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Freitag, 25. Juli 2025

Ja, es macht fassungslos!

von Deliberator  Austriacus 
 
 
Stimmt genau, Herr Dr. Unterberger: Es macht fassungslos! Aber nicht die angebliche "Naivität", mit der Ihrer Meinung nach 
Meinl-Reisinger und andere europäische Außenminister auf die Propaganda-Inszenierungen der Hamas hineingefallen sind
sondern über die letztklassige Schäbigkeit, mit der Sie Netanjahu, einem der übelsten Kriegsverbrecher, die sich je in der Nahost-Politik getummelt haben, die Räuberleiter bauen helfen.

Ihr gestriger Artikel ist derartig zum Kotzen, daß man sich nur fassungslos fragt, wie es die Abonnenten Ihres Tagebuchs aushalten, derartigen Unrat nicht nur zu lesen, sondern dafür auch noch zu bezahlen. Man kann mir nun wirklich keinerlei Sympathien für radikal-islamische Gruppen nachsagen und auch Meinl-Reisinger ist ganz sicher nicht meine Lieblingspolitikerin — aber wenn Sie alles, was zur Verurteilung des Genozids, der gerade in Gaza stattfindet (und von Trump und Consorten einfach abgenickt wird, die vor der Israel-Lobby kuschen müssen, weil die sie —  Zuckerbrot und Peitsche! — sowohl mit Wahlkampfspenden ins Amt hieven, wie jederzeit mit den pikanten Daten des Mossad-Agenten Epstein davonjagen kann), gesagt wird, einfach als "total antiisraelisch, antijüdisch, antisemitisch durchsetzt" abqualifizieren, dann kann man sich nur mehr über Sie, Herr Dr. Unterberger, und Ihre verbogene Weltsicht abgrausen!

Halten Sie auch einen Prof. Jeffrey Sachs für "total antiisraelisch, antijüdisch, antisemitisch durchsetzt", wo er doch selbst Jude ist? Müssen Sie wohl, denn "naiv" werden Sie diesen international anerkannten Berater von Regierungen und internationalen Organisationen doch nicht ernsthaft nennen wollen, oder etwa doch?

Es wird Sie vermutlich nicht interessieren, aber vor zehn Jahren habe ich Ihre Artikel zwar nicht immer ohne kritische Einwände, aber doch mit Interesse gelesen. Inzwischen sind Sie aber nur mehr eine verbitterte, alte Propaganda-Tröte für 
1. einen schwarzen Bundeskanzler in Österreich (egal welcher Koffer dafür präsentiert wird)
2. einen servilen Kurs Österreichs Richtung NATO und Washington
3. eine bedingungslose Vasallentreue gegenüber Israel
Tut mir leid: aber dafür brauche ich meine Zeit nicht mit Ihrem langatmigen Geseich zu verschwenden, das kann ich (wenigstens für 2. und 3.) genauso gut (bzw. besser gesagt: schlecht), aber weniger langatmig im Standard lesen!

Gehen Sie in Pension, Herr Dr. Unterberger: so richtig ganz und vollständig! Ihr Tagebuch ist am besten durch NICHTS zu ersetzen. Jeder von Ihnen nicht geschriebene Artikel ist ein Zeitgewinn und lässt uns die Chance, etwas Vernünftigeres zu lesen.

Freitag, 2. Mai 2025

"Wien: ein bürgerliches Trauerspiel"

