Mittwoch, 4. November 2026

Pepe Escobar : Brazil Defeated the Mother of All Hybrid Wars

von kennerderlage
 
 
Ein ebenso interessanter wie eloquenter Gast bei Prof. Diesen: der brasilianische Investigativjournalist spricht Klartext zur Wahl in Brasilien und die Verwicklung der US-Administration in diese Wahl:
 
 
Ein wichtiger Punkt, der in den Medien kaum thematisiert wurde, wird am folgenden Kommentarposting deutlich:
For the time being, Lula da Silva winning his re election has stopped the total Israelification of South America by the US and Israel. It was blatantly obvious for anyone to see this was the agenda.

Wer den Hintergrund von Javier Milei bedenkt, wird verstehen, was dieser Fehlschlag aus Sicht der Trump-Administration bedeutet.

 

 
 

Dienstag, 3. November 2026

You Can Choose...

by  Meme Dept. 


Trita Parsi : Nuclear Strike on Iran After Trump Humiliation in the Midterms ?

von kennerderlage
 
 
Prof. Glenn Diesen interviewte gestern Trita Parsi, Executive Vice President, Quincy Institute for Responsible Statecraft zu den erwartbaren Entwicklungen im Krieg der USA und Israels gegen den Iran nach einem wahrscheinlichen Misserfolg der Trump-Administration bei den Midterm Elections:
 
 
 
Kapitel:
00:00 Trita Parsi on the midterms and Iran war risks 
01:02 How a congressional shift could change Trump’s calculations  
05:56 What a third round of fighting could involve  
10:49 Could Israel strike Iran, and what could follow?  
15:48 Iran’s warning of no red lines and a wider theater  
21:15 When European defensive support becomes participation  
23:05 Russia, China, and Iran’s air-defense preparations  
25:07 JD Vance’s letter and the opening for diplomacy  
31:05 Vance’s anti-war constituency and White House divisions  
35:42 How internal disputes could derail a deal  
38:59 The blockade, oil revenues, and the proposed short-term MOU 

Der Schriftsteller August Winnig

von LePenseur
 
 
... der heute leider so gut wie völlig in Vergessenheit geraten ist, ist heute vor 70 Jahren gestorben. Vor zehn Jahren war auf diesem Blog eine ausführliche Würdigung seines Schaffens und seiner Person zu lesen, zu deren (Wieder-)Lektüre die geneigten Leser dieses Blogs herzlich eingeladen sind:
In memoriam August Winnig
 
Heute vor sechzig Jahren, am 3. November 1956, ist der deutsche Gewerkschafter, Politiker und Schriftsteller August Winnig zu Bad Nauheim gestorben. Die äußeren Lebensdaten gibt Wikipedia halbwegs erschöpfend, die gewohnten Seitenhiebe auf die Zeit zwischen 1933 und 1945 erfolgen sogar in vergleichsweise zurückhaltender Form: offenbar will man einem ehe-maligen Sozen doch nicht zu sehr ans Bein pinkeln …

Nur im Abschnitt „Zitate“ tobt man sich aus: da werden aus einem mehrtausendseitigen Gesamtwerk gerade mal vier Zitate gebracht, von denen drei … ähm … seltsamerweise nur eine einzige Seite Winnigs beleuchten wollen: den Krypto-Nazi und unverbesserlichen Antisemiten. Das vierte (und recht lange, daher von den meisten kaum zur Gänze gelesene) besagt zwar das Gegenteil — doch „man merkt die Absicht und ist verstimmt“: auch die drei „griffigen“ Zitate „stimmen“ zwar, aber sie sind ohne ihren Zusammenhang, und eben auch ohne die hundertfach (!) möglichen, völlig anderen Zitate ausgewählt, die Winnig (und auch diese seine Zitate) in ganz anderem Licht zeigen würden. Das ist etwa so „objektiv“, wie wenn man in einem Artikel über Goethe nur sein sattsam bekanntes Diktum aus dem „Götz von Berlechingen“ brächte, und anhand dessen insinuieren wollte, Goethe wäre eben doch bloß ein Fäkaldichter gewesen … 
Einige Jahre zuvor wurde über ihn hier auch unter dem Aspekt des Begriffs "Europäertum" gehandelt und in meinem Gedenkartikel über Generalfeldmarschall August v. Mackensen wird er mit einem Zitat erwähnt.
 
August Winnigs Werke seien jedenfalls in ihrer ziemlich einzigartigen Mischung aus politischem Zeit-zeugnis und poetischer Autobiographie zur Lektüre empfohlen, über die ich seinerzeit schrieb:
[...] was kann uns August Winnig heute noch sagen? Zunächst als Dichter: hier gibt es wenig erfrischendere Lektüren als die Reihe seiner autobiographischen Schriften. Frührot. Ein Buch von Heimat und Jugend (1919) und Das Buch Wanderschaft, Winnigs Erlebnisse als Maurergeselle (1941), bezaubern durch ihre lebendige Darstellung des heranreifenden Autors und seiner Zeit. Der weite Weg (1932) und Heimkehr (1935) berichten von Winnigs Tätigkeit als Gewerkschafter, als Reichsgesandter im Baltikum und als Oberpräsident Ostpreußens bis zum Kapp-Putsch: es gibt nicht viele Werke, die eine an sich doch eher trockene Materie mit so großer innerer Spannung erfüllen können, und sind turmhoch über landläufiger Memoiren-literatur angesiedelt! 
Leseempfehlung für diesen ebenso stilsicheren wie charaktervollen Autor! 
 

Montag, 2. November 2026

Apocalyse ... Now ?

by  Meme Dept. 


