Sonntag, 18. April 2021

Netzfund

(Kommentar, zitiert nach Kommentar von F. Jungeleit, zu einem — ebenfalls höchst lesenswerten — Artikel bei PPQ)


Die Altparteienlandschaft verkörpern Feudalclans, nichts anderes. Neue Bezeichnungen für ein altes System - das ist der einzige gesellschaftliche Forstschritt. Der Neofeudalismus machte aus „Der Staat bin ich“ („l’état c’est moi“ von Ludwig XIV.) einfach „Der Staat sind wir“; Altparteien plus Milieu (früher Hofstaat genannt). Dort findet man alles, leidenschaftlich am „Wir-Staat“ partizipierende Medien (früher Herolde genannt), wohlwollende Experten (früher Autoritäten genannt), ergebene Künstler (früher Spottbarden und Hofnarren) usw. Das Milieu zelebriert als Ganzes den autoritären Charakter in der Definition von Erich Fromm: Eine sado-masochistische Einstellung zur Autorität, man bewundert die Autorität und strebt danach, sich ihr zu unterwerfen; gleichzeitig aber will man selbst Autorität sein und andere sich gefügig machen. Man kennt es auch unter „nach oben buckeln, nach unten treten“.

Wenn dann die Königin mal bei einem Landesfürst vorbeischaut, sieht das so aus:
https://www.br.de/nachrichten/bayern/merkels-besuch-am-chiemsee-kostete-rund-120-000-euro,SA64ywd

Wohl gemerkt, das ist nur eine Kabinettssitzung! https://www.noz.de/media/2020/07/14/bayerisches-kabinett-tagt-gemeinsam-mit-bundeskanz_202007141300_full.jpeg

Weiteres Beispiel, früher wählten sie einen unter sich aus - die sieben Kurfürsten wählen Heinrich von Luxemburg zum König: 
https://de.wikipedia.org/wiki/Kaiser_Heinrichs_Romfahrt#/media/Datei:Balduineum_Wahl_Heinrich_VII.jpg

Heute wählen sie einen unter sich aus - dem Volk wird der Neue präsentiert (man beachte die Anzahl der Personen auf beiden Bildern).
https://www.tagesspiegel.de/mediacenter/fotostrecken/politik/gauck_so_dpa/6229618-all.html

Aktuell stellen die Feudalclans die Wahlzettel zusammen, wen das Volk von ihnen wo wählen darf (seit Einführung der Zweitstimme 1953 geht für Parteilose bei Landes- u. Bundestagswahlen nichts mehr). Da „Es besteht also keine Residenzpflicht für Bewerber.“ (einfach klasse - Residenzpflicht) ...
https://www1.wdr.de/nachrichten/bundestagswahl/kandidaten-mlpd-laender-100.html

… wird geschaut, welch Verdienter denn wo kandidieren soll. Bspw. die Grünen wollten den Berliner Tareq Alaows in Oberhausen aufstellen. Der zog wegen angeblichen Anfeindungen zurück, der Wahlleiter sagte dazu, weil er keine deutsche Staatsbürgerschaft besitzt. Laschet will trotz der brisanten Vorwürfe seine politische Ziehtochter im Bundestag haben, die wurde in Köln-Mülheim  installiert. War der Kreisverband erst dagegen, weil „nicht verwurzelt“, wurde sie doch aufgestellt - „Serap Güler versucht zur Zeit mit Jobangeboten die Stimmen zu kaufen.“ 
https://www.tichyseinblick.de/daili-es-sentials/naechste-cdu-affaere-nun-steht-laschet-vertraute-in-der-kritik/

Dafür müssen Jobs geschaffen werden: „Während Merkels Amtszeit Personal in Ministerien erheblich aufgestockt“
https://www.deutschlandfunk.de/nzz-recherche-waehrend-merkels-amtszeit-personal-in.1939.de.html?drn:news_id=1247975

BUNDESREGIERUNG Die wundersame Job-Vermehrung der Ministerien
https://www.wiwo.de/politik/deutschland/bundesregierung-die-wundersame-job-vermehrung-der-ministerien/19752724.html

Wuchernder Staat: Deutschlands Regierungsapparat wird grösser und grösser
https://www.nzz.ch/international/beamte-ministerien-behoerden-deutschland-ld.1611083

Um beim französischen Absolutismus zu bleiben, Marquise de Pompadour sagte, als sie während eines Festes mit der Nachricht von der Niederlage bei Roßbach gestört wurde: Après nous le déluge! (Nach uns die Sintflut!). Dieser Spruch wurde später zum Credo deutscher Machthaber.
 
 

Kommentare:

Kreuzweis hat gesagt…

... und Danisch: www.danisch.de/blog/2021/04/12/merkels-schmutzig-korrupter-hofschranzensumpf ...

Alexandra hat gesagt…

werter Le Penseur,

Die Philosophen Norbert Bolz (Berlin) und Matthias Burchardt (Köln) sowie der Journalist Wolfgang Koydl (Weltwoche, Zürich) diskutieren mit Burkhard Müller-Ullrich über instrumentalisiertes Totengedenken, über weitere Mechanismen der Massenhysterie und über die unfassbare Gefügigkeit der Menschen in ihrem Gefangenendasein.

wunderbare Diskussionsrunde - EMPFEHLENSWERT!!!!!!!!!

https://www.achgut.com/artikel/indubio_folge_118_symbolpolitische_leichenschaendung

mlg Alexandra

Anonym hat gesagt…

Après nous le déluge!

Das wird sich noch ins Gedächtnis der Dummdeutschen einbrennen! Indes hat der Wettbewerb zwischen Türkenarmin Lusche und dem bösartigen Södolf darum, wer Schland endgültig gegen die Wand brettern darf, keinen Unterhaltungswert mehr, sondern ist als flammendes Menetekel aufzufassen. Und haben wir in USA nun einen senilen Platzhalter für eine BLM-Linksradikale, balgen sich hier zwei irre Rumpelstilzchen um den Posten des Henkersknechtes für eine fanatische Ideologin, die die Lachende in dieser Menage à droit sein wird. Nebenbei wird es das Ende von CDU/CSU ganz à la Demokrazia cristiana sein, die Trauer darüber hält sich bei mir aber in Grenzen. Ich schrieb an anderer Stelle, daß das Schicksal für Schland in den letzten 150 Jahren immer die schlimmstmögliche Wendung genommen hat. Dabei bleibt es, ein Blick ins grüne Parteiprogramm reicht. Und sei es im Interesse der männlichen Kinder und Enkel, die nach der grünen Machtergreifung sich mit einer Zukunft als ausgemendelte weiße "Suprematisten" begnügen werden müssen. Uns Wachen sollte es nun zwingend obliegen, die Vorbereitungen für den Exodus zu treffen.