Mittwoch, 15. April 2015

Wiens sprichwörtlich durstiger Rathausmann

... sag an, wer ist's: der Häupl, natürlich! ... hat sich mit einem lockeren Spruch über die Lehrer-Dienstzeiten ein wenig in die Nesseln gesetzt:

"Wenn ich ...": Variieren Sie den Häupl-Sager


Bild: (c) APA 
"Wenn ich so viel Milch trinken würde wie Herr Häupl, dann wäre ich auch schon Dienstagmittag fertig", sagt Eckehard Quin. Haben auch Sie eine Replik?
 (DiePresse.com)
"Wenn ich 22 Stunden die Woche arbeite, bin ich Dienstagmittag fertig und kann heimgehen." Wiens Bürgermeister Michael Häupl hat mit dieser Aussage zur Lehrerarbeitszeit bei der 70 Jahre SPÖ-Feier die Pädagogen enorm vor den Kopf gestoßen. (Hier weiterlesen)

»Die Presse« (die offenbar die Hoffnung auf Inserate aus dem roten Rathaus längst begraben hat) ermuntere daraufhin ihre Leser, Häupl-Nachahmungstäter zu werden. Mit Erfolg, wie man schon in den ersten Stunden sah:
Der Architekt
15.04.2015 16:52
Wenn ich ständig mit den roten, gewerkschaftlichen Kanaillen zu tun hätte, ... ....würde ich auch schon bis Dienstag zu Mittag 22 Viertel brauchen...

Polis Tyrol
15.04.2015 16:34
Wenn ich so viele gscheide Sachen sagen müsst wie der Häupl, könnt ich auch ab Montagvormittag vollaufen lassen.

WolfgangOrgler
15.04.2015 16:27
Wenn ich 22 Stunden die Woche gearbeitet habe, bin ich Dienstagmittag mit einem Vierterl fertig und werd' vielleicht eingehen

FortKnocks
15.04.2015 16:18
Wenn ich 22 übergewichtige präpotente Dauerilluminierte aufzählen müsste, dann wüsste ich mindestens einen.

unficyp
15.04.2015 16:18
Wenn ich 22 Viertln beim Heurigen tschecher, bin ich am Dienstag immer noch nicht besoffen.

Mittelständler
15.04.2015 15:36
wenn ich bei einem Vollzeitgehalt nur 22 Stunden pro Woche arbeiten müsste und 4 Monate Urlaub hätte, dann hätt ich einen Stundenlohn wie ein Minister.

forelle
15.04.2015 13:34
Wenn ich als Lehrer meine Arbeit in 22 Stunden pro Woche schaffen würde, wäre ich Chuck Norris.

JonasRain
15.04.2015 13:25
Wenn ich so viel Wasser trinken würde, wie Michael Häupl Wein, wäre ich ein Fisch.

Helmut71
15.04.2015 13:19
Wenn ich 22 Spritzer in zwei Tagen trinke wäre ich Dienstag Mittag auch ganz schön fertig. 
Hat was!

Na, gute Nacht, Papa Buonasera ...

Das hätte er sich wohl nicht gedacht, daß die Türken so in Saft gehen würden wegen einer Predigt im Petersdom. Es ist ja geradezu peinlich, was da aus Anatolien so herüberschallt:
Nach der Rückberufung des türkischen Botschafters im Vatikan nach Ankara stellte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu weitere Schritte in Aussicht.

Die Maßnahmen gegen den Vatikan würden nach entsprechenden Beratungen öffentlich gemacht, sagte Cavusoglu bei einem Besuch in der Mongolei, berichtete die Zeitung "Hürriyet Daily News". Die Bemerkungen des Papstes "seien null und nichtig für das türkische Volk". Der Ausdruck "Völkermord" sei ein "rechtlicher Begriff", der in diesem Fall nicht gedeckt und daher "nichts als Verleumdung" sei.
Und wenn der Chef der türkischen »Religionsbehörde« meint, es sei »erschütternd, dass politische Lobbys und PR-Firmen ihre Aktivitäten auf religiöse Institutionen ausgedehnt« hätten — dann darf im Gegenzug wohl gefragt werden, ob es nicht viel erschütternder ist, daß islamische Lobbies*) unter ihrem Führer, dem GröTAZ Rotzig Arroğan, ihre Aktivitäten auf staatliche Institutionen ausdehnen. Und wenn dieser famose Staats-Muselmane dann noch dahinfaselt:
Wenn die Gesellschaften anfingen, sich über vergangene Leiden gegenseitig Fragen zu stellen, "dann wird der Vatikan mehr leiden als sonst jemand"
... dann fragt man sich spontan: was raucht der? Oder hat er die jahrhundertelangen brutalen Eroberungszüge der Osmanen, mit denen sie die christlichen Griechen und die Balkanvölker bis fast vor die Tore Wiens unterwarfen, für ihre Janitscharenhorden systematisch auf Kindesraub gingen, und jeden Nicht-Moslem zum weitgehend rechtlosen Halb-Sklaven degradierten, bereits vergessen? Oder findet er das alles in muselmanisch-nationalistischer Präpotenz ohnehin völlig gerechtfertigt?

