"... Kanarienvögel des Status Quo, nur dass sie nicht wie in den Kohleminen vergangener Jahrhunderte von den Stangen fallen."
Welch letzteres er sichtlich zu bedauern scheint. Mit einem Wort: ein Menschenfreund und v.a. Freund von Rechtsgrundsätzen (wie bspw. Treu und Glauben etc.), wie er im Buche steht! In Büchern von Machiavelli & Co., namentlich ...
Er ist offenbar ein Anhänger jener Fraktion, die jede Handlung auf den griffigen Nenner herunterzubrechen vermag:
Warum leckt sich der Hund die Eier? Weil er's kann!
Es ist ja tröstlich, daß den Herrn Letsch der Völkermord der Zionisten in Gaza, in der Westbank und im Libanon ganz viel weniger stört als das Vorgehen der iranischen Führung, die nach westlichen (und daher selbstmurmelnd völlig objektiven und immer wahren!) Medienberichten zehntausende iranische Bürger bei Demonstrationen über den Haufen schießt.
Und ebenso selbstmurmelnd ist das einzige Interesse der edlen USA und der noch edleren Zionisten (KANN es denn etwas noch Edleres geben als diese Edelmenschen, mit Lichtgestalten wie Bibi & Consorten an der Spitze?!) darin gelegen, dem Iran endlich jene demokratischen Freiheiten und rechtsstaatlichen Fundamente zurückzugeben, die die Mullahs der iranischen Bevölkerung mit dem Sturz des Schah-in-Schah ruchlos geraubt haben.
Ja, ja, Herr Letsch, der gute, alte Juvenal wußte schon, was er schrieb als er einst schrieb: "Difficile est saturam non scribere" ... und Sie wissen ihn 100%ig bravourös zu bestätigen. Sowas kann nicht jeder. Chapeau!
Wer unseren Blog kennt, weiß, wie kleinflammig hier die Begeisterung für das Muselmanentum lodert, to put it mildly. Aber noch weniger als irgendwelche Irre, die sich zwecks Dauerdefloration von 72 Jungfrauen unter Mitnahme angeblich Ungläubiger ins Jenseits sprengen, mag LePenseur den Aberwitz jener Zionazis (seien es jüdische, säkulare oder christliche), die glauben, als auserwähltes Herrenvolk ein gottgegebenes Recht zur Beherrschung und Unterwerfung des Nahen Ostens ("vom Euphrat bis zum Nil") zu besitzen. Und zur Herbeirufung eines Messias schnell ein Armageddon auf den Weg bringen wollen (sei's mit oder ohne rote Kühe ohne ein einziges weißes Haar ...). Sorry, nein! Für derlei meschuggene Hirnblähungen habe ich keinen Sensus.
Ich mag schon den Blödsinn, daß "am deutschen Wesen die Welt genesen" möge, nicht leiden. Und ich fand die Hybris, mit der die Briten ihr Rule Britannia als Vorwand zur kolonialen Weltherrschaft mißbrauchten, die im Exzeptionalismus der U.S.A., die sich als Shining City on a Hill gerieren, ihre Fortsetzung fand, einfach zum Kotzen. Denn dahinter steckt immer dieselbe große, infame Heuchelei, die unter dem Vorwand der Hilfe nur dreierlei will: Macht, Befriedigung der Geltungssucht und, last but not least: ordentlichen Reibach.
Roger LetschSparen Sie sich diesen Unsinn für Leute auf, die nur zu gern an Hamas-Propaganda glauben! Ich denke doch, Sie waren länger in der Schule als Greta Thunberg. Aber vielleicht war es ja das Todenhöfer-Gymnasium…
Zur info:
AntwortenLöschenDie Organisation und ihre Mitglieder handeln im Verfolg der in Artikel 1 dargelegten Ziele nach folgenden Grundsätzen:
Die Organisation beruht auf dem Grundsatz der souveränen Gleichheit aller ihrer Mitglieder.
Alle Mitglieder erfüllen, um ihnen allen die aus der Mitgliedschaft erwachsenden Rechte und Vorteile zu sichern, nach Treu und Glauben die Verpflichtungen, die sie mit dieser Charta übernehmen.
Alle Mitglieder legen ihre internationalen Streitigkeiten durch friedliche Mittel so bei, dass der Weltfriede, die internationale Sicherheit und die Gerechtigkeit nicht gefährdet werden.
