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Sonntag, 25. Mai 2025

Den Artikel über Adolph von Menzel

von LePenseur
 
 
... aus der Feder (recte: Tastutr) des schätzenswerten Professore Silvae kann man, anders als im Falle von Anton von Werner, den er in einer Reihe seiner Artikel so ganz nebenher doch höchst abschätzig als "Kitsch-Maler" beurteilt (was m.E. ungerecht ist, auch wenn man dessen beinahe "Photo-Realismus" nicht restlos goutieren mag; aber Adoph von Menzel war mit ihm gut befreundet und das wäre bei einem bloßen "Kitsch-Maler" unwahrscheinlich gewesen!) mit ungetrübter Freude lesen, abgesehen davon, daß er dem Ritter des Schwarzen Adlerordens nicht nur die "Exzellenz", sondern auch das "von" schuldig bleibt — was nun ja gerade keine Todsünde ist, aber doch irgendwie nicht nett: S. Exz. Adolph von Menzel hat sich beides redlichst verdient und war stolz darauf ...
 
Hier nun der Beginn des Artikels:
Er tänzelt ein wenig, dieser Maler. Er hält viele Pinsel in der Hand, einen im Mund. Es ist eine Skizze auf Karton von Adolph Menzel. Er wird sie für ein anderes Bild noch einmal gebrauchen. Dann verwandelt sich Menzel in den Hofmaler Antoine Pesne, der am 23. Mai 1683 in Paris, geboren wurde, aber die Hälfte seines Lebens in Berlin lebte. Pesne wird der Maler von drei preußischen Königen sein und auch Direktor der Berliner Kunstakademie werden. Er ist berühmt dafür, dass er Friedrich den Großen als Feldherrn gemalt hat. Menzel wird auch dafür berühmt werden, dass er diesen Friedrich immer wieder gemalt hat. 
Leseempfehlung!

Mittwoch, 6. Dezember 2023

Frederick Delius - North Country Sketches: Winter Landscape

von LePenseur
 
 
 
... mit allergrößtem Vergnügen verlinkt vom Blog der verehrten Kollegin Freiburgbärin von Huflattich: das Video ist ebenso sehr (auch ohne Bikinimaiden) Augenweide wie Ohrenschmaus! 
 
Dringende Hör- und Sehempfehlung ...
  

Freitag, 23. Juli 2021

Anna Dorothea Therbusch

 
kam heute vor 300 Jahren in Berlin als Tocher des preußischen Hofmalers Georg Lisiewskis zur Welt. In eine Künstlerfamilie hineingeboren (eine Schwester und ein Bruder sind ihr künstlerisch völlig ebenbürtig), war der Schritt zum eigenen Kunstschaffen fast selbstverständlich, und wurde nur durch die Konventionen der Zeit, die bspw. Frauen das Studium an einer Kunstakademie verwehrte, zwar be-, aber nicht verhindert.

Unter Anleitung ihres Vaters bildete sie sich zur erfolgreichen Porträtmalerin aus, die bald Aufträge von verschiedenen deutschen Fürstenhöfen erhielt und mehrfach als »Hofmalerin« (u.a. des Kur-fürsten der Pfalz) ausgezeichnet wurde. 
 
Kurfürst Karl Theodor von der Pfalz und Bayern (1724-1799)
 
Ihre hohe Kunstfertigkeit stellt sie überzeugend u.a. in ihrem späten Selbstporträt (aus, oder knapp vor ihrem Todesjahr 1782) unter Beweis:

Daß sie trotz ihrer künstlerischen Fähigkeiten immer noch Widerstände zu überwinden hatte, erfuhr sie anläßlich ihres Aufenthalts in Paris, über den Wikipedia zu berichten weiß:
Im Jahr 1765 ging Therbusch schließlich nach Paris. Die Académie Royale lehnte ihre Arbeit zunächst ab, weil sie für zu gut befunden wurde, um von einer Frau stammen zu können. [...] Am 28. Februar 1767 wurde Therbusch mit der Genreszene Junger Mann, ein Glas in der Rechten haltend, von einer Kerze beleuchtet in die Académie Royale aufgenommen. Als einzige Frau stellte sie ihre Gemälde im Pariser Salon von 1767 aus. [...] Obwohl Anna Dorothea Therbusch wirtschaftlich in Frankreich erfolglos blieb, sind die Pariser Jahre künstlerisch ihre erfolgreichsten. 
Am 6. Dezember 1768 wurde Therbusch mit ihrem Porträt des Landschaftsmalers Jakob Philipp Hackert als erste Frau in die Akademie der bildenden Künste Wien aufge-nommen.
Nach ihrer Rückkehr war sie unumstritten eine etablierte Größe in Berlins Kunst- und Gesellschafts-kreisen, und ihre stimmigen, den Charakter der Porträtierten nuanciert auslotenden Werke recht-fertigen die hohe Wertschätzung, die sie bei den Zeitgenossen erhielt:
 