Das eitle Verderben: Wie das Bürgertum seine eigenen Henker applaudiert – Teil 1

von Franz Lechner
 
Beim Blättern in Alja Rachmanowas Tagebuch „Studenten, Liebe, Tscheka und Tod“ stieß ich soeben auf eine Szene im sibirischen Irkutsk des Jahres 1919, die einem beim Lesen wie ein eiskalter Schauer der Gegenwärtigkeit den Rücken hinunterläuft. Rachmanowa beschreibt dort jene wohlbehüteten, hübschen Studentinnen, die tief im sicheren Hinterland sitzen und voller Hochmut und Verachtung auf jene Flüchtlinge blicken, die vor dem realen Terror der Bolschewiki aus dem Westen geflohen sind. Diese jungen Frauen, bar jeder Lebenserfahrung, aber vollgepumpt mit dem süßen Gift der radikalen Salon-Ideologie, hielten sich für die Avantgarde des Fortschritts. Sie merkten in ihrer monumentalen Hirnlosigkeit nicht einmal, dass sie genau jene Kräfte herbeisehnten, die sie wenig später selbst verschlingen würden.
Diese historische Szene ist kein verstaubtes Relikt, sondern die exakte Blaupause für das bürgerliche Versagen unserer Tage. Gut, Studenten waren historisch schon immer anfällig für linke Utopien, aber die heutige, flächen-deckende Kapitulation des Bildungsbürgertums besitzt eine ganz neue Qualität an intellektueller Kastration. Dahinter steckt ein genialer, historischer Strategiewechsel. Als die Denker der Frankfurter Schule erkannten, dass die klassische Arbeiterklasse in Europa für die sozialistische Weltrevolution ausfiel – weil der gemeine Arbeiter schlicht zu bodenständig, zu pragmatisch und im Kern zu christlich geblieben war –, verlagerten sie das Ziel-gebiet. Das Bürgertum selbst wurde zur primären Zielklasse erkoren. Der Köder, der ausgeworfen wurde, hieß „Toleranz“, später auch „Haltung“ und, sowieso, „Weltoffenheit“.
Es erwies sich als soziologisches Gesetz, dass die Anfälligkeit für mediale Propaganda und ideologische Gehirnwäsche linear mit dem Grad der formalen Bildung steigt. Je akademischer der Titel, desto ausgeprägter die bürgerliche Eitelkeit und der neurotische Drang, um jeden Preis „schick“, modern und auf der vermeintlich richtigen Seite zu stehen. Denn das Bürgertum ist heute keine wehrhafte Gesinnung mehr, sondern eine reine Lebensform, die sich über Status, Konsum und vor allem über sozialen Gruppenzwang definiert.
Aus diesem sozialen Gruppenzwang erwächst ein monumentaler Selbstbetrug, der sich täglich in den Salons und Einfamilienhaus-Siedlungen abspielt. Man flüstert hinter vorgehaltener Hand, dass ein Herbert Kickl in Österreich oder eine AfD in Deutschland in fast allen Sachfragen – von der unkontrollierten Migration bis zum ökonomi-schen Selbstmord – vollkommen recht haben. Doch im selben Atemzug setzt der bürgerliche Abwehrmechanismus ein: „ICH KANN doch nicht FPÖ wählen, ich doch nicht!" Lieber opfert man das eigene Land und die Zukunft der eigenen Kinder auf dem Altar der sozialen Konformität, als das Risiko einzugehen, um nicht nur im Golfclub oder am Döblinger Stammtisch, sondern bloß vor sich selber als „rechts“ deklassiert zu werden.
(Fortsetzung folgt)
 

Zur Aufgabe der Schweizer Neutralität: Die letzte Bastion der Freiheit in Europa ist gefallen

von LePenseur
 
 
Einfach mal nachdenken, was sich da im Oktober getan hat ... das neutrale Land der ganzen Welt, nämlich die Schweiz, lehnt durch seine Stimmbürger faktisch die Weiterführung seiner seit dem Ende Napoleons in den Beschlüssen des Wiener Kongresses festgelegten und garantierten Neutralität ab. Hierzu ein nachdenklich machender Artikel von Hans-Jürgen Geese bei Anderwelt:
Was ist Ehre? Was ist Moral? Was ist Gerechtigkeit? Wenn alles gesagt ist, was zählt am Ende? Was waren die Werte unserer Väter, unseres Stammes, unseres Volkes? Wofür haben unsere Vorfahren gelebt? Für uns? Und was ist aus uns geworden? Wollen wir wirklich alle so werden wie die Amerikaner? Wirklich?

Die amerikanische Regierung schloss über 400 Verträge mit den Stämmen der Indianer. 374 wurden offiziell vom Kongress ratifiziert. Nicht ein einziger dieser Verträge wurde je von der amerikanischen Regierung voll erfüllt. Nicht einer!

Dann, im Jahre 1890, erklärte die Regierung die Eroberung des „wilden Westens“ als vollendet. Das Massaker von Wounded Knee, im Dezember 1890, unterwarf den letzten Widerstand der Ureinwohner. Konnte jetzt Frieden herrschen?

Nein, denn ab dem Jahre 1898 richtete sich die Politik der amerikanischen Regierung auf die Eroberung von Gebieten jenseits des eigenen Kontinentes aus. In jenem Jahr 1898 allein vereinnahmten die U.S.A. Kuba, die Philippinen, Puerto Rico, Guam und erklärten auch Hawaii formell als den U.S.A. zugehörig. Frieden?

Nein. Im Ersten und Zweiten Weltkrieg hielten sich die Amerikaner in Europa zwar zunächst zurück. Sie überließen das große Sterben den Europäern. Erst in der Schlussphase tauchten sie stets mit ihren Menschenmassen und neuen Waffen auf, um den Krieg für sich zu entscheiden. 1945 waren die Amerikaner die unumschränkten Herrscher auf Erden. Lediglich das widerspenstige Land mit Namen Sowjetunion wollte sich nicht fügen. Auf Nachfrage erhielt man aus Washington über die Jahre stets die gleiche Antwort: „Wir arbeiten daran.“ Jetzt an Russland. Das gilt bis heute, selbst nach Ende des kalten Krieges. Frieden?

