Donnerstag, 4. April 2024

Wie ich das Osterfest sehe

von Helmut
 
 

So seltsam das auch klingen mag, aber ich habe den Bezug zum Osterfest verloren. Das Osterfest, als das zentrale Bekenntnis zum Christentum, hat für mich keine Bedeutung mehr. Stellt sich die Frage nach dem „Warum“ und was daran schuld sein könnte. Zu einem beträchtlichen Teil ist es die Schuld der Kirchen, und zu einem gewissen Teil ist es auch meine Schuld, weil ich konsequent bin, meine Prinzipien habe und nicht alles und jedes einfach gedankenlos toleriere, nur, weil es zur Gewohnheit geworden ist.

Seit mehr als 20 Jahren lebe ich nun hier in Siebenbürgen, in Rumänien. Die dominante Religion hier ist die Orthodoxie nach der griechischen Richtung, daneben gibt es auch die Katholiken, die sich überwiegend aus der ungarischen Minderheit rekrutieren, sowie aus der verbliebenen deutschen Minderheit im Banat, natürlich auch die Evangelischen, die überwiegend aus der deutschen Minderheit aus Siebenbürgen stammen. Neben den vielen Untergruppen, Reformierten, Baptisten, Adventisten, Pentikostalen, etc. etc.

Nun gehen die Konfessionen in Rumänien von zwei unterschiedlichen Kalenderordnungen aus die einen nach dem Gregorianischen, die anderen nach dem Julianischen. Das bewirkt, dass das Osterfest von den Katholischen und Evangelischen zu einem Termin (meist früher) gefeiert wird, und von den Orthodoxen meistens später, dieses Jahr sogar erst am 5.Mai. Nur alle 7 Jahre findet das Osterfest zu einem gemeinsamen Termin statt.

Bei den Orthodoxen nach slawischer Richtung (Russen, Serben, Bulgaren, etc.) ist sogar das Weihnachtsfest zwei Wochen später als bei den anderen Religionen. Alles in allem gesehen, zumindest in meinen Augen, ein Unfug unbeschreiblichen Maßes.

Das Osterfest ist das Manifest des Christentums, es bedeutet den Sieg über den Tod und ist im Gegensatz zum Islam und anderen Weltreligionen nicht nur die Deklaration des Lebens nach dem Tode, sondern auch als ein Weiterleben in den himmlischen Sphären bei gottesfürchtigem Erdendasein, im Gegensatz zur Reinkarnation „im nächsten Gang“ im Buddhismus, wo man wieder mit weltlichen Problemen konfrontiert wird je nachdem, wie man im vorherigen Leben gelebt und gewirkt hat.

Sämtliche christlichen Feste sind in meinen Augen symbolischer Natur, und das ist auch gut so. Beginnend mit Weihnachten, was mit Sicherheit nicht im Winter stattgefunden hat, also die Geburt des Herrn, sondern im Rahmen der Volkszählung, die nach historischen Erkenntnissen irgendwann im August stattgefunden hat.

Genauso ist es in meinen Augen schon vom Zeitablauf nicht erklärbar, wie man den Einzug nach Jerusalem am Sonntag, mit den Aktionen Jesus im Tempel mit den Händlern, danach das Abendmahl am angeblichen Gründonnerstag, danach der Ölberg, der Verrat durch Judas und die Festnahme durch die Gemeinschaft der Hohepriester , und alles, was damit zusammenhängt, auflistet.

Wenn man den Absatz bei Wiki: „Vor dem Hohen Rat“ durchliest,

https://de.wikipedia.org/wiki/Jesus_von_Nazaret#Einzug_in_Jerusalem

dann kommen jedem rational denkenden Menschen erhebliche Zweifel, dass das alles am darauffolgenden Tag, am Karfreitag, einschl. Anklage der Hohepriester Kajaphas, Verhör durch Herodes, Verurteilung, Geißelung, Weg nach Golgota und anschließende Kreuzigung, wobei man deklariert, dass Jesus erst nach vielen Stunden des Leidens am Kreuz gestorben ist, um 3 Uhr Nachmittag. Wenn man sich Punkt für Punkt diesen Ablauf verinnerlicht, dann muss jedem klar werden, dass das nicht innerhalb weniger Tage erfolgt sein kann, sondern dafür braucht man wenigstens zwei, wenn nicht sogar drei Wochen.

