Dienstag, 5. Mai 2026

Same Destination....?

by  Meme Dept. 




Scott Ritter : Putin's Long War; Trump's Quick Defeat.

von kennerderlage
 
 
Scott Ritter ist nicht allzu oft bei Judge Napolitano zu Gast. Diesmal spricht er zu beiden aktuellen Konflikten – Ukraine und Iran:
 
 

Zwei Meinungen — ein Gesamtbild (?)

von LePenseur
 
 
Es entspricht der menschlichen Natur, einander widersprechende Einschätzungen derselben Lage dadurch zu "objektivieren", daß man eine gedankliche "Durchschnittsformel" rechnet. Was nicht immer zutreffend ist, wie das sattsam bekannte Beispiel des Mannes zeigt, der, mit einer Hand im Tiefkühlschrank, mit der anderen auf der Herdplatte, meint: "Also im Durchschnitt ist es angenehm warm..." — Autsch!!!
 
Dennoch: ich möchte hier aus dem Gelben Forum zwei Gastkommentare bringen, die die für Europäer nicht uninteressante Frage behandeln: wie geht es in der Ukraine und überhaupt auf dem europäischen Kontinent weiter? Die Einschätzungen überschneiden sich in einigen Bereichen (was sicherstellt, daß man nicht komplett aneinander vorbeiredet), divergieren jedoch in den Schlußfolgerungen beträchtlich. Hier also das Match unserer beiden geschätzten Gastautoren Plancius vs. Mabraton.
 
I. Gastkommentar
von Plancius
 
Im Sommer sind Deutschland und auch weitere europäische Länder in der Lage, weit ins russische Hinterland reichende Drohnen in Massenproduktion an die Ukraine zu liefern. Die Front in der Ukraine steht schon lange still. Die von vielen russlandfreundlichen Kommentatoren viel beschworene Kapitulation der Ukraine, die nun schon seit Sommer 2024 im vierteljährlichen Rhythmus angekündigt wird, ist nach wie vor in weiter Ferne.

Vielmehr kann man aktuell eher vom Gegenteil sprechen. Die russischen Truppen sind erschöpft. Es tritt die in der Militärgeschichte vielfach empirisch bewiesene Situation ein, nach der ein Angreifer umso schwächer wird, je länger ein Krieg dauert. Gelingt es einem Angreifer nicht, in kurzer Zeit die Verteidigungsstellungen des Gegners zu durchbrechen, lässt die Effizienz der gegnerischen Operationen immer mehr nach, währenddessen es sich der Angegriffene in seinen Verteidigungsstellungen mit wenig Mann, geringen Verlusten und ver-gleichsweise wenig militärischem Material bequem machen kann.

Putin steht schon seit vielen Monaten unter starker Kritik im Kreml selbst und auch in der Bevölkerung. Dass der Krieg jetzt schon ein paar Monate länger dauert als der Große Vaterländische Krieg und die Russen noch immer weiter ausbluten, ist für die Russen eine Schmach ohnegleichen. Das Gerede vom ukrainischen Bruder-volk und von sanften militärischen Operationen und einem stetigen Vormarsch in Richtung Kiew hat sich tot-gelaufen. Sowohl der Kreml als auch die Russen fordern in immer stärkerem Maße, jetzt endlich den großen Knüppel rauszuholen.

Spätestens dann, wenn die Ukraine mit Langstreckendrohnen in großer Anzahl Ziele auch weit jenseits des Urals treffen kann, ist Putin mit seinem Latein der bisherigen militärischen Kriegsführung am Ende. War früher die Größe des Landes ein Vorteil, der Raum war eine militärische Variable, so wird das faktisch verteidigungs-unfähige riesige Land bei einem Drohnen- und Raketenkrieg zum Verhängnis. Keine Luftabwehr der Welt kann dieses riesige Land schützen.

Dann ist auch der Zeitpunkt gekommen, dann wenn Russand in seiner Existenz bedroht ist, die russischen strategischen Waffen in Stellung zu bringen, die auch Atomwaffen einschließen. Wer weiß, ob Putin überhaupt Kinshal und Oreshnik in ausreichender Anzahl verfügbar hat, um lediglich konventionelle Gegenschläge ausführen zu können.

Jedenfalls kann man schon seit mehr als 2 Jahren konstatieren, dass Putins Strategie, den Krieg in die Länge zu ziehen, um den Westen auszubluten, zum Scheitern verurteilt ist. Er hat das gesamte Produktionspotential des Westens gegen sich, einschließlich der gigantischen amerikanischen Militärmacht mit ihren ausreichenden Rohstoffreserven. Da kann Russland nicht gegenhalten, noch dazu wo sich China sehr bedeckt hält.

ich war im Februar in Moskau und habe dort viele Gespräche geführt. Was ich immer wieder festgestellt habe: Welch großen Einfluss der Erste Vaterländische Krieg gegen Napoleon und der Große Vaterländische Krieg gegen die deutschen Faschisten im kollektiven Bewusstsein der Russen ausübt.