Unsere links-grünen Arschgeigen schweigen natürlich betreten. Machen sie sich doch Hoffnung darauf, mit den Stimmen eingebürgerter Türken möglichst bald an die Macht zu kommen. In ihrer Vertrotteltheit überzuckern sie nicht, daß sie, diese degenerierte Multi-Kulti-Gender-Truppe, von den Zuwanderern einen Tritt in den Arsch bekommen werden, sobald sich eine entsprechend zahlenstarke Musel-Gruppe im Land befindet — und es dann vermutlich keinen Papst mehr geben wird (oder wenigstens nicht mehr in Rom), der auf den kommenden (und schon gegenwärtigen) Völkermord im Namens Allahs hinweisen wird. Aber so weit denken diese Idioten nicht. Wer selbst für die einfachsten Gesetze der Ökonomie zu doof und indolent ist, und glaubt, daß Wohlstand durch Schuldenmachen und Enteignung erzielt werden kann, der tut sich vermutlich ebenso schwer, die klar erkennbaren Lehren aus der Geschichte zu ziehen ...
 
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*) so schreibt sich das nämlich richtig — außer nach der neuen Linksschreibung, die sich ja auch nicht entblödet »Spagetti« oder »Majonäse« zu schreiben ...

Dienstag, 14. April 2015

»Sic semper tyrannis«

US-Präsident Abraham Lincoln ist guter Laune, als er am 14. April 1865 mit seiner Frau Mary das Ford's Theatre betritt. Vor wenigen Tagen ist der US-Bürgerkrieg (zur interaktiven Zeitleiste) für die Nordstaaten siegreich zu Ende gegangen. Auf seine persönliche Sicherheit achtet der von vielen Südstaatlern gehasste Präsident der Union wenig. Er ist der Meinung, dass jeder, der ihn töten will, ohnehin nicht daran gehindert werden könne. Ein Leibwächter begleitet ihn zwar ins Gebäude, in seiner Loge ist er aber ungeschützt. Im Theater läuft die Komödie "Our American Cousin". Lincoln und seine Frau amüsieren sich, halten Hände.

Dann spricht der zu diesem Zeitpunkt allein auf der Bühne stehende Schauspieler Harry Hawk um 22:15 Uhr folgende Worte: "Don’t know the manners of good society, eh? Well I guess I know enough to turn you inside out, old gal — you sockdologizing old man-trap!" Es sind die letzten Worte, die Lincoln hört.

Dann fällt ein Schuss, kurz darauf springt ein Mann aus der Präsidenten-Loge auf die Bühne. Viele im Publikum erkennen den Mann, der schon oft in dem Theater gespielt hat: Es ist der Schauspieler John Wilkes Booth. Er schreit die Worte "sic semper tyrannis" ("So immer den Tyrannen"), ehe er hinkend flüchtet. Die Verwirrung ist groß: Gehört die Szene zum Stück?
So wird uns die Geschichte erzählt. Ein Schauspieler als Mörder? Ach, macht mal halblang (wie die Nordlichter sagen) ... wer soll denn glauben, daß da bloß ein paar Dilettanten auf Umsturz mimten?! Die Frage nach den Hintermännern wurde sicherheitshalber gar nicht gestellt, und der Attentäter von einer Polizeikugel getroffen (die ohne Prozeß kurzen Prozeß machte); ein paar Strolche und (aller Wahrscheinlichkeit nach) Unschuldige werden gehängt — und alles ist in (geklärter) Butter? Es erinnert fatal an heutige Vorgehensweisen heutiger Regierungen zur Rechtfertigung der totalen Aushebelung der Grundrechte ... da gibt's dann auch immer irgendwelche obskure »Attentate«, »Flugzeugabstürze« etc. ...

