Donnerstag, 25. Juli 2019

Blockwart reloaded

von Fragolin

In der Klimakrise, dem Klimanotstand, der Klimahysterie, die uns ganz im Sinne einer gelebten Endzeitreligion den nahen Klimatod prophezeit, wird es immer wichtiger, die wahren Ursachen für das klimakatastrophale Klima-Armageddon zu benennen – nicht etwa Sonnenaktivitäten, hochenergetische Strahlung oder Änderungen in der Dynamik der Ozeane, sondern: der Nachbar! Genau, dieses elende Subjekt, von dem wir schon immer wussten, dass er ein ganz mieses Stück exkrementalen Auswurfes ist, der böswillig die Umwelt mit seinem schweflig stinkenden und vor allem kohlendioxidgeschwängerten Atem verpestet, das Ozonloch nährt, den Regen säuert, den Wald meuchelt und nicht zuletzt das Klima zerstört.*)

Oh, wie freut sich da das Untertanenherz des kleinen Diederich, dass ihm seine Obertanen endlich nahelegen, die ihn umgebenden Sünder und Schweine zur Rede zu stellen, sie aufzufordern, ihr schändliches Tun einzustellen und endlich auf den richtigen, den wahren, den weltenrettenden, den deutschen Weg einzuschwenken!
(P.S. Dass man vorsichtig sein sollte, wen man da zur Rede stellt und sich wirklich darauf beschränken sollte, möglichst schon lange hier lebende Nachbarn zu maßregeln und nicht etwa Zukunftsdeutsche, musste erst wieder eine junge Frau in Bergisch-Gladbach erfahren, die es als bemängelnswert empfand, dass juvenile Neubürger am Bahnsteig ihre zwei Kleinkinder einkifften. Sie hatte noch nicht verstanden, wem dieser Bahnsteig samt dem umgebenden Land inzwischen gehört und wurde nachdrücklich über die neuen Herrschaftsverhältnisse belehrt.)

Und so werden Handlungsanweisungen ausgegeben, die auch die hiesigen Blockwarte mit Freude empfangen werden, die schon lange davon träumen, die guten alten DDR-Methoden der Mitbürgererziehung wieder aufleben zu lassen. Damals war der Mitbürger, der die Staatsführung und ihre weise Politik zu kritisieren wagte, ebenso die Zielscheibe wie heute. Damals lautete die Frage nur: „Genosse, bist du für den Krieg?“, heute lautet sie: „Nachbar, bist du für die Zerstörung der Menschheit?“
Dass DDR-ähnliche Ideen und Anleitungen ausgerechnet aus dem Dunstkreis der ARD kommen, sollte einem zu denken geben, wundert den erfahrenen Medienkonsumenten jetzt aber nicht mehr allzu stark.
Und so gibt es auch gleich den Fragenkatalog mitgeliefert:

Warum hast du eine Kreuzfahrt gebucht?
Wer gibt dir das Recht, einen SUV zu fahren?
Warum musst du eine Flugreise in den Skiurlaub auch noch tätigen?“

Logischerweise sollte nach neuesten Erkenntnissen die Frage dazukommen: „Warum hast du zwei Kinder in die Welt gesetzt?“

Alle diese Fragen würde ich nebenbei bemerkt jedem beliebigen meiner Nachbarn unhöflicher- aber passenderweise mit einer Gegenfrage beantworten, nämlich: „Was geht dich das an? Kümmer dich um deinen eigenen Mist!“
Es zeigt aber auch deutlich, ja überdeutlich, wer hier im Land eigentlich Mensch gegen Mensch aufhetzt, Zwietracht und Neid sät, Blockwart- und Denunziantentum befeuert, Gräben aufreißt, quer durch Familien, durch Nachbarschaften, Bekanntenkreise, Kollegenschaften Hass und Hetze verbreitet. Die AfD, der man gerne nachsagt, sie wären die Spalter im Land, ist bei genauerer Betrachtung noch gar nicht lange genug existent, um diese Rolle überhaupt spielen zu können. Sie ist nicht die Ursache der Spaltung, sie ist da Ergebnis. Das entstehende Sammelbecken jener, die die Schnauze voll haben von diesem permanenten Säen von Zwietracht durch eine Teile-und-herrsche-Diktatur, durch hasszerfressene Linksradikale, durch Öko-Faschisten und Freiheitsfeinde.