 
Der Bildhauer Carl Phillip Glume (1724–1776), um 1775
 
 
Selbstporträt, 1761
 
Prinz Heinrich von Preußen

Am 9. November 1782 starb Anna Dorothea Therbusch in Berlin und wurde am Dorotheenstädtischen Friedhof bestattet.


Dienstag, 9. Februar 2021

Heute vor 125 Jahren

 
... wurde Alberto Vargas geboren. Ein Bild sagt mehr als tausend Worte, heißt es bekanntlich — und so spende ich auf die Schnelle ein paar tausend Worte über den Großmeister des Pin-up-Bildes. 'nough said, here they are ...





 

... und zum Schluß noch eine Braut in keuschem Weiß (irgendwas muß ja keusch sein, daß die Katholiban nicht ausrasten ...)

 


LEUTCHEN    NICHT AUFREGEN!

ES IST SCHLIESSLICH FASCHING!


Samstag, 4. Juli 2020

Vor hundert Jahren


... am 4. Juli 1920 schloß einer der bedeutendsten Graphiker, Maler, Bildhauer seiner Zeit die Augen:





Leider erlaubt es mir meine Zeit nicht, diesen großen Künstler des Symbolismus so zu würdigen, wie es ihm zustünde — ich kann meine Leser nur auf den höchst informativen Wikipedia-Artikel und (in aller Bescheidenheit) auf einen kleinen Gedenk-Artikel auf diesem Blog verweisen.

Und für die Leser, die des Französischen mächtig sind, auf einen höchst interessanten Artikel über Max Klingers Opus XII, die »Brahmsphantasie« (Klinger schuf auch ein Brahms-Denkmal für Hamburg, das sich im »Brahmsfoyer« in der ehem. Hamburger Musikhalle, nunmehr »Laeiszhalle« befindet).
Neben Ludwig van Beethoven gab es keinen anderen Komponisten, der bis heute in Klingers Oeuvre einen so starken Nachhall hinterlassen hat wie Johannes Brahms. Dieses insbesondere durch den für Brahms erschaffenen und ihm gewidmetem Zyklus Opus XII: „Brahmsphantasie“, sowie das von Klinger für die Hansestadt Hamburg fertiggestellte Brahmsdenkmal aus dem Jahre 1909.

Max Klinger, der Brahms „ mit der ganzen Kraft seines leidenschaftlichen Herzens liebte “ und seit seiner Studienzeit in Karlsruhe mit seinen Werken vertraut war, insbesondere mit denen für das Klavier, hatte zu Lebzeiten ein sehr besonderes Verhältnis zu Brahms aufgebaut. Dieses Verhältnis ist durch einen umfangreichen Briefverkehr beider für die Nachwelt dokumentiert worden. Darüber hinaus ist Brahms auch einer der wenigen Komponisten, dem Klinger zu Lebzeiten persönlich begegnete.

Im Focus dieser Beziehung steht die „Brahmsphantasie“, die bis zur Fertigstellung Klingers einen wechselseitigen Dialog zwischen Klinger, Brahms und einem Verlagshaus erforderte. Inhaltlich war dieser Dialog immer wieder von Meinungsverschiedenheiten in der Kunstauffassung und in der künstlerischen Umsetzung geprägt.
... schreibt André Chahil in seiner Magisterarbeit, deren Leseprobe einen guten Einstieg ins Thema »Klinger und die Musik« zu geben vermag. Und mich zum Brückenschlag zu Johannes Brahms' op. 82, »Nänie«, nach Worten Friedrich von Schillers, veranlaßt, mit dem dieses kleine Gedenken an einen heute leider weitgehend vergessenen Großen der Kunst beschlossen sei:



Schillers Worte können uns angesichts des schon in einem Sæculum verwehten Nachruhms eines der zu seiner Zeit mit Recht bewundertsten Künstler erschüttern:

