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Donnerstag, 24. Oktober 2024

BRICS: Die Suche nach einer Alternative zum US-Dollar als Weltleitwährung

Gastkommentar
von Nereus

 
Das Thema beschäftigt die Befürworter und Gegner der BRICS Gruppe seit einigen Jahren. Und nicht nur diese Leute stellen Überlegungen zur Zukunft des Dollars an. Auch anderswo sorgt man sich einerseits um den hyperbolisch verlaufenden Schuldenanstieg der USA, der den Schuldendienst – also die termingerechte Bezahlung der Zinsen an die Gläubiger – zunehmend brisant werden läßt. Andererseits hat das Einfrieren der russischen Devisenreserven von ca. 300 Milliarden US-Dollar im Jahr 2022 für weltweite Ernüchterung gesorgt und die Frage aufkommen lassen: Wann könnten wir dran sein?

Da am Dienstag (morgen) der dreitägige BRICS-Gipfel im russischen Kasan beginnt und die Erwartungen dazu hoch sind, möchte ich paar Überlegungen dazu anstellen. Ich hoffe es gelingt mir, mich dabei verständlich auszudrücken, denn die Materie ist nicht ganz so einfach, wie ursprünglich gedacht. Und leider wird der Beitrag auch etwas länger, denn diese Überlegungen kann man nicht in drei Sätzen darlegen.

Warum wollen die BRICS-Staaten den US-Dollar als internationale Handelswährung ersetzen?

Einmal wegen der obengenannten ausufernden US-Verschuldung und weil der Dollar von den USA seit Jahrzehnten als Waffe gegen Staaten eingesetzt wird, die sich dem Regime der selbsternannten Weltpolizei entweder politisch oder ökonomisch widersetzen. Das wurde als Problem erkannt und nun sinnt man über eine Alternative nach. Diese heißt UNIT, soll (nur) als Handelswährung fungieren und zu 40% mit Gold gedeckt sein, während die anderen 60 % durch einen Währungskorb repräsentiert werden, der Yuan, Rubel, Rupie und weitere Währungen enthalten soll.

So weit, so gut. Aber ist die Idee dahinter wirklich eine gute, vor allem was den Währungskorb angeht? Um das herauszufinden, muß man erst einmal die Ausgangslage näher beleuchten. Als weltweite Handelswährung hat sich der US-Dollar seit Jahrzehnten gut bewährt. Ja, er ist im Wert gesunken, aber die anderen Währungen erlitten das gleiche Schicksal und das oftmals noch viel heftiger. Nicht bewährt hat sich dagegen die US-Politik, im Sinne der unruhig werdenden Handelspartner, siehe oben.

Das provoziert eine fast ketzerische Frage: Kann man denn überhaupt den US-Dollar von der US-Politik trennen? Blöde Frage, oder? Und die Mehrheit dürfte antworten, nein, das kann man nicht. 

Meine Antwort dazu: Nein, das stimmt so nicht. Man kann das sehr wohl trennen und es wird auch schon seit etwa 70 Jahren so gemacht.

Wie bitte? 

Ja, das Zauberwort heißt Eurodollar.

Was ist denn das überhaupt? Schauen wir dazu einmal bei Wikipedia nach.

Der Eurodollar ist keine Währung, sondern im Finanzwesen der außerhalb der Vereinigten Staaten zirkulierende US-Dollar in Form des Buchgeldes oder der Verbriefung. Der Wortbestandteil „Euro-“ weist lediglich auf Europa hin, denn bei der Entstehung des Eurodollar gab es die Währung Euro noch nicht.
Damit ist der Eurodollar ein Handelsobjekt außerhalb der Währungshoheit der USA und bildet die Grundlage für Finanztransaktionen auf den außeramerikanischen Finanzmärkten. Eurodollar sind nach der Definition der BIZ jene US-Dollar, „die von außerhalb der USA erworben und zur Kreditgewährung an Kreditnehmer unmittelbar in Dollar oder – nach Umtausch – in einer anderen Währung verwendet werden“.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Eurodollar

Sapperlot!Nicht-US-Banken können einfach so Dollar (im Sinn von Einlagen und Krediten) erschaffen. Wie geht das denn?