Anfang Februar hat der Krieg in der Ukraine länger gedauert als der Große Vaterländische Krieg. Die immensen Verluste Russlands in diesem quasi Bruderkonflikt mit einer mehr oder weniger eingefrorenen Front bedeuten eine große Schmach für die russische Seele. Sie sind der Überzeugung, eine militärische Großmacht zu sein und bringen es in 4 Jahren nicht fertig, einen militärisch unterlegenen Gegner, der seine Soldaten von der Straße wegfangen muss, in die Schranken zu verweisen.

Die Russen erkennen mit breiter Mehrheit die Erfolge Putins im Hinblick auf den ökonomischen Aufstieg der Nation an. Sie sehen aber auch, dass er gerade dabei ist, all seine bisherigen Erfolge in ökonomischer Hinsicht nun auf dem Schlachtfeld zu konterkarieren.

Der Ukrainefeldzug war von Anfang an ein Fiasko. Angefangen von der miserablen Vorbereitung seitens des Geheimdienstes, die militärische Planung, die personelle Besetzung der Truppen. Redet euch das Fiasko, in dem sich Russland befindet nicht immer wieder schön. Klebt nicht an den Lippen von Thomas Röper, der euch ein schöngefärbtes Bild von Russland vorgaukelt.

Jedenfalls hatte ich den Eindruck, dass insbesondere die jüngere Generation total angepisst ist von den gegenwärtigen Leistungen Putins. Er hätte mal lieber bei seiner ökonomischen Kompetenz bleiben sollen. Auf dem Schlachtfeld wird er sich wohl keine Meriten verdienen.

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II. Gastkommentar
von Mabraton
 
Putins Strategie: wenn man Russlands Vorgehen an den sichtbaren militärischen Erfolgen misst gebe ich Dir Recht, der Aufwand steht in keinem Verhältnis zum Ertrag. Putins Überlegungen sind meiner Meinung nach langfristig. Er will vermeiden, dass durch Ausbruch eines Krieges mit Europa Gräben entstehen durch die eine weitere Generation gegeneinander aufgehetzt wird. 

Dieselbe Überlegung gilt für die Ukraine. Dort hat der Westen den Krieg um die Köpfe meiner Meinung nach schon verloren. Selenskyi wird nur noch vom Ausland im Amt gehalten. Vor Kurzem gab es in der Ukraine die Überlegung das rechte Dnepr-Ufer bei Cherson zu evakuieren, da sich in der Bevölkerung eine pro-Russiche Haltung breit macht. Die ukrainische Armee blutet immer mehr aus. Durch den Einsatz von Drohnen können sie die Front noch einigermaßen halten. 

Und ja, in der russischen Armee lief es in den letzten Monaten nicht rund. An einigen Frontabschnitten konnten die Ukrainer Gelände zurückerobern. Das ist allerdings vorbei. Der Kampf um Slawjansk und Kramatorsk, die letzten beiden ukrainischen Bastionen im Donbas, steht unmittelbar bevor. Auf Saparoschje sind die Russen bis auf 20Km vorgerückt. Vom Osten her rücken sie zwar langsam aber stetig vor. Der Kessel an der südlichen Front schließt sich. Das Momentum an der Front ist auf russischer Seite. Im Military Summary Channel wurde erwähnt, dass sich die Russen auf eine Frühjahrsoffensive vorbereitet haben. Möglicherweise hatte man die Entwicklung im Iran mit einbezogen. Wenn sich der Westen von günstig verfügbaren Rohstoffen abschneidet wird es schwierig mit der Kriegswirtschaft.

Die westliche Propaganda ist mit ihrem Latein am Ende. Letzte Woche gab es eine Lanz-Sendung in der eine Weiberrunde, inklusive der abgewählten finnischen Ministerpräsidentin Sanna Marin, die die russische Gefahr heraufbeschworen hat. Ein Ausschnitt aus einem Gespräch mit Putin sollte das Szenario unterstreichen. Putin sagt allerdings, dass sie ein hervorragendes Verhältnis zu Finnland hatten und es an der Grenze kaum militäri-sche Anlagen gab. Seit Finnland dort einen Grenzzaun hochgezogen hat und Militär stationiert, habe man re-agiert. Das auf Legenden aus Uropas Zeiten aufgebaute Gegeifer ist lächerlich:

Ukraine-Krieg: Wie Finnland sich gegen Russland zur Wehr setzt | Markus Lanz vom 30. April 2026

Ich bin der Meinung, dass in dem Moment, wo die Ukrainer nicht mehr sterben können (oder wollen), das Kriegsgezeter mit einem großen Knall beendet ist. Der Westen ist schlicht und ergreifend nicht in der Lage die Opfer zu bringen welche die Ukrainer gebracht haben. 2 Millionen Ukrainer wurden im Fleischwolf geopfert. Das muss man sich mal vorstellen!

