Mittwoch, 10. Mai 2023

Das politische Alphabet

von Sandokan


Als Beginn einer neuen Serie – aber nicht alphabetisch geordnet. 
 

Die Cloward-Piven-Strategie wurde 1966 von den beiden US-amerikanischen Polit-Aktivisten und Professoren für Soziologie Richard Cloward und Frances Fox Piven entwickelt (ein Ehepaar).

Die Strategie wurde im Mai 1966 in einem Artikel in der damals linksextremen Zeitschrift The Nation mit dem Titel "The Weight of the Poor: A Strategy to End Poverty" beschrieben.

Das Ziel der Strategie war möglichst viele Bürger zu Sozialhilfeempfängern zu machen, um einerseits die zersplitterte Partei der Demokraten zu stärken, aber vor allem um gezielt das staatliche Sozialhilfe-system bürokratisch und finanziell derart zu überlasten, dass es zu einem Aufstand der Sozialhilfe-empfänger käme und am Ende der Staat gezwungen wäre, im Rahmen einer großen Vermögens-umverteilung, ein Bedingungsloses Grundeinkommen einfzuführen. 

Oder wie ein linker Anonymus im Internet dazu meinte:
Die "Cloward-Piven-Strategie" zielt darauf ab, den Untergang des Kapitalismus zu beschleunigen, indem die Regierungsbürokratie mit einer Flut von unmöglichen Forderungen überlastet wird.
In späteren wissenschaftlichen Arbeiten (1971 und 1977) argumentierten Cloward und Piven, dass die Massenunruhen in 1960er Jahren zwar zu einer massiven Ausweitung der Zahl der Sozialhilfe-empfänger geführt hätten, jedoch – vorläufig – nicht zu dem von ihnen erhofften Programm mit Bedingungslosem Grundeinkommen.


Die noch lebende linke Ikone Francis Fox Piven wird indes nicht müde, die verrückten und gierigen Politiker und aktuelle Missstände zu beklagen.
 
Aber auf die Idee, dass auch sie und ihr Ehemann es gewesen waren, welche Generationen an linken Politikern, wie Hillary Clinton und Barack Obama, geprägt haben und sie damit auch Mitschuld an den politischen und gesellschaftlichen Verwerfungen sind, darauf kommt sie natürlich nicht.

Eine Gegenposition zu gutbetuchten linken Ideologen nimmt der schwarze Intellektuelle und Ökonom Thomas Sowell ein. Naturgemäß, so muss man fast sagen, ist er weniger einflussreich geblieben.
 
Er meint etwa, dass die staatlichen Wohlfahrtsprogramme für Schwarze seit den 1960ern Jahren vor allem dazu geführt hätten die Familienstrukturen zu zerstören, was erst recht zu Armut, Gewalt und Ghettobildung geführt habe. 
 



10 Kommentare:

K. hat gesagt…

Als unverbesserlicher Verschwörungstheoretiter fragte es sofort in mir: woher stammt diese Frau ab?
Und - gotcha! - hat mein Riecher mal wieder richtig gemeldet: eine aus dem Volk, dessen Namen man sich als tapferer Kritiker nicht zu nennen traut ...
en.wikipedia.org/wiki/Frances_Fox_Piven
(Fehlt natürlich in der deutschen Wikipedia.)
Da aber nix mit nix zusammenhängt, wie auch nicht mit ihrem Volxgenossen Sascha Mounk, der freudig mit uns ein großes Experiment mit offenem Ende durchgeführt sieht: wegsehen, hier gibt es nix zu sehen!

Le Penseur hat gesagt…

Cher K.,

Ihr "Riecher" in allen Ehren — aber was haben Sie damit erschnüffelt? Daß eine bestimmte Person, die zwar abstruse, aber deshalb nicht weniger gemeingefährliche Ideen hegt, einer bestimmten Ethnie angehört. Mag ja sein.

Aber: solche Ideen hegten und hegen auch genug Personen, die dieser bestimmten Ethnie nicht angehören. Womit Sie bloß erschnüffelt haben, daß gemeingefährliche Idiotien auch von Angehörigen besagter "Betimmter" vertreten werden, aber keineswegs nur von diesen.

Was den Erkenntniswert Ihres "Riechers" einigermaßen relativiert ...

K. hat gesagt…

Lieber LePenseur!

Verschwörungstheoretiker wird man, indem man "heilige" Bücher liest, deren Lektüre Außenstehenden streng verboten ist, in denen nichts weniger steht, als das Ziel, der Auftrag und die Mittel und Methoden zur Erreichung der Weltherrschaft - und der sich erlaubt, diese Worte ernst zu nehmen und nicht als historische Folklore.
Wenn man dann noch meint, daß eben jene, die diese Bücher "legal" lesen dürfen, ja, damit aufgewachsen sind, konzentriert an Orten des leviathanischen Wirkens zu sehen und daraus Schlüsse zieht, ja dann ist er eben ein echter Verschwörungstheoretiker.