Auch das Schöne muß sterben! Das Menschen und Götter bezwinget, 
Nicht die eherne Brust rührt es dem stygischen Zeus. 
Einmal nur erweichte die Liebe den Schattenbeherrscher, 
Und an der Schwelle noch, streng, rief er zurück sein Geschenk. 
Nicht stillt Aphrodite dem schönen Knaben die Wunde, 
Die in den zierlichen Leib grausam der Eber geritzt. 
Nicht errettet den göttlichen Held die unsterbliche Mutter, 
Wann er am skäischen Tor fallend sein Schicksal erfüllt. 
Aber sie steigt aus dem Meer mit allen Töchtern des Nereus, 
Und die Klage hebt an um den verherrlichten Sohn. 
Siehe! Da weinen die Götter, es weinen die Göttinnen alle, 
Daß das Schöne vergeht, daß das Vollkommene stirbt. 
Auch ein Klagelied zu sein im Mund der Geliebten ist herrlich; 
Denn das Gemeine geht klanglos zum Orkus hinab.



Freitag, 15. Mai 2020

Am 15. Mai 1955


... wurde im Schloß Belvedere der Wiener Staatsvertrag, der Österreich nach der Besatzungszeit seine Souveränität (fast) zurückgab, unterzeichnet. Außenminister Figl hielt die Urkunde anschließend am Balkon vor die Menschenmenge und rief ebenso gurgelnd wie überschwänglich: »Österreich ist frei

Es gibt (neben jeder Menge Pressephotos, natürlich), auch zwei Gemälde, die den denkwürdigen Akt der Unterzeichnung festhielten. Das eine ist von Prof. Sergius Pauser, einem damals (und bis heute) berühmten Maler der Wiener »Akademie der Bildenden Künste«, und zeichnet sich v.a. dadurch aus, daß man die teilnehmenden Unterfertiger des Staatsvertrages auch nicht einmal annäherungsweise zu identifizieren in der Lage ist. Was dem gelernten Baumeister und damaligen Bundeskanzler Raab denn doch etwas »daneben« erschien (wer das Bild ansieht, wird Raab vielleicht verstehen können):


Das Bild wurde zwar angekauft (Pauser war schließlich Akademieprofessor), aber irgendwohin ins Nirvana verräumt. Die WienerZeitung schrieb darüber einen lesenswerten Artikel, der sich auch mit dem dann von einem anderen Professor, Robert Fuchs, gemalten »offiziellen« Bild (das auch bei Raab Gnade fand) beschäftigt. Über Prof. Fuchs (der mit der Malerdynastie um Prof. Ernst Fuchs nicht verwandt oder verschwägert ist) wurde im Zusammenhang mit dem Staatsvertrag auf diesem Blog vor fünf Jahren bereits berichtet (zu einem Wikipedia-Artikel hat er es noch nicht gebracht. Sowas gebührt offenbar nur »Schüttbild«-Fabrikanten & Consorten ...). Das im damaligen Blogartikel verlinkt gewesene Bild ist leider nicht mehr zugänglich, deshalb hier nochmals (freilich in einer beschnittenen und durch erklärende »Inserts« der WienerZeitung verunstalteten Form; wer einen Eindruck vom wirklichen Gemälde haben will, kann ihn hier, wenn auch nur verkleinert, gewinnen):


Der WienerZeitung-Artikel geht dann noch auf den imposanten Teppich ein (»Zahlreiche Legenden ranken sich auch um den Teppich bei der Unterzeichnungszeremonie«) — aber lesen Sie dort einfach selbst nach. Und auch den Artikel, der im Artikel vor fünf Jahren aus dem Standard zitiert wurde.

Sie haben dann ein abgerundetes Bild unserer alpenländischen Heimat vor Augen, und wundern sich über nichts mehr ...


Dienstag, 3. Dezember 2019

Heute vor hundert Jahren


... starb an der Côte d’Azur Auguste Renoir (* 25. Februar 1841 in Limoges, 3. Dezember 1919 in Cagnes-sur-Mer). LePenseur gesteht seufzend, daß er mit den Gemälden dieses kunstgeschichtlich so bedeutenden Malers zum Großteil nicht wirklich »warmwerden« kann. Trotz quellender Brüste und üppiger Hintern diverser badender Nymphen — Renoir ist einfach nicht sein Fall! Denn insbesondere seine Menschgruppen und Massenszenen machen immer einen etwas steifen, peinlich »gestellten« Eindruck ...