Das alles stellt für mich die Kreuzigung Jesu nicht in Frage, denn die ist historisch nachgewiesen. In Frage stellt das für mich den deklarierten Zeitablauf der Kirchen hinsichtlich der Feierlichkeiten zum Osterfest. Das alles kann nur symbolischen Charakter haben, insbesondere vom Einzug nach Jerusalem und der Kreuzigung. Das kann nicht in den paar Tagen funktioniert haben, auch das alte römische Recht in den besetzten Gebieten unterlag gewissen Fristen.

Logische Schlussfolgerung: Auch das ist alles nur ein symbolischer Akt, der mit den tatsächlichen Vorgängen, zumindest im zeitmäßigen Ablauf, nichts zu tun hat. Dann kommen wir zur Quintessenz:

Wenn das alles nur ein symbolischer Akt ist, was die christlichen Feste betrifft, beginnend mit Weihnachten, Ostern, Christi Himmelfahrt und Pfingsten, dann frage ich mich, warum man das nicht seit Langem auf gemeinsame Termine festgelegt hat.

Über die Antwort kann ich nur mutmaßen.

Hier spielen Machtinteressen, finanzielle Komponenten und falsche traditionelle Scheuklappen eine Rolle, zum Nachteil der Christen und vor allem der christlichen Idee. Und das, obwohl der Islam bereits kräftig an die Tür Europas klopft.

Ich bin nicht mehr bereit das mitzutragen. In unsere Familie gibt es die verschiedensten christlichen Konfessionen, und wir haben festgestellt, dass wir trotzdem zu ein und demselben Herrgott beten. Wenn also dieses Bekenntnis zum Christentum an Ostern nur mehr symbolischen Wert hat, und keinen anderen, wie ich versucht habe, darzulegen, dann werde ich meinen persönlichen Termin für das Osterfest selbst festlegen. In diesem Jahr wird es irgendwo zwischen den beiden christlichen Terminen sein, also zwischen Ende März und Anfang Mai — vielleicht am 14. oder 21. April.

Ich bezeichne mich als bekennenden Christen, aber nicht als einen, der sich duckend jedwelchem Blödsinn unterordnet, sondern der mitdenkt und kritisch ist. Vor Jahren schon habe ich genau diese Thesen an die Kirchentüren unserer Stadt angeschlagen, nach Lutherprinzip, an jede Konfession, mit vielen Jugendlichen im Schlepptau. Der Erfolg ist ausgeblieben.

Meine schriftlichen Appelle an die zentralen Führungen der verschiedenen Konfessionen blieben unbeantwortet, und auch der Vorstoß des Patriarchen der Orthodoxie in Klausenburg im letzten Jahr verhallte ungehört von den Katholischen und den Evangelischen vernahm ich daraufhin keine Reaktion.

Diese Kirchenpolitik schadet einfach nur dem Volk und der Volkswirtschaft, und zwar in zweierlei Hinsicht:

Zum einen werden hier Arbeitstage geopfert, denn viele halten die Osterfeste, die zu einem früheren Zeitpunkt stattfinden, auch, wenn sie nicht dieser Konfession angehören. Die orthodoxen Gläubigen, insbesondere die einfachen Leute, meinen, man feiert am besten beide Osterfeste, da man ja nicht weiß, welches dieser Osterfeste die wahre Feier zur Auferstehung Christi ist. Die Katholischen und Evangelischen feiern die Orthodoxen Ostern zwangsläufig mit, weil das eben gesetzliche Feiertage in Rumänien sind.

Zum anderen wird der Sinn des Osterfestes total verwässert, und das merkt man, wenn man sich mit den Gläubigen unterhält. Auf die Frage, was man denn am Karfreitag am besten macht, zumal dieser Tag arbeitsfrei ist, bekommt man zur Antwort, dass man in dem Fall, wenn es das Wetter zulässt, den Grill ins Auto packt und mit der Familie ins Grüne fährt.

Ganz abgesehen von dem kalendarischen Umstand, dass am 1. Mai traditionell gut gegessen, gut getrunken und gefeiert wird, und dieser 1. Mai fällt in diesem Jahr genau in die Karwoche, einen Tag vor dem orthodoxen Gründonnerstag.
 

