Freitag, 23. Januar 2026

Everyday Witchcraft

by  Meme Dept. 



Zeitlose Wahrheiten aus dem Netz (172)

by  Meme Dept. 


 
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Der beginnende Verlust der persönlichen Freiheit

von Helmut
 
 
Diesen Beitrag sollte nur derjenige lesen, der sich immer noch an der europäischen Idee orientiert. Denn man könnte ja auch sagen: „Was interessiert mich Rumänien, die sind sowieso mit allem hintendran...“ 
 
Ich aber habe immer noch das europäische Ideal im Ziel — aber mit Sicherheit nicht in dieser Form!

Der casus cnactus dabei ist, dass hier systematisch die verfassungsmäßigen Grundrechte attackiert oder gar ignoriert werden, mit Wissen von Brüssel. Die EU-Führung aber schweigt dazu, weil Rumänien zu den kritiklosen Vasallenstaaten gehört, die Vorbereitungen für den Krieg gegen Russland in aller Form mitmacht (Transit sowie Unterbringung von fremden Soldaten der NATO, sowie Einberufung der eigenen Soldaten zum Wehrdienst), und auch sonst zu den überzeugten Abnickern aller Maßnahmen in Brüssel gehört.

Anders ist Orban in Ungarn, der sich auf die Interessen des eigenen Volkes konzentriert und deshalb ein Dorn im Auge der EU ist. Man stelle sich einmal vor, dass derartige Rechtsbrüche wie in Rumänien in Ungarn ablaufen würden, wie groß dann der Aufschrei in Brüssel wäre. So aber wird da kommentarlos darüber hinweg gegangen.

Ich aber fühle mich da genötigt, zu handeln. Henryk Broder hatte ja so treffend zu den Jugendlichen in einer Diskussion gesagt, als sie gefragt haben, wie das denn im 3. Reich überhaupt möglich war, dass man ein ganzes Volk systematisch in den Abgrund führen konnte. Er erklärte es mit seiner Antwort:

„Weil sie damals so waren, wie Ihr heute seid“

Ich sehe das genauso und wehre mich gegen die Anfänge. Deshalb lehne ich mich immer wieder aus dem Fenster, auch, wenn es für mich nicht gerade ungefährlich ist. Aber das Wort „Angst“ ist mir fremd. Meine Aktion von gestern, und die likes sowie positiven Kommentare sind in Windeseile auf ein hohes Niveau gelangt (im rumänischen Facebook, übersetzt auf deutsch):

WO SIND DIE WÄHLER VON HORATIU POTRA? AUFRUF ZUR DEMO!

Wer sich an die letzte Kommunalwahl erinnert, weiß, dass es nur wenige Stimmen waren, die Potra (Bürger-meisterkandidat) angeblich hinter Roman (amtierender Bürgermeister) gelegen hat. Ich gehe davon aus, dass sich jeder, der damals Potra gewählt hat, über seine Gründe der Wahl im Klaren war.

Es hat sich aber so entwickelt, dass man diesen Mann, der mit den Unregelmäßigkeiten und der Korruption in Mediasch (Stadt in Siebenbürgen) aufräumen wollte, mit Hilfe der PNL (eine Partei der Regierungskoalition) als Staatsfeind eingestuft hat.

Mit Hilfe von immer noch nicht bewiesenen Anschuldigungen, unter völliger Missachtung des Strafrechts-paragraphen, wurde dieser Mann verfolgt. Er gilt als politisch Verfolgter in Rumänien.

Da die Staatsanwälte krampfhaft versuchen, hier irgendwelche Mosaiksteine herauszufinden, die eine Anklage zum Erfolg führen könnten, was ihnen aber bis jetzt nicht gelungen ist, verhängte man den präventiven Arrest (= Untersuchungshaft) über diesen Mann. Natürlich auch über seine Verwandten, was aber mit dem heutigen Tag für diese Verwandten aufgehoben wurde. Für ihn selbst aber besteht dieser präventive Arrest seit seiner freiwilligen Rückkehr nach Rumänien weiter.

Jedem, der in der Lage ist, das Strafrecht zu lesen, wird klar sein, dass hier gegen geltendes Recht verstoßen wurde. Der Artikel 223, aus dem die Begründung für den präventiven Arrest hervorgeht, enthält keinen einzigen Punkt, der für Potra für die weitere Arrestierung eine juristische Begründung darstellt.

Der Zweck dieses präventiven Arrestes ist zweierlei:

  • Man versucht bei der Staatsanwaltschaft, Zeit zu schinden, um irgendwelche imaginären Beweise zu finden, die man beim anschließenden Prozeß verwenden kann. Aber das läuft ins Leere.  
  • Der andere Grund ist, Herrn Potra nach den vielen Wochen des Arrests psychisch zu brechen, was aber mit Sicherheit nicht gelingt, weil Potra aus einem ganz anderen Holz geschnitzt ist.

Nun ist mir aus der Geschichte bekannt, wie man in anderen totalitären Regimen in der Vergangenheit das Recht missbraucht hat, um politische Ziele zu erreichen oderwie in diesem Fallezu wahren.