Dennoch (oder vielleicht gerade deshalb?) hat ein Bild vor LePenseurs Augen Gnade ;-) gefunden — »Lise mit dem Sonnenschirm«, ein frühes Werk aus 1867:


Ein durchaus noch akademischen Konventionen verpflichtetes Werk — und doch: dieses gleißende Weiß der Schürze, der duftige Tüll der Ärmel. dieses dämmrige Grün des Hintergrundes ... einfach meisterhaft!


Dienstag, 9. Juli 2019

Hans am Ende?


Nanu? — welcher Hans ist da am Ende?

Falsch geraten: hier findet sich, dank Professor »Silvæ«, die Klärung des Falles. Leseempfehlung!



Dienstag, 22. Januar 2019

Ein Anti-Depressivum


Gerade, wenn es draußen grau, kalt und windig ist, und auch die allgemeine Weltlage kein wirklich heimeliges Gefühl zu verbreiten vermag, ist es wichtig Carl Larsson zum Vorbild zu nehmen, indem man seine lichtdurchfluteten Gemälde, Aquarelle und Zeichnungen betrachtet:



Der schwedische Maler Carl Larsson, dessen Leben und Schaffen heute vor hundert Jahren endete, war nicht nur ein begnadeter Künstler in seinem Metier — er »erfand« gewissermaßen ein ganzes Lebens- und Stilmodell, das bis heute als »typisch skandinavisch« (und von Firmen wie IKEA auf profitable Kleinkariertheit heruntergebrochen) höchst erfolgreich vermarktet wird. Für dieses down-grading kann man nun Larsson schwer verantwortlich machen, denn seine Idyllen in Interieur und en plein air sind alles, nur nicht kleinkariert ...

Tauchen wir also angesichts der uns umgebenden Trübsal und Fährnisse ein in die heitere, und doch ganz ernsthafte — kindlich ernsthafte! — Welt dieses Genius' der Idylle ...




Interessant auch zu prüfen, ob »das Photo« und die gemalten und gezeichneten Bilder widerlegt? Ein Blick in »Lilla Hyttnäs«, Larssons geliebtes Haus in Sundborn (bei Falun), das heute als Museum des Künstlers dient, macht uns da ganz sicher: keineswegs!



Das anheimelnde Gefühl ist nicht nur »gemalt«, es lebt in den lichtdurchfluteten Räumen ebenso, wie den lauschigen Winkeln ...

Wer noch mehr Gemälde dieses Künstlers sehen will: hier kann man 117 Werke bewundern — denn daß sie der Bewunderung wert sind, ist wohl unbestritten! Ein Pastell, das Larssons junge Frau Karin (die neben den mütterlichen Pflichten für die acht Kinder, die sie Carl Larsson gebar, selbst ebenfalls künstlerisch tätig war) mit ihrer erstgeborenen Tochter Suzanne zeigt (1885), zählt wohl zu Larssons bezauberndsten Schöpfungen, und sei daher zum Abschluß dieses kleinen Gedächnisses gebracht:





Montag, 1. Januar 2018

Blick ins Neue Jahr

Nach sanften Rügen durch LaPenseuse (»... findest du nicht, daß die Bikini-Mädels langsam etwas zu häufig auf dem Blog auftauchen?«) und aufgrund des Umstandes, daß einer der bedeutendsten Maler Spaniens, Bartolomé Esteban Murillo, heute vor vierhundert Jahren zu Sevilla das Licht der Welt erblickte, hier nun ein »Blick aus dem Fenster«, der auch verwöhnte Feinspitze der Bildenden Kunst ansprechen wird:


Wie man sieht: Murillo »konnte« nicht nur Madonnen ...


Nun, LePenseur gibt zu: weder die beiden Fensterdamen, noch — horribile dictu! — die Madonna (obwohl die doch recht niedlich aussieht) haben so gaaanz die ... ähm ... einladende Optik, welche üblicherweise die Bikinimädels auf diesem Blog kennzeichnet — aber sei's drum! Es ist Kunst, und Kunst ist auch Kunst, wenn sie nicht wie aus einem Bademodeninserat im Cosmopolitan entstiegen aussieht. Oder, vielmehr: genau dann!


