Samstag, 26. September 2026

Daniel Davis : Washington Slams the Door on an Iran Ceasefire

von kennerderlage
 
 
Die Alarmglocken schrillen. Die bekannten Abwiegler werden sofort rufen: "Nur erfunden, Panikmache, ohne jede Wahrscheinlichkeit!"
 
 
Wir werden es erst nacher wissen. Sofern wir dann noch etwas wissen. Wollen wir wirklich herausfinden, wie das ist, wenn wir nicht wissen, ob wir danach noch etwas wissen? 
 

Voter's musings

by  Meme Dept. 


Der kenntnisreichen Prof. Mearsheimer (9) : Is Ukraine Committing National Suicide?

von Manfred Müller 
 
 
In seinem neuesten Video auf seinem Youtube-Kanal analysiert Prof. Mearsheimer die Argumentation der früheren Pressesprecherin von Präsident Selensky (2019-2021), die sich inzwischen zur profunden Kritikerin seiner Politik entwickelt hat:
 
 

Erläuterungen von Prof. Mearsheimer unter dem Video (auf Deutsch): 

Iuliia Mendel, die von 2019 bis 2021 als Pressesprecherin von Präsident Selenskyj tätig war, veröffentlichte am 15. September 2026 einen Artikel im Spectator mit dem Titel „Selenskyjs Strategie ist nationaler Selbstmord“. Darin argumentiert sie überzeugend, dass die Ukraine ihren Krieg gegen Russland nicht nur verliert, sondern dabei so gründlich zerstört wird, dass sie faktisch nationalen Selbstmord begeht. 
 
Am darauffolgenden Tag, dem 16. September, wiederholte Mendel diese Argumentation in einer virtuellen Rede vor dem Europäischen Parlament. Sie hatte geplant, die Rede persönlich zu halten, doch ihr wurde der Zutritt zum Parlamentsgebäude verweigert, weshalb sie virtuell teilnehmen musste. Mendel führt diese Entscheidung auf die Sanktionen zurück, die Präsident Selenskyj drei Tage zuvor gegen sie verhängt hatte. Das Europäische Parlament hat jedoch keine Begründung für das Verbot gegeben. 
 
Mendels Artikel und Rede haben erhebliche Kontroversen ausgelöst, was angesichts der Schwere der ihr vorgeworfenen Taten und ihrer Tätigkeit als Selenskyjs Pressesprecherin kaum verwunderlich ist. In dieser Folge möchte ich die Argumente in ihrem Artikel und ihrer Rede vor dem Europäischen Parlament untersuchen und erläutern, warum ich ihre Beschreibung der Lage in der Ukraine für grundsätzlich richtig halte.  

KAPITEL  

0:00 Einleitung 0:36 Julia Mendels „Selenskyjs Strategie ist nationaler Selbstmord“ 1:23 Wer ist Julia Mendel? 2:23 Ihr Argument: Nationaler Selbstmord, nicht nur Niederlage 4:32 Die fünf Dimensionen einer Katastrophe 5:30 1. Demografische Katastrophe 7:26 Überprüfung ihrer Zahlen 10:23 Schätzungen der ukrainischen Opferzahlen 12:17 Kann sich die Ukraine demografisch erholen? 15:15 2. Wirtschaftliche Katastrophe 16:43 Abhängigkeit von westlicher Hilfe 20:22 Die Verschuldung der Ukraine 21:15 3. Territoriale Katastrophe 23:47 Die Bedrohung für Odessa 25:31 4. Politische Katastrophe 28:16 Korruption 29:11 5. Sicherheitskatastrophe 32:06 Zusammenfassung: Alle fünf Dimensionen 34:15 Der Kontrast zu Russland 38:41 Die Verantwortung des Westens 40:38 Fazit
 
