Dienstag, 31. Dezember 2013

Es ist bereits eine Tradition bei LePenseur

... den 31. Dezember zu einem maliziösen kleinen Jahresrückblick zu nutzen. Wie in den Jahren 2008, 2009, 2010, 2011 und 2012 gibt es daher ein paar Bemerkungen, was sich aus LePenseur's Sicht aus dem soeben ablaufenden Jahr ins Gedächtnis geprägt hat.

Im
Jänner
(ja, doch! Und wenn die Piefkes zerspringen, weil sie »Januar« lesen wollen — ätsch!)

schrien FrauInnen auf, weil ein ältlicher Politiker eine ihr fülliges Dekolleté spazierenführende Journaillistin informiert hatte, daß diese und dieses recht gut in ein Dirndl passen täte. Bis heute lebt die Legende vom #aufschrei, obwohl bekannt ist, daß dieser bloß von einer Medienberaterin geschickt inszeniert wurde. Der Politiker blieb unbeeindruckt und weigerte sich, zu Kreuze zu kriechen — und hätte die jämmerliche Performance seiner Partei (an der er freilich nicht ganz unschuldig war) nicht dazu geführt, daß die FDP aus dem Bundestag flog, wäre das Ganze noch mehr eine Gähnnummer für berufsentrüstete Feminazis. Aber so möchte man wenigstens ein bisserl den Eindruck vermitteln, daß Angst vor Feminazis angebracht ist. Aber, was wiederhole ich mich ... das alles gibt es ohnehin schon hier zu lesen. Im

Februar

 entschloß sich Papst Benedikt XVI zum Rücktritt — und damit zu einem Schritt, den es seit siebenhundert Jahren nicht mehr gegeben hatte. LePenseur schwante schon damals, daß selbst Päpste Gottes Vorsehung nicht auf diese Weise herausfordern sollten — es komme bekanntlich nix Besseres nach (wie der Wiener Volksmund sagt). Der besagte Volkmund wurde schon im

März

bestätigt. Die Katholiken tauschten einen demütigen Weisen gegen einen sich demutsvoll inszenierenden Agitator. Aber er kommt in den Medien gut rüber (zumindest bis jetzt). Nur kommen halt auch Backaroma oder Oprah Winfrey in den Medien gut rüber, was also nicht unbedingt dafür spricht, daß inszenierte Medienhypes für Päpste ein geeignetes Auswahlkriterium wären. Im März konnten wir unser Herz außerdem noch an Frank Lemmermann, dem SPD-Bürgermeister von Weyhe, wärmen, der einen von einer Türken-Gang bestialisch zu Tode getrampelten Jungbürger seines Ortes gern zum Anlaß nahm, eine Sondersitzung des »Präventivrates und des Runden Tisches gegen Rechts für Integration« anzusetzen. Seitdem warten wir gespannt, ob der Präventivrat nachhaltig verhindern kann, daß vielleicht auch dieser Bürgermeister von einer Türken-Gang den Kopf zertrampelt bekommt. Andererseits — wie sollte das überhaupt funktionieren, wenn einer ganz Arschloch ist? Fragen über Fragen tun sich auf, die auch der

April

nicht lösen konnte. Nämlich bspw. die der Natascha Kampusch und ihrer Entführungs- & Isolierhaftlegende. Nun wurde endgültig entschieden, die Causa fallen zu lassen. So ein unschön selbstermordeter Polizeioberst stört zwar noch ein bisserl die Harmonie des Bildes — aber, mein Gott!, nicht jedes Verbrechen wird aufgeklärt, und die wirklichen Verbrechen bleiben ohnehin unentdeckt. »Only the small secrets need to be protected. The big ones are kept secret by public incredulity«, wußte schon Marshall McLuhan (thx for the quote, brother!) ... ... aber: alles nichts als Verschwörungstheorien, wissen wir doch! Wie in Boston. Im

Mai

bewunderte die Welt die kühne Entschlossenheit, mit der Angelina Jolie gegen einen Krebs, den sie nicht hatte, mit einem entschlossenen »Huppen ab, Sillies rein!« zu Felde zog. Ein Vorbild unserer Zeit! Und als Zeichen unserer Zeit wurde dafür in etwas, na, sagen wir: naturwüchsigerer Operationstechnik in London ein Soldat von kulturbereichernden Zuwanderern mit Macheten und Messern zerstückelt. Aber, keine Bange, es geht auch anders, bisweilen! Im

Juni

entschloß sich nämlich ein Wiener Taxifahrer, den ein Fahrgast mit Asylanten-Status berauben wollte, diesen lieber mit einem Pistolenschuß außer Gefecht zu setzen, bevor ihn der unsere Willkommenskultur bereichernde Asylant erwürgen konnte. Die echte Sensation danach: ein Strafverfahren wegen fahrlässiger Tötung bzw. vorsätzlicher schwerer Körperverletzung mit Todesfolge wurde eingestellt. Und im Juni ging's dann gleich spannend weiter mit einem NSA-Mitarbeiter, dem die ständige Bespitzelung von Milliarden unschuldiger Menschen unter dem Vorwand, damit den »Terror« bekämpfen zu wollen, derartig auf den Senkel ging, daß er sich via Hongkong nach Rußland absetzte. Im

Juli

besuchte Papst Franz im Rahmen seiner PR-Aktion die Insel Lampedusa und forderte (sic!) »brüderliche Solidarität mit den Flüchtlingen, die aus Afrika und Asien über das Mittelmeer nach Europa kommen« — naja, wenn er glaubt, daß er was zu fordern hat ... ... Im

