Freitag, 20. April 2018

Unerwünschte Wahrheiten


Damit man nicht bloß auf die mediale »Berichterstattung« angewiesen ist, sondern die Brandrede des Abgeordneten Wolfgang Zanger anhören kann, um sich selbst ein Bild zu machen — hier der Video-Mitschnitt aus der gestrigen Nationalratsdebatte:


Nun, das alles war sicherlich nicht ciceronianische Rhetorik, nicht die feine Klinge (und für Ohren jenseits des Weißwurst-Äquators vermutlich ähnlich unverständlich wie für LePenseur ein Diskurs in einem Dorfkrug Mecklenburgs) — aber ein paar Sachen werden dem Zuhörer wohl dabei klar:
  • der Abgeordnete war mit größter Wahrscheinlichkeit zwar emotional sehr erregt, aber ebenso sicher nicht betrunken (wie manche Postings in den »sozialen Netzwerken« insinuierten),
  • man mag seine Meinung nicht teilen, aber er hat zweifellos ebenso ein Recht, seine Definition von Familie (»der Ort, an dem Kinder gezeugt werden«) vorzutragen und zu vertreten, wie andere sie eben als »Patchwork«, als bloß »soziales Konstrukt«, oder gar als böse Ausgeburt des »Patriarchats« definieren, sowie
  • daß ein Abgeordneter ebenso das Recht hat, einen ehemaligen Bundesbahn-Chef (und späteren Kurzzeit-Kanzler) wegen der unrühmlichen Rolle im Transport vorgeblicher »Flüchtlinge« zu kritisieren, indem er ihn als »Ober-Schlepper« bezeichnet — und diese Wortwahl wohl gerügt werden sollte, jedoch nicht ärger ist, als wenn besagter Ober-Schlepper vorher die beiden Koalitionsparteien als »zwei Besoffene, die sich gegenseitig stützen« bezeichnete.
Und eine ganze Reihe von Kritikpunkten, die Zanger in vielleicht zu volkstümlicher Diktion vortrug, verdienten durchaus eine ernsthafte Auseinandersetzung: ist es wirklich sinnvoll, Mütter möglichst schnell von ihren Kindern zu trennen, um erstere »in den Arbeitskreislauf«, und letztere dafür in Kindergärten zu bringen, deren Kosten (auch) durch die Steuern der arbeitenden Mütter finanziert werden? Ist es wirklich der Weiheit letzter Schluß, möglichst viel Immigrantenpöbel durch üppige Sozialleistungen anzulocken, statt sich um höherwertige Bereicherungen unseres Arbeitsmarktes zu bemühen? Ist es wirklich verfehlt, die Abgehobenenheit von »Volksvertretern« zu kritisieren, die einen risikolosen Job mit ganz guter Bezahlung haben — und das einzige Risiko dabei jenes ist, bei den Parteigranden in Ungnade (und damit bei der Kandidatenliste für die nächsten Wahl aus dem Nationalrat) zu fallen?

Hätte sich bspw. Frau Heinisch-Hosek nicht umgedreht, wäre vielleicht eine Spur von Unbehagen auf ihrem Gesicht zu konstatieren gewesen, das ihr (und anderen) gut angestanden hätte!

Ja, keine Frage: Abgeordnete wie dieser sind nicht unbedingt das, wonach LePenseurs Herz lechzt! Aber sie sind ihm immer noch weitaus lieber, als abgehobene Schnösel aus irgendwelchem roten »Parteiadel«, die sich als Avantgarde der Werktätigen und Bessermenschen betrachten, und doch nur kleine, heuchlerische, raffgierige Apparatschiks sind ...

Nachhaltigkeit

von Fragolin

Deutschland hat seine Energie gewendet und will nun ganz groß in die E-Mobilität einsteigen. Na holla, das wird grün! Nur noch Strom aus Vogelschreddern und Aluminiumplatten, der Millionen Akkus aus Elementen speist, für die ganze Gebirgszüge plattgemacht werden und Motoren antreibt, in denen mehr Kupfer aufgewickelt wird, als die Kinder in den sambesischen und kongolesischen Kupferminen mit Körben ans Tageslicht schleppen können.