Unter dem Video findet sich ein kritischer Kommentar (eines Polen, wenn der Nickname nicht irreführt) zu den Motiven von Julia Mendel, der allerdings den Ausführungen Mearsheimers keineswegs widerspricht, sondern diese vielmehr ergänzt:
@77Tadeusz
Mendel found her way to the West Mendel builds her narrative around hard demographics and economics. She highlights that Ukraine has shrunk to approximately 25 million inhabitants (half of whom are pensioners), is losing over 600,000 people per year, and without external support lacks the human resources to conduct a multi-year conflict against a 140-million-strong Russia. She argues that further escalation and rejecting proposals for territorial or diplomatic compromise will lead to the biological and economic ruin of the Ukrainian nation.
I am far from viewing her "conversion" as a selfless act of moral renewal in the spirit of Real-politik — if she were as sensible and impartial as she suggests, she would have never ended up in Zelensky's inner circle in the first place. 
Personally, I believe it was all about money, and Mendel is capitalizing on the shifting tide surrounding a lost war — not only to deflect allegations from herself, but also to prove her utility to gaining popularity in the EU among forces that may soon form new governments and seek people like Mendel, oriented toward burying the narrative of needing to destroy Russia. 
This does not alter the fact that Mendel relies on rational arguments that are methodologically difficult to refute. Of course, anti-Russian hardliners intent on fighting to the last Ukrainian, like von der Leyen, have known all of this for a long time; none of these pro-war lobbyists genuinely believe in Kyiv's victory or Ukraine joining the EU, and so forth.
Interessant als Ergänzung zum obigen Video ist das letzte Interview, das Roger Köppel mit Julia Mendel führte.
 

Freitag, 25. September 2026

The real meaning of MAGA

by  Meme Dept. 


Heute vor 25 Jahren

von LePenseur
 
 
... hielt der damalige (wie derzeitige) Präsident der Russischen Föderation eine sehr bemerkenswerte und von vielfachem Applaus unterbrochene Ansprache vor dem Deutschen Bundestag:
 
 
In Gelben Forum schrieb dazu der auch in unseren Blog bisweilen in Gastkommentaren zitierte, "altgediente" Forist Dieter:
Vor 25 Jahren. Wenn man bedenkt, welche Chancen mutwillig oder durch Druck der USA zerstört wurden und wo sind wir heute im Unterschied zum ursprünglich möglichen. 
 
Auch welche extremen volkswirtschaftlichen Kosten uns die europäische und deutsche Ablehnung gegenüber russischen Bestrebungen eingebracht haben. Man könnte kotzen. Extreme politische Fehler. 
Ja. Wie anders wäre unsere Situation, wirtschaftlich wie weltpolitisch, wenn die Abgeordneten damals nicht nur freundlich applaudiert, sondern die bereitwillig ausgestreckte Hand Rußlands ergriffen hätten ...
 
Haben sie nicht, aus einer Vielzahl von Gründen, die kaum "beweisbar", aber sehr wohl vermutbar sind. Und die man wohl unter der Rubrik "Unipolaristen, Globalisten & Transatlantiker" wird zusammenfassen können. Und vielleicht begreift angesichts des immer offensichtlicheren Niederganges dieses, unseres (!) Europa (das ich ganz bewußt nicht "EUropa" schreibe, weil Europa eben größer ist als das Gebilde organisierter Kriminalität unter der Bezeichnung "EU"!) auch noch der letzte, in der Wolle gefärbte US-Lakai, daß die Entscheidung, das Heil in der Gesäßnaht irgendwelcher Washingtoner Cliquen zu suchen, statt in der möglichen Zusammenarbeit auf Augenhöhe mit der Russischen Föderation, letztlich die Abrißbirne für Europa bedeutete.
  

Lawrence Wilkerson : Could Israel and Saudi Arabia Disappear?

von kennerderlage
 
 
Col. Lawrence Wilkerson ist seit Jahren Gast bei Judge Napolitanos YT-Kanal "Judging Freedom", und das mit vollem Recht! Zuerst geht es um die aktuelle unvorstellbare Entgleisung Trumps mit seiner Brandrede vor der UN-Generalversammlung, dann um die Zukunft des Nahen Ostens, bei der Wilkerson einen totalen Zusammenbruch der Monarchien in dieser Region nicht ausschliessen will:
 
 
Ein sehenswertes Video, auch wenn manchen Wilkersons Charakterisierung des Iran als einziger halbwegs funktionierender Demokratie im Nahen Osten befremden wird. Verglichen mit den Saudis, den Golfstaaten wird dies wohl jeder zugestehen, aber Israel ist doch eine echte, richtige Demokratie, nicht wahr? Ja, sicher! Wenn man bereit ist, einen Apartheitstaat, der die "falschen" Teile der Bewohner straflos umzubringen erlaubt und deren Land enteignet, ohne zu fragen oder wenigstens zu bezahlen ... dann ja. Aber eben nur dann! 
 