Ein berühmter Widerstandskämpfer gegen das Nazi-Regime und berühmter Schriftsteller Deutschlands, Bertholt Brecht, hat einmal ganz treffend gesagt:

„Wenn Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht, Gehorsam aber zum Verbrechen“

Mein Großvater hat das im Nationalsozialismus ernst genommen und dafür mit dem Leben bezahlt. Aber ich sehe mich in der Erbfolge der Verantwortung und werde mich genauso für Leute, die unschuldig eingekerkert wurden, einsetzen. Ich mache das nicht für mich persönlich, sondern für die Bevölkerung in Rumänien. Dieses Land ist es einfach wert, dass ich mich dafür einsetze.

Aber jeder soll sich darüber im Klaren sein, dass es für alles einen Anfang gibt. Dieser Anfang war bereits im Dezember 2024 mit Georgescu (illegale Annullierung der Präsidentenwahl), und er nimmt immer mehr Formen an. Deutlich wurde es in dem Report: DOCUMENTAR RECORDER. Justiție capturată. (investigative Jour-nalisten haben die illegale Verbindung zwischen Regierung und Justiz aufgedeckt)

Das bedeutet im Klartext: Für Potra auf die Straße zu gehen und für seine Freilassung zu demonstrieren, ist keine Art von Gefälligkeit für Potra, sondern es ist ein Manifest dafür, dass man nicht bereit ist, juristische Willkür aus politischen Gründen hinzunehmen.

Diese Willkür kann jeden treffen, heute, morgen, oder irgendwann. Mich, Dich, den Nachbarnund wenn wir schweigen, dann interpretieren das diejenigen, die über uns Politik machen, immer als Zustimmung.

Deshalb ist das Eintreten für die Freiheit für Potra auch das Eintreten für unsere zukünftige Freiheit, für uns selbst, für unsere Kinder und Enkel. Denn sonst wären die Leute im Dezember 1989 umsonst gestorben.

Ich rufe zu einer Demonstration am Samstag, den 31.1.2026 auf, die am Nachmittag stattfinden wird. Die genauen Details werden noch publiziert. Demonstration für die Freilassung Potras, aber auch eine Demonstra-tion für das geltende Recht zum Schutz der Bevölkerung.
 

Donnerstag, 22. Januar 2026

Realsatire - Europa freundet sich mit der Vorstellung an

von Sandokan
 
"Sie werden meiner nicht entkommen!" 
 der Zauberkönig in Ödön von Horvaths "Geschichten aus dem Wiener Wald"

Europe gets around with the idea - Europa freundet sich mit der Vorstellung an.
 
So meinte kürzlich ein hochrangiger Vertreter der Regierung Trump zur erzwungenen Freiwilligkeit der Übergabe Grönlands an die USA. Und das war für amerikanische Verhältnisse noch diplomatisch ausgedrückt.

Denn eigentlich ist die EU angesichts der Realität bloß umgekippt - Europe rolled over.
Das Mädchen Marianne in Geschichten aus dem Wienerwald entschied sich für die Prostitution als Ausweg, um dem dominanten und herrschsüchtigen Patriarchen dennoch zu entkommen.
 
Das ist also keine Option mehr für die Eurokraten, haben diese sich doch bereits im Vorfeld prostituiert.

Douglas Macgreor: Foreign Policy Without a Plan, Who’s in charge?

von kennerderlage
 
 
Douglas Macgregor spricht mit Judge Andrew Napolitano zur vollkommen unklaren Situation, die durch die chaotische "Aussenpolitik" der derzeitigen Administration derzeit herrscht:
 
 
Ebenso interessant sind die Statements zu Trumps Rede in Davos in Daniel Davis' Youtube-Kanal "Deep Dive" :
 
 

Die Rede des kanadischen Premiers in Davos beim IWF

von Helmut
 
 
In Davos, Schweiz, hielt der kanadische Premierminister Mark Carney eine Rede, die meiner Meinung nach in zukünftigen Geschichtsbüchern als eine Rede von epochaler Bedeutung verzeichnet werden wird. Sie ist tiefgründig, treffend und für eine andere „Mittelmächte“ wie z.B. Australien von großer Relevanz.

Natürlich unterschreibe ich nicht jeden Satz davon, aber ich vergleiche den Inhalt mit Aussagen von deutschsprachigen Kanzlern, wie z.B. Deutschland oder Österreich. Da merkt man dann schnell, welche Hinterwäldler da eine Führungsrolle für sich beanspruchen.

Hier ist der vollständige Text dieser Rede. Ich empfehle dringend, ihn vollständig zu lesen, und habe ihn gleich übersetzt:
 
