Samstag, 14. November 2015
Freitag, 13. November 2015
So, und jetzt verabschiedet sich LePenseur ...
... wieder einmal für einige Tage. Der Beruf fordert seinen Tribut in Form einer längeren Dienstreise, in der zum Bloggen einfach keine Zeit bleibt!
Aber in bewährter (von manchen angefeindeter, von manchen beklatschter) Weise, werden hübsche Mädels (und für Kollegin Anni Freiburgbärin von Huflattich auch ein wohlansehliches Mannsbild!) über die Durststrecke hinweghelfen. Apropos »Durststrecke« — Hecheln ist erlaubt, aber nicht mehr! Um mögliche Sabbereien von vorneherein unmöglich zu machen, wird die Kommentarfunktion zwischenzeitig ausgeschaltet. Sorry — auch Blogwarte müssen sich entspannen, und wäre es nur in Arbeitsmeetings. Und so fangen wir gleich mal mit einem Eye-Candy, Fräulein Schwanensee (wenn ich richtig übersetze) an: Candice Swanepoel — und, leider, bei den Meetings nicht dabei. Hélàs ...
Glauben Sie mir, meine Herren: es gibt Schlimmeres, was einem an einem Freitag, dem 13., begegnen kann ...
P.S.: sollte sich trotzdem das eine oder andere Posting dazwischen ausgehen — na, mal sehen ... ... das heißt: ein längeres, ein bisserl provozierendes Posting liegt bereits in der Schublade, und wird sicher erscheinen. Bleiben Sie dran ...
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P.S.: sollte sich trotzdem das eine oder andere Posting dazwischen ausgehen — na, mal sehen ... ... das heißt: ein längeres, ein bisserl provozierendes Posting liegt bereits in der Schublade, und wird sicher erscheinen. Bleiben Sie dran ...
Das müßte Mutti mal einer zu lesen geben!
Denkst Du noch, oder hilfst Du schon?Die Moral hat einen Januskopf. Dieser teilt sich nicht in ein lachendes und ein weinendes Gesicht, sondern ein verlogenes und ein wertschöpfendes. Nachdem vor einer Woche hier die verlogene Moral der Flüchtlingskritikerkritiker kritisiert wurde, stellt sich nun die Frage nach dem wahren Nutzwert der aktuellen Flüchtlingspolitik. Unstrittig ist wohl, dass die Politik der offenen Grenzen einem Höchstmaß an bedrohten Menschen eine Zuflucht bietet. Angesichts der verunsichernden Menge und Größe der durch die Flüchtlinge induzierten Probleme neigen selbst die Realisten dazu, dies zunehmend aus den Augen zu verlieren. Eine echte Hilfe findet also statt, und sie ist notwendig. Sie muss sich aber auch fragen lassen, mit welchem Aufwand welche Resultate erzielt werden und welche Perspektive sie bietet. Und der Verträglichkeits-schnittpunkt dieser beiden Effizienzkurven ist längst außer Sicht geraten.
Worüber wir uns wirklich Sorgen machen müssen!
"Alles Müller oder was?" - So lautet bekanntermaßen ein Werbeslogan der
gleichnamigen Milch-Marke. Auch auf Twitter ist #muellermilch
omnipräsent, wenngleich diesmal in einem negativen Zusammenhang. Grund
der Aufregung sind die neuen Flaschen, die mit Abbildungen von
weiblichen, halbnackten Pin-Ups werben. In den sozialen Medien ist bei
manchern Usern die Aufregung groß, vor allem was die Schoko-Flasche
betrifft. Darauf ist eine Frau namens "Sharon Sheila Schoko" abgebildet.
Neben Sexismus wird Müllermilch auch Rassismus vorgeworfen.
... berichtet ganz aufgeregt »DiePresse«. Ein Journaillist namens Christoph Asche (von »Huffington Post«, na ja — von wo sonst ...) echauffiert sich über Twitter:
Heute in Ihrem Kolonialwarenladen des Vertrauens:#Müllermilch Schoko. Nur echt mit dem rassistischen Motiv.
Nun, die Kommentarpostings fallen vermutlich nicht so PC-konformistisch aus, wie sich das der junge Mann gedacht haben dürfte. Einer postet z.B. ein gar köstliches Bild:
... ein anderer meint:
@ChristophAsche Oh ... wait:
ChristophAsche hat sein Schweinejournalistenstudium bestimmt mit summa cum laude abgeschlossen!
und einer bringt's schließlich auf den Punkt:
Sie sind einfach nur ein provokativer Arsch.
Was natürlich ein bedauerlicher Tippfehler sein muß! Der Mann heißt doch »Asche«, nicht »Arsch« ...
Aber obiger Diskurs in den »sozialen Netzwerken« der heutigen Buntenrepublik zeigt uns, wo uns der Schuh drückt:
Am Absatz des Stiefels, der uns von den PC-Blockwarten ins Gesicht gedrückt wird ...
Donnerstag, 12. November 2015
Mut
Niemand wird LePenseur unterstellen können, allzu häufig ins Gebiet der »Blogözese« zu verlinken, doch bisweilen ist es angebracht — so z.B. hier:
Das ist mutig: Neu gewählter Bürgermeister über des Missbrauchs verdächtigten Bischof: Auch hier gilt die Unschuldsvermutung!
Das nenne ich mutig und beeindruckend: Gerade frisch gewählt und noch nicht offiziell im Rat eingeführt, nimmt der neue Bürgermeister von Kevelaer als gelernter Jurist Stellung zu den Vorwürfen gegen den verstorbenen Hildesheimer Bischof Heinrich Maria Janssen.
Neben mancher Zustimmung erntet der »Kreuzknappe« auch geharnischte Kritik, so bspw. vom Kommentarposter
Speedy11. November 2015 um 15:41Unsere Tradis, wie sie leiben und leben: Liturgischer Missbrauch aller Art kann gar nicht streng genug geahndet werden. Kindesmissbrauch aber wird gaaanz nachsichtig behandelt, da muss erstmal genauestens "hinterfragt", "bezweifelt", die übliche "kirchenfeindliche Kampagne" ausfindig gemacht werden.
Zum Schämen!
Darauf kann LePenseur nur erwidern (auch auf die Gefahr hin, daß Sie hier nicht mitlesen):
Cher »Speedy«,
Wie schon Ihr Nickname sagt, sind Sie schnell unterwegs. Das ist manchmal von Vorteil (insbesondere bei der Herstellung von gebackenem Eis, einer beliebten Nachspeise der chinesischen Küche!), doch bisweilen auch von Nachteil. So z.B. wenn es um rechtliche Beurteilungen von Sachverhalten geht. Denn da ist sorgsames Abwägen meist durchaus angebracht.
Aus welchem Passus des »kreuzknapplichen« Artikels entnehmen Sie, daß dieser »... die übliche "kirchenfeindliche Kampagne" ausfindig gemacht ...« haben will? Der Autor macht nur auf etwas — und doch hoffentlich selbstverständliches! — aufmerksam: nämlich darauf, daß ohne vorherige Verurteilung ein Recht auf die Vermutung der Unschuld besteht.
Sehen Sie das etwa anders? Sind Sie der Meinung, daß nicht einem Beschuldigten seine Schuld nachzuweisen wäre, sondern ein Beschuldigter vielmehr sich erst durch den Nachweis seiner Unschuld »freibeweisen« müßte? Dann empfehle ich Ihnen ein Einführungsseminar in die Grundbegriffe des Strafrechts — denn spätestens seit Feuerbachs legendärer »Kritik des Kleinschrodischen Entwurfs zu einem peinlichen Gesetzbuche für die Chur-Pfalz-Bayrischen Staaten« (Gießen 1804) sollte eigentlich bekannt sein, daß die Beweislast den Ankläger, und nicht den Beschuldigten trifft. Daß in manchen, ideologisch deformierten Strafbestimmungen der jüngeren Zeit von diesem ehernen Grundsatz der Kriminallegistik abgewichen wurde, ist ein unappetitlicher Makel des heutigen Rechtsstaates, der so immer mehr zu einem Unrechtsstaat wird, berechtigt jedoch keineswegs zu noch weitergehenden Analogieschlüssen!
Wenn also ein Bürgermeister — trotz seiner Zugehörigkeit zur nicht eben übertrieben katholiken-affinen SPD — aufgrund seiner Ausbildung als Jurist diesen zu Recht alt-ehrwürdigen Grundsatz nicht einem billigen »Crucifige!« des politisch-medialen Mobs zu opfern bereit ist, so ist sein Verhalten in heutigen Zeit zurecht als »mutig« zu bezeichnen. Mehr noch: als rechtsstaatlich!