Donnerstag, 24. September 2026

Just a thought....

by  Meme Dept. 


Kurzer Gruß aus dem Urlaub

von LePenseur
 
 
Nur ein nettes, kleines Youtube-Video mit schönen Italienerinnen. Vielleicht mit ein bißchen Boshaftigkeit auf den Blog gestellt, damit mich die "Zurückgebliebenen" beneiden ... 
 
 
Es sollte eigentlich für jeden Geschmack was dabei sein, denke ich!
  
 

Prof. Jeffrey Sachs : Reaction to Trump's UN Speech & What Lies Netanyahu Will Tell the UN

von kennerderlage
 
 
Im Video spricht Prof. Jeffrey Sachs alles aus, was zu sagen ist:
 
 

Mittwoch, 23. September 2026

Cicero is simply right

by  Meme Dept. 


Douglas Macgregor : The Next Phase of Both Wars Much Harder to Contain

von kennerderlage
 
 
Wenn ein amtierender Präsident vor die UN-Generalversammlung tritt und damit droht, ein anderes Land zu vernichten, dann ist das eine Kriegserklärung an die Welt und ihre Ordnung seit 1945. Sicherlich gab es seit jenem Jahr zahllose Kriegshandlungen (von denen die deutliche Mehrzahl von den USA ausgingen, nur so zur Erinnerung ...), aber eine derartig dreiste Entgleisung, ein ganzes Land mit annihilation und send them to hell zu bedrohen, klingt aus dem Mund des Staatsoberhauptes eines permanenten Sicherheitsratsmitgliedes geradezu ... erratisch! Man fragt sich mit Berechtigung, was der Rest der Welt mit so einer Politik anfangen soll, zu der im Vergleich die Kanonenboot-Politik der Kolonialstaaten des 19. Jahrhunderts wie eine Kindergeburtstagsfeier erscheint!
 
 
 
Unter dem Video postet ein Kommentator eine (ja, man kann fast sagen: die einzig noch verbliebene!) plausible Vermutung, warum Trump derartig durchgeknallt agiert und quasi jeden diplomatischen Karren gegen die Wand knallt:

@MannyVela-g5h

I think President Trump is doing all this to appease Israel because he has no other choice; he knows that all the Epstein files would be made public — involving the possible rape or abuse of minors, and who knows what other atrocities.
Und zu einem nicht weniger pessimistischen Schluss kommt ein weiterer Kommentarposter

@FrankLibertas

In comparison with Trump, Nero would have looked perfectly sane. After Biden I thought it couldn't be worse, but it can. Who is the next president of the US? Bozo? This political system is rotten to it's core. In Europe it is more or less the same. The system is called Idiocracy!
Es hat seinen Grund, warum im Stichwortverzeichnis im rechten Side-Bar die Tags "Wir werden von Idioten regiert" und "Wir werden von Verbrechern regiert" vorkommen (und beide eine entsprechend zahlreiche Anwendung in den Artikeln aufweisen).
 

Dienstag, 22. September 2026

Galley Slaves

by  Meme Dept. 


President Václav Klaus : EU Authoritarianism & War with Russia

von kennerderlage
 
 
Tschechiens Václav Klaus als Interviewpartner von Prof. Glenn Diesen ist hochinteressant! Seine Analyse der EUdSSR trifft den Nagel auf den Kopf!
 
 
 
Unter dem Video dankt ein Kommentarposter wie folgt: 

@romualdleszczynski8583

This guy has always been so much ahead of his time. Look at his criticism of the EU from more than 25 years ago. Ridiculed by the European aparatchiks for decades - now we know his analyses were accurate to the letter.
Und ein anderer publiziert sogar Lyrik:

@DVHeld

Created by asking Gemini to summarize the video as 4 haikus:
Brussels speaks with pride, 
Claiming they are Europe's heart, 
But true bonds remain. 
 
Energy is tight, 
Self-inflicted winter chill, 
Gas supplies gone cold. 
 
Authoritarian, 
Labels used to quiet dissent, 
Fears of war arise. 
 
