Donnerstag, 30. März 2023

Sturm über dem Pazifik? China und USA

von Grantscherben
 
 
Während alle Welt gebannt auf den Ukrainekrieg blickt, kündigt sich im Pazifik bereits ein weitaus mächtiger Konflikt an. Entlang der "Ostfront in der Ukraine und an der Schwarzmeerküste hält die Ukraine mit ihren Verbündeten (USA, EU), Russland im Dauerstress. Wenig beachtet im Westen, braut sich rund um China ein weiterer Konflikt auf, der uns mitzureißen droht.

Sind Georgien, Moldawien, Kirgisien, Aserbaidschan, Armenien nur Vorboten eines angekündigten Sturm auf China? Ich wundere mich nur, dass in Kasachstan noch keine größeren Unruhen ausge-brochen sind. Aufgrund der vorhandenen Rohstoffe und der Nähe zu China ist es fast schon ein kleines Wunder. Mal gespannt — abwarten!

Territorialkonflikte im Chinesischen Meer

In China werden das Gelbe, das Ostchinesische und das Südchinesischen Meer häufig als chinesische Gewässer (Mare Nostrum) gesehen. Diese „nahen Seegebiete“ reichen bis zu einer „Ersten Insellinie“, die von der Südspitze Japans über Taiwan bis zu den Philippinen verläuft. Die Volksrepublik strebt möglicherweise auch die Dominanz bis zur weiter östlichen „Zweiten Insellinie“ – bei den Marianen, Guam und Palau – an. Dann könnten die USA nicht mehr ihre Flugzeugträger-Verbände in die Straße von Taiwan schicken, wie das bei der letzten Krise 1996 der Fall war.

Zu Territorialkonflikten im Chinesischen Meer kam es nach dem Zweiten Weltkrieg zwischen den Anrainern und weiteren Interessenparteien mit weitreichenden ökonomischen und sicherheits-politischen Interessen. Die territorialen Grenzen zwischen den Anrainerstaaten sind in vielen Fällen nicht geklärt.

Die Staaten Volksrepublik China, Republik China (Taiwan), Japan, Südkorea, Philippinen, Malaysia, Brunei, Indonesien und Vietnam beanspruchen teilweise dieselben Seegebiete und Inseln. Auslöser der Konflikte sind das Interesse an Rohstoffvorkommen und reichen Fischgründen in den Seegebieten des Südchinesischen und Gelben Meeres.


Das Südchinesische Meer hat eine Fläche von etwa 3,6 Mio. km² und eine maximale Tiefe von 5016 m. In seinem Meeresboden lagern schätzungsweise 30 Millionen Barrel Erdöl und 7500 km³ Erdgas. Rund 50 Prozent aller jährlich verschifften Waren werden durch das Südchinesische Meer transportiert.

2012 erklärte die US-Außenministerin Hillary Clinton die Seerechtsfragen in der Region zu einem „nationalen Interesse der USA“ und kündigte an, 60 Prozent der Marine in den Pazifik zu verlegen.
 
Im Juli 2020 schickte die US-Navy Kriegsschiffe zu sogenannten Freedom of Navigation-Fahrten in die von China beanspruchten Gewässer. Damit demonstrierte Washington, dass es die sogenannte Nine-dash-Linie im Südchinesischen Meer, die China offiziell als Landesgrenze beansprucht, nicht akzep-tiert.  US-Außenminister Mike Pompeo bezeichnete Chinas Gebietsansprüche als illegal.

Zu den US-Kriegsschiffen die im Juli 2020 im Seegebiet operieren gehören die zwei Flugzeugträger USS Nimitz und USS Ronald Reagan mit ihren Flugzeugträgerkampfgruppen mit je zwei Lenkwaffen-kreuzern, zwei bis drei Lenkwaffenzerstörern, zwei Jagd-U-Booten und einem logistischen Trossschiff.

Die Streitkonflikte im Detail - Handelswege, Geopolitik, Erdöl,Erdgas und weitere Rohstoffe


Senkaku-Inseln - 200 km nordöstlich von Taiwan und 300 km westlich von Okinawa. Sie bzw. Teile davon werden von drei Staaten beansprucht:  China, Taiwan, Japan

Socotra-Fels - V.China, Südkorea
Seit 1995 wird der Fels von Südkorea verwaltet, das dort eine Forschungsstation gebaut hat.

Spratly-Inseln - Bruei, China, Malaysia, Philippinen, Taiwan, Vietnam
Das rund 180.000 Quadratkilometern große Gebiet gilt als rohstoff- und fischreich. Weiterhin ist es für die Seeschifffahrt außerordentlich wichtig.
Die Philippinen halten den nordöstlichen Teil besetzt,
Taiwan besetzt Taiping Dao,
Malaysia unterhält zeitweise im Swallow-Riff einen Stützpunkt,
Brunei erhebt Ansprüche auf einige Atolle der Spratly-Inseln, die in seiner AWZ liegen,
Vietnam hält den größten Teil der Spratly-Inseln besetzt,
Die Volksrepublik China hält u. a. das Johnson Riff und Yongshu Jiao besetzt.