8 Kommentare:

gerd hat gesagt…

"Ich bezeichne mich als bekennenden Christen, aber nicht als einen, der sich duckend jedwelchem Blödsinn unterordnet, sondern der mitdenkt und kritisch ist."

Werter Helmut,
duckend und jedwelchem Blödsinn untergeordnet. Dieses Gefühl hatte wohl auch einer der Anänger Jesu mit Namen Thomas, als er die Auferstehungsberichte seiner Freunde mit dem Satz kommentierte: "Wenn ich Jesus nicht sehe und ihn anfassen kann, dann glaube ich nicht." Meines Erachtens ist der Bezug zum Osterfest abhängig von der persönlichen Beziehung zu Jesus Christus. Ich kann, wie Thomas einen Beweis verlangen und den unter Umständen auch erhalten. Aber darauf kommt es Jesus offensichtlich nicht an, wenn er feststellt: "Weil Du gesehen hast glaubst du, selig die nicht sehen und doch glauben." Ich wünsche Ihnen von Herzen einen neuen Zugang zum Osterfest, der nur dann möglich ist, wenn ich nicht jedwelchem Blödsinn nachlaufe.

helmut-1 hat gesagt…

Herrn Gerd:

"Meines Erachtens ist der Bezug zum Osterfest abhängig von der persönlichen Beziehung zu Jesus Christus."

Das spielt erheblich mit hinein. Aber es wird genauso erheblich gestört. Und warum wird es gestört:

Weil man aufgrund der Ungereimtheiten im Zeitablauf draufkommt, dass es eigentlich nur einen symbolischen Charakter haben kann, das Osterfest als die Erinnerung an die Kreuzigung Christi. Was ich generell als positiv ansehe.

Dann stellt sich automatisch die Frage, warum dann verschiedene christliche Konfessionen darauf bestehen, ohne rationalen Grund, die Weisheit mit dem Löffel gefressen zu haben und aus reinem Machtanspruch darauf bestehen, das Osterfest dann terminisieren zu können, wenn sie es eben wünschen.

Da Sie mir genausowenig die Antwort drauf geben können, ob ich nun das Osterfest der katholischen/evangelischen Konfession feiere oder das der orthodoxen, stelle ich an Sie die konkrete Frage, ob ich dann ein verabscheuungswürdiger Christ bin, wenn ich alleine oder im Kreise meiner Familie oder sogar im Kreise von Gleichgesinnten das Osterfest zu einem völlig anderen Termin begehe und dabei des Leidens unseres Herrn gedenke.

Dieselbe Frage stellt sich ja auch an Weihnachten, mit den Orthodoxen der slawischen Richtung, die das Weihnachtsfest zwei Wochen später feiern. Ach ja, da ist es einfacher, das sind ja alles Putinanhänger, und Putin ist böse.

Anonym hat gesagt…

Ich finde, hier kommt der - zu Unrecht in der „Tradition“ immer als „ungläubig“ abqualifizierte - Jünger Thomas zu schlecht weg. Für mich ist er der neutestamentliche Zwilling zum am Jabbok mit der dunklen Seite Gottes ringenden Jakob: der will‘s einfach wissen, der lässt sich nicht mit frömmelnden Phrasen abspeisen, der nimmt seinen Gott noch richtig ernst.

gerd hat gesagt…

@helmut-1

Verabscheuungswürdiger Christ? Glauben Sie ernsthaft das das aus meinem Kommentar herauszulesen ist?

@anonym 15:38

Nun denn, der hl. Thomas hat ja selbst behauptet nicht glauben zu können. Er war also in diesem Moment ungläubig. Das wurde ihm auch von Jesus so bestätigt. Der ungläubige Thomas ist eine Ehrenbezeichnung, für alle die nicht glauben können, bis sie von Jesus überzeugt werden. Im übrigen kommt bei Gott niemand schlecht weg, wenn er es nicht will.

helmut-1 hat gesagt…

Herrn gerd:

Es ist ja schön, wie Sie um den heißen Brei herumreden. Was hat der ungläubige Thomas mit mir zu tun?

Sagen Sie mir halt, woran ich glauben soll, an die Auferstehung am 31.3.2024 oder an die Auferstehung am 5.5.2024.