Besonders perfide dann auch noch, dieses Aufstacheln und Aufhetzen der Nachbarn gegen Nachbarn mit dem üblichen Blabla zu garnieren.

Wir brauchen wieder im zwischenmenschlichen Bereich ein Regulativ!“

Spitzelei, Denunziation und Agitation ist aber kein Regulativ, sondern eine Anmaßung und ein Frontalangriff auf die Persönlichkeitsrechte. Ich habe nämlich das Recht auf Privatsphäre und Freie Entscheidung. Und jeder, dem das klar ist, wird sich auch vehement dagegen verwehren, von irgendwelchen Nachbarn zur Rede über sein Tun gestellt zu werden.
Nein, wer seinen Nachbarn mit harschen Worten abwehrt, ist nicht asozial. Asozial ist der, der Nachbarn gegeneinander aufhetzt.

Es entspreche „aufgeklärtem Bürgersinn“, wenn Menschen durch „vorgelebte Beispiele für ein ökologisch anständiges Leben diejenigen bloßstellen, die durch ihre Rücksichtslosigkeit das Überleben der Zivilisation gefährden“.“

Das ist reine Hetze, übelste Hass-Propaganda. Auf seiner Seite die „Anständigen“, dagegen die „Rücksichtslosen“, die nicht weniger als das Überleben der Zivilisation gefährden. Wir, die reinen Guten, gegen die zerstörerischen Bösen. Das ist Faschismus in Reinkultur. Es ist das genaue Gegenteil von „aufgeklärtem Bürgersinn“. Man erklärt die Feinde des zivilisierten Zusammenlebens zu „aufgeklärten Bürgern“ und die aufgeklärten Bürger zu Feinden des zivilisierten Zusammenlebens. Krieg ist Frieden, Frieden ist Krieg.
Die Masken fallen, nur viele begreifen nicht, was sie da zu sehen bekommen.

Dass es ausgerechnet Hubertus Knabe ist, der das mit deutlichen Worten entlarvt, verwundert nicht. Dass man ihn als DDR-Experten kaltgestellt hat, auch nicht. Denn die Ostdeutschen kennen das System, kennen die Bespitzelung durch Nachbarn und Kollegen, die Agitationsgespräche, die öffentliche Anprangerung von „konterrevolutionären Gedanken“. Bei denen schrillen alle Alarmglocken. Die Westdeutschen sind in großer Mehrheit zu blöd, um zu merken, was da gerade abläuft. Man sieht es an den Wahlergebnissen.


*) Ja, man kann es in dem verlinkten Artikel lesen. „Es gibt“, so wird der Politiker der Grünen Dieter Janecek zitiert, „kein Freiheitsrecht auf unbegrenzte Klimazerstörung.
Wie man ein Klima „zerstören“ kann, würde ich ja gerne mal wissen, aber dass die ach so intellektüllen Kompetenzgranaten der angeblichen Ökopartei besonders zu diesem Thema nicht den blassesten Schimmer haben, was für ein sinnleeres Floskelgewölle sie da rauswürgen, ist leider gelebte Realität. Schlimm ist nur, dass die Aussagen wie „es gibt kein Freiheitsrecht“ ernst meinen und es denen scheißegal ist, was nach dieser Behauptung an Floskeln angehängt wird.
Ich bin der Meinung, dass es höchste Zeit wird, die demokratie- und verfassungsfeindliche, als Ökopartei getarnte, latent diktatorische und freiheitsfeindliche Zerstörergruppe „Bündnis 90 / Die Grünen“ bundes- und deren Parteifamilie europaweit sofort zu verbieten und die Mitgliedschaft in diesem Verein mit der Unterstützung einer terroristischen Vereinigung strafrechtlich auf eine Stufe zu stellen. Bisher gaben die einen lächerlichen Haufen kompetenzfreier Vollpfosten mit latentem Selbstvernichtungstrieb ab, aber inzwischen sehe ich deren Erstarken und das Ausflocken solcher Aussagen als massive Bedrohung der Freiheitsrechte aller Bürger Deutschlands und als frontalen Angriff auf die freiheitliche demokratische Grundordnung.