Nein. Die Amerikaner schufen sich eine Reihe von internationalen Organisationen, die vor allem der Kontrolle der Europäer und als Waffe gegenüber Drittstaaten dienen sollten. Wir wollen uns hier mit der NATO beschäftigen.

Nach dem Beitritt von Schweden und Finnland gehören von den größeren Ländern in Europa (abgesehen von Liechtenstein, Andorra etc.) nur noch Irland, Österreich, die Schweiz und Serbien nicht der NATO an. Für alle vier Länder gilt die gleiche obige Aussage, jetzt seitens NATO/U.S.A.: „Wir arbeiten daran“.

Die zu Beginn des verlinkten Artikels angesprochene „Ehre“ läßt mich an eines der weisen Altergedichte von Theodor Fontane denken:

  Es kann die Ehre dieser Welt
  Dir keine Ehre geben,
  Was dich in Wahrheit hebt und hält,
  Muß in dir selber leben. 

In den Schweizer Stimmbürgern lebt sie offensichtlich nicht mehr. Hans-Jürgen Geese schreibt mit merklichem Dégoût:

... von Ehre ist auch in der Schweiz heute nicht mehr viel übrig geblieben. Dukatenscheißer sind das, Materialisten, Kleingeister, moralische Armleuchter wie in anderen deutschen Landen, die sich von primitiven Propagandisten einschüchtern lassen. 

Ja, darin ist ihm wohl zuzustimmen! Die der Demokratie innewohnende selbstzerstörende Kraft, die immer fragwürdigere Gestalten in Leitungspositionen schwemmt, wurde schon in der Antike beklagt. In der heute unverkennbaren Dekadenz unserer Gesellschaft brechen die Eiterbeulen der Korruption, des „Netzwerkens“, des Lobbyismus' auf und verführen den Wahlpöbel (den man schwerlich anders nennen kann) dazu, nach der geschickt alles und immer penetrierenden Propagandamaschine der Systemmedien die Ehre, die Freiheit und die rechtliche Anständigkeit für das Linsengericht eines scheinbar profibalen, in Wirklichkeit aber bloß feig-konformistischen Mitmachens aufzugeben.
 

Sonntag, 1. November 2026

El Nino - Polarwirbel - Kälte - Gasspeicher

Gastkommentar
von Ankawor
 
 
Der "Super El Nino" führt nach Ansicht der Wetterfrösche in Kürze mit 100 % zu einer plötzlichen Erwärmung der Stratosphäre über dem Nordpol. Das führt zu einem Zusammenbruch des Polarwirbels, was den Weg für Kaltluft nach Europa frei macht, und zwar ungewöhnlich früh. Die sind sich ziemlich sicher darüber.

Gleichzeitig sind die Gasspeicher in Deutschland so leer wie "noch nie" zu dieser Jahreszeit, aber die Behörden sagen, das macht nichts. Die Gasterminals sind nur zu 30 % ausgelastet und es könnte noch viel mehr importiert werden, wenn es kalt wird.

Ich Laie denke dazu, ein Terminal ist schön, es muss aber auch jemand was anliefern! Und bisher kam ja das ganze russische Gas aus Yamal zu uns, was möglichst nicht erwähnt wurde. Aber Ende 2026 ist damit Schluss.

Ausführlicher Bericht von den Wetterfröschen, englisch, mit guten Erklärungen:

https://www.severe-weather.eu/global-weather/polar-vortex-split-record-early-stratosphe...

Dazu passend rief ein Minister aus Bayern jetzt auf, wer kann, solle sich einen Holzofen kaufen. Denn der wärme auch, wenn Strom oder Gas fehlen. Gefolgt von Protesten der Grünen.

Holz ist schlecht! Kohle auch. Öl auch. Gas auch. Atom auch.
 

Warum ist Papst Benedikt emeritiert oder gar desertiert? Die plausibelste aller Spekulationen

von Franz Lechner
 
 
Das offizielle Narrativ datiert den folgenschwersten Wendepunkt der modernen Kirchengeschichte auf den elften Februar 2013, den Tag, an dem Papst Benedikt der Sechzehnte vor dem Konsistorium überraschend seine Demission ankündigte und dafür schwindende körperliche und geistige Kräfte anführte. Wie die folgenden zehn Jahre zeigen sollten, entsprach diese Begründung nicht der Wahrheit. Hingegen verdichteten sich jedoch abseits der vatikanischen Verlautbarungen zeitgenössische Dokumente und zeitliche Abfolgen zu einer Indizienkette, die ein weitaus dramatischeres Szenario zeichnet, nämlich die gezielte finanzielle Strangulierung des Vatikans durch internationale Bankennetzwerke unter der Ägide der US-amerikanischen Obama-Administration. 
 
Im Zentrum dieser Geopolitik stand das weltweite Interbanken-Zahlungssystem SWIFT, das rechtlich belgischem Recht unterliegt, faktisch jedoch unter starkem Einfluss des US-Finanzministeriums steht. Um den Jahreswechsel 2012 und 2013 geriet die Vatikanstadt in eine beispiellose finanzielle Isolation, als die Deutsche Bank Italia im Auftrag der italienischen Zentralbank sämtliche Bankomat-Dienste auf dem Staatsgebiet des Vatikans sperrte. Offiziell wegen mangelnder Standards zur Bekämpfung von Geldwäsche war der Vatikan ab dem ersten Jänner 2013 finanziell vollständig gelähmt und die Vatikanbank IOR de facto vom globalen Zahlungsverkehr abge-schnitten. Dass diese Sperre exakt in eine Phase kirchenpolitischer Spannungen mit Washington fiel und nur wenige Stunden nach Benedikts Rücktrittsankündigung am zwölften Februar 2013 schlagartig wieder aufgehoben wurde, gilt Kritikern als Beleg für den Einsatz des SWIFT-Systems als erpresserische Waffe. 
 