von LePenseur
 
 
... übertitelt Andreas Unterberger  — berechtigt — seinen Artikel über den Ausgang der Wien-Wahlen. Und beweist, daß ein guter Diagnostiker (naja, so halbwegs) dessen ungeachtet immer noch ein miserabler Therapeut sein kann, wenn er seinen Artikel mit folgendem Statement beschließt:
Michael Ludwig wird bei der nächsten Wahl weit über dem Alter des von seiner Partei so hartnäckig verteidigten Pensions-Dogmas liegen. Dadurch hätte dann Dominik Nepp ganz gute Chancen, wenn er und vor allem die Bundes-FPÖ die oben skizzierten Fehler vermeiden können. Aber nur dann. Die FPÖ muss endlich zeigen, dass sie regieren will und kann. Sie darf nicht abhängig sein von den Befindlichkeiten des mit aller Welt zerstrittenen Herbert Kickl. Sie muss kompromissfähig werden und nervenstark, auch wenn es Rückschläge gibt. Und sie darf nicht wie ein verkappter Agent des russischen Diktators wirken.
Mit anderen Worten: wenn die FPÖ den Blockparteien in den A*sch kriecht, schön brav bei der Packelei der anderen zusieht (das nennt sich dann eben "kompromißfähig" in der verbogenen politischen Sehachse Dr.is Unterbergers) und ebenso schön brav bei den Strippenziehern der EUrokratie und NATO wuff macht und apportiert ... nur dann wird sie "Erfolg" haben und darf "regieren"! Wenn sich also ein FPÖ-Obmann für das Linsengericht eines Frühstücksdirektorsposten namens "Bundeskanzler", bei dem die alten Seilschaften einer total korrupten ÖVP und einer ebenso total korrupten SPÖ, die sich als GroKo-Zwillinge seit 1945 Österreich einfach aufgeteilt haben und diesen durch jahrzehntelange Begehung als "gewerbsmäßig" zu bezeichnenden Ganovenstreich als "österreichische Realverfassung" & "Sozialpartnerschaft" camouflierend bejubeln, weiter ungeniert zu Lasten der Österreicher das Land in den Abgrund führen können.

Ach ja, und zum Schluß darf der Seitenhieb auf die pöhsen Russen nicht fehlen und auf ihren "Diktator" (der auch nach den Umfragen westlich kontrollierte Meinungsforschungsinstitute Zustimmungsraten von ca. 80% seines Volkes hat ...): das aus der Feder eines lang-gedienten (jawohl: "gedienten", man könnte auch "sich angedient habenden" schreiben) Redakteurs der "Presse", die ab der Gründung 1946 von US-Spitzeln gelenkt wurde — so eine Delikatesse mit dem (zugegeben: etwas herben) Aroma von Opportunismus und ideologischer Verblendung darf man sich schon auf der Zunge zergehen lassen ...

Montag, 2. Dezember 2024

Die Schwarzen ... was für ein mieses Gesindel!

Eine Beweisaufnahme
von Rupert Moser
 
 
Difficile est saturam non scribere – dieser Satz aus der Feder Juvenals gilt schon lange nicht mehr. Wer könnte denn schließlich über die Thematisierung eines solchen Unsinns noch lachen? Setzt doch Satire so etwas wie ein marginales intellektuelles Restniveau ihres Gegenstandes oder Opfers voraus. Immerhin verbietet es das Ehrgefühl, sich über offensichtlich Schwachsinnige oder geistig Kranke oder extrem Minderbemittelte lustig zu machen.  Was aber um alles in der Welt soll man mit folgenden Sätzen des „konservativen“ österreichischen Journalisten Andreas Unterberger anfangen? Sagen Sie mir es bitte. Ich bin echt ratlos.

„Die heimische Regierung hat sich ein dickes Lob verdient. Sie hat etwas geschafft, was vor drei Jahren noch völlig unmöglich erschienen ist: Es fließt kein russisches Gas mehr nach Österreich. Und dennoch ist die heimische Versorgung nicht gefährdet. Und dennoch kommt es zu keinen katastrophalen Preissprüngen...“

Klar, Unterberger ist längst keine journalistische Größe mehr. Wozu sich also mit ihm und seiner Miniaturblase pseudokonservativen „Denkens“ abgeben, warum dessen Geschreibsel weiterverbreiten, das wohl sogar innerhalb der ÖVP wohl keiner mehr ernst nehmen kann ... -  Dies umso mehr, als ich niemals irgendwas auf Unterberger gegeben habe und mich gewisse Entgleisungen, die seine Leser mitunter auf Altersstarrsinn und Hass auf alles Russische zurückführen, daher nicht so sehr zu überraschen vermögen.

Aber letztlich erweisen sich unsere Prämissen als so sattelfest nicht… Es besteht eine Kontinuität des Wahnsinns. Though this be madness, yet there is method in it. Es ist halt so und nicht anders: Unsere Schwarzen machen gemeinsame Sache mit den Gewesslers und Zaditschen dieser Welt, und dass sie sich mitunter über diese gar mächtig echauffieren, sollte unseren Blick nicht trüben. Hier ham wir ‘s schwarz auf weiß: Die Regierung verdient ein dickes Lob, weil die ÖMV sich auf Gewesslers Geheiß in einen scheints sinnlosen Rechtsstreit mit der Gazprom eingelassen hat und wir es daher in nicht allzu ferner Zeit etwas kälter haben werden.

