Montag, 27. Mai 2019

Quidquid agis, prudenter agas et respice finem


Die heutige Parlamentssitzung verspricht »interessant« zu werden. Und wie wir wissen, ist der Wunsch, jemand möge in interessanten Zeiten leben, auf chinesisch ein ziemlich hinterfotziger Fluch.

So, wie's derzeit ausschaut, wird der "Jetzt"-Mißtrauensantrag, der sich nur gegen Bundeskanzler Kurz richtet vermutlich abgeschmettert werden, der SPÖ-Mißtrauensantrag (der sich gleich gegen die gesamte Bundesregierung richtet) hingegen von der FPÖ unterstützt werden.

Ich bleibe dabei: für besonders klug halte ich das nicht unbedingt. Die FPÖ wäre weitaus besser beraten, einen eigenen Mißtrauensantrag einzubringen, über welchen dann gesondert abgestimmt werden müßte. Dieser sollte sich zwar gegen Kurz richten, daneben explizit auch dem neuen Innenminister, und vielleicht auch dem einen oder anderen »türkisen« Minister (z.B. Justizminister Moser). Die FPÖ könnte sich dann, unter Hinweis auf ihren eigenen Mißtrauensantrag, bei den anderen beiden Anträgen, bequem zurücklehnen und nicht mitstimmen. Daß SPÖ und "Jetzt" unter diesen Umständen dann dem FPÖ-Antrag zur ihre Zustimmung zu einer Mehrheit verhelfen, ist eher unwahrscheinlich. Und wenn — dann wären sie es, die dem FPÖ-antrag zur Mehrheit verholfen hätten und nicht die FPÖ, die dem SPÖ-Antrag zur Mehrheit verhilft (was »psychologisch« durchaus einen Unterschied macht)!

Die Folge einer solchen Vorgangsweise wäre, daß Kurz zwar noch kurz im Amt bleibt (womit die FPÖ nicht in den Geruch kommt, als »beleidigte Leberwurst« den Kanzler gestürzt zu haben), aber deutlich »angezählt« ist. Zugleich macht sie klar, daß sie die Intrige, mit der Kickl aus dem Amt gedrängt wurde, nicht ungeahndet lassen wird.

Was wäre denn die Folge eines Sturzes der kompletten Regierung? Der linke Hofbürger hätte carte blanche, sich ein »Expertenkabinett« ganz nach seinem Gusto zusammenzustellen — und der wird denkbar links sein. Andeutungen wie z.B. Ex-Bundespräsident Fischer zum Interims-Kanzler zu machen, lassen Fürchterliches ahnen. 

Noch eines: Rache — diese Mahnung sei der FPÖ vermutlich schon zu spät, aber dennoch zugerufen — ist ein Gericht, das kalt genossen am besten schmeckt. Derzeit kocht sie noch — und man kann sich nur zu leicht daran verbrühen ...


Was ist schon eine besoffene G'schicht in Ibiza gegen die Praktiken der Sozen?


Hadmut Danisch in seinem lesenswerten Artikel

100 Millionen pro Jahr und ein Milliardengrab

Ein Leserhinweis zur Spur des Geldes ging ein.
Ich hatte doch diese Kette Rezo – Tube One – Ströer – Scholz & Friends betrachtet.
Dazu schickte man mir zwei Links zu einem Blog namens „Alternativlos-Aquarium”
(Hier weiterlesen)
 Beeindruckend, wirklich beeindruckend, wie linke Propaganda vom Steuerzahler gelöhnt wird ...


Der Drops ist gelutscht

von Fragolin

Österreich
Naja, ernüchternd ist es schon, dass die Strategie des Intriganten aufzugehen scheint. Die Leute wählen den ärmelschonerbewehrten Apparatschik Karas und die Vorzeigemarionette Edtstadler, die mit den Parolen der FPÖ deren Wähler abgrasen sollte, ohne wirklich vorzuhaben, diese umzusetzen – oder glaubt wirklich jemand, dass die ÖVP jetzt plötzlich zum Widerpart der EVP wird, die den Kurzen eh gerade brutal zurückgepfiffen hat? Nein, die eiserne Lady ist nur ein Feigenblatt, um dort abzukassieren, wo die Intrige gegen die FPÖ gewirkt hat.
Zumindest erbaulich war es, die langen Gesichter der Roten zu sehen, als klar wurde, dass sie nicht den fulminanten Sieg eingefahren haben, den sie sich versprachen. Dass sie aber auch nichts verlieren, scheint ein Zeichen zu sein, dass sie bei der Kernzahl ihrer Wählerschaft angekommen sind. Treu bis in den Tod, wir wählen immer Rot!

Erstaunlich ist, dass die Grünen fast konstant geblieben sind. Die Leute wählen die Grünen ins Europaparlament, aber bei der Natianalratswahl fliegen sie aus dem Parlament. Kann das auch daran liegen, dass bei der EU-Wahl auch EU-Bürger wahlberechtigt sind, bei der NR-Wahl aber nicht? Sind das alles begeisterte Grüne? Naja, wenn man sich anschaut, dass viele aus Deutschland kommen und dort die Grünen gerade zur zweitstärksten Partei aufsteigen, dann wundert das nicht viel.
Alles in Allem kann man feststellen: 82% haben begeistert für die derzeitige Politik der EU gestimmt, sind für Massenmigration und Abschaffung der Nationalstaaten. Die Karten liegen offen am Tisch, wer wofür inhaltlich steht. Das Volk hat gesprochen, der Souverän hat immer Recht. 82% haben bestellt, an 100% wird geliefert.