Das Hauptargument aller Bestreiter einer solchen externen Erpressung beruht zwar auf dem Umstand, dass Benedikt selbst bis zu seinem Tod stets die absolute Freiwilligkeit seines Entschlusses betonte, doch erweist sich dieses Dementi unter den Prämissen des kanonischen Rechts und der Logik staatspolitischer Verantwortung als das Produkt einer unentrinnbaren Zwangslage. Hätte eine Erpressung stattgefunden, so konnte Benedikt gar nicht anders, als sie kategorisch zu bestreiten, da er erstens vor der Weltöffentlichkeit nicht hätte eingestehen können, das Konsistorium belogen zu haben. Zweitens hätte das Offenlegen der Erpressung den internationalen Druck auf die Kirche nicht neutralisiert, sondern von neuem reaktiviert. Drittens und schwerwiegendsterweise hätte dies zu einer kirchenrechtlichen Kernschmelze geführt, da gemäß Canon 332 Paragraph 2 des Codex Iuris Canonici ein päpstlicher Rücktritt nur dann gültig ist, wenn er frei geschieht. Ein Rücktritt unter erpresserischem Zwang wäre absolut nichtig gewesen, wodurch Benedikt im Amt verblieben und der im März 2013 gewählte Franziskus juristisch augenblicklich zum Gegenpapst degradiert worden wäre. Um die Weltkirche vor diesem institutionellen Chaos und einem Schisma zu bewahren, musste Benedikt bei seiner Geschichte bleiben, weshalb sein Dementi keinen historischen Wert besitzt. 
 
Die Annahme, er sei aus reiner Resignation oder Altersmüdigkeit geflohen, widerspricht zudem fundamental der Struktur seines Charakters. Gewiss war Joseph Ratzinger kein physischer Kämpfertyp vom Schlage eines Johannes Paul des Zweiten, der sein Martyrium bis zum letzten Atemzug inszenierte, sondern ein bayerischer Pflicht-ethiker. Wäre Johannes Paul II in eine derartige Ecke gedrängt worden, hätte er sich vermutlich mit der Wucht einer historischen Ikone dagegen gestemmt, den Kampf gesucht, die Mechanismen offengelegt und wäre von einem Apparat, der längst von internen Widerströmen und Karrieristen durchsetzt war, in den Chor der Öffent-lichkeit hinein als gebrochener, paranoider oder unzurechnungsfähiger Egomane dargestellt worden, während Benedikt XVI diesen heroischen, laut Lärm heischenden Weg des physischen Widerstands nie besaß noch gehen wollte, weil seine Natur die des leisen, leidenden Gelehrten und des demütigen Arbeiters im Weinberg des Herrn war, der den Skandal des offenen Krieges innerhalb der heiligen Mauern scheute wie das Feuer. 
 
Dennoch hat er sich im Ruhestand keineswegs in die komplette Resignation oder ins geistige Nirwana ver-abschiedet, sondern hielt in den Fragen, die seinem theologischen Gewissen als unantastbar galten, moralisch und geistig die Stellung, was sich besonders in seinem Zusammenwirken mit Kardinal Robert Sarah und dem gemeinsamen Buch zur Verteidigung des Priesterzölibats im Angesicht der Reformbestrebungen der Amazonas-Synode zeigte, womit er wie ein aus der Tiefe des Raumes agierender Wächter des Dogmas wirkte, der dem amtierenden Pontifex unmissverständlich in die Suppe spuckte. Er blieb auf eine eigentümliche, fast symbolische Weise auch in seiner Rolle verhaftet und legte den Titel des Papstes nie völlig ab, denn statt nach seinem Rücktritt im Februar 2013 wieder zum einfachen Kardinal Joseph Ratzinger zu werden, behielt er den weihevollen Titel eines Papstes emeritus, trug weiterhin die weiße Soutane ohne die Mozzetta, behielt den päpstlichen Doppel-namen Benedikt bei und erteilte seinen Segen mit apostolischer Autorität, wodurch er sich selbst im Status des Rücktritts eine spirituelle Präsenz bewahrte, die von den Gläubigen als fortwährende geistliche Gegenwartsform eines nicht gänzlich abgelegten Amtes verstanden wurde.
Diese beispiellose Entscheidung war ein kanonisch völlig unvorbereiteter, kirchenrechtlicher Grenzfall, der das Gefüge des vatikanischen Protokolls von Grund auf erschütterte und zur fast unheimlichen optischen Wahr-nehmung führte, dass es nun auf einmal zwei Männer in Weiß im Vatikan gab. Alles dies, samt der Beibehaltung des päpstlichen Wappens, passte nicht in das traditionelle Schema eines reinen Rücktritts, sondern schufe eine hybride, im kanonischen Recht nicht definierte Zwischenwelt, in der das Amt des Petrus von einer aktiven Ausübung in eine rein kontemplative, aber symbolisch anwesende Existenzform überführt wurde. Kritiker und Theologen wiesen immer wieder darauf hin, dass der Codex Juris Canonici zwar den Amtsverzicht eines Papstes regelt, aber eben mit keinem Wort einen Papst emeritus vorsieht, wodurch diese frei gewählte Formel des emeritierten Papsttums zu einem gewollten oder ungewollten Schild wurde, das jene doppelte Realität konservierte, die den traditionalistischen und konservativen Flügel der Kirche über seinen Tod hinaus als Orientierungspunkt diente.
Auch in dieser Diffusität oder Ambivalenz liegt eine tiefe Tragik dieser historischen Gestalt, die im heroischen Versuch, die Institution vor dem finanziellen Ruin zu bewahren, durch ein erzwungenes Opfer genau jenen Kräften die Schleusen öffnete, die er zeit seines Lebens bekämpft hatte, und so den Weg für einen Nachfolger freimachte, dessen theologische Ausrichtung er im tiefsten Inneren als zerstörerisch ansehen musste.
 

November

 
.... mit einem Lächeln begrüßen. Gar keine schlechte Idee! Unser Leben ist doch ohnehin schon düster genug ...
 