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P.S.: so, das waren für den 1. Jänner die Monatsanfangsfiguren! Katholen mögen sich daran erfreuen, daß solcherart das Jahr 2018 quasi »unter den Schutz der Madonna gestellt« wurde (oder so ähnlich), die Erwartungshaltung Andersgläubiger sei auf den 1. Februar vertröstet. Dort gibt's dann wieder eine »Monatsanfangsfigur« der gewohnten Art.

P.P.S.: und für die Zeit des Resturlaubs gibt's in den kommenden Tagen natürlich noch ein paar Strandphotos ...

Donnerstag, 9. November 2017

Ein malender Poet der Dämmerung und der Nacht

... Aert van der Neer, ist heute vor 340 Jahren in Amsterdam verstorben:






Donnerstag, 20. Juli 2017

Auf diesem Blog

... wurde er schon häufig zitiert (mit einem geradezu sprichwörtlich gewordenen Ausspruch aus der Zeit der Machtergreifung durch die Nazis) aber nicht in seiner Eigenschaft als einer der ganz großen Maler der Jahrhundertwende — und überhaupt — gewürdigt:

MAX LIEBERMANN

der am 20. Juli 1847, also heute vor 170 Jahren, geboren wurde.






Berühmt ist neben dem bereits zitierten Ausspruch noch ein anderer, der freilich in »Kunstkreisen« weitaus weniger gern zitiert wird. Als der große alte Mann und Akademiepräsident in den 1920er-Jahren zur Eröffnung einer Ausstellung avantgardistischer Kunst eingeladen wurde, und ebenso still wie kopfschüttelnd die »modernen« Kreationen von Kubisten, Abstrakten & Co. Revue passieren ließ, wurde er von einem naseweisen Journalisten  zum Ende seiner Besichtigungstour gefragt, was er zur Ausstellung denn so sage. Liebermann blickte kurz zurück und knurrte: »So wat piss ick in'n Schnee!«

Wer Liebermanns Werke mit den Machwerken der nachfolgenden »Künstler«-Generationen vergleicht, wird die Berechtigung des Verdikts schwerlich bestreiten können ...



Samstag, 18. Februar 2017

Auch ein (fast) Vergessener: Max Klinger

Wer kennt ihn heute noch (von Kunsthistorikern abgesehen)? Und doch war der heute vor 160 Jahren, am 28. Februar 1857 in Leipzig geborene Max Klinger (neben dem knapp eine Generation wirkenden Reinhold Begas) der sicherlich bekannteste Bildhauer Deutschland im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert. Sein Beiname "der deutsche Rodin" (so wenig er vom Stil in Grunde zutreffen mag) ist durchaus passend: Klinger kam damals wohl eine ähnlich herausragende Wirkung zu, wie eben Rodin in Frankreich.

Doch Klinger war mehr als ein Plastiker: ein begnadeter Graphiker, ein "Designer" (wie man heute sagen würde), ein Maler von großem Können und ebenso unbestreitbarer Originialität, wie z.B. sein humorvolles Gemälde "Eine Gesandtschaft" (1882) beweist:

(Quelle: Wikipedia)
Seine Schriften über Kunst und Literatur (Klinger war nicht nur mit vielen Schriftstellern befreundet, sondern verfaßte auch selbst Gedichte) brachten Avenarius keineswegs unbegründet dazu, ein Werk mit dem Titel "Klinger als Poet" zu veröffentlichen. Sein Einfluß überhaupt auf das Geistesleben seiner Zeit war fast unüberschaubar vielfältig.

In einem wirklich hervorragend aufbereiteten Wikipedia-Artikel kann man einen guten Überblick über dieses reiche, erfüllte und erfüllende Künstlerleben gewinnen. Umso unbegreiflicher seine weitgehende Vergessenheit heutzutage. die wohl nicht gegen Klinger, aber sehr wohl gegen unsere Zeit sprechen dürfte ...



Donnerstag, 26. Januar 2017

Windsbraut





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P.S.: Kunstkenner (insbesondere jene der "Kunst des 20. Jhds.") werden mich jetzt steinigen ... aber: die obige Windsbraut gefällt mir deutlich besser als die hier. Oder gar jene da ...