Leider hat das Ganze auch einen Haken. Nein, nicht die großflächige Umweltzerstörung in Südamerika oder die Kindersklaven in Afrika, das sind Kollateralschäden der grünen Energiewende die wir billigend in Kauf nehmen. Weil sie uns ja nicht betreffen. Wir wollen es sauber und grün haben, und zwar hier. Grüne denken nun mal nicht weiter als bis zum eigenen Gartenzaun, selbst wenn sie den im No-Borders-Taumel niedergerissen haben. Die Wand ist ihrem Kopf inhärent. Nein, der Haken ist, dass diese blöde Drecksnatur nicht mitspielt. Immer dann, wenn man richtig Strom braucht, also im Herbst und Winter, ist Nebel oder Sturm und auch nur wenig hell draußen. Derweil im Sommer die laue Brise über das sonnendurchflutete Flachland der nordgermanischen Tiefebene bläst und keiner so viel Strom braucht, wie die Windmühlenbetreiber erzeugen könnten. Doch keine Sorge, die müssen nicht darben, wie wir aus gut unterrichteter Quelle erfahren:

Hilfreich kann auch die Anweisung an Windkraft- und Solaranlagen-Betreiber sein, ihre Produktion vorübergehend einzustellen. Damit werden die Netzverantwortlichen aber entschädigungspflichtig, da für Alternativstrom eine Abnahmegarantie besteht. Tennet bezahlt also Geld für das Abstellen von Windrädern.“

Man muss den Erzeugern von Strom aus Windkraft nämlich auch jenen Strom bezahlen, den sie nicht erzeugen müssen, obwohl sie es könnten. (Keine Sorge, die Netzbetreiber überleben das, können sie diese Kosten ja wieder eins zu eins an die Netzkunden abwälzen.) Das ist wie ORF-Gebühr: Man muss zahlen, auch wenn man gar nicht schaut. Also eine typische Lösung der Politik. Oder besser das, was dabei herauskommt, wenn eine Vorpommeranze, die es bis zur Studentin der kommunistischen Physik gebracht hat, einmal die Energie wendet um Atomunfälle durch Tsunamis im zentralgermanischen Mittelgebirgsland zu vermeiden. Wie es Menschen geben kann, die Trump wegen seiner oft recht unverdünnt aus dem Hirn fließenden Zwitschereien für einen Idioten halten aber gleichzeitig Merkel und ihre Blockflöten-Weihnachtsgeschichten, wenn man den Teleprompter ausschaltet, für ein Genie, ist mir schleierhaft.
Die Beiden sollen sich ja noch von früher kennen; Mutti hatte da noch kürzere Haare und Donnie Echthaar:


Doch zurück zu unseren grünen Rührwendeln.
Nicht nur, dass diese Wunderwerke der Tierkörperzerkleinerung dafür sorgen, dass der Strom mit enormen Summen gefördert werden muss weil er sich entgegen allen Propheten der bald einsetzenden Vergünstigung durch Vermehrung vorne und hinten nicht rechnet (wenn man von etwas extra Teurem mehr beschafft, wird es nicht zwangsweise billiger sondern manchmal einfach noch teurer), nein, es kommt der nächste dicke Brocken der Ernüchterung auf uns zu.
Es geht um eine der Lieblingsfloskeln der Müslifraktion: Nachhaltigkeit.

