den dessen Persönlichkeit auf ihn von Anfang an machte —, doch prima facie eine etwas »verkürzte« Meinung von dessen intellektuellen Fähigkeiten bekommen konnte, und das liest sich in Mayers (von mir leicht gekürzter) Erinnerung wie folgt:
Im Kasinogarten der Grimmaer Königin-Husaren saßen einige Offiziere beim Frühstück. Der Vormittagsdienst was vorbei, die hellblauen silberverschnürten Attilas zeigten Staubspuren, und die Julisonne glänzte auf den schnellfließenden Wassern der Mulde, die den Rasen der heiteren Anlage bespülten. Jene behagliche Stimmung, die durch einen strahlenden Tag, die Aussicht auf einen dienstfreien Nachmittag und eine bekömmliche Mischung aus Mosel, Selters und Zitronensaft hervorgerufen wird, lag über uns; nur wenige und nicht allzu bedeutende Worte fielen.
„Die neuen Sommerleutnants haben sich vorhin beim Kommandeur gemeldet“, sagte der Adjudant nach längerer Pause und blinzelte durch den Rauch seiner Zigarette in das Sonnenlicht.
„So.“ Die Nachricht löste keine große Bewegung aus. In jedem Sommer gingen drei bis vier Gruppen Reserveoffiziere bei ihren Übungen durch das Regiment; man war als Aktiver an den Wechsel gewöhnt.
„Wer ist denn alles dabei?“ fragte die „Schecke“, der schlanke Leutnant Carl v.d.D., dem eine weiße Strähne im blonden Haar den Spitznamen verschafft und den Ruf eingetragen hatte, er besäße kein Ex- sondern ein Foxterrieur.
>Alles ältere Oberleutnants, die sich zu einer gemeinsamen Übung verabredet haben. Der und der und der“ – Namen, die keine sonderliche Aufmerksamkeit erregten. >Aber vor allem“ – der Adjutant lächelte – „der Göttergleiche.“
„Der Göttergleiche? Wer ist denn das?“
Kirsten blickte bedeutungsvoll in die Runde. „Rudolf Binding“, sagte er langsam, fast mit einer gewissen Andacht.
Fünf oder sechs Offiziere, deren ungebräunte Gesichter und etwas füllige Gestalten nicht ganz zu den knapp sitzenden Uniformen paßten, kamen, während wir uns erhoben, die in den Garten führenden Stufen herunter. Kirsten wandte den Kopf. „Wo ist denn …“ begann er. Aber er brauchte den Satz nicht zu beenden. Im Türrahmen, gegen den dunklen Hintergrund des Zimmers stand, daran war kein Zweifel – der Göttergleiche.
Es lag in der Tat über der Erscheinung Rudolf Bindings, der damals in der ersten Hälfte der Dreißiger stand, etwas ungemein Anziehendes, Fesselndes, das den seltsamen, dem homerischen Heldengedicht entnommenen Namen durchaus rechtfertigte. Er bewegte sich leichter, ungezwungener als die anderen; seine Gesten rundeten sich bildhaft, seine Stimme beherrschte alle Register vom hellen Kommandoklang bis zum liebenswürdigsten Gesprächston; er gehörte zu jenen Menschen, die nicht nur gehen, sondern auch schreiten können – wie oft sollten wir später aus Hellas’ heiligem Boden dazu Gelegenheit haben! –, die sich nicht einfach setzen, sondern „Platz zu nehmen“ vermögen …

(Mayer, a.a.O., 7-10)
Später trafen die beiden, Leutnant Mayer abgerüstet, zum stud.phil. der Kunstgeschichte mutiert, sich in Berlin — und erkannten beim Abendessen im fashionablen Turfklub (im ersten Stock überm Restaurant »Hiller«) in einem nachdenklichen Gespräch, das unversehens auf Kellers »Grünen Heinrich« geriet, um mit Bindings Worten (in Mayer Darstellung) zu sprechen:
»Wir haben uns beide im Regiment mit ausgezeichneter Hochachtung für vollkommen einwandfreie Nullen gehalten und machen jetzt plötzlich die überraschende Entdeckung, daß wir ganz andere Kerle sind! Ich war ja schon reichlich erstaunt, als ich hörte, daß Sie Kunstgeschichte studieren – und nun der ‚Grüne Heinrich’ … Ich denke, darauf trinken wir noch eine Pulle, nicht wahr? Haushofmeister – nochmal dieselbe! Hier stoobt’s!«
Dieses »Hier staubt es!« sollte die völlige innerliche Dürre und die Trockenheit in den Gläsern symbolisieren, und auch diese heiter-bacchantische Wendung war »typisch Binding«! Bei aller Gedanken- und Empfindungstiefe jener Unterhaltungen: es ist der weltläufige Vollblutexperte, der hier (Grandseigneur quasi in der Nebenrolle) spricht, noch nicht der Dichter! Noch lief sein Leben in gewohnten, wenn auch brüchig werdenden Erfolgsgeleisen, Binding heiratet 1907 erstmals — eine Cousine, die ihm seit Jugend vertraut ist, und deren praktischer Sinn sein bisheriges Leben »in den Tag hinein« mit einer stabilen, doch auch nüchternen Grundlage versieht, versehen soll. Doch nur zu bald sollte Binding diese Grundlage wanken fühlen!
    Ich näherte mich meinem vierzigsten Lebensjahr als mich das wegen seiner Unvermutetheit erschütterndste und unheimlichste Ereignis betraf, das je in mein Leben und in meinen Willen sich eingemischt hat.
Was mir begegnet ist weiß ich nicht. Unmerklich – in längerer Zeit – verlor ich die Zuverlässigkeit, fast das Bewußtsein meines Handelns, d.h. einzelnes, auch Unbedeutendes, war erschrecklich klar und belichtet, anderes, vielleicht Bedeutendes, völlig unbelichtet. Ich tat ganz gleichgültige Dinge zweimal – klingelte etwa einem Diener zweimal oder schrieb zweimal den gleichen Brief – was ich dann oft erschreckend im zweiten Tun gewahrte oder nicht gewahrte, und ebenso unterließ ich ohne es gewahr zu werden das Wichtigste […]
Mein Gehirn schmerzte oft sehr, daß ich stützen und ewig anders hätte lagern mögen; in meine Glieder war schmerz und Blei zerstreut; auch sah ich oft nicht mehr was ich sah, d.h. das Auge sah, aber ich vermochte in meiner Seele nicht zu sagen was es sah – oder erst nach großer Anstrengung und wie auf Umwegen. Schließlich gelang es mir nicht mehr nachzukommen. Die Dinge und Menschen schoben an mir vorüber und ich zwischen ihnen, wie auf einem Rangierbahnhof man zwischen langsamen, schnellen und stehenden Zügen nicht mehr weiß, ob man steht, langsam oder schnell geschoben wird, ob man sich vor- und rückwärts bewegt. […] Ich versank in einen Schlaf meines Willens: ich war mir nicht lieb, ich war mir nicht zuwider: ich war mir nichts. Ich wollte mir auch nichts sein. Es war schon recht so. Es war das Letzte was ich an mir wahrnahm.