August

versuchte sich die Regierung der USA krampfhaft davon zu überzeugen, daß der pöhse Assad im Kampf gegen gute Islamisten, die ihn stürzen wollen, diese vor den Augen von UN-Beobachtern mit Giftgas umgebracht hat. Irgendwie ist diese Überzeugungsarbeit aber ziemlich gescheitert, v.a. nachdem herauskam, daß das angebliche Beweisvideo leider schon vor der Tatzeit in Youtube hineingestellt worden war. Tja — shit happens ... und der happened im August auch den Grünen, die sich auf einmal von ihrer Kinderficker-Vergangenheit eingeholt sahen. Aber dank der Komplizenschaft der Systempresse war das Thema bald wieder aus der Berichterstattung. Im

September

mußte die Backaroma-Administration (und insbesondere Außenminister Kerry) zähneknirschend zur Kenntnis nehmen, daß sie ein mit allen diplomatischen Wassern gewaschener Berufsdiplomat wie Lawrow immer noch jederzeit über den Tisch ziehen kann. Schade! Hatten sich doch schon so auf einen richtigen Krieg in Syrien gefreut, die Herrschaften, und dann werden sie in Genf einfach ausgebremst. Nigel Farrage fand zu der Sache im EU-»Parlament« wie immer treffende (und höchst amüsant zu hörende) Worte. Ansonsten war dieser Monat v.a. durch die Wahl in Deutschland geprägt, und für uns Ösis durch die darauf folgende Wahl in Österreich. In beiden Fällen wählten die Wähler (die überhaupt noch wählten) auf zwar höchst unterschiedliche Weise, aber völlig treffsicher, die kommende Stagnation der Politik. In Deutschland regiert Mutti weiter — diesmal halt in der ungeliebten großen Koalition, in Österreich klammerten sich die beiden »Groß«-Parteien SPÖ und ÖVP schon am Wahlabend panikartig aneinander. Im

Oktober

stellte die Backaroma-Administration fest, daß sie eigentlich ca. 800.000 Bundesbeamte nicht so wirklich brauche. Das hätte ihr LePenseur schon früher sagen können, und hatte außerdem keinerlei nachhaltige Auswirkungen für die Zukunft (es werden schon wieder Schulden gemacht, als gäb's kein morgen!). Aber die Schmierenkomödie um die Schuldenobergrenze war halt medial so ein Knüller ... Im

November

führt ein »Schub von medialem Rinderwahnsinn« (© Michael Fleischhacker) zu einer geifernden Sensations»berichterstattung« (man sollte besser Medienhetze dazu sagen) querfeld über die gesamten Systemmedien in Sachen »Nazi-Raubkunst« — und enthüllt die geradezu abgrundtiefe Schäbigkeit dieses realexistierenden Merkel-Deutschland und insbesondere seines alpin-pittoresken »Freistaates Bayern«. Und auf dem »LePenseur«-Blog wurde die erste Viertelmillion an Einzelzugriffen geknackt (soviel Eitelkeit muß einfach sein). Und da sind wir eigentlich schon im

Dezember

gelandet. Über einen — leider den falschen — verstorbenen Friedensnobelpreisträger wurde berichtet und gehyped, Papst Franz streute unverdaute Gemeinplätze marxistischer Vulgärökonomie in lateinische Phrasen und nannte das Produkt »Evangelii Gaudium« — ach was! Lassen wir's genug sein! Zum Drüberstreuen gibt es jetzt noch Terroranschläge in Wolgograd, Krawallmösen, die sich nach ihrer Begnadigung wichtig machen wollen, eine ebensolche Krawallmöse, die das im Kölner Dom versuchte. Tragisches, Bedenkliches und Lächerliches aller Sorten. Wie jedes Jahr. Und das ist ebenso bestürzend wie tröstlich ...

In diesem Sinne: in weniger als sechs Stunden haben wir 2013 überstanden. Wie wir 2014 überstehen werden /sollen / können? — keine Ahnung! Einfach weitermachen — welche Alternative hätten wir denn ...


Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Sang'S warum schreibm'S nöt "Feber", statt piefkesisch "Februar" oder sagt ma döse bei Eana nöt ??

:-) :-)

Le Penseur hat gesagt…

@Anonym:

Weu »Feber« ham bei uns eig'ntli nur de Nazis g'sogt — oda glei »Hornung« oda so an Schaaß ...

:-D

Anonym hat gesagt…

Aha, klingt aber für "Nicht-Austrialier" nicht ganz machvollziehbar, denn:

"Jänner" versus "Januar" = "Antipiefkesche Sprachautonomie"

"Feber" versus "Februar" =
"Nazi"

Anonym hat gesagt…

Es heißt nun mal "Hornung" - siehe Walther von der Vogelweide (Ich han min Lehen...) -
Was diesen Taxifahrer betrifft: Tu felix Austria!
-- Alles Gute zum Neuen Jahr --

Le Penseur hat gesagt…

eine Bitte an die div Anonym-Poster:

Bitte legen Sie sich doch einen Nickname zu!

@Anonym "1. Januar 2014 19:09"

Sprache ist nicht "logisch". "Jänner" ist in Österreich schlicht und einfach allgemein verbreitet, "Feber" hingegen nicht. Letzteres wurde wirklich v.a. von "Deutschbewegten" verwendet und ist heute (zumindest in Ostösterreich) im Gebrauch faktisch ausgestorben. Nicht so sehr ausgestorben wie "Hornung", aber, sagen wir mal, wie die Redewendung "Es kommt mir zupaß ..." ...