Hier spricht ein Schwarzer Klartext. Er fällt dabei als Grünen- und Linkenhasser ein wenig aus seiner Rolle und wirkt dabei mehr als bloß ein wenig närrisch. Aber unterm Strich tut er nichts anderes als die grünlinke Politik der Zerstörung unseres Landes über den grünen Klee zu loben. Wir sollten das sehr aufmerksam registrieren.

 

Sonntag, 17. März 2024

Salzburg aus spießbürgerlicher Sicht - Teil 2

Gastkommentar
von Rupert Moser
 
(Fortsetzung von Teil 1)
 
„Viele der Menschen in Graz und Salzburg sehnen sich heute wieder nach solchen Verhältnissen. Verstehe das, wer es verstehen kann“
... meint Unterberger. Wirklich? 
 
Das eigentliche Problem liegt nicht in der mangelnden historischen Bildung, sondern im Verkennen der Gegenwart. Es liegt im Charakter der bürgerlichen Ratten und Kriecher begründet. Man hat, ohne es zu wollen, das Narrativ der Linken übernommen und handelt eben jetzt nach diesem. Man ist zwar irgendwie unzufrieden, was nicht ideologisch motiviert ist, sondern weil man sieht, dass wirklich nichts weiter-, genauer alles den Bach runtergeht, was ja auch Unterbergern nicht entgangen ist, und dass die uns vorgesetzten Gestalten eine dreiste Zumutung sind (was sich Unterberger in Bezug auf die Angehörigen seiner Partei niemals so eingestehen würde), all dies vermag auch ein kleiner, nicht halb-, sondern sechzehntelaufgewachter bürgerlicher Jammerlappen zu erkennen, aber was seine Konsequenz? Kickl verhindern, denn der ist gefääährlich. Und um auf Nummer sicher zu gehen, wählt man den Gegenpol. Ist doch logisch! 
 
Das kommt eben davon, dass die man die Begriffs- und Deutungshoheit der Linken überlassen hat. Das kommt davon, dass man zu feige gewesen ist, um der Propagandadampfwalze der Linken zu widersprechen, um sie als impertinent und abgrundtief dumm in ihre Schranken zu verweisen. Stattdessen hat man gemeinsame Sache gemacht, das heißt sich nicht entblödet, in den Chor der Volksverdummung einzustimmen und ganz nebenbei die kommunistische Politik mitgetragen. Und das sind halt die Früchte: der kritischere Teil der Parteibasis bzw der Sympathisanten ist mittlerweile bis zur Verblödung dermaßen verwirrt, um ausgewiesene Kommunisten zu wählen (dabei kommt sich zweifelsohne ausgesprochen schick und gut vor), während ein anderer in Abgestumpftheit oder besser gesagt Stumpfsinn in seinem alten Wahlverhalten verharrt. Vom Ergebnis besehen ist beides ja ungefähr das Gleiche, was Unterberger partout nicht zur Kenntnis nehmen will.

Ein „normales“, also aus konservativ-christlich-bürgerlicher Sicht wünschenswertes Verhalten, von welchem ein Spießer und Parteisoldat wie Unterberger natürlich meilenweit entfernt ist, würde darin liegen (dh wäre bereits vor Jahren darin gelegen), der zum Renegaten mutierten Partei einen saftigen Denkzettel zu verpassen (verpasst zu haben), auf dass sie sich ihrer alten Werte besinne und wieder so etwas wie Vernunft annähme. Dies setzt indes so etwas wie Erkenntnisfähigkeit voraus, die jedoch Verblödung und Stumpfsinn völlig zum Opfer gefallen zu sein scheint. Man soll sich hinsichtlich dieses Ausmaßes nicht täuschen lassen: Die sogenannte bürgerliche Mitte ist tot, im wahrsten Sinne des Wortes hirntot. Niemand vermag das besser zu repräsentieren als Unterberger selbst, und zwecks eben der Veranschaulichung dieses Umstandes erscheint die Befassung mit dem imgrunde grotesk bis obsolet gewordenen Phänomen lohnend. 
 
Allerdings nur zu diesem Zwecke, ist Unterberger doch schlussendlich eine abgetane journalistische Größe ohne nennenswerte politische Relevanz. Als „Opa gegen links“ hat ihn ein Ausläufer des Mainstreams mal zu bezeichnen oder zu beschimpfen versucht, was Unterberger sicherlich mit Genugtuung zur Kenntnis genommen haben wird. Allein – es stimmt nicht. Seiner ÖVP folgend, ist Unterberger nämlich dort, wo es drauf ankommt, längst auf die linke Seite übergelaufen, hat in plumpeste NATO-, USA- und Impf-propaganda eingestimmt.

