Freitag, 14. Januar 2022

Es ist irgendwie süß

 
... wenn ein alter ÖVPler wie Unterberger sich um die SPÖ-Vorsitzende sorgt. Was er dabei so an kleinen Seitenhieben anbringt (»... kaum hat sich die zweite große Oppositionspartei durch die üble Gossensprache ihres Chefs selbst tief ins Abseits manövriert« — er meint damit scheints Herbert Kickl, von dem freilich manch pointierte Formulierung, aber noch nie Gossensprache zu hören war) — ach, geschenkt! Alles bloß Camouflage, um seinen Lieblings-Ziehsohn, alias Kurz Kanzler, aus der Schuß-linie zu halten. Der Unterberger-Artikel wäre nicht der Erwähnung wert, gäbe es da nicht eine treffliche Replik, die deshalb hier zitiert wird als


Gastkommentar
von Konrad Hoelderlynck


Nun, ich vermute, die Götter brechen eher über diese Ausführungen der Sebastian-Kurz-Andachts-gesellschaft in Gelächter aus, sollten sie diese überhaupt wahrnehmen. Niemand hätte das schmächtige Bürscherl "mit völlig beweisfreien Vorwürfen" aus dem Amt kippen können, hätte er sich nicht in einem wohltemperierten Sumpf aus korrupter Freunderlwirtschaft, Saunarunden, Penisfreunden und anderen Emporkömmlingen gesuhlt, anstatt seriös und nachhaltig eine Regierung zum Wohle der Staatsbürger zu führen. So gesehen ist Karl Nehammer als Nachfolger keineswegs von "gewaltiger Belastung" gezeichnet, und mag er noch so lang als mehrfach Geimpfter am Küchentisch überm Kamillentee-Häferl vor sich hin brüten müssen. Denn zum einen geht er niemandem ab, und zum anderen ist die Vorlage durch seinen Amtsvorgänger eher eine schwächliche gewesen. Sebastian Kurz war eine weib... pardon jugendlichere Ausgabe des Herrn Kern in einer Zeit, da man noch (teils zu Recht) meinte, synthetische Figuren würden beim Wahlvolk gut ankommen.

Wer die sachlichen und auf fundierter Recherche gegründeten zahlreichen Reden des anderen Opposi-tionsführers immer noch konsequent als "üble Gossensprache" bezeichnet, hat einiges nicht ver-standen. Darauf weiter einzugehen, erübrigt sich, denn das richtet sich von selbst. Ich schätze, die Wähler werden sich ihr eigenes Urteil bilden. Als Wähler, der unter KEINER der hierzulande ange-botenen Parteien irgendeine Präferenz hat, ist es für mich dennoch sehr amüsant zuzusehen, wie an manchen Leuten etwas gar köstlich nagt: dass man am asketischen Herbert Kickl bis dato nichts gefunden hat, was ihn hätte zu Fall bringen können. Das dürfte übrigens ein Phänomen sein, dass auch für Frau Rendi-Wagner gilt, die diesem Zustand zumindest nahe kommt.

Frau Rendi-Wagner muss nichts anderes tun, als sich gemütlich zurücklehnen und zusehen, wie sich die beiden Regierungsparteien selbst demontieren. Wer ihr rät, dem adipösen Wiener Proleten, der einst euphorisch über die "beispielhafte" SED dissertierte, eher zu vertrauen, als dem als "Provinz-rüpel" Verunglimpften, kann es in der Tat nicht gut mit ihr meinen. Ich persönlich gebe jedenfalls dem "Provinzrüpel" und auch den burgenländischen Stammtischbrüdern (auch ohne Schwestern) den Vorzug. Wissen Sie warum? – Weil diese allesamt vermutlich mehr Ehrgefühl und Aufrichtigkeit im Leib tragen, als die ganze Bundesregierung samt dem schlagflüssigen Mondgesicht aus Wien je haben werden. Der SPÖ würde es gut tun, gelänge es dem Burgenländer, den verkommenen Wiener Sumpf auszutrocknen und daraus fruchtbares Ackerland zu machen. Die Zeit der miteinander packelnden Gewerkschaftlhuber und der Kammerjunker als erfolgreiches Nachkriegskonzept ist endgültig vorbei.

