Freitag, 6. Dezember 2019

Ich hab da mal ne Frage...

von Fragolin

Es geht um ein Zitat, dass mir schon ein paar Mal untergekommen ist und das ich für wirklich interessant halte, wenn die Quelle stimmt. Denn im Gegensatz zum „Rassismus“-Gekreisch der Weltbürger, die außer dem schwarzen Kellner in ihrem Lieblings-Multikulti-Restaurant und einer Gruppe am Bahnhof lungernder Migranten in ihrem Leben noch keinem echten Afrikaner begegnet sind, soll der Autor des folgenden Zitates niemand Geringerer sein als Albert Schweitzer, der sein halbes Leben in Afrika verbrachte und das als alles andere als ein Kolonialist:

Ich habe mein Leben gegeben, um zu versuchen, die Leiden von Afrika zu lindern. Es gibt etwas, das alle weißen Männer, die hier gelebt haben, wie ich, lernen und wissen müssen: dass diese Personen eine Sub-Rasse sind.
Sie haben weder die intellektuellen, geistigen oder psychischen Fähigkeiten, um sie mit weißen Männern in einer beliebigen Funktion unserer Zivilisation gleichzusetzen oder zu teilen. Ich habe mein Leben gegeben, um zu versuchen, ihnen die Vorteile zu bringen, die unsere Zivilisation bieten muss, aber mir ist sehr wohl bewusst geworden, dass wir diesen Status behalten: die Überlegenen und sie die Unterlegenen.
Denn wann immer ein weißer Mann sucht unter ihnen als gleicher zu leben, werden sie ihn entweder zerstören oder ihn verschlingen. Und sie werden seine ganze Arbeit zerstören.
Erinnert alle weißen Männer von überall auf der Welt, die nach Afrika kommen, daran, dass man immer diesen Status behalten muss: Du der Meister und sie die Unterlegenen, wie die Kinder, denen man hilft oder die man lehrt. Nie sich mit ihnen auf Augenhöhe verbrüdern. Nie Sie als sozial Gleichgestellte akzeptieren, oder sie werden Dich fressen. Sie werden Dich zerstören.“


Ich habe dieses Zitat zwar an einigen Stellen gefunden, aber nirgends einen Nachweis, wo es herkommt, bis auf einen schwammigen Hinweis auf ein „verschwundenes Vorwort“. Aber ein Hinweis ist eben kein Nachweis. Weiß da jemand mehr darüber?
Würde mich mal interessieren, ob selbst ein Albert Schweitzer bei den Gutmenschen-Bobos heute ein ekelerregender Rassist wäre, nur weil ihnen die Quintessenz seiner Lebenserfahrung nicht in ihre rosarote Filterblase passt.

Kommentare:

Michael hat gesagt…

Geschätzter Fragolin!

Helfen kann ich Ihnen da auch nicht, aber es geht auch einfacher, indem man mal nach dem Länder-IQ googelt!

MfG Michael!

Ursula hat gesagt…

Das wird sich, wie so viele im Netz kursierende angebliche oder tatsächliche "Zitate", wohl nie verifizieren oder falsifizieren lassen. Und so wird es als "Albert-Schweitzer-Zitat" durchs Netz mäandern, bis es jeder glaubt. So wie Luthers "Hier stehe ich, ich kann nicht anders" oder Goethes "Mehr Licht", was auch beides barer Unsinn ist.

Wenn man Schweitzers umfangreiches Schrifttum einigermaßen kennt, ercheint es eher schwer vorstellbar, dass diese Zitat von ihm kommt. Selbst wenn er sachlich von der Überlegenheit der weißen über die dunkle Rasse überzeugt gewesen sein sollte - diese ziemlich brutale Diktion war nie die von Schweitzer.

Anonym hat gesagt…

Oh, Ihr Blitzmerker! Das Zitat ist authentisch, wurde jedoch in den letzten > zwanzig Jahren so nach und nach aus dem Internet herausgbügelt. Gurgeln: Dikigoros.
Das Internet vergißt nichts? Quatsch mit Soße!!! Was vergessen werden soll, wird es auch.

Anonym hat gesagt…

Setzen Sie sich mit "Dikigoros" in Verbindung. Oder halten Sie die Goschen.

der-5-minuten-blog hat gesagt…

From my african notebook

Hallo Fragolin,

wahrscheinlich nein. Das Zitat stammt wohl nicht von Schweitzer. Er hat allerdings das titelgebende Buch geschrieben. Laut der Seite (https://www.presseportal.de/pm/133833/4373632) tauchen darin keine Schlüsselwörter aus dem Zitat auf. Das haben die so formuliert, dass ich stark davon ausgehe, sie haben das Teil nicht gelesen, sondern nur in der PDF-Datei nach Schlüsselwörter gesucht.

