Donnerstag, 5. November 2026

Regime Change

von kennerderlage
 
 
 
America wanted a
Change of Regime
in Iran. 
 
But Iran changed
the Regime
in America.
 
Let that sink in....
  
 
 
By the way.... Remember? The night after 9/11 there were huge parts of the population of Iran's major cities lighting candles in sympathy with American victims....
 

Die Finanz-Zange: Wie die USA das globale Geldwesen als Waffe nutzen – und damit den Untergang des Dollars einleiten

von Franz Lechner
 
 
Teil 1: Über SWIFT
 

Die Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication (SWIFT) wurde 1973 in Belgien ge-gründet. SWIFT ist eine Genossenschaft nach belgischem Recht und hat seinen Hauptsitz in La Hulpe bei Brüssel. Es unterliegt der Aufsicht der G10-Zentralbanken (darunter auch der US-Notenbank Fed) und der Europäischen Zentralbank (EZB).  

 

Der Vorstand von SWIFT besteht aus 25 Direktoren, die von den größten Banken weltweit gewählt werden – darunter sitzen zwar US-Banker, aber eben auch Deutsche, Franzosen, Briten, Japaner und damals sogar Russen.   

  

Wir müssen uns hüten, SWIFT von vornherein als böse oder korrupte Behörde, gleichsam als von Vornherein konstruierten verlängerten Arm der USA zu sehen. Zwar hat sich, wie zu zeigen sein wird, die Gesellschaft zu einem der effektivsten Erpressungswerkzeuge der Geopolitik entwickelt, aber dazu bedurfte es der Verworfenheit und Verdorbenheit einer größeren „Institution“, nämlich der EU selbst.   

  

Als genossenschaftlich organisiertes, standardisiertes Kommunikationsnetzwerk, das es Banken weltweit ermög-licht, jenseits aller politischen Interessen einfach internationale Überweisungen schnell und sicher zu avisieren, wirkt SWIFT tatsächlich harmlos, ja rational und fortschrittlich. De facto, dh rein technisch gesprochen, handelte es sich um nichts anderes als um einen reinen Sprachcode für das globale Geldsystem oder um ein technisches Schmiermittel der Globalisierung.   

 

Um die sich dahinter verbergende Macht zu verstehen, muss man zunächst mit weltweit verbreiteten öffentlichen Irrtümern aufräumen und sich darüber im Klaren sein, was SWIFT eigentlich ist – und was es eben nicht ist.  

  

Zunächst das Allerwesentlichste: SWIFT transferiert kein Geld. Es hält keine Konten, bewegt keine Vermögens-werte und wickelt keine Zahlungen ab. Es ist im Grunde nichts anderes als ein hochgesichertes, geschlossenes E-Mail-System für Banken. Wenn eine Bank in Frankfurt vom Konto des Kunden X Geld an eine Bank in Tokio schickt, sendet sie über SWIFT lediglich die standardisierte Nachricht: „Wir haben den Betrag 10.000 Dollar für Kunde Y verbucht, bitte schreibt ihn diesem gut.“  

  

Diese Nachricht geht an ein US-amerikanische Zwischenbank, bei der die Frankfurter Bank ihr Dollarkonto hat. Das wichtigste Grundprinzip vorweg: Geld „fließt“ nicht. Es wandert keine digitale Datei mit dem Wert „10.000 Dollar“ über den Ozean. Elektronisches Geld ist reine Information, die sich auf Bankkonten durch Plus- und Minusbuchungen verändert.  

 

Die deutsche Bank bucht also den Betrag vom Konto des deutschen Kunden X ab. Das Geld liegt nun bei der deutschen Bank. Aber die deutsche Bank kann dieses Geld nicht direkt nach Japan schicken, da die japanische Bank kein Konto bei der deutschen Bank hat und umgekehrt. Sie sprechen technisch gesehen nicht dieselbe Sprache.  

  

Da die Überweisung in US-Dollar ausgestellt ist, müssen die USA als Buchhalter fungieren. Die US-Zwischenbank (meist JP Morgan) hat wie gesagt eine verschlüsselte SWIFT-Nachricht erhalten. Demnach zieht sie den Betrag iHv 10.000 Dollar vom Konto der deutschen Bank ab und schreibt ihn ihrem Handelskonto, dem sogenannten Nostro-Konto bei der japanischen Bank gut. Dieser Vorgang wird als Clearing bezeichnet. Damit ist die eigentliche Überweisung getätigt. Das Geld hat New York nicht verlassen, sondern lediglich dort den Besitzer gewechselt.  

  

Auf dem New Yorker Sammelkonto der japanische Bank werden täglich Millionen von Dollar ein- und ausgehen. Das Geld aus Deutschland ist zwar nun dort verbucht – aber die Banker in Tokio wissen noch nichts davon. Und selbst wenn sie beim täglichen Kassensturz sehen würden, dass ihr Guthaben in New York um 10.000 Dollar gestiegen ist, haben sie keine Ahnung, für welchen ihrer Millionen Kunden in Japan dieses Geld bestimmt ist. Das Geld ist für sie anonym.  

 

Es braucht zwingend die zweite SWIFT-Nachricht, die Vollzugsmeldung von der US-Bank an die Zentrale in Tokio: „Wir haben soeben den Betrag von 10.000 Dollar auf euer Handelskonto eingebucht. Das Geld kommt von der Bank aus Deutschland und ist für euren Kunden Y bestimmt. Ihr könnt es ihm jetzt auszahlen.“  

 

Erst wenn diese zweite Nachricht in Tokio eintrifft, schließt sich der Kreis. Die japanische Bank nimmt das Geld von ihrem Handelskonto und schreibt es dem Endempfänger in Tokio gut.  