Dienstag, 30. August 2016

Vor drei Jahren

... starb der große irische Lyriker (und Träger des Literatur-Nobelpreises 1995) Seamus Heaney. Sein letztes Gedicht, nur zehn Tage vor dem Tod des Dichters am 30. August 2013 vollendet, bezieht sich auf ein Gemälde des französischen Impressionisten Gustave Caillebotte, das in Dublin in der National Gallery zu sehen ist:


Banks of a Canal
Gustave Caillebotte, c.1872
Say ‘canal’ and there’s that final vowel
Towing silence with it, slowing time
To a walking pace, a path, a whitewashed gleam
Of dwellings at the skyline. World stands still.
The stunted concrete mocks the classical.
Water says, ‘My place here is in dream,
In quiet good standing. Like a sleeping stream,
Come rain or sullen shine I’m peaceable.’
Stretched to the horizon, placid ploughland,
The sky not truly bright or overcast:
I know that clay, the damp and dirt of it,
The coolth along the bank, the grassy zest
Of verges, the path not narrow but still straight
Where soul could mind itself or stray beyond.

Samstag, 2. Juli 2016

"Der Knabe hat sich inhaltlich echt nichts geschert, was gut gegangen ist, wurde gemalt, Kommerz pur."

... kanzelt eine gewisse Almuth Spiegler den großen Maler des Symbolismus' in Deutschland, Franz von Stuck, ab. "Kommerz pur", ach so ...

Da sind wir aber dankbar, daß ein Picasso, der mit seiner Serienproduktion von "Kunst"publikums-Verarschung zum Millionär wurde, nicht "Kommerz pur" gehuldigt hat. Oder ein Andy Warhol, oder irgendeiner der vielen anderen "Maler" des 20. Jahrhunderts, die fast allesamt in Ohnmacht gefallen wären, hätten sie einfach einen klassischen Frauenakt (bloß als Nachweis ihrer technischen Fertigkeit) malen müssen. Nämlich nicht nur deshalb, weil sie's nicht wollten, sondern schlicht deshalb, weil sie's (und da nehme ich vielleicht Picasso aus) einfach nicht konnten! Almuth Spiegler ereifert sich weiter:
Frauenversteher war Stuck sicher keiner, „er war ein widerwärtiger Macho mit skandalösen Familienverhältnissen“, spricht Klee Klartext. Den Mann sah der Sohn eines niederbayerischen Dorfmüllers als „Kraftmensch“, das „Weib“ habe vor allem anschmiegsam zu sein. Das üblich misogyne Zeug dieser Zeit halt.
Putzig, einfach putzig! Gnä' Frau, das wird, wenn Österreich unter seinem neuen Führer Kern so weitermacht, wie das Faymännchen vor seiner letzten Wendung, das "übliche misogyne Zeug" auch unserer Zeit sein! Kann mir als Mann eher wurscht sein, Ihnen vielleicht net so ...

Aber beschäftigen wir uns doch lieber mit Franz von Stuck, als seiner wadelbeißenden Kommentatorin. Das "Porträt einer Dame mit Spitzenkragen"


beweist hinlänglich, daß dieser Franz v. Stuck malen konnte 
(im Gegensatz zu oberwähnten "Kunst"produzenten der jüngeren Geschichte). Und warum bezaubernde "Tänzerinnen" Stucks


weniger wert sein sollen, 
als derlei Darstellungen zeitgenössischer französischer Maler, die bis heute als Meisterwerke gelten, erschließt sich mir nicht wirklich. Dazu ist auch die boshafte Notiz:
In Wien war Stuck eine Berühmtheit und ein Ansprechpartner, um im Nachbarland zu reüssieren, wie ein aus heutiger Sicht skurril wirkender Brief Egon Schieles zeigt, der Stuck 1908 um Hilfe gebeten hat, bei der Frühlingsausstellung der Münchner Secession angenommen zu werden: „Ein Wort von Ihrem göttlichen Wesen genügt und meine Erstlinge werden angenommen. [. . .] Ein Schreiben von Ihnen Hochverehrter wäre eine Reliquie.“ Heute ist Schieles Schreiben die Reliquie. Damals hatte sein Geschleime trotzdem keinen Erfolg, er stellte erst fünf Jahre später in der Münchner Secession aus.
nicht hilfreich. Denn sie sagt nichts über den Charakter des "Angeschleimten",
 dafür viel über den des "Schleimenden" aus. Dessen Schreiben Frau Almuth Spiegler als "Reliquie" verehrt sehen will. Nochmals: sorry, gnä' Frau. Der seit einigen Jahrzehnten hochgejubelte Schiele mag dem Sadomaso-Zeitgeist der Schwulenszene und geschmäcklerischer Kunstgewerbler entgegenkommen. doch vor die Wahl bestellt, mir die obigen "Tänzerinnen" oder irgendeine ausgemergelte Pädosex-Studie Schieles ins Wohnzimmer zu hängen, fällt wenigstens mir die Wahl nicht schwer. Ihnen auch nicht, Gnä' Frau - nur andersrum?