Samstag, 31. Oktober 2026

Turn Around

by  Meme Dept. 


Ein echtes „Schatzerl“ halt

von Manfred Müller
 
 
Eliyahu Mali – ein Rabbi, wie er im Buch ... nein: wie er im Buch der Bücher steht! Mit Wahrheiten, die einen langen Bart haben: „Kill them all!“ Da geht einem doch gleich das Herz auf bei so einer geballten Ladung Menschfreundlichkeit...
 
 
 

Wer spaltet was oder wen?

von LePenseur
 
 
... fragt sich, etwas fassungslos, Dr. Klaus Woltron in seinem jüngsten Blogartikel über die salbungsvollen Appelle des österreichischen Bundespräsidenten aus Anlaß des Nationalfeiertags:

„Wir lassen uns nicht spalten!“

predigte Alexander van der Bellen am Nationalfeiertag. Es geschah nicht zum ersten Mal, und richtete sich unausgesprochen stets vorwurfsvoll an die rechte Seite des politischen Spektrums. Man gewöhnte sich an die präsidiale Spaltungserzählung: Schließlich ist ja alles gespalten im Lande, hört man ins Parlament, in die Nachrichten und, besonders grell, in die Sozialen Medien hinein. Das wirft beim nachdenklichen Bürger aber Fragen auf.

  • Zum Ersten: Wer ist „Wir“? Sind das alle Menschen, die in Österreich leben, oder die österreichischen Staatsbürger? Die Christen, Mohammedaner, Juden und Heiden? Sozialisten, Türkise, Blaue und Rechtsextreme? Linksextreme, Grüne und NEOS? Der Herr Bundespräsident definiert mit „Wir“ jedenfalls die Gesamtheit der in Österreich Aufhältigen und übergeht großzügig die bestehenden Trennlinien- s. weiter unten.
  • Zum Zweiten: Wer trägt die Verantwortung für die trennenden Unterschiede? Ein bösartiger Keil? Oder die Summe der Gespaltenen insgesamt? Vielleicht gar jene, die sich, angeführt vom einst grünen und zuwanderungsbegeisterten Präsidenten über die Klüfte in der Gesellschaft erregen? Bezeichnendes Zitat van der Bellens vom 24. März 2017:

„[…] wo wir alle Frauen bitten müssen, ein Kopftuch zu tragen. Alle, als Solidarität gegenüber jenen, die es aus religiösen Gründen tun“.

Nachstehend wird die versteckte Schuldzuweisung in der präsidialen Predigt auf einen sachlichen Prüfstand gestellt. Dabei wird sich herausstellen, dass es sich um eine billige, leicht durchschaubare einseitige politische Positionierung und nicht um die Einsicht eines „Weisen Staatenlenkers“ (Friedrich v. Wieser) handelt.
 Grandios auf den Punkt gebracht! Chapeau! Touché!

Freitag, 30. Oktober 2026

Revolution

by  Meme Dept. 


Von den Widersprüchen unserer Zeit - Teil 2

von Helmut
 

2.) Zum Thema Nachrichten:

Alles, was auf der Welt passiert, zumindest das meiste, wird von den Medien kolportiert und den Leuten dadurch nahegebracht. Wer erkannt hat, dass die meisten Medien von den Mächtigen der Welt gesteuert werden und deshalb nur das in der entsprechenden Form publizieren, was deren Geldgeber zum Vorteil gereicht, der ist schon einen klaren Schritt voraus. Aber es sind im Vergleich zur gläubigen Leserschaft nur wenige, die dieses System erkannt haben. Die meisten glauben einfach nur das, „was in der Zeitung steht“.

Reinhard Mey hat es in einem Lied so treffend beschrieben:

Natürlich kommen die wichtigsten Medien da noch dazu, nämlich TV und Internet, zumal die Zeitungsleser prozentual gesehen auf der Talfahrt sind. Aber es gibt noch eine weitere Kraft, die die Vorstellungen der Regierenden unter ihre Anhänger bringen, und verwenden dazu ihren Einfluss. 

Damit meine ich die Kirchen, vor allem die evangelische und die katholische. Allerdings ist die evangelische Kirche da vorrangig, was die Beeinflussung ihrer Schäfchen betrifft:




Nun stelle ich schon seit längerer Zeit die Metaphorik bei Diskussionen in der Bevölkerung fest, die sich zunehmend auf eine verletzende, kompromisslose oder konfrontative Ebene begibt. Eine noch hinnehmbare Art der Diskussion in der denotativen Form artet zunehmend in eine konnotative Form aus. Das Prinzip der gegenseitigen Akzeptanz, auch beim sog. „Anders-denkenden“, verschwindet zusehends. Dieser Spruch gehört schon zu den Auslaufmodellen:


Die Gründe für diese Entwicklung sind vielschichtig. Ein erheblicher Grund liegt mit Sicherheit in der Uninformiertheit der Bevölkerung, beginnend mit der nicht vorhandenen Kenntnis der Geschichte. Dazu kommt die oft nicht vorhandene Bereitschaft, über eine Nachricht nachzu-denken und diese „neue Meldung“ auch über andere Medien zu recherchieren. Außerdem spielt noch die Vorstellung von der Anständigkeit in der Politik eine Rolle, wobei der einfache Mensch einfach nicht glauben will oder kann, dass derart Ungeheuerliches „von oben“ diktiert und in die Tat umgesetzt wird.

Ich bin mit Sicherheit kein Anhänger der Sozialdemokraten, aber meiner Meinung nach sind die letzten Vertreter der Politik, die in Deutschland und Österreich früher Kanzler waren, und für die das Wort „Anständigkeit“ noch eine Relevanz hatte, schon längere Zeit verstorben. Damit meine ich Helmut Schmidt und Bruno Kreisky.