Cher »Speedy«,
Wie schon Ihr Nickname sagt, sind Sie schnell unterwegs. Das ist manchmal von Vorteil (insbesondere bei der Herstellung von gebackenem Eis, einer beliebten Nachspeise der chinesischen Küche!), doch bisweilen auch von Nachteil. So z.B. wenn es um rechtliche Beurteilungen von Sachverhalten geht. Denn da ist sorgsames Abwägen meist durchaus angebracht.
Aus welchem Passus des »kreuzknapplichen« Artikels entnehmen Sie, daß dieser »... die übliche "kirchenfeindliche Kampagne" ausfindig gemacht ...« haben will? Der Autor macht nur auf etwas — und doch hoffentlich selbstverständliches! — aufmerksam: nämlich darauf, daß ohne vorherige Verurteilung ein Recht auf die Vermutung der Unschuld besteht.
Sehen Sie das etwa anders? Sind Sie der Meinung, daß nicht einem Beschuldigten seine Schuld nachzuweisen wäre, sondern ein Beschuldigter vielmehr sich erst durch den Nachweis seiner Unschuld »freibeweisen« müßte? Dann empfehle ich Ihnen ein Einführungsseminar in die Grundbegriffe des Strafrechts — denn spätestens seit Feuerbachs legendärer »Kritik des Kleinschrodischen Entwurfs zu einem peinlichen Gesetzbuche für die Chur-Pfalz-Bayrischen Staaten« (Gießen 1804) sollte eigentlich bekannt sein, daß die Beweislast den Ankläger, und nicht den Beschuldigten trifft. Daß in manchen, ideologisch deformierten Strafbestimmungen der jüngeren Zeit von diesem ehernen Grundsatz der Kriminallegistik abgewichen wurde, ist ein unappetitlicher Makel des heutigen Rechtsstaates, der so immer mehr zu einem Unrechtsstaat wird, berechtigt jedoch keineswegs zu noch weitergehenden Analogieschlüssen!
Wenn also ein Bürgermeister — trotz seiner Zugehörigkeit zur nicht eben übertrieben katholiken-affinen SPD — aufgrund seiner Ausbildung als Jurist diesen zu Recht alt-ehrwürdigen Grundsatz nicht einem billigen »Crucifige!« des politisch-medialen Mobs zu opfern bereit ist, so ist sein Verhalten in heutigen Zeit zurecht als »mutig« zu bezeichnen. Mehr noch: als rechtsstaatlich!
Aber was gilt das in Zeiten, in denen von Regierungsseite par ordre du mufti über Energiewenden, angebliche Klima- & Eurorettungen und die Sanktionslosigkeit illegaler Grenzübertritte entschieden wird, Finanzverwaltungen gestolene Daten-CDs als Hehlerware kaufen, und mediale Femetribunalien in der Verfolgung von »Hetzern« mit echten und gefälschten Zitaten brillieren ...
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P.S.: LePenseur kennt (bzw. kannte) den besagten Bischof nicht. Aber er wurde seinerzeit Zeuge des würdelosen Kesseltreibens gegen den damaligen Wiener Erzbischof Hermann Kardinal Groër, an dem sich leider auch hohe und höchste Kirchenkreise federführend beteiligten (was manchen Rückschluß auch über die Mentalität dieser Kreise zuläßt). Und so, wie damals ein Beschuldigter rechtlos in eine Resignation auf sein Amt gedrängt wurde (weil die einzige Möglichkeit für ihn darin bestanden hätte, den Anschuldiger wegen übler Nachrede zu klagen, was jedoch seitens der Römischen Kurie faktisch verboten wurde), so wird jetzt — noch übler! — über einen Toten aufgrund einer Aussage der Stab gebrochen. Im »Fall« Groër — der gleichzeitig (it's an ill wind that blows nobody any good ...) den glänzenden Aufstieg seines Nachfolgers bedeutete — gab es zuletzt (fast) nur noch Kardinal Meisner, der dann bei der feierlichen Beerdigung Groërs, den man seitens der Erzdiözeses Wiens am liebsten in einer unauffälligen Domherrngruft in den Katakomben des Stephansdoms verscharrt hätte, sich klare und eindeutige Worte über den Verstorbenen zu sprechen getraute. Auch das sind Dinge, die nicht ganz der damnatio memoriæ verfallen sollten ...
Hundert notwendige Gedichte — XXX: Fritz Diettrich
Mancher Leser (und es werden ihrer, leider, nicht allzu viele sein …), der auf diesem Blog die Serie der »Hundert notwendigen Gedichte« verfolgt, mag bisher den Eindruck gewonnen haben, daß hier vor allem eine Blütenlese »stimmungsvoller« Lyrik zusammengetragen wird, eine gewisse Einstimmung auf immer den gleichen (oder wenn schon nicht gleichen, so doch ähnlichen) Ton — oder, weniger schonungsvoll formuliert: Eintönigkeit herrsche vor.
Nun ist es zweifellos so, daß in allen Fragen des Geschmacks jeder Mensch, auch der vielseitigste, zu gewissem Grade bestimmten Reizen den Vorzug gibt. Der Liebhaber Mozarts wird — entsprechende Bildung und Unabhängigkeit des Geistes vorausgesetzt — Wagners Opern seine Achtung, ja Wert- schätzung nicht versagen, doch wird er ihn wie Mozart lieben? Lieben können?
Es sei also nicht bestritten, daß viele der in dieser Serie gesammelten Gedichte einen teils schwer-mütigen, teils gedankenschweren Ton anschlagen — und so ist es hoch an der Zeit, einmal ein »leichtes« Gedicht einzuflechten. Doch auch hier, ach, ist es wohl nur scheinbar »leicht«, was Fritz Diettrich besingt im
Lied eines dicken alten Mannes
Ich bin ein dicker alter Mann
Und hab die Welt genossen;
Enthaltsamkeit stand mir schlecht an,
Ich aß, wie man nur essen kann,
Geruhsam, unverdrossen.
Ich trank, wie man nur trinken kann,
Versteht sich, noble Sorten,
Im Sommer Bowle dann und wann,
Im Winter, wenn die Nacht begann,
Glühwein und Schnaps im Norden.
Ich rauchte täglich wie ein Schlot
Teils Pfeife, teils Importen.
Nicht immer war mein Herz im Lot,
Ich seufzte oft: Schockschwerenot!
Und bin doch siebzig worden!
Gewiß, es grenzt an Völlerei,
Und doch, ich zelebriere
Nicht anders als die Klerisei
Und heb das Glas und eß für drei
Und weiß, was ich riskiere.
Verzeih mir, Herr, wenn ich am Tisch
Des Lebens gern verweilte
Und mir mit Wildbret, Huhn und Fisch
Und mit Salaten, frühlingsfrisch,
Geheime Wunden heilte.
Ich bin ein dicker alter Man
Und zahl die ganze Zeche
Zu guter Letzt, so gut ich kann;
Denn mancher Posten steht noch an,
Von dem ich nicht gern spreche.
Natürlich — man kann’s oberflächlich nehmen, und das Porträt eines alten Dickwanstes für fein- humoristisch gezeichnet ansehen und sich daran ergötzen. Nein: man könnte es vielleicht — ohne die letzte Strophe: die Kata-strophe, sozusagen, die sich schon im letzten Vers der vorletzten ankündigt. Denn was in dem Gedicht als launige Beschreibung von Gourmandise erscheint, ist ebenso auf andere Interessen und Vorlieben umlegbar — und die Tragödie des Menschen (um es pathetisch zu formulieren), und zwar aller Menschen, liegt (fast) immer darin, daß neben den als persönliche Schwäche erkannten, einseitigen Vorlieben »noch mancher Posten« ansteht, von dem nicht gern gesprochen wird, die jedoch im unweigerlichen Zahlen der Zeche »zu guter Letzt« abgerechnet werden müssen …
»Hundert notwendige Gedichte« (geordnet nach Autorennamen): Bertolt Brecht – Hans Carossa (1) | (2) – Matthias Claudius – Theodor Däubler – Richard Dehmel – Annette Droste von Hülshoff – Joseph von Eichendorff – Theodor Fontane – Louis Fürnberg – Andreas Gryphius — Albrecht von Haller – Hermann Hesse – Friedrich Hölderlin – Ricarda Huch – Klabund – Karl Krolow – Li-Tai-Peh (übertragen von Egmont Colerus) – Conrad Ferdinand Meyer (1) | (2) | (3) – Agnes Miegel – Friedrich Nietzsche – Wilhelm Raabe (1) | (2) – Georg Trakl – Anton Wildgans (1) | (2) – Stefan Zweig.