„Es ist mir eine Freude – und eine Pflicht –, an diesem Wendepunkt für Kanada und für die Welt bei Ihnen zu sein.
Heute werde ich über den Bruch in der Weltordnung sprechen, über das Ende einer schönen Geschichte und den Beginn einer brutalen Realität, in der die Geopolitik zwischen den Großmächten keinen Beschränkungen unterliegt.
Ich möchte Ihnen aber auch darlegen, dass andere Länder, insbesondere Mittelmächte wie Kanada, nicht machtlos sind. Sie haben die Fähigkeit, eine neue Ordnung aufzubauen, die unsere Werte verkörpert, wie die Achtung der Menschenrechte, nachhaltige Entwicklung, Solidarität, Souveränität und territoriale Integrität der Staaten.
Die Macht der weniger Mächtigen beginnt mit Ehrlichkeit.
Jeden Tag werden wir daran erinnert, dass wir in einer Ära der Rivalität zwischen Großmächten leben. Dass die auf Regeln basierende Ordnung verblasst. Dass die Starken tun, was sie können, und die Schwachen leiden, was sie müssen.
Dieser Aphorismus von Thukydides wird als unvermeidlich dargestellt – als natürliche Logik der internationalen Beziehungen, die sich wieder durchsetzt. Angesichts dieser Logik neigen Länder stark dazu, sich anzupassen, um zurechtzukommen. Um zu entgegenzukommen. Um Ärger zu vermeiden. In der Hoffnung, dass Konformität Sicherheit bringt. Das wird es nicht.
Was sind also unsere Optionen?
1978 schrieb der tschechische Dissident Václav Havel einen Aufsatz mit dem Titel „Die Macht der Machtlosen“. Darin stellte er eine einfache Frage: Wie konnte sich das kommunistische System aufrechterhalten?
Seine Antwort begann mit einem Gemüsehändler. Jeden Morgen hängt dieser Ladenbesitzer ein Schild in sein Fenster: „Arbeiter aller Länder, vereinigt euch!“ Er glaubt nicht daran. Niemand glaubt daran. Aber er hängt das Schild trotzdem auf – um Ärger zu vermeiden, um Konformität zu signalisieren, um sich anzupassen. Und weil jeder Ladenbesitzer in jeder Straße dasselbe tut, bleibt das System bestehen. Nicht allein durch Gewalt, sondern durch die Teilnahme gewöhnlicher Menschen an Ritualen, von denen sie insgeheim wissen, dass sie falsch sind.
Havel nannte dies „Leben in einer Lüge“. Die Macht des Systems beruht nicht auf seiner Wahrheit, sondern auf der Bereitschaft aller, so zu tun, als wäre es wahr. Und seine Fragilität hat denselben Ursprung: Wenn auch nur eine Person aufhört, so zu tun – wenn der Gemüsehändler sein Schild entfernt –, beginnt die Illusion zu bröckeln.
Es ist an der Zeit, dass Unternehmen und Länder ihre Schilder abnehmen.
Jahrzehntelang prosperierten Länder wie Kanada unter dem, was wir als regelbasierte internationale Ordnung bezeichneten. Wir traten ihren Institutionen bei, lobten ihre Prinzipien und profitierten von ihrer Vorhersehbarkeit. Unter ihrem Schutz konnten wir eine wertebasierte Außenpolitik verfolgen.
Wir wussten, dass die Geschichte der internationalen regelbasierten Ordnung teilweise falsch war. Dass sich die Stärksten aus Bequemlichkeit selbst davon befreien würden. Dass Handelsregeln asymmetrisch durchgesetzt wurden. Und dass das Völkerrecht je nach Identität des Angeklagten oder des Opfers mit unterschiedlicher Strenge angewendet wurde.
Diese Fiktion war nützlich, und insbesondere die amerikanische Hegemonie trug dazu bei, öffentliche Güter bereitzustellen: offene Seewege, ein stabiles Finanzsystem, kollektive Sicherheit und Unterstützung für Rahmenwerke zur Beilegung von Streitigkeiten.
Also haben wir das Schild ins Fenster gestellt. Wir haben an den Ritualen teilgenommen. Und wir haben es weitgehend vermieden, auf die Diskrepanz zwischen Rhetorik und Realität hinzuweisen.
Dieser Kompromiss funktioniert nicht mehr. Lassen Sie mich ganz offen sein: Wir befinden uns mitten in einem Bruch, nicht in einer Übergangsphase.
In den letzten zwei Jahrzehnten hat eine Reihe von Krisen in den Bereichen Finanzen, Gesundheit, Energie und Geopolitik die Risiken einer extremen globalen Integration offenbart.
In jüngerer Zeit begannen die Großmächte, die wirtschaftliche Integration als Waffe einzu-setzen. Zölle als Druckmittel. Finanzinfrastruktur als Zwangsmittel. Lieferketten als Schwach-stellen, die es auszunutzen gilt.
Man kann nicht „in der Lüge“ des gegenseitigen Nutzens durch Integration leben, wenn die Integration zur Quelle der Unterordnung wird. Die multilateralen Institutionen, auf die sich Mittelmächte verlassen haben – die WTO, die UNO, die COP –, die Architektur der kollektiven Problemlösung, sind stark geschwächt.
Infolgedessen kommen viele Länder zu denselben Schlussfolgerungen. Sie müssen eine größere strategische Autonomie entwickeln: in den Bereichen Energie, Ernährung, kritische Mineralien, Finanzen und Lieferketten.
Dieser Impuls ist verständlich. Ein Land, das sich nicht selbst ernähren, mit Energie versorgen oder verteidigen kann, hat nur wenige Optionen. Wenn die Regeln einen nicht mehr schützen, muss man sich selbst schützen.
Aber lassen Sie uns klar sehen, wohin das führt. Eine Welt voller Festungen wird ärmer, zerbrechlicher und weniger nachhaltig sein.