 

Hat die Überweisung nicht in Dollar, sondern zB in Euro zu erfolgen, so sitzt die Zwischenbank nicht in New York, sondern in Frankfurt am Main, und das System wird von der Europäischen Zentralbank (EZB) kontrolliert.  

 

Die Funktion von SWIFT erschöpft sich also lediglich in einem doppelten verschlüsselten Botendienst. SWIFT transferiert kein Geld. Es hält keine Konten, bewegt keine Vermögenswerte und wickelt keine Zahlungen ab. Es ist im Grunde nichts anderes als ein hochgesichertes, geschlossenes E-Mail-System für Banken.  

  

SWIFT ist keine revolutionäre Neuerfindung des Finanzwesens, sondern lediglich die digitale Modernisierung eines jahrhundertealten Prinzips. Das System der Verrechnung über Zwischenbanken wurde im nationalen wie internationalen Zahlungsverkehr schon immer praktiziert. Das eigentliche Bedrohungspotenzial von SWIFT entfaltet sich erst durch eine toxische Kombination zweier Faktoren: zum einen durch seine globale, digitale Monopolstellung, und zum anderen durch die vollständige Politisierung, Korrumpierung und Instrumentali-sierung dieser eigentlich zivilen Infrastruktur durch die US-Außenpolitik. Gepaart mit dem vorauseilenden Ge-horsam eines globalisierten, zutiefst verängstigten Bankensektors, der aus nackter Existenzangst vor Washingtons Sanktionsbehörden fluchtartig nationales US-Recht vollstreckt, wurde ein technisches Kommunikationsmittel zur ultimativen geopolitischen Waffe umfunktioniert. 

 

(Fortsetzung folgt)

 

 

Ein gefährlicher Vergleich: Israel und Hitlerdeutschland

von Helmut
 
 

Ich möchte hier auf einige Parallelen hinweisen, die sich, wenigstens für mich, geradezu auf-drängen. Jeder kann sich dann seinen persönlichen Reim drauf machen. Fangen wir mal mit der braunen Ära an, und wie sich die Lage der Juden in Deutschland immer mehr verschärfte:

Judenboykott 1933: Hass und Hetze auf Befehl (NDR 1.4.2023)

Zum Vergleich ein Video des israelischen Sicherheitsministers Ben-Gvir vom August 2026, wo zur gezielten Tötung von täglich 20 bis 30 Palästinensern aufgerufen wird:

 

Vielleicht sollte man folgendes Video des österreichischen Bundespräsidenten van der Bellen noch hinzufügen:
 

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Ein anderes Beispiel:

Ich verfüge über viele Tondokumente aus der Nazi-Zeit, meist auf Schallplatten. Darunter eine Rede Hitlers in Reichenberg*), Dezember 1938, über die Indoktrinierung der Jugend mit NS-Ideologie von Kindesbeinen an. Ein kurzer Ausschnitt daraus als abschreckendes Beispiel für die totalitäre Vereinnahmung der damaligen Jugend:

Diese Jugend, die lernt ja nichts anderes als deutsch denken, deutsch handeln, und wenn nun diese Knaben, diese Mädchen mit ihren zehn Jahren in unsere Organisationen hineinkommen und dort so oft zum ersten Mal überhaupt eine frische Luft bekommen und fühlen, dann kommen sie vier Jahre später vom Jungvolk in die Hitler-Jugend, und dort behalten wir sie wieder vier Jahre, und dann geben wir sie erst recht nicht zurück in die Hände unserer alten Klassen- und Standeserzeuger, sondern dann nehmen wir sie sofort in die Partei oder in die Arbeitsfront, in die SA oder in die SS, in das NSKK und so weiter. Und wenn sie dort zwei und anderthalb Jahre sind und noch nicht ganze Nationalsozialisten geworden sein sollten, dann kommen sie in den Arbeitsdienst und werden dort wieder sechs oder sieben Monate geschliffen, alle mit einem Symbol: dem deutschen Spaten (Beifall).

Und was dann nach sechs oder sieben Monaten noch an Klassenbewusstsein oder Standesdünkel da oder dort noch vorhanden sein sollte, das übernimmt dann die Wehrmacht zur weiteren Behandlung auf zwei Jahre (Beifall), und wenn sie dann nach zwei oder drei oder vier Jahren zurückkehren, dann nehmen wir sie, damit sie auf keinen Fall rückfällig werden, sofort in die SA, SS und so weiter, und sie werden nicht mehr frei ihr ganzes Leben (Beifall), und sie sind glücklich dabei.

An diese Rede wurde ich erinnert, als ich das folgende Video gesehen habe. Man sehe sich genau die Gesichter der jungen israelischen Buben (auch der Jugendlichen und Älteren!) an, welcher Fanatismus auf diesen Gesichtern erkennbar ist:


Zwischen diesen beiden Vorgängen liegen 90 Jahre, und ein Vergleich hinkt daher immer. Deshalb möchte ich auch nicht irgendwelche Schlüsse ziehen, die mit Sicherheit Angriffsflächen bieten! Aber ich appelliere an diejenigen, die immer wieder lauthals den Satz „Wehret den Anfängen!“ wiederholen, über diesen Artikel nachzudenken.

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*) Reichenberg (heute: Liberec) liegt im nördlichen Sudetenland, im heutigen Tschechien. 
 

