Donnerstag, 7. September 2017

»Die formierte Gesellschaft«

... war zu Zeiten meiner Jugend ein bekannter Buchtitel (natürlich nur unter denen, die sich für Politik und Soziologie interessierten). Inzwischen spricht man kaum mehr davon. Wenigstens in den Medien. Und das dürfte seine — freilich nicht guten — Gründe haben, wie ein interessanter Artikel nahelegt:

Was bedeutet denn eigentlich „Systemtransformation“?


Die oftmals auf meinem Blog benutzen Ausdrücke wie social engineering, Parteienkartell oder Systemtransformation möchte ich hier einmal zusammen erläutern.
In aller gebotenen Kürze: Das Signum der Systemtransformation ist der Demokratismus als zivilreligiöse Ideologie, ihr Ziel die formierte Gesellschaft, ihre Hüterin das Parteienkartell und ihre Methode das social engineering.
Zuerst zum Demokratismus: Die herrschende Massendemokratie macht aus der Demokratie eine Ideologie, eine Weltanschauung: den Demokratismus, Demokratie wird zum „Wert an sich“ und stößt damit in die Sphäre des Sakralen vor.
Tomáš Garrigue Masaryk nannte den Demokratismus eine „Welt- und Lebensauffassung“, die mit ihrer demokratischen Sicht der Dinge die ethische Grundlage des politischen Systems der Demokratie bildet, Max Scheler nannte den Demokratismus die „philosophische Überzeugung, dass die Massen […] es sind, die in der Gestaltung aller möglichen Gruppenformen […] sowohl die bewegenden und gestaltenden als auch die idee- und normsetzenden Kräfte sind“.   https://de.wikipedia.org/wiki/Demokratismus
Ein Prozeß, der von interessierten Kreisen vorangetrieben wird. Klammheimlich wurde eine Zivilreligion installiert: die Anschauung, jeder habe das Recht, in Deutschland nach seinen Vorstellungen zu leben und die Masse der Steuerzahler habe dies gefälligst finanziell zu ermöglichen. Behinderten wird um den Preis astronomischer Kosten ein wahres Inkusions-Wunderland versprochen, Migranten wird der unkontrollierte Zuzug ermöglicht. Letzteres wurde bereits in der politischen Klasse als pseudo-sakrales Pfingsterlebnis beschworen (https://www.youtube.com/watch?v=iTkvD4d152c).
Umgesetzt und bewacht wird die demokratistische Zivilreligion von einem informellen, einheitlich handelnden Parteienkartell aus CDU/CSU/SPD/DieLinke/Bündnis’90Die Grünen/FDP.
Man mag nun denken, Parteienkartell sei ein polemischer Kampfbegriff, um die genannten Parteien zu diskreditieren. Im Gegenteil handelt es sich um einen geläufigen terminus technicus, welcher von den Parteienforschern Richard S. Katz (Johns Hopkins University) und Peter Mair (Universität Leiden) in den 1990er Jahren in den politikwissenschaftlichen Diskurs eingeführt wurde.
Perfekt auf den Punkt gebracht — Leseempfehlung!

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Der verheerende Hurrikan mit dem putzigen Namen "Irma" hat ganze Karibikinseln dem Erdboden gleich gemacht.

Abe damit das ein für alle Mal klar ist: das hat natürlich ebenso nichts mit dem "Kimawandel" zu tun wie der Islamismus nichts mit dem Islam zu tun hat.

Le Penseur hat gesagt…

Was, cher (chère?) "Anonym", hat das mit dem Artikel zu tun?

Aber um Ihr Thema kurz aufzugreifen:

1. wird derzeit bloß spekuliert, ob eine (ebenfalls derzeit bloß spekulative) Zunahme starke Wirbelstürme etwas mit einem Klimawandel zu tun haben könnte. Sogar DiePresse (die regelmäßig im Klimawandel-Theater mitmacht) meldet bspw. vorsichtig (freilich erst im Artikel ziemlich weit unten, die Schlagzeile bleibt selbstmurmelnd reißerisch):

Computermodelle zur Klimasimulation zeigen eine verstärkte Intensität der Wirbelstürme. Dies betrifft die Windgeschwindigkeiten und die Regenfälle. Die Modelle weisen aber auch auf eine mögliche zukünftige Abnahme der Häufigkeit solcher Stürme weltweit hin.

Mit einem Wort: nix genaues weiß man nich!

2. was mich an dem ganzen »Klimawandel«-Gerede stört ist, daß — und wohl absichtlich! — nie unterschieden wird zwischen dem sich aus der Erdgeschichte ohnehin als selbstverständlich vorauszusetzenden »Klimawandel« (der Wechsel von Eis- und Warmzeiten ist ja keine ganz neue Erkenntnis, würde ich sagen!), und einem nun (»neuerdings«, d.h. seit dem Beginn der industriellen Revolution) möglicherweise bestehenden »anthropogenic climate change« unterschieden wird, dessen tatsächliches Vorhandensein derzeit allerdings bereits in den Kategorien des Kaffesatz-Lesens angesiedelt ist.

3. Vollends ausgeblendet bleibt eine Analyse jeder Frage, die ich bereits vor über zehn Jahren auf diesem Blog stellte, und die heute genauso verärgert ignoriert wird wie damals. Damals hat immerhin ein FDP-Generalsekretär von einem kleinen, unbekannten Blog noch plagiierend eine vernünftige Argumentation abgeschrieben (ebenso erheiternd wie ehrenvoll für einen Blogger, der quasi »gerade angefangen« hat zu schreiben ...).

Heute, in post-faktischen Zeiten, da die vor Betroffenheit tremolierende Stimme eines Fernseh-Fuzzis in der Abendshow bereits für wissenschaftliche Wahrheit genommen wird, würde sich das ein Herr Niebel wohl nicht mehr trauen ...

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P.S.: Sie könnten übrigens nachlesen, was ich als Motto über meine »LePenseur revisited«-Artikel schreibe:

Manchmal beschleicht LePenseur der Verdacht, mit seinem Blog eine Zeitschleife begleitet zu haben. Tagesaktuell wie heute vor zehn Jahren ...

Das bezieht sich auch auf somanche Leserkommentare, die ich hier lese ...