Donnerstag, 11. Juli 2019

Glaubet oder seid Nazis!

von Fragolin

Der Irrtum, der in der kollektiven Willkommensbesoffenheit zum Dogma erklärt wurde, das anzuzweifeln schwere Ketzerei und mindestens latentes Nazitum bedeutet, ist ein ganz einfacher, simpler und sich eben auf tiefgrünem Geistesniveau bewegender, nämlich der, dass die Art und Weise, wie Menschen leben und ihr Schicksal in die Hand nehmen, nicht von den Menschen abhängig ist, sondern vom Ort. Als gäbe es geheimnisvolle Erdstrahlen oder von bösen alten weißen Männern installierte Tesla-Spulen, die Menschen leistungsunwillig, bildungsresistent, denkträge und empfänglich für Herrenmenschenreligionen machen und ihnen kulturelle Eigenarten faktisch von außen aufzwingen, und man müsse diese Menschen nur an einen anderen Ort bringen, wo fleißige und wissbegierige Vorfahren eine prosperierende Wirtschaft und ein Armut abfederndes Sozialsystem geschaffen haben, und schon würden diese Menschen zu ebensolchen pensionssichernden Arbeitsbienchen mutieren, ihren Tribalismus, ihre Gewalt und tiefe Verachtung dem Anderen gegenüber und andere unerwünschte Denk- und Verhaltensmuster ablegen und zu dem werden, was man wünscht, nämlich einem Abziehbild des deutschen Arbeitsroboters, dessen höchstes Glück darin besteht, durch Fleiß und Sonderschichten nach dem Abzug des größten Teiles seines Verdienstes durch einen gierigen Staat einen kleinen Schrebergarten, ein Haus mit ausgebautem Hobbykeller und ein Auto aus deutscher Produktion sein Eigen nennen zu können.

Und während sie genau jene deutschen Schrebergartenmentalitäten schallend auslachen, zu toxischem Gedankengut erklären und von deren Erarbeitetem schmarotzen, wollen sie doch das geradezu mirakulöse Werk vollbringen, das geliebte Exotische ins Land zu holen, aus dessen Anderssein eine ominöse „Buntheit“ zu schaffen, die es ihnen ermöglicht, mitten in Berlin, München oder Hintertupfingen durch orientalische Märkte und Viertel mit afrikanischem Flair zu flanieren, ohne dass es irgendwie orientalisch oder afrikanisch bei der Auswahl der Waren oder dem Kampf um die besten Standorte für deren Feilbieten abgeht, sondern die Orientalen und Afrikaner mit genau jener teutonischen, geradezu verbiesterten Korrektheit ihr Anderssein auf exakt jene Bereiche der Bereicherung beschränken, die den Besserweltträumern den Wunsch erfüllen, mitten in Deutschland durch eine teutonisierte Kopie, so eine Art gesellschaftlichen Zoo, der Herkunftsorte ihrer Goldgeschenke zu flanieren, während diese allerdings, der latenten Gefahr des Rückfalls in negative Verhaltensweisen ihres früheren Lebens eingedenk, zumindest ihren Wohnort eher in zugewiesenen Ghettos außerhalb der eigenen Siedlungsblase finden und deren Kinder auch in der Privatschule des eigenen Nachwuchses, in der Multikulturalität bedeutet, dass es einen wöchentlichen Sesselkreis gibt, in dem die hundertprozentig deutsch-assimilierte Kinderschar Lieder aus fremden Weltgegenden zu einer Power-Point-Präsentation vom afrikanischen Regenwald und den Slums von Johannesburg singt, eher nicht anzutreffen sind.

Es ist der ultimative Auswuchs der postfaktischen, auf reine Emotionalisierung und Tagträumerei ausgerichteten Denkwelt von logikbefreiten und wohlstandsverwahrlost dekadent der Rationalität entkernten Dumpfhirnen. Es ist eine Politik des laut Singens im dunklen Keller, die im Löwenkäfig fortgesetzt wird. Denn wenn der im Schatten hinter der Kellertür hausende Schwarze Mann, den man wegen Verwechslungsgefahr mit anderen schwarzen Männern gar nicht mehr so nennen darf, auch wenn andere Farben im Schatten unlogisch wären, besänftigt davon ablässt, das verängstigte Kind zu schrecken, wenn er dessen falschen Gesang hört, dann lässt sicher auch der Löwe von der Verteidigung seines Reviers ab. Und wenn ich dieses Lied dem Taliban vorsinge, versteckt dieser verschämt seinen Bombengürtel und mutiert zum freundlichen Nachbarn. Kumba ya! Kumba ya! Halleluja!!
Und dieses Weltbild und dessen Verbreiter, die mit geradezu religiösem Eifer auch Verletzte und Tote bei dessen Durchsetzung in Kauf nehmen und voller Hass und Wut kreischend über jeden ihnen dabei im Weg Stehenden oder auch nur den eigenen Irrtum unter die Nase Reibenden herfallen, soll ein normal denkender Mensch ernst nehmen und gar unterstützen? Echt jetzt?

Die Zukunft wird den Sehenden und Mahnern Recht geben. Deshalb hasst man diese bereits jetzt abgrundtief und bastelt sich selbst das Märchen, dass diese Sehenden und Mahner das Unglück erst herbeigeredet haben, es durch den Sprechakt erst ermöglicht haben. Eine anscheinend zutiefst archaische Denk- und Handlungsweise, denn schon die alten Griechen erzählten die Geschichte der Kassandra.
Nicht der, der so dumm war, zu glauben, singen würde im Löwenkäfig helfen, ist am Ende daran schuld, dass das Tier satt und der Käfig blutüberströmt ist, sondern der, der daran gezweifelt hat, dass es funktionieren könnte, der nicht fest genug daran geglaubt hat, das Löwen durch Gesang zu Veganern werden. Oder durch Blockflötenklänge oder vorgelesene Weihnachtsgeschichten.
Schulschwänzern und Unterbelichteten kann man das erzählen.
Selbständig rational denkenden Menschen nicht.
Deshalb sind diese der natürliche Feind der vernunftentkoppelten Buntheitsreligion und ihres Dogmas, dass die Lebensart des Menschen nicht vom Menschen abhängt, sondern davon, ihn an einen Ort zu karren, wo er von den richtigen, den guten Gedanken umsungen wird. Und deshalb schreien die Hohepriester dieser Religion: Glaubet, oder seid Nazis!

Dass „Nazi“ mal zu einem Ehrentitel für Menschen mutiert, die noch selbständig denken können, ist ein wirklich erstaunliches Werk dieser Neureligiösen. Aber es verdeutlicht auch die mittelalterliche Denkwelt dieser einfachen Gemüter, deren Denken anscheinend einfach nicht dem Fortschritt folgen kann, weshalb sie auch glücklich Mittelalter importieren. Denn früher nannte man solche Menschen eben Ketzer und Hexen. Heute eben Populisten und Nazis. Es ändert sich nichts.
Die Masse hasst die Vernunft und das Wissen, erklärt Schuleschwänzen zur Heldentat und Dummheit zur Tugend. Amen.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

In einem irrt der Blogger Fragolin.
"Nazi" ist für ihn kein Ehrentitel.
Waren die "Nazis" als (wenn auch nationale) "Sozialisten" ihm doch stets viel zu links.

Fragolin hat gesagt…

Werter Anonym,
ich hätte mich auch stark gewundert, wenn du es begriffen hättest: Das von deinen Gesinnungsgenossen und auch dir so gerne herausgeplärrte "Nazi!" wird gegen jeden gerichtet, der nicht in eurer Filterblase schwebt, egal ob dieser mit den rassentheoriegeleiteten Ultralinken irgendwas gemein hat oder diese abgrundteif verabscheut. Mit dem ursprünglichen Sinn des Wortes hat es nichts gemein, es wird einfach als Schimpfwort verwendet, so wie Südländer gerne "schwule Sau" auch gegen ganz normale hetero-Männer verwenden, wenn sie diese einfach nur anpöbeln wollen. Ihr selbst, werter Anonym, habt den Inhalt des Begriffes "Nazi" komplett eingekocht und ausgelutscht und durch jahrzehntelanges permanentes Anplärren jedes Andersdenkenden als "Nazi" zu einem inhaltsleeren Blubberbegriff gemacht.
Würdet ihr mit "Nazi" wirklich "Anhänger von Hitler" meinen und nicht einfach nur "widerlicher Realist", dann wäre es eine Beleidigung. Aber diesen Sinn habt ihr selbst aus dem Wort herausgequetscht. Es ist nur noch eine Worthülse, eine Floskel, ein Wutgeheul, weil euch eure selbstauferlegte Korrektheit verbietet, den, den ihr hasst, einfach als "schwule Sau" anzurotzen.
Und von solchen Leuten angegrunzt zu werden, ja, das ist eine Ehre.
MfG Fragolin