Besser gefällt mir da der sarkastische Spruch, der seitdem bei Gelegenheit gern zitiert wird: »So, other than that, how did you enjoy the play, Mrs. Lincoln?«

Abraham Lincoln war jener Präsident, unter dem die Grundsteine für die Omnipotenz der Bundesstellen gelegt wurden, unter dem der Alternativentwurf eines wirklich föderalen Nordamerika endgültig Makulatur wurde. Unter dem ein Bund freiheitsliebender früherer Kolonien zu einem künftigen Imperium umgeschmiedet werden sollte. Und Lincoln's Skript war (und ist seitdem) bei weitem nicht so harmlos unterhaltend, wie das, dessen Ende er leider nicht mehr mitbekam (über das unter- und abgebrochene Stück informiert dieser recht unterhaltsam geschriebene Artikel). Die Schlußszenen des Lincoln-Skripts sind wir gerade im Begriffe, mitzuerleben — und sie sind nicht so geartet, daß man uns danach fragen wird, ob sie uns gefallen haben.

Auch das Leben von Tyrannen endet. Und von Tyranneien — sogar von denen, die ihren Charakter als Tyrannis geschickt zu verbergen wissen. »Sic semper tyrannis«: John Wilkes Booth wußte, warum er diese Worte wählte ...

Und schon wieder ein »Jugendlicher«

... nicht näher definierter Herkunft und/oder Konfession, der in Hamburg einen Mitschüler ersticht. Wir sind natürlich ganz sicher, daß dieser messerstechende Schüler Thorsten M. heißt (oder so halt). Wenn es hingegen ein Achmed, Murad oder Egwuatu gewesen sein solte, wäre das ein reiner Einzelfall. Ganz sicher.

Sie machen in jede Hose, die man ihnen hinhält!

The Finnish parliament has cancelled a discussion event where the Swedish artist Lars Vilks, known for his depictions of the prophet Mohammed. The Secretary General of the Finnish parliament said that the cancellation was made on Security Intelligence Police advice.

A planned discussion event due to be held on parliamentary premises, and organised by Finns Party MP Mika Raatikainen, has been cancelled on the advice of the Security Intelligence Police (Supo). Swedish artist Lars Vilks, who is mainly known for drawing the prophet Mohammed, was due to attend the event to discuss freedom of speech issues.

According to a press release from parliament, the decision was made due to a threat assessment from Supo and because the event was not directly related to parliament’s work… (Quelle)
Statt umgehend dafür zu sorgen, daß bspw. flächendeckend dieses entlarvende Poster im Großformat an allen Litfaßsäulen und Plakatwänden affichiert wird:


... scheißen sie in die Hose und unterwerfen sich dem Diktat einiger fanatischer Wirrköpfe, die glauben, daß ihnen die Wahrheit über ihren »Propheten« nicht zumutbar wäre ...

Montag, 13. April 2015

Hundert notwendige Gedichte XXV — Nietzsche

Vor etwas mehr als zwei Wochen kündigte ich ein weiteres »notwendiges Gedicht«, und zwar wieder über die Lebensmitte an. Eh voilà — hier ist's:
Aus hohen Bergen
Nachgesang *) 

O Lebens Mittag! Feierliche Zeit!
    O Sommergarten!
Unruhig Glück im Stehn und Spähn und Warten; –
Der Freunde harr ich, Tag und Nacht bereit,
Wo bleibt ihr, Freunde? Kommt! 's ist Zeit! 's ist Zeit!

Wars nicht für euch, daß sich des Gletschers Grau
    Heut schmückt mit Rosen?
Euch sucht der Bach, sehnsüchtig drängen, stoßen
Sich Wind und Wolke höher heut ins Blau,
Nach euch zu spähn aus fernster Vogel-Schau.

Im Höchsten ward für euch mein Tisch gedeckt –
     Wer wohnt den Sternen
So nahe, wer des Abgrunds grausten Fernen?
Mein Reich – welch Reich hat weiter sich gereckt?
Und meinen Honig – wer hat ihn geschmeckt?...

Da seid ihr, Freunde! – Weh, doch ich bins nicht,
     Zu dem ihr wolltet?
Ihr zögert, staunt – ach, daß ihr lieber grolltet!
Ich – bin's nicht mehr? Vertauscht Hand, Schritt, Gesicht?
Und was ich bin, euch Freunden – bin ich's nicht?

