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Freitag, 18. April 2025

Karfreitag — wie sehen wir diesen Tag?

von Helmut
 
 

Hab das im rumänischen facebook heute geschrieben, um den Leuten mal wieder den Spiegel vorzuhalten. Stellt sich die Frage, ob das in anderen Ländern der sog. christlichen Hemisphäre anders ist. Denke aber nicht. Also passt es auch hier ... Die Übersetzung:

 

KARFREITAG IN RUMÄNIEN UND DIE GELEBTE TRADITION

 

Immer wieder bin ich davon beeindruckt, wie die Leute hier in Rumänien, wo doch jeder von sich behauptet, dass er dem christlichen Glauben zugehörig ist, den Karfreitag begehen.

Natürlich soll man an diesem Tag nicht arbeiten, das wäre unchristlich. Da versucht man, besser mit dem Auto und dem eingepackten Grill ins Grüne zu fahren, damit man den Feiertag im christlichen Sinne begeht.

Wenn man überhaupt an ein Gebet denkt, dann höchstens daran, dass man dafür betet, dass es an diesem Tag nicht regnet. Wenn man sich dann genügend satt gegessen und ausgeruht hat, dann geht man in ein Lokal, wo gute Musik ist, und wo man auch tanzen kann, neben dem, was die Gastronomie so hergibt.

Irgendwann in der Nacht geht man dann zufrieden nach Hause, weil man den Tag sinngemäß verbracht hat. Geht man zufällig an einer Kirche vorbei, dann macht man noch drei kurze Kreuzzeichen, weil man ja christlich ist.

Ich kann mich über diese Ansicht über den Karfreitag nur wundern, und besonders über die Verlogenheit, die dabei zu beobachten ist. Ich will von mir nicht behaupten, ob ich christlicher bin als andere, aber ich habe da eine völlig andere Meinung.

An dem Tag, an dem der Erlöser am Kreuz Blut und Wasser geschwitzt hat, da soll ich es mir zum Gedenken gut gehen lassen? Sehe ich keinen Zusammenhang. Im Gegenteil, ich arbeite wie an jedem anderen Tag auch.

Ich erinnere mich an meine Kinderzeit, als ich in den Osterferien auf dem Land war, bei den Bauern. Dort hat man auch am Karfreitag gearbeitet, ich weiß nicht mehr was, aber die Leute waren auf dem Feld. Vielleicht Kartoffel gesteckt, oder sonst was.

Um 15 Uhr, also in der Todesstunde Jesu Christi, da hat irgendeiner, meistens der Oberknecht, die Leute zusammengerufen, man hat die Mütze abgesetzt, der Mann hat ein Büchlein hevorgeholt und ein Gebet vorgelesen. Danach hat man die Mütze wieder aufgesetzt und hat weitergearbeitet.

Bei dieser Art des Gedenkens am Karfreitag kann ich einen Sinn erkennen. Alles andere ist doch nur eine gelebte Lüge. Wie auch so vieles andere in unserer Zeit.

Selbstverständlich respektiere ich auch diejenigen unter uns, die sich als Atheisten bezeichnen. Aber ich stelle mir die Frage, mit welchem Recht diese Leute dann am Karfreitag arbeitsfrei haben sollen. Genauso wie ich nicht verstehe, wofür die Muslime, die hier arbeiten, Weihnachtsgeld bekommen.
 

Freitag, 26. Juli 2024

Ein paar Gedanken für die Gruppe 70plus unter uns

von Helmut

Aufgrund einer eineinhalb-wöchigen Reise in privater Mission möchte ich eine Art von Resümee ziehen.

Meine Tochter in Deutschland, die den 50er feierte, und meine Schwester in Niederösterreich, die mit dem 60er dran war, und das jeweils am Wochenende. Dazwischen lagen mehrere Tage, und die nutzte ich zu Besuchen meiner anderen Kinder, Freunde und Kommilitonen.
Auch liebe Leute und gute Freunde aus der früheren Zeit, die ich schon seit 10 oder sogar 20 Jahren nicht mehr besucht resp. gesehen hatte. Nun ergab sich die Möglichkeit dazu, in der Gesamtzahl waren es 15 Stationen, die ich zu bewältigen hatte.

Schön, das alleine wäre eigentlich keinen Artikel wert, das betrifft vorwiegend den persönlichen Bereich. Aber im Nachklang geht es mir um den Inhalt der Gespräche, um all das, was mich nachdenklich gemacht hatte.
Und genau das, so denke ich mir, ist ein Thema, mit dem sich eben diese Gruppe der 70plus auseinandersetzen sollte und vielleicht ebenso die anderen Jahrgänge darunter.

Naturgemäß sind die ehemaligen Kommilitonen, die Verbindungsbrüder allesamt im ähnlichen Alter wie man selbst ist. O.k., nach den familiären Nachfragen sowie dem Stand der Gesundheit ging es an die gemeinsamen Erinnerungen. Und genau da begann sie - die Nachdenklichkeit.

Warum: Zu vieles haben wir gemeinsam erlebt, aber in einer ganz anderen Zeit.

Um es abzukürzen, will ich die wichtigsten Punkte festhalten:

Wir, die 70plus müssen unserem Herrgott auf Knien danken, dass wir in einer Zeit unsere Jugend genießen durften, die weder die Generationen davor, noch die Generationen danach erleben konnten. Das Jahrzehnt 1970 – 1980, vielleicht auch noch ein paar Jahre danach, das war in der europäischen Geschichte einzigartig. Freiheit pur, in fast jedes Land konnte man reisen und sich niederlassen, ohne Bedingungen und Bürgschaften. Geld haben wir verdient, - mehr, als wir ausgeben konnten, man konnte nach vorne schauen, man konnte sich ein Ziel setzen und war sich sicher, das auch mit dem dazugehörigen Willen durchsetzen und erreichen zu können. Wir lebten im Gefühl der Sicherheit.

Wenn ich daran denke, dass ich in den Semesterferien, während des Studiums in Deutschland, als Fernfahrer 2.600 DM netto in der Hand hatte (1974), in der Lohnsteuerklasse I/0 (ledig, ohne Kinder), also mit den höchsten Abzügen, dann kann man sich ungefähr ausrechnen, was das heute wäre.
Wir waren zu dritt damals als Kommilitonen in Mannheim, und jedes Wochenende fuhren wir woanders hin: zum Kaffee trinken nach Innsbruck, zum Mittagessen nach Amsterdam, usw. Wir waren zu dritt und haben uns beim Fahren abgewechselt, - Entfernungen spielten für uns keine Rolle. 
Geld war dazu da, um es auszugeben.

Ja, in Deutschland war damals Schmidt-Schnauze an der Regierung. Nicht alles hat er optimal geregelt, aber das meiste mit Sicherheit besser als die Kanzler heute. Auch über Kreisky kann man lästern, - aber so einen Sch***, der heute zelebriert wird, hätte er sicher nicht gemacht.

1977 habe ich die erste Firma gegründet - im Garten-und Landschaftsbau, mit einer Null am Konto, mit einer Wasserwaage, einer Schubkarre und einer Schaufel. Drei Jahre später hatte ich 11 Beschäftigte. 
Heute wäre so etwas unmöglich.

Das ist der Rückblick - doch nun zur Gegenwart:

Was hinterlassen wir unseren Kindern und unseren Enkeln? Ein politisches Chaos, eine Situation, die im Vergleich zu den damaligen Verhältnissen nur ein Kopfschütteln hervorruft. Und nun kommt die nüchterne Erkenntnis auf die Frage, wer denn daran die Schuld trägt, und die Antwort ist einfach:

Wir, die Generation 70plus ist schuld daran.

Denn wir haben das alles zugelassen, wir haben geschwiegen, niemand von uns hat gesagt, "Stopp, das geht so nicht mehr weiter, das muss nun anders werden". Wir haben darauf gesetzt (oder darauf gehofft), dass diejenigen, die an der Macht sind, soviel Verstand besitzen, um alles in die richtigen Bahnen zu lenken. Wir haben uns darauf verlassen, und zwar in unserer eigenen bequemen Trägheit. Nun ja, "Und wenn etwas nicht so wird, wie es sein soll. Dann werden wir das mit der nächsten Wahl korrigieren". Ein einzigartiger Selbstbetrug!