Mittwoch, 4. November 2026

Max Blumenthal : Can Trump Salvage His Presidency ? And Prof. John Mearsheimer : Trump’s Post-Midterm Iran Plan Is a Loser

von kennerderlage
 
 
Die Wahlschlacht hat sich als ziemliches Schlachtfest in den Reihen der Republikaner erwiesen und so ist die Frage von Judge Napolitano an Max Blumenthal, ob Trump die restliche Amtszeit noch irgendwie sinnvoll gestalten kann, mehr als berechtigt! Blumenthal bringt die Sache auf den Punkt und verweist auf letzte Umfragen, dass 74% den Irankrieg als wichtigsten Punkt der politischen Lage bezeichneten und mehr als 60% sich deshalb von den Republikaner abwenden wollten. Der Wahltag brachte Trump die Rechnung, die er aufgrund seiner Israel-First-Politik redlich verdient hat:
 
 
Interessant auch seine Meinung zu J.D. Vance, der angesichts der Wahlschlappe eine Absetzbewegung von dieser gescheiterten Trump-Politik versuchte: "To little, to late!"
 
Ein bitterer Kommentar unter dem Video zeigt die gekippte Stimmung in den USA recht deutlich:
@87gpad
I really hope the democrats increase support to the holy land, God's chosen people where promised the land! Give it back. God bless America , keep the bombs rolling, we're nearly there , Solomon's temple nearly completed. Then , you can all get back to whatever you were doing. Big thank you to the American taxpayers for endless funding for isreali interests, we'll never be able to show our gratitude. Thanks again🎉
Manchmal bleibt einem ja wirklich nur mehr Sarkasmus als Ausweg ...
 
 
Noch vor dem Schliessen der Wahllokale brachte Prof. Mearsheimer eine Analyse der geplanten Trump-Aktionen nach den Midterms und bezeichnete sie als komplett aussichtslos (m an kann ihm darin schwerlich widersprechen):
 
 
Sein Freud'scher Versprecher "President Netanyahu" wurde von einigen Kommentatoren mit Amusement vermerkt und sagt mehr – weil richtiges, jedoch taktisch verschwiegenes! – aus, als man vermeint ...
 

42 Years Later...

by  Meme Dept. 


Das eitle Verderben: Wie das Bürgertum seine eigenen Henker applaudiert – Teil 2

von Franz Lechner 
  
Dieses erbärmliche Phänomen hat im politischen Diskurs einen messerscharfen, völlig treffenden Namen erhalten: der „Cuckservativ“ – der cuckold, also vom linken Zeitgeist kastrierte Scheinkonservative. Er ist die wohl verächtlichste Kreatur der modernen Parteien- und Medienlandschaft. Der Cuckservativ ist kein bekennender Linker, er ist schlimmer: Er ist der nützliche Idiot im klassischen Leninschen Sinne, der sich freiwillig als Steigbügelhalter für den eigenen Untergang andient. In Deutschland personifiziert diese intellektuelle Prostitution die Linie der „Jungen Freiheit“ unter Dieter Stein, wo man sich im permanenten Distanzierungsmodus befindet, um ja noch im bürgerlichen Feuilleton geduldet zu werden. 
Eines der Hauptmerkmale des cuckservatives ist der bedingungslose Transatlantizimus. In Österreich liefert Andreas Unterberger mit seinem Blog das Paradebeispiel. Unterberger geriert sich im Inland gerne als scharfer Kritiker, der giftig gegen die Wiener Regenbogen- und Schwulenparaden anschreibt. Sobald der Blick jedoch nach Osten schweift, verfällt der Mann in einen bizarren kognitiven Dissonanz-Modus: Er fiebert offenbar denselben Schwulenparaden in Kiew entgegen, solange sie nur unter der Flagge des Westens stattfinden. Er bejubelt das Obsiegen „prowestlicher“ Kräfte in Belgrad und verkennt in seiner alt-konservativen Naivität völlig die zutiefst destruktive, ultralinke kulturelle Kraft der modernen USA. Als treuer Vasall des Washingtoner Establishments wird ein solcher Scheinkonservativer immer als eifriger Torwächter fungieren, der jeden wahren, unkorrumpierbaren Konservatismus mit aller Macht bekämpft und diffamiert.
Der Cuckservativ ist jedoch nur die eine Seite der bürgerlichen Medaille. Es kommt noch schlimmer, wobei sich die bittere Frage stellt, ob es überhaupt noch schlimmer geht, welche der beiden Fratzen des bürgerlichen Verfalls eigentlich das größere Übel für die Reste unserer Zivilisation darstellt. Damit kommen wir auf den progressiveren Nachbarn des Cuckservativs zu sprechen, auf den, wie man früher sagte, heute ist es wohl schon etwas aus der Mode, wohlstandsverwöhnten Bobo-Linken. Bei Letzterem ist die geistige und moralische Fäulnis noch ein ganzes Stück weitergediehen. Dieser Typus bekennt sich heute stolz als „links“, glaubt an die 57,5 Geschlechter, liebt das ästhetische Erscheinungsbild von Windkrafträdern, bekennt sich zum Sakrament der Abtreibung und sieht die Massenmigration als unvermeidbar und letztlich sogar unverzichtbar an. Doch sein eigenes Leben ist die pure Verhöhnung seiner eigenen Ideale. 
Er residiert in sanierten Altbauwohnungen oder teuren Speckgürtel-Villen, verdient exzellent in steuerfinanzierten NGOs oder schicken Agenturen und genießt sein bürgerliches Luxusleben bei gutem Rotwein, Konzertabonnements und Opernbesuchen – wobei sogar er in die von kulturpolitischer Seite komplett ruinierte Burg *) ohnehin keinen Fuß mehr setzen würde (nun gut, bei Letzterem kann man sich nicht ganz sicher sein, aber sei 's drum ...). Die Härten seiner eigenen Politik bekommen schließlich nur die anderen zu spüren: die verachtete Unterschicht in den Gemeindebauten und die Pendler auf dem Land. Diese beiden Auswüchse – der rückgratlose Scheinkonservative und der verlogene Salon-Bolschewik – bilden im Zusammenspiel das eigentliche, existenzielle Problem unserer Zeit. Die klassische, alte Linke hingegen ist dafür viel zu schwach, in sich zerstritten und verkatert geworden; sie taucht partiell sogar wieder als vernünftiger Gesprächspartner auf, mit dem man verhandeln könnte und die bisweilen sogar wählbar erscheint – so etwa das BSW in Deutschland oder Mélenchon in Frankreich. 
Das wahre Verderben unserer Epoche reift nicht in den Fabrikhallen, sondern in den satten, eitlen Elitenvierteln. Man fühlt sich unweigerlich an die Jahre vor 1789 erinnert, als der französische Hochadel in den Parks von Versailles im Seidenkostüm die „Zurück zur Natur“-Philosophie Rousseaus bejubelte, Schäferspiele inszenierte und denselben radikalen Aufklärern die Prachtsalons öffnete, die kurz darauf die Guillotine für sie errichteten. Es ist jene geschichtliche Ironie, dass die herrschende Klasse in den Momenten ihrer höchsten Dekadenz stets die Mode derer übernimmt, die sie vernichten wollen. Sie gleichen bis aufs Haar jenen Studentinnen aus Irkutsk: Hochmütig, moralisierend und blind für die Realität, sägen sie mit dem Champagnerglas in der Hand an dem Ast, auf dem sie sitzen – unfähig zu begreifen, dass am Ende der Henker keinen Unterschied macht, ob sein Opfer aus Feigheit geschwiegen oder aus Eitelkeit applaudiert hat.
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*) für Piefkes: "die Burg" = "Wiener Burgtheater"
 