Ein andrer ward ich? Und mir selber fremd?
     Mir selbst entsprungen?
Ein Ringer, der zu oft sich selbst bezwungen?
Zu oft sich gegen eigne Kraft gestemmt,
Durch eignen Sieg verwundet und gehemmt?

Ich suchte, wo der Wind am schärfsten weht?
     Ich lernte wohnen,
Wo niemand wohnt, in öden Eisbär-Zonen,
Verlernte Mensch und Gott, Fluch und Gebet?
Ward zum Gespenst, das über Gletscher geht?

Ihr alten Freunde! Seht! Nun blickt ihr bleich,
     Voll Lieb und Grausen!
Nein, geht! Zürnt nicht! Hier – könntet ihr nicht hausen:
Hier zwischen fernstem Eis- und Felsenreich –
Hier muß man Jäger sein und gemsengleich.

Ein schlimmer Jäger ward ich! – seht, wie steil
     Gespannt mein Bogen!
Der Stärkste wars, der solchen Zug gezogen —:
Doch wehe nun! Gefährlich ist der Pfeil,
Wie kein Pfeil, – fort von hier! Zu eurem Heil!...

Ihr wendet euch? – O Herz, du trugst genung,
     Stark blieb dein Hoffen:
Halt neuen Freunden deine Türen offen!
Die alten laß! Laß die Erinnerung!
Warst einst du jung, jetzt – bist du besser jung!

Was je uns knüpfte, einer Hoffnung Band –
     Wer liest die Zeichen,
Die Liebe einst hineinschrieb, noch, die bleichen?
Dem Pergament vergleich ichs, das die Hand
Zu fassen scheut – ihm gleich verbräunt, verbrannt.

Nicht Freunde mehr, das sind – wie nenn ich's doch? –
     Nur Freunds-Gespenster!
Das klopft mir wohl noch nachts an Herz und Fenster,
Das sieht mich an und spricht: »wir waren's doch?«
– O welkes Wort, das einst wie Rosen roch!

O Jugend-Sehnen, das sich mißverstand!
     Die ich ersehnte,
Die ich mir selbst verwandt-verwandelt wähnte,
Daß alt sie wurden, hat sie weggebannt:
Nur wer sich wandelt, bleibt mit mir verwandt.

O Lebens Mittag! Zweite Jugendzeit!
    O Sommergarten!
Unruhig Glück im Stehn und Spähn und Warten!
Der Freunde harr ich, Tag und Nacht bereit,
Der neuen Freunde! Kommt! 's ist Zeit! 's ist Zeit!

Dies Lied ist aus – der Sehnsucht süßer Schrei
     Erstarb im Munde:
Ein Zaubrer tats, der Freund zur rechten Stunde,
Der Mittags-Freund – nein! fragt nicht, wer es sei –
Um Mittag wars, da wurde Eins zu Zwei...

Nun feiern wir, vereinten Siegs gewiß,
     Das Fest der Feste:
Freund Zarathustra kam, der Gast der Gäste!
Nun lacht die Welt, der grause Vorhang riß,
Die Hochzeit kam für Licht und Finsternis...

Wie alle Gedichte dieses — für den Außenstehenden wohl oft, allzu oft, hélàs, wenig besagenden — Zyklus', ist auch dieses Gedicht aus meiner Biographie nicht fortzudenken. Ich zitierte es erstmals im Rahmen des Deutsch-Unterrrichts, in dem unser Professor auf den gloriosen Gedanken verfiel, seine designierten Matura-Kandidaten kurze Vorträge halten zu lassen. Meiner beschäftigte sich mit der Dichtung des Fin-de-Siècle, des Symbolismus' und des Früh-Expressionismus', und begann (wenig verwunderlich für einen Nietzscheaner, der ich damals war!) mit genau diesem Gedicht. Ich hatte zwar noch nicht einmal die Hälfte des Lebens, gemessen am eher kurzen Leben Nietzsches, erreicht, geschweige denn eine statistische Lebenshälfte (die man bei Burschen meines damaligen Alters in die Enddreißiger datierte) — und doch konnte ich mich in dieses Gedicht einfühlen, es mir ganz zu eigen machen, und ich erinnere mich, daß eine jähe Bewegung durch unsere Klasse ging, als ich mit unbeabsichtigt brechender Stimme
Dies Lied ist aus – der Sehnsucht süßer Schrei
     Erstarb im Munde
... rezitierte (von einem Gedicht bewegt
zu sein, war für die Schüler einer reinen Knabenklasse, wie es sie damals — noch — gab, fürwahr keine Selbstverständlichkeit!). Ach, Nietzsches Lied war nur zu bald nach diesem Gedicht aus, und der letzte Schrei — wohl nicht von Sehnsucht süß, sondern von Erkenntnis bitter — erstarb in seinem Mund, als er einen brutalen Kutscher hindern wollte, einen alten Droschkengaul, der nicht mehr weiter konnte, zu prügeln. Danach war er in anstaltlicher, später häuslicher Pflege im Dämmer seines Wahns, den man wohl schon in den Augen der obigen, übrigens genial getroffenen Porträtzeichnung aus der Entstehungszeit des Gedichtes glänzen sieht.