Wir wissen bereits, daß der größte Teil von neuem Geld von den Geschäftsbanken über Kredite geschöpft wird. Die Zentralbanken spielen keine so große Rolle, wie zumeist angenommen. Die Gelderzeugung ist aber ein mehrstufiger Prozeß, der u.a. hier kurz erklärt wird.

Da die Einlagen bei Banken Forderungen gegen das Bankensystem darstellen, werden diese als Geld bezeichnet. Zusätzliche Kredite führen also über die Einlagenbildung zu einer Vermehrung der Geldmenge. Der Geldschöpfungsprozeß kann im Bankensystem so lange vorangetrieben werden, bis die freien Liquiditätsreserven durch die Mindestreserven (die für Einlagen zu halten sind) und durch den Bargeldabzug bei der Kreditverwendung aufgezehrt sind.

Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/geldschoepfung-34914

Über diese „wundersame“ Geldvermehrung wurde hier an anderer Stelle und vor langer Zeit ausführlich diskutiert. Wie ist aber nun der Eurodollar entstanden?

Gerüchte sagen, durch die Russen. In den Fünfzigern lieferte die Sowjetunion Rohstoffe in die USA oder nach Westeuropa. Dazu wurden sie von den Amerikanern in US-Dollar bezahlt. Aufgrund politischer Differenzen – z.B. DDR Aufstand 1953 oder Ungarn 1956 – fürchteten sich die Russen vor US-Sanktionen und der Beschlagnahme ihrer ausländischen Devisenreserven. (Man beachte die Parallelen zu heute ...)

Daher deponierte der Kreml diese Gelder bei westeuropäischen Banken. Die zahlten auch Zinsen für diese Einlagen und haben ganz sicher auch die sowjetischen Einlagen als Basis für neue Kredite verwendet, siehe oben erwähnte Geldschöpfung. Nehmen wir als Beispiel an, die Sowjetunion hat ein Rohstoffgeschäft getätigt und 10 Millionen Dollar dafür erhalten. Die europäische Bank gewährt dafür 3,5 % Zinsen im Jahr. Nach einem Jahr wäre der Kontostand auf 10.350.000 Dollar angewachsen.

Doch wo kommen die Zinsen für diese Einlagen her? Nun, die erzeugen oder verdienen die Banken selbst, ohne Uncle Sam dabei um Erlaubnis zu bitten. Was ursprünglich mit zwei-oder dreistelligen Millionenbeträgen begann, wuchs in den Sechzigern in die Milliarden. Heute reden wir von vielen Billionen. Der Eurodollar Anteil, der auch AsiaDollar und andere nicht US-Bankenbereiche umfaßt, ist mittlerweile größer als der US-Heimatmarkt!

Als ich vor einem halben Jahr begann mich mit der Materie zu beschäftigen, habe ich nicht schlecht gestaunt. Das hatte ich bislang überhaupt nicht auf dem Schirm, auch wenn ich immer wieder einmal auf den Begriff Eurodollar gestoßen war. Und es kommt noch besser. Die USA stehen dieser Geldvermehrung weitestgehend hilflos gegenüber, da sie darüber keine echte Kontrolle ausüben können.

Schaut mal hier:

Im Jahr 2008, auf dem Höhepunkt der Finanzkrise, waren die größten Nutznießer der Notkredite der Federal Reserve nicht amerikanische, sondern europäische Banken.
Mittels eines Interbanken-Transfers, der als Liquiditätsswap ausländischer Zentralbanken bezeichnet wird, lieh die US-Zentralbank ausländischen Zentralbanken fast 600 Mrd. USD.
Während der Krise in der Eurozone öffnete die Federal Reserve diese Dollar-Liquiditäts-Swap-Linien erneut und lieh notleidenden ausländischen Instituten weitere 109 Milliarden Dollar.
Im Mittelpunkt dieser Rettungsaktionen für ausländische Banken stand ein Finanz-Instrument namens Eurodollar.

