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Donnerstag, 6. August 2020

Die unnötige Bombe


So etwa könnte man einen interessanten, faktenreich aufbereiteten Artikel im Contra-Magazin über den Abwurf der Hiroshima-Atombombe, der sich heute zum 75. Male jährt, zusammenfassen:

Warum Amerika Japan nicht mit Atombomben hätte angreifen sollen


Die Überzeugung der USA, dass Atombombenangriffe notwendig waren, um eine noch tödlichere Invasion Japans zu verhindern, ist 75 Jahre später genauso falsch wie damals.

Heute vor fünfundsiebzig Jahren haben die Vereinigten Staaten den einzigen Atomkrieg der Geschichte entfesselt.

Zu den Wahrheiten, die für Millionen Amerikaner selbstverständlich sind, gehört die Vorstellung, dass die atomare Zerstörung von Hiroshima und Nagasaki Leben gerettet hat, sowohl amerikanische als auch japanische.

Die Amerikaner lernten, dass sie die Wahl zwischen Atombomben und einer noch blutigeren Invasion Japans hatten, dessen fanatische Bürger bei der Verteidigung ihrer Heimat und ihres Kaisers bis zum Tod gekämpft hätten.

Diese Erzählung ist zutiefst falsch.
Wie in der Kriegsführung aller Zeiten sprichwörtlich: das erste Opfer des Krieges ist die Wahrheit. Warum soll es beim ersten Atomkrieg anders (gewesen) sein?



Dienstag, 2. Juli 2019

»Does the asterisk help?«


Rhetorische Frage als Schluß eines verstörenden Artikels von Edward Curtin auf »Lew Rockwell«:
Happenings in the Land of the Free and the Home of the Brave

There’s something happening here/
What it is ain’t exactly clear.”
– Buffalo Springfield

The Sunday newspaper had been left on the park bench.  Its book page had lists of best-sellers, as if numbers two through ten could be the “best” along with number one. Absurdities were everywhere for the taking.  On the Non-Fiction Hardcover list, numbers 3, 5, and 10 each had the word fuck in the title.  The books were published by two old and respected publishing houses: Harper and Little Brown.  However, something was odd, for the word fuck was spelled f*ck.
(Hier weiterlesen)
Und was folgt, sind viele Fragen — eine verstörender als die andere, wenn man unvoreingenommen liest, und nicht jeder von ihnen das durch sie ausgelöste Unbehagen mit einem flinken »Ach, das ist doch bloß so eine Veschwörungstheorie!« abblockt ...

Leseempfehlung!

Dienstag, 20. Februar 2018

Hadmut Danisch lebt gefährlich

Spätestens seit seinem letzten Artikel: »Höchste Brandgefahr: Über den Zusammenhang zwischen Kommunismus und Nationalsozialismus«, von dem ich nur hoffen kann, daß es nicht sein letzter bleibt. Denn auf nichts reagiert die linke SAntifa so gereizt, wie auf ihre Enttarnung als terroristische Neonazi-Gang, die sie im Grunde ist.

Der LePenseur-Blog hat aus gutem Grund kein Impressum. Das mag ihn in den Augen staatsfrommer Pfahlbürger unseriös machen — aber, sagt sich LePenseur, lieber bei denen als unseriös gelten, als die Autoreifen aufgeschlitzt zu bekommen, oder die Kehle ...

Hadmut Danisch hat ein Impressum auf seinem Blog stehen. Das ehrt ihn, zweifellos! Ich kann für ihn aber nur hoffen, daß seine angegebene Adresse nicht für Kranzspenden Verwendung finden muß. Sicher wäre ich mir angesichts der erodierten Rechtsstaatlichkeit in Merkelstanischen SSR allerdings nicht ...


Freitag, 4. März 2016

LePenseur staunt

... was sich, ausgehend von ein paar harmlosen »Bemerkungen von konservativ-libertärer Seite«, in einem dezidiert »rechten Forum« für Diskussionen entspinnen können ...

Zum Teil waren die Fragestellungen ja durchaus interessant und hätten mich gereizt, darauf in aller Ruhe und Elaboriertheit einzugehen — doch mein Diskussionspartner »Nero« (der mir leider die Antwort, ob er seinen Nickname nach dem gleichnamigen Befehl des Föhrers gewählt habe, schuldig blieb) erklärte lapidar auf mein Angebot:
Wenn Sie einverstanden sind, werde ich auf dieses Ihr Posting in Form eines längeren Artikels (oder sogar einer Artikelserie) auf meinem Blog reagieren.
Nein, bin ich nicht. Auch werde ich Ihren Blog nicht lesen.
Nun, dann halt nicht ... Bedauerlich, daß manche Menschen nicht den Tellerrand ihrer Ideologie transzendieren können (oder wollen) — ich dachte immer, daß Diskussionen (egal mit wem) den Horizont weiten (und habe deshalb auch keine »Berührungsängste« in linken, rechten oder dezidiert christlichen Foren zu schreiben), aber das scheinen eben nicht alle so zu sehen.