Pepe Escobar : Brazil Defeated the Mother of All Hybrid Wars

von kennerderlage
 
 
Ein ebenso interessanter wie eloquenter Gast bei Prof. Diesen: der brasilianische Investigativjournalist spricht Klartext zur Wahl in Brasilien und die Verwicklung der US-Administration in diese Wahl:
 
 
Ein wichtiger Punkt, der in den Medien kaum thematisiert wurde, wird am folgenden Kommentarposting deutlich:
For the time being, Lula da Silva winning his re election has stopped the total Israelification of South America by the US and Israel. It was blatantly obvious for anyone to see this was the agenda.

Wer den Hintergrund von Javier Milei bedenkt, wird verstehen, was dieser Fehlschlag aus Sicht der Trump-Administration bedeutet.

 

 
 

Dienstag, 3. November 2026

You Can Choose...

by  Meme Dept. 


Trita Parsi : Nuclear Strike on Iran After Trump Humiliation in the Midterms ?

von kennerderlage
 
 
Prof. Glenn Diesen interviewte gestern Trita Parsi, Executive Vice President, Quincy Institute for Responsible Statecraft zu den erwartbaren Entwicklungen im Krieg der USA und Israels gegen den Iran nach einem wahrscheinlichen Misserfolg der Trump-Administration bei den Midterm Elections:
 
 
 
Kapitel:
00:00 Trita Parsi on the midterms and Iran war risks 
01:02 How a congressional shift could change Trump’s calculations  
05:56 What a third round of fighting could involve  
10:49 Could Israel strike Iran, and what could follow?  
15:48 Iran’s warning of no red lines and a wider theater  
21:15 When European defensive support becomes participation  
23:05 Russia, China, and Iran’s air-defense preparations  
25:07 JD Vance’s letter and the opening for diplomacy  
31:05 Vance’s anti-war constituency and White House divisions  
35:42 How internal disputes could derail a deal  
38:59 The blockade, oil revenues, and the proposed short-term MOU 

Der Schriftsteller August Winnig

von LePenseur
 
 
... der heute leider so gut wie völlig in Vergessenheit geraten ist, ist heute vor 70 Jahren gestorben. Vor zehn Jahren war auf diesem Blog eine ausführliche Würdigung seines Schaffens und seiner Person zu lesen, zu deren (Wieder-)Lektüre die geneigten Leser dieses Blogs herzlich eingeladen sind:
In memoriam August Winnig
 
Heute vor sechzig Jahren, am 3. November 1956, ist der deutsche Gewerkschafter, Politiker und Schriftsteller August Winnig zu Bad Nauheim gestorben. Die äußeren Lebensdaten gibt Wikipedia halbwegs erschöpfend, die gewohnten Seitenhiebe auf die Zeit zwischen 1933 und 1945 erfolgen sogar in vergleichsweise zurückhaltender Form: offenbar will man einem ehe-maligen Sozen doch nicht zu sehr ans Bein pinkeln …

Nur im Abschnitt „Zitate“ tobt man sich aus: da werden aus einem mehrtausendseitigen Gesamtwerk gerade mal vier Zitate gebracht, von denen drei … ähm … seltsamerweise nur eine einzige Seite Winnigs beleuchten wollen: den Krypto-Nazi und unverbesserlichen Antisemiten. Das vierte (und recht lange, daher von den meisten kaum zur Gänze gelesene) besagt zwar das Gegenteil — doch „man merkt die Absicht und ist verstimmt“: auch die drei „griffigen“ Zitate „stimmen“ zwar, aber sie sind ohne ihren Zusammenhang, und eben auch ohne die hundertfach (!) möglichen, völlig anderen Zitate ausgewählt, die Winnig (und auch diese seine Zitate) in ganz anderem Licht zeigen würden. Das ist etwa so „objektiv“, wie wenn man in einem Artikel über Goethe nur sein sattsam bekanntes Diktum aus dem „Götz von Berlechingen“ brächte, und anhand dessen insinuieren wollte, Goethe wäre eben doch bloß ein Fäkaldichter gewesen … 
Einige Jahre zuvor wurde über ihn hier auch unter dem Aspekt des Begriffs "Europäertum" gehandelt und in meinem Gedenkartikel über Generalfeldmarschall August v. Mackensen wird er mit einem Zitat erwähnt.
 