Bureaucracy grows, 
Rules replace the common sense, 
Freedom fades away.
Ein wahrhaft inspirierendes Interview, wie man sieht! 
 

Montag, 21. September 2026

The Born Victims

by  Meme Dept. 


Eine entscheidende Frage im Fall des Krieges: Was machen dann die ganzen Migranten in unserem Land?

Gastkommentar
von Plancius
 
 
Wir Deutschen haben ja nur das eine Land. Wir müssen uns dem Schicksal beugen, das der Herr diesem Land zugewiesen hat. Wir können nicht woanders hin, bis auf ein paar einzelne. 60 Millionen, noch dazu eine ungeliebte Spezies in unserer europäischen Nachbarschaft, werden niemals flüchten können oder woanders Aufnahme finden.

Was ich mich aber frage: Was machen all die Migranten in unserem Land, die ja wegen eines besseren und vor allem leichteren Lebens zu uns gekommen sind?

Sie haben ja noch ein zweites Standbein in ihrem Heimatland. Sie sind ja nicht wegen des schönen Wetters zu uns gekommen. Sie wollten ja explizit ein besseres Leben und das zum großen Teil in der Erwartung, dass die autochthonen Deutschen ihren Buckel für ihr angenehmes Leben krumm machen. Mit der Zerstörung unseres Landes ist damit aber dann Schicht im Schacht.

Das Lied der Linde und auch Irlmainer prophezeien eine Massenflucht der Fremden aus unserem Land.

Nun versetze man sich aber mal in die Lage eines Afghanen. Das süße Leben ist für ihn in Deutschland nun schlagartig zu Ende. Er kann nun nicht mehr in HH-Wilhelmsburg ein Schaf im Keller seines Hauses schlachten und die Felle auf seinem Balkon aufspannen.

Wird der Afghane versuchen, sich in Deutschland durchzuschlagen? Hat er überhaupt die Fähigkeit, sich hier durchzuschlagen? Ist er ohne die monatliche Überweisung vom Sozialamt hier überhaupt überlebensfähig? Werden die autochthonen Deutschen ihn vom nun kargen Futtertrog vertreiben? Oder kann er mit seinen Clan- und Glaubensbrüdern die autochthonen Deutschen vertreiben und sich Ressourcen sichern?

Und wenn ja, kann er überhaupt in unserem Land eine produktive Wirtschaft wieder aufbauen, um ein Überleben für sich und seine Familie auch langfristig zu sichern? Was erwartet ihn denn in Afghanistan, wenn er wieder zurückkehren würde? Er hat ja seine Brücken abgebrochen. Sein Clan ist ja in der Regel auch sukzessive in den Westen ausgewandert. Er müsste ja dort auch wieder bei Null anfangen. Also welche Motivation hat er denn, wieder in seine Heimat zurückzukehren?

Oder schauen wir uns die vielen Zigeuner in unserem Land an. Wenn unser Land zerstört ist, fällt auch die EU in sich zusammen. Fällt die EU, wird auch Rumänien als Ursprungsland der Zigeuner zusammen-brechen. Die Überweisung des Sozialamts hier zum Stopfen der 13 Kindermünder fällt ja dann aus. Und ein Zigeuner verfügt ja über keine einzige Fähigkeit, außer Kindermachen, um ein eigenständiges Überleben zu sichern. Aber auch in seiner Heimat Rumänien gibt es dann keine Zahlung vom Sozialamt mehr. Es gibt ihm keinen Vorteil wieder nach Rumänien zurückzukehren.

Ich sehe im Falle eines Krieges mit Russland den Zustand, dass wir in kürzester Zeit auf einen Zustand zurückgeworfen werden, wo es um die Befriedigung der existenziellen Grundbedürfnisse geht. Es wird ein Hauen und Stechen um die materiellen Grundbedürfnisse kommen. Und hier wird sich dann entscheiden, ob wir als Deutsche zusammenhalten und den kargen Kuchen für uns reservieren oder ob gewalttätige migrantische Clans versuchen, den Kuchen unter ihre Gewalt zu bekommen. Denn es geht dann hier schlicht ums nackte Überleben.
 