Doch nachdem es beim Windstrom jahrzehntelang nur vorwärts ging, könnte das Abschalten zahlreicher Anlagen bald zu einem Rückgang der Produktion führen. Der Grund ist nicht, dass die Anlagen nicht mehr funktionieren – sondern dass ihre finanzielle Förderung demnächst ausläuft.“

Naja, das ist nichts Neues. Die bösen bösen Klimaleugner und Grünengegner haben es ja seit Jahren vorausgesagt, dass sich dieser Irrsinn niemals rechnen wird und das Ganze in sich zusammenklappt wie ein Kartenhaus. Eine Industrie, die auch nach Jahrzehnten nur durch üppige Steuerzahlungen und das gesetzlich gedeckte Abmelken der Verbraucher künstlich am Leben gehalten wird, wird in dem Moment kollabieren, in dem sie der Härte des Freien Marktes ausgesetzt wird.

Das deutsche Erneuerbaren-Energie-Gesetz, das im Jahr 2000 in Kraft getreten ist, garantiert Windpark-Betreibern während zwanzig Jahren kostendeckende Tarife für den Strom, den sie ins Netz speisen. Ab 2020 läuft diese Förderung jährlich für Tausende Windräder aus.“

Mal sehen, ob Mutti das noch durchpeitscht, das Gesetz zu verlängern.

Allerdings ist der Rückbau von Windanlagen nicht ohne Tücken.“

Wen wundert das? Doch Achtung, gleich kommt es: zwei Aussagen, die wunderbar ins Bild germanischer grüner Umweltpolitik passen:

Heute können alte Anlagen zwar noch mit Gewinn in andere Weltgegenden wie Osteuropa, Russland oder Nordafrika verkauft werden, wo sie dann weiterbetrieben werden.“
PLUS
Eine besondere Herausforderung beim Rückbau stellt das Recycling der Bestandteile dar. «Wir stellen mit massiven Subventionen Windräder auf, aber niemand hat sich Gedanken gemacht, was danach mit den Anlagen passiert, dass die eingesetzten Mittel zum Beispiel auch recyclingfähig sein müssen», so Herwart Wilms, Geschäftsführer des grössten deutschen Entsorger Remondis.“

Was lesen wir daraus?
Richtig: Die Grünen haben eine fixe Idee von modernen, vor sich hinschnurrenden Stromerzeugern, die keine bösen Atome zerschlagen oder verrottete Botanik verheizen und damit das Klima befeuern, sich zu wandeln, und schon muss das gut sein, ach was, doppelplusgut. Und so kommt zu den oben genannten Vogelschreddereien, Gebirgsumwälzungen und Kindersklavereien eben noch Sondermüll. Und damit wir mit diesem nicht allzu stark belastet werden, feiern wir das noch als Erfolg, wenn wir das nach Asien oder Afrika verschlitzen können.

Ein Problem stellen aber die Rotorblätter dar, die aus einer Mischung aus Glas- und Kohlefasern bestehen und mit Polyester-Harzen verklebt sind. «Wir laufen auf ein Riesenproblem zu», sagte Michael Schneider von Remondis zum Handelsblatt. Denn es sei kaum möglich, die mit Harz verklebten Fasern wieder zu trennen. «Wir kriegen die nicht mehr auseinander», so Schneider. (...)
So könnte am Ende nur die energetische Verwertung übrig bleiben, sprich Verbrennung. Aber auch diese ist schwierig, weil die Rückstände von Rotormaterial feinkörnig sind und die Filter von Verbrennungsanlagen verstopfen.“

Und so bleibt am Ende von der ganzen Klimarettung eine Müllverbrennungsanlage, aus der klebriger giftiger Qualm quillt und Feinstaub in die Atmosphäre brettert. Und im Falle der tausenden Tonnen faserverstärkter Kunstharze, die in Asien oder Afrika verheizt werden, kann man davon ausgehen, dass da garantiert keine Filter verstopfen.

Das kommt bei grüner Umweltpolitik und Merkels Energiewende raus: Umweltverschmutzung, Dreckschleudern, Ausbeutung.
Hauptsache, der Bobo von Welt fährt im Tesla mit gutem Gewissen und grünem Strom zu seiner biologisch abbaubaren Baumvilla am alten Baggersee.