August Winnigs Werke seien jedenfalls in ihrer ziemlich einzigartigen Mischung aus politischem Zeit-zeugnis und poetischer Autobiographie zur Lektüre empfohlen, über die ich seinerzeit schrieb:
[...] was kann uns August Winnig heute noch sagen? Zunächst als Dichter: hier gibt es wenig erfrischendere Lektüren als die Reihe seiner autobiographischen Schriften. Frührot. Ein Buch von Heimat und Jugend (1919) und Das Buch Wanderschaft, Winnigs Erlebnisse als Maurergeselle (1941), bezaubern durch ihre lebendige Darstellung des heranreifenden Autors und seiner Zeit. Der weite Weg (1932) und Heimkehr (1935) berichten von Winnigs Tätigkeit als Gewerkschafter, als Reichsgesandter im Baltikum und als Oberpräsident Ostpreußens bis zum Kapp-Putsch: es gibt nicht viele Werke, die eine an sich doch eher trockene Materie mit so großer innerer Spannung erfüllen können, und sind turmhoch über landläufiger Memoiren-literatur angesiedelt! 
Leseempfehlung für diesen ebenso stilsicheren wie charaktervollen Autor! 
 

Montag, 2. November 2026

Apocalyse ... Now ?

by  Meme Dept. 


Das eitle Verderben: Wie das Bürgertum seine eigenen Henker applaudiert – Teil 1

von Franz Lechner
 
Beim Blättern in Alja Rachmanowas Tagebuch „Studenten, Liebe, Tscheka und Tod“ stieß ich soeben auf eine Szene im sibirischen Irkutsk des Jahres 1919, die einem beim Lesen wie ein eiskalter Schauer der Gegenwärtigkeit den Rücken hinunterläuft. Rachmanowa beschreibt dort jene wohlbehüteten, hübschen Studentinnen, die tief im sicheren Hinterland sitzen und voller Hochmut und Verachtung auf jene Flüchtlinge blicken, die vor dem realen Terror der Bolschewiki aus dem Westen geflohen sind. Diese jungen Frauen, bar jeder Lebenserfahrung, aber vollgepumpt mit dem süßen Gift der radikalen Salon-Ideologie, hielten sich für die Avantgarde des Fortschritts. Sie merkten in ihrer monumentalen Hirnlosigkeit nicht einmal, dass sie genau jene Kräfte herbeisehnten, die sie wenig später selbst verschlingen würden.
Diese historische Szene ist kein verstaubtes Relikt, sondern die exakte Blaupause für das bürgerliche Versagen unserer Tage. Gut, Studenten waren historisch schon immer anfällig für linke Utopien, aber die heutige, flächen-deckende Kapitulation des Bildungsbürgertums besitzt eine ganz neue Qualität an intellektueller Kastration. Dahinter steckt ein genialer, historischer Strategiewechsel. Als die Denker der Frankfurter Schule erkannten, dass die klassische Arbeiterklasse in Europa für die sozialistische Weltrevolution ausfiel – weil der gemeine Arbeiter schlicht zu bodenständig, zu pragmatisch und im Kern zu christlich geblieben war –, verlagerten sie das Ziel-gebiet. Das Bürgertum selbst wurde zur primären Zielklasse erkoren. Der Köder, der ausgeworfen wurde, hieß „Toleranz“, später auch „Haltung“ und, sowieso, „Weltoffenheit“.
Es erwies sich als soziologisches Gesetz, dass die Anfälligkeit für mediale Propaganda und ideologische Gehirnwäsche linear mit dem Grad der formalen Bildung steigt. Je akademischer der Titel, desto ausgeprägter die bürgerliche Eitelkeit und der neurotische Drang, um jeden Preis „schick“, modern und auf der vermeintlich richtigen Seite zu stehen. Denn das Bürgertum ist heute keine wehrhafte Gesinnung mehr, sondern eine reine Lebensform, die sich über Status, Konsum und vor allem über sozialen Gruppenzwang definiert.
Aus diesem sozialen Gruppenzwang erwächst ein monumentaler Selbstbetrug, der sich täglich in den Salons und Einfamilienhaus-Siedlungen abspielt. Man flüstert hinter vorgehaltener Hand, dass ein Herbert Kickl in Österreich oder eine AfD in Deutschland in fast allen Sachfragen – von der unkontrollierten Migration bis zum ökonomi-schen Selbstmord – vollkommen recht haben. Doch im selben Atemzug setzt der bürgerliche Abwehrmechanismus ein: „ICH KANN doch nicht FPÖ wählen, ich doch nicht!" Lieber opfert man das eigene Land und die Zukunft der eigenen Kinder auf dem Altar der sozialen Konformität, als das Risiko einzugehen, um nicht nur im Golfclub oder am Döblinger Stammtisch, sondern bloß vor sich selber als „rechts“ deklassiert zu werden.
(Fortsetzung folgt)
 

Zur Aufgabe der Schweizer Neutralität: Die letzte Bastion der Freiheit in Europa ist gefallen

von LePenseur
 
 
Einfach mal nachdenken, was sich da im Oktober getan hat ... das neutrale Land der ganzen Welt, nämlich die Schweiz, lehnt durch seine Stimmbürger faktisch die Weiterführung seiner seit dem Ende Napoleons in den Beschlüssen des Wiener Kongresses festgelegten und garantierten Neutralität ab. Hierzu ein nachdenklich machender Artikel von Hans-Jürgen Geese bei Anderwelt:
Was ist Ehre? Was ist Moral? Was ist Gerechtigkeit? Wenn alles gesagt ist, was zählt am Ende? Was waren die Werte unserer Väter, unseres Stammes, unseres Volkes? Wofür haben unsere Vorfahren gelebt? Für uns? Und was ist aus uns geworden? Wollen wir wirklich alle so werden wie die Amerikaner? Wirklich?

