Montag, 15. Juli 2019

Die schrecklichen Folgen menschlicher Dummheit

von Fragolin

Ich kann es nicht fassen. Man wird ja immer wieder mit der laut Einstein bekanntlich unendlichen menschlichen Dummheit und deren schrecklichen Folgen konfrontiert, aber manchmal schießen solche Ausreißer über das normale Blödheitslevel, dass es einfach nur mehr weh tut und unsägliches Leid entsteht.

Wenn Erwachsene ihre Dummheit ausleben und dabei Schaden erleiden, ist das einfach gelebte Eigenverantwortung. Für die harten Fälle gibt es in den USA den „Darwin-Award“ für jene, die sich so grenzdebil bekloppt anstellen, dass sie dabei ums Leben kommen und damit nicht nur den durchschnittlichen IQ der Restbevölkerung dieses Planeten erkennbar anwachsen lassen, sondern auch noch dafür sorgen, dass sich das entsprechende Erbgut eines Vollidioten nicht weiter durchsetzt. Evolution bei der Arbeit, daher Darwin-Award.
Aber leider trifft die Dummheit nicht immer sie selbst sondern manchmal auch andere Menschen. Und ganz schlimm wird es, wenn es Kinder sind.

So haben in Bayern Eltern ganz offensichtlich ihren Dreizehnjährigen nicht nur allein mit dem Traktor herumfahren lassen, sondern ihn auch noch mit anderen Kindern in der Ladeschaufel eine abendliche Spritztour über Waldwege machen lassen. Mit verheerenden, tödlichen Folgen.

Erstens: Der Lenker war dreizehn. Es hat einen Grund, das Dreizehnjährige keinen Führerschein bekommen, nicht mal für ein Moped. Nicht umsonst gelten Dreizehnjährige noch als straf- und auch sonst unmündig sowie schutzbedürftig. Sie fliegen alterstechnisch weit unterhalb des Radars der Eigen- oder sonstwelcher Verantwortung. Die dürfen noch nicht einmal einen Handyvertrag allein abschließen, nicht einmal wenn sie monatliches Taschengeld nachweisen können, und das hat seine Gründe. Sie sind nicht verantwortlich für ihr Tun, das sind ausschließlich die Eltern und andere Erwachsene in ihrem Umfeld. Weil man in diesem Alter weder die geistige Reife noch das Können und die Kompetenz voraussetzt, um solchen Aufgaben gewachsen zu sein.

Zweitens: Drei Kinder in der Ladeschaufel. Es hat einen Grund, dass Ladeschaufeln weder Sitze noch Gurte und auch keine Angaben über die höchstzulässige Passagierzahl besitzen. Es sind eben keine Passagiermodule sondern Ladeschaufeln. Gebaut für Holz, Dreck und Mist, aber nicht – Zettel raus und mitschreiben, hier kommt eine wichtige Information – für Menschen! Auch nicht, wenn sie noch klein sind. Generell nicht. Das sollte nicht nur ein Dreizehnjähriger wissen, weil es ihm die Erwachsenen beigebracht haben, sondern das sollten vor Allem die Erwachsenen gut genug wissen, um solche Touren erst gar nicht zuzulassen.

Drittens: Abends um 21 Uhr auf einem Almweg. Es hat einen Grund, warum in der Dämmerung nicht nur die meisten Einbrüche und Raubüberfälle, sondern auch die meisten Unfälle passieren. Es hat etwas mit der Sichtbarkeit zu tun, bei den Unfällen besonders der Sichtbarkeit von unerwarteten Hindernissen. Also konkret der nicht vorhandenen Sichtbarkeit.

Wie konnte es zu so einem Unfall kommen?
Dreizehnjährige machen das, was man ihnen zulässt. Hätten die Erwachsenen, die eigentlich für ihn und die anderen Kinder verantwortlich sind, seine „schon hundert Mal“ ausgeführten Ausflüge mit dem Traktor unterbinden wollen, hätten sie bereits nach dem ersten Ausflug seine Ohren schwarzpädagogisch verlängert und die Schlüssel für den Traktor verschlossen und für die nächsten neunundneunzig Mal unerreichbar aufbewahrt. Aber sie haben es offensichtlich „schon hundert Mal“ zugelassen.

Man muss sich das vorstellen: Diese Idioten erlauben ihren Kindern, Russisch Roulette zu spielen, und händigen ihnen dafür auch noch die Waffe aus. Und sind dann ganz erschrocken und erstaunt, dass es plötzlich „Bumm!“ macht und Blut spritzt. Da muss ich auch an diese Bekloppte denken, die in den USA beim „Schisser“ spielen ihren eigenen dreijährigen Sohn mit dem SUV plattgewalzt hat, weil der eben ganz mutig war und zu lange vor der heranrasenden Mutter stehengeblieben ist, anscheinend im tiefen kindlichen Vertrauen, dass seine Mutter ihm nie wehtun und ihn immer beschützen und rechtzeitig bremsen wird.
Nein, das tun nicht alle Eltern und Erwachsenen.