Alle Mitglieder unterlassen in ihren internationalen Beziehungen jede gegen die territoriale Unversehrtheit oder die politische Unabhängigkeit eines Staates gerichtete oder sonst mit den Zielen der Vereinten Nationen unvereinbare Androhung oder Anwendung von Gewalt.
Völker"rech" my a...
@Friedrich Dominicus
AntwortenLöschenDie UN-Charta ist halt nur ein Serviervorschlag, wie der auf einer Billig-Raviolidose. Vergessen's, es gibt kein Völkerrecht, folglich auch kein Existenzrecht irgendeines Staates und ein Expansionsrecht schon gleich gar nicht! UN? Funzt nicht, kann weg!
@LePenseur
Das Sprachliche Niveau auf LePenseur ist einfach ein Genuss! Seit mein Hund hier täglich mitliest, kommt er kaum noch dazu, seine Eier selbst zu lecken. Das macht jetzt die rassige Hündin vom Nachbar...
Schön für Ihren Hund. Und wer leckt Ihre, wenn ich fragen darf ...?
LöschenAnyway - das Diktum stand wörtlich so in einer Rechtfertigungssuada für das Kidnapping des venezolanischen Präsidenten, die ich irgendwo las ...
Sorry, ich bin zu sehr Jurist, um derlei Mafia-Methoden billigen zu können. Wenn Trump sich nach dem Motto: "Wer will mich daran hindern!" wie ein Mafia-Clanhäuptling aufführt, braucht er sich nicht zu wundern, wenn ihn rechtlich denkende Menschen verachten und bei Gelegenheit zu Fall zu bringen versuchen.
Wer Government by Gangsterism so toll findet, darf ja den entsprechenden Regimen der Vergangenheit, bspw. in Nazi-Deutschland, unterm Stalin-Terror, in der "Kultur"revolution unter Mao, oder im Pol-Pot-Regime nostalgisch nachtrauern.
Trump wird mit diesen Verbrechergestalten einmal verglichen werden. Natürlich mit dem Hinweis, daß ihm der Fanatismus des Föhrörs, die Verschlagenheit Stalins, die Zähigkeit Maos und die Brutalität Pol-Pots doch ein bisserl mangelte, sodaß er nur eine eitle Hau-Drauf-Figur eines Elefanten im Porzellanladen zu mimen vermochte.
Aber ich bin doch inzwischen ziemlich überzeugt davon, daß man ihm aufs Grab spucken wird.
«««Aber ich bin doch inzwischen ziemlich überzeugt davon, daß man ihm aufs Grab spucken wird.»»»
LöschenVielleicht. Meine Kristallkugel zeigt da eher einen tragikomischen Abgang im nächsten Jahr. Ein Halb-Nero mit dem in Flammen stehenden Empire im Hintergrund. Man wird über ihn spottende Witze machen. Fast ein bisschen zu blass um ihn mit den genannten Führer-Schurken zu vergleichen.
Guten Tag,
AntwortenLöschenwiedermal melde ich mich zur Wort.
>In Büchern von Machiavelli & Co., namentlich ...
Von Machiavelli kann man in der Tat eine Theorie darüber lernen, wie Politik tatsächlich funktioniert. Mit Rechtsgrundsätzen hat das recht wenig zu tun.
Sie mögen argumentieren, dass es ein Völkerrecht gibt, demzufolgen das Mullah-Regime legitimiert ist, über den Iran zu herrschen. Übrigens wie die Ukraine!
Ich frage mich, woher diese unterschiedliche Bewertung beim Bruch des Völkerrechts kommt. Wieso war es bei Russland kein Problem und bei den USA jetzt doch?
>Für derlei meschuggene Hirnblähungen habe ich keinen Sensus.
Bei dem Gemälde, das sie hier zeichnen, stimme ich sogar zu.
Ja, wer Politik auf Basis von religiösen Vorstellungen betreibt, der wird von mir im Zweifelsfall immer eine Distanzierung erleben. Selbst bei solchen religiösen Vorstellungen, die ich teile.
Politik ist ein schmutziges Geschäft, hier auf der Erde; Religion gehört einer anderen Sphäre an. Da wo "im Recht liegen" zugleich "recht bekommen" bedeuten wird.
Hier auf der Erde ist es allerdings nicht so.
Es gibt da Regime, die ihre Untertanen elementare, durch die UNO-Charta verbriefte Rechte verweigern. Beispielsweise Menschen foltern, einsperren ohne Prozess, ihnen Zugang zu Informationen verweigern.
Gott mag als Richter am Ende der Tage nur die reine Moral beurteilen. In der Realität sind Richter eingesetzt von einer Obrigkeit und Recht ohne ein Exekutive, die es auch durchsetzt, ist quasi ungültig.
