von LePenseur
Heute vor 150 Jahren wurde Konrad Adenauer geboren, dem Deutschland vierzig Jahre Teilung "verdankte"*).
Nun: ich konnte diesem Mann, seitdem ich politisch denken kann (und das ist inzwischen doch schon deutlich mehr als ein halbes Jahrhundert ...) nicht wirklich was abgewinnen. Als Staatsmann konnte ich ihn nie sehen. Gefinkelter Parteipolitiker, kalter Machtmensch, erzkonservativer Betonkopf, das ja! Aber "Staatsmann"...?
Berühmt sein Sager in einem Interview: "Was kümmert mich mein dummes Geschwätz von gestern?!" Ich habe nie verstanden, warum der Reporter damals nicht sofort gekontert hat: "Und warum sollen wir uns dann um Ihr dummes Geschwätz von heute kümmen?" Nun, das wäre für den Reporter wohl höchst fatal ausgegangen ... Gegenüber dem Bun-des-kanz-ler! Also hör'n Se mal! Det jeht jar nich!
Aber es wäre die einzig richtige Replik gewesen ...
Adenauer profitierte davon, daß er als prominentes Nazi-Opfer schwer angreifbar war. Und daß die Deutschen nach 1945 einfach alles vergessen und sich von einem Über-Vater lenken und leiten lassen wollten, ohne viel nachdenken zu müssen.
Deutschlands Problem ist, daß es seitdem nicht viel anders geworden ist. Die kindischen (und teilweise kriminellen) Protestaktionen der 68er-Randalierer können wir getrost vergessen: die ließen sich vom System kaufen und machten Karriere. Und alles blieb, wie es war. "Deutschland schafft sich ab" — dieser Befund von Sarrazin stimmt nicht erst seit Schröder & IM Erika, er stimmte — leider — schon zu Adenauers Zeit.
Ein Helotenvolk, das sich in masochistischer Begeisterung den Siegermächten andienerte, die es, nachdem sie es brutal zerbomt hatten, unterjochten und ausplünderten — und das unter der schäbigen Lüge einer "Demokratie" (die keine war). Und er hatte es so eingefädelt. Soll man ihn deshalb achten?
Nun, LePenseur ist kein Deutscher, sondern Österreicher. Und weiß, daß jetzt wohl die Reflex-Antwort von Deutschen kommt, daß "wir" Ösis den armen Deutschen schließlich den Adolf H. geschickt hätten. Naja, stimmt so nicht: den haben sich die Deutschen schon selbst zu verdanken — denn Hindenburg war kein Österreicher und jener Landesminister in Braunschweig, der den staatenlosen Hitler zum Deutschen machte, indem er ihn zum Regierungsrat ernannte, auch nicht.
Zurück zu Adenauer: als Rheinländer mochte er Berlin nicht so recht. Bonn war seinem Herzen näher als die alte Reichshauptstadt. Für Deutschland aber war der Entschluß, Stalins Offerte eines neutralen, ungeteilten Deutschlands abzulehnen, eine Tragödie. In Österreich hatte die Bundesregierung anders agiert: da waren sich die Sozis und Christlichsozialen (nun "Volkspartei" benamst), die sich in der Zwischenkriegszeit bis aufs Messer befehdet hatten, einig und etablierten einen balkanesisch-korrupten modus vivendi, genannt Proporzregierung, in der die stärkere Partei den Kanzler, die andere dafür den Bundespräsidenten und den Vizekanzler stellte und alles bis zur letzten Putzfrau feinsäuberlich aufgeteilt war.
Das ist dafür bis heute die Erbsünde, mit der wir Österreicher leben müssen. Die bedauernswerten FPÖler wissen, wie sich das anfühlt ... Doch dafür blieb Österreich nach außen ungeteilt. Am innerösterreichischen Proporz bissen sich auch die Sowjets die Zähne aus.
Nochmals zurück zu Adenauer ... er war ein Symptom seiner Zeit. So, wie in Österreich Figuren wie Raab und Figl bzw. Renner und Schärf Symptome ihrer Zeit waren. Sollen wir sie achten? Sicher — im Vergleich mit dem parasitären Unrat, der heute reGIERt, waren sie allesamt, links wie rechts, noch Gold.
Aber sub specie aeternitatis betrachtet ... ... ach, lassen wir's, Luise, das ist ein zu weites Feld ... ...
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*) fairerweise dazugesagt: in stiller Übereinkunft mit dem Spitzbart, weil sie beide viel lieber die Hälfte ganz, als das Ganz nur halb beherrschen wollten!
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