Genauso sagen Sie mir, wann ich das Weihnachtsfest feiern soll. Am 24. 12. oder am 6.1.

Welches Datum ist nun das richtige?

Franz Lechner hat gesagt…

Helmut
1) Eine Fehlerberichtigung: Die Bulgaren feiern Weihnachten wie wir. Rumänen und Bulgaren haben damit für Weihnachten und Ostern die gleichen Termine
2) Schwerwiegender ist das, was Sie zu der zeitlichen Dichte der Ereignisse des Gründonnerstags und Karfreitags schreiben, die Ihnen unglaubwürdig vorkommt. Ich denke, Sie übersehen hier einige Besonderheiten dieser Ereignisse. Wichtig ist die Erkenntnis, dass die Hohepriester unter enormen zeitlichem und sonstigem Druck standen, und dass ihr ursprünglicher Plan nicht glattging.
Dieser sah vor, Jesus wegen Aufruhrs gegen die Römer zu beschuldigen, womit sich alle Probleme erübrigt hätten. Dazu bedurfte es jedoch eines falschen Zeugen, nämlich des Verräters Judas. Dieser konnte jedoch seine vorgesehene Rolle nicht erfüllen, weil er plötzlich von Gewissensbissen befallen wurde und sich vorzeitig erhängte. Die Hohepriester standen somit vor Pilatus ohne belastbare Beweise da – so etwas wie Gottessohnschaft war für die Römer so gut wie uninteressant. Dazu kam, dass Pilatus offenbar eine gewisse Sympathie zu Jesus fasste. Alles, was in der Nacht auf den Karfreitag und am darauffolgenden Vormittag stattfand, war eine wilde Improvisation, deren Procedere den mosaischen Gesetzen drastisch widersprach, was die Evangelien durchaus betonen (für uns aber als solches nicht verständlich ist, vgl die Anmerkung, dass der Hohepriester seine Kleider zerriss. Eine solche Manifestation einer Gemütsbewegung während einer Amtshandlung war ausdrücklich verboten). Der judenchristliche Autor Arnold Fruchtenbaum listet über 20 derartige Übertretungen auf, die bewirkten, dass das Verfahren nach jüdischem Recht ungültig war. Das Ganze war eine Husch-Pfusch-Aktion, die man aus diversen Gründen unbedingt in dieser Eile, dh vor dem Abend des Karfreitag, finalisieren musste. Näher kann ich hier nicht drauf eingehen, weil ich das Fruchtenbaum-Buch (Kreuz und Stern) verlegt habe. Aber wichtig ist, zu bemerken, dass man sich mit der von Ihnen erwähnten „Problematik“ bereits gründlich auseinandergesetzt hat, und dass die geschilderten Umstände durchaus glaubwürdig sind.
3) Warum man keine gemeinsamen Termine festgelegt hat? Nun, das ist wohl auf die Sturheit der Orthodoxen zurückzuführen. Angesichts der Apostasie der „westlichen“ Kirchen werden die Orthodoxen wohl in Zukunft keinen Grund erblicken, einzulenken. Der Gedanke an gemeinsames, interkonfessionelles Feiern dürfte eher abschreckend wirken. Aber ist das wirklich so ein Problem? Ich finde, derartige Unterschiede schön. Sie verleihen auch Ländern wie Rumänien etwas Besonderes. Und für mich, der ich in einer interkonfessionalen Ehe lebe, bedeutet dies, dass ich zweimal Ostern feiern kann (was ich eh selten genug tue). Schlecht?

helmut-1 hat gesagt…

Herrn Lechner:

Danke erst einmal für die umfangreiche Stellungnahme.

Zu 1) Klarer Fehler meinerseits, die Bulgaren sind sowohl zu Ostern als auch zu Weihnachten mit der rumänischen Orthodoxie im selben Zeitplan.

Zu 2) Werde mich bei Gelegenheit noch eingehender mit der Aufdeckung der näheren Umstände befassen. Der Hinweis auf Literatur darüber ist hilfreich.

Was für mich trotzdem zeitmäßig nicht nachvollziehbar ist, das sind die Ereignisse vor der Kreuzigung. Man spricht davon, dass Jesus mehrere Stunden am Kreuz gehangen war, bis der Tod um 15 Uhr eintrat. Nennen wir mal eine Hausnummer, sagen wir er war um 12 Uhr am Kreuz gehangen.