Manche fahren ihre eigenen Kinder mutwillig platt, andere geben ihren Kindern die Schlüssel für ein 110-PS-Arbeitsgerät mit einem Drehmoment von 360 Nm, das seine Schwungmasse von vier Tonnen immerhin auf bis zu 37 km/h beschleunigen kann. Für eine Spritztour in einer Ladeschaufel, spätabends auf Waldwegen.
Als das Hirn verteilt wurde, müssen einige Leute wirklich so weit hinten in der Reihe gestanden haben, dass einfach nichts mehr übrig war. Selbst wenn der Herr, einem Stoßgebet nachgebend, Hirn regnen lassen würde, säßen die wahrscheinlich mit einem Schirm im Keller.

Kommentare:

FDominicus hat gesagt…

Nun, auf einem Privatgeländer darf man auch als 5 Jähriger schon rum fahren, und das ist auch richtig so. Das mit der Dummheit kann man stehen lassen. Gestraft sind alle Beteiligten - IMHO.

Anonym hat gesagt…

Hier möchte ich energisch gegenhalten.
Mit dreizehn haben meine Klassenkameraden, die von Haus aus Bauern waren, schon längst die Ernte eingefahren. Das war ganz normal und wir haben denen dabei geholfen.
Mit dem großen Traktor, dem Mähdrescher und auch der Ballenpresse dahinter. Wir auf dem Anhänger haben die Ballen gebärmt.
In hinterher 5m Höhe und ohne Netz und doppelten Boden.
Das war auch keine Ausnahme, sondern durchgängige Praxis, als noch nicht von Kinderarbeit gefaselt wurde. Anders hätten diese Betriebe auch nicht funktioniert.

Herausgekommen sind dabei Menschen, die nicht weinenend und tatenlos dabei zusehen, wie ihre Freundin vergewaltigt wird oder dulden, daß irgendwelche Psychopathen in der Politik grenzenlose Zuwanderung als moralisch verpflichtend erklären wollen.
Diese Menschen sagen klar, wen sie hier haben wollen und wen nicht.

Das Verzärteln und Verziehen unserer Kinder hat dazu geführt, eine komplett wehrlose und antriebsarme Generation heranzuziehen, die den tribalistischen Horden, den uns die NWO-Strippenzieher derzeit millionenfach ins Land pumpen, absolut nichts entgegenzusetzen hat.

So sehr ich also sonst mit Ihnen konform gehe; hier nicht.


Diesen Kindern gehört die Zukunft:


https://www.youtube.com/watch?v=-qF6YNZ0vmE



Gero

Fragolin hat gesagt…

Werter Gero,
wenn es sich um sinnvolle Arbeit im Beisein der Verantwortlichen gehandelt hätte, wäre wahrscheinlich auch nichts passiert. Wenn man Arbeitsgeräte für die Arbeit verwendet, für die sie vorgesehen sind, und das auch noch unter ordentlicher Anleitung, dann passiert auch nichts. Dass Kinder arbeiten und den fachgerechten Umgang mit Werkzeug lernen ist richtig, mein Neunjähriger arbeitet auch in der Werkstatt mit, aber allein herumarbeiten darf er noch nicht, und eine Drehbank oder Fräsmaschine ohne meine Aufsicht benutzen schon gar nicht. Der Hauptschalter ist verschlossen, der Schlüssel nur für mich zugänglich. Ich habe gesehen, was Erwachsenen passiert ist, die blöd in eine laufende Spindel gegriffen haben, das reicht, um Kinder davon fernzuhalten.

Wenn Arbeitsgeräte wie ein Traktor aus Jux und Gaudi als Spielzeug verwendet werden, dann passieren selbst Erwachsenen Unfälle wie erst letztens bei diesen Hochzeitsfahrten. Es macht einen Unterschied, ob ich Kindern beibringe, wie man Arbeitsgeräte richtig benutzt oder ob ich ihnen gestatte, damit herumzuspielen. Zur Ausbildung hätte es gehört, dem Jungen beizubringen, wofür man den Traktor auf gar keinen Fall benutzen darf, und da hätte dazugehört, ihm klarzumachen, warum grundsätzlich keine Menschen in der Ladeschaufel mitfahren dürfen. Es ist doch auch klar, dass man Kindern beim Mähdrescherbedienen klarmacht, dass sie keine Menschen auf das Mähwerk setzen dürfen.

Und: Bei einer Geschwindigkeit von nur 10 km/h legt der Traktor innerhalb der Schrecksekunde bereits den Weg von einem von der Schaufel Gefallenen zum Vorderrad zurück. Das heißt, selbst bei schneller Reaktion gäbe es keine Rettung mehr - und da ist der Bremsweg einer 4-Tonnen-Schwungmasse noch nicht berücksichtigt. Zum Überleben lernen gehört auch, Mathematik, Physik und Hausverstand einsetzen zu können und nicht nur Gas geben beim Traktor. Das hat nichts mit Verhätsc heln zu tun. Sich selbst überschätzende Kinder mutwillig in Gefahr zu bringen ist verantwortungslos und läuft bei mir unter schwerer Dummheit.
MfG Fragolin