Bin gerade auf diesen Artikel gestoßen (hatte vorher nicht danach gesucht, weil verstreut an diversen Stellen mir vorerst genug Informationen zu Svendsen zur Verfügung standen) und bin doch über die Knappheit verwundert. Da ich weder norwegisch noch dänisch beherrsche, kann ich die Quellen nicht belastbar auswerten und hier einbauen. Aber ein paar Aspekte will ich gewissermaßen als Gedankenanstoß benennen.
Svendsen ist einer der wichtigsten norwegischen Komponisten überhaupt, dies lässt sich sogar auf ganz Skandinavien ausdehnen. Er ist nicht unbedeutender als Grieg (mit dem er übrigens befreundet war, sie waren ja fast ein Jahrgang mit 1840 bzw. 1843 und sind auch nur mit einem ähnlich geringen Abstand verstorben, 1911 zu 1907). Gut zu erkennen daran, dass er eigentlich Geigenvirtuose war, dies aber schon im Februar 1865 wegen medizinischer Probleme beenden mußte und nun sich der Komponistentätigkeit zuwandte. Die Ausbildung dazu in Leipzig (u. a. bei Carl Reinecke) unterstreicht seine Bedeutung, denn Svendsen wurde nach rund einem Jahr als Aufgabe gestellt ein Streichquartett zu komponieren, diese "Hausaufgabe" wurde normalerweise nicht nach einem sondern nach drei Jahren gestellt, wie übrigens auch Grieg dies nach drei Jahren aufbekam.Aus meiner Sicht sehr wichtig wäre noch etwas zu seinem Privatleben bzw. Familienleben, weil es da extrem wichtig wird für seine Kompositionstätigkeit. Svendsen weilte 1870 in Paris und lernt dort Sarah Levett (mit kleinem Sohn aus erster Ehe) kennen, diese beiden besuchen ihn 1871 in Leipzig und im Mai 1871 erfolgt die Verlobung und später die Hochzeit mit Reise zur Verwandschaft der Braut in Amerika. Braut und Sohn lassen sich übrigens am 15.08.1872 taufen und Taufpaten sind niemand geringere als Richard und Cosima Wagner! Aus Sarah wird Bergljot und der Sohn heißt jetzt Sigurd.
Für Svendsen wird diese Ehe noch extrem bedeutungsvoll, denn zeitlich um den Umzug nach Kopenhagen geschah die Katastrophe Anfang 1883. Svendsen erhielt von einer (unbekannten?) Verehrerin ein Blumenbouquet nebst beigefügter Liebeserklärung, allerdings gelangte diese Gabe an Svendsens Ehefrau, welche rasend vor Eifersucht die gerade fertig komponierte 3. Symphonie verbrannte. Überflüssig zu erwähnen, dass es noch keine Kopie gab. Svendsen komponierte daraufhin nicht mehr.
Erst viel später folgen dann op.32 und op.33 und dann noch 1894 ein Andante funèbre sowie eine Schauspielmusik/Ballett (1890?). Die Sache geht noch weiter, denn Ibsen brauchte sich seine Hedda Gabler nicht auszudenken, sie kam in Gestalt von Svendsens Ehefrau daher. Ibsen kannte den Vorfall, somit kann wohl ausgeschlossen werden, dass es keinen Zusammenhang zwischen der "Symphonie-Verbrennung" und der Entstehung der Hedda Gabler gab. Svendsens Ehefrau zog wohl 1884 wieder nach Paris und es dauerte bis zum 10.12.1901 ehe die Ehe geschieden wurde.
Svendsen lebte schon vor 1901 mit Juliette Haase zusammen und heiratete sie am 23.12.1901, sie hatten da schon drei gemeinsame Kinder. Es würde mich freuen, wenn ein "Skandinavien-Angehauchter" ein paar belastbare Quellen (Biographie?) sichten könnte und dies dann in den Artikel einbauen könnte. Konsequenterweise müsste dann bei Ibsens Hedda Gabler eigentlich auch (wenigstens in der Diskussion) der Hinweis auf die "Symphonie-Verbrennung" kommen.
Diese Aufnahme ist grauenhaft. Nur der Dirigent ist im Bild, als gäbe es gar kein Orchester. Dieser Dirigent heißt wahrscheinlich „Johnny, der selbsternannte Idiot“.
meint, kommt dem aber schon bedenklich nahe ...
Die Norwegischen Rhapsodien hingegen finden sogar Hurwitz'ens Beifall, und den verdienen sich auch wirklich!
Norwegian Rhapsody No. 1, Op.17 [00:00] | Norwegian Rhapsody No. 2, Op.19 [09:14]
Norwegian Rhapsody No. 3, Op.21 [18:06] | Norwegian Rhapsody No. 4, Op.22 [28:01]
Wenn sich nun die geneigten Leser fragen: "Was, zum Teufel, setzt uns dieser LePenseur denn noch an unbekannten Kleinmeistern vor?", so frage ich zurück: "Na und? War's denn so schlimm, was Sie ertragen mußten?" Und wenn Sie ehrlich sind, müssen sie sagen: nein.
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P.S.: und daß ich auf Svendsen kam, verdanke ich seinem, wie ich meine, begabteren Schüler, dessen auf diesem Blog vor einigen Tagen gedacht wurde ...