Anhand der Meldungen der letzten Tage hier in Russland macht man bei der Drohnenabwehr Fortschritte. Richtig ist allerdings, sollte der Westen in der Lage sein den Krieg zu eskalieren wird Putin dem internen Druck nachgeben müssen. Dann wird es in Europa Haselnüsse regnen. Eine atomare Reaktion halte ich nicht für wahrscheinlich. Selbst wenn es ein gezielter Schlag wäre, der psychologische Effekt würde höchstwahr-scheinlich in einen atomaren Schlagabtausch münden.
 
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Und nun, geneigte LePenseur-Blog-Leser und -Leserinnen, kann ich nichts mehr sagen, als: "Faites vos jeux ..." 
 
Denn, wie ich befürchte: das darauf folgende "Rien ne va plus" werden wir alle nicht gerne hören wollen. Sofern wir es überhaupt noch werden hören können ...
 

Montag, 4. Mai 2026

Just A Question...

by  Meme Dept. 




"Das Imperium siegt sich zu Tode"

von Manfred Müller
 
 
Unter diesem Titel fand sich am Wochenende eine sehr plausible Analyse des Krieges der USA (und Israels) gegen den Iran auf der Seite Unser-Mitteleuropa.com:

Donald Trump wird nicht müde, seinen „Sieg“ über den Iran zu verkünden. Auf der taktischen Ebene mag dies bis zu einem gewissen Grad sogar stimmen. Angeblich hätte die USA etwa 25 000 Angriffe auf den Iran geflogen und damit sicher eine Menge Schaden angerichtet. Wie viele menschlichen und materiellen Verluste der Iran wirklich erlitten hat, wissen nur die iranischen Behörden.

Von FRANZ FERDINAND | Der Autor erinnert sich in diesem Zusammenhang an den völker-rechtswidrigen Krieg der NATO gegen Serbien: er verfolgte damals die Ereignisse noch gut-gläubig über CNN. Da wurde täglich berichtet, wie viele Panzer, gepanzerte Fahrzeuge und Artillerieeinheiten von der Luftwaffe der NATO zerstört wurden und gleichzeitig die Summen der zerstörten Einheiten aufgezeigt. Am Ende war die gesamte serbische Armee am Papier zerstört. Nach Beendigung des Krieges kam all das Gerät, das man schon zerstört wähnte, aus irgend-welchen Löchern hervor. Man hatte die meiste Zeit Attrappen zerstört.
(Hier weiterlesen)
Perfekt auf den Punkt gebracht. Leseempfehlung! 
 

Lawrence Wilkerson: Iran's New Friend

von kennerderlage
 
 
Lawrence Wilkerson spricht Klartext und was er darin darlegt, ist alles andere als beruhigend, geschweige denn erfreulich:
 

Unter den zahllosen Kommentaren unter dem Video findet sich auch ein sehr interessanter aus Deutschland:

@haikonitschke6794
Thanks and blessings from a German long-term follower living in Europe’s largest open air mental hospital. My worst concern: Satanyahu might unleash the nuclear option. 
As a German I've learned from my country's deplorable nazi history that fascism due to its evil nature is also fanatically  s u i c i d a l. Sometime before Hitler shot himself in his last Berlin bunker he decorated doomed to die child soldiers. He had also said that the German people had shown to be unworthy of his genius and that such a weak people hadn't earned anything better than its eradication. 
The fascist leader Mussolini left the desperate Italian people no other choice but hanging him in public from a street lantern. The Tweedledum and Tweedledee Trump/Satanyahu insanity owns this genocidal mindset, too.

 

Jeffrey Sachs: Global Economic Crash & Destruction Of Europe

von kennerderlage
 
 
Bei Prof. Glenn Diesen spricht Prof. Jeffrey Sachs es klar aus: die Folgen des Angriffskrieges der USA (und Israels) gegen den Iran werden die Weltwirtschaft auf Jahre bis Jahrzehnte in Mitleidenschaft ziehen und die davon am meisten betroffene Weltregion wird EUropa sein:
 
 
Das verspricht alles recht "interessant" zu werden. 
 