Donnerstag, 19. April 2018

Was ist da los?

von Fragolin

Das sieht man heute, wenn man versucht, das Blog „Politikversagen“ aufzurufen, das täglich akribisch „Einzelfälle“ und „Bereicherungen“ aus den Regionalmedien und Polizeimeldungen auflistet:

Nachtrag: und bei "Einwanderungskritik" das:

»Wer die Wahrheit sagt, der braucht ein schnelles Pferd!«


... meint eine Kommentarposterin trocken zu folgendem »Krone«-Artikel:

Frontalattacke auf SPÖ

19.04.2018 09:21

„Betrunken?“ FPÖ-Politiker sorgt für Eklat

Eklat in der Nationalratssitzung am Mittwoch: Der FPÖ-Abgeordnete Wolfgang Zanger hat in seiner Rede (siehe Video oben!) Ex-Kanzler und SPÖ-Chef Christian Kern als (Zitat: „Oberschlepper“) sowie Kindergärten als „Kindesweglegungs-Einrichtungen“ bezeichnet. Daraufhin handelte er sich einen Ordnungsruf von seiner Parteikollegin, der Dritten Nationalratspräsidentin Anneliese Kitzmüller, ein. SPÖ-Mandatare im Plenar- saal reagierten mit lauten Zwischenrufen auf Zangers Wortwahl, Gabriele Heinisch- Hosek wandte Zanger provokativ den Rücken zu. In den sozialen Netzwerken  stand sogar der Vorwurf im Raum, der FPÖ-Politiker wäre während seiner Rede betrunken gewesen.
Na fein: kaum sagt ein Abgeordneter etwas, was der SPÖ und ihrer Gefolgschaft nicht paßt, so wird der Verdacht ausgesprochen, der Betreffende müsse betrunken gewesen sein! Die Leser der »Krone« sehen es freilich anders, und dokumentieren damit, daß sich die SPÖ in ihrer links-gutmenschlichen Abgehobenheit längst vom Volk verabschiedet hat:
251252
Die Wahrheit wollen die Roten nicht hören. direkt peinlich wie sie sich geben……

Jabistdenndudeppert
Hat doch eh recht, was regt ihr euch so auf?

courtney
Jetzt kreischt wieder jeder….Aber der Kern darf unsere Regierungsparteien als zwei B`soffene bezeichnen, ohne großartig gerügt zu werden.

Zikkke
Ja nun wird mal Tacheles geredet, vielleicht die Antwort auf die Aussage von Herrn Kern: Besoffene welche sich gegenseitig stützen….
Nein, ihr linken Herrschaften, die ihr jetzt entsetzt aufkreischt, wenn euch endlich mal der Spiegel entgegengehalten wird, aus dem euch eure heuchlerische, haßerfüllte Fratze entgegengrinst — nicht der, der den Spiegel vorhält, ist daran schuld, daß ihr so ausseht, wie ihr eben seid: korrupt, verlogen, selbstgerecht, totalitär in eurer Zwangsbeglückungssucht. Wie schon mein vor einigen Jahrzehnten verstorbener Vater zu sagen pflegte: »Man muß nicht notwenigerweise ein Vollidiot sein, um die Sozis zu wählen, aber es erleichtert's einem beträchtlich!« Ein Satz, dessen Wahrheit sich mir Jahr um Jahr mehr erschließt ...


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P.S.: daß Frau Heinisch-Hosek dem Redner ihren Rücken zuwandte, wird dieser wohl höchstens mit Erleichterung konstatiert haben — die sauertöpfisch-arrogante Visage dieser Dame ist wirklich nicht auszuhalten ...

Schon ein paar Jahre alt, aber immer noch interessant zu lesen

... ist ein Spiegel-Interview mit Herny Kissinger aus dem Jahre 2014:

'Do We Achieve World Order Through Chaos or Insight?'


Henry Kissinger is the most famous and most divisive secretary of state the US has ever had. In an interview, he discusses his new book exploring the crises of our time, from Syria to Ukraine, and the limits of American power. He says he acted in accordance with his convictions in Vietnam.