Quelle: https://scholarship.law.vanderbilt.edu/vjtl

Ist das nicht der Hammer? Nicht-US-Banken schöpfen US-Dollar ohne die Amis zu fragen und wenn die Hütte brennt, kommt die FED-Feuerwehr vorbei, um den Brand zu löschen. Haben die Amerikaner das Problem, das ihnen irgendwann um die Ohren fliegen könnte, denn nicht erkannt? Doch, das haben sie. Aber sie haben auch begriffen, daß sie dagegen wenig unternehmen können, denn durch diese permanente Liquiditätsquelle sind sie auch selber die letzten Jahrzehnte bestens gefahren. Sie stabilisierte quasi die Transfer- und Reservemechanik des US-Dollar.

Das rasche Wachstum des Eurodollarmarktes blieb nicht unbemerkt.
Bereits 1979 untersuchte der Kongreß die Möglichkeit, den Eurodollarmarkt zu kontrollieren.
..
Der Gesetzentwurf wurde zur Anhörung an den Unterausschuß für inländische Geldpolitik und den Unterausschuß für internationalen Handel, Investitionen und Geldpolitik verwiesen, wo er jedoch nicht behandelt wurde.
In den folgenden Jahren haben die Vereinigten Staaten nicht versucht, den Eurodollar-Markt in nennenswertem Umfang zu kontrollieren.

Quelle, wie oben.

Was sagt man denn dazu? Die Amis haben zwar die Weltleit- und Weltreservewährung erschaffen, aber der „ungezogene Sohn“ setzt ständig neue „uneheliche Kinder“ in die Welt. Inzwischen ist die Kinderschar riesig und nicht mehr überschau- bzw. kontrollierbar. Übrigens: das gibt es nicht nur beim US-Dollar, das funktioniert auch beim Schweizer Franken, dem Britischen Pfund usw. und war auch ein Thema bei der verblichenen Deutschen Mark.

Es würde jetzt zu weit führen noch mehr über das Thema zu sagen, denn auch die US-Banken haben die Vorteile des Eurodollar erkannt und nutzen diesen, da er viel weniger Kontrollen und Beschränkungen unterliegt, als der „Heimat-Dollar“, der durch die US-Bankenaufsicht sehr wohl reglementiert werden kann und auch wird.

Der berühmte Ökonom Milton Friedmann meinte einmal süffisant dazu, daß der Eurodollar aus dem Stift eines Buchhalters stammt bzw. quillt.

Nun zurück zum UNIT und der anvisierten BRICS-Handelswährung.

Warum holen sich die UNIT-Strategen den Eurodollar – der letztlich auch US-Dollar ist – nicht in den Währungskorb? Damit wirtschaften die Asiaten doch seit vielen Jahrzehnten und niemand hat sich bislang daran gestört. Hier würde dann auch die gefürchtete Peitsche der US-Behörden fehlen, denn diese mußten dem Treiben der unbeschränkten Dollarvermehrung bislang tatenlos zusehen. Und genau das ist doch ein Ziel der neuen BRICS-Währung – eine fungibele und politisch unabhängige Handelswährung.

Also, liebe BRICS Strategen, denkt mal über dieses Thema nach. Ihr holt Euch allerbeste Liquidität ins Haus und Jerome Powell und Janet Yellen können wenig bis nichts dagegen tun. Und wenn sie es doch versuchen, dann würde das Desaster noch größer, denn wie will man echte US-Dollar von Eurodollar unterscheiden? Und mit weiteren Sanktionen würgen sich die Amis selbst die Luft ab.

Die neue Welthandelswährung wäre also kein Gegenstück zum US-Dollar, sondern sie baut auf diesem auf und vergoldet ihn auch noch. Durch den Blockchain-Charakter des UNIT würde dieser Dollaranteil auch transparent, was bislang nicht der Fall gewesen war. Natürlich muß dann die Wichtung im Währungskorb von Bedeutung sein – so etwa 30 bis 40 %.