Das ist das Problem, wieso Völkerrecht und auch Menschenrecht in so schlechter Lage sind.
MfG,
"NATO-Troll".
"Sie mögen argumentieren, dass es ein Völkerrecht gibt, demzufolgen das Mullah-Regime legitimiert ist, über den Iran zu herrschen."
LöschenNaja, es gab mal einen demokratisch gewählten Präsidenten im Iran. Der wurde von den Briten und Amis ermordet.
Und durch den ungewählten Shah von Persien ersetzt.
Der sich, auch dank des brutalen Geheimdienstes Savak (nach dem Vorbild der Gestapo), an der Macht hielt. Übrigens aufgebaut vom Vater des späteren Generals Norman Schwarzkopf. Bekannt von Desert Storm, zweiter Golfkrieg.
Erst dann kamen die Mullahs an die Macht, welche mit Hilfe der USA und der Golfstaaten von Saddam Hussein angegriffen und mit Giftgas bekämpft wurden.
Das Völkerrecht hat mit Demokratie nicht zu tun. Eine Diktatur ist völlig i.O... Der Einzelne spielt im "Völkerrecht" keine Rolle!
Löschen@Friedrich Dominicus: Warum soll ich mich denn ums Völkerrecht kümmern?
LöschenEs gibt da Regime, die ihre Untertanen elementare, durch die UNO-Charta verbriefte Rechte verweigern. Beispielsweise Menschen foltern, einsperren ohne Prozess, ihnen Zugang zu Informationen verweigern.
AntwortenLöschenGenau, cher "Nato-Troll"! Und deshalb ist
ein Regime wie das der Zionazis, das einen Völkermord in Gaza durchführt, das Libanon und Syrien in Trümmer bombt, von seinen Schlägerbanden a.k.a. "Siedler" die palästinensische Bevölkerung der Westbank tötet, vertreibt und enteignet ec. etc.
und ein Regime, das seit Jahrzehnten ein KZ in Guantanamo unterhält, wo es angebliche oder wirkliche (wer kann's wissen, da ihnen alle prozessualen Rechte verweigert werden!) "Terroristen" gefangenhält und foltert
auch ganz besonders berufen, jetzt im Iran die unterdrückten Iraner zu "befreien", damit sie voll Dankbarkeit sich unter den Schutz und Schirm der bekannt menschenfreundlichen Zionazis, die seit 1948 doch nur Segen über das "Gelobte Land" und seine Anrainer gebracht haben, flüchten und ewiglich den edlen US-Politikern danken werden, daß sie (mit GB gemeinsam) den von den Iranern demokratisch gewählten Premierminister Mosaddegh stürzten und einsperrten, danach ein Schreckensregime einer Schah-Marionette des CIA errichteten, im Iran/Irak-Krieg den Irak mit Giftgas zur Ausrottung von Iranern versorgten ... und was halt sonst so üblich ist unter echten Philanthropen, wie es die US-Politiker halt sind.
Sorry, p.t. NATO-Troll, ich höre besser auf, bevor ich mich anzukotzen beginne über soviel Schönfärberei ...
P.S. (damit Sie nicht glauben, ich drücke mich vor einer Antwort:
ch frage mich, woher diese unterschiedliche Bewertung beim Bruch des Völkerrechts kommt. Wieso war es bei Russland kein Problem und bei den USA jetzt doch?
Weil es sich auch um unterschiedliche Sachverhalte handelt:
Im Iran wurde die theokratische Verfassung (über die ich überhaupt nicht begeistert bin, so wie über jede Klerusherrschaft!) durch Volksabstimmung mit deutlicher Zustimmung legitimiert (auch wenn die fast 100% der offiziellen Verlautbarungen zweifelhaft sind, geht sogar Wikipedia von üüber 60% aus).
In der Ukraine wurde durch einen vom Westen finanzierten und organisierten Putsch der legitim gewählte Präsident (dessen Wahl sogar von der EU als ordnungsmäßig bestätigt worden war!) verfassungswidrig gestürzt (die nötige Mehrheit wurde in der Rada nicht zusammengebracht) und zur Flucht genötigt.
Die russischsprachigen Regionen des Donbas erklärten sich nach Übergriffen ukrainischer Nationalisten unter Berufung auf das Selbstbestimmungsrecht der Völker gem. UN-Charta für unabhängig. Diese Unabhängigkeit wurde von Rußland nur faktisch zur Kenntnis genommen, rechtlich erst wenige Tage vor dem Ausbruch des Ukraine-Konfliktes durch Anerkennung der Souveränität der beiden Staaten und Abschluß eines Hilfs- und Verteidigungsabkommens vollzogen.