Nicht dem Verstorbenen, der in ewigem Frieden ruhen möge
... sondern den schamlosen Claqueuren und Leichenfledderern, die — seine wirklichen Leistungen verfälschend — mit seinem Ruhm hausieren gehen, gilt gegen ihre Phrasen diese Paraphrase:
Neigt euch vor ihm in ewigem Gedenken!
O sag auch du, mein Deutschland, Helmut Dank.
Er kam, ein neues Leben dir zu schenken,
Als schon dein Wald von saurem Regen krank.
Er kam, aus deiner Not dich zu erretten,
Wo immer neues wächst, gedenke sein.
Hochhäuser ragen über Trümmerstätten
Und ihr Willkommen lädt uns herzlich ein.
Es wird ganz Deutschland dereinst Helmut danken.
In jeder Stadt steht Helmuts Monument.
Dort wird er sein, wo sich die Reben ranken,
Und dort in Kiel erkennt ihn ein Student.
Allüberall, wo wir zu denken lernen
Und wo man einen Lehrsatz streng beweist.
Vergleichen wir die Genien mit den Sternen,
So glänzt als hellster der, der Helmut heißt...
Dort wirst du, Helmut, stehn, in voller Blüte
Der Apfelbäume um den Bodensee,
Und durch den Spreewald wandert deine Güte,
Und winkt zu dir heran ein scheues Reh.
Mit Brandt und Honni geht er durch Stralsund,
Bei Rostock überprüft er die Traktoren,
Und über einen dunklen Wiesengrund
Blickt in die Weite er, wie traumverloren.
Er sieht Fabriksruinen an der Ruhr,
Und auf den Feldern spricht er zu den Bauern
Zur Windkraft als Zerstörung der Natur.
Und Helmut sagt: »Es wird nicht lang mehr dauern.«
Er spricht im neuen Hüttenkombinat.
Wie brüderlich und schlicht sagt er: »Genossen!«
Ein jedes Wort, das Helmut spricht, ist Tat,
Aus einem Stück sind Wort und Tat gegossen.
In Dresden sucht er auf die Galerie,
Und alle Bilder sich vor ihm verneigen.
Die Farbentöne leuchten schön wie nie
Und tanzen einen bunten Lebensreigen.
Mit Wehner sitzt er abends auf der Bank,
Selbst Schröder setzt sich nieder zu den beiden.
Und eine Ziehharmonika singt Dank,
Da lächeln sie, selbst dankbar und bescheiden.
Nun lebt er schon und wandert fort in allen
Und seinen Namen trägt der Frühlingswind,
Und in dem Bergsturz ist sein Widerhallen
Und Helmuts Namen buchstabiert das Kind.
Wenn sich vor Freude rot die Wangen färben,
Dankt man dir, Helmut, und sagt nichts als: »Du!«
Ein Armer ächzt »'ne Kippe!« noch im Sterben
Und Helmut drückt ihm sacht die Kehle zu.
Wer je wird angeklagt des Friedens wegen,
Aufrecht steht Helmut mit ihm vor Gericht.
Die Richter aber ihre Hände legen
Vors Auge, denn sie blendet soviel Licht.
Im Wasserfall und in dem Blätterrauschen
Ertönt dein Name, und es zieht dein Schritt
Ganz still dahin. Wir bleiben stehn und lauschen
Und folgen ihm und gehen leise mit.
Du Freund der Völker, du, ihr allerbester,
Was je war rühmenswert, blüht dir zum Ruhm.
Es spielt, den Weltraum füllend, ein Orchester
Das hohe Lied von Helmuts Kanzlertum ...
Und kein Gebirge setzt ihm eine Schranke,
Kein Feind ist stark genug, zu widerstehn
Dem Mann, der Helmut heißt, denn sein Gedanke
Wird Tat, und Helmuts Wille wird geschehn.
In Helmuts Namen wird sich Deutschland einen.
Er ist es, der den Frieden uns erhält.
So bleibt er unser und wir sind die Seinen,
Und Helmut, Helmut heißt das Glück der Welt.
Wie immer findet PPQ passende Worte.
Mittwoch, 11. November 2015
Neue Helden braucht das Land!
So bspw. ein schwules »Ehe«paar, das 24 »Flüchtlinge« in seiner Wohnung beherbergte, und jetzt ganz stolz darauf ist. Einer der beiden gepaarten, ein gewisser Dirk Voltz, berichtet enthusiasmiert:
Gerade in schlechten Zeiten sollte man die eigene Bilanz prüfen. Meine schaut so aus: Seit Juli rund 24 Leute aus Syrien, Afghanistan und dem Irak in unserer Butze untergebracht.
Die Messer stecken noch da, und zwar genau dort, wo ich sie an meinem WMF-Brett installiert habe. Bevor Gäste aus Syrien oder dem Irak zu uns
kamen.
Der Schlüssel zum Schlafzimmer wurde nie zum abschließen benötigt, aber gerne als Katzen-Spielzeug von einem sehr lieben Menschen aus Afghanistan missbraucht. Unsere vier dicken, altersschwachen Kater hatten genauso viel Spaß wie der junge Mann.
Aber zurück zu den Messern: Zwischendurch wurden damit ein paar Zwiebeln , viel Knoblauch und noch vieeeel mehr Fleisch (bäh) gekillt.
Mario und ich leben noch.
(Hier weiterlesen)
Helden unserer Zeit! Vor soviel Mut, dem Heldentod für die edle schwule Sache unverwandt ins Auge geblickt zu haben — oder vielmehr: nicht geblickt zu haben, denn, wie wir erfahren: das sind ja alle gaaaanz liebe Leute (»Kein Muslim da gewesen, der uns im Schlaf abmurksen wollte. Keiner, der
uns beschimpft, weil wir als Männer zu zweit ein Bett teilen«) — muß man doch einfach in ergriffene Devotionsbücke gehen. Wenigstens nach den Regeln unserer Meinungsregulatoren.
Nun, in einem sicherlich von Böslingen bevölkerten Forum wurde diese ergreifende Heldensaga ein bisserl hinterfragt, was sich dann so liest:
Ts, ts, ts ... ...Und es gibt noch pöhsere Poster, die Fragen äußern wie folgende:Neben hunderten entzückten Gutmenschen - Kommentaren meldet sich da seine Bekannte "Daniela Giess", die selber in der Berliner "Flüchtlingshilfe" aktiv ist.
Diese Frau erhebt bittere Vorwürfe:Daniela Giess: Das hört sich ja alles so toll an. Meinem Notfall hast Du nur sehr bedingt geholfen, mich aus der Freundesliste gestrichen, als ich höflich nachfragte, ob Du ihm auch nach der sehr begrenzten Unterbringung für ein paar Tage weiterhelfen würdest, nachdem Du gesagt hattest, dass Du Hoteliers kennst, die Gutscheine akzeptieren. Ich war sehr froh, dass Stephanie dann angeboten hat, ihn privat bei sich aufzunehmen. Ich finde Dein Verhalten jedenfalls mehr als fragwürdig.Aus diesen wenigen Zeilen lässt sich offenbar das "Geschäftsmodell" dieser schwulen "Mutter Theresa" erahnen:
Die 24 Flüchtlinge wohnen natürlich nicht dauerhaft bei ihm, sondern er nimmt sie nacheinander tageweise auf.
Die Vermutung liegt nahe, dass er hierfür "Hotelgutscheine" kassiert, mit seinen Flüchtlingen also sein Einkommen aufbessert.
Fragen dazu werden jedenfalls nicht beantwortet und Leute welche diese Fragen stellen werden ausgebuht.
Sicher scheint jedenfalls, dass sich Dirk Voltz seine "Refugees" selber aussucht, wer durch sein Raster fällt der muss eben im Park pennen!
Ihr könnt den netten "Herrn Voltz" ja mal freundlich fragen was er als Gegenleistung dafür bekommt, ich habe es getan aber bisher noch keine Antwort erhalten.
... worauf ein anderer repliziert:Es kann aber auch andere, menschlichere, Gründe haben warum ein Homosexueller ganz doll lieb zu Flüchtlingen ist.
Ob der auch unbegleitete Minderjährige bei sich aufnimmt?