Und mittlerweile sinnt LePenseur bisweilen, und rezitiert in Gedanken, schon einiges über die Hälfte des Lebens hinaus:
O Lebens Mittag! Zweite Jugendzeit!
    O Sommergarten!
Unruhig Glück im Stehn und Spähn und Warten!
... und kann es nicht fassen, daß diese
»zweite Jugendzeit« an ihm auch schon längst vorübergegangen ist. Und ihm — früher oder später, wer weiß es ... — der »grause Vorhang« reißen wird, von dem er nur hoffen, nicht wissen kann, ob darin die »Hochzeit von Licht und Finsternis« kommen wird ...



*) Dieses Gedicht steht am Ende seines Werkes »Jenseits von Gut und Böse« (hier dessen Vorrede)





Sonntag, 12. April 2015

Vor siebzig Jahren

... am 12. April 1945 starb Franklin D. Roosevelt, und damit trat sein Vizepräsident als 33. Präsident der U.S.A. nach der Verfassung automatisch seine Nachfolge an: Harry S. Truman.


Mit seinem Befehl zu den Atombomben-Abwürfen über Japan wurde er binnen weniger Minuten zu einem der größten Massenmörder aller Zeiten — und daß der engagierte Hochgrad-Freimaurer gerade als der 33. Präsident der U.S.A. fungierte, mutet wie ein ironisches Aperçu der Geschichte an. Ein verschlagener, in seiner Karriere mit den Mafia-Zirkeln der Demokraten verbandelter Berufspolitiker der übelsten Sorte, verband er seinen letztlichen Aufstieg mit der sozialistisch-planwirtschaftlichen Politik Roosevelts. Sein offizielles Porträt als Präsident zeigt ihn in erschreckender Klarheit — Greta Kempton war in der Tat ein gute Porträtistin: wäre nicht das Kapitol vor einem dramatisch bewölkten Himmel hinter Truman zu sehen, sondern ein repräsentatives Verwaltungsgebäude, könnte man ihn ebenso für den Chef eines Waschmittelkonzerns halten. Oder für den erfolgreichen, gefinkelten Hausadvokaten eines Verbrechersyndikats. Nun, in gewissem Sinne war er ja auch sowas ähnliches ...

Samstag, 11. April 2015

»Hillary will's noch mal wissen!«

... titelt der »Münchner Merkur« heute. Sorry, aber die Fragen, die zu klären viel spannender wären, sind vielmehr:

1. Wollen die US-Wähler von ihr noch mal wissen?

2. Was will sie noch mal wissen?

  • Etwa: wie es sich anfühlt, nach ihrer Wahl im Oval Office einen Praktikanten mit 69 zu haben?
  • Ob ein gelungener Atombombenabwurf auf Teheran / Pjönyang / Moskau etc. (just name it!) postmenopausal orgastische Gefühle weckt?
  • ...?

Wollen wir das wirklich wissen?

Die Leser im Wiener »Kurier« offenbar mehrheitlich nicht. Denn die Kommentare sind (von einigen gutmenschlichen  Trollen abgesehen) recht eindeutig:
  • Mimi Der Graue Kater vor 2 Stunden
    Bei den Clintons war sicher Sie der weit intelligentere Teil - und eine Reihe seiner Entscheidungen die einen poisitiven Ausgang hatten trugen eindeutig "ihre Handschrift".