Es ist sehr verführerisch, sich irgendeiner Meinung anzuschließen, die man hört oder die einem vorgesagt wird. Bequem, und man spart sich die Zeit des Recherchierens — und vor allem des Nachdenkens:



Das alles führt dazu, dass viele Menschen fest daran glauben, dass bei 9/11 die Hochhäuser durch ein Flugzeugunglück eingestürzt sind, dass der Mossad nichts davon gewusst hat, als die Hamas ihren Anschlag auf Israel vorbereitet hat, usw. Dass eine Regierung bereit ist, tausende ihrer Mitbürger für eine Strategie zu opfern, das will oftmals nicht in die Köpfe der Leute hinein.

Viele glauben auch heute noch an den Grund der Kriege der USA und der NATO, um in den angegriffenen Ländern eine Demokratie einzuführen. Dass der eigentliche Grund nur der Zugriff auf die Bodenschätze war, vor allem das Erdöl, das erscheint vielen als utopisch. Die Beispiele dafür beginnen mit Irak, Libyen, Iran, etc. und enden mit Venezuela. Auch das aktuelle Beispiel von der Ukraine beruht auf den Interessen der USA, natürlich auch von den Angehörigen und engsten Vertrauten der Regierung. Hunter Biden mit seinen Aktivitäten in der Ukraine ist ein treffendes Beispiel.

Am Unglaublichsten ist die Beobachtung von der politischen Wende in Mitteleuropa, vor allem in Deutschland und Österreich. Früher unterstellte man den Rechtsgerichteten die Kampfbereit-schaft, man verglich das ja mit der braunen Ära. Heute sind diejenigen, die als „rechts“ bezeichnet werden, die Initiatoren und Verfechter für Frieden, wie z.B. die AfD und die FPÖ. Die Parteien aber, die in ihren Programmen das christliche Element verankert haben, wie z. B. die CDU und die ÖVP, unterstützen den Krieg, wie man am Beispiel der Ukraine gut erkennen kann. Bei den Grünen, die sich ja bei der Gründung als Pazifisten dargestellt haben, ist der Wechsel zur Kriegspartei noch drastischer.

Dass vieles, was uns als „wichtig“ vorgegeben wird, nur als Ablenkung von den eigentlichen Zielen der Regierung dient, wenn nicht sogar der Verschleierung der Inkompetenz und der ständigen Fehlentscheidungen, wird am wenigsten wahrgenommen. Man verwendet dafür die Themen wie Corona, Klimawechsel, etc. etc. Das Volk muss in Angst gehalten werden, dazu soll es verarmen und ins Hamsterrad des täglichen Überlebenskampfes getrieben werden. Nur so kann man verhindern, dass die Leute beginnen, nachzudenken und sich ein wirksamer Protest formiert.

Aber wenn ich die Leute so beobachte und dazu auch so manche Wahlergebnisse, dann komme ich zum Schluss, dass diese Methode immer noch funktioniert. Derzeit zumindest.
 

Wer hätte das gedacht?

von LePenseur
 
 
Hadmut Danisch berichtet:
 
„Das Young Global Leader Programm ist ein CIA-Laden“
 
Wissen wir eh! Das konnte sich im Grunde ein jeder an den Daumen einer Hand abzählen ... aber lesenswert ist der restliche Artikel, weil da ein paar Anmerkungen zu weiteren Personen und Organisationen fallen, die vielleicht nicht jeder so auf dem Schirm hatte. Daher sollten Sie nach

Na, sowas aber auch. Die wurden uns alle von der CIA ins Fell gedrückt.

Gut, da kann man jetzt einwenden, dass da zwar ein Video dabei ist, in dem der Enkel von Charles de Gaulle das sagt, was ja noch kein Beweis ist.

Aber ich halte das für sehr plausibel und war ja vorher schon der Auffassung, dass das WEF und sein Young Global Leaders Programm von der CIA gesteuert werden. Und dass die von Soros gesteuert und finanziert werden, ist bekannt, und Soros halte ich ja, wie schon oft angesprochen, für einen Strohmann der CIA. 
Es lohnt sich. 
 
----- 
 
P.S.: Die Lektüre bestärkt sicherlich bei manchem die schon seit längerem aufkeimende Neigung, den guten, alten Marcus Porcius Cato Censorius maior abgewandelt zu zitieren: 
 
Ceterum censeo, Vashingtoniam esse delendam
 
 Es wäre, wie der Wiener sagen würde, wirklich net schad d'rum ... 
 

Donnerstag, 29. Oktober 2026

Max Blumenthal : Who Will Rule Israel and How?

von kennerderlage
 
 
Zu den Wahlen in Israel und deren Auswirkungen auf die geopolitische Lage im Nahen Osten interessante Einblicke in die verworrene Lage nach einer im Wesentlichen unentschieden ausgegangenen Wahl:
 
 
Er prophezeit eine dritte Runde im Irankrieg gleich nach den US-Midterms und bringt wirklich unbekannte Fakten, wie z.B. dass aus der Sowjetunion emigrierte Juden teilweise total agnostisch-saecular sind (wenig verwunderlich!), aber andererseits auch geheime russisch-orthodoxe Kirchen in Israel betreiben, was mir bis jetzt vollkommen unvorstellbar und unbekannt war!

Frei erfundene Zukunftsdystopie. Keine Tatsachenmeldung ... (wirklich?)

Gastkommentar 
von Tanit
 
 
Von @Sie ist Unbequem 28.10.2026 erhalten, paßt irgendwie zum Thema des vorigen Artikels ...

Netzfund:
 
... irgendein Tagebuch, irgendwo in Deutschland, irgendwann in naher Zukunft ......
 
Liebes Tagebuch,

heute war wieder ein doofer Tag
Zuerst hatten wir Mathe:
12 × 7 ergibt jetzt 63.
84 wurde abgeschafft, weil richtige Ergebnisse Menschen benachteiligen, die nicht rechnen können.
Die Klasse durfte demokratisch abstimmen.

