Sonntag, 15. März 2026

Jacques Baud: Fataler Fehler in der US-Kriegsstrategie gegen den Iran

von kennerderlage
 
 
Eine sehr interessante Sichtweise auf die hinter den aktuellen Kriegshandlungen stehende unterschiedliche Geisteshaltung von Ost und West gibt uns das Interview von Daniel Davis mit dem schweizerischen Oberst Jaques Baud:
 
 
Zusammenfassung unter dem Video: 

Oberst Jacques Baud argumentiert, dass westliche Länder – und sogar Israel – die Kultur, Mentalität und das strategische Denken des Nahen Ostens nur unzureichend verstehen, was zu Fehleinschätzungen von Konflikten in der Region führt. 

Ein zentraler Unterschied, der diskutiert wird, ist das Konzept des Sieges. Im westlichen Militärdenken bedeutet Sieg üblicherweise die Zerstörung oder Niederlage des Feindes. Im Gegensatz dazu behauptet der Redner, dass es in vielen islamischen oder nahöstlichen Perspektiven beim Sieg eher um Beharrlichkeit und Nicht-Aufgeben geht, selbst gegen einen stärkeren Gegner. Diese Idee ist mit dem Konzept des „Dschihad“ verbunden, das laut dem Redner im Westen oft missverstanden wird. Anstatt „Heiliger Krieg“ zu bedeuten, kann es sich auf einen persönlichen Kampf oder Widerstand beziehen, einschließlich des Überwindens von Angst und des Weiterkämpfens trotz Widrigkeiten. 

Aufgrund dieser Denkweise argumentiert der Redner, dass der Iran und seine Verbündeten möglicherweise bereit sind, schwere Verluste und langwierige Konflikte in Kauf zu nehmen, ohne zu kapitulieren, da sie Beharrlichkeit selbst als Sieg betrachten. Dies steht im Gegensatz zur westlichen politischen Rhetorik, wie etwa den Aussagen Donald Trumps, der einen schnellen Sieg in Militäroperationen verkündet. 

Die Diskussion legt nahe, dass die iranische Führung – darunter Persönlichkeiten wie Masoud Pezeshkian – den Konflikt anders einordnet und Widerstand, Ausdauer sowie die Forderung nach Anerkennung der Rechte des Irans und Wiedergutmachung anstelle eines unmittelbaren militärischen Erfolgs betont. 

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass unterschiedliche kulturelle Auffassungen von Krieg, Sieg und Opferbereitschaft die Herangehensweise beider Seiten an den Konflikt prägen, was den Krieg verlängern und seine Beilegung erschweren kann. 
 

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