Umgelegt auf den Iran: wenn etwa die Kurden unter Berufung auf das Selbstbestimmungsrecht ihre Unabhängigkeit erstreiten wollten, wäre ihre Position ähnlich der der Donbas-Republiken. Nur, p.t. NATO-Troll - was glauben Sie, würde bspw. der NATO-Staat Türkei dann unternehmen? Mit Begeisterung für die kurdische Unabhängigkeit gegenüber dem Iran eintreten? Glauben Sie, die USA würden das dann unterstützen? Sie gestatten, daß ich süffisant lächle ...
„Warum leckt sich ein Rüde die Eier…“ - das Diktum mag „nicht schön“ sein - aber es ist schlicht und ergreifend wahr. So und nicht anders funktioniert Politik, seit es den homo sapiens gibt. Man kann das Völker- wie auch jedes „Recht“ in die Tonne treten. Das sehen übrigens keineswegs nur Trump & Netanjahu so. Glaubt hier wirklich jemand, Putin, Xi oder Kim sehen das anders?? 😁
AntwortenLöschenCher (chère?) Anonym v. 03 März, 2026 23:46,
AntwortenLöschen„Warum leckt sich ein Rüde die Eier…“ - das Diktum mag „nicht schön“ sein - aber es ist schlicht und ergreifend wahr.
Jein. Es ist wahr in dem Sinne, daß es so ist. Es ist unwahr in dem Sinne, daß es so sein soll.
Jede Rechtsordnung (egal ob innerstaatlich oder völkerrechtlich) ist eine Sollensordnung, d.h. sie regelt Tatbestände, wie sie sein sollen, nicht wie sie sind. Und jede Sollensordnung kann daher mißachtet werden - deshalb gibt es Sanktionen, die die Einhaltung der Ordnung gewährleisten sollen (sic! Denn auch das kann wieder mißachtet werden).
Aus der Tatsache, daß bspw. ein Herr Fritzl seine Tochter in einem unterirdischen Verließ eingesperrt gehalten und inzestuös mißbraucht und mit ihr Kinder gezeugt hat, kann sinnvollerweise ja auch nicht der Schluß gezogen werden: "So funktioniert eben Familie, seit es den homo sapiens gibt". Womit die Sache achselzuckend abgetan wäre, weil man halt das StGB 1975 etc. "wie auch jedes „Recht“ in die Tonne treten" kann.
Wer vollmundig solche Vorstellungen äußert, sollte sich, sorry to say, in psychiatrische Behandlung begeben bzw., wenn er das nicht will, einen Beruf als Berufskiller bei einer Mafia-, Libanesen-, Balkan-, Tschetschenen-Gang seiner Wahl anstreben. Wenn ihm dann das widerfährt, was in solchen Kreisen lebensalterverkürzend üblich ist, werde ich ihm - d.h. in concreto: Ihnen - keine Träne nachweinen.
Ich glaube aber eher, daß Sie ein Fall von akuter Maulheldentumsinfektion sind und daß Sie, wenn Sie sehen, wie die freundliche Nachbarin von ein paar kulturbereichernden Zuwanderern belästigt wird, nicht hingehen, um letztere mit einer zufällig herumliegenden Zaunlatte krankenhausreif zu prügeln, sondern schnell woanders hinschauen, wo es deutlich weniger brenzlig für Sie ist.
Helden, echte Helden nämlich, markieren für gewöhnlich nicht auf Rocky 2.0 oder James Bond. Aber vielleicht tue ich Ihnen unrecht (habe aber irgendwie nicht wirklich das Gefühl ...) und Sie sind wirklich Siegfried hoch Robin Hood ...
Glaubt hier wirklich jemand, Putin, Xi oder Kim sehen das anders??
Da werfen Sie einen ehemaligen KGB-Mann, der später Jus studiert hat und inzwischen ein typischer Jurist geworden ist (ich bin selber ein solcher und habe durchaus einen Blick dafür!) mit einem typischen Parteikader und einem verzogenen Sohn einer kommunistischen Herrscherdynastie in einen Topf, daß es nur so eine Freud ist!