Die amerikanische Regierung schloss über 400 Verträge mit den Stämmen der Indianer. 374 wurden offiziell vom Kongress ratifiziert. Nicht ein einziger dieser Verträge wurde je von der amerikanischen Regierung voll erfüllt. Nicht einer!

Dann, im Jahre 1890, erklärte die Regierung die Eroberung des „wilden Westens“ als vollendet. Das Massaker von Wounded Knee, im Dezember 1890, unterwarf den letzten Widerstand der Ureinwohner. Konnte jetzt Frieden herrschen?

Nein, denn ab dem Jahre 1898 richtete sich die Politik der amerikanischen Regierung auf die Eroberung von Gebieten jenseits des eigenen Kontinentes aus. In jenem Jahr 1898 allein vereinnahmten die U.S.A. Kuba, die Philippinen, Puerto Rico, Guam und erklärten auch Hawaii formell als den U.S.A. zugehörig. Frieden?

Nein. Im Ersten und Zweiten Weltkrieg hielten sich die Amerikaner in Europa zwar zunächst zurück. Sie überließen das große Sterben den Europäern. Erst in der Schlussphase tauchten sie stets mit ihren Menschenmassen und neuen Waffen auf, um den Krieg für sich zu entscheiden. 1945 waren die Amerikaner die unumschränkten Herrscher auf Erden. Lediglich das widerspenstige Land mit Namen Sowjetunion wollte sich nicht fügen. Auf Nachfrage erhielt man aus Washington über die Jahre stets die gleiche Antwort: „Wir arbeiten daran.“ Jetzt an Russland. Das gilt bis heute, selbst nach Ende des kalten Krieges. Frieden?

Nein. Die Amerikaner schufen sich eine Reihe von internationalen Organisationen, die vor allem der Kontrolle der Europäer und als Waffe gegenüber Drittstaaten dienen sollten. Wir wollen uns hier mit der NATO beschäftigen.

Nach dem Beitritt von Schweden und Finnland gehören von den größeren Ländern in Europa (abgesehen von Liechtenstein, Andorra etc.) nur noch Irland, Österreich, die Schweiz und Serbien nicht der NATO an. Für alle vier Länder gilt die gleiche obige Aussage, jetzt seitens NATO/U.S.A.: „Wir arbeiten daran“.

Die zu Beginn des verlinkten Artikels angesprochene „Ehre“ läßt mich an eines der weisen Altergedichte von Theodor Fontane denken:

  Es kann die Ehre dieser Welt
  Dir keine Ehre geben,
  Was dich in Wahrheit hebt und hält,
  Muß in dir selber leben. 

In den Schweizer Stimmbürgern lebt sie offensichtlich nicht mehr. Hans-Jürgen Geese schreibt mit merklichem Dégoût:

... von Ehre ist auch in der Schweiz heute nicht mehr viel übrig geblieben. Dukatenscheißer sind das, Materialisten, Kleingeister, moralische Armleuchter wie in anderen deutschen Landen, die sich von primitiven Propagandisten einschüchtern lassen. 

Ja, darin ist ihm wohl zuzustimmen! Die der Demokratie innewohnende selbstzerstörende Kraft, die immer fragwürdigere Gestalten in Leitungspositionen schwemmt, wurde schon in der Antike beklagt. In der heute unverkennbaren Dekadenz unserer Gesellschaft brechen die Eiterbeulen der Korruption, des „Netzwerkens“, des Lobbyismus' auf und verführen den Wahlpöbel (den man schwerlich anders nennen kann) dazu, nach der geschickt alles und immer penetrierenden Propagandamaschine der Systemmedien die Ehre, die Freiheit und die rechtliche Anständigkeit für das Linsengericht eines scheinbar profibalen, in Wirklichkeit aber bloß feig-konformistischen Mitmachens aufzugeben.
 

Sonntag, 1. November 2026

El Nino - Polarwirbel - Kälte - Gasspeicher

Gastkommentar
von Ankawor
 
 
Der "Super El Nino" führt nach Ansicht der Wetterfrösche in Kürze mit 100 % zu einer plötzlichen Erwärmung der Stratosphäre über dem Nordpol. Das führt zu einem Zusammenbruch des Polarwirbels, was den Weg für Kaltluft nach Europa frei macht, und zwar ungewöhnlich früh. Die sind sich ziemlich sicher darüber.

Gleichzeitig sind die Gasspeicher in Deutschland so leer wie "noch nie" zu dieser Jahreszeit, aber die Behörden sagen, das macht nichts. Die Gasterminals sind nur zu 30 % ausgelastet und es könnte noch viel mehr importiert werden, wenn es kalt wird.

Ich Laie denke dazu, ein Terminal ist schön, es muss aber auch jemand was anliefern! Und bisher kam ja das ganze russische Gas aus Yamal zu uns, was möglichst nicht erwähnt wurde. Aber Ende 2026 ist damit Schluss.

Ausführlicher Bericht von den Wetterfröschen, englisch, mit guten Erklärungen:

https://www.severe-weather.eu/global-weather/polar-vortex-split-record-early-stratosphe...

