Montag, 5. August 2019

Was wir befürchten müssen


Ein Gastkommentar bei Andreas Unterberger wagt eine Prognose, die — leider — große Plausibilität für sich hat:

Warum jetzt Schwarz-Rot kommt: eine Prognose

Wird Sebastian Kurz allen Querelen zum Trotz nochmals mit der FPÖ eine Koalition bilden, oder gibt es nach der Wahl Türkis-(Pink)-Grün? So lautete auch hier im "Tagebuch" die sich der ÖVP im Falle eines Wahlsiegs stellende Alternative. Tatsächlich legen jedoch viele Gründe eine Koalition der ÖVP mit der SPÖ als eine sehr wahrscheinliche Option nahe. Der Hauptgrund lautet: Der "tiefe Staat" will es so. Und Sebastian Kurz hat sich mit der unnötigen Aufkündigung einer erfolgreichen Regierungs-koalition als dessen treuer Knecht erwiesen.
Dabei spielt es keine Rolle, ob Sebastian Kurz etwa vom Bundespräsidenten, unter Druck gesetzt wurde, der FPÖ eine für sie unerfüllbare Bedingung zu stellen, ob "Ibiza" also der erhoffte Anlass für einen Putsch von "außen" war, oder ob Kurz dem "tiefen Staat" aus innerster Seele selbst angehört und aus eigener Initiative gehandelt hat. Für das Letztere spricht, dass Kurz bereits mit dem Bekanntwerden der "Identitärenspende" den Tonfall gewechselt hat und begonnen hat, die FPÖ vorzuführen. Das Resultat, nämlich der Sieg des "tiefen Staates", ist in beiden Szenarien das gleiche.
Fünf Jahre Stillstand und GroKo-Packelei stehen uns ins Haus. Weiterer Invasoren-Zuzug, weitere Staatsverschuldung (dank des SP-Flügels der SPÖVP), weitere Einbetonierung schwarzer Landes-fürsten (die man am besten abschaffen sollte, denn reale politische Aufgaben, außer Intrigenspinnen und Parteifreunde mit Amterln zu versorgen haben die ja nicht!), pronocierte Brüssel-Hörigkeit (dank des VP-Flügels der SPÖVP).

Mit einem Wort: es ist zum kotzen ...

Kommentare:

Da schau her! hat gesagt…

Erinnern wir uns: den enigmatisch raunenden Narrativ vom sog. "tiefen Staat" hat als allererster ein gewisser Herr Erdogan kurz nach seiner Machtergreifung als türkischer Regierungschef Anfang der 2000er Jahre aufgebracht, weil er eine pöhse Verschwörung altgedienter kemalistisch-laizistischer Generäle gegen sein islamistisches Heilsregime "aufdecken" wollte.

Jahre später hat ein gewisser Mr. Trump diesen Terminus dankbar aufgegriffen. Daraufhin haben ihn die Populisten aller Couleur, von links- bis rechtsextrem, noch dankbarer für sich verwendet. Heute ist alles, was das verhasste "System" bildet, in Deutschland also CDU, CSU, FDP, SPD und Grüne, der pöhse pöhe "tiefe Staat", der unser Unglück ist.

Fragolin hat gesagt…

Werter Da schau her,
es bleibt jedem überlassen, sich am verwendeten Wort aufzurubbeln; aber am Inhalt ändert sich nichts, wenn man es anders nennt.
Seltsam, dass ausgerechnet jene, die permanent eine bekämpfenswerte Ausbeutergesellschaft aus faschistisch-neoliberalem Staat, Großkonzernen, Hochfinanz und Heuschrecken wittern, der man mit aufrechter Umverteilung und mächtiger Gewerkschaft entgegentreten muss, genau dann, wenn man auf ein Machtgeflecht hinweist, das mehr umfasst als unser Parlament und die Regierung, sich so prinzessinnenhaft haben. Überall böse rechte Netzwerke und neoliberale Ausbeuter, die die arme aufrechte Zivilgesellschaft und Gutmenschlichkeit in ihren faschistischen Klauen halten, aber einen "tiefen Staat", nein, den gibt es nicht.
Ihr seid manchmal so putzig, man fasst es kaum.
MfG Fragolin

Chronist hat gesagt…

Werter Fragolin,

wie wäre es, wenn Sie sich einfach mal mit dem Gedanken anfreunden würden, dass nicht jeder, der nicht immer und überall Ihrer Meinung ist, deshalb per se ein "Linker" oder ein Grüner oder sonst ein böser dummer und gemeiner Mensch ist. Entschiedenheit im Verfechten der eigenen Meinung muss nicht zwingend in manichäisches Eiferertum ausarten.
MfG, Chronist

Fragolin hat gesagt…

Werter Chronist,
wenn etwas quakt wie eine Ente, watschelt wie eine Ente und Federn hat wie eine Ente, ist es erfahrungsgemäß keine Katze.
MfG Fragolin