Dann war der Leidensweg davor, am Kalvarienberg, mit dem Kreuz schleppen, mit dem 3 x Niederfallen, mit der Dornenkrone, mit der Hilfe eines Unbeteiligten beim Kreuz tragen, etc. - Das muss dann spätestens um 9 Uhr früh losgegangen sein, sonst geht das nicht.

Und bis 9 Uhr soll dann alles andere stattgefunden haben? Anklage des Hohepriester Kajaphas, Verhör durch Herodes, Verurteilung durch Pilatus, Geißelung, - auch im Schnelldurchlauf müssten die da schon um 5 Uhr morgens, noch in der Dunkelheit, begonnen haben. Für mich unvorstellbar.

Dazu die anderen Ereignisse wie die Aktion im Tempel, Ölberg, Abendmahl, usw., das alles in den paar Tagen bis zum Gründonnerstag? Das geht ja nicht einmal im Film.

O.k., vielleicht liege ich auch falsch und die haben da kräftig Dampf gemacht.

3) - Ich kann nicht beurteilen, ob das nur an den Orthodoxen liegt. Zum Streiten gehören bekanntlich immer mindestens zwei. Derzeit werden bei den Orthodoxen wieder Stimmen laut, dass man sich auf ein gemeinsames Osterfest einigen soll. Wo steht denn das festgenagelt, dass man die symbolische Erinnerung nach einem bestimmten Kalender machen muss? Macht man zu Weihnachten ja auch nicht. Das Datum zu Weihnachten hat man ja nur gemacht, um das Julfest der Germanen am 20./21. Dezember zu relativieren.

Der Vorschlag für alle, der schon mal auf dem Tisch lag, nämlich Ostern generell am 2. Sonntag im April zu feiern, den finde ich gut. Interessanterweise begehen die Schiiten und die Sunniten den Ramadan zum selben Zeitpunkt, trotz aller Unterschiedlichkeiten.

Ich bin ein Gegner von den verschiedenen Osterterminen, - es ist eine wirtschaftliche Einbuße für den Staat und die Verwässerung für die Gläubigen. In Rumänien, besonders auf dem Land, wird noch mit der alten Tradition zu Ostern gegrüßt. Statt "Guten Morgen" sagt man: Der Herr ist auferstanden! Und der Gegrüßte antwortet dann: Er ist wahrhaftig auferstanden.

Nun antworte ich dann aber, wenn mich ein orthodoxer Gläubiger damit grüßt, mit den Worten: Er ist wahrhaftig vor einem Monat auferstanden.

Rumänien ist was Besonderes, - aber das hat nichts mehr mit dem christlichen Glauben zu tun.

Franz Lechner hat gesagt…

Helmut, Sie schreiben das aus der balkanischen Sicht (Rumänien und Bulgarien). Wahrscheinlich haben Sie recht. Innerhalb des europäischen Kulturraumes (Fuck the EU) ist es wirklich sinnlos, zwei verschiedene Termine für Ostern zu haben…
Christos voskrese! - Voistinu voskrese! wie die Bulgaren sagen, ist natürlich ein schöner Gruß. Mir gefällt das orthodoxe Ostern sehr gut.
Zu 2: ich glaub schon, dass die Geschehnisse bei Pilatus in aller Früh losgingen und das der Weg nach Kalvaria gegen 10 h begann. Diese Intensität (nach einer schlaflosen Nacht) förderte zweifellos den relativ frühen Tod des Herrn nach vergleichsweise kurzer Zeit am Kreuz. Das Buch Fruchtenbaums kann ich Ihnen wirklich sehr empfehlen. Man muss nicht alles glauben, was drinsteht, aber das allermeiste ist sehr erhellend. Fruchtenbaum hält übrigens auch den Termin des Weihnachtsfestes für plausibel (zumal um diese Zeit in Israel wirklich die Tiere übernacht auf der Weide sind).
Übrigens sprechen auch die Untersuchungen zum Turiner Grabtuch (dessen Echtheit Fruchtenbaum mit wenig überzeugenden Argumenten ablehnt, vielleicht sein Hauptfehler) für die Richtigkeit der Darstellungen in den Evangelien.