Für die Einführung wäre das eine ordentliche Bombe, denn damit hätte vermutlich niemand gerechnet.

Nichtsdestoweniger muß das „schreckliche Kind“ Dollar unter Beobachtung bleiben, denn die US-Schuldenspirale wird final auch auf den Eurodollar rückkoppeln, weil „alle Welt“ mit diesen Hintergründen nichts am Hut hat und wenn die Kisten ins Rutschen kommen, will keiner über deren Aufkleber nachdenken
Beim UNIT könnte man dann ggf. den Goldanteil oder die anderen Währungsanteile erhöhen, falls nötig.

Fazit:

Sobald eine Währung konvertibel gemacht wird, entsteht ein „Schattenmarkt“, der langsam beginnt und dann immer größer wird und legal mit dem Ursprungsmarkt verschmilzt. Damit wird aber auch die nationale Währungshoheit aufgegeben. Das ist der Preis, der offenbar für die weltweite Konvertibilität einer Währung zu zahlen ist.

Die Zauberer der FED und des US-Finanzministeriums stehen mit heruntergelassenen Hosen da und können nur reagieren, jedoch nicht mehr agieren.Wer hätte das gedacht?

Das erinnert mich an ein Kinderbuch von Alexander Wolkow mit dem Titel „Der Zauberer der Smaragden-Stadt“, vermutlich eine Adaption des Zauberers von Oz. Der schreckliche Magier Godwin entpuppte sich als Showman ohne wirkliche Magie. Aber alle hatten Angst vor ihm.

Damit kann auch die berühmte Abkopplung des Goldes vom Dollar im August 1971 neu bewertet werden. Das war sicherlich ein bedeutendes Ereignis, hatte aber nicht die Sprengkraft, wie meistens unterstellt, denn bereits 15 Jahre zuvor begann eine separate US-Dollar Quelle zu sprudeln. 1971 sollen die Eurodollar Einlagen ca. 30 Milliarden betragen haben ... nicht so aufregend könnte man meinen. Doch vor über 50 Jahren waren 30 Milliarden eine andere Hausnummer.

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P.S.: Falls jemand das Thema Eurodollar und dessen Funktions- und Wirkungsweise näher interessiert, kann ich die Website der Eurodollar University von Jeff Snider bestens empfehlen. 

Bei Bedarf bitte hier entlang: The Monetary Fifth Column: The Eurodollar Threat to Financial Stability and Economic Sovereignty von Stephen A. Fowler
Quelle:  https://scholarship.law.vanderbilt.edu/vjtl/vol47/iss3/5/

Auch interessant, ist das, was Milton Friedmann dazu schrieb, siehe hier: https://fraser.stlouisfed.org/title/review-federal-reserve-bank-st-louis-820/july-1971-.... Nötigenfalls hoch scrollen.

Und für Spezies, die dazu auf dem Laufenden bleiben möchten, noch der Link zur Eurodollar University von Jeff Snider und seinen Beiträgen auf Youtube: https://www.youtube.com/channel/UCrXNkk4IESnqU-8GMad2vyA. Nein, ich bekomme keine Provision von Herrn Schneider. 

[[freude]]

Übrigens, das Thema Eurodollar war in den Sechzigern und Siebzigern durchaus präsent, was auch die Quellensuche indiziert, die oftmals auf "in die Jahre gekommene" Schriftstücke verweisen. Irgendwann ist das Thema vergessen worden, doch das Problem wurde immer größer.

 

Dienstag, 28. Januar 2020

Goldige Lügen


... verbreitete die deutsche Bundesregierung aus Anlaß der Regierungsvorlage, mit der der anonyme Erwerb von Gold drastisch eingeschränkt wurde:
Warum Deutschland gegen das Gold in den Krieg zieht

Der Besitz von Gold ist ein Weg, um sich aus der „Schuldenfalle“ des Fiat Geldsystems zu befreien, allerdings mögen es die Regierungen überhaupt nicht, dass ihre Bürger Gold besitzen, was vor allem für Deutschland gilt.

