Mittwoch, 22. Juni 2022

EWG 2.0

von it's  me  
 
 
Die „Völkerrechtlerin“ Analena Baerbock will, so wie ich, die EU von innen verändern, wobei sie etwas anderes darunter versteht als ich.

Sie will die festgelegten Spielregeln zu ihren Gunsten verändern — „Abtrünnige“ Länder sollen einfach mit relativer Mehrheit überstimmt werden können.

Meine Vorstellung geht in eine völlig andere Richtung, nämlich in die einer EWG 2.0, ein reiner Wirtschaftsraum mit politisch völlig unabhängigen Staaten. Die jungen Leser sollten wissen, dass die EWG die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft war, die sich zu Beginn aus den BENELUX-Staaten, Frankreich, Italien und der Bundesrepublik Deutschland zusammensetzte, aus der sich später die EU in seiner jetzigen, aufgeblähten, rigiden und diktatorisch agierenden Form entwickelte.

Logischerweise kann es keine innenpolitische Blaupause geben, die in Sizilien indiziert ist, aber für Finnland überhaupt nicht passt. Auch außenpolitische Intentionen sind unterschiedliche zwischen denen einer BRD und der von Bulgarien.

Außerdem kostet dieser Moloch in Brüssel Unsummen, die entbehrlich wären mit dem „Nachteil“, dass man zu entsorgende Altlasten in Form von abgetakelten Politikern in Rente schicken und nicht mehr in Brüssel entsorgen könnte. Aber das ist nicht das Problem des Steuerzahlers, im Gegenteil, es würde eine Entlastung für sie bedeuten.

Mein Traum ist ein Wirtschaftsbereich wie jetzt, offene Grenzen und freier Arbeitsmarkt, für die starken Länder eine einheitliche Währung, aber die Entscheidung, wie viele Watt ein Staubsauger oder wie die Krümmung einer Banane zu sein hat, liegt bei den betroffenen Mitgliedsländern und nicht bei einer zentralen Behörde.

Unter diesen Umständen könnten sämtliche gutmenschlichen Mitleidssimulanten der Ukraine eine Mitgliedschaft am Wirtschaftsraum anbieten (mit Übergangsfrist), ohne dass wir damit gleich einen 45-Millionen-Empfänger-Klotz ans Bein gebunden bekommen.

Was ist daran so schlecht, dass man diese Möglichkeit nicht einmal andenkt? Warum will man wegen der Milch in den Kaffee gleich die ganze Kuh kaufen?

Oder ist auch hier der Einfluss der egomanischen, nur auf den eigenen Vorteil erpichten USA so stark, dass man den Wirtschaftsraum unter Kontrolle hat, der sich politisch durch seine unterschiedlichen politischen Interessen gegenseitig schwächt.

Beim Gedanken an die EWG 2.0 geht natürlich meine Phantasie mit mir durch und ich stelle mir das blöde Gesicht der USA vor, gäbe es einen Wirtschafttsraum von Lissabon bis Wladiwostok mit dem enormen Vorteil, dass er sich dabei nur aus Ländern zusammensetzt mit einer ähnlichen Kultur, einer ähnlichen christlichen Ethik und daher mit sehr großer Kompatibilität. Eine weitgehende Unab-hängigkeit von den muslimischen Ländern auf dem Energiesektor wäre auch gegeben, denn ich wüsste mein Geld lieber in die Transsibirische Eisenbahn investiert oder in den Jäger in Kamtschatka (dort will ich unbedingt einmal hin) als in das Gehalt des Henkers in Saudi-Arabien, der jeden Freitag (ooops, irgendein Politikertrampel hat doch gemeint, dass doch nicht jeden Freitag ...) angeblichen Ehebrecherinnen den Kopf vom Rumpf trennt, oder in Bomben, die sie dann im Jemen auf Kinder werfen.

2007 haben die USA den Grundstein gelegt, unter der Mithilfe von Politikern, denen Eigeninteressen, Populismus und persönliche Vorteile wichtiger waren, den Westen zu spalten und ein Prosperieren weitgehendst zu unterbinden.

Möglich nur durch die Nachfolgegeneration von Kohl, Merkel, Thatcher und Mitterand, die meist am Intellekt scheitert bzw. an ihrer politischen Ideologie. 
 

4 Kommentare:

Franz Lechner hat gesagt…

Letztlich wäre auch diese Wirtschaftsunion ein ziemliches Übel, und zwar aus diversen Gründen: erstens als zentrale Instanz für Einflussnahme aller Art inck. Korruption. Es ist leichter eine zentrale Regierung zu schmieren als x-Kleinstaaten. Zweitens fördern wirtschaftliche Großraumstrukturen Konzerne und Multimilliardäre und lassen kleine auf der Strecke bleiben.

Was für ein Europäisches Bündnis bliebe wäre in der Tat die Außenpolitik, aber nur sofern konkrete Interessen von Einzelstaaten betroffen sind, also schon gar nicht als verlängerter Arm der NATO. Man könnte also zB die Türkei sanktionieren wegen Verletzung griechischer Rechte oder Interessen. Dazu wäre eine Umweltagenda nützlich, natürlich jenseits des Klimaschwachsinns, etwa ein gemeinsamer hoher Umweltstandard, Förderung umweltfreundlicher Infrastrukturen wie der internationale Bahnausbau, ein Schutz auf europäischer Ebene wertvoller Naturschutzgebiete etc.
Dazu noch als ideeller, metapolitischer Rahmen, was Europäertum und europäisches Wesen betrifft.
Also in allem ziemlich das genaue Gegenteil der Realität, weshalb nur eine Hoffnung bleibt: die komplette Abwrackung. Auf dieser Union lässt sich nichts Rechtes gründen, sie gehört auf die Müllhalde der Geschichte mit all ihren glühenden Exponenten.

Das Traurige ist, dass die kleinen Staaten letztlich einstimmig das Ende der Einstimmigkeit mitbestimmen werden, unser beschissenes Österreich allen voran.

Anonym hat gesagt…

Corbett Report: Feudalismus 2.0 (Gastauftritt Michael Crichton)
In deutscher Übersetzung

https://odysee.com/@AugenAufMedienAnalyse:6/feudalismus20:e

Sandokan

Anonym hat gesagt…

Die „ähnliche christliche Ethik“ ist aber in den vergleichsweise noch sehr christlichen USA viel breiter verankert als im weitestgehend „gottlos“ gewordenen Europa. Wladiwostok“ inklusive, denn das pseudochristliche Getöne in Russland ist reine Politfolklore. Man schaue sich nur die Abtreibungsrate dort an.
Also, wer christliche Werte will, muss USA-orientiert sein.

FDominicus hat gesagt…

Es beruhigt mich ein wenig, das es doch Einige, Viele? Leute gibt, die diese EU ablehnen und einen EWG klar befürworten. Leider ist das aber gena nicht was die Politiker wollen. Die wollen mehr Zahler für ihre Weltverbesserung, das Problem mit jeder Verbesserung durch Gewalt, es geht auf Dauer niemals gut und Verteilungskämpfe aka Krieg so gut wie unausweichlich. Das wir 70 Jahren Frieden in Europa haben, haben wir nicht wegen der EU sondern trotz er EU. Wir waren auch vor der EU nicht in Gefahr mit Waffen aufeinander los zu gehen, aber wer weiß ob sich das beim Zerfall der EU auch so ausgeht.