Aber fangen wir einzeln an: Mir wäre bspw. völlig unbekannt, daß ein Putin jemals von einem Verbündeten (!) ultimativ die Abtretung eines wesentlichen Teils seines Staatsgebietes verlangt hätte. Mir wäre ebenso unbekannt, daß er jemals unter Hinweis, daß bspw. Alaska seinerzeit einmal zu Rußland gehört hätte, die Rückabtretung dieses Territoriums verlangt hätte. Etc. etc.
Auch hat Xi m.W. noch nie versucht, den katholischen Erzbischof von Taipeh durch Zerbombung der Residenz ins Jenseits zu befördern.
Und bei allem, was man gegen Kim vorbringen mag (und dessen gäbe es viel!) - aber daß er einen anderen Staat überfallen und dessen Präsidenten eingesackt und nach Pjönjang zwecks Anklage gebracht hätte, ist meiner Aufmerksamkeit bislang auch entgangen.
Aber vielleicht haben Sie dazu Informationen wie kein anderer auf unserem Planeten ... ... dann zögern Sie nicht, sie uns unter Quellenangabe mitzuteilen! 😁
Sehr geehrter LePenseur,
AntwortenLöschenbitte entschuldigen Sie den zeitlichen Abstand zwischen Ihrer und meiner Antwort. Ich versuche mich, mit Rücksicht auf Ihre Zeit, kurz zu fassen.
>auch ganz besonders berufen
Das "wer ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein" funktioniert aber in einer Welt voller Sünder nicht mehr.
Politisch gesehen gibt es so etwas wie das "kleinere Übel".
>durch Volksabstimmung mit deutlicher Zustimmung legitimiert
Das macht völkerrechtlich keinen Unterschied.
Wenn mich jetzt mal naiv stelle und davon ausgehe, dass die Volksabstimmung damals 100% korrekt ablief, dann bleibt mir trotzdem die Frage, was denn bitteschön in der Ukraine so wesentlich anders gewesen sein soll.
>In der Ukraine wurde der legitim gewählte Präsident
Der legitim an die Macht gekommene Schar von Persien von einem Ajathollah, wer weiß ob nicht mit Unterstützung durch die roten Genoßen...
>Die russischsprachigen Regionen des Donbas erklärten sich nach Übergriffen ukrainischer Nationalisten unter Berufung auf das Selbstbestimmungsrecht der Völker gem. UN-Charta für unabhängig.
Wenn der Mechanismus funktionieren würde, hätten wir eine Landkarte voller Mikronationen.
>Mit Begeisterung für die kurdische Unabhängigkeit gegenüber dem Iran eintreten?
Mit Druck aus Washington? Ja, nehme an, am Ende schon. Die würden sich das was kosten lassen, sicher.
(1/2)
(2/2)
AntwortenLöschen„Jede Rechtsordnung (egal ob innerstaatlich oder völkerrechtlich) ist eine Sollensordnung, d.h. sie regelt Tatbestände, wie sie sein sollen, nicht wie sie sind.“
Volle Zustimmung zu dieser Aussage.
„Und jede Sollensordnung kann daher mißachtet werden - deshalb gibt es Sanktionen, die die Einhaltung der Ordnung gewährleisten sollen“
Genau hier muss ich dann reingrätschen:
Diese Sanktionen, die die Einhaltung der Sollensordnung erzwingen auch bei den nicht freiwillich mitmachenden, werden in unserem politischen System ausgeübt vom Staat. Auf Ebene zwischen den Staaten gibt es diesen Souverän schlicht nicht, das heißt, es gibt schon Mächteungleichheiten, aber diese haben kein normatives Gewicht.
Es ist schlicht so, dass in einer Stadt die lokale Straßengäng mal zurückgedrängt wird durch die Mafia, die exandieren will. Die Mafia ist im Kern genauso eine Verbrecherbande wie die Straßengäng, aber in dem Augenblick ist sie vielleicht das kleinere von zwei Übeln. Das wäre insbesondere der Fall, wenn die Mafia sich kaum um die Straße kümmert, während de Gäng dort wie Berserker wüten.
Aus der Sicht eines Libertären wäre obiges übrigens genau die Situation, die beim Krieg zwischen zwei Staaten vorliegt. Beide Seiten sind im Prinzip Verbrecherbanden, ein der beiden Seite ist nur weniger schlimm als die andere.
„Wer vollmundig solche Vorstellungen äußert (...)“
Ich frage mich hingegen, wie Sie als Libertärer zugleich das Völkerrecht hochhalten können.
Das Völkerrecht folgt nicht aus den Axiomen der Praxiologie. Aus Sicht eines Libertären ist die gesamte derzeitige Weltordnung im Kern falsch.