Kommentare:

gerd hat gesagt…

Am Ende des Artikels kann wird, passend zum Thema, auf "günstige Kreuzfahrten" verlinkt. Da könnten die Blockwarte schon tätig werden.

Anonym hat gesagt…

Wos fiers Gemied un fiers Ooche.
Und wie Wolfgang Neuss einst in einer Quarkschau sagte: "Ich bin Ästhet." Oder: "...weil ich Ästhet bin ..." - hauen wir uns da nicht um Einzelheiten.

Kein Zoll Boden den Linken! hat gesagt…

Tja. Man kann auch ganz cool den Blockwarten zeigen, was eine Harke ist.

Wir haben uns letztes jahr, um unseren Blockwart-Nachbarn zu ärgern, den dicksten VW-SUW zugelegt. Großartig.
In zwei Wochen brechen wir zur Kreuzfahrt nach Venedig auf. Freue mich schon, wenn unser Schiff da ein kleines Boot plattmacht und die Italiener hohldrehen.
Und wir kämpfem in einer Bürgerinitiative dafür, dass bei uns ein AKW gebaut wird.

Die linken Blockwarte drehen durch. So soll es auch sein.

Fragolin hat gesagt…

Werter Zöllner,
abgesehen davon, dass man SUV mit V wie Vogel schreibt, was jeder, der wie Sie einen hat, wissen sollte, würde ich zwecks Plattmachen kleiner Boote lieber eine Kreuzfahrt von Tripolis nach Lampedusa buchen, denn nicht nur, dass man da vorher seine Papiere wegwerfen kann und nach der Ankunft nie wieder arbeiten muss, gibt es da auch so racketenscharfe Kapitäneusen, die das Plattmachen kleiner Boote, besonders der italienischen Küstenwache, gerne als medienwirksamen Sport betreiben und ausreichend Erfahrung gesammelt haben. Die freuen sich auch, dass Sie für eine AKW, also Asylanten-Kutter-Werkstatt eintreten. Aber wenn Sie nicht zufällig an der Küste wohnen, bringt das nichts, glauben Sie mir.
Nichts zu danken für den Tipp.
MfG Fragolin

Anonym hat gesagt…

Es hat hohen Unterhaltungswert, wie der humorbefreite Eiferer und Möchtegern-Savonarola Fragolin über jedes Stöckchen hopst, das ihm die Trolle hinhalten.

gerd hat gesagt…

„Lasst uns niemals annehmen, dass unser Leben ohne Sünde sein wird, wenn wir ein gutes Leben führen; unser Leben soll nur gelobt werden, wenn wir ständig um Vergebung bitten. Die Menschen aber sind Verzweifelte und je weniger sie auf ihre eigenen Sünden schauen um so mehr interessieren sie sich für die Sünden anderer. Sie wollen kritisieren, nicht korrigieren. Unfähig, selbst um Verzeihung zu bitten, sind sie bereit, andere anzuklagen.“ (Sermo 19,2)

Dies wurde von Blockwarten bei Facebook als Haßrede gelöscht. Das Autorenrecht hat es ein gewisser Augustinus.

Fragolin hat gesagt…

Werter Anonym,
ich freue mich, dass es simple Gemüter gibt, die so leicht zu unterhalten sind. Da halten sich die Unterhaltskosten in Grenzen. Dann viel Spaß noch, und immer dran denken, ab wann der humorbefreite Savonarola ketzerische Postings dem Scheiterhaufen des Löschknopfes übergibt.
MfG Fragolin