Deutschland
In Deutschland schaut es so aus, als hätten fast 89% bestellt. Bei einer Quote von 11% für die AfD und einem großen Überhang an ekligen alten weißen Männern, die diese Partei wählen, kann man inzwischen davon ausgehen, dass es mit einer Fehlerquote von gerade mal 6-7% bei einer allfälligen bereichernden Sonderbehandlung die Richtige trifft. Also nur jede 15. oder 16. wollte das nicht. Wer bestellt hat, braucht nicht jammern, wenn geliefert wird. Die Programme von Schwarz und Rot und Grün in Brüssel sind bekannt, ihr Handeln seit Jahren ist belegt, keiner kann mehr sagen, irgendwas nicht gewusst zu haben.

Auf dem richtigen Weg ist die SPD. Kaum damit konfrontiert, dass sie nur noch 15% der Menschen erreichen, palavert die dralle SPD-Maid Svenja Schulze in das n-tv-Mikro glühenden Gesichtes, dieser herbe Verlust würde nur daran liegen, dass man sich nicht ausreichend beim Thema Klimaschutz engagiert habe, was man nun korrigieren muss und dieses Thema weiter forcieren. Wenn etwas nicht funktioniert, heißt die Antwort also: mehr davon! Typische SPD-Taktik; der Erfolg ist absehbar und ich gönne ihn den Roten von Herzen.

Angelas Kleiner Klon derweil quakt begeistert, dass nun endlich ihr Manni Weber der Thronfolger des trunkenen Truchsess in Brüssel wird, weil die EVP ja die größte Kraft in der EU bleibt. Ob sie da schon den Rauswurf Orbans eingerechnet hat oder die Folgen des präpotenten Polterns gegen die osteuropäischen Konservativen, weiß ich nicht, aber ich würde bei aller Erfolgsbesoffenheit den Ball erstmal flach halten. Das schwarze Streifchen am Tortendiagramm des EU-Parlamentes ist nämlich recht dünn. Dass die anderen noch dünner sind, hilft da nicht viel.

Dass über ein Viertel der Deutschen die bekennenden linksradikalen Deutschlandhasser der Grünen und Linken wählen, zeugt vom Erfolg derer illegaler Meinungsmanipulationen Marke Rezo und Greta. Die Linkspopulisten und Linksradikalen haben die Chancen der direkten Beeinflussung junger Menschen über die virtuellen Netzwerke gut erkannt und genutzt. Die gleichen, die permanent kreischen, der pöse Putin würde Pöses planen – die tun genau das. Und es wirkt, wie es scheint. Die Jugend wählt ihre eigene Zukunft, also bitte, passt schon. Wenn die nächste Generation den Hass auf das eigene Land und die eigene Identität bereits so tief verinnerlicht hat, naja, dann sollen‘s nicht jammern, wenn sie einst alt sind und all das, was ihnen ihre Jugend erst ermöglicht hat, zerstört am Boden liegt. Wer sein Haus freiwillig abbrennt, der endet eben obdachlos. Ist logisch, ist bekannt, also auch hier: nicht jammern, wenn geliefert wird, was bestellt wurde. Ihr habt es nicht anders gewollt.

Europa
Ich mache jetzt keine Nachtschicht, aber da wird sich wohl nicht mehr viel am Ergebnis ändern. Anders als in Österreich, wo Kurz mit seiner Intrige Erfolg hatte, werden die sogenannten „Volksparteien“ europaweit ziemlich abgeklatscht. Es gibt keine dicken Brocken mehr in den Tortendiagrammen, nur noch schmale Streifen.
In Frankreich gewinnt LePen mit fast 24% deutlich vor dem Makrönchen, was bei diesem zu einem recht säuerlichen Gesichtsausdruck führt. Das ist mir eine gute Flasche südfranzösischen Roten wert. Wird wohl eine nicht reichen. Aber auch hier hat die Jugend die Grünen gewählt. Da bahnt sich was an, es scheint ein europaweites Konzept des Kaperns der Jugend über die Neuen Medien zu geben. Denen werden panische Ängste vor Klimakatastrophen und Nazihorden eingetrichtert und in Schule ebenso wie sozialen Netzwerken in den jugendlichen Schädel gewummert, bis sie es glauben und meinen, durch die Wahl der Grünen und Kommunisten ihre Zukunft retten zu können. Nichts Neues also, nur durch den Einsatz neuer Kommunikationsmethoden heute weit wirkungsvoller als früher. Aber die Jugend ist verführbar, und jene, die auch unerfahrene 16-jährige an die Wahlurnen gelassen haben, haben das nicht ohne Strategie getan.
Naja, die Wahl ist gewählt, der Drops ist gelutscht, die nächsten Jahre stehen fest. Es ändert sich manches an der Sitzverteilung aber nichts an der Politik, es wird weitergehen wie bisher. Die Zugewinne der Opposition sind klein und werden keine große Wirkung entfalten.
Ich rechne mit keinen Änderungen.

Sonntag, 26. Mai 2019

Die Exit-Polls


... in Österreich melden einen erwartbaren Sieg der ÖVP, das nicht wirklich überraschende Stagnieren der SPÖ, das (für die aktuelle Ibiza-Video-Berichterstattung) vergleichsweise moderate Absinken der FPÖ, einen als großen Sieg gefeierten leichten Verlust der GrünInnen, das Stagnieren der PinkInnen und das Scheitern von Pilz und den anderen Kommunisten.

Da ich morgen früh raus muß und wenig Lust habe, noch bis 23:00 Uhr aufzubleiben, um dann noch einen Artikel zu verfassen, lasse ich das mal so stehen (mit allen Unsicherheiten von +/– 2,5% etc.) und resumiere nur: 

Niedertracht zahlt sich offenbar immer noch aus. Ich bin Realist genug zu wissen, daß sich das bis zu meinem Lebensende (und auch danach) nicht wirklich ändern wird. Ich bin Idealist genug, das bedauerlich zu finden. Und ich bin Zyniker genug, mich daran zu ergötzen, wie bisweilen — wenn auch leider zu selten und meist zu spät — die Niederträchtigen ihre Niedertracht einholt. Im Falle von Kurz und seiner Partei mag das vielleicht früher sein, als sie heute glauben. Na, warten wir's ab ...

Wenn man den deutschen Prognosen trauen darf:
  • CDU/CSU: 28,0 Prozent (30,0 Prozent)
  • Die Grünen 22,0 Prozent (10,7 Prozent)
  • SPD: 15,5 Prozent (27,3 Prozent)
  • AfD: 10,5 Prozent (7,1 Prozent)
  • FDP: 5,5 Prozent.
  • Linkspartei: 5,5 Prozent
Hier fand also ein Austausch von Rot nach Grün statt (–11,8 und +11,3), die AfD wird stärker, aber schafft nicht einmal die Hälfte der Ökommunisten*). Das Volk der Dichter und Denker ist offenbar um seinen Verstand gekommen.
Über Frankreich liest man derzeit noch nichts — offenbar müssen noch die Ergebnisse zugunsten von Macron frisiert werden, bevor vorläufige Prognosen nach außen dürfen.
Putzig finde ich eine Aussage im Liveticker, den DiePresse zur EU-»Parlaments«-Wahl laufen hat. Da zitierte Marlies Eder:
Noch einmal zu politischen Rechenspielen rund um das Europaparlament: Konservative und Sozialdemokraten werden mit den prognostizierten Verlusten keine Große Koalition mehr schließen können. Es wird daher künftig eine "Viererbande" mit Liberalen und Grünen im EU-Parlament geben, schreibt Korrespondent Oliver Grimm aus Brüssel.
Ja! Viererbande trifft's sehr gut — ich hätte nur die sinnstörenden Anführungszeichen weggelassen ...


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*) kleiner Nachtrag (18:45): das Abschneiden der AfD erklärt sich natürlich auch zum Teil durch Vorgänge wie diesen hier. Er wird wohl nicht der einzige seiner Art sein. Nicht einmal der einzige, der entdeckt wurde ...


Video zum Sonntag

von Fragolin
Der momentan beste Kommentator der Ibiza-Schmiere.


Enttäuschend ist nur, dass zwei Parteiführer, deren Parteien eine gute Regierungsarbeit geleistet haben, sich als charakterlicher Müll entpuppt und damit die ganze Arbeit der letzten zwei Jahre zerstört haben. Bei den anderen habe ich eh nichts anderes vorausgesetzt.
Der Schaden für Österreich ist nicht der von den Linken herbeifabulierte „im Ausland“, zu dessen Beweis sie sogar das radikalkommunistische SED-Kampfblatt „Neues Deutschland“ zitieren müssen, sondern der für die österreichischen Eltern und Steuerzahler, denen man nun wieder genüsslich die fiskalischen Daumenschrauben anziehen wird, während man ihren Kindern die Zukunft zerstört. Die Zersetzer und Zerstörer haben gewonnen, dank der Dummheit eines Prahlhanses und der Intriganz eines Machtbesessenen.
Die Hoffnung stirbt zuletzt.
Begraben wird sie in einer GroKo.
Noch ein Tag bis zum Bastit.

Samstag, 25. Mai 2019

Kurz Kanzler


... gewesen, so wie's derzeit aussschaut. Und jetzt mit der bitteren Erkenntnis, in Wahrheit bloß der betrogene Betrüger bzw. der nützliche Idiot gewesen zu sein.

Nein, derzeit möchte ich nicht in der Haut des Noch-Bundeskanzlers Kurz stecken! Egal, ob er nun »von sich aus«, weil er einen Moralin-Schub bekam, das aus dem Anlaß des Ibiza-Videos völlig unnotwendige Ende der schwarz-blauen Koalition einläutete, oder ob er nur der willfährige Exekutor der Beschlüsse seiner Auftraggeber und Hintermänner war — der Nachgeschmack ist für ihn bitter, der jetzt,am Boden des Bechers, zu schmecken ist.

Da hat er doch tatsächlich geglaubt, er wäre ein so toller Hecht! Ihn hätten die Leute ja gewählt, ihn allein, die ÖVP müßte ihm die Füße küssen und überhaupt und außerdem ...

»Aber Schneck'n!«, wie der Wiener in solchen Fällen mit leichter Schadenfreude auszurufen pflegt. Er war (wie das Macrönchen) ein Retortenbaby der Bilderberger und anderer interessierter Kreise, für die — pars pro toto — der Name eines hungaro-amerikanischen Spekulanten und »Philanthropen«, den man nicht erwähnen darf, stehen mag.

So, wie's aussieht, hat besagter Herr Soros in seinem Treffen mit Kurz im November letzten Jahres die Order ausgegeben: »Die FPÖ muß raus! Denn die gefährdet unsere Projekte der Auslöschung der Nationen in Europa und der Umvolkung durch Massenzuwanderung. Basti, tu endlich etwas gegen diese Störenfriede!«

Etwa seit Weihnachten wurde in der Tat der Ton in der Koalition etwas kühler, war immer deutlicher die Distanz von Kurz, insbesondere gegenüber Kickl, spürbar. Alles bloß Zufall? Das glaube, wer will ...

Was Kurz in seiner narzistischen Selbstverliebtheit offenbar nicht kalkuliert hat: er war nicht nur als Büttel ausersehen, der die erfolgreiche ÖVP/FPÖ-Koalition hinrichten sollte, sondern zugleich als Delinquent, der danach ebenso am Galgen baumeln soll. Als Mahnung an alle ÖVPler — und an alle konservativen, »christlichen«, just name it, Parteien in der EU: 
»Tut das nie mehr! Versucht nie mehr, gegen den Willen der Transatlantiker und EUrokraten eine Koalition ein-zugehen mit diesen Schmuddelkindern, die so doof sind, noch immer von Heimat und Nation, von Unabhängigkeit und Selbstverantwortung zu träumen. Wenn ihr's nochmals versuchen wollt — denkt besser an Kurz: der hat das nicht überlebt!«
Eine Lektion, die sehr nachhaltig wirken wird, denn die »konservativen« Parteien sind ja zumeist nicht aus Überzeugung konservativ, sondern weil sie ihren Profit, ihre Seilschaften, ihne korruptiven Einflüsse »konservieren« wollen (und, wenn's nicht anders geht, sogar mit den Linksextremen dabei — Stichwort »Stricke verkaufen« — Geschäfte machen.

Ein zweites sei allerdings an die Adresse der FPÖ gesagt: sie ist sehr schlecht beraten, wenn sie sich jetzt aus verständlicher Erbitterung von roten Schalmeientönen Doskozils einlullen ließe. Der will jetzt Kurz stürzen, weil er

1. genauso ein Systemling ist, wie Kurz; hinter dem — man kann auf dem höchst verdienstvollen Investigativ-Blog »Ceiberweiber« zur Genüge darüber lesen! — durchaus ähnliche Seilschaften von jenseits des Atlantik stehen, wie hinter Kurz (es handelt sich also um Diadochenkämpfe innerhalb desselben Blocks); und

2. weil er auch aus innenpolitischem Kalkül höchstens an einer weiteren Zerstörung der FPÖ, diesmal von links, ein Interesse hat.

Die FPÖ ist vielleicht gut beraten, sich am Montag offensiv zu geben (wer könnte es ihr verdenken), aber die Drecksarbeit doch die andern machen zu lassen. Kurz muß ja nicht unbedingt sofort gestürzt werden — vielleicht ergibt sich ein bisserl später, wenn noch mehr vom Morast der Fallensteller zu Tage getreten ist, eine bessere Gelegenheit.

Wie auch immer: die FPÖ ist durch diese heimtückisch geplante Intrige für Jahre aus einer Koalition ausgeschlossen. Das ist unerfreulich für Österreich — doch diese Erkenntnis zu ignorieren, das wäre noch weitaus letaler für die FPÖ (und damit noch weitaus unerfreulicher für Österreich)! Danäer-Geschenke in Form von Regierungsbeteiligungen sollte die FPÖ, jedenfalls solang die Nomenklatura in Brüssel noch werken kann, stets mit Argusaugen betrachten ...

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P.S.: ein FPÖ-Sympathisant berichtete mir von Plänen an der Basis, durch massenhafte Vorzugs-stimmen für Strache, der irgendwo weit hinten an unwählbarer Stelle auch auf der EU-Liste seiner Partei steht, diesem ein Signal der Solidarität zu senden. Das ist sicher gut und ehrenhaft gedacht, den Mann, der vor Jahren die Scherben der FPÖ zusammengeklaubt und daraus eine erfolgreiche Partei gemacht hat, nicht wie eine heiße Kartoffel fallen zu lassen, wenn er in Schwierigkeiten steckt. Aber: der Weg ist der falsche!

Man stelle sich vor, Strache bekäme genug Vorzugsstimmen, um ins EU-»Parlament« einzuziehen ... er wäre gut beraten, diese Wahl nicht anzunehmen (so schwer es ihm verständlicherweise fallen mag) — denn er wäre zu faktischer Untägigkeit verurteilt und nur eine ständige Gefahr für das Zusammen-wirken der Rechts-Fraktion.

Wer Strache helfen will, der soll im Bekanntenkreis all das, was an Lüge, Intrige und Desinformation durch die Systemmedien wabbert, aufzeigen. Das erfordert mehr Mut als das gratismutige Schreiben eines Namens in der Wahlzelle. Aber den sollte jemand, dem Freiheit des Einzelnen und die Souveränität unseres Landes etwas bedeuten, wohl aufbringen!


»Warum die Liberalen im kommenden Europaparlament ein wichtigere Rolle spielen könnten als die Rechtsparteien«


... titelt »Addendum«. Das ist ganz einfach zu beantworten:


Weil sie sich als Polithure gern in einem Dreier mit den beiden Etablierten, EVP und Sozen, von vorne und hinten durchficken lassen — um ein paar Amterln zu kriegen ...


Ist ja bei uns in Österreich auch net anders: die PinkInnen haben – sind die letzten Wien-Wahlen denn schon vergessen? – immer schon fürs »Endlich-mittun-dürfen« bei den Großen bereitwilligst die Beine breitgemacht.

Zeitlose Wahrheiten aus dem Netz (45)






Noch kürzer vor der Wahl

von Fragolin

Nach der gestrigen Erinnerung an die inhaltlichen Anker der europäischen Schwarzen nochmal ein Blick auf die Roten, die wir ja jetzt durch die Hintertür der alten schwarzen Bonzen wieder in der Regierung sitzen haben, so dass der österreichische Normalzustand – wähle, was immer du willst, am Ende fressen dich die GroKodile – wieder hergestellt wurde. Zumindest wollen die GroKoXperten diesmal nicht in gewohntem Stillstand verharren, sondern machen als erste Amtshandlung gleich mal Beschlüsse der abgereisten Blauminister rückgängig; so als kleiner Vorgeschmack, was mit Steuerreform und Asylgesetz unweigerlich folgen wird.

Aber zurück zu den Roten, dieser sich im aktuellen Kreischmodus als absolute Moral- und Sauberpartei selbstfühlende Elite der Ehrlichkeit und Verlässlichkeit. Mit voller Lautstärke lässt sich leicht übertönen, falls jemand Worte wie AKH Nord, Heumarkt, BWSG oder HTL Ottakring flüstern sollte. Oder, momentan besonders brisant, ein Verein für „Kinderbetreuung“, den die Stadt Wien mit mehreren zig Millionen pro Jahr „gefördert“ hat, und an dessen oberem Ende sich Ehefrauen und Angehörige strammer Stadtgenossen jahrelang äußerst üppige Bezüge in die Taschen stopfen konnten. Die Leichen im Keller des Roten Rathauses dürften schon eine meterdicke Kompostschicht gebildet haben, auf der der typische rotbeparteibuchte Magistratsbeamte gezüchtet wird; damit sind diese an die Methode „Management by Champignon“ perfekt angepasst, die da lautet: Im Dunkeln werken lassen, und wenn sich doch mal ein heller Kopf nach oben recken sollte, wird der sofort abgeschnitten.

Auf europäischer Ebene stehen diese Roten, die es national ehrlicher und einfacher ausdrückten, als sie einfach ankündigten, sie würden nur holen wollen, was ihnen zusteht, offiziell für soziale Gerechtigkeit, Fairness und Humanismus, und was sie sich sonst noch für Wieselwörter gekapert haben. Ihr aktivistischer Rand hängt in Merkelstan bereits Werbeplakate aus, auf denen sie mit Antifa-Wording und Baseballschläger des Schwarzen Blocks dem politischen Gegner klarmachen, dass sie bereit sind, die gute Tradition sozialistischer deutscher Jugend-Prügeltruppen weiterzuführen, allfällige Gegner mit aggressiver Gewalt zu beseitigen.
Ihr Spitzenkandidat und Ritter um Junckers Nachfolge, Frans Timmermans, hat aus seinem Herzen auch keine Mördergrube gemacht und bereits vor Jahren klargestellt, dass er homogene Gesellschaften und „monokulturelle“ Nationalstaaten für entbehrlich erachtet und deren Verschwinden aktiv beschleunigen möchte. Dazu dient auch das Mittel der geförderten „Durchmischung“ durch eine mit Anreizen angeheizten Migration. Egal, wer kommt, Hauptsache viel und das schnell, um dem Ziel der multiethnischen Buntheitsgesellschaft schnellstmöglich näher zu kommen. Wenn man sich die Realisierung dieser feuchten Träume vorstellt und dazu die Prügeltruppen aus Nahles‘ Jugendverein, die bereits am linken Rand der SED angekommen sind, dann frage ich mich schon, wie man drauf sein muss, um dieser Partei seine Stimme zu geben.

Also, wer morgen schwarz wählt, wählt den Wunsch nach 70 Millionen Migranten in den nächsten 15 Jahren; wer morgen rot und grün wählt, wählt den Wunsch nach unbegrenzter Massenmigration und erzwungener „multikultureller Durchmischung“ zwecks der Abschaffung „monokultureller Gesellschaften und Nationalstaaten“ möglichst schnell und bald. Die Pinken kann man da getrost dazurechnen, fordern sie auf ihren Plakaten doch explizit die „Vereinigten Staaten von Europa“, also die Aufgabe jedweder Souveränität, die das Völkerrecht den Völkern gegeben hat. Sie alle stehen begeistert hinter dem „Migrationspakt“ Merkels und hinter der Selbstauflösung der Nationalstaaten und jeder Souveränität der Völker, die es ja dann eh nicht mehr gibt.
Nur nochmal zur Erinnerung, wenn man sich nicht wegen Inhalten sondern Videoschnipseln entschieden hat, sein Kreuzchen zu machen: Dieses Kreuzchen ist eine rechtsverbindliche Bestellung, und wenn diese aufgegeben wurde, wird auch das geliefert, was bestellt wurde. Niemand soll hinterher sagen, das hätte er nicht gewusst. Doch, inzwischen muss jedem exakt klar sein, was er bestellt, wenn er sein Kreuzchen macht...