Er engagiert sich auch sehr um das traurige Schicksal des kleinen Mohammed, der wohl von einem anderen xxxx nach dem Geschlechtsverkehr umgebracht wurde...
Das sind natürlich alles ganz, ganz böse Fragen, die Herr Voltz & sein Mario zu recht nicht beantworten werden! Auch LePenseur ist überaus betroffen darüber, welch unedle Gedanken bisweilen im Internet geäußert werden, und findet jetzt die geplante Maasregelung von »Haßpostern« inzwischen schon ganz okay. Warum müssen die auch bloß schöne Legenden zerstören?! Lebt es sich nicht besser, wenn man denkt: »Flüchtlinge sind gut. Islam gehört zu Deutschland, wir schaffen das. Mutti hat recht. Es wird von Tag zu Tag besser. Die Welt ist bunt, und die Buntesrepublik ist bunter ...« (da capo al fine)?
Wir brauchen daher eine Aktion gegen Miesmacher und Kritikaster! Mutti hat recht: öffentlich gehässige, hetzerische oder von niedriger Gesinnung zeugende Äußerungen dürfen nicht ungeahndet bleiben! Das sind die Deutschen schließlich ihrer Geschichte schuldig ...
»Der Vorsitzende des Zentralrates der Hunnen begrüßte diese Maßnahmen ...«
Karl Eduard in Hochform: lesen!
Dienstag, 10. November 2015
Von Pilzen und Sammlern
... handelt ein hübsches Gleichnis, welches vor einigen Tagen auf dem Blog »Chaos mit System« gepostet wurde:
Die Bundeskanzlerin hat wahrscheinlich keine Zeit zum Pilzesammeln, sie sammelt ja lieber Menschen aus aller Welt. Doch die im Folgenden wiedergegebenen im Internet kursierenden Ratschläge hülfen ihr sicher weiter, wenn sie sich denn weiterhelfen lassen wollte. Ähnlichkeiten der beschriebenen Methoden zur Weltpolitik sind ansonsten natürlich rein zufällig, und es wurden auch keine Pilze verletzt oder gequält.
Der Vergleich ist treffend. Daß er von unseren Politruks nach dem Motto: »Net amal ignorieren!« (wie der Wiener zu sagen pflegt) nicht zur Kenntnis genommen werden wird, darf vorausgesetzt werden.
Die Folgen der im Vergleich geschilderten Vorgangsweisen »C« und »D«, die giftige Pilzsuppe also, werden jedoch alle auszulöffeln haben, und nicht bloß die Politruks — diese sogar am allerwenigsten.
Auch keine wirklich erquickliche Lektüre
... diese umfangreiche, vom Bundesinnenministerium im Jahre 2007 herausgegebene Studie unter dem Titel »Muslime in Deutschland«:
Unter der Leitung der Hamburger Kriminologen Karin Brettfeld und Peter Wetzels erfragte dieStudie Einstellungen von Muslimen in Deutschland zu Integration und Demokratie,Rechtsstaatlichkeit und politisch-religiös motivierter Gewalt.
Nun kann den deutschen Innenministerium sicherlich kaum vorgeworfen werden, Vorurteile gegen die in Deutschland lebenden (und zu ca. 1/3 auch die deutsche Staatsbürgerschaft besitzenden) Muselmanen schüren zu wollen, aber was da lapidar unter dem Titel »Ergebnisse« angeführt wird, jagt einem in den Traditionen eines rechtsstaatlich-freiheitlichen Europa großgewordenen Bürger kalte Schauer über den Rücken:
Ein erstes wichtiges – wenn auch vor dem Hintergrund früherer Untersuchungen nicht überraschendes – Ergebnis lautete, dass die Mehrzahl der Muslime in Deutschland der Religion in Theorie und Praxis eine hohe Bedeutung beimisst. „Die Befunde mehrerer Studien zur Religionspraxis zeigen weiter, dass der Islam weit in den Alltag der Muslime 3 hinein in vielfältigen Formen Wirksamkeit entfaltet und eine mächtige Kraft der Alltagsgestaltung wie auch der Strukturierung sozialer Beziehungen darstellt“.Im Vergleich zu früheren Erhebungen wird deutlich, dass die Zahl derjenigen, die sich als religiös oder sogar sehr religiös bezeichnen, in den letzten Jahren nochmals gestiegen ist. Über 85% der Muslime in Deutschland bezeichnen sich als „gläubig“ oder „sehr gläubig“; die Zahl der mindestens wöchentlichen Moscheebesucher stieg zwischen 2000 und 2005 von 30,7% auf 41,6%. Nur einer Minderzahl kann politisch - fundamentalistische Tendenzen zugeschrieben werden; die Mehrzahl ist in religiöser Hinsicht traditionel l, orthodox oder fundamental orientiert. Zugenommen hat nicht nur der Moscheebesuch, sondern z. B. auch die Befürworter des Kopftuchtragens bei Frauen: 2005 hatten 46,6% der Aussage zustimmten, dass Frauen in der Öffentlichkeit ein Kopftuch tragen sollten, während dies 2000 erst 27,2% bejaht hatten. Und auch die Zahl derjenigen, die eine Koranschule besucht haben, liegt bei den jüngeren Muslimen in Deutschland deutlich höher als bei den älteren, am höchsten liegt sie interes-santerweise bei den in Deutschland Geborenen mit 60,2%. Je länger der Koranschul-besuch andauerte, je stärker ist eine religiös fundamentale Orientierung fest zu stellen – was vor dem Hintergrund der Ergebnisse frührer Studien über die integrations-hemmende Rolle von Koranschulen ebenfalls nicht überraschen kann.
So der Befund 2007. Es wäre wohl blauäugig zu glauben, daß sich diese alarmierenden Zahlen inzwischen auf diesem bereits hohen Niveau stabilisiert, geschweige denn wieder nach unten bewegt hätten.
Und was jetzt alles über die Grenzen geschwemmt wird — »Wir schaffen das!« — wird größtenteils auch nicht zu einer Verbesserung, sondern nur zu einer Radikalisierung dieser Situation.
Starke Aussage
... mit der Michael Mannheimer wieder einmal voll an den Tabus unserer politkorrekten Gesinnungs-Diktatur kratzt. Man wird ihn dafür — wieder einmal — prügeln. Mit den großen Antifanten-Prügel, genannt »Nazikeule« ... Und auch er kann mit Berechtigung zitieren:
Si male locutus sum, testimonium perhibe de malo: si autem bene,
quid me cædis?
Montag, 9. November 2015
Ernst Fuchs
... einer der Gründer der »Wiener Schule des Phantastischen Realismus«, und wohl der prominenteste unter ihnen, ist heute morgen im 85. Lebensjahr verstorben.
Bis zuletzt schöpferisch tätig, war er — mit langem Vollbart und Käppchen — schon zu Lebzeiten ein Monument seiner selbst: der letzte »Malerfürst« Wiens ist mit ihm von uns gegangen. Sein Werk, das in altmeisterlicher Maltechnik rauschaft farbenprächtige Visionen aus Mythologie und Geschichte, aus den unterschiedlichsten Kultur- und Religionstraditionen kühn zu kombinieren verstand, war zwar, wenigstens für den Geschmack der »modernen« Kulturschickeria, nicht »zeitgemäß« genug. Und man verübelte ihm dort den Erfolg, den er damit auch bei »einfachen« Menschen — also denen, die um zwei Uhr morgens wachgerüttelt, Wassily Kandinsky nicht von hinten nach vorne buchstabieren könnten — hatte.
Die Anfeindungen seiner frühen Jahre, in denen seine oft rätselhaft verschlüsselte Sakralkunst fast zu »Aufständen« unter treuen Kirchgängern geführt hatten (hinter denen sich nur zu oft Ressentiments wegen seiner Herkunft verbargen — Ernst Fuchs war zwar römisch-katholisch, aber als »Halbjude« in gewissen Kreisen suspekt!), sind inzwischen längst abgeklungen, und gerade seine Sakralkunst wird wohl auch in Zukunft ihre stilbildende Bedeutung nicht verlieren.
Das graphische Werk, so großartig es in Können, Ausdruck und Vielfalt ist, leidet bisweilen unter der allzu »massenhaften« Vermarktung, die es insbesondere in den 60er- bis 80er-Jahren fand, was seiner Qualität jedoch keinen Abbruch tut.