Sonntag, 3. Mai 2026

Passend zum 3. Monatstag

von LePenseur
 
 
... eine "Dritte", und zwar von Havergal Brian (1876 -1972), einem fast vergessenen britischen Komponisten an der Grenze von Spätromantik zur Moderne, dessen bereits in einem ausführlichen Artikel auf unserem Blog gedacht wurde. Unter den damals aus seinem symphonischen Gesamtwerk (32 Symphonien!) ausgewählten Beispielen befand sich nicht die monumentale Symphonie No. 3 in cis-moll für großes Orchester (inkl. 2 Klaviere) ... eh voilà, hier ist sie:
 
 
Es spielt das New Philharmonia Orchestra unter Stanley Pope, mit Ronald Stevenson und David Wilde als Pianisten. 
 
I - Andante moderato e sempre sostenuto e marcato: 0:00 
II - Lento sempre marcato e rubato: 19:32 
III - Allegro vivace: 33:03 
IV - Lento solenne: 41:18 
 
Unter dem Video befindet sich eine umfangreiche Analyse des wahrlich monumentalen Werks (ca. 54 Minuten Gesamtdauer), die unseren geneigten Lesern (soferne sie des Englischen mächtig sind) nicht vorenthalten sei:
 
Brian's Symphony No.3 was composed between April 12 of 1931 and May 28 of 1932. It seems that at first he had thought of the work as a concerto for two pianos, as expressed in a letter written to Granville Bantock. This would be confirmed by using the two pianos more extensively in the first movement. He was never able to hear this symphony, as it was premiered on January 12, 1974, after his death, during a recording for the BBC, performed by the New Philharmonia Orchestra conducted by Stanley Pope. The first public audition was held on May 17, 1987 at Birmingham Town Hall, performed by the Composers’ Platform West Midlands Symphony Orchestra conducted by Paul Venn. 
 
The first movement is the most complex and extensive. Written in a modified sonata form with a widely developed exposition. It begins with a solemn introduction that leads us to the first theme of romantic character. After a transition, dominated by the first piano, the orchestra repeats the first theme. Percussion leads us to the presentation of the second theme with a broad melody. It continues with an episode of a pointillist type with the intervention of the pianos and the glockenspiel. The development contains strong dissonances. The atmosphere becomes more placid with the intervention of the flute and the clarinet in octaves. The strings, in a more expressive way, lead to a crescendo. 
 
The exposition merges with the development. A rhythmic section, based on the introduction and dominated by pianos, xylophone and bass drum, begins the recapitulation. We hear again the first romantic theme, but as is Brian's custom, the themes are also redeveloped. The second theme is heard again. Cascades of notes on the piano prepare us for a peak of romantic force, which is being born on the strings and passes to the whole orchestra. A diminuendo takes us to a rhythmic section marked by bassoons, horns and cellos, stopped by the octaves of the piano. The motive is repeated four times, separated by heavy blows of the timpani. The coda grows in the form of a powerful march accompanied by blows of the percussion, which closes with tension the movement. 
 
The second movement begins with fragments of motifs. A solo from the flute presents a theme of pastoral calm, repeated by the violin. The winds present a contrast with a theme of alpine grandeur. These two contrasted elements form the heart of the movement: the placidness of the meadows in front of the pride of the mountain, motives that are alternating. The middle of the movement is occupied by a violin solo, faced with melodic fragments of the winds which gradually fades away. A blow of the timpani seems to awaken again the orchestra, which leads us towards one of the most magical moments of the work, with some resemblance to the music of Vaughan Williams. Continues towards a climax of Brucknerian force in which pianos reappear. A series of great chords leads us to a pastoral coda, in which we listen to the oboe in an expressive melody. The melody passes to the flute, accompanied by the strings that quietly ends the movement. 
 
The third movement is the scherzo of the symphony. It begins with a brilliant march accompanied by the percussion. A central section for flute and string quartet offers the proper contrast. Then the march continues. The trio is formed by a charming and delicate waltz of Viennese structure, almost taken out of an operetta. The melody is developed in a way that reminds Richard Strauss. The initial march reappears abruptly, harsh and dissonant in its variations. The brass is used with all its force in a powerful coda. 
 
The last movement is of an elegiac nature. According to a letter written to Bantock, he explained that while he was finishing the work, he learned from the Berliner Tageblatt newspaper that Friedrich Gundolf, a German professor at the University of Heidelberg, a friend of him, had died. For this reason it could be a kind of Requiem in his name. The clarinet presents a broad and sad theme, developed when the strings take it in a more comforting way. A complex polyphony takes over the theme, which leads to a climax. 
 
Again we hear the pianos, before the distant calls of the trumpet and the horns. A crescendo of the timpani leads us to the development, with the presentation of the second theme endowed with a calm character. The tension increases, with incursions of the pianos, while the two main themes are developed. The rhythm accelerates with fast entrances of wood and strings. A kind of recapitulation reminds us of the themes and leads us towards a climax. An epilogue of great strength and solemnity closes the work. 
 