(Erlebtes Leben)
Die Schilderung seines völligen Nervenzusammenbruchs trennt den früheren Reiter vom späteren Dichter. Durch eine mehrmonatige Nacht ging er in ein neues Leben, noch freilich mit mancher »Altlast« (uncharmant, aber wahr, dazu auch seine junge erste Gattin zu zählen!) befrachtet.

Anton Mayer lädt Binding zu einer Italienfahrt ein: hier erlebt er die Schätze und Denkmäler Italiens unmittelbar — und sie bringen ihm Genesung. Und über eine D’Annunzio-Übersetzung (ohne je wirklich Italienisch gelernt zu haben), die auf die begeisterte Zustimmung des italienischen Dichters stößt, öffnet sich für ihn das Tor zu eigenkünstlerischer Produktivität: Gedichte, kurze Erzählungen und Legenden entstehen. Eine Griechenlandfahrt mit Anton Mayer vertieft das künstlerische Erleben — und führt auf der Rückreise durch Italien zu einer Zufallsbegegnung mit einer Seelenverwandten, die Binding in den folgenden Jahren begleitet, bis sie sich 1922 aus seinem Leben zurückzuziehen beginnt — in seinen Werken nennt er sie »Joie«. Eine nicht unpikante ménage à trois, Binding ist ja noch immer — mehr, aber wohl nicht nur, auf dem Papier — verheiratet, bahnt sich an. »Binding und die Frauen«: ein dankbares Thema für Klatsch wie Psychologengeschwätz …

Die Jahre vor dem Ersten Weltkrieg machen aus Binding einen erfolgreichen Novellenschreiber. »Der Opfergang« (der seine Wirrungen zwischen der Ehefrau — hier »Oktavia« genannt — und der Geliebten thematisiert) wird ein Bestseller, der bis zu seinem Tod (und darüber hinaus) in immer neuen Auflagen erscheint. Gedichtbände erscheinen und bezaubern die Leser (und v.a. Leserinnen!) durch ihren Wohlklang ebenso, wie durch ihre »edlen« Themen, die sie behandeln. Irgendwie »Gartenlaube«, so könnte man jetzt boshaft dazwischenwerfen. Nein: natürlich sticht einem der Niveauunterschied ins Auge, aber trotzdem: ganz von der Hand zu weisen ist der Einwand nicht.

Der Weltkrieg, den der Reiter — im zermürbenden Stellungs- und Grabenkampf wird nicht länger geritten, und die beginnende Motorisierung der Armeen ebenso wie die aufkommende Luftwaffe machen Kavallerieregimenter bald zu einem Anachronismus — als Offizier, als Adjutant in Gefechtsstäben etc. verbringt. Ein in seiner Ungeschminktheit überzeugender Bericht ist »Aus dem Kriege« (1925), »… das beredte Zeugnis«, wie ein Rezensent anmerkt, »eines Menschen des 19. Jahrhunderts, eines Gentleman, der plötzlich konfrontiert wird mit der schrecklichen Wirklichkeit seiner Zeit.« Mag auch die Tagebuchform Fiktion sein — der Inhalt spiegelt die Realität dieses in der Tat ersten »Weltkriegs« nur zu genau. Freilich sind die Folgerungen und Gedanken, die ein Binding daran knüpft, andere als bspw. die eines Ernst Jünger (der freilich eine gute Generation jünger ist als Binding), der von einer nationalen Revolution träumt, oder gar eines Remarque, den der Krieg zum linken Pazifisten macht. Ihnen gegenüber bleibt Binding irgendwie doch der Mann der 19. Jahrhunderts, dessen skeptischer Konservativismus aus dem Kriegserleben zwar gestählt (und durch die letztliche Niederlage in mancher Hinsicht »ent-täuscht«), doch deshalb nicht weniger zuchtvoll und selbstbeherrscht hervorgeht.

In den Zwanzigerjahren entwickelt sich Binding mit seinen Erzählungen zum Vorbild und Sprachrohr eines national gesinnten Bürgertums, das zwar den inneren Widersprüchen und hohlen Heucheleien des Wilhelminismus’ nicht nachtrauert, sich aber an der irgendwie heruntergekommen wirkenden Weimarer Republik — mit ihren permanenten Regierungskrisen und ihren schäbig und korrupt agierenden Politikern — stößt. Ehrung reiht sich an Ehrung, Die Werke Bindings erreichen ansehnliche Auflagen, seine Stimme wird gehört und geachtet.