Nun, Ihr Problem, nicht meines. Bisweilen sagt ja ein Bild mehr als tausend Worte ..




Montag, 9. November 2015

Ernst Fuchs

... einer der Gründer der »Wiener Schule des Phantastischen Realismus«, und wohl der prominenteste unter ihnen, ist heute morgen im 85. Lebensjahr verstorben.


Bis zuletzt schöpferisch tätig, war er — mit langem Vollbart und Käppchen — schon zu Lebzeiten ein Monument seiner selbst: der letzte »Malerfürst« Wiens ist mit ihm von uns gegangen. Sein Werk, das in altmeisterlicher Maltechnik rauschaft farbenprächtige Visionen aus Mythologie und Geschichte, aus den unterschiedlichsten Kultur- und Religionstraditionen kühn zu kombinieren verstand, war zwar, wenigstens für den Geschmack der »modernen« Kulturschickeria, nicht »zeitgemäß« genug. Und man verübelte ihm dort den Erfolg, den er damit auch bei »einfachen« Menschen — also denen, die um zwei Uhr morgens wachgerüttelt, Wassily Kandinsky nicht von hinten nach vorne buchstabieren könnten — hatte.

Die Anfeindungen seiner frühen Jahre, in denen seine oft rätselhaft verschlüsselte Sakralkunst fast zu »Aufständen« unter treuen Kirchgängern geführt hatten (hinter denen sich nur zu oft Ressentiments wegen seiner Herkunft verbargen — Ernst Fuchs war zwar römisch-katholisch, aber als »Halbjude« in gewissen Kreisen suspekt!), sind inzwischen längst abgeklungen, und gerade seine Sakralkunst wird wohl auch in Zukunft ihre stilbildende Bedeutung nicht verlieren.

Das graphische Werk, so großartig es in Können, Ausdruck und Vielfalt ist, leidet bisweilen unter der allzu »massenhaften« Vermarktung, die es insbesondere in den 60er- bis 80er-Jahren fand, was seiner Qualität jedoch keinen Abbruch tut. 

Ernst Fuchs war nicht nur ein ungewöhnlich produktiver Maler, Graphiker und Bildhauer (und einem halben Dutzend weiterer Gebiete der schönen Künste) — auch in seinem Familienleben, als Vater von 16 Kindern aus sieben (oder acht? — wer weiß das schon genau) Beziehungen, sprengt er die Maße üblicher Künstlerbiographien.



REQUIESCAT IN PACE



P.S.: Eine gute Einführung in die phantastische Bilderweld des großen Meisters findet sich hier.



Sonntag, 23. August 2015

Ferdinand Waldmüller

... einer der bedeutendsten Maler Österreichs in der Biedermeierzeit, starb heute vor 150 Jahren, am 23. August 1865. Ebenso bedeutend als Porträtist, wie als Genre- und Landschaftsmaler:

Ludwig van Beethoven (1823)

Vorfrühling im Wienerwald (1862)

An der Klosterpforte (1846)

(Mehr über Waldmüller finden Sie hier)

Donnerstag, 18. Juni 2015

Urlaubsunterbrechung XIX: Er selbst war zwar nicht dabei gewesen

... doch ein genialer Maler wie Adolph von Menzel konnte so eine Darstellung schon durchaus frei imaginieren:


Am 18. Juni 1815, kurz nach 21 Uhr, fand also dieser historische Händedruck statt, vor dem Gasthof von »Belle Alliance« bei Waterloo. Die Nacht, die der britische Herzog angesichts seiner vor Napoleon bereits wankenden Truppen herbeigesehnt hatte (Wellingtons Ausruf: »Ich wollte, es wäre Nacht oder die Preußen kämen!« ist verbürgt), konnte endlich herniedersinken, denn Fürst Blücher von Wahlstatt hatte gerade noch rechtzeitig in die für Wellington fast verlorene Schlacht eingreifen, und diese dadurch zu Gunsten der Allianz entscheiden können.

