Samstag, 7. November 2026

Heute vor 55 Jahren

von LePenseur
 
 
... also am 7. November 1971 ging der erste Tatort-Krimi aus Österreich mit Oberinspektor Marek auf Sendung:
 
 
 
Ein typischer „Marek-Tatort“, wie zumeist nicht nur von Fritz Eckhardt in der Hauptrolle des so grantigen wie jovialen Oberinspektors Viktor Marek, sondern auch als Drehbuchautor gestaltet — garniert mit einer wahren Blütenlese von Wiener Schauspiel-Legenden, beginnend mit der Nebenrolle eines Nachtportiers, welchen der Josephstadt-Theaterdirektor Franz Stoß darstellt, bis hin zum alten Taschendieb Wybiral, verkörpert von Paul Hörbiger ... es ist einfach ein Genuß, ebenso spannend wie humorvoll unterhalten zu werden, na eben ein typisches Eckhardt-Drehbuch, das jedem Schauspieler Platz ließ zur Entfaltung seines Könnens!
 
Auch die bundesdeutschen Schauspieler, angeführt von Werner Hinz (der in seinem Nachruf als ein „Mann ohne Eigenschaften, dem alle Eigenschaften zu Gebote standen“ gerühmt wurde) als Ex-Senator Tüllmann und mit Walter Richter in seiner Paraderolle als Kriminalhauptkommissar Trimmel aus Hamburg, der zufällig, aber letztlich zur Lösung dieses komplexen Falls beitragend, in die Mordsgeschichte hereingeschneit kommt, sind erstklassig besetzt.
 
Kleine, burleske Kabinetts-Stückchen, wie der Oberinspektor Nehoda vom Beschaffungsamt, der neue Möbel verheißt, oder die Einlage des alten Wybiral über seine „Ausbildung“ zum Taschendieb, sind für Eckhardt-Krimis ebenso typisch und liebenswert, wie auch die als veritable Charakterstudie in perfekter Servilität und bürokratischer Verklemmtheit gespielte Figur eines „Sekretärs der Industriellenvereinigung“, die der auch als „Sekretär“ im ORF-Seniorenclub agierende Willy Kralik höchst überzeugend zu gestalten weiß.
 
Wie das alles auf bundesdeutsche Zuseher wirkt(e), vermag ich schwer einzuschätzen (vielleicht brauchen die bisweilen „deutsche“ Untertitel, um mitzukommen ...) — aber als Ost-Österreicher und daher vertraut mit dem „Wiener Schmäh“ gerät man in nostalgische Verzückung ...
 
Jedenfalls: Fernsehgeschichte vom Feinsten, auch wenn die Bildqualität natürlich bescheiden ist (aber bei einer Caruso-Schellack erwartet man ja auch nicht High Fidelity ...). Mit einem Wort:
 
SEHENSWERT!
 

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