Deutsche lieben ihr Gold genauso, wie Inder und Chinesen, obwohl ihre Motivation für den Kauf und die Aufbewahrung von Goldbarren eine andere ist.
In Wahrheit geht's nicht um angebliche »Geldwäsche«, die da verhindert werden soll. Sondern ganz einfach um den Versuch, dem hoffnungslos instabilen Fiat-Money-System doch noch eine weitere, kurze Überlebenschance zu geben. Bis ... ja bis die »Verantwortlichen« — die man angesicht ihrer per Gesetz postulierten Unverantwortbarkeit für ihre Entscheidungen besser als »Unverantwortliche« besser bezeichnen sollte! — einen Trick gefunden haben, das unweigerliche Zusammenkrachen des Schwindelsystems möglichst gut zu verstecken — in einem neuen Weltkrieg, in notwendigen (und natürlich sauteuren!) Schritten zur »Rettung des Weltklimas vor dem Weltuntergang«, in weltweiten Seuchen, die leider, leider die Weltwirtschaft zum Erliegen bringen etc. etc. 

Ach was, die Stories sind altbekannt! Irgendwas wird den Ganoven schon einfallen, wie ihnen doch schon immer noch was eingefallen ist. Nur ein bisserl Zeit, damit es sich die (Un-)Verantwortlichen noch »richten« können — denn mit ein paar Immobilien und sonstigen Vermögenswerten auf der hohen Kante lebt sich's einfach schöner.

Den Rest beißen die Hunde. Wie üblich.


Donnerstag, 21. November 2019

Bis zur Landtagswahl in der Steiermark


... sind es bekanntlich nur mehr einige Tage, und dementsprechend blank liegen die Nerven der SPÖ und ihrer medialen und beamteten Zuarbeiter, weil sich nicht mit der nötigen Sicherheit schon vorhersagen lassen läßt, ob die SPÖ wenigstens den Platz 2 halten kann, oder ob — horribile dictu! — die steirische FPÖ sie etwa doch überholen könnte, nachdem die nur mehr lächerliche Neuauflage der alterprobten Liederbuch-»Affäre« keine nennenswerte Wirkung auf die Wähler gezeigt hatte.

Also muß jetzt der Neidreflex bedient werden, nachdem die Nazikeule so schmählich versagt hat. Und DiePresse wäre kein von einem Nowak geleitetes und von Soros wohlwollend »unterstütztes« Systemmedium, wenn sie nicht gleich eine treffliche Schlagzeile parat hätte:

Wiener FPÖ hortete Goldbarren in Osttiroler Pension

Die Ermittlungen in der Causa Casino haben den Inhalt zweier Tresore ans Licht gebracht: Im "Freiheitlichen Bildungsinstitut St. Jakob in Osttirol“ wurde Gold entdeckt.

Im Jahr 2012 kaufte ein Verein im Umfeld der Wiener FPÖ die „Pension Enzian“ im St. Jakob in Osttirol. Wozu? Darüber wurde zuletzt immer wieder spekuliert. Offiziell handelt es sich bei dem Haus um den Sitz des  „Freiheitlichen Bildungsinstituts“. Das Nachrichtenmagazin „profil“ bringt nun aber eine andere Funktion ins Spiel: Wie am Mittwoch berichtet wird, soll die Wiener FPÖ dort bis vor Kurzem Gold gelagert haben. Das ergebe sich aus Ermittlungsakten im Zusammenhang mit der „Causa Casinos“.