Dazu passend rief ein Minister aus Bayern jetzt auf, wer kann, solle sich einen Holzofen kaufen. Denn der wärme auch, wenn Strom oder Gas fehlen. Gefolgt von Protesten der Grünen.

Holz ist schlecht! Kohle auch. Öl auch. Gas auch. Atom auch.
 

Warum ist Papst Benedikt emeritiert oder gar desertiert? Die plausibelste aller Spekulationen

von Franz Lechner
 
 
Das offizielle Narrativ datiert den folgenschwersten Wendepunkt der modernen Kirchengeschichte auf den elften Februar 2013, den Tag, an dem Papst Benedikt der Sechzehnte vor dem Konsistorium überraschend seine Demission ankündigte und dafür schwindende körperliche und geistige Kräfte anführte. Wie die folgenden zehn Jahre zeigen sollten, entsprach diese Begründung nicht der Wahrheit. Hingegen verdichteten sich jedoch abseits der vatikanischen Verlautbarungen zeitgenössische Dokumente und zeitliche Abfolgen zu einer Indizienkette, die ein weitaus dramatischeres Szenario zeichnet, nämlich die gezielte finanzielle Strangulierung des Vatikans durch internationale Bankennetzwerke unter der Ägide der US-amerikanischen Obama-Administration. 
 
Im Zentrum dieser Geopolitik stand das weltweite Interbanken-Zahlungssystem SWIFT, das rechtlich belgischem Recht unterliegt, faktisch jedoch unter starkem Einfluss des US-Finanzministeriums steht. Um den Jahreswechsel 2012 und 2013 geriet die Vatikanstadt in eine beispiellose finanzielle Isolation, als die Deutsche Bank Italia im Auftrag der italienischen Zentralbank sämtliche Bankomat-Dienste auf dem Staatsgebiet des Vatikans sperrte. Offiziell wegen mangelnder Standards zur Bekämpfung von Geldwäsche war der Vatikan ab dem ersten Jänner 2013 finanziell vollständig gelähmt und die Vatikanbank IOR de facto vom globalen Zahlungsverkehr abge-schnitten. Dass diese Sperre exakt in eine Phase kirchenpolitischer Spannungen mit Washington fiel und nur wenige Stunden nach Benedikts Rücktrittsankündigung am zwölften Februar 2013 schlagartig wieder aufgehoben wurde, gilt Kritikern als Beleg für den Einsatz des SWIFT-Systems als erpresserische Waffe. 
 
Das Hauptargument aller Bestreiter einer solchen externen Erpressung beruht zwar auf dem Umstand, dass Benedikt selbst bis zu seinem Tod stets die absolute Freiwilligkeit seines Entschlusses betonte, doch erweist sich dieses Dementi unter den Prämissen des kanonischen Rechts und der Logik staatspolitischer Verantwortung als das Produkt einer unentrinnbaren Zwangslage. Hätte eine Erpressung stattgefunden, so konnte Benedikt gar nicht anders, als sie kategorisch zu bestreiten, da er erstens vor der Weltöffentlichkeit nicht hätte eingestehen können, das Konsistorium belogen zu haben. Zweitens hätte das Offenlegen der Erpressung den internationalen Druck auf die Kirche nicht neutralisiert, sondern von neuem reaktiviert. Drittens und schwerwiegendsterweise hätte dies zu einer kirchenrechtlichen Kernschmelze geführt, da gemäß Canon 332 Paragraph 2 des Codex Iuris Canonici ein päpstlicher Rücktritt nur dann gültig ist, wenn er frei geschieht. Ein Rücktritt unter erpresserischem Zwang wäre absolut nichtig gewesen, wodurch Benedikt im Amt verblieben und der im März 2013 gewählte Franziskus juristisch augenblicklich zum Gegenpapst degradiert worden wäre. Um die Weltkirche vor diesem institutionellen Chaos und einem Schisma zu bewahren, musste Benedikt bei seiner Geschichte bleiben, weshalb sein Dementi keinen historischen Wert besitzt. 
 
Die Annahme, er sei aus reiner Resignation oder Altersmüdigkeit geflohen, widerspricht zudem fundamental der Struktur seines Charakters. Gewiss war Joseph Ratzinger kein physischer Kämpfertyp vom Schlage eines Johannes Paul des Zweiten, der sein Martyrium bis zum letzten Atemzug inszenierte, sondern ein bayerischer Pflicht-ethiker. Wäre Johannes Paul II in eine derartige Ecke gedrängt worden, hätte er sich vermutlich mit der Wucht einer historischen Ikone dagegen gestemmt, den Kampf gesucht, die Mechanismen offengelegt und wäre von einem Apparat, der längst von internen Widerströmen und Karrieristen durchsetzt war, in den Chor der Öffent-lichkeit hinein als gebrochener, paranoider oder unzurechnungsfähiger Egomane dargestellt worden, während Benedikt XVI diesen heroischen, laut Lärm heischenden Weg des physischen Widerstands nie besaß noch gehen wollte, weil seine Natur die des leisen, leidenden Gelehrten und des demütigen Arbeiters im Weinberg des Herrn war, der den Skandal des offenen Krieges innerhalb der heiligen Mauern scheute wie das Feuer. 
 