Humoralpathologie

 von Sandokan

„es gibt nur zwei Dinge: die Leere und das gezeichnete Ich.“
— Gottfried Benn (aus Nur zwei Dinge)









Samstag, 2. Mai 2026

Smirks

by  Meme Dept. 




Daniel Davis and Prof. Nima Alkhorshid: Iran Blockade Complications

von kennerderlage
 
 
Weitere interessante Aspekte zu den kommenden Angriffen der USA (und Israels?) auf den Iran bringt die Diskussion von Daniel Davis mit Prof. Nima Alkhorshid:
 
  

Jürgen Habermas

von LePenseur
 
 
... zu dessen Tod (bzw. zum Nachtritt von Hadmut Danisch auf den Verstorbenen) auf dem LePenseur-Blog recht kontroverse Diskussionen stattfanden, und Habermas' philosophischen Positionen fanden – aus einer christlichen Sicht – eine umfangreiche Behandlung bei Philosophia Perennis durch Dr. Felix Wachter:

Jürgen Habermas gilt als einer der prägendsten Denker der Bundesrepublik – und doch bleibt sein Verhältnis zur Religion ebenso spannend wie widersprüchlich. Zwischen rationaler Diskursethik und wachsendem Interesse an der gesellschaftlichen Rolle des Glaubens bewegt sich ein philosophisches Erbe, das gerade aus christlich-abendländischer Sicht zur differenzierten Auseinandersetzung herausfordert. Der folgende Beitrag beleuchtet die Ambivalenzen, Stärken und Grenzen eines Denkers, der überzeugt war: Wir schulden einander gute Gründe. 

Aus christlich-abendländischer Perspektive ist Jürgen Habermas‘ philosophisches Erbe mit gemischten Gefühlen zu betrachten. Habermas hatte sich in den letzten Jahren verstärkt der Religion zugewandt. Was ihn dabei interessierte, war weniger die Religion selbst, sondern ihre Funktion für die Gesellschaft. Ihm war bewusst, dass eine rein auf Individualismus und Selbstoptimierung angelegte Gesellschaftsordnung auf Dauer nicht tragfähig ist.
Wer versucht, möglichst – ganz gelingt es ja nie! – ohne Scheuklappen durchs Leben zu gehen, der muß sich auch mit den Gedanken und Argumenten seiner Gegner auseinandersetzen, sonst endet er in einer autistischen Kommunikationsunfähigkeit, in einer Echokammer eigener Gedanken. Artikel wie der oben verlinkte beweisen exemplarisch, daß auch zwischen Person (die Schwächen, Fehler und Vorurteile gehabt haben kann) und Argument zu unterscheiden ist. Daß Habermas sich bspw. im sogenannten "Historikerstreit" alles andere als mit Ruhm bekleckert hat, bleibt sein persönlicher Makel – aber mindert nicht seine Leistung auf anderen Gebieten. 
 
So, wie ja ein Richard Wagner nicht bloß aus seinen Charaktermängeln und Fehlleistungen, sondern eben auch aus seinen bahnbrechenden Leistungen auf dem Gebiet der Musikdramatik zu bewerten ist, so verdient – auch aus durchaus kritischer Sicht! – Habermas' jahrzehntelanges Bemühen um eine "eigene" Philosophie (und nicht bloß eine kathederhafte "Professorenphilosophie von Philosophieprofessoren") ihre Würdigung, die ihr in dem Artikel auch zuteil wird.
 
Leseempfehlung! 
 

Freitag, 1. Mai 2026

Douglas Macgregor: Does Trump Have Any Restraints?

von kennerderlage
 
 
Die nach Worten von War Secretary Hegseth "weltweite Seeblockade" gegen den Iran verspricht interessant zu werden. Dieses und andere Probleme bespricht Douglas Macgregor mit Judge Napolitano vollkommen offen und mit beeindruckender (auch wirtschaftlicher) Sachkenntnis:
 
 
Die leider realistische Aussicht auf neuerliche massive Angriffe auf den Iran ist mehr als beunruhigend, wenn man die mit Sicherheit dadurch eintretende globale Wirtschaftskrise bedenkt!
 

Zum sozialistischen Kampftag wünscht die Wiener Fraktion der Rotfront: Freundschaft!

 von Sandokan

Ob mit dem Motto Zusammen entweder reißt's euch zusammen (auch: benehmt euch) 
oder halt's es zusammen (auch: Goschen halten) gemeint ist,
 konnte bis Redaktionsschluss noch nicht geklärt werden. 


Alles nur Satire latürnich.

A Room for "The Lobby"

by  Meme Dept. 