Und daß auch einige "andere" sich beim Leviathan tummeln, das kann so ein Verschwörungstheoretiker einfach nicht als schlagenden Beweis, daß es eine SOLCHE Weltverschwörung nicht geben könne, nicht so einfach erkennen. (Wegen den blöden Spruch von der Regel und der Ausnahme.) Aber ich arbeite an mir, endlich einzusehen, was Juristen so leicht fällt, zu schlufolgern ...

Sabine F. hat gesagt…

Im Klartext: Es geht hier um die „Protokolle der Weisen vom Zion“, ein ganz ekelhaftes antisemitisches Machwerk aus dem 19. Jahrhundert, Vorläufer von Streicher, Goebbels & Co. Als vermeintlich „Heiliges Buch“ der Juden bis heute eine Obsession der Rechten, wie man hier wieder einmal sieht.

Sandokan hat gesagt…

@Sabine F.

Das ist Ihre Interpration, wenn nicht Projektion.
Aber bereits in Thora und Talmud ("heiligen Texten") finden sich genug Stellen die zeigen, dass das Judentum - dogmatisch bzw streng der Lehre nach praktiziert (!) - um nichts besser ist als etwa die Orthopraxie des Islam.
Abgesehen davon, dass das Alte Testament eben auch eine Ansammlung von Massenmord ist.

Darunter hatten und haben auch Juden selbst zu leiden.
Nicht anders als bei Muslimen und Islam.

Es gibt eine ganze Reihe respektabler und sympathischer Juden wie Muslime.
Aber eben auch das Gegenteil in zu großere Zahl um es zu ignorieren.

Personen wie Emmanuel Caraso (der den Armeniergenozid miteingefädelt hat) über zahlreiche kommunistische Mörder in der Sowjetunion bis zu Barbara Lerner Spectre.

K. hat gesagt…

Sabine F. hat gesagt:
>> Im Klartext: Es geht hier um die „Protokolle der Weisen vom Zion“, ein ganz ekelhaftes antisemitisches Machwerk aus dem 19. Jahrhundert, Vorläufer von Streicher, Goebbels & Co. Als vermeintlich „Heiliges Buch“ der Juden bis heute eine Obsession der Rechten, wie man hier wieder einmal sieht. <<

Normalerweise hätte ich gesagt "Herje, was biste aber doof!" Sage ich aber nicht, denn jetzt bin ich nett zu DoofInnen.
Fast jedes Wort, welches du schreibst ist falsch. Die "Protokolle" habe ich im Gegensatz zu dir, liebes Sabinchen, auch gelesen und zudem einiges an Literatur über diese. Aber über die "Protokolle" zu kreischen, ist in geistig minderbemittelten Kreisen ein beliebtes Glaubensbekenntnis.
Doch umsonst gezeetert, denn, wie man mit einem IQ oberhalb Zimmertemperatur eigentlich erkennen kann, habe ich diese garnicht gemeint.

Dennoch: nicht verzagen! Liefere uns weitere Proben deiner Intelligenz!

Anonym hat gesagt…

Das Alte Testament „eine Ansammlung von Massenmorden“. Sollten Sie katholisch sein (was man bei so einer Aussage kaum voraussetzen kann, zugleich ist bei den Rechten oft eine eigenartige nostalgische Nähe zur Kirche feststellbar), würden Sie für diese häretische und judenfeindliche Aussage exkommuniziert. Zu Recht.

Sandokan hat gesagt…

@Anonym

Also erstens bin ich nicht katholisch (nicht mehr) und zweitens gründet sich das Christentum auf das Neue Testament.
Auch wenn einige Evangelikale und andere das mitunter nicht ganz verstanden haben.

Le Penseur hat gesagt…

Cher (chère?) Anonym (11 Mai, 2023 22:46),

wieso sollte man da als Kathole exkommuniziert werden? Es ist eine Tatsachenfeststellung, nicht mehr und nicht weniger, und berührt keinerlei Glaubensfrage.

Lesen Sie bspw. das Buch Josua, und Ihnen wird Ihre sprichwörtliche "rosa Brille" ziemlich brutal von der Nase geschlagen! Und auch das, was sich im Pentateuch so alles abspielt, ist nicht von schlechten Eltern! Dafür gehen sich heute ganz locker zwei Dutzend Schuldsprüche wegen Völkermord in Den Haag aus!

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Lieber Kollege Sandokan,

darf ich Sie ein wenig korrigieren: nach dem KKK (und div. Vorgängerpublikationen aller Arten, Konzilsdekreten, päpstl. Enzykliken etc.) gründet sich das Christentum keineswegs auf das Neue Testament, sondern auf alle beide und v.a. "auf die Tradition", d.h. die dogmatischen Lehren der Kirche (d.h. ord. & ao. Lehramt). Das kann man nun glauben oder nicht (ich zB glaube es nicht) — aber nach Lehre der RKK ist es eben so.

Das nur so als kleine Randnotiz eines Ex-Mitglieds besagter RKK — und nach wie vor durchaus überzeugten "Kultur-Katholiken" ...

Anonym hat gesagt…

Das Christentum wurde zum geringeren Teil aus dem Jodlertum, zum weitaus größeren aus mediterranen und nahöstlichen Mysterienkulten zusammengemanscht.
Der flotte Fummel der Popen der Alleinseligmachenden kõnnte auf die Etrusker zurückgehen.