Und es gibt noch eine weitere Wahrheit: Wenn Großmächte selbst den Anschein von Regeln und Werten aufgeben, um ihre Macht und Interessen ungehindert zu verfolgen, werden die Gewinne aus dem „Transaktionalismus“ schwieriger zu wiederholen sein. Hegemonialmächte können ihre Beziehungen nicht kontinuierlich monetarisieren. Verbündete werden sich diversi-fizieren, um sich gegen Unsicherheiten abzusichern. Sie werden Versicherungen abschließen. Sie werden ihre Optionen erweitern. Dadurch wird die Souveränität wiederhergestellt – eine Souveränität, die einst auf Regeln beruhte, aber zunehmend in der Fähigkeit verankert sein wird, Druck standzuhalten.
Wie ich bereits sagte, hat ein solches klassisches Risikomanagement seinen Preis, aber die Kosten für strategische Autonomie, für Souveränität, können auch geteilt werden. Kollektive Investitionen in Resilienz sind kostengünstiger, als wenn jeder seine eigene Festung baut. Gemeinsame Standards reduzieren Fragmentierung. Komplementaritäten sind eine positive Summe.
Die Frage für Mittelmächte wie Kanada ist nicht, ob wir uns an diese neue Realität anpassen sollen. Das müssen wir. Die Frage ist, ob wir uns anpassen, indem wir einfach höhere Mauern bauen – oder ob wir etwas Ambitionierteres tun können. Kanada gehörte zu den ersten, die den Weckruf hörten, was uns zu einer grundlegenden Änderung unserer strategischen Haltung veranlasste.
Die Kanadier wissen, dass unsere alte, bequeme Annahme, dass unsere geografische Lage und unsere Bündnismitgliedschaften automatisch Wohlstand und Sicherheit garantieren, nicht mehr gültig ist.Unser neuer Ansatz basiert auf dem, was Alexander Stubb als „wertorientierten Realismus“ bezeichnet hat – oder, anders ausgedrückt, wir wollen prinzipientreu und pragmatisch sein.
Wir halten uns an unsere grundlegenden Werte: Souveränität und territoriale Integrität, das Verbot der Anwendung von Gewalt, außer wenn dies mit der Charta der Vereinten Nationen vereinbar ist, sowie die Achtung der Menschenrechte.
Wir sind pragmatisch und erkennen an, dass Fortschritte oft schrittweise erzielt werden, dass Interessen auseinandergehen und dass nicht jeder Partner unsere Werte teilt. Wir engagieren uns umfassend, strategisch und mit offenen Augen. Wir nehmen die Welt aktiv so an, wie sie ist, und warten nicht auf eine Welt, wie wir sie uns wünschen.
Kanada passt seine Beziehungen so an, dass ihre Tiefe unsere Werte widerspiegelt. Angesichts der Fluidität der Weltordnung, der damit verbundenen Risiken und der Bedeutung dessen, was als Nächstes kommt, legen wir den Schwerpunkt auf ein breites Engagement, um unseren Einfluss zu maximieren.
Wir verlassen uns nicht mehr nur auf die Stärke unserer Werte, sondern auch auf den Wert unserer Stärke. Diese Stärke bauen wir im eigenen Land auf.
Seit meinem Amtsantritt haben wir die Steuern auf Einkommen, Kapitalerträge und Unter-nehmensinvestitionen gesenkt, alle bundesstaatlichen Hindernisse für den interprovinziellen Handel beseitigt und beschleunigen Investitionen in Höhe von einer Billion Dollar in Energie, KI, strategische Mineralien, neue Handelskorridore und darüber hinaus.
Wir verdoppeln unsere Verteidigungsausgaben bis 2030 und tun dies auf eine Weise, die unsere heimischen Industrien stärkt.
Wir diversifizieren rasch im Ausland. Wir haben eine umfassende strategische Partnerschaft mit der Europäischen Union vereinbart, einschließlich des Beitritts zu SAFE, dem europäischen Beschaffungsbündnis für Verteidigungsgüter.
In den letzten sechs Monaten haben wir zwölf weitere Handels- und Sicherheitsabkommen auf vier Kontinenten unterzeichnet. In den letzten Tagen haben wir neue strategische Partner-schaften mit China und Katar geschlossen. Wir verhandeln derzeit über Freihandelsabkommen mit Indien, ASEAN, Thailand, den Philippinen und Mercosur.
Um zur Lösung globaler Probleme beizutragen, verfolgen wir eine variable Geometrie – unterschiedliche Koalitionen für unterschiedliche Themen, basierend auf Werten und Interessen.
In Bezug auf die Ukraine sind wir ein Kernmitglied der Koalition der Willigen und einer der größten Pro-Kopf-Beitragszahler für deren Verteidigung und Sicherheit.
In Bezug auf die Souveränität der Arktis stehen wir fest an der Seite Grönlands und Dänemarks und unterstützen uneingeschränkt ihr einzigartiges Recht, über die Zukunft Grönlands zu entscheiden. Unser Bekenntnis zu Artikel 5 ist unerschütterlich.
Wir arbeiten mit unseren NATO-Verbündeten (einschließlich der nordischen und baltischen Staaten) zusammen, um die Nord- und Westflanke des Bündnisses weiter zu sichern, unter anderem durch Kanadas beispiellose Investitionen in Überhorizontradar, U-Boote, Flugzeuge und Bodentruppen. Kanada lehnt Zölle über Grönland entschieden ab und fordert gezielte Gespräche, um die gemeinsamen Ziele der Sicherheit und des Wohlstands für die Arktis zu erreichen.
Im Bereich des plurilateralen Handels setzen wir uns für Bemühungen ein, eine Brücke zwischen der Transpazifischen Partnerschaft und der Europäischen Union zu schlagen und einen neuen Handelsblock mit 1,5 Milliarden Menschen zu schaffen. Im Bereich wichtiger Mineralien bilden wir Einkaufsgemeinschaften innerhalb der G7, damit die Welt ihre Versorgung diversifizieren und nicht mehr von wenigen Anbietern abhängig sein kann.