Auf der Seite (http://home.pcisys.net/~jnf/schauth/rq23.html) gibt es eine kurze Zusammenfassung von Schweitzers Notebook. Ein Satz darin lautet: his stories of the local natives are both compassionate and rather condescending. Google übersetzt das so: Aus moderner Sicht sind seine Geschichten über die Einheimischen sowohl mitfühlend als auch herablassend.

Und hier kann man die Nummer für 41 Euro anscheinend gebraucht kaufen: https://www.amazon.de/My-African-Notebook-Schweitzer/dp/B0007JL5N0

Kreuzweis hat gesagt…

Warum sind so viele Kommentatoren so faul???

Nach kurzen Googeln fand ich diese Seite:

http://biogra.0catch.com/schweitzer.htm
Hieraus:

1962
Weniger bekannt ist dagegen Schweitzers letztes Werk, "Mein afrikanisches Notizbuch". Dies aus gutem Grunde, denn es enthält eine ernüchterte - und ernüchternde - Bilanz seines Lebens, die heute nicht mehr als "politisch korrekt" gelten kann. Er schreibt darin u.a.: "Ich habe mein Leben hingegeben um die Leiden Afrikas zu mildern. Jene Individuen sind von minderwertiger Rasse. Sie haben weder die intellektuellen noch die geistigen noch die emotionellen Fähigkeiten um den Weißen gleich zu kommen oder mit ihnen auf gleiche Art und Weise an irgendeiner Funktion unserer Zivilisation teilzuhaben. Ich habe mein Leben gegeben um zu versuchen, ihnen die Vorteile näher zu bringen, die ihnen unsere Zivilisation bietet, aber mir ist bewußt geworden, daß wir diesen Status beibehalten müssen: Die Weißen sind die Höherwertigen, und jene die Minderwertigen." Aus der Feder eines Mannes, der Afrika und die Afrikaner gekannt hat wie wohl kein anderer Weißer des 20. Jahrhunderts und dem man den guten Willen schwerlich absprechen kann, haben diese Sätze ein hohes Gewicht und müssen deshalb den "anti-rassistischen" Gutmenschen von heute ein besonders unangenehmer Dorn im Auge sein.**


**Das Buch ist von der offiziell nicht-existenten Zensur der politisch-korrekten Gutmenschen mit seltener Gründlichkeit aus der Geschichte getilgt worden. Es wird von keinem Antiquariat mehr vertrieben, ist in keiner Bibliografie mehr enthalten - auch nicht der des "Albert-Schweitzer-Hauses" in Königsfeld - und wird selbst im "weltweiten Web" mit Ausnahme dieser Seite nirgendwo mehr erwähnt. Hätte Dikigoros nicht ein Exemplar aus dem Nachlaß seines Vaters in seinem Besitz, würde er selber an der Existenz zweifeln.
Dagegen durfte das jüdische Wochenblatt Der LügelSpiegel Schweitzer 1960 als "rassischen Paternalisten" verunglimpfen - die Ausgabe Nr. 52 wurde bis heute noch nicht vollständig vernichtet.

____
Es wäre verdienstvoll, das Buch in einer Leihbibliothek zu besorgen, einzuscannen und bei archive.org abzuladen ...

Anonym hat gesagt…

Interessiert mich auch.
Aber EINE einzige angeblich verbliebene Quelle als Basis und die noch von einem anonymen Poster gesandt, reicht mir nicht, um mich mit dem Inhalt des Zitates in die Öffentlichkeit zu begeben.


Gero

Kreuzweis hat gesagt…

"Die Herrschenden haben sich noch nie davon behindern lassen, daß ihre Untertanen Vorstellungsschwierigkeiten haben." (Irgendwo in den "Ketzterbriefen" der lustigen Marxisten-Reichsten.)

Viel schlimmer als die Lügerei von "interessierter Seite" sind die "Vorstellungsschwierigkeiten" der dummen, dummen Malocher.

Ich kenne eine ähnliche gutmenschenkritische aber markante Stelle aus Mark Twains "Tom Sayer". Diesen ätzenden Seitenhieb auf christliche Gutmenschen wird man in praktisch keiner Übersetzung sonst finden, schon gar nicht einer modernen: verschwunden!
Dank Librivox.org wurde sie mir bekannt:

"Die Beerdigung [des 'Goldstückes' Indianer-Joe] machte einer äußerst wichtigen Sache ein Ende — der Petition an den Gouverneur für des Indianer-Joes Begnadigung. Sie trug eine endlose Menge Namen; mehrere gerührte, redselige Versammlungen hatten getagt, ein Komitee weiser Frauen lag dem Gouverneur mit Murren und Klagen in den Ohren und bestürmte ihn, eine mächtige Eselei zu begehen und seine Pflicht mit Füßen zu treten. Der Indianer galt als Mörder von fünf Bürgern des Dorfes — aber was tat das? Wäre er der Teufel selbst gewesen, es hätte sich doch eine Anzahl Schwächlinge gefunden, die ihre Namen unter ein Begnadigungsgesuch gekritzelt und eine Träne aus ihren beständig übervollen Wasserwerken darauf fallen gelassen hätten."