Henryk Broder, der bekannte kritische Journalist, hat das einmal treffend benannt. Als er mit einer Gruppe kritischer junger Leute über die Zeit des NS-Regimes diskutierte, als sich öfters die Frage stellte, wie denn damals so etwas möglich gewesen wäre, ohne Gegenwehr in der Bevölkerung, dass sich das alles so entwickeln konnte, - da meinte er als Antwort – mit Fingerzeig auf die Diskussionspartner:

Ganz einfach: Weil sie damals so waren, wie ihr heute seid!

Er hat damit mehr als recht. Denn auch wir, die Generation 70plus, war nicht anders. Auch wir haben gerufen: „Wehret den Anfängen!“, aber wir haben nur in eine Richtung gesehen. Die Meinung von Ignazio Silone haben wir nicht verstanden, als er sagte:

Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: ‹Ich bin der Faschismus›. Nein, er wird sagen: ‹Ich bin der Antifaschismus›.

Und so hat es sich weiterentwickelt. Dass die ursprünglich grüne Friedenpartei sich zur Kriegspartei entwickelt hat, dass man mit Waffenlieferungen zum Frieden beitragen will, obwohl es in der Weltgeschichte kein einziges Beispiel gibt, wo das funktioniert hat, - wir haben das hingenommen und uns nicht dagegen gewehrt.

Es ist und bleibt unsere Schuld, egal, wie wir das auch schönreden wollen, und diese Schuld werden wir eines Tages in unser Grab mitnehmen.

Was können wir jetzt noch tun:

Zweierlei. Zum einen sollten wir die junge Generation darüber aufklären und darüber erzählen, wie das Leben damals war, in unserer Jugendzeit. Der Hund, der mit der Kette am Hals geboren wurde, kann nicht wissen, was Freiheit ist. Auch die Jungen können nicht wissen, welche politischen Verhältnisse damals herrschten, und um was man sie heute betrogen hat. Aber sie sollen es wissen.

Zum anderen sollten wir als diejenigen, die noch den Unterschied kennen, den Finger in die Wunde legen. Wir haben keine beruflichen Verpflichtungen, kein Finanzamt am Hals, wir haben keine Risiken zu bewältigen. Wir können uns jederzeit erlauben, den Mund aufzumachen, solange das überhaupt noch geht. Wir sollten uns in der Gesellschaft kritisch einbringen, um wenigstens den Versuch zu unternehmen, das eine oder andere noch „reparieren“ zu können, dort wo etwas im Argen liegt.

Es ist kein Hobby, keine Spinnerei, - es ist eigentlich nicht mehr als das minimale Interesse daran, dass es die, die wir irgendwann einmal in die Welt gesetzt haben, es einmal besser haben sollen und wenigstens eine Basis zum Überleben besitzen, damit wir ihnen noch in die Augen schauen können.

Das war es, was ich aus der 4.000 Kilometer langen Reise mit nach Hause genommen habe. Und noch etwas zum Abschluss: Ich bin draufgekommen, dass man eigentlich nichts mehr verschieben sollte.
Gerade in einer Zeit, wo Leute um die 50 bereits "unerwartet" und "völlig überraschend" sterben.
Es ist viel sinnvoller, sich bei einem Glas Wein mit Freunden zu treffen, als einander immer nur am Friedhof zu begrüßen.

Samstag, 15. Juni 2024

Divide et impera

von Helmut
 
 

DIVIDE ET IMPERA (Teile und herrsche)

Eine alte Weisheit zur Beherrschung der Völker, schon von Cäsar praktiziert. Aber alte Weisheiten sind ja auch aktuell immer noch gut zu gebrauchenund wenn man sich die Vorgänge insgesamt so mal in kritischer Form reinzieht, dann merkt man schnell die Tendenz, die Anwendung der Regel, die in der Überschrift genannt wurde.

Sehen wir uns mal diese Nachricht an:

https://www.nachrichten.at/oberoesterreich/muehlviertel/schueler-erstellen-datenbank-aller-nazis-im-bezirk;art69,3955765#Echobox=1717938807

Das, was ich da gelesen habe, hat mich nicht nur nachdenklich gemacht, es hat in mir eine Gegenreaktion hervorgerufen.

Warum:

Wir schreiben heute das Jahr 2024, und das sind fast 90 Jahre nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten. Nur dem Umstand, dass mein Großvater damals im Widerstand umgekommen ist, und meiner Neugier ist es zu verdanken, dass ich mir schon als damaliger 16-jähriger ein immenses Wissen über die NS-Zeit aneignen konnte, im Gespräch mit der Erlebnisgeneration. Vom KZ-Insassen bis zum SS-Mann.

Aber ich hatte in den 60er Jahren noch die Möglichkeit, mir die Informationen authentisch zu verschaffen, weil viele damals noch gelebt haben. Von wem können die Kinder und Jugendlichen denn heute noch authentische Informationen bekommen? Aus den Schulbüchern? Oder von den Medien? Wir wissen doch alle, was da alles in verdrehter und skurriler Form als „Tatsachenwissen“ zelebriert wird.

Diese Meldung der OÖ-Nachrichten habe ich über facebook in Erfahrung gebracht. Darauf habe ich mich gemüßigt gefühlt, eine längere Antwort drauf zu geben.

Die sah so aus:

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Ich will nicht ausschließen, dass sich der Geschichtslehrer hier etwas Aufrichtiges dabei gedacht hat. Ich kenne den Herrn nicht persönlich. Aber ich weiß, welche Tendenz derzeit von den Regierungen ausgeht.

Es werden derzeit Seminare veranstaltet und auch von der Regierung bezahlt, unter dem Motto: Wie „holt“ man Rechtsextreme wieder zurück? Wobei die Definition des Begriffes Rechtsextrem im Dunkeln bleibt, - es ist vermutlich die Denkweise, die nicht der Vorgabe der Regierung entspricht.

Dann gibt es Programme unter dem Motto: Wie überzeuge ich Arbeitskollegen in meiner Firma, nicht mehr Verschwörungstheorien zu glauben? Wobei nicht dazu gesagt, wird, was eigentlich der Unterschied zwischen Verschwörung und Realität ist. Ich weiß es, oftmals nicht einmal ein Jahr.

Ich befürworte, wenn man aus der Zeit der Vergangenheit lernt, um es in der Zukunft besser machen zu können. „Wehret den Anfängen“, diese Devise unterschreibe ich jederzeit. Aber unter der Bedingung, nicht auf einem Auge blind zu sein.

Mir geht es um Vergleiche mit der Nazi-Zeit und heute, um den Jugendlichen die Augen zu öffnen. Was meine ich damit, Beispiele: Der „spezielle“ Rassismus:

Früher gabs die Schmierereien an den Geschäften: Kauft nicht beim Juden!“ Oder:

Da hat man einen orthodoxen Geistlichen mit Farbe beschmiert, weil er in der Ukraine für die russischstämmige Bevölkerung den Gottesdienst nach russischem Ritus gehalten hat.

Das ist die Deklaration der Azow-Befehlshaber in ukrainischer Sprache, also im Original. Daraus geht hervor, dass jeder Azow-Soldat in dem Moment, wenn er sich dem Feind ergibt, von den eigenen Leuten erschossen werden muss. (Hatten wir ja mal auch im 3. Reich)


 Auch die Unterstützung der Regierungsideen durch die Kirchen kannte man ja auch von früher
da hat sich kaum etwas geändert:

Ich könnte noch vieles aufführen. Aber das Wichtigste ist, dass sich in der Ukraine eine militante Nazi-Gruppierung bei den Militärs etabliert hat, was im Westen totgeschwiegen wird:

https://www.belltower.news/militaerorden-centuria-und-asow-wie-rechtsextreme-soldaten-in-der-ukraine-vom-westen-ausgebildet-werden-127085/

Darüber sollten die Schüler informiert werden, das wäre die Verbindung von Geschichte und Aktualität. Ich bezweifle aber, dass das gewollt ist, zumindest gibt’s dafür keine Kohle von der Regierung.