Unsere Lehrerin erklärte, Mathematik müsse endlich inklusiv werden.
Ich fragte, ob meine Eltern ihre Steuern künftig auch demokratisch ausrechnen dürfen.
Jetzt habe ich einen Eintrag wegen staatsfeindlicher Rechenmethoden.

Danach hatten wir „Deutsch“:
Rechtschreibung wurde abgeschafft, weil Fehlerkorrekturen das Selbstwertgefühl gefährden.
Goethe gilt als problematisch, Schiller als überholt und Grammatik als Machtmissbrauch.
Die Hälfte meiner Klasse kann keinen zusammenhängenden Text lesen.
Aber alle können einen zwölfseitigen Diskriminierungsvorwurf formulieren.
Unser Lehrer sagt, Bildung sei mehr als Wissen.

Religion:
Mein muslimischer Mitschüler Mohammed darf selbstverständlich Ramadan feiern und seine Religion ausüben. So soll es auch sein.
Unsere Schulleitung hat vorsorglich Weihnachten gestrichen, weil theoretisch jemand Anstoß daran nehmen könnte.
Mohammed war sauer. Er hatte sich auf die Weihnachtsplätzchen gefreut.
Jetzt feiern wir ein „weltanschaulich neutrales Jahresendbegegnungsereignis“.
Ohne Baum, ohne Lieder, ohne Weihnachtsmann.
Dafür mit einer 40-seitigen Broschüre über kulturelle Sensibilität.
Mohammed wollte Plätzchen. Die Schulleitung wollte die Welt retten. Jetzt haben wir beide nichts.

Biologie:
Kevin kam heute im Fuchskostüm zur Schule.
Lisa hatte Hundeohren und einen Schwanz an.
Eigentlich wollten die beiden nur Blödsinn machen.
Unsere Lehrerin machte daraus sofort ein dreistündiges Seminar über Identität.
Kevin durfte unter dem Tisch schlafen. Lisa bekam einen Wassernapf.
Als Kevin gegen das Pult pinkelte, wurde ein Beauftragter für artgerechte Lernbedingungen eingeschaltet.

Danach hatte wir Pause und ich musste dringend Pipi…
Unsere Schule hat jetzt 28 Toilettenkategorien, sechs Beauftragte und einen Inklusionsrat.
Leider sind sämtliche Toiletten kaputt.
Toilettenpapier wurde aus Klimaschutzgründen eingespart.
Aber die Schilder wurden für 180.000 Euro erneuert.
Unsere Direktorin nennt das einen Meilenstein.
Ich nenne es einen Scheißzustand.
Wobei das ohne funktionierende Toiletten inzwischen sogar wörtlich stimmt.

Danach ging es im Gesellschaftsunterricht um Männer und ihre angeblichen Privilegien.
Mein Bruder fragte, welche Privilegien er denn habe.
Er arbeitet auf dem Bau, steht um fünf Uhr auf, zahlt Steuern und kann sich nicht einmal eine eigene Wohnung leisten.
Die Lehrerin erklärte, seine Frage sei bereits ein Zeichen toxischer Männlichkeit.
Jetzt muss er zum Workshop:
„Warum du schuld bist, obwohl du noch gar nichts getan hast.“
Papa wollte wissen, ob Gleichberechtigung nicht bedeute, dass Frauen und Männer dieselben Rechte und denselben Respekt verdienen.
Jetzt gilt Papa als rückständig.
Unsere Lehrerin sagt, man müsse alte Rollenbilder überwinden.
Komisch nur, dass Männer weiterhin die schweren Möbel schleppen, die kaputten Heizungen reparieren und bei der nächsten Krise als Erste Verantwortung übernehmen sollen.

Im Ethikunterricht haben wir heute die nächste Stufe unserer dystopischen Zukunft besprochen.
Nach jahrelangem pauschalem Männer-Bashing betrachten in dieser erfundenen Welt einige Fanatiker sogar ungeborene Jungen als zukünftige gesellschaftliche Belastung.
In dieser Horrorvorstellung werden Schwangerschaftsabbrüche allein wegen des männlichen Geschlechts diskutiert.
Unsere Lehrerin nannte das „präventive Patriarchatsvermeidung“.
Ich fragte, ob das nicht die widerlichste Form von Diskriminierung sei.
Die Lehrerin antwortete, ich müsse lernen, differenzierter zu denken.
Ein Kind nach seinem Geschlecht abzulehnen, ist also plötzlich Fortschritt, solange man einen ausreichend akademisch klingenden Begriff dafür erfindet?
Ich glaube, ich verstehe die neue Moral langsam.

Diskriminierung ist schlecht.
Außer man nennt sie Gerechtigkeit.
Dann gibt es Fördergelder.

Sport:
Beim 100-Meter-Lauf wurden alle zu Siegern erklärt.
Auch Paul, der gar nicht mitgelaufen ist.
Er bekam sogar eine Sondermedaille für die mutige Entscheidung, sich dem Leistungsdruck zu verweigern.
Der schnellste Schüler musste sich entschuldigen, weil sein Sieg andere demotiviert hatte.
Nächstes Jahr fahren wir zu Olympia.
Unser Trainer hat gesagt, wir sollen einfach die anderen Nationen wegen mangelnder Inklusion anzeigen, falls sie schneller sind.
 
Morgen haben wir 4 Stunden Klimaschutz. Das interessiert mich sehr, denn Papas Firma wurde geschlossen, weil sie zu viel CO₂ ausstieß.
Jetzt wird dasselbe Produkt in China hergestellt und um die halbe Welt transportiert.
Der Bürgermeister bekam dafür einen Nachhaltigkeitspreis.
Papa bekam die Kündigung.
Unsere Regierung nennt das erfolgreiche Transformation.
Papa nennt es wirtschaftlichen Selbstmord mit Bio-Siegel.