Prof. John Mearsheimer : Trump’s Mideast morass deepens

von kennerderlage
 
 
Noch ein interessantes Video mit Prof. Mearsheimer, dieses Mal mit Tom Switzer auf dessen Kanal Switzerland:
 
 
Zusammenfassung unter dem Video:

The most revealing development in Donald Trump’s war with Iran may not be taking place in Tehran at all. It is happening hundreds of kilometres away, on Yemen’s Red Sea coast. In the past week, the Iran-backed Houthis have seized strategically important territory across Yemen’s Red Sea coast. From there, they have greater capacity to threaten shipping through the Red Sea and, crucially, Saudi Arabia’s ability to export oil. 

There are reports that the Trump administration is considering a large-scale operation against the Houthis. But how can the United States defeat the Houthis? 

Plus, the latest on the Russia-Ukraine standoff. At what point does military attrition become a threat not merely to Ukraine’s army but to the viability of the Ukrainian state itself? 
  

Sonntag, 20. September 2026

Daniel Davis : The Sham Victory Ukraine's Being Promised Against Russia

von kennerderlage
 
 
Eine geschlagene halbe Stunde lang gibt der ehemalige Lt.Col. Daniel Davis Unterricht in strategischer Logik, also in einer Disziplin, die in den USA, NATO und EUropa inzwischen ausgestorben zu sein scheint:
 
 
 

Für Zyniker: Merz' eigentlicher Kanzler-Eid

Gastkommentar
von Xerxes
 
 
"Ich schwöre, daß ich meine Kraft dem Wohle Black Rocks widmen, seinen Gewinn mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes dementsprechend zu verbiegen, diese meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und keine Gerechtigkeit gegenüber dem deutschen Volk üben werde. So wahr mir die Wall Street helfe." 
 

Im Jahre 1876, also vor 150 Jahren

von LePenseur
 
 
... setzte sich ein damals schon international wohlbekannter Komponist an den Schreibtisch, um sein zweites Violinkonzert zu schreiben, nachdem sein frühes, erstes bereits ein Welterfolg geworden war. Und 1877 ward es dann von niemandem Geringeren als Pablo Sarasate in London (unter dem Komponisten am Dirigentenpult) aus der Taufe gehoben ...
 
Genutzt hat es alles nichts! Das erste Violinkonzert wird bis heute ad nauseam gespielt, die beiden weiteren dagegen fast nie aufgeführt. Was den ebenso beneidens- wie bedauernswerten Komponisten beinahe zu einem "One-Hit-Wonder" machte, nicht ganz, zu seinem Glück, denn sein Kol Nidrei und die Schottische Phantasie hört man noch bisweilen. Der Musikkenner hat es sicher längst erraten: der fragliche Komponist ist niemand anderer als Max Bruch, dessen Musik dem Blogautor seit jeher ans Herz gewachsen ist und den ein wenig aus der Ecke seines "Ersten" zu holen, er schon öfters auf diesem Blog versucht hat.
 
Wie großangelegt auch sein "Zweites" ist, kann man in der meisterhaften Interpretation durch Jascha Heifetz aus dem Jahre 1954 ermessen:
 
 
Max Bruch: Konzert für Violine und Orchester No. 2 in d-moll, op. 44 
 
1. Adagio ma non troppo 00:00
2. Recitative: Allegro moderato 11:34 (attacca)  
3. Finale: Allegro molto 15:12 
 
Jascha Heifetz (Violine) spielt, begleitet vom RCA Victor Symphony Orchestra unter Izler Solomon 
(2 November 1954, Hollywood) 
 

Kleiner historischer Exkurs für alle, die Warnungen vor einer AI-Blase für bloße Miesmacherei halten

von Manfred Müller
 
 
Im Gelben Forum schrieb vor über einem Vierteljahrhundert ein Forist einen lesenswerten Artikel (eigentlich sogar zwei, aber ich zitiere hier nur den zweiten): 
 
Des Teufels Vortänzer
verfasst von dottore, 12.06.2000, 09:35 
 
 
Sinn dieser kleinen historischen Übung ist nicht Angeberei (ach, was der schon wieder alles weiß), sondern ich möchte die Sinne der Boardteilnehmer schärfen, vor allem jener, die an dem berühmten "This time it's different"-Syndrom zu leiden scheinen. Es ist nämlich "always the same" - auch wenn es sich immer wieder geschickt neu zu verkleiden versteht. Nehmen wir also dem, offenbar in uns allen tief verwurzelten "Willen zu manischem Verhalten" behutsam die Maske ab.
 
Hanns Leiskow: Spekulation und öffentliche Meinung in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Jena 1930. Der Autor behandelt - immer dabei auch den Brainwash durch die Presse im Auge habend - drei große Manien:

a) Die Spekulation in Eisenbahnaktien von 1836-1842. Dazu der"Friedens- und Kriegskurier":"Überall bilden sich AGs, überall werden die Aktien dafür gesucht und mit hohem Aufgeld bezahlt! Hieraus wollen manche den besorglichen Schluss ziehen, dass es damit kein gutes Ende nehmen könne... Dies ist aber eine durchaus unrichtige Schlussfolgerung." Eisenbahnaktien seien eben etwas ganz anderes als Waren oder Staatspapiere (wie heute, nicht wahr, wo die"New Economy" eben etwas ganz anderes sein soll als die"Old Economy").

Der Fränkische Merkur dann am 9. April 1844: "Nur in unserer Zeit der Blendwerke und großartigen Täuschungen, wie der Gier, schnell und ohne Mühe möglichst viel zu verdienen, um fein und anständig zu leben, d.h. sinnlichen Genüssen in weitestem Maß zu fröhnen - nur in einer solchen Zeit ist es erklärlich, dass das Publikum sich noch immer von einzelnen im Wege des Aktienschwindels auf eine unerhörte Weise ausbeuten lässt." 1845/46 der unausweichliche Crash der notieretn 20 Eisenbahnwerte. Die Augsburger Allgemeine am 17. März 1846: "War es (das Hinauftreiben der Aktien) aber damals ein Schwindel, so ist es jetzt eine absolute Krankheit, in deren Todfieber sich viele Privatleute ihrer Aktien mit ungeheurem Verlust nicht schnell genug entledigen können." Die Regierung verbot sogar die Notiz von ausländischen oder im Bau befindlichen Linien, um das Elend nicht noch sichtbarer werden zu lassen!

b) Die Commodity-Spekulation 1846/47. Die Preise (100 = Durchschnittsernte) Weizen 76/107; Roggen 57/122, Gerste 74/104 (1848), Hafer 71/103 (1848), Kartoffeln 53/88 (1848), Erbsen 68/80. Alles angeheizt durch die Erwartung weiter steigender Preise. Dazu der Fränkische Merkur: "...wollen wir auch keineswegs in Abrede stellen, dass die übertriebene Spekulation in Getreide - ein Zeichen unserer genusssüchtigen, leicht zu erwerbenden Reichtümern nachjagenden Zeit - zur Steigerung der Preise das ihrige beiträgt..." Es wurde natürlich auf Termin spekuliert. Ein Zeitgenosse schrieb, "dass der gefürchtete Wucher mehr ein eitles Phantom... als eine wirkliche Ursache der Teuerung ist..." Dann Crash und die übliche Normalisierung.

c) Die Bankaktienspekulation 1850 - 1854, die sich dann bis 1856 zuspitzte, wobei noch zahlreiche andere Gesellschaften als AG erschienen (Schiffahrt, Handel, Maschinen). Leiskow: "Die Spekulation, vor allem mit den Papieren der Neugründungen, nahm einen ungeahnten Umfang an; alle Mahnungen zur Vorsicht, die ein unglückliches Ende voraussagten, verhallten gänzlich unbeachtet. Wie im Jahr 1844 drängte sich arm und reich in den Räumen der Banken oder der Börse, um zu zeichnen und zu spekulieren und auf diese Weise 'glücklich' zu werden." Die Augsburger am 8. Juni 1853: "Die neuesten Erscheinungen arten bereits in ein Fieber aus... Der öffentliche Handel mit Industriepapieren ist zu einem vollständigen Börsenspiel geworden." Der folgende Crash mündete mit ein in die große Panik von 1857 - siehe dazu jetzt:
 