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Ich weiß nicht, ob meine Antwort in der Vielzahl der Antworten untergegangen ist oder ob man sie entfernt hat. Ich hab sie jedenfalls nicht mehr gefunden.

Meine abschließende Meinung dazu:

Derzeit werden viele Tendenzen angewandt, um die Bevölkerung zu spalten. Man hat es mit Corona probiert, oftmals mit Erfolg. Ein international anerkannter Psychologe hat es angesprochen und auch fachlich erklärtes gibt hunderttausende von Fällen in der gleichen oder ähnlichen Form, wo sich durch Corona ein Riss durch ganze Familien ergeben hat, der bis heute nicht gekittet ist.

Man machte es durch die Klimapolitik, wobei hier auf der einen Seite die Nichtwisser stehen, die glauben, dass man in dem Moment, wenn alle mit dem Fahrrad fahren, die Erderwärmung aufhalten kann, und denen gegenüber stehen die Wissenden, die sich mit der Paläontologie auskennen und deshalb die Nichtwisser auslachen.

Dann gab‘s die Ukraine-Befürworter, die gar nicht wissen, dass es einen Maidan und eine Verfolgung der russischstämmigen Bevölkerung in der Ukraine gegeben hat, usw. Aber all das ist anscheinend nicht genug. Nun versucht man, die Kinder und Jugendlichen mit fragwürdigen Informationen gegeneinander aufzuhetzen.

Wie das geht? Einfach.

Sicher werden diese Jugendlichen in den Archiven draufkommen, dass da irgendein Uropa auch Mitglied der NS-Partei war. Der Urenkel, der nun in derselben Schulklasse ist, hat dann einen schweren Stand. Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt.

Ich verwette alles Mögliche darauf, dass der Lehrer den Kindern mit Sicherheit nichts darüber erzählt hat, wie die Not damals in der NS-Zeit war und was sich die meisten Bürger von der „neuen herrschenden Klasse“ erhofft haben, als sie die rechte Hand zum Gruß hochgestreckt haben. Sie werden auch nicht wissen, dass es damals kein soziales Netz gegeben hat, das die Bürger aufgefangen hat. Genauso werden sie auch nichts darüber erfahren haben, dass die Deutschstämmigen aus den Diaspora-Ländern (Tschechei, Slowakei, Polen, Schlesien, Ungarn, Siebenbürgen, etc.) zum Militärdienst einberufen wurden und gar keine Wahl hatten, was die Einheit betrifft. Sie mussten sich alle zur SS melden.

Was sind die tatsächlichen Hintergründe?

Darüber kann man rätseln. Divide et impera? – Das ist eine Möglichkeit, nämlich die weitere Spaltung in der Bevölkerung. Oder Ablenkung von den aktuellen Problemen, die die Regierung nicht in den Griff bekommt? Auch möglich. Oder immer wieder neue Hasen frei zu setzen, damit man sich an der Jagd nach ihnen beteiligt. Dadurch kommt man nicht auf die Idee, das, was da alles z.B. in der Coronapolitik falsch gelaufen ist, an den Pranger zur Aufarbeitung zu stellen.  
 

Freitag, 24. Mai 2024

"Alles Nazis außer Mutti war gestern"

von LePenseur
 
 
Mit diesem prägnanten Satz beginnt ein überaus lesenswerter Artikel auf der Seite Hannah Arendt - Der Sinn von Politik ist Freiheit, dessen Lektüre ich auch den Lesern unseres Blogs ans Herz legen möchte:

Jene, welche noch vor Kurzem mit dem Finger auf jeden zeigten, der ihre Meinung nicht teilte, präsentieren sich nun selbst als direkte Nachfolger der revolutionären Bewegungen des zwanzigsten Jahrhunderts, was nicht weiter überrascht, denn jedem Kundigen war bewusst, dass Faschist und Antifaschist in ihrer imaginären Verklammerung zusammengehören wie zweieiige Zwillinge.

Wenn das Klima, wie seine Jünger nicht müde werden, uns täglich als apokalyptische Johannes Posaune ins Ohr zu pusten, immer extremer wird, muss kriegslogischerweise zur Bekämpfung dieser drohenden Urkatastrophe auf jene Gewaltexzesse zurück gegriffen werden, die dem „Zeitalter der Extreme“ den Namen gegeben haben.
Auch wenn man das Zitat am Schluß (Ich möchte mein Deutschland wieder zurück haben aus einem Interview mit Hans-Georg Maaßen) als etwas etwas kurz gegriffen und v.a. auch aus dem Mund eines langjährigen Geheimdienst-Funktionärs als nicht unproblematisch empfinden mag, so überzeugt der Artikel in der Aufzeigung jener Geistes-Unart der Linken, als Aktivisten des „guten Verbrechens“ (wie Sloterdijk sie treffend enttarnte) für alles andere, als für Freiheit zu kämpfen.

Leseempfehlung!

Grundgesetzliches

von Fragolin


Heute bekommt die Verhöhnung des Deutschen Grundgesetzes durch die Herrschenden eine neue Qualität. Denn die Gleichen, die vor gerade einmal drei Jahren Demonstranten brutal verprügeln und einkerkern ließen, die es wagten, den grundgesetzverpflichteten und -gebundenen Vertretern des übergriffigen Staates aus diesem Grundgesetz vorzulesen oder es in Buchform nur in der Hand zu halten, setzen sich heute hin und lesen dem Volk vor laufender Kamera aus dem Grundgesetz vor. Die Pervertierung des einstigen Abwehrrechts des Souveräns gegen einen entfesselten Herrschaftsstaat zum Bedrohungsinstrument des Herrschaftsstaates gegen aufmüpfige Untertanen scheint abgeschlossen. Verfassungsfeinde an der Spitze des Machtapparates können es sich leisten, das Volk zu verhöhnen, indem sie ihm genau jene Handlungsanweisungen belehrend vortragen, an die sie sich selbst halten müssten und die sie täglich verächtlich mit Füßen treten.

Die Verfassung bindet den Staat, nicht den Bürger.

Nie wieder ist jetzt!“ und „Nie wieder Faschismus!“ sind aktueller denn je, nur merken die wenigsten, dass die echten Faschisten genau jene sind, die diese Parolen am lautesten brüllen.

Mittwoch, 15. Mai 2024

Zeitgleich mit dem Spektakel von Malmö

von Franz Lechner
 
 
... gab es eine Aufführung einer mir nahestehenden Person, der ich beiwohnte (der Aufführungnicht der Person!), und bei der dies gespielt wurde:


Diese Sonate geht bei mir eigentlich „immer durch Mark und Bein“, wie fast alles, das dieser Komponist geschrieben hat (ich schätze mal, dass er hier zu niemandes Favoriten zählt, dh dass ihn eigentlich nur le vieux penseur überhaupt näher kennt, aber auch nicht über alles liebt). 
 
Was in diesen Tagen von „Charkow“ erschwerend dazukommt: Die Sonate thematisiert laut Komponisten die Hoffnung der aufsässigen Tschechen auf das Kommen der russischen Armee anno 1914. Der letzte Satz (ab 12:40) gerät aus dieser Sicht besonders tragisch, weil man hier aus der Ferne die russische Artillerie vernimmt, die scheinbar näherrückt, aber dann doch ausbleibt. 
 
Das wird für die Bewohner von Charkow wohl nicht der Fall sein, und wir wollen hier keinesfalls so etwas wie einer Kriegsverherrlichung bzw einer positiven Darstellung von Kriegsschrecken das Wort reden, was diese wunderbar subtile Musik auch überhaupt nicht hergeben würde. Letztlich ist sie so ziemlich das Gegenteil von triumphal, sondern durch und durch expressionistisch bis niederschmetternd. Jedenfalls bleibt die „Assoziation mit Artillerie“. 