Ach ja…
Heute hatten wir wieder Stromausfall.
Unsere Lehrerin erklärte, dass wir dadurch wertvolle Erfahrungen mit nachhaltigem Verzicht sammeln.
Oma sagte, früher hätte man so etwas einen Versorgungszusammenbruch genannt.
Jetzt heißt es „verbrauchsoptimierte Netzentspannung“.

Liebes Tagebuch,
Papa arbeitet 45 Stunden pro Woche.
Trotzdem bleibt am Monatsende kaum Geld übrig.
Die Regierung erklärt, die Bürger müssten den Gürtel enger schnallen.
Gleichzeitig wird ein neues Ministerium für gesellschaftliche Wohlfühlgerechtigkeit eröffnet.
Kostenpunkt: 900 Millionen Euro.
Papa fragte, wer das bezahlt.
Unsere Lehrerin erklärte, dass solche Fragen den gesellschaftlichen Zusammenhalt gefährden.
Wer arbeitet, ist privilegiert. Wer Steuern zahlt, ist solidarisch. Wer beides hinterfragt, ist verdächtig.
Meine Schwester sucht jetzt schon seit drei Jahren eine Wohnung.
Für 1.200 Euro kalt bekommt sie jetzt 24 Quadratmeter mit Schimmel und Gemeinschaftstoilette.
Der Vermieter nennt das „urbanes Wohnen mit natürlichem Mikroklima“.
Die Stadt hat gleichzeitig 400.000 Euro für eine Kampagne namens „Wohnen für alle“ ausgegeben.
Meine Schwester fragte, ob sie in der Kampagne wohnen könne.
Keine Antwort.

Unsere Lehrerin erklärte heute beim Elternabend, dass wir in einer freien Gesellschaft leben.
Jeder dürfe seine Meinung äußern.
Natürlich müsse man dabei die richtige Haltung zeigen.
Wer anderer Meinung sei, müsse damit rechnen, dass seine Aussagen kritisch eingeordnet werden.
Mama sagt, man dürfe in Deutschland alles sagen.
Man müsse nur anschließend damit leben, dass ein halbes Dorf, der Arbeitgeber und drei selbst ernannte Moralwächter mitdiskutieren.
Meinungsfreiheit bedeutet: Reden ist Silber, Schweigen rettet den Arbeitsplatz.
Außerdem mache ich mir Sorgen um Oma. Sie braucht einen Facharzt.

Der nächste Termin ist im Februar 2040.
Die Krankenkasse hat ihr eine Achtsamkeits-App empfohlen.
Oma fragte, ob die App auch ihre Schmerzen behandelt.
Nein.
Aber sie könne ihre Beschwerden jetzt digital dokumentieren.
Falls Oma vorher stirbt, wird der Termin automatisch storniert.
Gute Nacht, liebes Tagebuch.

Ich würde ja sagen, die Zukunft sieht schwarz aus.
Aber Schwarz ist vielleicht auch schon wieder eine problematische Farbbezeichnung.
Also sagen wir lieber:
Die Zukunft ist lichtreduziert, chancenoffen und staatlich begleitet.

P.S.: Oma sagte heute:
„Kind, früher hatten wir Politiker, die Probleme lösen sollten. Heute haben wir Probleme, die Politiker ernähren.“
Und Papa ergänzte:
„Wenn Dummheit Strom erzeugen würde, könnte Deutschland ganz Europa versorgen.“

Ich hoffe, dass meine Bahn morgen kommt und uns der Ausfall nicht wieder als Beitrag zum Klimaschutz erklärt wird……


Wie lange kann man die Nebenkostenübernahme für Flüchtlinge sozial noch rechtfertigen?

Gastkommentar
von Plancius 
 
 
In vielen Dörfern hier auf dem Land in Mecklenburg-Vorpommern heizen die Leute mit Heizöl, zum Teil mit Propangas. Viele kleinere Dörfer sind nicht an das Erdgasnetz angschlossen.

Die typischen Bauernhäuser aus den 30er bis 50er Jahren sind massiv aus Ziegel gemauert und sind nicht isoliert. Geht auch häufig nicht wegen Denkmalschutz oder Ortsgestaltungssatzung, wo die massive Ziegelstein-fassade erhalten bleiben muss.

Wegen des windigen Wetters sind die Heizkosten hier im Norden höher als in Deutschlands Süden. Ein typisches Haus braucht ca. 2.000 bis 3.000 Liter Öl pro Jahr. Bei einem Literpreis von aktuell 1,75 Euro/Liter Heizöl kostet eine Tankladung mittlerweile zwischen 4.300 und 5.200 Euro. Da gehen jetzt allein fürs Heizen mittlerweile mehrere Monatsgehälter drauf.

Die meisten Leute dachten, schlimmer als 2022, wo der Liter Heizöl 1,20 Ero gekostet hat, wird es nicht mehr. Sie pfeifen jetzt finanziell aus dem letzten Loch. Viele sind nur Geringverdiener und kommen trotz zweier Gehälter auf keinen grünen Zweig mehr.

Umso unverständlicher ist es, dass der Staat immer noch für Flüchtlinge, Asylanten, Bürgergeldempfänger und dergleichen die Heizkosten voll übernimmt. Da stehen in deren Wohnungen die Fenster auf Kipp, die vom Staat alimentierten haben überhaupt kein Bewusstsein für sparsamen Energieverbrauch.

Auch in den Mehrfamilienhäusern und Plattenbauten wächst der Unmut, weil die Heizkosten häufig nur zu 50% nach Verbrauch abgerechnet werden. Je mehr Flüchtlinge (Ukrainer usw.) im Haus wohnen, desto überpro-portional mehr steigen die Nebenkosten. Man muss ja als arbeitender Deutscher die Energieverschwendung der Füchtlinge im Haus mitbezahlen.

Ich glaube, über die explodierenden Nebenkosten und die Privilegierung der Bürgergeldempfänger dies-bezüglich hier wird aktuell eine soziale Bombe scharf geschaltet.
 

Mittwoch, 28. Oktober 2026

Macron's Escape Plan

by  Meme Dept.