Die FPÖ bestätigte am Mittwoch, dass sich im Tresor des „Bildungsinstituts St. Jakob in Osttirol" Gold befunden habe. Über Anzahl und Wert der Barren wollte man aber keine Auskunft erteilen, da es sich um Vermögenswerte der Partei handle.
Ei, wie keck! Da wagt es doch eine Partei, Vermögensreserven nicht in zunehmend inflationierten Lumpen (der Euro ist bekanntlich keine Papiergeld, sondern wird überwiegend aus Baumwollstoffen hergestellt — also fachtechnisch: Lumpen. Paßt bestens zum Leitungspersonal ...), sondern in auf lange Sicht höchst wertbeständigem Gold zu halten. Ja, dürfen's den das?

Ja, dürfen sie. Und wenn sofort die neidreflexgesteuerte Schnappatmung der FPÖ-Feinde einsetzt, die darüber zetern, daß eine »Partei der kleinen Leute« in Gold veranlagt, statt ihre Gelder bei demnächst pleitegehenden Banken zu veranlagen, dann steht mir das Beispiel meiner Großmutter vor Augen, die als kleine Pensionistin trotzdem Goldmünzen sammelte (für Goldbarren hätte ihr Pension wohl nicht gereicht, davon abgesehen, daß Goldbesitz damals nur in Form von Schmuck und »Handelsmünzen« erlaubt war ...). Why not?!

Aber warum nicht in einem Banktresor, sondern in einem Tresor in einem Schulungshaus? Eine sogenannte »No na!« Frage, würde ich sagen. Denn wenn es zu einem Bankencrash kommt, dann hat man — Bürger von Zypern können es aus eigener Erfahrung bestätigen — u.U. wochenlang keinen Zugriff auf die Bestände im Banksafe, weil die Bankfiliale schlicht und einfach geschlossen ist. Und einen Goldbarren, auf den ich nicht zugreifen kann, kann ich auch nicht als Zahlungsmittel verwenden.

Aber es ist typisch für unsere Systemmedien: mit — mehr oder weniger — geschickem framing soll Stimmung gemacht werden. »Goldbarren«, pfui! Solche Kapitalisten! »Horten« — ach wie asozial! Und sowas schreibt DiePresse — einmal das Flaggschiff österreichischen Qualitätsjournalismus' ...

Der FPÖ weht es derzeit eiskalt ins Gesicht. Kein Wunder: hat sie doch schon in wenigen Monaten ihrer Mitregierung bewiesen, daß sie dem etablierten Machtkartell der Blockparteien SPÖVP (neuerdings mit grünem Anhängsel) gefährlich werden könnte. Und das darf bekanntlich nicht sein — denn Wahlen dürfen das Kartell stets nur bestätigen, nie gefährden. Wie heißt es so schön zynisch: »Wenn Wahlen etwas ändern könnten, wären sie längst verboten ...«


Donnerstag, 18. Juli 2019

Stabile Währungen

von Bastiat


Wie der am Geldwesen interessierte Leser möglicherweise mitbekommen hat, plant Facebook, eine Kryptowährung names „Libra“ auf den Markt zu bringen. Die Vision dabei lautet nach offizieller Leseart, dass damit ein „weltweites, inklusiveres Finanzsystem“ geschaffen werden soll, und „eine Währung mit möglichst weiter Akzeptanz und einfacher Nutzung“, und so weiter und so fort.

Nun erscheint es mir grundsätzlich als eine eher absurde Idee, mein Geld ausgerechnet Facebook anzuvertrauen. Derzeit ist das Schlimmste, was einem von Facebook etwa für das Posten unbotmäßiger Wortmeldungen angetan kann, auf ebendieser Plattform gesperrt zu werden. Eine Sperre des virtuellen finanziellen Guthabens wäre da wesentlich unangenehmer und hätte auch durchaus Auswirkungen im realen Leben.

Nichtsdestoweniger ist das Konzept von Libra durchaus interessant, und noch interessanter ist die Reaktion der Politik darauf.