Nachdem »Joie« sich zurückgezogen hatte, heiratete Binding ein zweites Mal; seine Frau Hedwig, mit der er einen Sohn hat, wird bis 1935 an seiner Seite stehen. In diesem Jahr zieht er mit Elisabeth Jungmann, die er als Privatsekretärin von Gerhart Hauptmann kennen- und liebengelernt hatte, an den Starnberger See, und verbringt dort die allzu wenigen, ihm noch vergönnten Jahre. Eine Ehe ist wegen der Rassengesetze nicht möglich; solange Binding lebt, schützt sie sein »Prominentenstauts« vor Verfolgung, nach seinem überraschenden Tod muß sie Deutschland fluchtartig verlassen.

Wie jeder Autor, der nicht in dem von den eher linksgestrickten Medien der Weimarer Zeit bevorzugten Fahrwasser des Hedonismus, der Dekadenz und des »Asphaltzynismus« mitschwamm (oft in merkwürdiger Naivität von einer unklaren Heilssehnsucht und Aufbruchsfreudigkeit begleitet, die in der Räterepublik Rußlands die messianische Botschaft der Zeit gefunden zu haben meinte), wurde Binding natürlich von den immer stärker, immer radikaler werdenden Rechtsparteien vereinnahmt: durchaus gegen seinen Willen, denn es gibt aus dieser Zeit genug Briefbelege, daß ihm die Werbeschalmeien, insbesondere von Seiten der NSDAP, ziemlich lästig waren. Daß er seine Werke in einem »konservativ-nationalem«, aber eben »jüdischen« Verlag (Rütten & Loening) veröffentlichte, ist für seine Haltung ebenso bezeichnend wie manch offenes Wort, das in seiner Autobiographie »Erlebtes Leben« (1927) und v.a. im bereits erwähnten »Aus dem Kriege« zu lesen ist, das die Nazis sicherlich nicht mit Entzücken erfüllte. Denn die Haltung, daß einer für sich selbst nichts zu sein habe, damit ihm sein Volk alles werde — nein, das vertrug sich nicht mit der durchaus elitären Weltsicht eines Herrenreiters und Bildungsbürgers! Daß ihn 1933 die Verantwortung seiner Stellung als führendes Mitglied der Akademie der Dichtkunst andere Schritte nahelegte als jenen, die bereits von Anfang an auf der schwarzen Liste der Nazis standen, kann nur den ebenso geschichtsunkundigen wie ideologievernagelten »Antifaschisten« verwundern. Und einem, der es sich bei seiner auch international durchaus vorhandenen Reputation als Dichter durchaus hätte leisten können, in die Emigration zu gehen, nachträglich daraus den Vorwurf zu konstruieren, er hätte seinen verbürgten, wenn auch nicht immer erfolgreichen Einsatz für (aus rassischen wie aus politischen Gründen) Verfolgte doch besser lassen sollen, ist in seiner Niedrigkeit bestürzend.

Daß er nach Hitlers Machtübernahme seine »Antwort eines Deutschen an die Welt« (Gesammeltes Werk V, 273-283) geschrieben hat, eine Antwort auf Vorwürfe, Klagen des von ihm hochgeschätzten Romain Rolland, hat seinem Ansehen »in der Welt« sicherlich geschadet. Er wird es geahnt haben — und doch: wer hat diese paar Seiten denn überhaupt gelesen, der ihretwegen mit dem Autor heute ins Gericht geht? Liest man sie — sine ira et studio natürlich — so wird man manche Fehleinschätzung über den Charakter der Nazi-Regierung finden können, manches ganz anders beurteilt wünschen. Aber kein Wort, das ein Mann von Ehre und Anstand damals (!) nicht hätte schreiben dürfen. Aus der Sicht der Nachgeborenen spätere Entwicklungen nachträglich »vorherzusagen«, und dem Zeitgenossen seine mangelnde Prophetengabe vorzuhalten, ist lächerlich und anmaßend! Und einige Aussagen in dem kleinen Schriftchen muten geradezu visionär an, so wenn Binding über die Umwälzung, die sich in jenen Tagen vollzog, schreibt:
Deutschland – dieses Deutschland – ist geboren worden aus der wütenden Sehnsucht, aus der inneren Besessenheit, aus den blutigen Wehen, Deutschland zu   w o l l e n :   um jeden Preis, um den Preis jeden Untergangs.
Es fröstelt einen, wenn man das liest! Aber heißt dies, daß Binding Deutschlands Untergang ersehnte? Wohl eher das Gegenteil! … Nicht weniger will einen frösteln, wenn man im selben Band Bindings »Von Freiheit und Vaterland« (a.a.O., 381-388) liest, und darin den Satz findet:
Mein Sohn, wenn du nicht für die Freiheit wirst sterben können, so kannst du auch nicht für das Vaterland sterben. Wisse für ewig: Freiheit und Vaterland sind eines. Gehe Deutschland dahin, wenn es nicht so ist.
Und so ist es: Deutschland ging dahin — es ist längst Muttiland, statt Vaterland; und von Freiheit in Zeiten von Schäubles und Maasmännchen zu reden, hat einen kabarettistischen Beigeschmack.

Aus seinen zahlreichen Gedichten, die zu zitieren würdig wären, seien als Beispiele seiner Wortkunst ein frühes aus dem »Buch der Freundin« (1910/11), und dann sein letztes, aus seinem Todesjahr 1938, herausgegriffen:

Bild der Freundin

So schön bist du die mir das Herz bewegt,
Daß selbst der Quelle Spiegel welchen du befragt
Dein Ebenbild zurückzugeben nicht gewagt
    Und zitternd brach.

So lieblich du daß deiner Lieblichkeit
Selbst die Meduse hätt ein Lächeln nicht versagt,
Als ob durch deinen Zauber sei das Graun verjagt
    Das aus ihr sprach.

So edel du wie wenn selbst die Natur
Den Heimfall deines Wesens an den Staub nicht litte,
Die Schöpfung selbst für Unvergänglichkeiten stritte
    In deinem Bilde.

So freudig du auf Erden und glückmächtig
Daß Kraft und leuchtend Blühen folgen deinem Tritte
Und wo du schreitest ist’s als ob der Morgen schritte
    Durch die Gefilde.