Freitag, 24. Mai 2019

Der LÜGEL, oder: »... eine Geschichte geschmeidiger erzählen«


Nun liegt der Abschlußbericht der Relotius-Kommission in Sachen LÜGELgate vor, und berichtet voll Salbung und höchst erbaulich von bedauerlichen Vorkommnissen und mangelnden Kontrollen, und daß im Prinzip sowas ja auch woanders ... aber, so gleich zu Beginn der redaktionellen Einleitung:
Dergleichen war bis zuletzt auch in anderen Redaktionen durchaus üblich, macht die Masche aber nicht legitimer – und wird bei uns nicht länger toleriert.
Na, wie schön. Im Gegensatz zur Publikation illegaler Videomitschnitte, die vom LÜGEL offenbar durchaus noch länger toleriert werden. Erheiternd zu lesen ist auch das obiter dictum der Kommission über weitere festgestellte Lügenmärchen:

Allerdings hat die Kommission im Lauf der vergangenen Monate etliche Hinweise erhalten (von außen und aus dem Kollegenkreis), dass manche SPIEGEL-Kollegen in ihren Texten nicht immer journalistisch korrekt arbeiten. Es handelt sich dabei ausdrücklich nicht um Fälschungen, sondern in der Regel um Verfälschungen. Die Vorwürfe zielen auf Abweichungen vom SPIEGEL-Grundsatz: »Sagen, was ist«. Es geht meist darum, dass Tatsachen nicht korrekt oder nicht vollständig dargestellt wurden; entweder aus dramaturgischen Gründen, weil sich eine Geschichte geschmeidiger erzählen lässt, wenn man beim Beschreiben nicht ausschließlich an Fakten gebunden ist, oder aus weltanschaulichen Gründen, weil sich eine Geschichte stringenter erzählen lässt, wenn man widersprüchliche Fakten weglässt.

Die Kommission hat bei ihren vielen Gesprächen mit Redakteuren, Dokumentaren und Justiziaren den Eindruck gewonnen, dass es sich hier nicht nur um gelegentliche Ausreißer handelt, sondern zum Teil um unterschiedliche Auffassungen davon, was in einem journalistischen Text noch zulässig ist und was nicht. Daher hat die Kommission einige exemplarische Beispiele ausgewählt, an denen sich zeigen lässt, dass es auch abseits vom Fall des Claas Relotius Veränderungsbedarf im Haus gibt.
Der ganze Bericht wird — Relotius war schließlich bei der Gesellschaftsredaktion angesiedelt — im Bereich Kultur/Gesellschaft verräumt, wo ihn (so hofft offenbar die Redaktion) eh keiner lesen wird. Nun: »Sagen, was ist« lautet die Devise des Mediums. Nicht »Alles sagen, was ist« — und schon recht nicht: jedem ...





Hans Pfitzner: Klavierkonzert in Es-Dur, op. 32 (1922)



I: Pomphaft mit Kraft und Schwung – bedeutend langsamer, sehr empfindungsvoll, schwer und ernst – Tempo I 
II: Heiterer Satz. Ziemlich schnell, in einheitlich atemlosem Zeitmaß
III: Ausserst ruhig, versonnen, schwarmerisch 
IV: Rasch, ungeschlacht launig 

Klavier: Tzimon Barto 
Die Sächsische Staatskapelle Dresden unter Christian Thielemann

Nein, es ist kein »süffig« zu konsumierendes Werk, dieses Klavierkonzert! Wer es gern opulent mag, ist wohl bei Tschaikowsky & Co. besser aufgehoben ...



Die große Gleichschaltung



Dieses putzige Fündlein aus dem Internet beschert uns Meister Klonovsky. Nun: der Aufforderung, wählen zu gehen, werde ich gerne nachkommen. Ich werde auch nicht AfD wählen. Aber auch nicht CDU/CSU, SPD, die Grünen, die FDP oder die Linken (egal ob mit oder ohne Fragezeichen). Denn ich bin kein Merkelstanier.

Und noch einem Satz kann ich aus ganzem Herzen zustimmen: daß nämlich die Demokratie auch an einem Mangel an Demokraten zugrunde gehen kann. Genau das sehen wir derzeit in Österreich mit ungläubigem Staunen: wie ein in einer mit an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit geschobenen »Wahl« ins Amt gehievter Hofbürger einen Präsidialputsch im Zusammenwirken mit einem entweder überforderten oder aber charakterlos taktierenden Bundeskanzler den Wählerwillen aushebelt, um eine Große Koalition wieder ins Amt zu bringen.

In Deutschland ist die Situation nur oberflächlich betrachtet anders. Dort sitzt ein Korruptionist, der wirklich und ganz real ein hohes Sümmchen Geld auf seinem Schreibtisch geparkt hatte, und sich nicht und nicht erinnern kann, wer es ihm »gespendet« hat, als Parlamentspräsident ganz ungestört auf seinem Sessel. In Österreich tritt hingegen einer, der ziemlich besoffen von möglicher Korruption bloß gefaselt hat, augenblicklich zurück, als es bekannt wird. Erkennen Sie den Unterschied?


BITTE GEHEN SIE WÄHLEN!


Und lassen Sie mit Ihrer Wahl den entscheidenden Unterschied auch die selbstgerechten Arschgeigen der Blockparteien wissen. Danke.