Wie man in Rumänien mit der Aufklärung von Unglücksfällen mit Todesfolge umgeht

von Helmut
 
 
Ich schildere diesen Vorgang deshalb so genau, weil ich am Ende meines Beitrags die Parallelen zu Österreich und Deutschland ziehe. Im rumänischen facebook habe ich diese Frage gestellt:

Wer erinnert sich noch an die Gasexplosion am 24.9.2023 in Sibiu?

Kaum jemand. Was ist damals passiert: Da war ein Ehepaar, die sich nach einer längeren Urlaubsreise (oder anderen Gründen) sich wieder in ihre Wohnung begaben. Wahrscheinlich haben sie nichts gerochen oder waren auch sonst in Eile, - aber der natürliche Drang, bei einer Ankunft nach einer Reise das Bad resp. Toilette aufzusuchen, war ihr Untergang. Denn anstelle bei suspekten Gerüchen erst einmal die Fenster zwecks Durchlüftung zu öffnen, sind die Leute direkt ins Bad und haben den Lichtschalter betätigt.

Das reichte zur Explosion und kostete beide das Leben.

Womit das alles zusammenhängt- oder zusammenhängen kann, habe ich hier erläutert (*)

Nun stelle ich die provokative Frage, ob überhaupt jemand von behördlicher Seite (Staatsanwalt, etc.) dem Grund für diese Explosion nachgegangen ist, um einen Schuldigen benennen zu können. Und genau hier muss ich wieder feststellen, dass wir uns in Rumänien befinden. Vieles ist mir auch noch nach 22 Jahren meines Aufenthaltes im Land noch nicht geläufig, und deshalb hat man mir auf die Sprünge geholfen:

Die wahrscheinlichste Ursache, dass über die Abwasserleitung (Toilette) Gas aus tieferen Schichten aufgestiegen ist, sich danach tagelang im Bad ausgebreitet hat und dadurch eine Konzentration erreicht hat, dass beim Einschalten des Lichtschalters dieser kleine Funke bereits genügt, um diese Gas-Luft-Mischung zur Explosion zu bringen, dürfte wohl von jedem Fachmann bestätigt werden.

Stellt sich die Frage, von welcher Leitung, und wer dafür verantwortlich ist. Genau da beginnt das Problem. Theoretisch könnte es gut sein, dass dieses Aufsteigen des Gases in der Kanalleitung durch einen Defekt im Kanalsystem z.B. vor diesem betroffenen Mehrfamilienhaus bedingt wurde. Nach alter Ceausescu-Regelung müssen Gas- und Abwasserleitungen im Boden auf mindestens 90 cm Tiefe und auf einen Meter Abstand in der Horizontalen verlegt werden.

Schön. Und wenn nun doch ein Leck bei der Gasleitung entstanden ist und das Gas durch die mit Sicherheit nicht mehr dichten Muffenverbindungen der alten Betonrohre einen Weg in das Kanalsystem gefunden hat, wer kann das widerlegen? Sicher laufen da periodisch irgendwelche Messleute von EON mit Geräten auf den öffentlichen Gehwegen herum, um unkontrollierten Gasaustritt aus dem Boden zu messen. Wenn es sich aber unter dem Betonpflaster resp. Asphalt um einen schwer bindigen Boden handelt (hoher Tonanteil), und durch die Einbettung der Rohre in ein entsprechendes Sandbett die Durchlässigkeit in der Horizontalen besser möglich war als in der Vertikalen nach oben, dann wird man über dem Pflasterbelag kaum etwas messen können.

Nun stellt sich weiter die Frage, wer für die Kontrollen der alten Gasleitungen zuständig ist. Dazu, wer eigentlich der aktuelle Eigentümer der alten Gasleitungen ist. EON, oder die Stadtverwaltung, oder eine andere Organisation? Das bekommt man als einfacher Mensch gar nicht raus. Da läuft man gegen eine Wand.

Aber es kommt ein zusätzliches Problem dazu: Welche Parteizugehörigkeit trifft für den bearbeitenden Staatsanwalt zu, und welche Parteizugehörigkeit den jeweiligen Verantwortlichen? Hier geht es ja nicht um banale Entschädigungen bei einer Beule im Kotflügel, hier geht es um die strafrechtliche Seite sowie um die zivilrechtliche für Entschädigungen für die Nachkommen der Familie in horrender Summe.

Wer sind nun die Köche, die in dieser Suppe mitmischen? Staatsanwalt, EON, Stadtverwaltung, Presse, etc. Die beiden Verunglückten sind einfache Leute, die zählen nicht. Wie funktioniert das mit den Krähen? Keine Krähe hackt einer anderen ein Auge aus, so sagt man, und schon gar nicht, wenn sie in derselben Partei sind.