Es war »Joie«, die er da besang, mit hinreißendem Wohlklang und inniger Empfindung. Und mit der für ihn charakteristischen Interpunktion — sollte man nicht besser sagen: »dem charakteristischen Mangel an Interpunktion«?

Es ist selten, daß eine »ultima vox« zugleich auch Summe der Vollendung ist. Bei Goethe war es so, mit der Vollendung des Faust II war auch sein Leben »erfüllt«, und er verstarb kurz darauf. Bei Binding war es zweierlei: das »Gesammelte Werk« in fünf Bänden erschien zum siebzigsten Geburtstag (1937) — und schließlich sein letztes Gedicht, mit dem auch dieser Gedenkartikel beschlossen sei:

Schlaf ein, o Mond,
Schlaf ein auf meinem Becher.
Ich seh dir zu.
Ich seh dir zu, o Mond, – ein Zecher
So still wie du.

So still wie du
Mit dir und fast gestorben
Durchwandle ich ein nächtliches Bereich.
Wir sehn uns zu.
Du trinkst aus meinem Becher:
Und wir sind gleich.

Diese Verse schrieb Binding wenige Wochen vor seinem Tod am 4. August 1938. An seinem Grab nannte sein Freund Rudolf Alexander Schröder ihn: »Denker, Künder und Bewahrer der Ewigkeit im Zerfall der Zeitlichkeit, heut wie gestern und morgen wie heut«.


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P.S.: Die Nazis wußten geschickt zu verhindern, daß von der Beerdigung Bindings allgemein Notiz genommen wurde. Der alte, störrische Mann am Starnberger See war ihnen längst lästig geworden.

Johann Sebastian Bach, BWV 105 – Kantate für den 9. Sonntag nach Trinitatis





Owumbu und das Fipronil

von Fragolin

Was ist da los? Die halbe Welt wird brutal vergiftet mit einem Insektenvernichtungsmittel, man muss hunderttausende Hühnereier und tonnenweise Lebensmittel vernichten und als Sondermüll entsorgen, weil sie für Menschen hochgiftig sind und man damit rechnen muss, nach dem Sonntagsfrühstücksei zuckend zusammenzubrechend und mit Schaum vor dem Mund jämmerlich zu verenden. Zumindest ist das das Bild, das durch den medialen Hype um die „belasteten“ Hühnereier und deren massenhafte Vernichtung aufgebaut wird.

Aber was ist jetzt wirklich Fakt? Mehr dazu hier.

Samstag, 12. August 2017

Hadmut Danisch

... hegt einen nicht unberechtigten Verdacht. Und der größte Skandal daran: keiner kümmert sich darum, außer ein paar »Fake news«-Blogger.

Was den noch berechtigteren Verdacht nährt, das alles geschehe höchst gezielt nach einem Plan.

Was dann promt zum allgemein erhobenen Vorwurf führt, man sei ein »Verschwörungstheoretiker«. Schöne Neue Welt, die solche Bürger hat ...


No title





Kleingeld

von Fragolin

Manchen ist nichts heilig. Da wird selbst auf dem toten Körper eines armen Unfallopfers Kleingeld geschlagen. Politisches, Ideologisches, Hetzerisches.
Was ist geschehen?

Laut den Erhebungen der Polizei, Dekra-Gutachten und den Aussagen von etwa dreißig Zeugen ist eine junge Frau in Cottbus spätnachts an einer Straßenbahnhaltestelle auf die Straße getreten und dort von einem mit etwa 50 km/h heranfahrenden Auto erfasst worden. Da dort nur 30 km/h erlaubt sind und die junge Frau im Krankenhaus an den Unfallfolgen verstarb, dürfte es für den Fahrer sehr ungemütlich werden.

Bis hierher war es ein schrecklicher, aber leider ganz normaler Unfall, wie er immer wieder passiert; was dabei nachts alles eine Rolle spielte, ob Sichtverhältnisse, Ablenkung, Unachtsamkeit, Alkohol – keine Ahnung und eigentlich, bis für das Gericht, das über Schuld und Strafmaß wird entscheiden müssen, irrelevant. Wenn, ja wenn es sich nicht um ein Auto voller Ostdeutscher Jungmänner gehandelt hätte und das Opfer keine Studentin aus Ägypten gewesen wäre.

Denn jetzt geschieht eine seltsame Wandlung. Während die Polizei selbst durch 30 vernommene Zeugen und ihre gesamte Ermittlungsarbeit keinerlei Hinweise bekommen hat, dass es sich um etwas Anderes als um einen tragischen Unfall gehandelt hat, sagen plötzlich ihre ägyptischen Mitstudenten (Wo waren die während des Unfalls, dass sie nicht als Zeugen vernommen wurden und jetzt aber plötzlich genau wissen, was geschah und sogar geredet wurde???) aus, dass das Auto plötzlich beschleunigt und sicher mit lockeren 70 km/h unterwegs gewesen war (Haben die einen eingebauten Ferntacho oder sowas? Es gibt ein Dekra-Gutachten und haufenweise gegenlautende Zeugenaussagen, aber die wahrscheinlich nur von rassistischen Nazi-Ostdeutschen, also müssen die von Allah mit Weisheit Gesegneten ihre alternative Wahrheit verkünden?). Außerdem hatten die Beifahrer des Unfalllenkers nach Angaben der vollkommen unabhängigen und den reinen Geist der Wahrheit versprühenden Ägypter nichts Besseres zu tun, als die am Boden liegende Sterbende rassistisch zu verhöhnen, und das neben einer angeblich stocktauben Polizei.

Nein, keine Sorge, die Polizei hat diese Dreistigkeit jetzt nicht etwa als Verleumdung zur Anzeige gebracht, denn hier wird ja dreist behauptet, die Polizei sympathisiere mit islamophoben und xenophoben Hetzern, sondern selbstmurmelnd die Ermittlungen gegen den Beifahrer wegen Volksverhetzung aufgenommen.