Im Bereich KI arbeiten wir mit gleichgesinnten Demokratien zusammen, um sicherzustellen, dass wir letztendlich nicht gezwungen sind, uns zwischen Hegemonialmächten und Hyperscalern zu entscheiden.
Das ist kein naiver Multilateralismus. Es handelt sich auch nicht um ein Vertrauen auf geschwächte Institutionen. Es geht darum, Koalitionen zu bilden, die Thema für Thema funktionieren, mit Partnern, die genügend Gemeinsamkeiten haben, um gemeinsam zu handeln. In einigen Fällen wird dies die große Mehrheit der Nationen sein.
Und es entsteht ein dichtes Netz von Verbindungen in den Bereichen Handel, Investitionen und Kultur, auf das wir für zukünftige Herausforderungen und Chancen zurückgreifen können. Mittlere Mächte müssen gemeinsam handeln, denn wer nicht mit am Tisch sitzt, landet auf der Speisekarte.
Großmächte können es sich leisten, alleine zu handeln. Sie verfügen über die Marktgröße, die militärische Kapazität und den Einfluss, um Bedingungen zu diktieren. Mittlere Mächte haben das nicht. Aber wenn wir nur bilateral mit einer Hegemonialmacht verhandeln, verhandeln wir aus einer Position der Schwäche heraus. Wir akzeptieren, was uns angeboten wird. Wir konkurrieren miteinander darum, wer am entgegenkommendsten ist. Das ist keine Souveränität. Es ist die Ausübung von Souveränität unter Akzeptanz der Unterordnung.
In einer Welt der Rivalität zwischen Großmächten haben die Länder dazwischen die Wahl: entweder miteinander um Gunst zu konkurrieren oder sich zusammenzuschließen, um einen dritten Weg mit Einfluss zu schaffen.
Wir sollten uns durch den Aufstieg der harten Macht nicht davon ablenken lassen, dass die Macht der Legitimität, Integrität und Regeln weiterhin stark bleiben wird – wenn wir uns dafür entscheiden, sie gemeinsam auszuüben.
Das bringt mich zurück zu Havel.
Was würde es für Mittelmächte bedeuten, „in Wahrheit zu leben”? Es bedeutet, die Realität beim Namen zu nennen. Aufhören, sich auf die „regelbasierte internationale Ordnung“ zu berufen, als ob sie noch so funktionieren würde, wie sie angepriesen wird. Das System beim Namen nennen: eine Zeit der sich verschärfenden Rivalität zwischen Großmächten, in der die Mächtigsten ihre Interessen mit wirtschaftlicher Integration als Zwangsmittel verfolgen.
Es bedeutet, konsequent zu handeln. Die gleichen Maßstäbe auf Verbündete und Rivalen an-zuwenden. Wenn Mittelmächte wirtschaftliche Einschüchterung aus einer Richtung kritisieren, aber schweigen, wenn sie aus einer anderen Richtung kommt, halten wir das Schild im Fenster. Es bedeutet, das aufzubauen, woran wir angeblich glauben. Anstatt auf die Wiederherstellung der alten Ordnung zu warten, sollten Institutionen und Vereinbarungen geschaffen werden, die wie beschrieben funktionieren.
Und es bedeutet, den Hebel zu reduzieren, der Zwang ermöglicht. Der Aufbau einer starken Binnenwirtschaft sollte immer die Priorität jeder Regierung sein. Internationale Diversifizierung ist nicht nur wirtschaftliche Vorsicht, sondern die materielle Grundlage für eine ehrliche Außenpolitik. Länder verdienen sich das Recht auf prinzipielle Standpunkte, indem sie ihre Anfälligkeit für Vergeltungsmaßnahmen verringern.
Kanada hat das, was die Welt will. Wir sind eine Energiesupermacht. Wir verfügen über riesige Reserven an wichtigen Mineralien. Wir haben die am besten ausgebildete Bevölkerung der Welt. Unsere Pensionsfonds gehören zu den größten und anspruchsvollsten Investoren weltweit. Wir haben Kapital, Talente und eine Regierung mit enormen finanziellen Möglichkeiten, um entschlossen zu handeln.
Und wir haben Werte, die viele andere anstreben. Kanada ist eine pluralistische Gesellschaft, die funktioniert. Unser öffentlicher Raum ist laut, vielfältig und frei. Die Kanadier bekennen sich weiterhin zur Nachhaltigkeit. Wir sind ein stabiler, verlässlicher Partner – in einer Welt, die alles andere als das ist –, ein Partner, der langfristige Beziehungen aufbaut und schätzt.
Kanada hat noch etwas anderes: ein Bewusstsein für das, was geschieht, und die Entschlossenheit, entsprechend zu handeln. Wir verstehen, dass dieser Bruch mehr als nur Anpassung erfordert. Er erfordert Ehrlichkeit gegenüber der Welt, wie sie ist.
Wir nehmen das Schild aus dem Fenster.
Die alte Ordnung kommt nicht zurück. Wir sollten ihr nicht nachtrauern. Nostalgie ist keine Strategie.
Aber aus dem Bruch können wir etwas Besseres, Stärkeres und Gerechteres aufbauen. Das ist die Aufgabe der Mittelmächte, die in einer Welt der Festungen am meisten zu verlieren und in einer Welt echter Zusammenarbeit am meisten zu gewinnen haben.
Die Mächtigen haben ihre Macht. Aber auch wir haben etwas – die Fähigkeit, aufzuhören, so zu tun als ob, die Realität beim Namen zu nennen, unsere Stärke im eigenen Land aufzubauen und gemeinsam zu handeln.
Das ist der Weg Kanadas. Wir haben uns offen und selbstbewusst dafür entschieden. Und dieser Weg steht jedem Land offen, das bereit ist, ihn gemeinsam mit uns zu gehen.”
 