SPIEGEL: Dr. Kissinger, when we look at the world today, it seems to be messier than ever -- with wars, catastrophes and chaos everywhere. Is the world really in greater disorder than ever before?
Kissinger: It seems that it is. There is chaos threatening us, through the spread of weapons of mass destruction and cross-border terrorism. There is now a phenomenon of ungoverned territories, and we have seen in Libya, for example, that an ungoverned territory can have an enormous impact on disorder in the world. The state as a unit is under attack, not in every part of the world, but in many parts of it. But at the same time, and this seems to be a paradox, this is the first time one can talk about a world order at all. 
Manch bemerkenswerte Einsicht, versteckt in Nebensäötzen kann hier gefunden werden – eine recht gute Analyse einzelner Passagen findet sich hier.

Verlogenheit

von Fragolin

Kleine Frage: Von wem stammen folgende Zitate?

In diesem Sinn erleben wir hoffentlich gerade das Ende der Zeit „politischer Korrektheit“.“ ... Wir sind diesen Teilen der deutschen (und europäischen) Wirklichkeit zu lange ausgewichen. Nicht zuletzt weil der größere Teil der politischen, wirtschaftlichen und medialen Eliten dieser Wirklichkeit im eigenen Lebensalltag nicht begegnet.“

Unsere Kinder gehen zumeist nicht in Kitas und Schulen mit mehr als 80 Prozent Migrantenanteil, wir gehen nicht nachts über unbewachte Plätze oder sind auf überfüllte öffentliche Verkehrsmittel angewiesen, leben nicht in der Rigaer Straße in Berlin und wenn wir zum Arzt gehen, bekommen wir schnell Termine und Chefarztbehandlung selbst dann, wenn wir Kassenpatienten sind.“
 
Na, wer hat es erraten?
Ja, man glaubt es kaum, aber es ist das immer wieder zu beobachtende Wunder biblischer Dimension, das geschieht, wenn ein Politiker sich in den Privatbereich zurückzieht, also nicht mehr auf Gunst und Parteikohle angewiesen ist.
Und diesesmal ist es kein Geringerer als Siggi-Pop „das Pack“ Gabriel, der Stinkefinger-Siggi, die definierte Kontur gewordene Heuchelei der Sozen, der Pöbel-Pummel.

Auch wenn er nicht aus seiner eng gewordenen Haut kann und sich in dem Erguss mal wieder in dem üblichen sozialistischen Parolendickicht verfranst, das in der widersinnigen Conclusio gipfelt, die Leute am Land würden sich eben abgehängt fühlen weil sie keine Post und keine Bushaltestelle mehr haben und deshalb AfD wählen. Ist natürlich ziemlicher Quatsch; niemand wählt die AfD weil er der Meinung ist, Großkonzerne würden zuwenige Steuern bezahlen oder das Dorf braucht ein Postamt.

Es ist, weil ihre Kinder in der Schule von krätzigen Gangs als „Schweinedeutscher“ gemobbt werden. Es ist, weil auf einst friedlichen Einkaufsmeilen heute Straßenschlachten toben.
Der Siggi will keine politische Korrektheit mehr.
Da fragt man sich: Warum fährt er sich dann wieder in ihr fest? Alte Gewohnhiet, Altersstarrsinn, Alzheimer? Naja, der Anfang war gut, da war einiges an Erkenntnis drin.
Nur eines muss ich vehement ablehnen. Das ist das Bejubeln dieser immer wieder auftauchenden Alters-Erkenntnis. Nein, das ist kein Zeichen einer späten Läuterung. Das ist der Beweis des bisherigen Grades an Verlogenheit, denn was der heute sagt, hat er gestern schon gewusst, aber trotzdem so gehandelt, wie er es tat...

Mittwoch, 18. April 2018

»Mumie« zur Queen — ist das nicht ein wenig despektierlich?