Ein echtes »Gustostückerl« ist die Antwort auf meinen Einwand:
Da ich zwar in kulturellem und sprachlichem Sinne ein „Deutscher“ bin, aber wohl nicht in politischem, kann ich schwerlich schlechthin „auf der Seite der Deutschen“ stehen.
„Der Mensch existiert politisch oder es gibt ihn nicht“
Fällt mir gerade so ein… 
Das hätte auch auch waschechter Achtundsechziger so formulieren können. Der oft gehegte Verdacht, daß Kollektivismus und Individualismus die eigentliche Scheidewand zwischen »der Welt« und mir bezeichnen, und nicht die damit oft verwechselten Kategorien links/rechts, bestätigte sich ein weiteres Mal. Schade, eigentlich ...

Donnerstag, 29. Januar 2015

»Es kann noch so schön bunt sein: Mischt man es, ist es nicht mehr bunt.«

Hadmut Danisch philosophiert über die Farbenlehre (und -leere) unserer Zeit, die da lautet: »Zwingt bunt rein!« — und doch nur häßliches Grau produziert.
Oh, wir leben im Zeitalter der ideologischen Dauerbeschallung. Wir rutschen gerade in eine Art Kastenwesen, in dem die Kaste der Meinungsdiktatoren uns unentwegt vorhält, die Welt und die Republik müssten bunt und divers sein. Jenseits jeder moralischen Bewertung stellt sich die Frage: Ist das überhaupt bunt?
Ich fange mal auf der Ebene der Realmetaphern zum Thema bunt an, um zu zeigen, dass schon die Metapher der Farben verfehlt ist ...
Weiterlesen — denn es lohnt sich bei so einem Artikel wirklich! Bis hin zum beklemmenden Schluß:
Wir sind nicht nur im Roman 1984. Wir sind bereits in Zimmer 101. Uns wird beigebracht, fünf Finger zu sehen, wo nur vier sind. Uns wird beigebracht, keine einzige Eigenschaft mehr zur Kenntnis zu nehmen, zu erwähnen, zu beachten, zu sehen. Doppeldenk: Wir dürfen keine einzige Farbe mehr sehen, keine mehr denken, es ist alles grau, alles gleich, kein erlaubter Unterschied mehr. Und gleichzeitig sollen wir darüber jubeln, dass es so bunt ist, und bunt für das Ideal halten.

Weil das Ministerium für Wahrheit es sagt.
Chapeau! Touché! Leider ...

Samstag, 20. Juli 2013

Am heutigen 20. Juli


... und zwar vor exakt 120 Jahren, also am 20. Juli 1893, erblickte Arno von Lenski, General der Deutschen Wehrmacht ebenso wie später der »Kasernierten Volkspolizei« bzw. »Nationalen Volksarmee« der DDR, in Czymochen, Ostpreußen, als Sohn des Besitzers eines Rittergutes und einer Lehrerin das Licht der Welt. Seine einerseits »typische«, andererseits doch auch durchaus »wandlungsreiche« Biographie kann man auf Wikipedia in mehr als hinlänglicher Ausführlichkeit nachlesen — und diese soll, wie in den anderen Artikeln der letzten Monate, in welchen aus Anlaß »runder« Gedenktage historische Persönlichkeiten hier Gegenstand von Artikeln waren, nur insoweit erwähnt werden, als sie für den eigentlichen Anlaß dieser Artikel relevant sind: Verhaltensweisen und Umstände anhand geschichtlicher Vorfälle herauszuarbeiten, die auch für uns heute in ähnlicher Weise zutreffen können.

Alexander Stahlberg — den ich aus Anlaß der 40. Wiederkehr des Todestags des Generalfeldmarschalls von Manstein, dessen Adjudant er war, zu den Attentats-Plänen des 20. Juli 1944 zitierte — schrieb in seinen Erinnerungen (»Die verdammte Pflicht«), daß ihm der damalige Oberstleutnant Arno von Lenski, der den Fahneneid der Rekruten vorbereitete und sich dabei nicht von »unserem Führer«, sondern von »unserem geliebten Führer« zu sprechen bemüßigt fand, deshalb herzlich unsympathisch war und mußmaßte, daß dieser mit solcher Liebedienerei wohl zum Beisitzer im Volksgerichtshof prädestiniert war.

Das nun war in Lenskis  Biographie in der Tat ein »dunkler Punkt«, der dann wohl auch den Ausschlag gab, warum er schon recht bald nach seiner Übernahme als General in die Nationale Volksarmee der DDR mit 65 Jahren in den Ruhestand verabschiedet wurde. Die »Enthüllungen« in der Presse der Bundesrepublik, die ab 1960 darüber verbreitet wurden, waren für die Ostberliner Führung allerdings keine mehr, und trafen bereits einen Pensionisten. Seine Partei, die er mitbegründen half, die National-Demokratische Partei Deutschlands (NDPD), hielt ihm freilich die Treue. Es saß in ihrem Hauptvorstand und war auf Parteitagen und Kongressen bis ins hohe Greisenalter gern gesehener Gast und Gesprächspartner.

