Donnerstag, 11. Oktober 2018

Ludwig von Mises

von Bastiat


Wie mich der Bloginhaber freundlicherweise erinnert hat, jährte sich gestern, am 10. Oktober,  der 45. Todestag von Ludwig von Mises. Es handelt sich dabei um einen sehr wichtigen, vielleicht den wichtigsten und fundiertesten Vertreter der Österreichischen Schule für Nationalökonomie.

Mises war ursprünglich, während seiner frühen Studienzeit um 1900, eher linksliberal und trat für staatliche Interventionen in die Wirtschaft ein. Das änderte sich jedoch, als er begann, diese Interventionen und deren Folgen wissenschaftlich zu unter-suchen. Bevor er noch mit der Österreichischen Schule in Kontakt kam, stellte er die Nebenwirkungen solcher staatlichen Eingriffe und die oft damit verbundenen Nachteile, gerade für diejenigen, die eigentlich als Nutznießer gedacht waren, fest. Ein typisches Beispiel dafür sind Mindestlöhne. Geplant in positiver Absicht, um Armen ein höheres Einkommen zu ermöglichen, führen sie stattdessen dazu, dass selbige ihre Jobs verlieren, weil die durch ihre Tätigkeit erzielte Wertschöpfung eben nicht hoch genug ist.

1903 kam Mises dann in Kontakt mit der Österreichischen Schule für Nationalökonomie, konkret mit den Schriften Carl Mengers, des Gründers dieser Schule. Außerdem studierte er bei Eugen Böhm von Bawerk (Finanzminister 1895 – 1904, seiner-zeit abgebildet auf der 100-Schilling Banknote).

Die nächsten Jahre waren intellektuell extrem produktiv. Mises verfasste Werke wie „Theorie des Geldes und der Umlaufmittel“, „Die Gemeinwirtschaft“, „Liberalismus“ sowie „Kritik des Inter-ventionismus“. Hervorzuheben ist auch, dass Mises im Jahr 1927 das „Österreichische Institut für Konjunkturforschung“ gründete, mit Friedrich von Hayek als Leiter; dieses firmiert heute unter „Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung“ (WIFO). Intellektuell ist es natürlich nur mehr ein müder Abklatsch von damals.

Ludwig von Mises hatte einen extrem scharfen Verstand und gleichzeitig einen unbeugsamen, unbestechlichen Charakter. Niemals ist er von Grundsätzen, die er auf Grund seines Intellekts und als Ergebnis seiner Forschungen als wahr ansah, abgerückt; selbst wenn ihm diese Haltung erhebliche persönliche und finanzielle Nachteile eintrug. Welch ein Unterschied zu den intellektuellen Huren, die sich heute in der staatsfinanzierten und –beauftragten Ökonomie tummeln!

Eine universitäre Laufbahn, mit Ausnahme einer Position als außerordentlicher Professor, blieb Mises versagt. Deshalb wich er kurzerhand aus und bildete in seinem jeden zweiten Freitag Abend statt-findenden, sogenannten „Privatseminar“, eine ganze Generation von Ökonomen aus; darunter Friedrich von Hayek, Gottfried von Habeler, Oscar Morgenstern und Fritz Machlup.

Mises war ein strikter Gegner, ja intellektueller Todfeind sämtlicher totalitärer Regime. Und er stand auf der Feindesliste dieser Regimes: noch vor dem „Anschluss“, am 13.März 1938 – die deutsche Wehrmacht hatte gerade Wien erreicht – brach die Gestapo in seine Wohnung ein und beschlagnahmte seine komplette Bibliothek. Mises befand sich damals zum Glück in der Schweiz und entging so der Verhaftung und – höchstwahrscheinlich  - der Ermordung durch die Nazis.

Mises emigrierte 1940 in die USA. Die Zeiten waren für ihn auch dort keineswegs rosig. Im Klima des „New Deal“ des Sozialfaschisten F.D.Roosevelt war das Interesse an einem europäisch-jüdischen laissez-faire Liberalen (heute würde man sagen: Libertären) sehr überschaubar. Die Sicherung seines Lebensunterhalts war für Mises Zeit seines Lebens ein Problem. Nie jedoch hat dies, wie oben bereits erwähnt, zu Kompromissen in seiner unbeugsamen Haltung geführt.

1949 veröffentlichte Mises sein bedeutendstes und umfassendstes Werk, „Human Action“. Danach ist es ihm, trotz aller Widrigkeiten, gelungen, eine Gruppe von Gleichgesinnten um sich zu scharen und auszubilden, die - bzw. bereits deren Schüler - in der Tradition der „Austrian School of Economics“ lehren. Man kann mit Fug und Recht sagen, dass Mises durch seine Emigration und seine Lehrtätigkeit in den USA die Österreichische Schule am Leben erhalten und ihre Wiederverbreitung in Europa ermöglicht hat.

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