DiePresse schreibt redaktionell (in Person von Frau Postl, d.h. ausnahmsweise nicht von APA ab):
Schon seit Monaten wird spekuliert, wer für den Chefposten dieser nachkolonialen Struktur infrage kommen könnte (Prinz Harry und seine Freundin Meghan Markle wurden genauso ins Spiel gebracht wie Ex-US-Präsidenten Barack Obama, der freilich gar nicht aus einem Commonwealth-Staat stammt). Prinz Charles' Name fiel in diesen Überlegungen hauptsächlich als Pflichtnennung.

Während die Entscheidung für die Commonwealth-Länder hauptsächlich eine symbolische sein wird, trägt sie für den Prinzen persönlich wesentlich größeres Gewicht. Er selbst sieht sich durch und durch als berechtigter Erbe seiner Mutter. Beim Commonwealth-Gipfel herrscht aber nun so etwas wie ein offener Wettbewerb der Ideen. Schafft es da der Prinz, sich zu selber positionieren? Im Notfall wird es wohl heißen: Mummy wirds schon richten.
Nun gut — das stand heute in der »Morgenglosse«, und vielleicht, wer kann's wissen, ging bei Frau Postl am Abend (oder gar: in der Nacht) davor so die Post ab, daß sie frühmorgens den Unterschied zwischen »Mommy« und »Mummy« nicht so ganz mitbekam (und korrekturlesende Kollegen gibt's in Zeiten wie diesen keine mehr ...)




Ahoi!







Zwei rechte Negerlein

... die wollten debattieren — 
Die Linken trauten sich dann nicht,
So ließ man's schubladisieren ...

Oder so ähnlich müßte der Kehrreim lauten, den man sich auf diese Meldung machen kann:

Nach Kritik an "Neger"-Ankündigung: MDR Sachsen setzt Radiosendung ab

Der Tweet rief in den sozialen Netzwerken heftige Proteste hervor. Zwei Diskutanten sagten daraufhin ihre Teilnahme ab. 

Nach massiver Kritik an einer Programmankündigung hat der MDR Sachsen die für Dienstag geplante Ausstrahlung einer Radiodiskussion abgesagt. Zuvor hatte die Redaktion mit der Frage "Darf man heute noch "Neger" sagen?" auf Twitter auf die Sendung hingewiesen und damit in sozialen Netzwerken heftige Proteste ausgelöst. Der Sender habe auf die Folge von "#dienstagsdirekt" verzichtet, "nachdem zwei der vier Gäste infolge des Tweets abgesagt haben", teilte MDR Sachsen per Twitter mit.

In der Sendung sollten die Rechtspopulistin Frauke Petry und der konservative Publizist Peter Hahne mit der Linken-Politikerin Kerstin Köditz und dem Soziologen Robert Feustel über "politische Korrektheit" diskutieren. Sie sagten nach dem umstrittenen MDR-Tweet ab. "Das Thema wurde bei einer kurzfristigen Sendungsankündigung mittlerweile in eine Richtung (weiter-)gedreht, die vollends indiskutabel ist", begründeten Köditz und Feustel in einer gemeinsamen Erklärung per Twitter. Dabei bekräftigten sie kritische Stimmen, "die grundsätzlich fragen, warum keine Menschen eingeladen wurden, die selbst von Rassismus betroffen sind".
... schreibt DiePresse (von APA/dpa ab, wie gewöhnlich). Tja, die Argumentation hat was! Man darf nicht nur nicht »Neger« sagen, man darf nicht mal fragen, ob man noch »Neger« sagen darf. Und demnächst wird auch die Frage, ob die Frage nach der Erlaubtheit eines »Neger«-Sagers erlaubt ist, ebenfalls verboten sein. Und dann die Frage nach der Frage, ob die Frage ... (bitte selbst weitertexten)

Ganz besonders originell ist freilich die Frage, »warum keine Menschen eingeladen wurden, die selbst von Rassismus betroffen sind«, wenn ohnehin Menschen eingeladen worden sind, die selbst von einem massiven und einen »rassistischen« durchaus vergleichbar Vorurteil unmittelbar betroffen sind: nämlich dem, daß »rechts« sowas wie »charakterlich letztklassig und verachtenswert« sei (also ein »Wertetumor«, wie Seine Diplomatische Exzellenz Asselborn von Luxemburg wohl ganz elegant formulieren würde).