So seltsam spielt die Geschichte, wenn man nur an der richtigen Stelle sitzt: der begeisterte Kavallerist, den der unaufhaltsame Aufstieg der Panzertruppen eigentlich um seine Lebensstellung gebracht hatte, kehrt im Ruhestand zur Reiterei, diesmal dem Reitsport zurück. Der in »preußischer Gesinnung« (wie Wikipedia etwas ungelenk formuliert) Erzogene findet seinen Platz in der »preußischen« Partei des Realsozialismus, nämlich der NDPD. Les extrêmes se touchent — und der rote Sozialismus, der vor 1933 den brauen Sozialismus so erbittert bekämpfte, besinnt sich in der DDR auf »preußische« Traditionen und Werte — die in Westdeutschland längst einem liebedienerischen Amerikanismus geopfert wurden.

Vielleicht ist es wirklich so, wie Carl Jentsch in seinem großen, immer noch lesenswerten Werk »Christentum und Kirche in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft« (Leipzig 1909) über das Luthertum im preußisch-brandenburgischen Staat — Troeltsch zitierend — schreibt:
In Milde und Strenge ist er ein Abbild Gottes, und sein Beruf ist in seiner Ausübung von Gottes Gnaden und nur Gott verantwortlich. An seiner Berufswürde nimmt Anteil der Beamtenstand [...] Der Organisierung des Nährstandes liegt der Gedanke zu Grunde, daß der Hausvater für die Familie ist, was die Obrigkeit für das Land. [...] Die freie Berufswahl und das Vorwärtsstreben sind also sehr gehindert, die liberalen Berufe, außer dem juristischen, geistlichen und dem Schulamt fast ganz ausgeschlossen [...]; besonders Begabte können durch Stipendien in das höhere Schulwesen und dadurch in höhere Klassen vorrücken. [...]

Es ist nicht bloß der überwiegend agrarische Charakter des Luthertums und der Boden eines unentwickelten Wirtschaftszustandes, der sich in dem Ausschluß oder der äußersten Einschränkung des Zinses äußert; es ist die religiös-ethische Abneigung des Asktismus gegen den Besitz und seine Gefahren, die hier vor allem wirkt. [...] Eine so erzogene Bevölkerung liefert gute Beamte, gute Untertanen, gute Soldaten und willige Arbeiter, aber bringt keine Initiative und Planmäßigkeit des individuellen wirtschaftlichen Handelns hervor. Es ist eine sonderbare Verschränkung gegenüber dem Calvinismus. Ist dieser in seiner puritanischen Strenge dem Vergnügen und dem Lebensgenuß viel feindlicher als das Luthertum, so ist wiederum die Askese des Luthertums der Entwicklung der modernen Wirtschaft und des Kapitalismus [...] viel feindlicher als der Calvinismus, der diese Dinge für das Gedeihen des christlichen Gemeinwesen benutzen zu müssen meint. Hier wirken Mittelalter und kanonisches Recht im Luthertum fort, während der Calvinismus es hier scharf durchbrochen hat, um in anderen Punkten um so schroffer alte Wege zu gehen.
(a.a.O. S 298ff.)
Wenn dieses Bild konsequent säkularisiert wird, wird es schnell zum Abbild der Bevormundungsgesellschaft in der DDR — und, mutatis mutandis, des Europa unserer Zeit. Und, ganz in confuso sei abschließend ein Gedanke geäußert: daß nämlich der Sozialismus quasi die säkulare Häresie des Luthertums, der Kapitalismus hingegen die des Calvinismus darstellt.

Gering also war die zu überwindende Distanz eines preußisch-nationalgesinnten Lutheraners in die DDR. Arno von Lenski ist diesen Weg gegangen — wie viele andere auch ...

Donnerstag, 18. Juli 2013

Als grüner Brauner

... enttarnt sich Volker Beck, der »menschenrechtspolitische Sprecher« seiner Partei — näheres zu dieser Selbstenttarnung in »Morgenländers Notizbuch«. Der Morgenländer ist freilich noch zu optimistisch in seiner Einschätzung:
Die deutsche 'Zivilgesellschaft' von der 'Volksgemeinschaft' unseligen Angedenkens zu unterscheiden, wird Tag für Tag schwieriger.
Der Unterschied zwischen guten linken und pöhsen (angeblich »rechten«) Arschlöchern ist schlicht nicht vorhanden! Sie sind von dem, was sie von sich geben, genuin braun gefärbt — und da hilft längst keine grüne Tarnfarbe ...