Es gibt eine Unfallaufnahme, es gibt ein Gutachten, es gibt haufenweise Zeugen, es gibt Polizeiprotokolle – und dann kommen die Freunde des Opfers, machen allen Ermittlungsergebnissen und Zeugenaussagen vollkommen widersprechende Aussagen und verbreiten die in Medien wie der „Bild“, und keiner hat den Mumm, denen mal zu sagen, dass es widerlich ist, dem Ganzen jetzt eine politische Note zu geben und Kleingeld auf ihrer verunglückten Kommillitonin zu schlagen. Wer sollte auch? Die Medien? Die werfen sich ja selbst wie die Geier auf die Story, weil sie endlich wieder einen Grund haben (der öffentlich-rechtliche „rbb“ vorneweg) eine „Nazi-Skandal-Story“ auszuschlachten.

Übrigens, bei einem anderen bedauerlichen Unfall eines in eine Menschengruppe fahrenden Lenkers wurden Zeugenaussagen gegenüber den Medien als irrelevant erklärt und das Motiv als unbekannt eingestuft. Allerdings waren da die Opfer Deutsche und der Lenker ein Nordafrikaner.
Tja, es kommt eben nicht darauf an, was passiert, sondern wem.

Freitag, 11. August 2017

Tiefe Blicke





Armlöcher

von Fragolin

Köln, das ist nicht nur die Stadt der Armlänge, sondern auch der Armlöcher. Und damit die kultursensibel kacken können, gibt es endlich Willkommensbestrebungen, die ganz offiziell für den Arsch sind.

Im „Bürgerzentrum Alte Feuerwache“ wurde jetzt auf ausdrücklichen Wunsch des Vorstandes und selbstverständlich gefödert von der Öffentlichkeit, die immer gerne die ausdrücklichen Wünsche irgendwelcher verquerdenkender Gutmenschen fördert, weil jede Gesellschaft, die so reich ist wie unsere, sich Zuschüsse zu den Therapien der an psychopathischem Helfersyndrom Erkrankten locker leisten kann, egal wie beschissen das Ergebnis am Ende aussieht, schariakonforme und damit muslimtaugliche Kacktrichter in den Boden eingelassen.

Eine solche Toilette entspricht eher dem, was in islamisch geprägten Ländern üblich ist“, sagt Konrad Müller vom Vorstand des Bürgerzentrums. „Und wir möchten den Menschen aus diesen Ländern damit das Gefühl geben, dass sie hier zu Hause sind.“

Wenn sich diese Leute hier nur wie zuhause fühlen können, wenn sie Zustände wie bei sich zuhause vorfinden, warum sind sie dann nicht zuhause geblieben? Und was sind das für Menschen, die zum Sich-Wohlfühlen die richtigen Kacktrichter brauchen? Was für eine Vorstellung von der Kulturverbundenheit unserer Merkelgäste hat dieser Bürgerzentrumsvorstandsgutmensch? Alles primitive Lochkakcker, die sich religiös diskriminiert fühlen, wenn man ihnen mitten in Europa eine mitteleuropäische Porzellanmuschel in die Kabine stellt? Ja, es gibt diese Gestalten, deren Schuhabdrücke man auf den Klobrillen findet, weil sie nur im Hocken abdrücken können und die sich lieber unter dem nächsten Baum erleichtern als Gefahr zu laufen, auf einer Schweinefresserschüssel den braunen Bolzen Richtung Mekka abzuseilen. Aber sind das jetzt wirklich genau jene Menschen, auf deren Gepflogenheiten wir jetzt ganz besonders kultursensibel Rücksicht nehmen müssen oder sind das nicht vielmehr genau jene Typen, über die man kopfschüttelnd lacht?

Dazu gehöre auch die Möglichkeit, auf Toilettenpapier zu verzichten – in islamisch geprägten Ländern säubere man sich nach dem großen Geschäft mit Wasser, weiß der Vorstand.
Also soll ein Wasserschlauch installiert oder zumindest ein Wassergefäß bereitgestellt werden“, so Müller.“

Entschuldigung, wenn meine Phantasie jetzt das eine oder andere Problem bekommt, aber wenn man sich auf eine Muschel setzt und den Hintern schwerkrafttrotzend aufwärts abduscht, kann ich die Technologie dahinter nachvollziehen, aber was man breitbeinig mit einem kackebeschmierten Hintern über einem Trichter hockend mit einem „Wassergefäß“ ohne weitere Hilfsmittel anfängt, kann und will ich mir jetzt nicht wirklich vorstellen. Ich gebe ja zu, dass die Methode mit dem Klopapier sicher umwelt- und abfalltechnsiche Schwächen hat, aber wenn ich die Wahl zwischen einem „Wasserschlauch“ und einer Rolle veredelter Zellulosefasern habe, präferiere ich eindeutig zweitere. Nicht nur aus Gewohnheit, sondern auch aus reinen Hygienebedenken. Ich ziehe aber absolut den Hut vor der Geschicklichkeit von Menschen, die sich den Hintern über einem Loch hängend selbigen mit einem Wasserschlauch ausspritzen, ohne sich die Hosen einzusauen.

Daran ist nichts falsch, und es hat nichts mit Gutmenschentum zu tun, denn unser Verein hat sich auch dem interkulturellen Lernen verschrieben. Und hier kann die einheimische Bevölkerung etwas über andere Kulturen lernen.“

Daran ist alles falsch, denn Integration funktioniert nicht über die Anpassung an die Gepflogenheiten der Herkunfstkultur Einwandernder. Aber gut, wer glaubt, dass Gutmenschentum nichts mit Gutmenschentum zu tun hat, so wie Islam nichts mit Islam oder so, der glaubt auch, eine Taube wäre kein Vogel sondern ein Frosch.
Und ja, wir können wieder etwas über andere Kulturen lernen. Nämlich dass sie oft selbst bei so nebensächlich erscheinenden Dingen wie dem Kacken nicht mit unserer zusammenpassen.

Ist das übrigens schon einmal aufgefallen? Bei jeder sich bietenden Gelegenheit wird behauptet, dass es unsere Kultur ja gar nicht gibt, aber im gleichen Moment wird gefordert, auf andere Kulturen sensibel zu reagieren. Anders als was? Sie können doch nur anders als unsere sein, aber wenn es unsere nicht gibt, kann auch keine anders sein und damit brauche ich auf gar nichts Rücksicht zu nehmen! Und mich zum Entleeren bequem auf eine mit Südseemuster und Muscheln verzierte Plastikbrille setzen und nach dem Geschäft die Reste mit Cosy wegwischen. Ich will nicht im Hocken kacken. Wer das will, soll dahin gehen, wo das üblich ist.
Von mir aus nach Köln.

Donnerstag, 10. August 2017

Katzen (8)





»If you read the Washington Post or watch CNN ...

... pedophilia is not a problem, and those who talk about it are tinfoil hat wearing kooks perpetuating ‘fake news.’«

 So will man es uns verkaufen. Wenn hingegen dieser Artikel nicht aus Jux und Tollerei frei erfunden ist (für welche Annahme es, leider, freilich kein wirklich plausibles Motiv gibt), dann sieht die Wahrheit deutlich unschöner aus, als uns die Medien verkaufen wollen.

Ach, warum nur ...?

Heil den Denunzianten!

von Fragolin

Jetzt haben wir es richterlich beurteilt: Wenn Magistratsbeamte neben ihrer aufzehrenden und mit unserem Steuergeld beschämend mager entlohnten Tätigkeit zum Wohle des Volkes auch noch in den heldenhaften Kampf gegen Hass und Hetze ziehen, und zum Beispiel Unternehmen, die in Tageszeitungen wie dem zugegebenermaßen mit einem Niveau, das von einer Limbo-tanzenden Waldameise kaum unterlaufen werden könnte, dahinsiechenden Zweisilben-Blatt „Österreich“ inserieren, elektronische Postkutschen mit kompromittierenden Beweisen der hetzenden Umtriebe dieser Medien zurollen lassen mit der gewissensschärfenden Frage garniert, ob es ihnen bewusst sei, dass sie da in einem Wurstblatt inserieren, das solcherart gegen die von ihnen selbst in ihrem Internetfoyer stolz an die virtuelle Wand genagelten Leitbilder verstößt, dann ist das mitnichten ein gerichtlich beklagenswertes Schandgeschäft der Ehrabschneidung und Beleidigung, sondern ein ehrenhaftes Engagement gegen Hass und Hetze. Hoch leben unsere Beamt*innen und Beamtxe, die nun endlich im heldenhaftem Kampf gegen das Böse eine sinnstiftende Beschäftigung gefunden haben, da die perfekt geschmierten Räder des Wiener Verwaltungsgetriebes derart reibungsfrei flutschen, dass sie ihrer eigentlichen Arbeit nicht entgehen. Halleluja! Hosianna! Heil!

Morbus Islam

von Fragolin

Und wieder hat ein psychisch Labiler im Namen einer Religion, mit der er nichts zu tun hat und im Namen eines Gottes, der solches zwar fordert, aber in keiner Weise damit in Verbindung gebracht werden kann, den Versuch unternommen, ungläubige Feinde der Religionsgemeinschaft, die sich zahlreich, also locker 0,03 Promille, eindeutig davon distanziert, versucht, zu seinem Götzen, der ja nicht sein Götze sein kann, zu schicken. Zum Glück der Anvisierten hat der markenbewusste nordafrikanische Geisteskranke, der kein Muslim sein kann aber selbst irrsinnigerweise glaubt, ein Muslim zu sein, nur weil er an Allah glaubt, den Koran heilig hält und sich in der Moschee jeden Freitag die Anleitung zum Schlachten der ungläubigen Affen und Schweine holt, bei aller Tötungsabsicht scheinbar doch Sorge gehabt, dass die Feinde des Islam an seinem teutonischen Nierengrill unschöne Spuren und schlabberiges Gekröse hinterlassen könnten. Dieser Zweifel in seinem Herzen bremste den Bleifuß und versagte ihm den jungfernverheißenden Erfolg. Unter der lebenslangen Strafe, versagt zu haben und im Augenblick des finalen Kampfes gegen die Kreuzfahrer vor den Verlockungen der ungläubigen Autobauer in die Knie gegangen zu sein, muss diesen armen Irren, der an schwerem Morbus Islam leidet (also jener seltsamen Geisteskrankheit, die Muslime befällt, wenn sie glauben, im Namen ihres Götzen und nach Anleitung des Koran Anschläge verüben zu müssen, obwohl sie keine Muslime sein können, wenn sie Muslime sind, die im Namen ihres Götzen…, naja, und so weiter) nun den Rest seines Lebens gebeugt dahinsiechen. Was ganz gut ist, denn da es ja nicht einmal Tote gab und es mal wieder ein labiler Einzelfall war, wird es kaum eine andere wirkliche Strafe geben. Ein Jahr Fußfessel oder so. Was die bringt, wissen wir, seit ein fußfesseltragender an Morbus Islam erkrankter Einzeltäter mit seinem Kumpel, noch einem an Morbus Islam erkrankten Einzeltäter, einen Priester in einer nordfranzösischen Kirche vor seinem Altar schächteten.
Bis zum nächsten Einzelfall. Also bis morgen, oder so…

Mittwoch, 9. August 2017

Hundert notwendige Gedichte XLI: Hermann Hesse





Stufen 
(1941)

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.


Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
in andre, neue Bindungen zu geben.


Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft zu leben.


Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf' um Stufe heben, weiten.


Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.


Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegensenden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden ...
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!


Heute vor 55 Jahren, am 9. August 1962 ist Hermann Hesse, zu Montagnola im Tessin,verstorben.












EMRK

von Fragolin

Gedanken zur Europäischen Menschenrechtskonvention

Artikel 9: Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit

(1) Jede Person hat das Recht auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit; dieses Recht umfaßt die Freiheit, seine Religion oder Weltanschauung zu wechseln, und die Freiheit, seine Religion oder Weltanschauung einzeln oder gemeinsam mit anderen öffentlich oder privat durch Gottesdienst, Unterricht oder Praktizieren von Bräuchen und Riten zu bekennen.
(2) Die Freiheit, seine Religion oder Weltanschauung zu bekennen, darf nur Einschränkungen unterworfen werden, die gesetzlich vorgesehen und in einer demokratischen Gesellschaft notwendig sind für die öffentliche Sicherheit, zum Schutz der öffentlichen Ordnung, Gesundheit oder Moral oder zum Schutz der Rechte und Freiheiten anderer.

Das bedeutet im Klartext, dass laut Europäischer Menschenrechtskonvention sogar das Bekenntnis zu einer Religion oder Weltanschauung (!) gesetzlich eingeschränkt werden darf, wenn aus diesem Bekenntnis heraus eine Gefährdung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit hervorgehen kann. Ja, sogar Gesundheit oder Moral sind betroffen. Wenn es zu einem religiösen Bekenntnis gehört, das Abschlachten der Ungläubigen und das Ausrotten Andersgläubiger zu propagieren, könnte man das durchaus als Gefährdung für Ordnung und Sicherheit und für die Un- wie Andersgläubigen auch höchst ungesund einstufen. Das heißt, dass es durch die Menschenrechtskonvention absolut gedeckt wäre, das Propagieren entsprechender Koraninhalte in Predigten kategorisch zu verbieten und bei permanenter Zuwiderhandlung selbst das Bekenntnis zum Islam zu verbieten.
Egal, ob man das jetzt andenkt oder nicht, man möge bitte mit der permanenten frechen Lüge aufhören, dass eine Einschränkung der Religionsfreiheit, egal welche Schweinereien im Namen dieser Religion begangen werden, nicht von der EMRK gedeckt wäre.

Artikel 10: Freiheit der Meinungsäußerung

(1) 1 Jede Person hat das Recht auf freie Meinungsäußerung. 2 Dieses Recht schließt die Meinungsfreiheit und die Freiheit ein, Informationen und Ideen ohne behördliche Eingriffe und ohne Rücksicht auf Staatsgrenzen zu empfangen und weiterzugeben. 3 Dieser Artikel hindert die Staaten nicht, für Hörfunk-, Fernseh- oder Kinounternehmen eine Genehmigung vorzuschreiben.
(2) Die Ausübung dieser Freiheiten ist mit Pflichten und Verantwortung verbunden; sie kann daher Formvorschriften, Bedingungen, Einschränkungen oder Strafdrohungen unterworfen werden, die gesetzlich vorgesehen und in einer demokratischen Gesellschaft notwendig sind für die nationale Sicherheit, die territoriale Unversehrtheit oder die öffentliche Sicherheit, zur Aufrechterhaltung der Ordnung oder zur Verhütung von Straftaten, zum Schutz der Gesundheit oder der Moral, zum Schutz des guten Rufes oder der Rechte anderer, zur Verhinderung der Verbreitung vertraulicher Informationen oder zur Wahrung der Autorität und der Unparteilichkeit der Rechtsprechung.

Der Absatz (1) erlaubt alles. Der Absatz (2) erlaubt, alles zu verbieten. Er ermöglicht das komplette Aufheben des Absatz (1). Wie beim Artikel 9.
Deshalb: Verabschiedet Euch von dem Begehr, sagen zu dürfen, was ihr wollt. Auch, dass der Artikel 9 eigentlich erlauben würde, radikalen Islampredigern die Geschäftsgrundlage zu entziehen. Verabschiedet Euch von der Idee, dass die diversen Maulkorbgesetze der weströmischen Jungdiktaturen gegen die Menschenrechte verstoßen. Jedes Menschenrecht hat irgendwo einen (möglichst schwammig formulierten und deshalb kreativ einsetzbaren) Absatz (2), der es jeder beliebigen als Demokratie getarnten Diktatur ermöglicht, sie außer Kraft zu setzen.
Übrigens einschließlich der Grundrechte auf Freiheit und Leben.

Ach, das glaubt Ihr nicht?

Artikel 2: Recht auf Leben

(1) 1 Das Recht jedes Menschen auf Leben wird gesetzlich geschützt. 2 Niemand darf absichtlich getötet werden, außer durch Vollstreckung eines Todesurteils, das ein Gericht wegen eines Verbrechens verhängt hat, für das die Todesstrafe gesetzlich vorgesehen ist.
(2) Eine Tötung wird nicht als Verletzung dieses Artikels betrachtet, wenn sie durch eine Gewaltanwendung verursacht wird, die unbedingt erforderlich ist, um
a) jemanden gegen rechtswidrige Gewalt zu verteidigen;
b) jemanden rechtmäßig festzunehmen oder jemanden, dem die Freiheit rechtmäßig entzogen ist, an der Flucht zu hindern;
c) einen Aufruhr oder Aufstand rechtmäßig niederzuschlagen.

Hui, da steckt es schon im Absatz 1 Ziffer 2. Wie war das Gepolter der EU, der Erdowahnsinnige würde mit der Forderung nach der Todesstrafe irgendwelche Linien überschreiten? Oder Ungarn, als für Vergewaltiger von Kindern über eine Todesstrafe diskutiert wurde, das würde den Menschenrechten widersprechen? Papperlapapp.

