Mittwoch, 7. Januar 2026

Zurück zur „guten alten“ Vor-Chavez-Maduro-Zeit?

von LePenseur
 
 
Unter obigem Titel betrachtet Jochen Mitschka auf dem tkp-Blog die jüngere Geschichte Venezuelas und bringt eine Menge Fakten, die in den Propagandatröten der Systemmedien selbstverständlich nicht zu hören sind: 
Wieder einmal haben sich Donald Trumps Äußerungen als maßlos übertrieben herausgestellt, und schon wird die neu vereidigte Präsidentin bedroht. Trumps Wunsch, die Uhr zurückzudrehen, hat nicht geklappt. Der Terrorismus gegen Venezuela geht also weiter.

Was Donald Trump implizit wünscht, ist, dass Venezuela die Uhr zurückdreht auf die Zeit vor der Revolution. Schauen wir mal, wie schön es damals für die Menschen in Venezuela war.

Die Alternative vor Chávez

  • Als Chávez gewählt wurde, kontrollierten etwa zwei dutzend Familien ca. dreiviertel der Farmen.
  • Nur ca. 10 % der Menschen konnten sich ein Universitätsstudium leisten, denn das war für Normalbürger unerschwinglich.
  • Nach Regenstürmen brachen die Barios zusammen.
  • Es gab keinen Zugang zu medizinischer Versorgung auf dem Land.
  • Die großen Ölkonzerne strichen alle Gewinne ein und zahlten kaum oder keine Steuern.

Dann kam Chávez

Er organisierte Alphabetisierungskurse für Erwachsene in jedem Bario und in jedem Gemeinde-saal, geleitet von älteren Studenten. Dadurch konnten nun auch einfache Bürger den Alphabeti-sierungstest bestehen und somit wählen, was ihnen vorher verwehrt war. Das Universitätsstudium wurde kostenlos. Kuba stellte Ärzte und Pflegekräfte im Tausch gegen Öl zur Verfügung, so dass nun Menschen Zugang zu Gesundheitsdiensten bekommen, die die Möglichkeit früher nicht hatten. Im Westen, z.B. in der Ärztezeitung, wurde das als „Zwangsarbeit Kubas“ verunglimpft, weil ausgebildete Ärzte zunächst motiviert werden, teilweise auch moralisch unter Druck gesetzt werden, eine gewisse Zeit quasi als Gesandter Kubas im Ausland zu arbeiten. Wobei eine nicht unwesentliche Anzahl solche Missionen als Sprungbrett für eine internationale Karriere genutzt hat.
Bereits vor über zwei Monaten habe ich in einem Artikel die fadenscheinige "Begründung" (d.h.: Kriegs-Rechtfertigungspropaganda) kritisiert, mit der der völkerrechtswidrige Angriff der USA auf Venezuela und das einfach ruchlose Kidnapping seines amtierenden Präsidenten (und auch dessen Ehegattin!) unter Abknallen der Wachmannschaften, irgendwie schöngeredet werden sollen.
 
Man wird mir als dezidiertem Libertären denkmöglich keine Sympathie für eine sozialistische Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik nachsagen können — aber das heißt noch lange nicht, daß ich bereit wäre, jede ideologische Propagandalüge, nur weil sie "gegen diese verdammten Sozen" geht, zu akzeptieren!
 
Was vor Chávez in Venezuela herrschte, war ein Musterbeispiel dessen, was man englisch höchst treffend als crony capitalism, also: Gauner-Kapitalismus, bezeichnet. Der mit libertären Wirtschaftsvorstellungen etwa soviel zu tun hat, wie ein Mafia-Clan mit Gerechtigkeit. Nämlich nicht das geringste.
 
Daß ein Staatsverbrecher (man kann ihn mittlerweile nicht anders nennen) der Sorte Trumps dafür die größte Sympathie hegen ist ebenso logisch wie ekelerregend. Und dieser Ekel gilt ebenso denen, die diesem üblen Spiel beifällig zusehen und sich in Rechtfertigungs-Verrenkungen ergehen: unseren Systemmedien und den rückgratlosen Politruks des Wertlos-Westens. Ich will nicht wieder den großen alten Akademiepräsidenten Max Liebermann zitieren ... ... obwohl bei diesem "Adolf Trumpler" (danke, Kollege Müller, für diese vortreffliche Wortprägung!) der Brechreiz mittlerweile imminent ist.
 

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