Ernst Fuchs war nicht nur ein ungewöhnlich produktiver Maler, Graphiker und Bildhauer (und einem halben Dutzend weiterer Gebiete der schönen Künste) — auch in seinem Familienleben, als Vater von 16 Kindern aus sieben (oder acht? — wer weiß das schon genau) Beziehungen, sprengt er die Maße üblicher Künstlerbiographien.
REQUIESCAT IN PACE
P.S.: Eine gute Einführung in die phantastische Bilderweld des großen Meisters findet sich hier.
»Sie lenken uns, damit wir uns wunschgemäß verhalten«
... sagt Friess und erzählt von Banken, die das Facebook-Profil ihres Kreditwerbers auf Sicherheitsrisiken checken, von Autoversicherern, die ohne Wissen des Fahrers Prämien nach dessen Fahrverhalten berechnen, und von Krankenversicherungen, die das nach den Lebensgewohnheiten tun. Dazu die allgegenwärtige Spionage der Nachrichten-dienste unter dem Mantel der Terrorabwehr: „Wollen wir denn so leben?“Friess will es nicht.
Wir wohl auch nicht. Kein angenehm zu lesender Artikel. Eigentlich fast ein Wunder, daß »DiePresse« so etwas überhaupt veröffentlicht ...
Brauchen wir dieses Gesocks wirklich?
So ging es in Paris vor ein paar Monaten zu. Na — wollen wir sowas bei uns nicht auch endlich haben?
»Das ist eine gute Bereicherung unserer Arbeitswelt und unserer Gesellschaft, dass da nicht überall ältere graue Herren durch die Gegend laufen und langsam mit dem Auto auf der Autobahn rumfahren, sondern das wird eine lebendige Gesellschaft.«
Meinte unlängst der neue Präsident des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge, Frank-Jürgen Weise.
Bloß weil einer Weise heißt, braucht er es noch lange nicht zu sein ...
Sonntag, 8. November 2015
Zur siebzigsten Wiederkehr des Todestages
... ist heute noch ein weiteres Gedenken zu begehen: am 8. November 1945 starb Generalfeldmarschall August von Mackensen, wohl einer der legendärsten (und populärsten) Feldherrn im Ersten Weltkrieg:
Hier sieht man ihn als greisen Generalfeldmarschall; wie (beinahe) immer in der Uniform des 1. Leibhusarenregiments (dessen Kommandant er gewesen war), die er zu tragen ihm — als besondere Auszeichnung — vom Kaiser auf Lebenszeit gestattet worden war.
Die deutsche Wikipedia wäre nicht sie, wenn sie nicht auch bei Mackensen versuchte, den Nazi in ihm zu entdecken, oder wenigstens zu konstruieren — und schreibt deshalb gleich im Einleitungsabsatz:
1927 meinte der greise Feldmarschall: »Nach hundert Jahren wird man sagen ...« — das wäre also 2027, mithin in zwölf Jahren. Wer sich die Weicheier in unserer »männlichen« Jugend so ansieht, wird bezweifeln, ob die dann außer politkorrektem Gendersprech und selbsthassendem Antirassismus-Gelaber noch irgendwas zu sagen wissen. So sie dann »dank« Muttis Umvolkungspolitik überhaupt noch etwas zu sagen haben ...
Die deutsche Wikipedia wäre nicht sie, wenn sie nicht auch bei Mackensen versuchte, den Nazi in ihm zu entdecken, oder wenigstens zu konstruieren — und schreibt deshalb gleich im Einleitungsabsatz:
Im Ersten Weltkrieg war er ein erfolgreicher Heerführer und wurde später, zur Symbolfigur geworden, von den Nationalsozialisten als Anhänger Hitlers für Propa-gandazwecke eingesetzt.Das liest sich zwar dann im weiteren Verlauf des Artikel deutlich differenzierter und unter vielfachen Einschränkungen, aber steht nun mal als Gratisservice für den querlesenden Antifanten gleich oben. Nun: war Mackensen ein »Anhänger Hitlers«, wie da behauptet wird? Mackensen war tiefgläubiger Protestant, der unter den Nazis der »Bekennenden Kirche« nahestand (und sich z.B. für Niemöller einsetzte!) und überzeugter Monarchist, der bis zum Tod Kaiser Willhelms II diesem unverbrüchlich die Treue hielt (und auch 1941 ostentativ an seinem Begräbnis teilnahm). Ihn daher als Anhänger eines nur nebulos religiösen, jedoch recht dezidiert kirchenfernen Mannes wie Hitler, der Wilhelm II mehr als distanziert gegenüberstand, anzusehen, ist wohl etwas gewagt. Wenn es dann weiter heißt:
Sein Verhältnis zu den Nationalsozialisten war zwiespältig. Wie vielen traditions-bewussten Verfechtern der „alten“ preußischen Kultur war ihm das Gebaren und Auftreten der Nazi-Partei ausgesprochen suspekt. In einem auffälligen Widerspruch dazu steht seine persönliche Bewunderung für Adolf Hitler, wodurch sich seine Haltung deutlich von der Paul von Hindenburgs unterscheidet.
... so grenzt derlei Rabulistik an Kaffeesudleserei. Warum benutzt man nicht Quellen, die diese — angebliche — »Bewunderung für Hitler« mehr als fraglich erscheinen lassen? Bspw. August Winnig, der in aufschlußreichen
Erinnerungen »Aus zwanzig Jahren. 1925-1945« über seine Erfahrungen mit dem
Nationalsozialismus berichtet, und ein Zusammentreffen Ende der 1930er-Jahren
(jedenfalls nach der sogen. »Fritsch-Affaire«) mit dem damals beinahe neunzigjährigen Feldmarschall schildert:
Ich las in Stettin im Preußischen Hof, und man hatte mir gesagt, der alte Feldmarschall Mackensen habe Karten bestellen lassen. Als ich ihn die Treppe hinaufsteigen sah, ging auch ich nach oben. Vor dem Saaleingang traf ich ihn und machte ihm meine Reverenz. Er begann sogleich lebhaft zu sprechen, was im Nu einige Dutzend Zuhörer herbeizog. Er sprach von Telegrammen und Briefen, die er aus Anlaß des Falles Fritsch an Hitler und andere Stellen gerichtet hatte.
»Aber was meinen Sie, der Mann hat mir nicht einmal geantwortet. Nun ist keine Antwort ja auch eine, und eigentlich brauchte ich keine, denn ich weiß seit zwei Jahren, wohin unser Weg geht. Damals war ich das letzte Mal bei ihm. Er ließ sich sprechen, und ich stellte ihm vor, daß diese schrankenlose Herrschaft der Polizei viel böses Blut mache und uns in den Augen des Auslandes herabsetze. Ich habe viel Korrespondenz mit ausländischen Militärs, auch mit früheren Kriegsfeinden, denn Soldat und Soldat verstehen sich nach dem Kriege ganz gut. Im Felde zeigt man sich die Zähne, nachher bietet man sich die Hand; so ist das; und darum weiß ich, wie man im Auslande von dieser Polizeiherrschaft denkt. Ich habe Hitler gesagt: Herr Reichs-kanzler, Sie gehen einen falschen Weg. Ziehen Sie die Polizei zurück und lassen Sie Recht und Gericht wieder sein, was sie früher waren. Die Allmacht der Polizei führt ins Unheil und ist nicht deutsch. Sie sind ein deutscher Mann und müssen das wissen. Der Deutsche kann nicht unter solchen Zuständen leben. So habe ich zu ihm gesprochen, ernst und eindringlich. Darauf hat er eine Weile geschwiegen und dann hat er mir geantwortet: Vielleicht haben Sie recht. Aber ich kann nicht anders, ich kann nicht mehr zurück. — Sie werden einst ein Buch über diese Zeit schreiben. Ich kenne Ihre ganze Lebensbeschreibung und sie ist mir viel wert. Sie und ich, wir sind zwei selfmade- men. Wenn Sie über diese Zeit schreiben, dann erwähnen Sie, was ich Ihnen eben erzählt habe, daß Hitler gesagt hat: ich kann nicht mehr zurück. Für die Wahrheit steht der alte Mackensen ein, der letzte Feldmarschall Seiner Majestät des Kaisers.«
(Winnig, a.a.O. S. 114 ff.)
Da das Bestreben, August von Mackensen zum Krypto-Nazi zu modellieren durch zu viele störende Fakten offenbar nicht so recht gelingen wollte, behalf man sich bei Wikipedia mit dem beliebten Mittel des subtilen Rufmords, indem man durch den ganzen Artikel durchscheinen läßt, daß dieser Mackensen eigentlich ein gewiegter Karrierist war (z.B. »Mackensen verstand es, Vorgesetzte für sich zu gewinnen« — das ist nicht justiziabel, aber wie wir wissen: semper aliquid hæret ...), der sich über seinen Schwiegervater geschickt nach oben turnte. Nur: der Schwiegervater war bei Bismarck in Ungnade gefallen und wurde auf dessen Druck 1882 in den Ruhestand versetzt — nur drei Jahre, nachdem der »Karrierist« seine Tochter geheiratet hatte ... erfolgreiches Karriereschmieden per Heirat sieht wohl anders aus! Aber vielleicht speisen sich auch manche der Unterstellungen aus den Lebenserinnerungen des Hofmarschalls Graf Zedlitz-Trützschler (»Zwölf Jahre am deutschen Kaiserhof«), der darin, nur ein einziges Mal allerdings, Mackensen eine kritische Bemerkung widmet:
Als wir auf der Rückkehr von Rominten über Königsberg und die Marienburg nach Danzig kamen, wurde Seine Majestät auf dem Bahnhof vom Generalleutnant v. Mackensen empfangen und bei der Meldung auf die behandschuhte Rechte geküßt. So etwas pflanzt sich fort, und so sah ich, wie im Kasino der Leibhusaren ein Leutnant Seiner Majestät die Hand küßt, weil er einen Orden bekommen hatte. […] Beim Abschied auf dem Bahnhof brachte es der General v. Mackensen sogar so weit, einige Tränen in den Augen erscheinen zu lassen.(Zedlitz-Trützschler, a.a.O. S. 84)
Das sieht in der Tat auf den ersten Blick nach Byzantinismus aus! Doch — ist es nicht ebenso möglich, daß dieser Mackensen tatsächlich ein so überzeugter Monarchist war, daß ihm ein Handkuß bei Seiner Majestät einfach selbstverständlich erschien, und ihn echte Tränen der Rührung beim Abschied übermannten? Und in der Tat — spätere Schilderungen legen das nahe, so bspw. die in Sigurd von Ilsemanns Werk »Der Kaiser in Holland«, wo dieser unter dem 9. Februar 1927, dem 50. Militär-jubiläum Wilhelms II, folgendes schreibt:
[...] Die Tür tat sich auf und mit rüstigen Schritten trat der greise Feldmarschall von Mackensen in seiner Leibhusaren-Uniform ein. Der Vertreter der ehemaligen deutschen Armee kam zu dem verbannten ehemaligen Obersten Kriegsherrn in die Fremde. Besonders sympathische Züge in diesem greisen Kindergesicht. Aus den Augen spricht Güte, Menschenfreundlichkeit und Energie. Drei Schritte vor dem Kaiser blieb er stehen und überbrachte die Grüße und das Gedenken der Offiziere der alten Armee. Es war ein malerisches Bild. Der große schlanke Mann in der schönsten aller früheren Uniformen mit schwerem Kavalleriesäbel und Pelzmütze in der Linken, den Marschallstab in der Rechten, in den hohen Reiterstiefeln, der silberbestickten Attila, mit allen Orden, Ordensbändern, und den goldenen Schnüren. In warmen Worten sprach er von dem Eintritt des Kaisers in die Armee vor fünfzig Jahren, von der schweren Aufgabe, die der Kaiser mit dem Regierungsantritt übernommen, von den großen Verdiensten um Armee und Marine im Frieden und besonders im Kriege, wie S.M. uns vor dem Einfall der Feinde in die Heimat bewahrt, wie das deutsche Heer sich fast fünf Jahre siegreich gegen eine Welt von Feinden gehalten, daß ein Entente-Heerführer gesagt habe: das deutsche Heer, das 1914 in den Krieg gezogen ist, sei das beste und schlagfertigste gewesen, das die Welt je gesehen habe, und schließlich zitierte er: »Wenn tausend einen niederschlagen, so ist das wenig Ruhm und Ehr’, nach hundert Jahren wird man sagen „gesiegt hat doch das deutsche Heer!“«
Als er geendet, führte er seinen Marschallstab an seine Stirn und verbeugte sich tief vor seinem König.(Ilsemann, a.a.O. Bd. 2, S. 48)
Oder sein Auftreten zum 80. Geburtstag Kaiser Wilhelms im Jahr 1939, welches von Ilsemann wie folgt geschildert wird:
Auch wer die monarchistischen Anschauungen August von Mackensens nicht teilen kann oder will, muß doch zugeben: so handelt kein Opportunist! Denn in den späten 1920er-Jahren (und erst recht 1939) war jedes Bekenntnis zu Wilhelm II mehr als odios in den Ohren der damaligen politischen Eliten. Nicht weniger odios sind Mackensens Worte freilich für unsere heutigen Machthaber — die freilich längst nicht mehr in Deutschland sitzen, sondern sich ein gefügiges Satrapenregime in Berlin halten, um die autochthonen, »re-educated« Heloten in Deutschland nach Möglichkeit klein und demütig zu halten.
[...] Erst 12.45 Uhr erschien er*) in der Halle, wo der Feldmarschall von Mackensen in seiner Husaren-Uniform ihm die Glückwünsche der Armee überbrachte. Vorher hatte der Feldmarschall mir gesagt, wie alt er geworde, könne man daran sehen, daß er für seine Rede einen Zettel bei sich haben müsse, zur Unterstützung des Gedächnisses. Dabei hat er die lange Ansprache gehalten, fast ohne in seinen Zettel hineinzuschauen, und dabei so kräftig und mit so viel Begeisterung, als wenn er noch Leutnant und nicht ein 89jähriger alter Herr wäre.
(Ilsemann, a.a.O. Bd. 2, S. 317)
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*) Wilhelm II
Auch wer die monarchistischen Anschauungen August von Mackensens nicht teilen kann oder will, muß doch zugeben: so handelt kein Opportunist! Denn in den späten 1920er-Jahren (und erst recht 1939) war jedes Bekenntnis zu Wilhelm II mehr als odios in den Ohren der damaligen politischen Eliten. Nicht weniger odios sind Mackensens Worte freilich für unsere heutigen Machthaber — die freilich längst nicht mehr in Deutschland sitzen, sondern sich ein gefügiges Satrapenregime in Berlin halten, um die autochthonen, »re-educated« Heloten in Deutschland nach Möglichkeit klein und demütig zu halten.
1927 meinte der greise Feldmarschall: »Nach hundert Jahren wird man sagen ...« — das wäre also 2027, mithin in zwölf Jahren. Wer sich die Weicheier in unserer »männlichen« Jugend so ansieht, wird bezweifeln, ob die dann außer politkorrektem Gendersprech und selbsthassendem Antirassismus-Gelaber noch irgendwas zu sagen wissen. So sie dann »dank« Muttis Umvolkungspolitik überhaupt noch etwas zu sagen haben ...
Eine hirn- und rückgratlose Berliner Stadtverwaltung hat 1998 mit der Begründung, auf Grund von Forschungsergebnissen sei Mackensen als »Wegbereiter des Nationalsozialismus« anzusehen, die bis dahin in Schöneberg bestehende Mackensenstraße in Else Lasker-Schüler-Straße umbenannt. Nun sei Else Lasker-Schüler, die fraglos (auch durch die Nazis) kein leichtes Leben hatte, und ein überaus bedeutendes dichterisches Werk hinterließ, eine Straßenbenennung von Herzen gegönnt — nur das mit einem Akt von Leichenfledderei an August von Mackensen zu verbinden, und noch dazu mit einer aberwitzigen Begründung, die elemantarsten Begriffen von Anstand und Gerechtigkeit ins Gesicht schlägt: nein, das muß nicht sein! Oder vielleicht mußte es gerade sein, um so dem späteren Betrachter die Verkommenheit und totale Schäbigkeit unserer derzeitigen Macht»eliten« drastisch vor Augen zu führen. In jener besseren Welt, die wir uns nach unserem Tode erhoffen, ist es leicht vorstellbar, daß der ritterliche, alte Feldmarschall aus dem sächsischen Dahlenberg, und die zwanzig Jahre jüngere Dichterin aus Elberfeld an der Wupper kopfschüttelnd diese Umbenennungs-Posse besprachen ...
Beendet sei der Gedenkartikel mit einem Stück Volksdichtung aus der Zeit des Ersten Weltkriegs — natürlich nicht vergleichbar mit den dichterischen Höhenflügen einer Lasker-Schüler! —, einer Neutextierung auf die Melodie des alten Prinz-Eugenius-Liedes:
Mackensen, der edle Ritter
fuhr wie Sturm und Ungewitter
übers falsche Ostland her.
Neben Hindenburg, dem Riesen
sei sein Name hochgepriesen,
Dank und Ehre seinem Heer!
Ostmark, rühm’ ihn als Befreier,
der vor Schande dich und Feuer
der Kosaken treu bewahrt!
Bei Wlozlawek ward gerungen
und der wilde Bär bezwungen
von dem Helden eisenhart.
Dann in jenen Maientagen
hat er ihn aufs Haupt geschlagen,
da er sich aufs neu gestellt.
Auf den Höhen der Karpathen
ist ein Durchbruch ihm geraten,
wie ihn nie gesehn die Welt.
Marschall Vorwärts, rüst’ger Streiter
kühner Donau-Überschreiter,
nichts hemmt deinen Siegslauf.
Mit den Mäusen und den Ratten,
die uns überfallen hatten,
räumtest du gar gründlich auf.
Sei bedankt, du wack’rer Degen
Heil sei dir auf allen Wegen,
der du treu warst bis zuletzt.
Sieh, wie unsre Fahnen wehen
und in jedem Herzen stehen
Male, die du dir gesetzt!
Anm.: »Ostmark« meint in dem Lied natürlich das, was man damals so nannte — die Ostgebiete des Königreichs Preußens, also v.a. die Provinzen Posen, Ost- und Westpreußen.
Heute vor achtzig Jahren
... starb hochbetagt im 84. Lebensjahr der frühere Botschafter Österreich-Ungarns beim Quirinal, d.h. dem italienischen Königshof, Heinrich Graf von Lützow zu Drey-Lützow und Seedorf (der überaus informative Wikipedia-Artikel über diesen gewiegten Karrierediplomaten alter Schule liefert zu ihm alle biographischen Hinweise). Besagter Graf Lützow wurde auf diesem Blog im letzten Sommer anläßlich des Gedenkens an den Ausbruch des Ersten Weltkriegs mit Auszügen aus seinen gelegentlich antiquarisch noch erhältlichen, höchst lesenswerten Erinnerungen »Im diplomatischen Dienst der k.u.k. Monarchie«, (erst 1971, also lang nach seinem Tode, herausgegeben) zitiert (I – II – III – IV – V).
Sicher — dieser Berufsdiplomat war keine jener Gestalten, die um die Jahrhundertwende das Geschick der Völker Europas und der Welt »gestaltete«, dazu war sein Posten — bei aller protokollarischen Höhe, von der wir uns heute, wo jeder Kleinstaat auf der ganzen Welt »Botschafter« entsendet, was früher nur im diplomatischen Verkehr der traditionellen Großmächte untereinander (sic!) üblich war, ja gar keinen Begriff machen können — einfach nicht bedeutend genug. Dennoch: wäre der k.u.k. Außenminister Graf Aerenthal auf Lützows Überlegungen hinsichtlich Italien besser eingegangen, hätte zumindest eine dauernde italienische Neutralität (die dann keineswegs auszuschließen gewesen wäre!) die Gewichte im Ersten Weltkrieg entscheidend zugunsten der Mittelmächte verschoben, und so wohl zu einem anderen Ausgang geführt. Gar nicht zu denken, was (bei der traditionellen Animosität zwischen Italien und Frankreich auch durchaus vorstellbar!) ein etwaiger Kriegseintritt Italiens an der Seite seiner Dreibund-Verbündeten bedeutet hätte! Hier wäre Frankreich durch den notwendigen Schutz der Grenze gegen Italien wohl im Norden gegen die deutsche Heeresleitung schrittweise ins Hintertreffen geraten — und ob dann die Regierung der USA sich entschlossen hätte, an der Seite der mutmaßlichen Verlierer in einen beim Volk höchst unpolulären Krieg einzutreten, darf zumindest in Zweifel gezogen werden.
So beweist die Geschichte immer wieder, daß selbst scheinbare »Nebenschauplätze« von Politikern oft zu Unrecht vernachlässigt werden. Aerenthals legendäre Frage in der Bosnienkrise von 1908 an seinen Botschafter Lützow: »Kannst Du mir garantieren, daß Deine Katzelmacher Ruhe geben?« — um dann, post festum, sobald Bosnien eingesackt war, völlig intransigent alle Vorschläge Lützows, Italien für sein maßvolles Verhalten in dieser Sache mit einer Kleinigkeit zu »belohnen«, abzuschmettern — werden von Lützow in seinen Memoiren als »Katastrophenpolitik« charakterisiert. Vielleicht ist dieser Begriff etwas zu scharf im Urteil, und sicherlich bestand bei Lützow ein (verständliches) Ressentiment gegenüber dem Mann, der ihn mit der recht originellen Begründung: »Du hast Deine Sache ja gut gemacht, aber jetzt soll es halt ein anderer machen«, von seinem Posten hinterrücks abgeschossen hatte.
Dennoch: wer wie Lützow nach seiner Kaltstellung im Jahr 1910 erleben mußte, daß sein Nachfolger Kajetan Mérey von Kapos-Mére, mit geringem Geschick alles an Aufbauarbeit zerstörte, was Lützow in seinen Botschafterjahren in geduldiger Kleinarbeit aufgebaut hatte, der hat auch ein Recht, verbittert zu sein. Lützow erlebte hier in etwas kleinerem Maßstab exakt das, was Reichskanzler Fürst Bülow mit seinem Nachfolger Bethmann Hollweg widerfuhr: ein Diplomat mit weltmännischem Geschick, für sein Land Vorteile herauszuholen, ohne daß ihm die Gegenseite allzu gram ist, muß miterleben, wie sein weit weniger geschickter, dafür von seinen »Doktrinen« und »Prinzipien« umso felsenfester überzeugter Nachfolger von Fallstrick zu Fallstrick stolpert. Tantalusqualen waren es wohl, was Graf Lützow (oder ein Fürst Bülow) dabei empfunden haben muß!
Lützow war zwar noch als Mitglied des Herrenhauses (und als langjähriger Präsident des Wiener Jockey Club) von einer gewissen politisch-gesellschaftlichen »Prominenz«, aber sein vorgerücktes Alter verhinderte, daß er während des Ersten Weltkrieges noch einmal reaktiviert wurde. In der Zeit der Ersten Republik wollte sich der überzeugte Monarchist ohnehin nicht mehr engagieren. Erst in den 1930er-Jahren, als die Witwe des Kronprinzen Rudolph, Stephanie von Belgien, nunmehrige Fürstin Lonyay, ihre Memoiren (»Ich sollte Kaiserin werden«) veröffentlichen wollte, geriet der inzwischen hochbetagte Graf Lützow wieder ein wenig in die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit, denn Stephanie verlangte vom Verleger (zu dessen geringer Begeisterung), daß nur Lützow, zur Zeit ihrer Verlobung mit Kronprinz Rudoph als junger Legationssekretär in Brüssel akkreditiert, als einziger Mann ihres vollsten Vertrauens die Herausgabe ihrer Memoiren überwachen dürfe — nun, Gott sei Dank waren damals die Erinnerungen des alten Botschafters noch nicht publiziert, denn die frühere Kronprinzessin hätte dort einige doch eher wenig schmeichelhafte Charakterisierungen des »unreifen Backfischs«, den da der österreichisch-ungarische Kronprinz heiraten sollte, lesen müssen.
1934 starb nach fünfundfünfzig Jahren Ehe Lützows geliebte Gattin, die er als junger Diplomat in den Niederlanden kennengelernt hatte. Nur knapp ein Jahr später folgte er ihr ins Grab.
Wie so vielen seiner Altersgenossen (also um/nach 1850 geboren) war Lützow kein »rundes« Leben beschieden. Die glücklicheren unter ihnen waren wohl die, die noch relativ jung, ca. mit sechzig, also vor der Katastrophe des Ersten Weltkriegs, verstarben — sie quälten vielleicht Ahnungen kommender Schrecken. Diejenigen, die die Geschehnisse des Weltkriegs, die an Opfern und Leiden alles vorherige, wenigstens seit den Napoleonischen Kriegen, übertrafen, miterleben mußten, waren bereits in einem Alter, in dem für gewöhnlich die Annahme eines völlig neuen Systems nicht mehr leicht möglich war. Großgeworden in Monarchien, mit Begriffen von Takt und Anstand erzogen, wollten ihnen die doch eher plebejischen Republiken nach 1918 nicht recht gefallen. Wer wie Lützow gar bis in die Nazi-Zeit lebte, konnte wohl schwer Begeisterung für die marodierenden SA-Horden aufbringen, wenn er einst Hofzeremoniell gewohnt war — und die selbstverständlichen Ahnenproben der Malteser-Ritter waren halt doch was anderes als ein Ariernachweis.
Lützow verfaßte seine Memoiren zur Zeit des Bundeskanzlers Ignaz Seipel, den er als Staatsmann und Mensch gleichermaßen achtete, und vermerkte darin etwas wehmütig, daß er Menschen der jüngeren Generationen verstehen könne, die unter einem Bundeskanzler wie Seipel den alten monarchistischen Überzeugungen untreu würden, und ihre Arbeitskraft auch einem republikanischen Staat zur Verfügung stellten.
Seinen Abschlußbericht an Aerenthal hatte er 1910 mit dem leicht abgewandelten klassischen Zitat: »Feci, quod potui, faciant meliora sequentes!« (»Ich tat, was ich vermochte; mögen es meine Nachfolger besser tun!«) beendet. Es war ihm nicht vergönnt, diese Hoffnung bestätigt zu erfahren ...
Sicher — dieser Berufsdiplomat war keine jener Gestalten, die um die Jahrhundertwende das Geschick der Völker Europas und der Welt »gestaltete«, dazu war sein Posten — bei aller protokollarischen Höhe, von der wir uns heute, wo jeder Kleinstaat auf der ganzen Welt »Botschafter« entsendet, was früher nur im diplomatischen Verkehr der traditionellen Großmächte untereinander (sic!) üblich war, ja gar keinen Begriff machen können — einfach nicht bedeutend genug. Dennoch: wäre der k.u.k. Außenminister Graf Aerenthal auf Lützows Überlegungen hinsichtlich Italien besser eingegangen, hätte zumindest eine dauernde italienische Neutralität (die dann keineswegs auszuschließen gewesen wäre!) die Gewichte im Ersten Weltkrieg entscheidend zugunsten der Mittelmächte verschoben, und so wohl zu einem anderen Ausgang geführt. Gar nicht zu denken, was (bei der traditionellen Animosität zwischen Italien und Frankreich auch durchaus vorstellbar!) ein etwaiger Kriegseintritt Italiens an der Seite seiner Dreibund-Verbündeten bedeutet hätte! Hier wäre Frankreich durch den notwendigen Schutz der Grenze gegen Italien wohl im Norden gegen die deutsche Heeresleitung schrittweise ins Hintertreffen geraten — und ob dann die Regierung der USA sich entschlossen hätte, an der Seite der mutmaßlichen Verlierer in einen beim Volk höchst unpolulären Krieg einzutreten, darf zumindest in Zweifel gezogen werden.
So beweist die Geschichte immer wieder, daß selbst scheinbare »Nebenschauplätze« von Politikern oft zu Unrecht vernachlässigt werden. Aerenthals legendäre Frage in der Bosnienkrise von 1908 an seinen Botschafter Lützow: »Kannst Du mir garantieren, daß Deine Katzelmacher Ruhe geben?« — um dann, post festum, sobald Bosnien eingesackt war, völlig intransigent alle Vorschläge Lützows, Italien für sein maßvolles Verhalten in dieser Sache mit einer Kleinigkeit zu »belohnen«, abzuschmettern — werden von Lützow in seinen Memoiren als »Katastrophenpolitik« charakterisiert. Vielleicht ist dieser Begriff etwas zu scharf im Urteil, und sicherlich bestand bei Lützow ein (verständliches) Ressentiment gegenüber dem Mann, der ihn mit der recht originellen Begründung: »Du hast Deine Sache ja gut gemacht, aber jetzt soll es halt ein anderer machen«, von seinem Posten hinterrücks abgeschossen hatte.
Dennoch: wer wie Lützow nach seiner Kaltstellung im Jahr 1910 erleben mußte, daß sein Nachfolger Kajetan Mérey von Kapos-Mére, mit geringem Geschick alles an Aufbauarbeit zerstörte, was Lützow in seinen Botschafterjahren in geduldiger Kleinarbeit aufgebaut hatte, der hat auch ein Recht, verbittert zu sein. Lützow erlebte hier in etwas kleinerem Maßstab exakt das, was Reichskanzler Fürst Bülow mit seinem Nachfolger Bethmann Hollweg widerfuhr: ein Diplomat mit weltmännischem Geschick, für sein Land Vorteile herauszuholen, ohne daß ihm die Gegenseite allzu gram ist, muß miterleben, wie sein weit weniger geschickter, dafür von seinen »Doktrinen« und »Prinzipien« umso felsenfester überzeugter Nachfolger von Fallstrick zu Fallstrick stolpert. Tantalusqualen waren es wohl, was Graf Lützow (oder ein Fürst Bülow) dabei empfunden haben muß!
Lützow war zwar noch als Mitglied des Herrenhauses (und als langjähriger Präsident des Wiener Jockey Club) von einer gewissen politisch-gesellschaftlichen »Prominenz«, aber sein vorgerücktes Alter verhinderte, daß er während des Ersten Weltkrieges noch einmal reaktiviert wurde. In der Zeit der Ersten Republik wollte sich der überzeugte Monarchist ohnehin nicht mehr engagieren. Erst in den 1930er-Jahren, als die Witwe des Kronprinzen Rudolph, Stephanie von Belgien, nunmehrige Fürstin Lonyay, ihre Memoiren (»Ich sollte Kaiserin werden«) veröffentlichen wollte, geriet der inzwischen hochbetagte Graf Lützow wieder ein wenig in die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit, denn Stephanie verlangte vom Verleger (zu dessen geringer Begeisterung), daß nur Lützow, zur Zeit ihrer Verlobung mit Kronprinz Rudoph als junger Legationssekretär in Brüssel akkreditiert, als einziger Mann ihres vollsten Vertrauens die Herausgabe ihrer Memoiren überwachen dürfe — nun, Gott sei Dank waren damals die Erinnerungen des alten Botschafters noch nicht publiziert, denn die frühere Kronprinzessin hätte dort einige doch eher wenig schmeichelhafte Charakterisierungen des »unreifen Backfischs«, den da der österreichisch-ungarische Kronprinz heiraten sollte, lesen müssen.
1934 starb nach fünfundfünfzig Jahren Ehe Lützows geliebte Gattin, die er als junger Diplomat in den Niederlanden kennengelernt hatte. Nur knapp ein Jahr später folgte er ihr ins Grab.
Wie so vielen seiner Altersgenossen (also um/nach 1850 geboren) war Lützow kein »rundes« Leben beschieden. Die glücklicheren unter ihnen waren wohl die, die noch relativ jung, ca. mit sechzig, also vor der Katastrophe des Ersten Weltkriegs, verstarben — sie quälten vielleicht Ahnungen kommender Schrecken. Diejenigen, die die Geschehnisse des Weltkriegs, die an Opfern und Leiden alles vorherige, wenigstens seit den Napoleonischen Kriegen, übertrafen, miterleben mußten, waren bereits in einem Alter, in dem für gewöhnlich die Annahme eines völlig neuen Systems nicht mehr leicht möglich war. Großgeworden in Monarchien, mit Begriffen von Takt und Anstand erzogen, wollten ihnen die doch eher plebejischen Republiken nach 1918 nicht recht gefallen. Wer wie Lützow gar bis in die Nazi-Zeit lebte, konnte wohl schwer Begeisterung für die marodierenden SA-Horden aufbringen, wenn er einst Hofzeremoniell gewohnt war — und die selbstverständlichen Ahnenproben der Malteser-Ritter waren halt doch was anderes als ein Ariernachweis.
Lützow verfaßte seine Memoiren zur Zeit des Bundeskanzlers Ignaz Seipel, den er als Staatsmann und Mensch gleichermaßen achtete, und vermerkte darin etwas wehmütig, daß er Menschen der jüngeren Generationen verstehen könne, die unter einem Bundeskanzler wie Seipel den alten monarchistischen Überzeugungen untreu würden, und ihre Arbeitskraft auch einem republikanischen Staat zur Verfügung stellten.
Seinen Abschlußbericht an Aerenthal hatte er 1910 mit dem leicht abgewandelten klassischen Zitat: »Feci, quod potui, faciant meliora sequentes!« (»Ich tat, was ich vermochte; mögen es meine Nachfolger besser tun!«) beendet. Es war ihm nicht vergönnt, diese Hoffnung bestätigt zu erfahren ...
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