Abgesehen davon ist die Psychiatrie nicht der richtige Ort. Ich würde eher ein historischen Seminar empfehlen. Wer nämlich die Politik durch die Geschichte verstehen will, der ist auf den richtigen Weg. Ein normatives Verständnis versperrt vieles.
MfG,
"Nato-Troll".
Cher "NATO-Troll"
AntwortenLöschenPolitisch gesehen gibt es so etwas wie das "kleinere Übel".
Richtig. Und das ist hier wer?
Etwa die Zionazis, die sich seit der Gründung Israels durch Enteignung, Entrechtung, Vertreibung und massenweise Tötung der anssässigen arabischen Bevölkerung - unter Berufung auf eine angeblich "Verheißung" vor ca. 3.000 Jahren - in den Besitz palästinensischen Landes setzten?
Oder die USA, die seit ihrer Gründung vor ca. 250 Jahren (hat einer anhand der Quellen recherchiert) ca 7 Monate nicht im Kriegszustand (und zwar fast durchwegs: in Angriffskriegen!) befunden hat. Und seine ansässige Bevölkerung kriegerisch (und jedesmal unter Bruch von feierlich vereinbarten Friedensverträgen) enteignet und größtenteils ausgerottet hat.
Oder vielleicht doch der Iran, von dem mir beides (nämlich Vertreibung von ansässigen Völkern und Angriffskriege) jedenfalls wärend der gesamten Zeit der Islamischen Republik völlig unbekannt sind.
durch Volksabstimmung mit deutlicher Zustimmung legitimiert
Stimmt nicht ganz. Denn es entkräftet den sonst auch völkerrechtlich nicht irrelevanten Vorwurf, es habe sich um eine illegale Machtübernahme gehandelt. Und die war es eben nicht.
Der legitim an die Macht gekommene Schar von Persien von einem Ajathollah, wer weiß ob nicht mit Unterstützung durch die roten Genoßen.
Die Legitimität des Schah, der durch den zweifellos illegitimen Sturz von Mosaddegh von USA (+ ein bisserl UK) eingesetzt wurde, darf doch ein ganz klein wenig angezweifelt werden. Jedenfalls deutlich ,ehr als die Legitimität eines sogar nach ansicht der EU und OECD legal gewählten Präsidenten, der durch einen vom Westen finanzierten Mob zur Flucht gezwungen wurde und durch eine verfassungswidrig abgelaufene (erforderliche Mehrheit wurde nicht erreicht) amtsenthebung gestürzt wurde.
Wenn der Mechanismus funktionieren würde, hätten wir eine Landkarte voller Mikronationen.
Und das wäre wunderschön! Eine Welt aus tausenden Liechtensteins, Luxemburgs, Dänemarks (letzteres als relative "Großmacht" ;-) ) etc. etc. - genaus die Wunschvorstellung von Libertären!
Mit Druck aus Washington? Ja, nehme an, am Ende schon. Die würden sich das was kosten lassen, sicher.
Ach: Nötigung, Erpressung und Bestechung finden Sie gut? Ihre flapsige Antwort läßt tief blicken ...
Aus der Sicht eines Libertären wäre obiges übrigens genau die Situation, die beim Krieg zwischen zwei Staaten vorliegt. Beide Seiten sind im Prinzip Verbrecherbanden, ein der beiden Seite ist nur weniger schlimm als die andere.
Vielleicht aus der Sicht irgendwelcher durchgeknallter H.H.Hoppe-Jünger und sonstiger realitätsfremder "Anarchokapitalisten" - nicht aus der Sicht von Libertären im Sinne Mises oder Hayeks, die waren deutlich realistischen und sprachen sich für minimalstaatliche Konzepte aus.
Abgesehen davon ist die Psychiatrie nicht der richtige Ort. Ich würde eher ein historischen Seminar empfehlen. Wer nämlich die Politik durch die Geschichte verstehen will, der ist auf den richtigen Weg. Ein normatives Verständnis versperrt vieles.
... aber ordnet dafür die Vorgänge richtiger ein! Wer nach dem Motto "Es hat immer schon Kriege gegeben, deshalb ist alles erlaubt und der Gewinn hat eben recht. Basta" urteilt, der muß auch neben Völkermord den "kleinen Mord am unliebsamen Geschäftskonkurrenten nebenan" so beurteilen. Der kann dann den NAzis höchstens den Vorwurf machen, nicht konsequent genug Leute bestimmer Abstammung ausgerottet zu haben.
Auch das läßt tief blicken. Sehr tief sogar.
Sehr geehrter Herr dd,
LöschenLiebe stille Mitleser,
ich zitiere:
„Denn es entkräftet den sonst auch völkerrechtlich nicht irrelevanten Vorwurf, es habe sich um eine illegale Machtübernahme gehandelt.“
Meinen Kenntnissen nach unterscheidet das Völkerrecht nur zwischen anerkannten und nicht-anerkannten Regimes.
Wie das Regime ursprünglich mal an die Macht gekommen ist, ist irrelevant. Sonst müsste man Frankreich z. B. für illegitim erklären weegen der Revolution oder noch weiter zurück, weil CAESAR Gallien eroberte oder so...
„ine Welt aus tausenden Liechtensteins, Luxemburgs, Dänemarks (letzteres als relative "Großmacht" ;-) ) etc. etc. - genaus die Wunschvorstellung von Libertären!“
Bis dann jemand eine militärische Spezialoperation startet und diese kleinen Staaten in seinem Empire vereint.
Dann bleiben den verbleibenden Kleinstaaten die Wahl, sich entweder Dänemark unterzuordnen und unter seiner Leitung eine Allianz gegen das Empiere zu stablieren oder abzuwarten bis das Empire kommt um auch dort eine Spezialoperation zu veranstalten.
Die Powerdynamik "at play" sehen wir seit der Zeit der Pharaonen. Es ist keine Weisheit und keine "Moral", die Erfahrungen der Vergangenheit bei seinem Urteil zu ignorieren.
„Ihre flapsige Antwort läßt tief blicken ...“
Politik muss unter realen Verhältnissen stattfinden. Historische Erfahrung, strategisches Kalkül und auch normative Erwägungen könenn uns helfen, richtig zu handeln.
Aber manchmal ist die Realität eben "flapsig".
Aus der Sicht "der Kurden" (also den politisch aktiven Unabhängigkeitskämpfern) wäre es sicherlich toll, einen eigenen Staat zu haben. Aus der Sicht der Türkei (also der Erdogan-Clique) wäre das sicherlich auch toll, vom Westen irgendwas zu bekommen...
„durchgeknallter H.H.Hoppe-Jünger und sonstiger realitätsfremder "Anarchokapitalisten"“
Was "realitätsfremde" oder eben nähe zur Realität angeht, das wissen Sie, gewinnt meine Position aber jedes Mal.
Ich glaube nicht daran, dass "das Gute" am Ende gewinnen muss; meiner Meinung nach muss man selbst nachhelfen, dass "das Gute" gewinnt.
„nicht aus der Sicht von Libertären im Sinne Mises oder Hayeks, die waren deutlich realistischen und sprachen sich für minimalstaatliche Konzepte aus.“
Wollen Sie mir jetzt Putin's Russland als libertären Minimalstaat verkaufen?
Oder die Ukraine als vergleichsweise invasiven Staat?
Wie gesagt, aus Sicht eines Libertären, auch von der Hayek-Franktion, sind Russland, USA usw. zumeist nur das kleinere Übel. Und da scheinen die USA immer noch das kleinere Übel, weil die EUropäer so unfasstbar unfähig sind...
„Wer nach dem Motto "Es hat immer schon Kriege gegeben, deshalb ist alles erlaubt und der Gewinn hat eben recht. Basta" urteilt“
Wir leben in einer Welt der Kaualität. Handlungen haben Konsequenzen.
Eine rein normative Sichtweise, die diesen Aspekt mutwillig ausblendet, ist nicht nur naiv, sondern am Ende politisch gefährlich.
Wir beobachten in der Menschheitsgeschichte immer wieder Großmächte, die auf Kosten kleinerer Staaten expandieren. Die Begründungen verändern sich, die Abwägungen der Eliten im Hintergrund sind meist nicht überliefert. Wir können aber davon ausgehen, dass es nicht einfach nur Zufall war, dass es bisher so ablief.
Deshalb haben Staaten Sicherheitsinteressen nach Außen.
MfG,
der "Nato-Troll".
Cher "NATO-Troll",
AntwortenLöschenauf all Ihre Erwägungen im Kommentar vom 08 März, 2026 12:49 einzugehen, fehlen mir etwas Zeit und Geduld. außerdem liest das vermutlich ohnehin keiner mehr (außer uns beiden).
In aller Kürze daher:
Meinen Kenntnissen nach unterscheidet das Völkerrecht nur zwischen anerkannten und nicht-anerkannten Regimes.