Mittwoch, 21. Januar 2026

Reading 1984

by  Meme Dept. 



Caitlin Johnstone: Regime Change The US Empire

von Manfred Müller
 
 
Während die Mainstream-Medien sich an erhofften regime changes im Nahen Osten oder gar in Russland aufgeilen und uns Trumps geplante Besetzung Grönlands bereits als "unvermeidlich" und "für Frieden und Sicherheit notwendig" verkaufen wollen, sollte man sich die Frage stellen: warum sehen die Bürger in den "westlichen Demokratien" nicht, welcher Illusion sie bei unseren Pseudo-Demokratien auf den Leim gehen?
 
Caitlin Johnstone, eine australische Free-Lance-Journalistin, befürwortet dagegen einen echten regime change — nämlich in den U.S.A., um diese und die Welt aus dem Würgegriff einer völlig amoralisch, und weitgehend sogar verbrecherisch agierenden Finanz- und Konzern-Oligarchie zu befreien:
 

(Hier als Textdokument lesen)

Unter dem Video gefällt mir ein Kommentarposting (von mehr als 200) besonders gut — von fallenswan1670:

When gangs of Yankees say "regime change" they always mean "install puppet regime". While I support fully idea of regime change in case of USA or EU, I would prefer regime ending. World does not need USA, nor EU. Chopping these to smaller pieces would be better for us all. Small nations are harder to corrupt completely, and when such happens, only a small nation is corrupted, not huge parts of continent. 

Wenn die Yankees von „Regimewechsel“ reden, meinen sie immer „Marionettenregime einsetzen“. Obwohl ich einen Regimewechsel im Falle der USA oder der EU durchaus befürworte, wäre mir die Abschaffung des Regimes selbst am liebsten. Die Welt braucht weder die USA noch die EU. Deren Zersplitterung wäre für uns alle besser. Kleine Nationen lassen sich nicht so leicht vollständig korrumpieren, und wenn es doch passiert, ist nur die kleine Nation betroffen, nicht ganze Kontinente. 
Völlig richtig! Wer sollte dem nach den Erfahrungen der letzten Dekaden ernstlich widersprechen wollen?
 

Nach einigen Jahren Pause

von LePenseur
 
 
... ist gestern der mir schon als erloschen vorkommende Blog Superpelliceum wieder aktiv geworden (wenn auch nur mit einer kleinen "Eruption" ...), was mich dazu veranlaßte kurz nachzusehen, wann (und worüber) eigentlich das vorherige Posting war. Eh voilà ... hier ist es:

Zwischen den ganzen "Influenza" (Monika Gruber)- Videos und sonstigen Unnötigkeiten findet sich eine Perle aus dem Archiv des ZDF: Eine Reportage plus Pfingstgottesdienst aus dem Jahre 1973. Gemacht hat den Film Werner Kaltefleiter, gefilmt wurde in der notorischen Pfarrei St. Ludwig in Ibbenbüren. Die Kirche ist frisch ausgeräumt und weiß gefliest, die japanische Flagge in der Apsis ist frisch gemalt, die liturgischen Tänzerinnen noch in der Blüte ihrer Jahre, in den intellektuell hochmögenden Gesprächskreisen wird noch gequalmt und gesoffen. Alles hat noch den Duft des Aufbruchs, der Fortschritts, der allgemeinen Wichtigkeit.

Es gäbe viel zu schreiben, was der Film alles an Erinnerungen an die eigene Kindheit auslöst, dieses Lebensgefühl in den 1970ern. Vielleicht dazu an anderer Stelle demnächst etwas mehr. Was aber den Film besonders auszeichnet ist die strenge Freudlosigkeit, die Humorlosigkeit, die sich zuvörderst aus der allgemeinen Wichtigkeit des Gemeindekaders speist.
Lesen ist gut, weiterlesen noch besser ... aber den im Artikel vom 13. August 2022 am Ende zu findenden nackten Link auf die ZDF Pfingstmesse 1973 aus Ibbenbüren will ich "embedden", damit sich keine falsche "Hemmschwelle" aufbaut, ihn anzuklicken – obwohl Kollege Laurentius Rhenanius, der den besagten Blog zum Glück (wieder-) betreibt, dem Link die herbe Mahnung vorausschickt:
Wer die Nerven für eine Zeitreise hat,
https ... 
Ich denk' mir: wer den LePenseur-Blog liest, der muß gute Nerven haben, sogar für die Zeitreise ins Jahr 1973 ...
 