Ich pfeife auf ein vorgebliches bürgerliches Bewusstsein, das sich in Unterbergers Äußerlichkeiten und wirtschaftlichem Krämertum erschöpft und dabei aus (günstigstenfalls!) mangelnder Weitsicht in ganz entscheidenden und konkreten Punkten versagt. Ich pfeife auf jegliches Eintreten für vorgeblich bürgerliche Werte, wenn man gerade jenen politischen Exponenten, die sie wirklich vertreten, permanent in den Rücken fällt. Ich pfeife auf Hayek-Liberale, die sich für einen kriminellen Impf-Staatsterrorismus einsetzen. 
 
Ich pfeife auf einen vorgeblichen christlichen Konservatismus, der sich zu erkennen weigert, wofür die US-bzw NATO-Militärmacht in Wahrheit steht. Ich pfeife auf Verteidiger des Abendlandes, die auf einen Sieg des verkommenen Wertewestens über Putin-Russland hoffen und daneben sogar noch so vertrottelt sind, die aus einer entsprechenden Politik resultierende Gefahr eines Atomkrieges zu verkennen (bzw die gar eine solche billigend in Kauf nehmen). Ich pfeife auf Leute wie Unterberger und verachte sie aus ganzem Herzen. Da sind mir sogar die blödbürgerlichen KPÖ-Wähler noch lieber.
„Aber auch das Bürgertum als Ganzes und vor allem die aus dem Bürgertum kommenden schwarzen und pinken Parteien müssen sich fragen, was bürgerliche, liberale, konservative, christdemokratische Identität überhaupt noch bedeutet, wenn für einen Teil ihrer Wähler der Wechsel zur KPÖ so problemlos scheint wie der Wechsel der Unterhose.“
Dieser Ansatz erscheint grob verkürzt. Unterberger und mit ihm das Bürgertum als Ganzes müssen sich in Hinblick auf die erwähnten Identitäten vielmehr fragen, warum sie diese schon über Jahre, wenn nicht Jahrzehnte aufgegeben und mit Füßen getreten haben. Was Unterberger hier beklagt, ist in Wahrheit ein bloß kosmetisches Phänomen. Wenn man ihm hin und wieder so etwas wie intervalla lucida unterstellen möchte, etwa wenn er den Radiosender Ö1 als kommunistisch indoktriniert erkennt, so ist er in den entscheidenden Punkten geradezu mit Blindheit geschlagen, wie die folgende Passage eindrucksvoll beweist, die gerade in Bezug auf die Salzburger Kommunisten die Realität nicht nur verkennt, sondern in ihr Gegenteil umdreht:
„Die Unterstützung etlicher Studenten für Putins Russland war nicht ganz so offenkundig – schon deshalb, weil das ja als FPÖ-Position gilt. Aber umgekehrt war an den Unis jedenfalls auch keine Unterstützung für die Ukraine zu merken. Bei etlichen linken Gruppen ist vor allem der Amerika-Hass dominierend: Die USA unterstützen aber eindeutig Israel und die Ukraine; und der Ukraine steht Wladimir Putin gegenüber, der wiederum ein großer Stalin-Verehrer ist. Womit sich der Kreis schließt.“
Mein Gott, Andi! 
 