Ich fürchte allerdings, dass sich die meisten Leser hier eher für den Songcontest-Sch...marrn interessieren dürften ... ... Aber die Hoffnung stirbt zuletzt.  
 

Montag, 13. Mai 2024

Praktisch angewandte Verschwörungsphantasien

von Franz Lechner

 
Unter Musik verstehe ich in erster Linie oder vielleicht sogar ausschließlich Kunstmusik. Die Untiefen der Popular- oder Massen- oder Kommerzmusik sind so meine Sache nicht. Dennoch hätte ich hier ein wenig zu differenzieren, was indes noch uninteressanter sein dürfte als meine Musikdefinition überhaupt. Kurz und gut: Neben dem ein oder anderen aus der Popular- oder Massen- oder Kommerzmusik, das mir sogar gefällt, neben dem einen oder anderen, das ich gelten lasse, obwohl es mir eigentlich nicht gefällt, neben all der Masse an dem, das ich in verschiedenen Graden verabscheue, gibt es noch das allerlächerlichste, allerverabscheuenswürdigste Spektakel der Popular- oder Massen- oder Kommerzmusik, nämlich den sogenannten Europäischen Song Contest oder kurz ESC. 

Damit hätten wir diese zu lang geratene Einleitung, an sich so unnötig sind wie das Sujet ESC, hinter uns gebracht. Mir geht es ja um etwas ganz anderes. 

Ich hoffe, ich stehe nicht alleine da unter den Penseur-Schreibern und -Lesern. Schließlich bin ich nicht schlauer als andere auch; und schließlich werden auch andere in der Lage gewesen sein, ihre Schlüsse zu ziehen. Unsere Schwurbel-Prämissen sind ja wohl ziemlich gleich und lassen sich cum grano salis auf folgende Formel herunterbrechen: Es gibt eine global operierende Elite, deren Macht sich in alle möglichen und unmöglichen Bereiche erstreckt, und die den Untergang der europäischen Kultur und Zivilisation im Schilde führt. Dass auch der läppische ESC zu den Spielbällen dieser Eliten zählt, erschien (wohl nicht nur) mir seit Conchita Wurst und zweier ukrainischer Combos, deren Namen mir niemals der Kenntnisnahme (geschweige denn Erinnerung) wert waren, mehr oder weniger aufgelegt. 
 
Ebenso aufgelegt erschien, dass auch heuer wieder ein besonders herausragend moralisch minderwertiger Kandidat das Rennen machen würde – so es einen solchen gäbe. Dass dies der Fall war, erfuhr ich zufällig erst des Donnerstags; mein Interesse für den läppischen ECS ist ja endenwollend. Wie auch immer – ich hab einen Hunderter auf diesen herausragenden Kandidaten (womit dessen bloß grammatikalisches Geschlecht bezeichnet sei) gesetzt. Jetzt bin ich um sechs solche Hunderter reicher. 

Und das wollte ich mit diesem Artikelchen mitteilen: Das böse Wirken unserer Eliten ist bereits dermaßen vorhersehbar, dass man mittlerweile darauf wetten kann. Ich hoffe, auch andere Penseuristen haben diese Chance genützt. Warum ich diesen Artikel erst heute und nicht ein paar Tage früher schreibe? Jedenfalls nicht aus Vorsicht oder Furcht, mich zu blamieren. Ich hab einfach gar nicht dran gedacht. Aber es wäre reizvoll gewesen, schon allein um es allen Halbaufgewachten oder gar Trollen zu zeigen, wie sehr sich konservatives Denken in der praktischen Umsetzung lohnen kann.
 

Mittwoch, 1. Mai 2024

Hoch der 1. Mai!?

 von Sandokan

Reitschuster mit den passenden Worten zum verlogenen Theater rund um den 1. Mai
 und angeblichen Antifaschismus.


Und auch am Fackelzug findet man heute noch immer Gefallen.
Wie schon bei den Nazis und in der DDR.

Donnerstag, 25. April 2024

Was mir so durch den Kopf geht

von Helmut
 
 

Ehrlich gesagt, mich haben die Antworten auf diesen Artikel im LePenseur-Blog erschüttert, weswegen ich hier ausführlicher dazu Stellung nehme.

Ich weiß nicht, auf welche Schaufel da so manche Leser und Kommentatoren draufgesprungen sind. Der eine ist Christ, und dazu noch in so einer Partei, der kann nur böse sein, oder sonst irgendwas. Merken wir denn eigentlich nicht, in welche Richtung wir gedrängt werden?

Einen Satz von einem Durchblicker möchte ich hier als symptomatisch anführen:

Dr. Jens Freese

"Wenn Du Deine Umwelt nicht veränderst, wirst Du Deine Krankheit konservieren. In einem Klima der Angst, kann der Mensch nicht gesund leben.

Indem wir unsere Motivation etwas zu verändern wieder aufbauen, können wir zu jedem Zeitpunkt ein Krankheitsstadium in eine andere Himmelsrichtung lenken."

Ich lege das Wort „Motivation“ noch weiter aus, nämlich in unserer persönlichen Haltung gegenüber unseren Mitmenschen.

Ich gehe noch weiter: Das Prinzip "Divide et impera" kannte nicht nur Cäsar, sondern das hat sich bis heute in der Politik manifestiert.

Während zur Zeit des Falls des Eisernen Vorhangs im Jahre 1989 die Einigkeit propagiert wurde, die den Politikern überhaupt nicht gefallen hat (aber niemand durfte es aussprechen), hat man dann ein paar Jahre später damit begonnen, die Bevölkerung zu spalten.

Es begann mit 2015 und der Immigrationspolitik, als das dann etwas abflachte, ging es 2018 mit Greta Thunberg und dem Klima weiter, dann kam zu Beginn des Jahres 2020 Corona, und im Februar 2022 die Konfrontation zwischen Russland und der Ukraine. Jedes einzelne dieser Themen ist nur dazu geeignet, die Bevölkerung in mindestens zwei Teile zu spalten.

Nun strickt man diesen Pullover immer weiter, indem man das Wort "Hass" und "Rechts" zunehmend ausbaut. In der Kurpfalz begann eine Kampagne, die sich damit beschäftigt, wie man Menschen "aus rechts" zurückholt:

https://www.speyer.de/de/kalender/veranstaltungen-kultur/2024-03-19-nach-rechts-warum-menschen-sich-radikalisieren-und-wie-wir-sie-zurueckholen/465241:0

Die Referentin bezeichnet sich als "Kommunikationsberaterin". Ich habe versucht, ihr in einem Schreiben klarzumachen, wie man diese Tätigkeit früher genannt hat, nämlich "Mitarbeiter des Propaganda-ministeriums".

Man beginnt eine Kampagne gegen die „Desinformation“ und bezeichnet diese als „Fake-News“. Dabei wird hier eine Gefahr für die Demokratie an die Wand gemalt. Das ZDF hat es am 28.2.2024 in den Abendnachrichten gebracht, ich nehme zwei Absätze heraus:

"Die Menschen in Deutschland sind alarmiert wegen Desinformationskampagnen und der Verbreitung von Fake News. Einer Umfrage im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung zufolge sehen 84 Prozent in vorsätzlich verbreiteten Falschinformationen im Internet ein großes oder sogar sehr großes Problem für die Gesellschaft. 81 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass diese ein Risiko für Demokratie und Zusammenhalt darstellen.

Desinformation nehmen die Menschen laut Umfrage am häufigsten in Verbindung mit kontroversen Themen wie Einwanderung, Gesundheit und Corona, dem Krieg gegen die Ukraine oder der Klimakrise wahr. Als Urheber sehen sie vor allem Akteurinnen und Akteure im politischen Raum, die Meinungen der Bevölkerung oder den Ausgang von Wahlen beeinflussen und Radikalisierung fördern wollen."