Fakt ist, dass ich seit dieser Zeit keinen Bericht mehr in der Zeitung oder im Internet gelesen habe, wonach hervorging, dass geklärt wurde, wer der Schuldige ist. Sogar noch mehr, es ist überhaupt nicht bekannt, ob überhaupt Untersuchungen eingeleitet wurden, und mit welchem Ausgang. Auch die lokale Presse interessiert sich nicht dafür.

Recht – Unrecht – Justiz - Entschädigung? Alles graue Theorie. Solange sich die Zuständigkeit, die Verantwortlichkeit, die Pressemitteilung, die Konzernleitungen sowie die öffentlichen Verwaltungen alle im selben Boot befinden, ist nicht nur jegliche Form der Korruption, sondern auch jede Form der Vertuschung möglich. Natürlich zum Vorteil derjenigen, die im Boot sitzen.

Wer will das angreifen und verändern? Es war immer so in Rumänien und wird immer so bleiben, solange sich die Leute in ihrer Gesamtheit nicht dagegen auflehnen. Denn Schweigen bedeutet immer Zustimmung.

Nur in Rumänien? Wie sieht das in Deutschland oder Österreich aus?

Beispiel Deutschland: die Flutkatastrophe im Ahrtal vom Juli 2021 mit 136 Todesopfern. Klare Aussage von KI:
Im Zusammenhang mit der Flutkatastrophe im Ahrtal im Juli 2021 wurden keine Personen angeklagt.
Beispiel Österreich: Brand eines Zuges der Gletscherbahn Kaprun 2 in einem Tunnel, als im November 2000 damals 155 Menschen zu Tode kamen. Nachdem sämtliche 16 Angeklagte in den anschließenden Verfahren freigesprochen wurden, zitiere ich Wiki dazu:
Im Jahr 2010 stellten mehrere österreichische Nationalratsabgeordnete eine Anfrage an das österreichische Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie, in welcher etliche Ungereimtheiten und Merkwürdigkeiten (Eignung der Gutachter, verschwundene Beweismittel, Behinderung von Ermittlungen, fehlende Informationen u. a.) sowie verschiedene technische Sachverhalte angesprochen wurden. Eine Klärung der meisten Punkte erfolgte nicht.

Die Verstorbenen hinterließen mehr als 500 Hinterbliebene, davon 49 Kinder.

Der Hauptverteidiger im Kaprun-Prozess, Wolfgang Brandstetter, war von Dezember 2013 bis Dezember 2017 Justizminister, der Verteidiger des verantwortlichen Betriebsleiters der Gletscherbahn, Wilfried Haslauer, seit Juni 2013 Landeshauptmann des Bundeslandes Salzburg, und der damalige Chefermittler und Polizeimajor, Franz Lang, seit Dezember 2008 Polizeigeneral und Leiter des Bundeskriminalamtes.
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(*) Dieser link stammt aus dem rumänischen facebook, nachdem ich mich mehrmals mit diesem Thema beschäftigt habe und auch Nachfragen bei Staatsanwalt und Presse gestellt habe. Ohne Ergebnis. Das einzige Ergebnis war, dass man eine meiner zentralen Nachfragen, die in diesem link veröffentlicht waren, nicht mehr anklicken kann. Man liest in der Sperrerklärung:

„…a modificat vizibilitatea acestuia sau a fost şters.”, übersetzt:
„…wurde dessen Sichtbarkeit geändert oder es wurde gelöscht.“

Den zweiten link kann man öffnen (Zeitung Turnul sfatului), und da sieht man auch ein Foto von dem Wohnhaus. Die Überschrift war damals:

„Mă trezesc noaptea din pat și plâng.” Președintele asociației de locatari spune că nu au bani pentru expertiza blocului în care a avut loc explozia de duminică
Übersetzt:
„Ich wache nachts auf und weine.“ Der Vorsitzende der Mietervereinigung sagt, dass sie kein Geld für ein Gutachten zu dem Wohnblock haben, in dem sich am Sonntag die Explosion ereignet hat.

Erklärung: Weil die Staatsanwaltschaft nichts unternommen hat, dachten die Mieter daran, selbst ein Gutachten in Auftrag zu geben.

Die Reporterin von „Turnul sfatului“, die sich bei der Reportage so prächtig profiliert hatte, ist nach meinen Nachfragen für mich nicht mehr zu sprechen…..

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Ich frage mich, in welcher Welt wir überhaupt leben. Ein Iraker wird beim Mordprozess freigesprochen, nachdem er ein Mädchen vor einen fahrenden Zug gestoßen hatte. Ärzte, die in der Coronazeit Atteste zur Befreiung von der Maskenpflicht ausgestellt hatten, werden zu Haftstrafen verurteilt. Glaubt überhaupt noch jemand an die Durchsetzung des Rechts?
 