Samstag, 16. März 2024

Salzburg aus spießbürgerlicher Sicht - Teil 1

Gastkommentar
von Rupert Moser
 

Also sprach Andreas Unterberger: 
„… absolut undenkbar, dass sich jemand ausdrücklich als Kommunist bezeichnet und dennoch bei Wahlen im 21. Jahrhundert exzellent abschneidet; und dass in Graz wie Salzburg sogar viele ÖVP-Wähler zu den Kommunisten übergewechselt sind, so wie sie früher zur FPÖ übergewechselt sind, wenn sie der ÖVP-geführten Regierung für was auch immer einen Denkzettel geben wollten.
Um es klar zu sagen: Wer heute einen – stolz diese Bezeichnung tragenden! – Kommunisten wählt, lädt schwere Schuld auf sich.“
Auf ersten Blick scheint an diesen Zeilen nichts zu beanstanden. Bei näherer Betrachtung handelt es sich jedoch um einen typisch spießbürgerlichen Reflex, der auf äußere Erscheinungsformen abzielt und sich damit zufriedengibt. Das Ergebnis ist indes höchst kümmerlich. Lädt einer, der anders bezeichnete, aber dennoch kommunistische Inhalte vertretende Parteien wählt, etwa weniger schwere Schuld auf sich? Worin soll der besondere Unrechtsgehalt liegen, wenn Wähler, die bislang kommunistische Programme wie allem voran den Bevölkerungsaustausch unterstützten, nun auch eine ausgewiesen kommunistische Partei wählen?
„Aber inzwischen wissen zumindest in den Städten Graz und Salzburg fast 30 Prozent nicht mehr, was der Kommunismus ist.“
Oh doch, sie wissen es, Herr Unterberger, offenbar besser als Sie, und sie kriegen eben nicht genug davon. Ich sag nur Multikulti, mehr Staat, nicht zuletzt auch in der Gesundheitspolitik, hoch die internationale Solidarität, vor allem mit der Ukraine und mit der NATO samt entsprechender Friedenspolitik und Aufrüstung… Das Problem scheint viel eher darin zu liegen, dass Sie es nicht so besonders gut wissen scheinen, wie der Kommunismus in Zeiten wie diesen so zu agieren pflegt. Aber auch hinsichtlich der Vergangenheit tun sich da gewisse Lücken auf. So sind diese Ihre folgenden Zeilen blanker Unsinn:
„Die einzigen "sozialen Errungenschaften" von Kommunisten an der Macht: Es gab keine bösen Reichen mehr. Alle waren – bis auf die Funktionärsnomenklatura – gleich arm. Vielfach ärmer als der arme Bevölkerungsteil vorher. Viele der Menschen in Graz und Salzburg sehnen sich heute wieder nach solchen Verhältnissen. Verstehe das, wer es verstehen kann.“
Die wichtigste soziale Errungenschaft des Kommunismus lag in der Beseitigung der Arbeitslosigkeit. Wir wollen hier nicht diskutieren, mit welchen Mitteln dies erfolgte bzw inwieweit dieses Ziel überhaupt sinnvoll war, aber das gänzliche In-Abrede-Stellen von gewissen sozialen Errungenschaften in den realsozialistischen Staaten erscheint entschieden verfehlt. Entsprechend blödsinnig dieses Zitat:
„Beängstigend ist vielmehr auch das Hauptwahlkampf-Argument der Kommunisten in diesen beiden österreichischen Städten selber: das Wohnen. Denn es gibt mit absoluter Sicherheit weltweit niemanden, der beim Thema Wohnen mehr versagt hätte als die Kommunisten“ 
... dies nebst Verweis auf Kuba, Venezuela oder Nordkorea. Hm, merkwürdig, ist man nur mit Blick auf gewisse Slum-Viertel in nichtkommunistischen Ländern Südamerika und Asien geneigt zu sagen. Ganz geheuer scheint dies Unterbergern denn wieder auch nicht zu sein, und schwenkt er über auf scheinbar sicheres europäisches Terrain:
„In den 70er und 80er Jahren hat man noch gar nicht in andere Kontinente fahren müssen, um zu sehen, wie unsozial und unfähig der regierende Kommunismus ist, wie er insbesondere total an der Aufgabe gescheitert ist, genügend und brauchbaren Wohnraum zu schaffen. Damals brauchte man von Ostösterreich ja nur wenige Kilometer nach Norden, Osten oder Süden zu fahren, um das Scheitern des real existierenden Kommunismus gerade in Sachen Wohnen zu sehen.“
Zugegeben, übertrieben viel Wohnraum hatte man im Kommunismus nicht zur Verfügung, aber geht das dennoch nicht zu weit? Waren also die Plattenbauviertel in der CSSR, der DDR, Ungarn etc, etwa in, um in der von Unterberger erwähnten Grenznähe zu bleiben, Petrzalka oder Devinska Nova Ves ein glatter Misserfolg? Hatten die ärmeren Schichten der Länder des Ostens denn zuvor so gediegen gehaust wie man es im Döblinger Cottage tut? Und gab es nach dem 2. Weltkrieg auch dort nicht so etwas wie ein dringendes Wohnungsproblem, dass das aus dem Boden Stampfen von vielleicht nicht den ästhetischen Kriterien eines Döblinger entsprechenden Plattenbausiedlungen erfordert hätte? Hatte der Osten dieses Problem nicht doch wenigstens einigermaßen gemeistert?  
 
(Fortsetzung folgt)