Aber: hinsichtlich des Selbstbestimmungsrechts der Völker (als Antagonismus zur Souveränität von Völkerrechtssubjekten, also: Staaten) macht es doch einen Unterschied, ob diese selbstbestimmt sich separieren wollen, oder fremdbestimmt. Und da sind wir schnell bei der Frage der Demokratie. Den bspw. würde einem hypothetischer Mafiaboß, der mit seinen Todesschwadronen Sizilien zur Unabhängigkeit zwingen wollte, wohl keine legitime Ausübung des Selbstbestimmungsrechtes zugebilligt werden.
Aber manchmal ist die Realität eben "flapsig".
Nein, sie ist bisweilen verbrecherisch, häufiger noch heuchlerisch - aber "flapsig" ist hingegen dieser Ihr Standpunkt, der mich als Juristen einfach anwidert. Das ist genau die Denke, die Frauen im Fall einer Vergewaltigung grinsend ("realistisch", is halt so!) sagt: "Lean back and enjoy it". Sowas nicht zum Kotzen zu finden, erlaube ich mir halt sehr zum Kotzen zu finden und Ihre "Argumentation" wird das nicht ändern.
Ich glaube nicht daran, dass "das Gute" am Ende gewinnen muss;
d'accord.
meiner Meinung nach muss man selbst nachhelfen, dass "das Gute" gewinnt.
Ach ja? Wer ist "man"? Sie etwa oder ich? Da widersprechen Sie ihrem gerade vorher geäußerten "Realismus" - wir "müssen" gar nichts (außer wir werden gewaltsam "gemußt" ...)!
Und wie stellen wir "das Gute" fest? Aufgrund von True Social-Postings von Trump? Oder "regelbasiert", anhand der Sanktionsliste der EU-Kommissare? Ach, lassen wir's ...
Wollen Sie mir jetzt Putin's Russland als libertären Minimalstaat verkaufen?
Allein, wenn ich mir die Steuersätze in Rußland ansehe und mit EUropäischen vergleiche: vergleichsweise ja.
Und da scheinen die USA immer noch das kleinere Übel, weil die EUropäer so unfasstbar unfähig sind...
"Scheinen" - ja, stimmt. Tutto completto betrachtet geben und lassen die sich nichts! Es ist der Vergleich zwischen totalitären, ideologisch verblendeten Idioten und totalitären, größenwahnsinnigen Verbrechern. Also ein Wahl zwischen einem Robespierre und "dem Paten" (Sie dürfen sich einen aussuchen), also letztlich eine Wahl zwischen Turbokrebs und Ebola.
Wir leben in einer Welt der Kaualität. Handlungen haben Konsequenzen.
Na, das wollen wir doch hoffen, daß ganz aktuell USrael für seine Handlungen Konsequenzen zu spüren bekommt. Wenn ich Ihnen schreiben wollte, welche da wünschenswert wären, erhalte ich womöglich frühmorgendlichen Besuch, worauf ich aber keinen gesteigerten Wert lege. Und der Blog wäre vom Netz, was Sie vielleicht freuen würde ... andere vielleicht nicht ...
Sufficit.
Sehr geehrter LePenseur,
Löschenich zitiere:
> Sowas nicht zum Kotzen zu finden, erlaube ich mir halt sehr zum Kotzen zu finden und Ihre "Argumentation" wird das nicht ändern.
Der Vergleich hinkt.
Vor allen Dingen würden Sie Ihr eigener Bannstrahl treffen in Bezug auf die Ukraine.
>Da widersprechen Sie ihrem gerade vorher geäußerten "Realismus" - wir "müssen" gar nichts (außer wir werden gewaltsam "gemußt" ...)!
Die Realität tut uns nicht immer den Gefallen, eindeutig zu sein.
>Und wie stellen wir "das Gute" fest?
Das ist eine Frage, über die sich Philosophen, Theologen und andere seit Jahrhunderten auslassen.
> was Sie vielleicht freuen würde
Ich bin Anhänger der Meinungsfreiheit.
MfG
Cher "NATO-Troll",
AntwortenLöschenalso, ich kann weder finden, daß mein Vergleich hinkte - und was das Gutheißen von Korruption und Erpressung mit meinem Standpunkt bezügl. des Ukraine-Konflikts zu tun hätte, erschließt sich mir nicht.
Bezüglich des übrigen Kommentars verzichte ich auf eine Antwort - das wird viel zu lang für einen "toten" Thread und artet in Philosophieren aus, das man besser und zielführender bei einem Glas guten Weins betreibt als in einem Kommentarthread.