Wenn man sich die Studie der Bertelsmannstiftung vorknöpft, springt einem das Messer in der Hosentasche auf! Hier wird mit „wissenschaftlicher Augenauswischerei“ mit allen möglichen Tricks versucht, eine Meinungspolarisierung der Bevölkerung zu konstruieren. Welches Ziel hat denn das Ganze:

Man will die Leute davon ablenken, sich auf eine gemeinsame Linie zu begeben, was aber eigentlich schon lange im Raum steht. Einschränkung der Meinungsfreiheit, die Entwicklung zum gläsernen Menschen, der Einkommensverlust, der Verlust der Lebensqualität, usw.

Mein Aufruf an alle Leser und Kommentatoren:

Lasst Euch doch nicht ins Bockshorn jagen! Wir sind ein Volk, eine Gemeinschaft, und haben so ziemlich ähnlich gelagerte Probleme, mit denen wir uns auseinanderzusetzen haben. Es ist so was von egal, ob der eine dieser oder jener Glaubensgemeinschaft angehört, in dieser oder jener Partei ist, ob der eine sein Schwänzchen vorne oder der andere eben hinten trägt, usw.

Mir hat das imponiert, wie man sich hier in Rumänien mit dem Coronablödsinn abgegeben hat. Es hat nicht lange gedauert, und dann war es so was von egal, ob der eine gespritzt ist oder nicht, da gab‘s keine Polizisten, die mit 1,50 dimensionierten Stecken zwischen der Bevölkerung zum Messen des Abstands herumgegangen sind, da gab‘s keine Ausschreitungen der Ordnungshüter - man ist draufgekommen, dass man ja im selben Boot sitzt. Heute spricht kein Mensch mehr über Corona.

Das hat sich bis heute auch auf anderen Ebenen gehalten,- da wird sich nicht verfeindet, weil der eine diese und der andere eben eine andere Partei wählt - man weiß ja, dass man sowieso von jeder Partei angelogen wird.

Natürlich kann man über das eine oder andere unterschiedlicher Meinung sein und im Rahmen von zivilisierten Diskussionen diese Unterschiede herausstellen, und das ist nicht nur gut, sondern auch notwendig. Aber am Schluss soll es so sein, dass man eben dem Gesprächspartner zugesteht, dass der eben anders denkt als man selbst denkt, und dann hat es sich.

Was aber seit längerer Zeit gezielt gemacht wird, das ist die Spaltung der Bevölkerung in Lager - und genau das dient nur denjenigen, die uns von oben her sagen wollen, was wir zu tun und zu lassen haben.


Freitag, 12. April 2024

Das Wort des Königs

von LePenseur
 
 
... betitelt sich ein sehr lesenswerter Artikel von Jörg Seidel bei sezession.de, dessen Verlinkung vielleicht manchen wundern wird (die vermutlich LePenseur monarchistische Neigungen unterstellen werden, was zwar Unsinn ist, aber sei's drum ...), den ich aber für wichtig halte. Gerade, weil er nicht tagesaktuell ist!
Das Wort des Königs – Jörg Seidel las Frederik X.

Als die allseits beliebte und seit 52 Jahren regierende dänische Regentin Margarete II. – sie war die zweite Frau in einer 1100-jährigen Thronfolge – zum Jahreswechsel ihren Rücktritt bekanntgab, war das kleine Dänemark für einen Moment im Schock. 14 Tage später wurde die Energie in ein großartiges Volksfest umgemünzt, ganz Kopenhagen war auf den Beinen, Margaretes letzten und Prinz Frederiks ersten Stunden beizuwohnen. Das Volk umarmte den neuen König und ließ ihn aus ganzem Herzen hochleben.

Frederik X.: Seine Popularität war nicht immer eine Selbstverständlichkeit, er selbst fremdelte in seinen jungen Jahren mit seiner Auserwähltheit, liebte das Leben, war sportbegeistert und heiratete eine Australierin mit schottischen Wurzeln.  Margaretes gesundheitliche Probleme hatten eine lange Vorgeschichte und daß Frederiks Buch „Kongeord“ gleich bereitlag, deutet auf eine gewisse Vorbereitung hin.

LePenseur räumt ein: er hatte zwar immer ein gewisses "liking" für Königin Margarete II, da er sie herrlich unangepaßt fand (was ihm von dänischen Freunden und Bekannten bestätigt wurde), ihren Sohn empfand er dagegen etwas "farblos" und mainstream-mäßig. Ein gutaussehender Mann mit tadellosen Manieren, aber wenig "Innenleben", wollte es scheinen.

Das Buch ist nun sicher nicht allein "auf seinem Mist gewachsen", sondern wurde mit Beratern diskutiert und von diesen auch vielfach überarbeitet ... wird so sein! Aber wenn das Resultat dann etwas ist, was eher wenig nach dem Mainstream schielt, dafür manches in Erinnerung ruft (z.T. mit neuen Worten), was in Mitteleuropa bereits jenseits der "Sagbarkeitsgrenze" angesiedelt wäre, dann läßt das hoffen.

Dänemark ist nur ein kleines Land. Aber vielleicht deshalb ein Beispiel, wie sich kleine Länder von der Meinungsdiktatur der internationalen Medienszene, der von den Konzernen und Finanzjongleuren gekauften Globaleinheitsmeinung befreien können. Vielleicht ist der letzte Satz des verlinkten Artikels ein bißchen zu optimistisch und vollmundig formuliert:

Fazit: Ein ganz außergewöhnliches Dokument! Ein Manifest, ein Programm, eine Grund-satzerklärung, ein Statement, ja eine Verkündung dessen, wie es sein müßte und wie es richtig ist.

Aber ein richtiger, ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung allemal. Und wie jede Reise beginnt auch diese des neuen Königs mit einem ersten Schritt. Weiter so!

 

Donnerstag, 4. April 2024

Wie ich das Osterfest sehe

von Helmut
 
 

So seltsam das auch klingen mag, aber ich habe den Bezug zum Osterfest verloren. Das Osterfest, als das zentrale Bekenntnis zum Christentum, hat für mich keine Bedeutung mehr. Stellt sich die Frage nach dem „Warum“ und was daran schuld sein könnte. Zu einem beträchtlichen Teil ist es die Schuld der Kirchen, und zu einem gewissen Teil ist es auch meine Schuld, weil ich konsequent bin, meine Prinzipien habe und nicht alles und jedes einfach gedankenlos toleriere, nur, weil es zur Gewohnheit geworden ist.

Seit mehr als 20 Jahren lebe ich nun hier in Siebenbürgen, in Rumänien. Die dominante Religion hier ist die Orthodoxie nach der griechischen Richtung, daneben gibt es auch die Katholiken, die sich überwiegend aus der ungarischen Minderheit rekrutieren, sowie aus der verbliebenen deutschen Minderheit im Banat, natürlich auch die Evangelischen, die überwiegend aus der deutschen Minderheit aus Siebenbürgen stammen. Neben den vielen Untergruppen, Reformierten, Baptisten, Adventisten, Pentikostalen, etc. etc.

Nun gehen die Konfessionen in Rumänien von zwei unterschiedlichen Kalenderordnungen aus die einen nach dem Gregorianischen, die anderen nach dem Julianischen. Das bewirkt, dass das Osterfest von den Katholischen und Evangelischen zu einem Termin (meist früher) gefeiert wird, und von den Orthodoxen meistens später, dieses Jahr sogar erst am 5.Mai. Nur alle 7 Jahre findet das Osterfest zu einem gemeinsamen Termin statt.

Bei den Orthodoxen nach slawischer Richtung (Russen, Serben, Bulgaren, etc.) ist sogar das Weihnachtsfest zwei Wochen später als bei den anderen Religionen. Alles in allem gesehen, zumindest in meinen Augen, ein Unfug unbeschreiblichen Maßes.