    Ich hoffe die Amnerikaner machen es so wie die Osterreicher es auch machen sollten - von den schlechten Moeglichkeiten muss man die am wenigsten Schlechte waehlen. Ich bin sicher, dass in der Reihe der US-Praesidenten, Hillary Rodham (wie sie sich bis vor Beginn des Wahlkampfes ihren Mannes nannte) eine der Besten wird.
    • Josef Kaiser vor 53 Minuten 
      Eine Merkl wird sie nicht!
  • Michael seebacher vor 3 Stunden 
    Ich trau ihr das zu.Ein starkes Signal an alle Frauen dieser Welt.Ein starkes Signal an Russlands Frauen.Hoffnung auf gute Veränderung.Sie hat Amerika schon einmal durch ihren Ehemann regiert,Sie kann es.
  • William Wallace vor 4 Stunden 
    nun jetzt wird sich wohl einer der Bush´es als Frau präsentieren um Chancen zu haben.
    "Maria und alle Heiligen helfts"!! - eine(r) von den Bush´es!!!
  • Josef Kaiser vor 10 Stunden 
    Amerika ist ja schlechter dran als wir!!
    Wir haben einen Faymann aber Amerika hat nur eine betrogene Ehefrau!

    Führungsqualitäten müssen ganz einfach ertragen werden!
    • Manfred Wallner vor 6 Stunden 
      clinton auf eine "betrogene ehefrau" zu reduzieren, ist so was von dumm und anachronistisch, dafür fehlen mir einfach die worte. gottseidank sind Sie bereits 1916 gestorben, daher ist es sehr verständlich, dass Ihre seltsame meinung heute nur noch kleine, völig irrelevante kreise interessiert.
      • Correo Rupert vor 3 Stunden
        Sie haben recht. Das ist viel zu einfach. Man könnte z.B. machtgeile Psychopathin mit einem Hang zu einem eigenen Krieg`erl ergänzen.
  • Werner Gold vor 10 Stunden 
    Eine Lügnerin, ein verbissener Machtmensch, eine Politschlampe. So gesehen passt sie gut ins weisse Haus und stünde ihren Vorgängern in nichts nach. Der Friedensnobelpreis kommt dann mit dem Lieferservice.
  • Karl Prokopp vor 13 Stunden 
    und wir dachten, mit dem Schoko wär der Tiefpunkt erreicht
    • Manfred Wallner vor 6 Stunden 
      "wir" ist jetzt prokopp und die vielerlei stimmen, die er so in seinem kopf vernimmt, oder die "wödpartie" beim branntweiner, die sich in strachewählen und mindestsicherungkassieren zu hundertprozent einig ist.
  • justin case vor 14 Stunden 
    als bill clinton präsident war, gab es diesen schönen witz:

    hillary und bill sitzen abends im weissen haus, bill sagt:" erinnerst du dich an den tankwart mit dem zusammen warst, als wir uns kennen lernten?
    stell dir vor, wenn du bei dem geblieben wärst, würdest du heute die frau eines tankwartes sein."
    darauf hillary: "nein. wäre ich mit dem zusammen geblieben, wäre ER heute präsident der usa."
    Antworten
  • Kupfer Melanie vor 16 Stunden 
    das ist eighty scheiß of greis....eine frechheit das so alte menschen nicht schwäne füttern und immer nur unruhe stiften wollen

    und so weiter ...

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Doch nun zu etwas ganz anderem ...

Eine der unfähigsten, dafür  aber umso präpotentesten Quotzen der österreichischen Polit-Szene, die Frauen- & »Bildungs«-Ministerin Heinisch-Hosek (der wir — mit desaströsem Ergebnis — ideologische Versuchskarnickelstation »Neue Mittelschule«, verdanken), will »Magermodels« verbieten, und kann sich u.a. folgendes vorstellen:
... eine Verordnung in der Gewerbeordnung, die etwa Modelagenturen die Anstellung von Frauen und Männer unter einem bestimmten Body-Mass-Index (BMI) untersagt. In Frankreich etwa würden Agenturen bestraft, die zu dünne Models beschäftigen: "Die Schuld ist nicht beim Model, sondern bei denen, die sie anstellen, wenn sie ein gewisses Körpergewicht unterschreiten."
Erster Ansprechpartner hierzu sei Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP), so Heinisch-Hosek. Gespräche will sie aber mit mehreren Ressortchefs aufnehmen, etwa auch mit dem Justizminister. Für die Gewerbeordnung hat sie bereits einen fix fertigen Vorschlag und will mit diesem nun einen zweiten Anlauf unternehmen.
Was die Bildbearbeitung betrifft, wäre es "natürlich sinnvoll", wenn es Vorgaben für internationale Kampagnen gäbe. Mit Bildprogrammen bearbeitete Frauenkörper sollten gekennzeichnet werden, fordert Heinisch-Hosek: "Diese Debatte sollte man unbedingt wieder aufnehmen." Die Kennzeichnung könnte entweder mit einem Ampelsystem erfolgen - ein grüner Punkt stünde etwa für leichte Bildbearbeitung, ein roter für grobe Veränderungen - oder einem schriftlichen Hinweis: "Dieses Bild ist bearbeitet".
Laut Angaben der Ressortchefin sind 80 bis 90 Prozent der Mädchen und Frauen unzufrieden mit ihrem Körper. Fast die Hälfte hält sich für übergewichtig - tatsächlich seien es jedoch nur sechs Prozent.
... schreibt »Die Presse« aus einer APA-Meldung ab. Och ... ... bloß sechs Prozent der Frauen sind übergewichtig? Hat die Quotze schon mal was von Google gehört? Dann hätte sie nämlich in Null-Komma-Josef (bzw. in Null-Komma-Josefin — für Quotzen) erfahren, daß 2006/07 nicht sechs Prozent, sondern 37 Prozent laut Erhebung der Statistik Austria als übergewichtig anzusehen waren. Mit einer seit vielen Jahren steigenden Tendenz — es wird daher die »fast die Hälfte« im Jahr 2015 nicht so weit von der Realität entfernt sein.