 
Die Bild- und Tonqualität ist überschaubar gut ... naja, 1973 halt. Aber was den Film zum Genuß macht, ist genau das, was Kollege Laurentius Rhenanius im Artikel so trefflich beschrieb:
Alles ist gewichtig, ernst, (un)tief bzw. pseudotief. Alle wollen  mit von der Partie sein, keiner will als altmoderner Provinzdödel gelten. Es ist wie die Parole "alles ist politisch" der Linken in kirchlicher Ausprägung, Zeitgeist (viel aus der Zeit, wenig Geist), und kommt genauso spießig daher wie der ostdeutsche Sozialismus! Der Pfarrer als Revolutionsführer im Kollektiv der Kirchentätigen.
Nur beim folgenden Satz weiß ich nicht, ob ich ihn unterschreiben kann:
Es ist alles, nur nicht katholisch!
Nun ist LePenseur selbst wohl nicht katholisch genug, um derlei Urteile
fällen zu dürfen (und noch dazu ausgetreten, von den ketzerischen Ansichten über alles mögliche gar nicht zu sprechen!) ... aber: er entsinnt sich diverser Messen in weitaus rezenteren Jahren als 1973, die ihm gleich verkrampft-scheußlich-verlogen vorkamen und dennoch unter dem Titel "katholischer Gottesdienst" gehalten wurden (aber vielleicht waren auch die alles, nur nicht ...)
 
Wie auch immer: ein echtes Zeitdokument! Der Regisseur kann stolz sagen: Exegi Monumentum aere perennius!Und LePenseur nimmt den Satz des geschätzten Kollegen:
Der Pfarrer als Revolutionsführer im Kollektiv der Kirchentätigen.
mit herzlichem Dank in seine Sammlung "merk-würdiger"
Sätze auf. Und mit dem Video die derzeit dringlich benötigte Tröstung: wenn derlei peinlicher Unfug innert weniger Jahrzehnte "versungen und vertan" ist, dann sind es auch hoffentlich die Peinlichkeiten unserer Zeit in einigen Dekaden ... wenn man kopfschüttelnd von 365+ Facebook-Geschlechtern liest, oder anderen Jux, den unsere Obertanen sich so zur Ablenkung der misera plebs ausdenken ...
 

Dienstag, 20. Januar 2026

Zeitlose Wahrheiten aus dem Netz (171)





Elect a fraud to presidency    you don’t
turn the fraud into a President,  you turn
the presidency to a fucking joke.
 
Wer einen Betrüger zum Präsidenten wählt, macht nicht einen Betrüger zu
einem Präsidenten, sondern das Präsidentenamt zu einem schlechten Witz.
 
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Trump's Huge Blind Spot in Iran

von kennerderlage
 
 
Die Drohung Trump's mit einer Intervention gegen den Iran ist wohl nur aufgeschoben, nicht aufgehoben! Der frühere Oberstleutnant und Afghanistan-Veteran Daniel Davis diskutiert mit dem ehemaligen CIA-Analysten Larry Johnson zur geopolitischen Lage am Persischen Golf und weitergehende Implikationen in Bezug auf weltweite Verwerfungen:
 

Zusammenfassung unter dem Video:

Larry Johnson argues that Trump’s reckless rhetoric and willingness to use military force have badly undermined U.S. credibility and global stability. Drawing lessons from Iraq’s “shock and awe,” they contend Iran would not collapse under bombing: it is larger, far better prepared, has dispersed missile capabilities, and has deepened military and intelligence cooperation with Russia and China. Any attack on Iran could trigger regional escalation, closure of the Strait of Hormuz (threatening most global oil supply), and severe economic shock. 

The discussion stresses that U.S. threats and mixed signals weaken negotiations with Russia (on Ukraine and nuclear arms) and alarm China, reinforcing the view that the U.S. is unreliable and dangerous. Russia, in particular, is portrayed as moving away from negotiations toward finishing the Ukraine war militarily, under internal pressure to formally declare war on the West. 

 If strikes on Iran led to U.S. casualties, the speakers foresee rapid escalation toward a wider war, potentially involving nuclear threats, with Russia, China, and even Pakistan intervening to block such use. They warn that nuclear weapons would not “solve” anything and could provoke catastrophic retaliation. Overall, the argument is that bipartisan U.S. belligerence, lack of credible diplomacy, and overreliance on military power are pushing the world toward a highly dangerous confrontation with no trusted off-ramp. 
 

Unterdrückung der freien Korrespondenzwahl in Österreich

von Helmut
 
 
Um es gleich vorweg zu nehmen: Ich habe alle möglichen Gesetzestexte hinsichtlich der Österreichischen Verfassung durchgeackert, bin aber auf kein Ergebnis gekommen.