Aber der Absatz (2) ist noch besser. Letter a) definiert keinen Grad der rechtswidrigen Gewalt und würde somit sogar die Tötung eines Menschen, der versucht, einem anderen irgend eine Form rechtswidriger Gewalt anzutun, jenseits sämtlicher Verhältnismäßigkeitsklauseln, legitimieren. Darf ein nationales Gesetz die im Verfassungsrang stehende EMRK aushebeln?
Absatz (2) Letter c) hat es aber ganz besonders in sich. Das ist übrigens auch durch eine EU-Richtlinie und Bestimmungen zum Vertrag von Lissabon, also der „EU-Verfassung“, in der EU geltendes Recht. Also wer auf die Straße geht und nicht nur als Antifant Bullendreschen spielen will sondern ernsthaft die Verfasser solcher Gesetze durch besondere Nähe zu Laternen erleuchten möchte, darf Menschen- und EU-Rechts-konform per Blaubeere zwischen die Augen aus dem Straßenbild radiert werden.
Also, wenn die Kinder nach der ersten Meldung eines am Rande einer Pegida-Demo mit einem Pappgalgen in der Hand Erschossenen infantil fragen: „Dürfen die das?“ dann lautet die glasklare Antwort: Ja.
Die dürfen.
Du nicht.

Dienstag, 8. August 2017

»Eine Frau für mehr Frauen«

... titelte das Handelsblatt vor einigen Wochen, und setzte euphorisch fort:

Danielle Brown soll Google Gleichberechtigung beibringen. Als Diversity-Managerin steht die frühere Intel-Mitarbeiterin vor einer großen Herausforderung: Erst 25 Prozent der leitenden Angestellten sind bei Google Frauen
Nun, inzwischen hat sie ihre erste Herausforderung gefunden:
Ein Entwickler bei Google hat den geringen Anteil von Frauen in der Technologie-branche mit "biologischen" Unterschieden der Geschlechter erklärt und damit für heftige Aufregung gesorgt. In einem Schriftstück von rund 3.000 Wörtern schreibt ein anonymer männlicher Entwickler bei Google, die Vorlieben und Fähigkeiten von Männern und Frauen unterschieden sich teils aus biologischen Gründen.

Diese Unterschiede könnten erklären, warum Frauen in der Technologiebranche und in Führungspositionen unterrepräsentiert seien. Frauen seien "offener gegenüber Gefühlen und gegenüber Ästhetik", sie zögen daher die Arbeit in sozialen oder künstlerischen Branchen vor. Männer hingegen verfügten über "natürliche Fähigkeiten", die sie zu besseren Programmierern machten.

Das interne Schriftstück gelangte am Sonntag an die Öffentlichkeit. Danielle Brown, die neue Google-Managerin für Diversität, zuständig also für die Vielfalt der Belegschaft auch im Hinblick auf die Geschlechter, wies die Ansichten unverzüglich zurück: In einer E-Mail an die Angestellten erklärte sie, diese Äußerungen würden weder von ihr noch vom Konzern "unterstützt, gefördert oder ermutigt".
(Hier weiterlesen)
Nun wissen wir ja alle, daß Christine Vulpius nur wegen der allgegenwärtigen Frauendiskriminierung nicht der Faustine Zweiten Teil geschrieben hat, und auch Konstanze Mozart hätte mit ihrer ohne die Vorurteile ihrer Zeit zweifellos geschaffenen Juno-Symphonie ein Meisterwerk hingelegt, daß der Wolferl nur so mit den Ohren geschlackert hätte! Denn bekanntlich können Frauen nicht nur alles, was Männer können — sondern all dieses auch noch besser ...

Es sind also nur unverbesserliche Ewiggestrige, die immer noch die Meinung vertreten, daß ein Blick in die jahrtausendelange Geschichte ebenso wie rundum in die real (d.h. außerhalb der geschützten Werkstätten von Antidiskriminierungs- & Diversity-BeauftragtInnen) existierende Gegenwartswelt weit eher nahelegt, daß Männer und Frauen doch recht unterschiedliche Wesensmerkmale und daher auch Interessen und Fähigkeiten aufweisen.

Also: das geht einfach nicht! Aus kleinen statistischen Schwankungen, wie bspw., daß geschätzte 95%+ der literarischen, musikalischen, architektonischen und bildnerisch-skulpturalen Meisterwerke der Welt von Männern geschaffen wurden, kann doch nicht abgeleitet werden, daß Frauen dafür weniger Genie hätten (wenn man sie doch nur ließe, und Verlage und Museen nicht alle Zusendungen mit weiblichen Absendernamen ungeöffnet der Müllverbrennung überantworteten, oder so halt ...)!

Und wenn in der Presse ein ewiggestriger Unverbesserlicher mit dem Nickname molekühl dann keck vermeint:
Schauen Sie sich die Open-Source-Szene an, schauen Sie sich diverse Blogs und Hilfeseiten zum Thema Programmierung an, schauen Sie sich IT-Startups an, vielleicht auch Fachliteratur etc. etc. und Sie werden bezüglich Frauen irgendwo im einstelligen Prozentbereich landen.

Das sind jedenfalls alles frei zugängliche Bereiche ohne Diskriminierung.

Und irgendwann reicht es halt den Idioten, die die echten Arbeit machen, wenn ihnen aus PR-Gründen dauernd qualifikations- und talentfreie "Managerinnen", irgendwas- "Beauftragte" und andere fachfremde Systemschmarotzer/innen übergordnet werden.
 
... dann muß man dem entgegenhalten, daß es eine rechte (also: linke) Antidiskriminierungs- & Diversity-BeauftragtIn noch nie gestört hat, wenn die Realität dem imaginierten Phantombild hinter ihrer ideologischen Scheuklappe nicht entsprach. Umso schlechter für die Realität, war und ist stets die Devise — frau wird sich doch ihre Vorurteile (die für sie doch so lukrativ und arbeitsplatzsichernd sind!) nicht durch schnöde Realitäten verderben lassen.

Die Titelzeile ist demanch völlig richtig: »Eine Frau für mehr Frauen«. Punkt. Es hat ja keiner behauptet, daß es sich um für irgendwas anderes, als für das die-Karriereleiter-hinaufschlafen (bzw. -klagen) geeignete Frauen handeln müßte!


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P.S.: hier finden Sie den ganzen Text. 

P.P.S.: Weit sind wir gekommen, wenn solche Texte nur mehr anonym veröffentlicht werden können — und im Netz auch nur mehr mit anleitenden Interpretationen seitens der Gender-Tussi vom Dienst kursieren dürfen ...