Ist es nicht! Verachtenswert sind vielmehr die kleinen Feiglinge, die vor der Diskussion gekniffen haben, weil sogar sie gemerkt haben, daß ihr gutmenschliches Gesülze den Menschen einfach auf den Zeiger geht. Warum ein Wort, das nicht irgendwann im Spätmittelalter, sondern noch bis in die 1980er-Jahre hinein kein Mensch als »rassistisch« bezeichnet hätte, das sich völlig wertneutral in seriösen Lexikonartikeln und Fachpublikationen fand, auf einmal »rassistisch« sein soll, erschließt sich nämlich keinem, der nicht von der political correctness gehirngewaschen wurde! Die Sprache ändert sich nicht in wenigen Jahren — die braucht Jahrhunderte, um ein Wort auf natürliche Weise in seinem Sinngehalt zu verändern.

So, wie das »Weib« langsam — so zirka ab der Weimarer Klassik — durch die »Frau« abgelöst wurde, und irgendwann dann nach dem Vaticanum II auch aus dem Rosenkranz (»... gebenedeit unter den Weibern ...«) eliminiert wurde. Und jetzt soll sowas auf einmal im Schnellzugstempo passiert sein? Meyers Enzyklopädie (9. Aufl. 1971-1985) verzeichnet unter dem Lemma »Washington« noch unbefangen den Prozentsatz an Negern unter den dortigen Einwohnern — und bloß ein paar Jahre danach sollte das Wort plötzlich »rassistisch« sein?

Ach, macht euch doch nicht so lächerlich ...





Affentheater

von Fragolin

Da herrscht allgemeine Verwunderung: in Moscheen der ditib und der atib, also den Kanzeln des osmanischen Sultans und Khalifen in spe, marschieren kleine muselmanische Soldaten auf und feiern das heldenhafte Gemetzel vor den Toren Konstantinopels im Ersten Weltkrieg nach, so richtig mit modernen Camouflage-Klamotten und Knarren, während züchtig bekopftuchte Jungfern im Volksschulalter Heldenlieder trällern und die kleinen Kämpfer Allahs anhimmeln.
Jetzt könnte man sich empören und so tun, als würde hier die Welt einstürzen, aber sehen wir es mal nüchtern: da ist nix Neues unter der Sonne. Das findet schon seit Jahren statt.
Das schreiben sogar die Türken selbst:

Der Zeitpunkt, an dem dieses Affentheater losgetreten wird, wirft Fragen auf, da solche Aufführungen seit Jahren, wenn nicht gar seit Jahrzehnten stattfinden.“

Mit „Affentheater“ ist natürlich nicht das Herumgehopse der kleinen Soldaten des osmanischen Sultans und derer frisch bezogenen Matratzen vom Kinderchor gemeint, sondern die islamophobe Hetze des dekadenten Westens gegen den nationalistischen Stolz des Türkentums.

Es ist nun mal so, dass die konservativen und nationalen Strömungen in den türkischen Moscheegemeinden durchwachsen vertreten sind; eigentlich gibt es nur diese Strömungen und damit auch die Religiosität und den Nationalismus - wobei Nationalismus von der Gesellschaft in Deutschland oder Österreich geflissentlich mit der eigenen Geschichte verknüpft wird. Dafür kann jedoch der türkische Nationalismus nichts, dass die Deutschen oder Österreicher mit Patriotismus oder Nationalismus anderes assoziieren.“

Es kann den Türken auch herzlich egal sein. Aber nur, solange sie sich nicht in Deutschland und Österreich aufhalten. Ihre nationalistische Religiosität können sie gern im Reich des Sultans ausleben, aber nicht hier! Ich würde mir das Gedöns der Erdowahn-Cheerleader anhören, wenn in einer Kirche in Ankara (das sind diese Häuser, die der Staat Türkei im vorigen Jahr enteignet und übernommen hat) im Rahmen eines Kindergottesdienstes kleine Soldaten auftreten, die die Schlacht am Kahlenberg und den Sieg des katholischen Entsatzheeres über den Großwesir Kara Mustafa abfeiern.

Und ein Schmankerl aus der Ischfickdischcommunity habe ich auch gefunden, weil Sätze zerlegen so viel Spaß macht:

Ähnlich wie bei der ekelhaften Beschneidungsdebatte vor einigen Jahren und jetzt durch die Kopftuchdebatte, wird derzeit auf besonders perfide Art und Weise die vermeintliche Sorge um das Kindeswohl vorgeschoben, um gesellschaftlich stigmatisierte und in ihren mutmaßlichen Gesinnungen missliebige Menschen in ihren grundlegenden Rechten zu beschneiden...“

Ach, eine Debatte um die Beschneidung von Kindern ist ekelhaft, aber die Beschneidung der „grundlegenden Rechte“ von Eltern, die ihre Kinder körperlich verstümmeln oder in Uniformen stecken wollen, die darf nicht sein? Holla die Waldfee, das Kindeswohl, das die körperliche Unversehrtheit des Kindes vor die kranken Riten der radikalreligiösen Eltern stellt, muss man nicht vorschieben, das steht von ganz alleine vorn.
Auf das weinerliche Mimimi der „gesellschaftlich Stigmatisierten“ gehe ich nicht weiter ein. Wer sich demonstrativ durch Erscheinungsbild und Äußerungen selbst auf eine andere Stufe stellt als den geringgeschätzten Rest, kann nicht mehr für voll genommen werden, wenn er dann zum Greinen anfängt.

Fakt ist, dass da Kinder im Volksschulalter in einer Moschee eine Schlacht nachgespielt und kleine Mädchen islamisch bekopftucht dem zugejubelt haben. Auch wenn sofort beim Auftauchen von Bildern im Netz das Ganze empört (wie sonst) von den verlängerten Armen der türkischen Religionsbehörde des Khalifen in spe von sich gewiesen wurde, weil man wusste ja nicht und hätte ja nicht ahnen können – bullshit, Taqiya, Geblöke, denn bereits oben wurde in einem türkischen Medium offen zugegeben, dass das schon seit Jahren so läuft, und außerdem muss sowas vorher geprobt werden. Kinder rotten sich nicht plötzlich in Uniformen und Matratzenbezügen zusammen und zelebrieren eine hundert Jahre zurückliegende Schlacht unter dem Absingen spontan einfallender Lieder. Die haben das gelernt und geübt. Und die dabei sitzenden Eltern und Verwandten wussten auch ganz genau, was ihre Sprösslinge eingeübt haben.

Die Ausrede ist natürlich Heldengedenken an die Schlacht um Gallipoli:
Die Osmanen gewannen die Schlacht, ein Gemetzel mit 100.000 Toten, am 18. März, der bis heute in der Türkei als heldenhafter Sieg der muslimischen Verteidiger gegen das christlich-westliche Kreuzfahrertum (die sind irgendwann vor tausend Jahren steckengeblieben, es hilft nichts) gefeiert wird und den Bannerträgern des radikalmuslimischen Despoten Erdogan als Motivation gilt. Dieser verschob die Feierlichkeiten aber auf den April, um im Taumel der Sieges- und Gedenkfeier etwas anderes zu verstecken, zu dem er nicht gerne Stellung bezieht, weil er es, anders als der Rest der Welt, als heldenhaftes Meisterstück seiner djihadistischen Vorfahren gilt: der feige Genozid an mehr als einer Million Armeniern, dem am 25. April gedacht wird. Die Freude der radikalen Muslime am Aufschlitzen von Christen hat eine lange Tradition.