Wie sähe Europa heute aus, wäre Blücher damals bspw. durch ein heftiges Unwetter aufgehalten worden? Müßte LePenseur seine Überlegungen auf diesem Blog in französischer Sprache verfassen — weil ihn sonst keiner verstünde? Andererseits: gäbe es überhaupt ein »chaotisches« Internet in einer von einem zentralistischen Hegemonialstaat Frankreich beherrschten Welt? Fragen über Fragen ...

So, und hier »zum Drüberstreuen« noch etwas von einem, der zwar Zeitgenosse, aber doch selbst nicht dabei war — der Wiener (resp. Bonner) Ludwig van Beethoven:


Ebenderselbe, der einst seine Eroica dem »Ersten Konsul« Napoleon gewidmet hatte — und diese Widmung nach dessen Kaiserkrönung wutentbrannt austilgte. Nun: »Wellingtons Sieg oder Die Schlacht bei Vittoria« (Okay, okay: die Schlacht bei Vittoria war nicht die bei Waterloo!) ist nicht wirklich eines seiner großen Meisterwerke — aber immerhin weiß LePenseur jetzt, wann die Geschichte der Wochenschau-Musik angefangen hat: hier beim guten alten Ludwig van ...!

Ein Kommentator zu diesem Youtube-Link zitiert allerdings den renommierten amerikanischen Musikwissenschaftler Lewis Lockwood:
»Although it is possible to see Wellingtons Sieg as a 'monument of trivialities' or as representing Beethoven as a 'pioneer of kitsch,' that is only part of the story.  By agreeing to devise the piece and then perform it at a major concert, Beethoven was obviously riding the euphoric wave that swept over Vienna after Napoleon's recent defeats and that seemed to promise a new era of political recovery after years of oppression and defeat...But to then go further and publish the work, moreover to give it an opus number and place it in the series of his important compositions, showed that his deep yearning for public recognition and financial security had gone beyond any earlier limits and that his need for public acclaim, not just in the world at large or in the future but then and there, in Vienna and in his lifetime, for once overrode his normal standards of self-criticism.«
(Lewis Lockwood, The Music and the Life, Beethoven)
Nun, auch dieses Urteil hat durchaus seine Berechtigung! Und schließlich die Musik (näherhin: eine Meßkomposition) eines, der den Tag von Waterloo nicht mehr erlebte, und daher höchstens auf der sprichwörtlichen »Wolke Sieben« zugesehen haben mag: Joseph Haydn — und zwar die einem anderen Sieger (freilich einem letztlich weniger glücklichen) über den Korsen gewidmete »Missa in angustiis« in d-moll, bekannter unter dem Namen »Nelson-Messe«:


Eine wunderbare Musik, deren Baß-Chorstimme LePenseur vermutlich heute noch halb auswendig mitsingen könnte (wenn er zuvor nicht zuviel Zigarren geraucht hat — denn dann hingen ihm die Stimmbänder nämlich schon spätestens nach dem Gloria — ab min. 4:39 — bei den Lippen 'raus ...), er hatte sie damals in seiner Studienzeit für eine Rundfunkaufnahme insgesamt gefühlte hundertmal gesungen, bis die Aufnahme endlich »im Kasten« war ... und hat aus Ulk bei den Proben manchmal das große Baß-Solo beim »Qui tollis peccata mundi, miserere nobis« markiert (bis der Chorgesang-Professor sich derartigen Frevel energisch verbat). Aber lassen wir's jetzt genug sein — die Gloria-Schlußfuge ist für einen Chor-Baß auch schon schlimm genug zu singen ...


Sonntag, 8. Februar 2015

Drehen unsere Wetterfahnen auf »Krieg«?

Es ist zwar kein »runder« Gedenktag« — aber am 8. Februar 1807, also exakt heute vor 208 Jahren, endete Napoleons Schlacht bei Preußisch Eylau ohne Sieger, aber mit 45.000 Toten innerhalb eines Tages. Schokobama und seine Pudel Cameron, Mutti, Tusk (und wie sie alle heißen) sollten sich einmal dieses Bild des Historienmalers Antoine-Jean Gros ansehen:


Sollte das nicht reichen, dürfen Sie auch nach Dresden fahren, und der dort vor siebzig Jahren beim Bombardement Getöteten gedenken. Und sich dann überlegen, ob die hurra-begeisterte Unterstützung von US-Allmachtsträumen haßzerfressener Pentagon-Falken solche Opfer in der Ukraine wert sind ...