Das Osterfest ist das Manifest des Christentums, es bedeutet den Sieg über den Tod und ist im Gegensatz zum Islam und anderen Weltreligionen nicht nur die Deklaration des Lebens nach dem Tode, sondern auch als ein Weiterleben in den himmlischen Sphären bei gottesfürchtigem Erdendasein, im Gegensatz zur Reinkarnation „im nächsten Gang“ im Buddhismus, wo man wieder mit weltlichen Problemen konfrontiert wird je nachdem, wie man im vorherigen Leben gelebt und gewirkt hat.

Sämtliche christlichen Feste sind in meinen Augen symbolischer Natur, und das ist auch gut so. Beginnend mit Weihnachten, was mit Sicherheit nicht im Winter stattgefunden hat, also die Geburt des Herrn, sondern im Rahmen der Volkszählung, die nach historischen Erkenntnissen irgendwann im August stattgefunden hat.

Genauso ist es in meinen Augen schon vom Zeitablauf nicht erklärbar, wie man den Einzug nach Jerusalem am Sonntag, mit den Aktionen Jesus im Tempel mit den Händlern, danach das Abendmahl am angeblichen Gründonnerstag, danach der Ölberg, der Verrat durch Judas und die Festnahme durch die Gemeinschaft der Hohepriester , und alles, was damit zusammenhängt, auflistet.

Wenn man den Absatz bei Wiki: „Vor dem Hohen Rat“ durchliest,

https://de.wikipedia.org/wiki/Jesus_von_Nazaret#Einzug_in_Jerusalem

dann kommen jedem rational denkenden Menschen erhebliche Zweifel, dass das alles am darauffolgenden Tag, am Karfreitag, einschl. Anklage der Hohepriester Kajaphas, Verhör durch Herodes, Verurteilung, Geißelung, Weg nach Golgota und anschließende Kreuzigung, wobei man deklariert, dass Jesus erst nach vielen Stunden des Leidens am Kreuz gestorben ist, um 3 Uhr Nachmittag. Wenn man sich Punkt für Punkt diesen Ablauf verinnerlicht, dann muss jedem klar werden, dass das nicht innerhalb weniger Tage erfolgt sein kann, sondern dafür braucht man wenigstens zwei, wenn nicht sogar drei Wochen.

Das alles stellt für mich die Kreuzigung Jesu nicht in Frage, denn die ist historisch nachgewiesen. In Frage stellt das für mich den deklarierten Zeitablauf der Kirchen hinsichtlich der Feierlichkeiten zum Osterfest. Das alles kann nur symbolischen Charakter haben, insbesondere vom Einzug nach Jerusalem und der Kreuzigung. Das kann nicht in den paar Tagen funktioniert haben, auch das alte römische Recht in den besetzten Gebieten unterlag gewissen Fristen.

Logische Schlussfolgerung: Auch das ist alles nur ein symbolischer Akt, der mit den tatsächlichen Vorgängen, zumindest im zeitmäßigen Ablauf, nichts zu tun hat. Dann kommen wir zur Quintessenz:

Wenn das alles nur ein symbolischer Akt ist, was die christlichen Feste betrifft, beginnend mit Weihnachten, Ostern, Christi Himmelfahrt und Pfingsten, dann frage ich mich, warum man das nicht seit Langem auf gemeinsame Termine festgelegt hat.

Über die Antwort kann ich nur mutmaßen.

Hier spielen Machtinteressen, finanzielle Komponenten und falsche traditionelle Scheuklappen eine Rolle, zum Nachteil der Christen und vor allem der christlichen Idee. Und das, obwohl der Islam bereits kräftig an die Tür Europas klopft.

Ich bin nicht mehr bereit das mitzutragen. In unsere Familie gibt es die verschiedensten christlichen Konfessionen, und wir haben festgestellt, dass wir trotzdem zu ein und demselben Herrgott beten. Wenn also dieses Bekenntnis zum Christentum an Ostern nur mehr symbolischen Wert hat, und keinen anderen, wie ich versucht habe, darzulegen, dann werde ich meinen persönlichen Termin für das Osterfest selbst festlegen. In diesem Jahr wird es irgendwo zwischen den beiden christlichen Terminen sein, also zwischen Ende März und Anfang Mai — vielleicht am 14. oder 21. April.

Ich bezeichne mich als bekennenden Christen, aber nicht als einen, der sich duckend jedwelchem Blödsinn unterordnet, sondern der mitdenkt und kritisch ist. Vor Jahren schon habe ich genau diese Thesen an die Kirchentüren unserer Stadt angeschlagen, nach Lutherprinzip, an jede Konfession, mit vielen Jugendlichen im Schlepptau. Der Erfolg ist ausgeblieben.

Meine schriftlichen Appelle an die zentralen Führungen der verschiedenen Konfessionen blieben unbeantwortet, und auch der Vorstoß des Patriarchen der Orthodoxie in Klausenburg im letzten Jahr verhallte ungehört von den Katholischen und den Evangelischen vernahm ich daraufhin keine Reaktion.

Diese Kirchenpolitik schadet einfach nur dem Volk und der Volkswirtschaft, und zwar in zweierlei Hinsicht:

Zum einen werden hier Arbeitstage geopfert, denn viele halten die Osterfeste, die zu einem früheren Zeitpunkt stattfinden, auch, wenn sie nicht dieser Konfession angehören. Die orthodoxen Gläubigen, insbesondere die einfachen Leute, meinen, man feiert am besten beide Osterfeste, da man ja nicht weiß, welches dieser Osterfeste die wahre Feier zur Auferstehung Christi ist. Die Katholischen und Evangelischen feiern die Orthodoxen Ostern zwangsläufig mit, weil das eben gesetzliche Feiertage in Rumänien sind.

Zum anderen wird der Sinn des Osterfestes total verwässert, und das merkt man, wenn man sich mit den Gläubigen unterhält. Auf die Frage, was man denn am Karfreitag am besten macht, zumal dieser Tag arbeitsfrei ist, bekommt man zur Antwort, dass man in dem Fall, wenn es das Wetter zulässt, den Grill ins Auto packt und mit der Familie ins Grüne fährt.

Ganz abgesehen von dem kalendarischen Umstand, dass am 1. Mai traditionell gut gegessen, gut getrunken und gefeiert wird, und dieser 1. Mai fällt in diesem Jahr genau in die Karwoche, einen Tag vor dem orthodoxen Gründonnerstag.
 

Montag, 1. April 2024

Ein Beispiel für Bürgerengagement - Zivilcourage. Thema: NATO-Vorbereitung in Rumänien

von Helmut
 

Damit das ja nicht falsch verstanden wird: Ich schreibe das nicht zum Zweck der Selbstbeweihräucherung. Ich will nichts anderes, als damit erreichen, dass jeder, der sich hier im Forum über die aktuellen Themen alteriert, darüber nachdenkt, wie er sich stärker in der Öffentlichkeit einbringen kann, damit die Themen mehr Gehör finden.

Noch hat jeder das Recht und die Möglichkeit, sich öffentlich zu äußern und zu engagieren, was seine politische Meinung betrifft. Obwohl ich zugeben muss, dass das Wort "Meinungsfreiheit" in Rumänien wesentlich deutlicher geschrieben wird als in Deutschland. Wie lange noch, das wissen die Götter.

Aber es liegt auch in unserer Hand, das zu beeinflussen, in der Hand jedes Einzelnen.

Warum:

Reinhard Mey hat es in einem Lied im Refrain benannt, und klarer kann man es nicht ausdrücken:

"Pass auf, dass Du Deine Freiheit nutzt, -
die Freiheit nutzt sich ab, wenn Du sie nicht nutzt!"

Ich mache das, zwar nicht mehr mit Zielrichtung Deutschland, weil ich dort nicht mehr lebe und auch schon das Handtuch geworfen habe. Genauso ziehe ich einen klaren Endstrich unter mein Heimatland Österreich, genauso aus zwangsreglementarischen und politischen Gründen. Aber hier in Siebenbürgen, in Rumänien, wo ich seit Jahrzehnten lebe und auch einmal begraben werde, da engagiere ich mich aktiv, im Interesse meiner Mitbürger. Mit meiner Person, meinem Namen, meiner Adresse, ohne irgendetwas zu verheimlichen. Zum Glück habe ich meine Frau, die das versteht und da mitzieht.