Es ist schon nachvollziehbar, warum eine Frau vom — wie drückt man das jetzt aus, ohne justiziabel zu werden ...? — na sagen wir: durchaus überschaubar bemessenen Sex-Appeal dieser Frau Heinisch-Hosek, andere Frauen daran hindern will, besser auszusehen als sie. Doch ist das auch fair?

LePenseur, der, wie anhand diverser Artikel und Bilder auf diesem Blog unschwer nachzuweisen ist, kein Freund von Hungerhaken, Knochengerüsten, und auch wirklich kein Fan von BMW — steht (falls nicht bekannt) für: »Brett mit Warzen« — ist, schließt sich diesbezüglich der Meinung eines »Presse«-Posters an:
Ernst Stavro Blofeld
11.04.2015 09:50

Ich befürworte eine Kennzeichnungspflicht

für unfähige Politiker!
Insonderheit für unfähige Politikerinnen, deren einzige Befähigung für ihr Ministeramt in der Absenz eines Penis bestanden zu haben scheint ...

Sic transit ...

Erst vor wenigen Tagen wurde auf diesem Blog der zweihundertsten Wiederkehr des Geburtstages von Otto Fürst von Bismarck gedacht. Vor zwei Tagen erschien in der »Preußischen Allgemeinen Zeitung« ein Artikel über dessen Nachkommenschaft:

Niedergang einer Dynastie

Bismarck ist in diesem Jahr in aller Munde, doch seine Familie macht nur noch durch Skandale von sich reden

09.04.15
Allerorten wird in diesem Jahr anlässlich seines 200. Geburtstages an Otto von Bismarck erinnert. Wenn jemand von sich behaupten kann, einen großen Namen zu tragen, dann sind es die Bismarcks. Doch was die Nachfahren des Altreichskanzlers angeht, hat der Name längst an Strahlkraft verloren. Es gibt viele Stimmen, die der Meinung sind, dass die fürstliche Familie sich ihres großen Erbes nicht mehr als würdig erweist.
Die große Berliner Bühne war der angemessene Rahmen für den Festakt anlässlich des Bismarck-Jubiläums am 1. April. Bundespräsident Joachim Gauck und Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU), in dessen Bundesland Bismarcks Geburtsort Schönhausen liegt, sprachen Grußworte und Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hielt die Festrede. Landauf, landab gibt es darüber hinaus das ganze Jahr Ausstellungen, Vorträge und Veranstaltungen zum Thema Bismarck. Sogar in der einstigen russischen Residenzstadt St. Petersburg wurde eine Bismarck-Büste enthüllt. Der Familie Bismarck selbst scheint hingegen nicht mehr daran gelegen zu sein, dass ihres Ahnherrn, dem sie gesellschaftliche Stellung und Wohlstand verdankt, gedacht wird.
Sic transit ...

