Freitag, 6. März 2026

Aktuelles über Rumänien (Teil 2)

von Helmut
 
 
2. Rumänien kehrt zu seinen Traditionen zurück

Ich war auf der Rückfahrt von Österreich nach Rumänien, und zwar mit einem Kleintransporter. Bei der Ausreise aus Österreich — kein Kontrollorgan zu sehen. Bei der Einreise nach Ungarn: ebenso. Bei der Ausreise von Ungarn waren die ungarischen Grenzkontrollstellen verwaist. Aber bei der Einreise nach Rumänien gings los ...

Als erstes wurden wir von den Grenzpolizisten kontrolliert, und man verlangte die Ausweispapiere, die im bereitstehenden Polizeiauto gescannt wurden. Die Polizisten waren freundlich, man wollte nur wissen, von woher wir kamen und was unser Reiseziel in Rumänien wäre.

Danach nach vielleicht 50 Metern, kam die nächste Kontrolle, und zwar die ANAF (= Finanzkontrolle). Hier verlangte man die Ausweispapiere und die Fahrzeugpapiere. Wieder wurden wir gefragt, von woher wir kommen und wohin wir fahren, den Zweck unseres Aufenthaltes in Österreich und welche Waren wir mitführen würden. Dabei mussten wir die Plane unseres Fahrzeugs so weit öffnen, damit der Beamte auf die Ladefläche sehen konnte, wo sich nur Werkzeuge und Gebrauchsgegenstände befanden.

Auch hier war es so wie bei der Kontrolle zuvor — freundlich, höflich — am Verhalten der Beamten war absolut nichts auszusetzen. Nun bin ich schon vor 1990 nach Rumänien gefahren, und erinnere mich noch sehr gut an die damaligen Grenzgepflogenheiten.

Wo sehe ich hier die Parallelen:

Die gestellten Fragen in der Ceausescu-Zeit beim Grenzübertritt waren absolut identisch. Lediglich der Umgangston der Beamten war oftmals ein harscher, und damit man die Papiere und die Kontrolle überhaupt schneller und problemloser abwickelt, war oftmals ein Geldschein in ausländischer Währung notwendig. Das war aber jetzt nicht der Fall.

Nun bin ich darüber informiert, das Rumänien am 1.Januar 2007 in die EU eingetreten ist, was die Zoll-freiheit für den Warenverkehr zur Folge hatte. Für mich ist klar, dass anstelle der Zollbeamten mit dem Abzeichen auf der Uniform „VAMA“ nun die Finanzkontrolle mit der Aufschrift „ANAF“ eingesetzt wird. Aber ich kann beim besten Willen nicht erkennen, zu welchem Zweck, da ja auch die Freimengen für Genussartikel (Zigaretten, Alkohol und Kaffee) relativ hoch angesetzt sind.

Die Regelung kann man hier nachlesen: Regulamentul (CE) nr. 1186/2009 al Consiliului din 16 noiembrie 2009

Genauso ist mir bekannt, dass Rumänien mit dem 1. Januar 2025 in die Regelung des Schengenraums eingetreten ist, was die vollständige Aufhebung der Grenzkontrollen bewirkt. Rumänien wie auch Bulgarien haben sich lediglich verpflichtet, an den EU-Außengrenzen stärker und wirkungsvoll gegen illegale Einwanderung zu kontrollieren.

Nun werde ich eine Anfrage an das Innenministerium richten, um herauszufinden, auf welcher Grundlage diese Kontrollen nun erfolgen. Denn im Gesetzestext geht man von einer möglichen stichprobenartigen Kontrolle aus, aber ich habe festgestellt, dass alle Transportfahrzeuge beim Einreisen kontrolliert wurden.

Natürlich hätte ich volles Verständnis dafür, wenn bei dieser Kontrolle Spürhunde der Polizei zum Einsatz kommen würden, um die Einfuhr von Drogen nach Rumänien zu verhindern, aber diese Hunde waren nicht vorhanden. Um den Waffenschmuggel oder Bargeldtransfer über die Höhe von 10.000 € zu unterbinden, war der kurze Blick auf die Ladefläche ohnehin nicht ausreichend.

Daher bleibt bei mir nur die Vermutung im Raum, dass man sich in Rumänien wieder an der alten Tradition der damaligen Fragestellung vor 1990 orientiert, nämlich woher man kommt, wohin man fährt, was man mitführt, etc. Aber dafür hätte man weder die Regelung von Maastricht noch die Regelung von Schengen benötigt, wonach diese Fragen und Kontrollen überflüssig wären. 

Rumänien ist halt ein Land der Traditionen.

(Fortsetzung)
 

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