George W. van Vleck: The Panic of 1857. New York 1943. Von bester Provenienz, nämlich Columbia University Press. Die Literatur über die Vorgänge von 1857 ist inzwischen Legion (auch in deutsch,z.B. über den Krisenschwerpunkt Hamburg, das finanziell beinahe fast vollständig vernichtet worden wäre), aber ich weise auf dieses sehr seltene Buch hin, weil es die Panik gut herausarbeitet, die plötzlich im August eingesetzt hat. Am 14. Oktober stand zu lesen: "The whole monetary system of the United States has fallen with a mighty crash, and now lies before us an magnificent and melancholy ruin..." Und obwohl in der US-Wirtschaft "realwirtschaftlich" alles zum besten stand, überdies im tiefsten Frieden, gehts weiter: "Yet in the twinkling of an eye, we are plunged into the lowest depths of commercial embarassment, and stand before the world a nation of bankrupts!"

Und so etwas kann sich in Amerika nie mehr wiederholen, der nach innen und außen mit Abstand am höchsten verschuldeten Nation weit und breit? Aber vielleicht erleben wir doch noch einmal so etwas wie diesen Aufruf des "Journal of Commerce" an seine Leser, "to steal awhile away from Wall Street and every wordly care, and spend an hour about mid-day in humble, hopeful prayer."

Was sagte der Pilot mit ausgefallenen Maschinen über Bordmikrophon: "Liebe Passagiere, sprechen Sie mir jetzt bitte nach: 'Vater unser,.der Du..."?

Im Gefolge dieses und anderer Desaster schrieb ein anonym bleiben wollender Londoner "City Man" zwei Büchlein: "The Bubbles of Finance" und vor allem: "The Profits of Panics; Showing How Financial Storms Arise, Who Make Money By Them, Who are The Losers" (London 1866). Ein Kurzlehrgang für Shortiers mit konkreten Beispielen: "...we sold by various brokers a vast number of (shares) for next settling, and thus helped to bring them down still lower. This mode of operation may be wondered at by the uninitiated, but it is by far the most effectual way to work a large 'bear' account." (32).

Interessant dass der Autor anonym bleiben wollte; es gilt eben bis heute als unschicklich und unfein, auf sinkende Kurse zu setzen oder deren Fall gar noch zu beschleunigen, weshalb es auch in diesem Board immer wieder Kritik z.B. an JüKüs Warnungen hagelt. (Ich selbst hatte 1984 öffentlich - im "Penthouse", meine Herren, die Damen hören bitte weg - erklärt, IBM, die ich für waidwund hielt, bei 125 $ geshortet zu haben, noch dazu zu einem favorablen $-Kurs, der danach mit der Aktie fiel und fiel; als ich dann 1987 einen Prae-Crash-Vortrag in der HSG St. Gallen hielt, wurde ich wegen meiner "Miesmacherei" von den jungen Studenten fast aus dem Hörsaal gejagt). Aber der Vorteil des Baissiers gegenüber dem Haussier liegt eben darin, dass er sich jederzeit fröhlich drehen kann, umgekehrt aber fällt es schwer. Deshalb noch dieses Buch:

Pierre J. Proudhon: Handbuch des Börsen-Spekulanten. Hannover 1857. Proudhon ist bekanntlich ein sozialistischer Klassiker ("Eigentum ist Diebstahl"). Und dennoch hat er sich komplett gedreht und in seinen späten Jahren noch ein erstklassiges kapitalistisches Börsen-Manual verfasst, das noch immer lesenswert ist. Nur kurz aus seinem Vorwort: "Es bleibt uns noch eine Hoffnung. Das Übel, in dem wir uns jetzt befinden, ist nicht ohne Heilmittel; es liegt mehr in den Ideen als in den Menschen."

Diese Ideen suchen wir in diesem Board gemeinsam. Wer oder was der einzelne ist, spielt wirklich keine Rolle.  Let's do it.

Schöne Woche wünscht

d.

PS: Auf das zur PFLICHTLEKTÜRE zählende Buch "Crashes and Panics: The Lessons From History", New York University 1990, möchte ich erst eingehen, wenn ich das hier schon avisierte neue Buch über die Tulpenmanie von diesem Deutsche-Bank-Global-Strategist-Gutmenschen besprechen werde.  
 
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[Anm. Manfred Müller: Danken Sie nicht mir, sondern dem "Gelben Foristen" Ostfriese, dem ich die Kenntnis dieses überaus lehrreichen Artikels verdanke!]