Kurz vor der Wahl

von Fragolin

Um sich die innereuropäischen EVP-Parteifreunde unseres im Sinkflug befindlichen Kurz-Kanzlers am Europäischen Kaiserhof noch einmal in Erinnerung zu rufen, bevor man am Sonntag letzgültig entscheidend sein Kreuzchen pinselt, hier noch einmal der Hinweis auf die nicht nur vom scheidenden trunkenen Truchseß, sondern auch seinem griechischen Parteikollegen und damaligen EU-Migrationsbeauftragten Dimitris Avramopoulos deutlich zum Ausdruck gebrachte Ansicht, dass Europa dringendst in den nächsten 20 (davon sind jetzt noch 16 übrig) Jahren mit mindestens 70 Millionen Migranten geflutet werden müsse.
Was, schon vergessen? Ist doch erst vier Jahre her.
Hier nochmal ein kleines Post-it zur Erinnerung.
Und die ORF-Diskussion der Spitzenkandidaten nochmal anschauen. Mit den Schildchen und den Fragen, ob es eine geregelte Migration brauche und eine Vereinigten Staaten von Europa. Da war nur ein einziger Kandidat, der bei all diesen Fragen mit „Nein“ votierte; nur einer. Alle anderen, auch der Ärmelschoner Karas und selbst seine kleine laut kläffende, aber zahnlose Begleiterin Edtstadler, apportierten brav das Ja.

Und wenn man sich überlegt, woher diese 70 Millionen mehrheitlich kommen sollen, dann sollte man auch diesen Gedankengang nicht außer Acht lassen:

Arabien hatte eine Hochkultur. Dann kam der Islam.
Persien hatte eine Hochkultur. Dann kam der Islam.
Ägypten hatte eine Hochkultur. Dann kam der Islam.
Pakistan hatte eine Hochkultur. Dann kam der Islam.
Äthiopien hatte eine Hochkultur. Dann kam der Islam.
Mitteleuropa… da kommt der Islam gerade.
Wie das wohl enden wird?

Wenn ich mir so überlegen, was ich für schlimmer halte, zugekiffte Machtbesoffene auf Ibiza oder Leute an den Schalthebeln der Macht, die glauben, sie müssten uns durch das Zuschütten mit zig-Millionen Steinzeitreligiösen vor Inzucht retten, dann weiß ich, wo ich mein Kreuz machen werde. Nämlich da, wo ich mir sicher bin, auch in Zukunft Kreuze machen zu dürfen.

Donnerstag, 23. Mai 2019

Ignaz Moscheles



... wird heute wohl nur mehr dem gewiegten Musikkenner etwas sagen. Was schade ist — denn v.a. seine Klavierkonzerte (Moscheles war ja einer der geschätztesten Klaviervirtuosen und -pädagogen seiner Zeit) sind nicht nur auf »für den Laien« mit Genuß anzuhören, sondern verraten auch eine keineswegs geringe kompositorische Begabung. Nehmen wir nur das 3. Klavierkonzert in g-moll, op. 58,  als Beispiel:


Aber nicht nur Klavierkonzerte »konnte« Moscheles, auch seine (ein Jahr nach dem Tod seines Idols und Freundes Beethoven geschriebene) Symphonie in C-dur beeindruckt durch die Intensität der Empfindung und Originalität der Themen und ihrer orchestralen Umsetzung:


Sicherlich war Moscheles kein bahnbrechender Neuerer, sondern blieb zeitlebens auf dem vertrauten Terrain »klassischen« Musikgeschmacks. Diesem blieb er auch in seiner klagnvollen Kammermusik verbunden, so z.B. in seinem ebenso (v.a. im Klavierpart) höchst virtuosen Septett in für Klarinette, Horn, Violine, Viola, Violoncello, Kontrabaß and Klavier, op. 88 (welch Glück für den Komponisten, in einer noch nicht von antifantischen Gehirnblähungen deformierten Zeit gelebt zu haben, und die mittlerweile höchst odiose Zahl »88« ungescheut verwenden zu können ...), komponiert 1832/33 und der »London Philharmonic Society« dediziert:


Dieser Artikel, geschrieben aus Anlaß der 225. Wiederkehr des Geburtstages von Ignaz Moscheles sei mit seinem letzten, dem 7. Klavierkonzert in c-moll, op. 93, dem sogen. Concert pathétique, aus dem Jahr 1835, beschlossen, welches von der Originalität der Anlage und Thematik die Reihe seiner Konzerte würdig beschließt:


Der Schüler Salieris und Albrechtsbergers, wie bereits erwähnt Freund Beethovens, und Lehrer von Felix Mendelssohn Bartholdy, der ihn 1846 als Professor ans Leipziger Konservatorium gewinnen konnte, starb, fast schon ein Monument einer vergangenen Musikepoche, am 10. März 1870, nur neun Tage nach seinem letzten Konzert mit dem Leiziper Gewandhausorchester.

Wirklich bloß: »Kurz gegen Kickl: Das ist Brutalität«?


Zu Unterbergers Artikel »Kurz gegen Kickl« folgendes Kommentarposting als


Gastkommentar
von Riese35


Nein, die Gegenspieler sind nicht Kurz und Kickl. Die Gegenspieler sind das österreichische Volk repräsentiert durch seine Wähler auf der einen Seite, und die Nomenklatura in Brüssel repräsentiert durch das Duo Weber/Karas mit einem wegen Insiderhandels gerichtlich letztinstanzlich für schuldig Befundenen und Verurteilten, der mit seinem wahrscheinlich schmutzig zusammengetragenen Geld allerhand Institutionen kauft.

Kurz versucht, allen zu gefallen. Das geht nicht. Er ist ein grandioser Redner, aber je weiter er sich in die Sackgasse manövriert, desto inhaltsleerer und widersprüchlicher werden seine Reden. Sie täu-schen längst schon nur mehr Einigkeit vor, bestehen aber nur mehr aus Worthülsen: für das Volk die Worte von der grandiosen Zusammenarbeit, für Weber/Karas die Erwähnung des Rattengedichts.

Kurz steht aus Brüssel unter Beobachtung und unter "Erfolgsdruck". In den Augen Webers und Karasens wird er längst als Versager gesehen. Sonst hätte Kurz das zum Thema seiner Rede überhaupt nicht passende Rattengedicht, dem noch dazu mit dem Rassismusvorwurf ein sachlich falscher Inhalt unterstellt wird, nicht erwähnen müssen. Sein anfangs ehrlich und aufrichtig erscheinendes Gehabe hat er längst durch innere Widersprüche auf Grund von Druck aus Brüssel verspielt. Nach alter Regel hat man erwartet, daß "Rechtspopulisten" sich selbst zerstören, sobald sie Regierungsverantwortung tragen müssen. Das ist ganz und gar nicht eingetreten und aus Brüsseler Sicht schiefgelaufen. Alle Wahlumfragen bestätigten dieser Regierung Stabilität, ein unerwartetes Novum für die Brüsseler Nomenklatura. Also hat man Kurz das Messer angesetzt und ihn zum Handeln gezwungen: wann wird die FPÖ endlich vernichtet sein? Je größer der Druck aus Brüssel und je länger der Zuspruch zur FPÖ in den Umfragedaten andauerte, desto mehr Widersprüche konnte man in Kurzens Handeln erkennen.

Da gab es die für einen BK vollkommen unsachliche, unpassende und inakzeptable Bezeichnung "widerlich" für die Identitären, unmittelbar nachdem diese von einem unabhängigen Gericht (!) von allen Vorwürfen freigesprochen (!!!) worden sind. Ein derartiger "Mißbrauch" der Freiheit durch ein österreichisches Gericht war natürlich für Brüssel ein unerhörter Unfall, für den Kurz die Hauptschuld und Hauptverantwortung trägt. Also fiel ihm nur mehr der Ausdruck "widerlich" ein, da es ja sachlich nichts auszusetzen gab.

Nicht viel anders verhielt es sich mit dem Rattengedicht. Der Rassismusvorwurf zeigte auch keine Wirkung in den Wählerumfragen, da die Wähler jetzt erst recht das Original zu lesen begannen und die Unsachlichkeit dieses plumpen Vorwurfs durchschauten.

Die sog. "Rechtspopulisten" hatten trotz allem oder vielleicht sogar deswegen ungebrochenen Zuspruch. Die EU-Wahl rückte immer näher, ohne daß Kurz die "Probleme" mit den österreichschen "Rechtspopulisten" aus Brüsseler Sicht im Griff oder gelöst hätte.

Auch die Nominierung Karasens als Kurzens EU-Spitzenkandidat hat keine Wende im Zuspruch zu den "Rechtspopulisten" gebracht, sondern eher das Gegenteil. Die sturen Österreicher gingen Karas nicht auf den Leim. Also mußte noch rechtzeitig vor der Wahl die schwere Munition ohne Rücksicht auf Verluste und Beschädigungen zum Einsatz kommen.

Wie es sich aber nun schon abzeichnet, scheint diese Rechnung für Brüssel auch nur mit mäßigem Erfolg aufzugehen. Nur 18% statt 23% im ersten Schock ist kein Absturz. Und 38% statt 34% auch kein Ruhmesblatt. Die Österreicher mögen es nicht, wenn sie vom Ausland vorgeschrieben bekommen, wie sie sich verhalten müssen, und sie lassen sich kaum aus Brüssel blenden. Wenn einmal Hofer über-nommen hat, die Fronten geklärt sind und die FPÖ gereinigt und wieder geeint auftritt, wird die FPÖ wieder zu ihrer alten Größe zurückfinden, ist sie doch die einzige Kraft, die für ein subsidiäres Europa mit seinen vielfältigen, gewachsenen Völkern und Kulturen eintritt. Die FPÖ ist heute glaubwürdiger denn je.

Die ÖVP und Kurz jedoch haben sich in immer größere Widersprüche in ihrem Torkelkurs zwischen den beiden Polen Brüssel und dem österreichischen Wahlvolk verwickelt – ich denke konkret z.B. an die diesbezügliche Journalistenfrage bei der Kandidatenvorstellung, den Widerspruch zwischen Karas und Kurz, zwischen Karas und Edtstadlerin – und sie sind heute unglaubwürdiger denn je. Kurzens Abschiedsrede von der Regierungszusammenarbeit hat dies nur noch bestätigt. Man kann nicht zwei Herren dienen. Kurz ist kein Pol, sondern der Spielball dazwischen.

Deshalb kann es jetzt für Österreich, seine Stabilität und seine Zukunft nur eine Antwort am kommenden Wochenende und im September geben: FPÖ. Diese ist glaubwürdiger denn je!