Der SPÖ-Chefin vorzuwerfen, dass sie attraktiv ist und nicht auszuhalten, wenn sie "etwas sagen will", ist, mit Verlaub, unterste Schublade. Den Vergleich mit Damen wie Edtstadler, Gewessler, Schramböck, Baerbock et al. oder gar der unseligen grünen Clubchefin (der Name ist mir grad entfallen), hält Rendi-Wagner locker aus, ist sie ihnen allen doch an Format weit überlegen. Ja, ich glaube auch, dass sie nicht geeignet ist, Bundeskanzlerin zu werden. Aber: die Partei in dieser Phase des ruhigen Abwartens zu führen, das funktioniert. Mir ist schon klar, dass manche in der ÖVP gern jetzt schon einen handfesten Führungsstreit in der SPÖ hätte, um vom eigenen Desaster abzulenken und den Kontrahenten zer-spragelt in eine Neuwahl rutschen zu lassen. Denen sei ins Büchel geschrieben: Es wird nicht funk-tionieren. Die SPÖ hat die entsprechenden Winkelzüge gegen politische Kontrahenten einfach besser drauf, egal wie gerade Gewerkschafter oder Wiener Apparatschiks zu der aktuellen Frage stehen ... Bei den Freimaurern wäre ich mir übrigens nicht so sicher...

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P.S.: In welchem zentralen Feld der Politik oder sonstwo war denn der gesalbte Ex-Kanzler sattelfest, der es bis dato – im Gegensatz zum von ihm geschassten Zahntechniker – noch nicht einmal zu einer Berufsausbildung gebracht hat?
 

4 Kommentare:

Michael hat gesagt…

Na, der gesalbte Ex,Ex-Kanzler zäumt das Pferd vielleicht halt gern von hinten auf - auch ein Weg, um zum Erfolg zu kommen!

MfG Michael!

Anonym hat gesagt…

Gehört zwar nicht hier her, aber ich möchte kurz auf die Suchmaschine "Swisscows" hinweisen - https://swisscows.com

Entwickelt wurde Swisscows von der Hulbee AG, einem Software- und Technologieunternehmen mit Sitz in Egnach (Schweiz), tätig im Bereich der künstlichen Intelligenz.

Im Gegensatz zu Google oder Duckduckgo (nutzt übrigens Bing von Microsoft) findet man dort uneingeschränkt kritische Artikel und Webseiten zu Covid.
Vor allem auch die deutschsprachigen, was bei Duckduckgo oft ein Problem darstellt.
Der Suchalgorithmus von Swisscows erinnert mich daran, wie gut der von Google früher einmal war.
Bevor es wichtiger wurde, Informationen zu vergraben statt zu finden.

Vielleicht wird auch Swisscows irgendwann einmal schlechter, momentan erfüllt sie noch ihren Zweck.

Sandokan

Franz Lechner hat gesagt…

Nachdem Leute wie Hoelderlynck bei AU seit kurzem auf demütigende Weise beschränkt worden sind, werden wir sie hoffentlich auf diesem Blog genießen können. Es scheint überhaupt, dass AU vor lauter Corona-Angst irgendwann noch völlig durchdrehen wird.

Anonym hat gesagt…

Von CE___

@ Franz Lechner

Die ziehen die Zensur überall voll an seit gefühlt Ende des letzten Jahres.

Also seit dem auf der einen Seite verstärkt aufgrund der bestehenden und weiterer neu hochkommender nationaler und internationaler Fakten das Corona-Narrativ und Injektions-Wunderwaffen-Narrativ vollends am Absaufen ist.

Und auf der anderen Seite die Terror-Regime, besonders in Ö und D, überall aber noch ein paar Gänge im Totalitärismus hochschalten (was per se nicht verwunderlich ist da alle politsichen und gesellschaftlichen Brücken hinter sich abgebrannt habend).

Bei ortneronline habe ich im Dezember auch aufgegeben irgendetwas zu schreiben, die Zensurwahrscheinlichkeit ist einfach zu hoch als dass das Verfassen eines regime- bzw. coronanarrativ-kritischen Kommentars dort noch Sinn machen würde.

Und mittlerweile hat sich das ja von selbst erledigt nachdem sich Ortner in die Wagenburg der Regimemedien zurückgezogen hat.

Wahrscheinlich haben "DIE" (Regimemedien wie DiePresse, Wr. Zeitung) einem auch keine andere Wahl mehr gelassen.

Unterberger ist hier nur die andere Seite der gleichen Münze.