Nun zum Thema als Beispiel:

Ich habe bereits hier darüber berichtet, dass Rheinmetall in unserer Stadt eine große Fabrik durch Aktienmehrheit übernommen hat. Sämtliche Appelle meiner Wenigkeit verhallen ungehört, meine Schreiben werden auch nicht beantwortet.

Bei uns (vermutlich ist das in anderen Ländern ähnlich) hat man das Recht, bei der öffentlichen Stadtratssitzung als Zuhörer im Saal sich unter "Diverses" registrieren und zu Wort melden zu können. Genau das habe ich bei der gestrigen Stadtratssitzung auch getan.

Das, was ich dort vorgetragen habe, nun auf deutsch übersetzt:

Stadtratssitzung 28.3.2024

Vermutlich ist es vielen bereits bekannt, dass ich mich mit der geplanten Waffenproduktion der Firma Automechanica befasse, die nun von Rheinmetall aus Deutschland, dem größten europäischen Waffenproduzenten, durch Aktienmehrheit übernommen wurde.

Ich habe darüber in den sozialen Netzwerken geschrieben, ich habe mehrmals versucht, mit Rheinmetall in Düsseldorf Kontakt aufzunehmen, ich bekomme von dort keine Antwort. Genauso habe ich an unsere Abgeordnete geschrieben, Fräulein Christine Thellmann, aber auch da habe ich keine Antwort bekommen. Derzeit befindet sich der Beginn der Produktion in der Prüfphase von Consiliul Concurenţei Romania (*1). Mir ist das Ergebnis nicht bekannt.

Es ist mir vollkommen klar, dass hier fast alle Parteien an einem Strang ziehen, was die Position Rumäniens zur NATO betrifft, und da haben sowohl die PNL(*2) als auch AUR (*3) dieselben Interessen. Vermutlich werde ich auch von einem Bürgermeister und einem Stadtrat, der genauso die Interessen der PNL vertritt, keine Antwort bekommen.

Mein Interesse aber betrifft die Sicherheit der Einwohner von Mediasch, was offensichtlich kaum jemanden interessiert. Worum geht es bei dieser Sicherheit:

Sicher waren die wenigsten unter Ihnen im Militärdienst, ich aber wurde in meiner Militärzeit (Kommandoeinheit) ausgiebig instruiert. Deshalb weiß ich, dass die Militärbasen sowie die Fabriken, in denen militärische Güter und Fahrzeuge produziert werden, in erster Linie im Fokus stehen, was ein mögliches Bombardement im Falle eins militärischen Konfliktes betrifft.

Ich freue mich, wenn die Firma Rheinmetall in Mediasch neue Arbeitsplätze schafft, aber ich möchte alle Beteiligten davon überzeugen, - Stadtverwaltung, Parteien, NGOs und die Kirchen - , im Interesse der Sicherheit unserer Einwohner darauf zu dringen, dass Rheinmetall in Mediasch ihr ziviles Programm produziert und keine militärischen Güter.

Die meisten ignorieren, dass Rumänien über die NATO sukzessive in einen Krieg hineingezogen wird, der uns überhaupt nichts angeht. Nicht umsonst investiert man auf dem rumänischen NATO-Stützpunkt Kogalniceanu mehrere Milliarden Euro zur Errichtung der größten NATO-Basis in Europa, noch größer als Ramstein in Deutschland. Es befinden sich bereits Bodentruppen aus Deutschland, Polen und Frankreich in der Ukraine, und vor kurzem sind auch in Rumänien 2000 französische Soldaten angekommen.

Die Russen haben daraufhin die Produktion von 3 – Tonnen – Bomben aufgenommen (*4). Ich weiß, was das bedeutet. Es mag sein, dass das in Rumänien niemanden interessiert und man sich als williges Schlachtvieh der NATO zur Verfügung stellt. Aber dann sollen doch die Befürworter in der ersten Reihe am Schlachtfeld stehen und nicht diejenigen, die gar nicht wissen, warum plötzlich der Russe ihr Feind sein soll.

Es mag Ihnen vielleicht egal sein, aber ich verspreche ihnen, dass in dem Fall, den Gott verhüten möge, wenn die erste Bombe auf die Automechanica und Mediasch fällt, ich jeden von Ihnen aufsuchen und ihm die Frage stellen werde, warum er nicht für die Bürger unserer Stadt interveniert hat, als noch Zeit dafür war.

Ja, viele schweigen und ignorieren, aber einer hat den Mund aufgemacht, und das bin ich.
__________
(*1) Vergleichbar mit dem Bundeskartellamt in Deutschland.
(*2) Die Konservativen in der Regierungskoalition
(*3) Vergleichbar mit der AfD in Deutschland
(*4) link in rumänisch:
https://mariustuca.ro/externe/rusia-incepe-productia-de-bombe-aeriene-de-trei-tone-7014... - kann man leicht mit deepl.com übersetzen

 

Noch was zum Abschluss:
Vielleicht gibt es noch welche aus meinem Jahrgang, die sich daran erinnern, wie man in den 60er Jahren von der "Nicht-Erlebnisgeneration" die Fragen an diejenigen gehört hat, die in der Nazi-Zeit gelebt haben:

"Warum habt Ihr geschwiegen? Warum habt Ihr das alles zugelassen? Habt Ihr nicht gesehen, wohin das führt? Warum habt Ihr nicht dne Mund aufgemacht, als noch Zeit dafür war?"

Nun wird in Deutschland und Österreich nicht nur die Zukunft unserer Nachfahren an die Wand gefahren, sondern es bewegt sich auch ernsthaft auf einen Krieg zu. Denkt einmal darüber nach, wenn man Euch in ein paar Jahrzehnten die ähnlichen Fragen stellt, was Ihr darauf antworten werdet (sofern Ihr den Sch. überhaupt überlebt).

Meine Kinder und Enkel wissen schon jetzt, was sie darauf antworten werden.

Ein Spiegelbild über die Dummheit der Bevölkerung

Es geht Schritt für Schritt weiter. Und die Leute hierzulande kommen immer noch nicht drauf, dass hier etwas von langer Hand vorbereitet wird. Worum geht‘s?

Da kommt eine Anfrage an zwei deutsche Wirtschaftsklubs (das sind die Unternehmervereinigungen in Siebenbürgen mit deutschen Unternehmen oder Unternehmen mit deutscher Beteiligung) mit folgendem Zweck:

Es wurden die Klubs in Temeschburg (Timisoara) und Hermannstadt (Sibiu) gefragt, ob sie im Rahmen einer militärischen Übung zur Evakuierung von Menschen aus einem fremden Land vorübergehend etwa 100 bis 200 Personen aufnehmen könnten.

Woher kommt denn dieses Ansinnen?

Die deutsche Bundeswehr (Division Schnelle Kräfte Stadtallendorf) plant für März 2025 eine Übung im Raum Sibiu und Timișoara, bei der die Evakuierung deutscher Staatsbürger (Rollenspieler) aus einem anderen Land geübt werden soll.

Weiter schreibt man in dem Artikel (ich übersetze):

Die Division der schnellen Eingreiftruppen in Stadtallendorf besteht aus deutschen und niederländischen Soldaten und gilt als eine der Eliteeinheiten der Bundeswehr, berichtet Antena3.

Zu der Einheit gehören Fallschirmjäger, Kommandotruppen, Gebirgsjäger, Hubschrauber sowie Angriffs- und Transportflugzeuge. Die Division arbeitet in Rumänien mit der 81. Brigade in Bistrita zusammen. Die Schnelle Eingreifdivision ist Teil der Battle Group der Europäischen Union und kann nach einer Alarmierung innerhalb von fünf bis zehn Tagen in einem Radius von 6.000 Kilometern um Brüssel eingesetzt werden.