In der Theorie soll Libra sich von anderen Kryptowährungen wie etwa Bitcoin durch seine Wertstabilität unterscheiden. D.h. es sind keine sprunghaften Wertzuwächse zu erwarten, aber auch keine plötzlichen Abstürze. Dies soll mittels einer Wertdeckung durch Assets wie Fiat Währungen, risikoarmen Anlagen, etc. erreicht werden. Und diese Wertdeckung soll 100% betragen, was einen grundlegenden Unterschied zum Konzept der Fiat Währungen darstellt. Neues „Geld“ in Libra darf nur erzeugt werden, wenn entsprechende Assets mit gleichem Wert angeschafft werden. Somit soll eine Inflationierung von Libra ausgeschlossen sein.

Dieses Konzept lässt aber nun bei der Politik und der ihr untergebenen Journaille die Alarmglocken läuten. Die Politik reagiert auf Libra etwa so wie der sprichwörtliche Teufel auf das Weihwasser, bzw. wie ein Linker auf die Aufforderung, sich seinen Lebensunterhalt durch ehrliche Arbeit zu verdienen.

Diese Reaktionen aus der Politik sind entlarvend und für jeden, der die staatlich kontrollierten Fiat-Währungen skeptisch sieht, köstlich zu lesen. Dazu nur ein Absatz aus dem verlinkten Artikel:

Herkömmliche Notenbanken seien zwar offiziell unabhängig, würden ihre Geldpolitik in der Praxis aber mit der Politik koordinieren – ein Instrument, auf dass [sic] Staaten nicht verzichten wollten. Warum? "Die Finanzierung von Staaten könnte erschwert werden, wenn die eigene Währung stärker inflationiert als Libra."

Drei bis zum Erbrechen wiederholte,  offizielle Wahrheiten der Mainstream-Ökonomie lösen sich innerhalb eines Absatzes in Luft auf:

Die Unabhängigkeit der Notenbanken von der Politik - ist keine.

Eine Finanzierung der Staaten durch die Notenpresse findet nicht statt (also höchstens in Venezuela oder so) - doch.

Der Euro ist stabil und hat kaum Inflation - doch.

Wie heißt es so schön in dem Artikel:

Notenbanken und Regierungen sehen sich durch ein privates Geld in ihrer Souveränität bedroht …

Ja. In ihrer Souveränität, den Bürger mittels Inflationierung weiter auszuplündern. Und jetzt sind sie sauer, weil man ihnen auf die Schliche kommen könnte.


Ach ja, übrigens: Gold als Alternative zu den Fiat Währungen steht auch immer stärker unter Beschuss. Demnächst wird in Deutschland (und wohl nicht nur dort) die Grenze für die Möglichkeit, anonym Gold zu erwerben, von derzeit 10.000,- auf 2.000,- Euro gesenkt. Ich kann nur jedem Leser raten, daraus seine persönlichen Schlussfolgerungen zu ziehen.

Samstag, 9. Juli 2016

Oft erst in der Pension löst sich die Zuge, die Wahrheit auszusprechen

... so auch bei Alan Greenspan:

Alan Greenspan rät zu einer Rückkehr zum Goldstandard



Der ehemalige Chef der US-Notenbank Alan Greenspan sieht die Weltwirtschaft in einem schlechten Zustand und warnt vor einer neuen Finanzkrise. Die Ausweitung der Geldmenge durch die Zentralbanken werde irgendwann zu einer Hyperinflation führen. Eine Lösung für die Probleme wäre eine Rückkehr zum Goldstandard.

In einem Interview mit dem US-Fernsehsender CNBC sagte der ehemalige Vorsitzende der Federal Reserve (Fed) Greenspan, dass die Weltwirtschaft derzeit „schlimmste Periode“ durchlaufe, die er jemals erlebt habe. „Dies ist die schlimmste Periode, die ich erlebt habe, seit ich im öffentlichen Dienst bin“, so Greenspan.
Spät, aber doch. Jedenfalls besser, als zu spät ...

Donnerstag, 27. November 2014

»Gold-Repatriierung - Ein Gespenst geht um in Europa ...«

... betitelt sich ein lesenswertes Posting von Bernadette Lauert im »Gelben Forum«:
Zunächst ein paar Standpunkte, die meine Perspektive auf das Thema verdeutlichen:

1. Nur circa 2 Prozent der Kontrakte auf dem Edelmetall-Future-Markt (Au und Ag) kommen zur Auslieferung. In weiten Teilen hat sich die Preisfindung hier also vom physischen Markt (Realgüterökonomie) verabschiedet.