In Bezug auf die Spratly-Inseln hat Japan wiederum Interesse an einer stabilen Situation, da 48 Prozent des japanischen Handelsverkehrs sowie ein hoher Anteil des Warenverkehrs von und nach Südkorea, Taiwan und Indonesien durch das Seegebiet läuft. 70 Prozent der japanischen Rohöleinfuhren kommen ebenfalls an den Inseln vorbei.

Nachdem China einige Riffe zu künstlichen Inseln aufgeschüttet hatte, schickten die USA Ende Oktober 2015 demonstrativ Kriegsschiffe in die Region.

Paracel-Inseln - China, Vietnam
Seit 1974 wird die gesamte Inselgruppe von der Volksrepublik China kontrolliert.

Scarborough-Riff - China, Philippinen

Macclesfield Bank - China,  Taiwan

Liancourt-Felsen - Südkorea, Nordkorea
Seit 1953 werden die Inseln de facto von Südkorea verwaltet.

Als Folge des Zweiten Weltkrieges blieben ehemals japanische Inseln auch nach deren Unabhängigkeit von den USA besetzt. Erst im Jahr 1972 wurde die Souveränität über die Ryūkyū- und Senkaku-Inseln wieder an Japan übertragen. 2012 kaufte Japan Land von privaten Besitzern auf den Senkaku-Inseln – deshalb gab es Streit mit der VR China.

Das Dreierbündnis - AUKUS - Australien, United Kindom, USA


Im September 2021 verkündete US-Präsident Joe Biden die Gründung der indopazifischen Sicherheitsallianz AUKUS. An dem Militärbündnis, das von China heftig kritisiert wird, sind neben den USA auch Australien und Großbritannien beteiligt.

Gegenstand des Abkommens ist, dass Australien bis März 2023 insbesondere bei der Entwicklung und dem Einsatz von Atom-U-Booten durch die USA und Großbritannien unterstützt wird. Außerdem sollen durch die Zusammenarbeit Kenntnisse unter anderem bezüglich künstlicher Intelligenz, Quantentechnologie und Cyberthemen ausgetauscht werden.


eine der letzten Meldungen zum Thema "AUKUS"


"Financial Times"...

Der politische Lohn des Aukus-Verteidigungspakts wird eine Goldgrube für Arbeitsplätze sein!

Deal schafft jahrzehntelange Arbeit in den USA, Großbritannien und Australien.

March 14 2023
News in-depth

Aukus defence pact’s political pay-off will be a jobs bonanza
Deal set to create decades of work across US, UK and Australia


14.03.2023 "Die Welt":..."Mit der Gründung des Aukus-Bündnisses haben Australien, Groß-britannien und die USA manchen Akteur im Indopazifik vor den Kopf gestoßen. Jetzt steht ein Zeitplan für tiefergehende Kooperation. Die richtet sich offiziell nicht gegen ein einzelnes Land – aber der Adressat dürfte klar sein."

..."Demnach wollen die USA und Großbritannien ab 2027 auf rotierender Basis U-Boote in Australien stationieren. In den 2030er-Jahren soll Australien dann eine eigene Flotte von Atom-U-Booten aufbauen. Dabei geht es derzeit um ein nukleares Antriebssystem, nicht um atomare Bewaffnung."

Die "Quadrilateral Security Dialogue"


Der Quadrilateral Security Dialogue (kurz: Quad, Quad-Gruppe; deutsch: „quatrilateraler Sicherheits-dialog“) ist ein sicherheits- und militärpolitisch ausgerichteter Zusammenschluss der Staaten USA, Australien, Indien und Japan mit bislang eher informellem Charakter, der das Ziel verfolgt, einen „freien und offenen Indopazifik“ zu gewährleisten.

Die Führung der Volksrepublik China hegt gegenüber der Quad-Gruppe Medienberichten zufolge die Sorge, dass sie zu einer regionalen Allianz nach Vorbild der NATO führen könne, um ein Gegengewicht zu China zu bilden.

Im Mai 2022 kündigten die Quad-Staaten eine gemeinsame Initiative für eine schnellere, weit-reichendere und genauere Meeresüberwachung an. Die Überwachungsdaten sollen auch Partner-staaten in Südostasien, dem Indischen Ozean und den Pazifikinseln zur Verfügung gestellt werden.

Eines muss man den USA lassen:  Amerika First ist kein leeres Wortspiel! Sie sind voll auf Linie und werden es auch weiterhin sein. Die Interessen des eigenen Landes stehen bei ihnen immer an erster Stelle. 
 
Es gibt keine Freundschaften zwischen Staaten — höchstens gleiche Interessen!

Das sollten unsere Aftervasallen endlich mal begreifen.

 

Keine Kommentare: