Montag, 20. Juni 2022

Mjaskowski: Symphonie No. 20 in E-dur, op. 50 (1940)

von LePenseur
 
 

Das Akademische Staatsorchester von Rußland spielt wieder unter der bewährten Stabführung von Eugen Swetlanow. Das dreisätzige, mit ca. 27 Minuten Dauer eher kurze Werk wurde am 28. November 1940 in — und das ist wirklich ein anekdotischer Zufall! — Gegenwart hochrangiger sowjetischer und deutscher Gäste uraufgeführt: es war die Zeit des Nichtangriffspaktes zwischen Hitler-Deutschland und der UdSSR unter Stalin. Im selben Jahr wurde der Komponist übrigens für sein symphonisches Schaffen mit einem Ehrendoktorat ausgezeichnet.

Der erste Satz, Allegro con spirito, gesellt in ganz klassischer Formgestaltung einem energischen Hauptthema ein lyrisches Seitenthema zu und entwickelt diese in kontrapunktischer Weise kunstvoll in der Durchführung und beschließt nach der Repise in einer kurzen Koda den Satz mit dem energischen Haupttthema.

Im langsamen zweiten Satz (Adagio, ab min. 8:11) fließt ein romantisches Thema zunächst in schlichter Ruhe dahin, um dann immer expressiver und ausgreifender variiert zu werden und schließlich zur anfänglichen Schlichtheit zurückzukehren.

Im Finale (Allegro inquieto, ab min. 16:53) klingen lyrisch-folkloristische Töne an, die an Borodin denken lassen. Die Themen gewinnen in der Durchführung an Dramatik, wobei das Hauptthema nach der Reprise in einem hymnischen Aufschwung das Werk in feierlicher Weise beschließt.

Es ist nur schwer begreiflich, warum das schöne und dem Hörer unmittelbar eingängige Werk kaum Verbreitung fand. Erst 1993 wurde es aufgenommen und erschien überhaupt erstmals 2002 beim Label »Olympia« auf CD.


4 Kommentare:

Franz Lechner hat gesagt…

Das ist wirklich eine schöne Symphonie, die mich endlich überzeugt hat, mich mit diesem Komponisten ernstlich auseinanderzusetzen. vielen Dank dafür! nach dem 4.Bruckner-Urfassungs-Geschwurble wieder ein Daumen hoch für die penseuristische Kulturredaktion!

Dass damit der Hitler-Stalin-Pakt nachzelebriert wurde, verleiht dem Ganzen eine schizophrene bis surrealistische Note- das muss eine ganz spezifische Stimmung bei der Uraufführung dieser so unpassend-festlichen Musik gewesen sein!

Le Penseur hat gesagt…

Geschätzter Herr Collega,

freut mich, daß Ihnen dieser Mjaskowski zusagt! Aber mit dem armen Kollegen Zlabinger müssen Sie deshalb nicht so scharf ins Gericht gehen! Er hat sich ja bemüht, das werden Sie doch zugeben!

;-)

Barbarossa hat gesagt…

Im Gegenteil, das ist gerade stimmig! Der Hitler-Stalin-Pakt war der beste und klügste Vertrag des 20. Jahrhunderts. Und der einzige wirkliche, allerdings alles in den Abgrund ziehende Fehler Hitlers, dass er ihn gebrochen hat. Hitler und Stalin gemeinsam gegen den verbrecherischen US-Deep-State, und die Welt wäre heute eine ganz andere, bessere.

Kreuzweis hat gesagt…

Barbarossa hat gesagt...

"Im Gegenteil, das ist gerade stimmig! Der Hitler-Stalin-Pakt war der beste und klügste Vertrag des 20. Jahrhunderts. Und der einzige wirkliche, allerdings alles in den Abgrund ziehende Fehler Hitlers, dass er ihn gebrochen hat. Hitler und Stalin gemeinsam gegen den verbrecherischen US-Deep-State, und die Welt wäre heute eine ganz andere, bessere."

Diesen Verdacht hatte ich auch bereits, denn objektiv war Stalin gegen westlichen Großverbrecher ein kleines Teufelchen!
1.) Hitler soll ob der überzogenen Gebietsforderungen Stalins zur Verlängerung des Paktes einen dicken Hals bekommen haben. Unsere ach-so-edlen "Befreier" warfen Stalin weit größere Gebiete in den Rachen!
2.) Stalin spielte ein falsches Spiel, die SU hatte sich vor den Präventivangriff des 3. Reiches tatsächlich zu einem Angriff aufgestellt, dazu habe ich hinreichend Zeitzeugen (z.B. Aufklärer) gehört.
3.) Stalin konnte Hitler ob seines primitiven Rassismus und seiner Englandvernarrtheit ("Unsere arischen Brüder" - drauf g'schissn!) auch nicht über den Weg trauen.
4.) Hätte es Röhm und seine warme SA noch gegeben, hätten sie mit den sowjetischen Genossen auf Bryderschaft saufen können und das wäre wohl zuverlässiger gewesen, als jede vergaunerte Diplomatie. Immer noch ist es leicht, Goten gegen Goten aufzuhetzen)
5.) Seit ich weiß, daß die Urkrainer (also "arische Brieder") in der Sowjetarmee in Schlesien schlimmer hausten, als die Asiaten bzw. Sibiriaken, kann mir jede arische Briederschaft gestohlen bleiben!