Worum geht’s hier:

 Ich verwende als jemand, der in Rumänien lebt, seit mindestens 20 Jahren meine Mailadresse „yandex“. Gewissermaßen die Konkurrenz zu yahoo, aber werbefrei, hat automatischen Virenschutz, und ich kann wesentlich mehr MBs anhängen, bis 100 MB. In der Werbung steht zwar nur was von 20 MB, aber ich hab‘s ausprobiert, mit Mails von yandex zu yandex.

Nun habe ich seit geraumer Zeit festgestellt, dass es einige wenige Ausnahmefälle gibt, die meine Mailadresse yandex nicht akzeptieren. Bei manchen kommt das in Spam, aber manche verweigern die Annahme. Vermutlich hängt das damit zusammen, dass man das als russisch und deshalb schlecht einstuft. Natürlich ist der Hauptsitz von yandex in Moskau, aber es war ja auch die Filiale in den Niederlanden aktiv, und heute ist die verantwortliche Adresse in Abu Dhabi.

Immer habe ich mich gefragt, wie das denn so geht, dass man meine Adresse ablehnt. Da hat man mir erklärt, dass es bei diesen Mailadressen Provider gibt, die eben unterschiedlich ticken. Bei manchen gibt’s da eine Art „Blacklist“, und die Software ist darauf abgestimmt. Ich kommuniziere mit den Ministerien in Österreich genauso wie mit der Wirtschaftskammer mit yandex, ohne Probleme. Aber bei der Krankenkasse SVS geht das nicht. Die behaupten trotz meiner Beschwerden, dass es an mir liegt und nicht an deren System, was natürlich Unsinn ist.

Warum schreibe ich jetzt darüber:

O.k., mit der Krankenkasse musste ich eben auf eine andere Mailadresse ausweichen — was solls. Nun aber habe ich einen Stromanschluss in Niederösterreich beantragt, und sollte ein Mail von der EVN bekommen, das ich online bestätigen sollte, damit die Installation erfolgen kann. Kommt aber kein Mail, obwohl ich noch vor zwei Jahren mit der EVN mit meiner yandex-Adresse korrespondiert habe.

Daraufhin hat der zugelassene Elektriker, der die Formulare an die EVN geschickt hat, versucht, mir diese Unterlagen zu schicken, das ging genauso nicht. Niemand findet da einen logischen Grund dafür. Was blieb mir übrig, ich musste über eine andere Mailadresse mit denen von der EVN korrespondieren, sonst hätte ich keinen Zähler bekommen. Die sitzen halt am längeren Hebel.

Nun hatte ich den Verdacht, dass das aufgrund einer internen Veranlassung der österr. Regierung passiert, weil ich nur in Österreich dieses Problem habe, weder in Deutschland, noch in Rumänien. Darauf hat mir probehalber meine Schwester in Österreich ein Mail geschrieben, und siehe da, da gibt’s keine Probleme.

Das wieder bekräftigt die Version, dass es eben am jeweiligen Provider liegt, und der kann offensichtlich tun und lassen, was er will. Wenn derjenige, der die Mailadresse von diesem Provider benützt, und aufgrund des Providers keine Mails von yandex bekommen kann, nichts dagegen unternimmt, was den Provider dazu zwingt, diese Blacklist resp. Software zu korrigieren, dann bleibt das eben so. Nun war ich der Meinung, dass die freie Wahl meiner Mailadresse doch eigentlich ein Grundrecht sein müsste, das man auch in der österreichischen  Verfassung nachlesen könne. Ich hab das durchgeackert, mehrere Stunden lang:

https://www.vfgh.gv.at/verfassungsgerichtshof/rechtsgrundlagen/grundrechte.de.html

Aber ich bin nicht fündig geworden. Ich habe nirgends einen Passus gefunden, aus dem hervorgeht, dass die freie Wahl des Kommunikationsmittels, also auch der Mailadresse, garantiert wird. Aber vielleicht habe ich da was übersehen. Für Hinweise wäre ich dankbar.

Vielleicht denken sich manche, da das eigentlich ein sekundäres Problem ist. Ich aber sehe das anders, in der Zeit, wo man mit andauernden Beschneidungen der persönlichen Freiheit leben muss. Bezahlen nur mit Plastikkarte, dazu eine Höchstanzahl von Bargeldsummen ohne Nachweis, Videoüberwachungen mit Gesichtskontrolle, die aber bei Kriminalitätsvorfällen dem Geschädigten kaum etwas helfen, usw.

Ich wollte dem Finanzamt in Österreich ein Mail mit einem Einspruch schicken, unmöglich. Das Finanzamt darf aus Gründen des Datenschutzes kein Mail empfangen. Nun dauern aber Briefe aus Rumänien nach Österreich sehr lange, und oftmals kommen sie gar nicht an. Deshalb habe ich versucht, den Vorgang über Fax zu senden — und das war eine Zangengeburt. Eine Faxnummer findet man nicht im Internet beim Finanzamt, und erst nach längerer telefonischer Diskussion mit dem Sachbearbeiter nannte er mir die Nummer. Irgendwie ist auch die Faxnummer eine Geheimsache.

Ich weiß nicht, wohin diese Reglementierung noch hinführen soll, aber es wird nach meiner Auffassung immer schlimmer.

 

Montag, 19. Januar 2026

For the LORD spake thus to me

by  Meme Dept.