Dennoch hat er sich im Ruhestand keineswegs in die komplette Resignation oder ins geistige Nirwana ver-abschiedet, sondern hielt in den Fragen, die seinem theologischen Gewissen als unantastbar galten, moralisch und geistig die Stellung, was sich besonders in seinem Zusammenwirken mit Kardinal Robert Sarah und dem gemeinsamen Buch zur Verteidigung des Priesterzölibats im Angesicht der Reformbestrebungen der Amazonas-Synode zeigte, womit er wie ein aus der Tiefe des Raumes agierender Wächter des Dogmas wirkte, der dem amtierenden Pontifex unmissverständlich in die Suppe spuckte. Er blieb auf eine eigentümliche, fast symbolische Weise auch in seiner Rolle verhaftet und legte den Titel des Papstes nie völlig ab, denn statt nach seinem Rücktritt im Februar 2013 wieder zum einfachen Kardinal Joseph Ratzinger zu werden, behielt er den weihevollen Titel eines Papstes emeritus, trug weiterhin die weiße Soutane ohne die Mozzetta, behielt den päpstlichen Doppel-namen Benedikt bei und erteilte seinen Segen mit apostolischer Autorität, wodurch er sich selbst im Status des Rücktritts eine spirituelle Präsenz bewahrte, die von den Gläubigen als fortwährende geistliche Gegenwartsform eines nicht gänzlich abgelegten Amtes verstanden wurde.
Diese beispiellose Entscheidung war ein kanonisch völlig unvorbereiteter, kirchenrechtlicher Grenzfall, der das Gefüge des vatikanischen Protokolls von Grund auf erschütterte und zur fast unheimlichen optischen Wahr-nehmung führte, dass es nun auf einmal zwei Männer in Weiß im Vatikan gab. Alles dies, samt der Beibehaltung des päpstlichen Wappens, passte nicht in das traditionelle Schema eines reinen Rücktritts, sondern schufe eine hybride, im kanonischen Recht nicht definierte Zwischenwelt, in der das Amt des Petrus von einer aktiven Ausübung in eine rein kontemplative, aber symbolisch anwesende Existenzform überführt wurde. Kritiker und Theologen wiesen immer wieder darauf hin, dass der Codex Juris Canonici zwar den Amtsverzicht eines Papstes regelt, aber eben mit keinem Wort einen Papst emeritus vorsieht, wodurch diese frei gewählte Formel des emeritierten Papsttums zu einem gewollten oder ungewollten Schild wurde, das jene doppelte Realität konservierte, die den traditionalistischen und konservativen Flügel der Kirche über seinen Tod hinaus als Orientierungspunkt diente.
Auch in dieser Diffusität oder Ambivalenz liegt eine tiefe Tragik dieser historischen Gestalt, die im heroischen Versuch, die Institution vor dem finanziellen Ruin zu bewahren, durch ein erzwungenes Opfer genau jenen Kräften die Schleusen öffnete, die er zeit seines Lebens bekämpft hatte, und so den Weg für einen Nachfolger freimachte, dessen theologische Ausrichtung er im tiefsten Inneren als zerstörerisch ansehen musste.
 

November

 
.... mit einem Lächeln begrüßen. Gar keine schlechte Idee! Unser Leben ist doch ohnehin schon düster genug ...
 


Samstag, 31. Oktober 2026

Turn Around

by  Meme Dept. 


Ein echtes „Schatzerl“ halt

von Manfred Müller
 
 
Eliyahu Mali – ein Rabbi, wie er im Buch ... nein: wie er im Buch der Bücher steht! Mit Wahrheiten, die einen langen Bart haben: „Kill them all!“ Da geht einem doch gleich das Herz auf bei so einer geballten Ladung Menschfreundlichkeit...
 
 
 

Wer spaltet was oder wen?

von LePenseur
 
 
... fragt sich, etwas fassungslos, Dr. Klaus Woltron in seinem jüngsten Blogartikel über die salbungsvollen Appelle des österreichischen Bundespräsidenten aus Anlaß des Nationalfeiertags:

„Wir lassen uns nicht spalten!“

predigte Alexander van der Bellen am Nationalfeiertag. Es geschah nicht zum ersten Mal, und richtete sich unausgesprochen stets vorwurfsvoll an die rechte Seite des politischen Spektrums. Man gewöhnte sich an die präsidiale Spaltungserzählung: Schließlich ist ja alles gespalten im Lande, hört man ins Parlament, in die Nachrichten und, besonders grell, in die Sozialen Medien hinein. Das wirft beim nachdenklichen Bürger aber Fragen auf.

  • Zum Ersten: Wer ist „Wir“? Sind das alle Menschen, die in Österreich leben, oder die österreichischen Staatsbürger? Die Christen, Mohammedaner, Juden und Heiden? Sozialisten, Türkise, Blaue und Rechtsextreme? Linksextreme, Grüne und NEOS? Der Herr Bundespräsident definiert mit „Wir“ jedenfalls die Gesamtheit der in Österreich Aufhältigen und übergeht großzügig die bestehenden Trennlinien- s. weiter unten.
  • Zum Zweiten: Wer trägt die Verantwortung für die trennenden Unterschiede? Ein bösartiger Keil? Oder die Summe der Gespaltenen insgesamt? Vielleicht gar jene, die sich, angeführt vom einst grünen und zuwanderungsbegeisterten Präsidenten über die Klüfte in der Gesellschaft erregen? Bezeichnendes Zitat van der Bellens vom 24. März 2017:

„[…] wo wir alle Frauen bitten müssen, ein Kopftuch zu tragen. Alle, als Solidarität gegenüber jenen, die es aus religiösen Gründen tun“.

Nachstehend wird die versteckte Schuldzuweisung in der präsidialen Predigt auf einen sachlichen Prüfstand gestellt. Dabei wird sich herausstellen, dass es sich um eine billige, leicht durchschaubare einseitige politische Positionierung und nicht um die Einsicht eines „Weisen Staatenlenkers“ (Friedrich v. Wieser) handelt.
 Grandios auf den Punkt gebracht! Chapeau! Touché!

Freitag, 30. Oktober 2026

Revolution

by  Meme Dept.