Heute vor 250 Jahren

von LePenseur 
 
 
wurde vom damaligen Ordinarius für Kirchenrecht an der Universität Ingolstadt, Adam Weishaupt, der Bund der Perfektibilisten, später umbenannt und als die Illuminaten bekannt, gegründet. Über diese Vereinigung schreibt Wikipedia u.a.
Ihre Mission war die Entfaltung der Moral und Tugend sowie die Gründung einer Vereinigung guter Menschen, um dem Voranschreiten des Bösen zu begegnen. Der wirkliche Charakter der Gesellschaft bestand in einem ausgeklügelten Erziehungssystem, um die Tugend und Sittlichkeit zu befördern und den absolutistischen Staat durch Unterwanderung überflüssig zu machen.
Naja, so war's wenigstens geplant ... ... "Edel sei der Mensch, hilfreich und gut!", um Goethe zu zitieren. Daß die Realität einer solchen Vereinigung deutlich hinter den Zielen ihres Gründers zurückblieb, ist in der Geschichte der Menschheit freilich die Regel, nicht die Ausnahme. Die weitere Darstellung in Wikipedia ist sicherlich nicht vollständig, aber zeugt doch vom Bemühen, eine gute und recht neutral gehaltene Übersicht über die ebenso kurze wie turbulente Wirksamkeit der Illuminaten im 18. Jahrhundert zu geben.
 
Was viele nicht wissen: der gute alte Adolph Freiherr Knigge (dessen wir in wenigen Tagen, am 6. Mai, zur 230. Wiederkehr seines Todestages gedenken können), den jeder nur als Autor eines geradezu sprichwörtlich gewordenen "Benimm-Buches" kennt  (bzw. zu kennen vermeint, was man, wenn man die Lektüre des wirklich überaus lesenswerten Werkes Über den Umgang mit Menschen hinter sich hat, als ziemlich oberflächlichen Unsinn erkennt!) war es eigentlich, der die Illuminaten zu ihrer Blüte brachte, nicht ihr Gründer Weishaupt.
 
Bis heute wirken die Illuminaten, wenn auch nicht real, so doch in der entzündlichen Phantasie diverser Roman- und Drehbuchautoren und durch eine geradezu ermüdende Überfülle von "Sachbüchern", die uns belehren, daß die Welt durch besagte Illuminaten im Auftrag von Außerirdischen (mal mit, mal ohne zwischengeschaltete Juden) gelenkt wird.
 
Daß Professor Adam Weishaupt, aus Bayern vertrieben, auf dessen inzwischen verschwundenem Grabstein zwar keine Geburts- und Sterbedaten, sondern nur die Inschrift stand:
HEIC JACET / WEISHAUPT / VIR INGENIO ANIMO DOCTRINA / PRIMARIUS CIVIUM LIBERTATIS / VINDEX ACERRIMUS / EXSUL OBIIT OCTOGENARIUS
(Hier ruht Weishaupt, ein Mann hervorragend an Geist, Mut und Gelehrtheit, Vorkämpfer der bürgerlichen Freiheit. Er starb im Exil als Achtzigjähriger)
... mit seiner Gründung eine Wirksamkeit letztlich weniger zur Höherentwicklung der Menschheit, sondern zu höheren Profiten der Verlags- und Filmindustrie und attraktiver Action-Heroinen der Sorte Lara Croft bei-getragen hat, wird ihm wohl auch bei größtmöglichem Pessimismus nicht vorstellbar gewesen sein ...

May-Flower

 
Für den Wonnemonat die passende Monatsanfangsfigur ...
 


Donnerstag, 30. April 2026

Douglas Macgregor: Trump Is Dangerous

von kennerderlage
 
 
Man kann der Meinung von Douglas Macgregor hinsichtlich der Gefahr, die Trump zunehmend darstellt, nur zustimmen, wenn man dessen letzte erratische Ansagen (gegen den Papst, in Gegenwart von Charles III und vorher der Premierministerin Japans etc.) betrachtet.
 
 
Wenn dieser Angriff auf den Iran durch die USA und Israel etwas zu Stande gebracht hat, dann nur das: die Wahrscheinlichkeit, dass der Iran in absehbarer Zeit Atomwaffen besitzen wird, hat deutlich zugenommen! Das wird aber nicht der Effekt sein, den sich Trump und Netanyahu vorgestellt haben.
 

Trump "droht" mit dem Abzug von US-Soldaten aus Deutschland

Gastkommentar
von SevenSamurai
 
 
Das meldet zumindest die Lügen-Presse.
 
 
WAS IST DARAN EINE DROHUNG?
 
 
Ist doch gut, wenn die Besatzer abhauen! Die rote Armee hat Deutschland bereits seit Jahrzehnten verlassen ...