2. Die Frage, wie viele Besitzer es für jeden Goldbarren in den Tresoren an der Comex oder in Fort Knox gibt, bleibt ungeklärt, weil die USA keine Barrenlisten veröffentlichen und unabhängige Inventuren/Audits nicht zulässt.

3. In einer Welt des real existierenden Debitismus besitzt man mit physischem Gold ein Asset, welches kein Gegenpartei-Auffallrisiko trägt. Bei Verwerfungen in Währungssystemen (wenn Schulden neu verhandelt werden müssen, da sie untragbar werden), kann ein Asset ohne Gegenpartei-Ausfallrisiko magnetische Anziehungskraft auf smarte Investoren ausüben.

4. Wenn die physische Nachfrage steigt, weil mehr Long-Kontrakte nicht mehr per Rollover am Stichtag in Papierform bleiben, sondern ausgeliefert werden, werden sich die Lager leeren. Vielleicht sind sie schon leer und werden nur noch per Doppelzuweisungs-Buchungstricks (siehe 2.) am Leben gehalten.

5. Beim Gold gibt es viele Randaspekte, die darauf hindeuten, dass zu wenig des schimmernden Metalls vorhanden ist. Die Matrix hat Löcher. Wenn ich durchgucke, sehe ich, wie die gesamten Goldreserven der Ukraine in einer Nacht in die USA verschifft werden, während Deutschland seinen goldgewordenen Volks-Schweiß aus der Nachkriegszeit nicht wieder bekommt. Beziehungsweise nur in homöopathischen Dosen und weniger als ausgemacht war. (Was eh schon eine Farce ist -> die logistischen Gründe lügt man uns jedenfalls ins Gesicht).
Es gespenstert überhaupt recht lebhaft. Mal denkt man darüber nach, ob man den tumben Pöbel nicht dazu überreden soll, seine sinnlos angehäuften Goldbestände an die Zentralbanken zu verkaufen, um dafür viel buntes Papier zu bekommen (mit der aus Mafia-Streifen bekannten Drohung im Hintergrund, daß das ein Angebot sei, zu dem man besser nicht nein sagen sollte ...), oder ob man nicht gleich das Papier auch abschafft, und alles nur mehr online via Karte abgewickelt werden darf, um die gläsernen und perfekt zu enteignenden Menschen zu schaffen, die nach der Bankster-Pfeife tanzen müssen. Dazu paßt auch folgende Meldung: 
Vier Großunternehmen haben in enger Zusammenarbeit Edelmetallpreise manipuliert und so auf Kosten Dritter profitable Geschäfte durchgeführt. Anwälte haben bei einem New Yorker Gericht eine Sammelklage gegen die Konzerne eingeleitet.
Gegen Goldman Sachs Group Inc., HSBC Holdings Plc, BASF SE und die Standard Bank Group Ltd. gibt es vor einem New Yorker Gericht die erste Sammelklage ihrer Art. Die Unternehmen sollen in Zusammenarbeit Edelmetallpreise manipuliert haben, wie Moneynews meldet.
Dabei geht es um die gezielte Preismanipulation von Platin und Palladium, so die Klägeranwälte. Die vier Unternehmen haben demnach Insider-Informationen genutzt und von kleinen Bewegungen wie dem Verkauf von Schmuck, Autos und anderen Produkten profitiert. Laut Anklage haben die vier Unternehmen zweimal täglich über die globalen Preise für Platin und Palladium Telefonkonferenzen abgehalten.
Und wenn es das Betrugskartell aus Bankstern und Politruks es für nötig hält, bei ihren Journaillisten von der FAZ eine beschwichtigende Desinformationskampagne zu ordern, dann wissen wir, wohin der Hase läuft ...