Sie hat zahlreiche internationale Einsätze absolviert, unter anderem in Afghanistan. Neben dem Kampf gegen die Taliban war es die Einheit, die im Sommer 2021 die Evakuierung deutscher Staatsbürger aus Kabul sicherstellte.

(Link zum Artikel - Kann man gut mit deepl.com übersetzen)


Mein Kommentar dazu:

Es gibt ein berühmtes Zitat von Präsident Roosevelt, das da lautet:

„In der Politik passiert nichts zufällig. Wenn etwas passiert, können Sie wetten, dass es so geplant wurde."

Und die Schlafschafe schlafen (die gibt es anscheinend nicht nur im Westen, sondern auch in Rumänien)

Montag, 18. März 2024

Darf man Faschismus Faschismus nennen?

von Fragolin


Faschismus ist keine Ideologie. Es gibt keine Lehre des Faschismus. Faschismus ist eine Methode, mit der ein Staat Macht ausübt. Demokratie mündet meist in Tyrannei, der Faschismus ist ein Instrument der Tyrannei. Die Demokratie muss dafür nicht weggeputscht werden, nein, der Übergang geht schleichend.

Faschisten haben kein Ideologie, sie nutzen eine Ideologie. Sozialismus, Kommunismus, Religion - jede kollektivistische Ideologie lässt sich dafür ge- und missbrauchen. Und jede kollektivistische Ideologie hat deshalb Faschisten in ihrem Schlepptau. Denn sie brauchen die Ideologie für die Herrschaft der Verbote.

Handlungsverbote.

Sprechverbote.

Denkverbote.

Durchgesetzt von glühenden Anhängern und eingeschüchterten Opportunisten auf allen Ebenen und brutalen Kampfgruppen mit und ohne Uniform.


Der Nationalsozialismus bediente sich der Methoden des Faschismus. Aber er war nicht der Faschismus sondern nur eine seiner Spielarten. Ein Dackel ist ein Hund, aber ein Hund nicht automatisch ein Dackel. Neben dem Nationalsozialismus gab es den Giebelkreuzfaschismus in Österreich, den Militärfaschismus in Spanien, den Stalinismus in Russland, den Maoismus in China und ihre kommunistischen Ableger wie das faschistische Terrorregime eines Pol Pot oder der Religionsfaschismus der Mullahs in Persien.

Verdeckte oder offene Anhänger des Rotzbremsigen sind Neonazis. Verdeckte oder offene Anhänger Stalins oder Maos, die ja inzwischen höchste Staatsämter bekleiden, sind Neokommunisten. Beides sind Neofaschisten, denn sie heißen die Methoden des Faschismus gut und sind sofort bereit, diese anzuwenden. Wenn man sich die Leidensbilanz beider faschistischer Kollektivismen anschaut, kann man es nur als Fahrlässigkeit bezeichnen, dass ein Volk Anhänger dieser Ideologien auch nur mehr machen lässt, als die Straße zu kehren.

Was dadurch passiert ist, ist die schleichende Machtergreifung der Neofaschisten, die es mit perfider Propaganda - einem wichtigen Standbein des Faschismus, der als System der Tyrannei durch Täuschung auf Instrumente zur Verbreitung und Festigung seiner Lügen als einzig akzeptierte Wahrheit angewiesen ist - untermauern. Sie haben es geschafft, ein Bild zu verbreiten, als wären Faschisten Leute, die regimekritische Worte äußern, gegen die Politik der Regierung demonstrieren, für Freiheit, Bürgerrechte und Verfassung einstehen.

Faschismus funktioniert nur über nackte Gewalt und über Propaganda. Gewalt wird immer dort angedroht und angewendet, wo die Propaganda nicht greift. Was das über Völker aussagt, die der Propaganda blind glauben und selbst dann noch die Augen verschließen, wenn Schulkinder mit abweichender Meinung von der Polizei aus der Klasse geholt und in das System der Staatsgefährder eingepflegt werden, weil sie Sympathie für eine Oppositionspartei hegen, möge jeder selbst entscheiden. Ob das noch in irgend einer Weise demokratischer ist als das, was man über Putins Regime verbreitet, ebenso.

Vorneweg bei der Propaganda, die willigen Stiefelknechte der übergeschnappten Machthaber, sind jene, die blöken, man dürfe doch "unsere Demokratie" nicht als Neofaschismus bezeichnen. Doch, man darf, denn es ist keine Demokratie, nur weil sie sich so nennt, sondern nur dann, wenn die Regeln des freiheitlichen demokratischen Rechtsstaates gelten und der Staat dem Souverän gegenüber verfassungstreu handelt. Das trifft aber alles in vollkommenem Umfang an keiner Stelle mehr zu. Richter, die entgegen Staatsdoktrin gesetzes- und verfassungskonform urteilen, werden schikaniert und aus dem Amt gehoben, so dass der Bürger damit rechnen muss, dass das Recht, das er vor Gericht zu finden sucht, der Politik jener Parteien folgt, die Justiz- und Innenministerium übernommen haben, und nicht den geltenden Gesetzen. Polizisten knüppeln fröhlich auf friedlich demonstrierende Bürger, auch Kinder, Frauen und Alte, ein, und müssen selbst nach schweren Verletzungen oder gar Todesfällen nicht vor drohender Strafe zittern. Mit Staatsmillionen aufgebaute illegale Kampfgruppen werden gegen die Opposition aufgehetzt und dürfen unter medialer Hassbegleitung Terror und Gewalt anwenden, um Opposition zu ersticken und andere Meinungen zu unterdrücken. Fakten werden zu Lügen erklärt und die Anerkennung von Lügen als Fakt erzwungen, Wissenschaftler werden zu Schwurblern und Mietmäuler zu Experten, alles wird austauschbar, es gibt keine Anker mehr, weder Familie noch Heimat noch Geschlecht dürfen Identität schaffen, alles ist beliebig, außer dem Gehorsam, der ist absolut.

Wenn etwas aussieht, watschelt und quakt wie eine Ente, dann ist es eine Ente. Wenn ein Staat faschistische Methoden anwendet, dann ist er faschistisch. Wenn ich Faschismus sehe, dann nenne ich ihn so. Und nein, Faschisten sind keine Leute, die für Bürgerrechte und Verfassungstreue kämpfen, sondern das sind Demokraten. Die echten. Egal wie sie von den realen Faschisten genannt werden.


Der Faschismus-Probelauf "Corona" verlief befriedigend für die Faschisten, sie konnten Widerstandsquellen identifizieren, Fehler erkennen und Präventivmaßnahmen für die weitere Handlungsweise ergreifen. Der erlaubte Meinungskorridor wird immer enger, die Strafen für Verstöße gegen die Vorgaben immer drakonischer, der Staat immer übergriffiger und die Kampfgruppen agieren immer offener und brutaler.

Der Faschismus der Nationalsozialisten begann nicht mit Auschwitz, er endete mit Auschwitz. Er begann mit der Unterdrückung der freien Meinungsäußerung, der Punzierung und Verfolgung der Opposition, dem Erschaffen von Feindbildern und Aufhetzen der Massen. Er begann mit der Entfernung politisch Unliebsamer aus öffentlichen Ämtrn und deren Erklärung zu Feinden und Vogelfreien. Also genau dem, was aktuell immer lauter, schriller und brutaler passiert.


Was sich bei allem Opfergejammer des Täters von Schuldirektor, der seine eigene Schülerin bei der Polizei denunzierte, nicht verleugen lässt: Er hat genau so gehandelt wie der, der Anne Frank an die Gestapo verriet. Die Folgen mögen noch nicht so tödlich für die Schülerin sein, aber dazwischen stehen nur noch vier Buchstaben: noch. Denn die Stimmen, die Lagerhaft erst für "Coronaleugner" und inzwischen sogar für Oppositionssympathisanten fordern, gibt es bereits. Noch aus der dritten Reihe, aber auch dort, wie gesagt: noch. Wir stehen kurz vor der Vollendung des neuen Faschismus, jeder kann ihn sehen, seine unübersehbaren Zeichen. Jeder.