Freitag, 10. April 2015

»... daß Teile der Novelle dazu dienen sollen, politische Arbeit

betreffend mit Asylwerbern und anderweitigen Nicht-Staatsbürgern assoziierte Probleme zu erschweren und Migrationsdebatten nur noch im engeren Kreis eines politisch-medialen Mainstreams führen zu wollen.«

Meint, völlig zu recht, Dr. Wilfried Grießer, Philosoph, Mitglied der österreichischen Gesellschaft für Strafrecht und Autor der umfassenden Studie »Verurteilte Sprache. Zur Dialektik des politischen Strafrechts in Europa«, in seiner »Stellungnahme zum Strafrechtsänderungsgesetz 2015« (welches treffender als »Ausländerkriminalitätsbehübschungsgesetz« und »Meinungsäußerungsverbotsgesetz« zu bezeichnen wäre).

Der Artikel ist für Nicht-Juristen nicht unbedingt eine reine Lesefreude — aber deshalb doch die Lektüre wert! Denn die dreisten, das Grundrecht der Freiheit der Meinungsäußerung faktisch komplett aushebelnden Knebelungsversuche eines vorgeblich »bürgerlichen« Justizministers lassen nur zwei Konsequenzen zu: entweder vertritt der frühere Strafrechtsprofessor und heutige Justizminister diese Agenda aus Überzeugung — dann sollte er sich als Justizminister in einer deklarierten Diktatur bewerben. Das wäre wenigstens ehrlich. Oder er hat sein Ministerium, das (wie die Staatsanwaltschaft und die Gerichte) nach wie vor von linken Broda-Seilschaften durchseucht ist, nicht im Griff und/oder hat die faulig stinkenden Eier, die ihm diese in den Ministerialentwurf geschmuggelt haben, nicht behirnt. Dann sollte er wegen Unfähigkeit schnellstmöglich zurücktreten. Tertium non datur.

Donnerstag, 9. April 2015

Ebenfalls vor 150 Jahren

... endete am 9. April 1865 (von ein paar Nachgeplänkeln in Texas abgesehen) der amerikanische Sezessionskrieg mit der Kapitulation der konföderierten Nord-Virginia-Armee unter ihrem ebenso genialen wie edlen (und deshalb bis heute nicht bloß in den Südstaaten verehrten) General Robert E. Lee.
Die wichtigsten Folgen des Krieges waren die Stärkung der Zentralmacht und die endgültige Abschaffung der Sklaverei in den USA sowie die verstärkte Ausrichtung des Landes als Industriestaat.
... schreibt Wikipedia. Und in der Tat: seit damals erhebt sich die Zentralgewalt in den USA mehr und mehr, über die historisch gewachsenen Bundesstaaten der Ostküste ebenso, wie über die Planquadrat-Staaten, die seit der Unionsgründung dazukamen. Wie friedlich hätte doch die Geschichte der Welt im 19. und 20. Jahrhundert verlaufen können, wären die Konföderierten bloß siegreich — oder wenigstens doch ungeschlagen — geblieben, und hätten ihr weitaus stärker föderal geprägtes politisches System durchsetzen, oder zumindest für ihr eigenes Territorium bewahren können! Die »Sklaverei«, die als Vorwand für ihre Verteufelung herhalten mußte, wäre aus schlichten Rentabilitätsgründen auch ohne förmliche Abschaffung innerhalb kurzer Zeit von alleine ausgestorben: Maschinen sind nun einmal billiger und leistungsfähiger als der selbst »billigste« Sklave.

Aber Amerika wäre ein Kontinent ohne übermächtige U.S.A. geblieben — statt dessen mit einer wohlbalancierten Mischung regionaler »Großmächte« (vermutlich den [Nordstaaten-]U.S.A., den [Südstaaten-]C.S.A., der Kaiserreiche Mexiko und Brasilien, eines »Großkolumbien« und/oder einer »La-Plata-Föderation«), umgeben von einer Menge mittlerer und kleinerer Staaten — ein Spiegelbild der für die Entwicklung von Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft so fruchtbringenden Mannigfaltigkeit Europas; ein in Republiken und Monarchien organisierter Doppelkontinent eigener Prägung, nicht bloß der ausgebeutete und deklassierte »Hinterhof« einer übermächtigen Weltmacht, die ihn als willfährige Basis für eine arrogante »Supermacht«-Position mißbraucht.

Alternative Geschichtsforschung hat ihren Reiz ...

Einer der bedeutensten Strategen des I. Weltkriegs

... erblickte heute vor 150 Jahren, am 9. April 1865, in der damals noch deutschen Provinz Posen das Licht der Welt: Erich Ludendorff.


Ohne dem hochdekorierten Feldherrn nahetreten zu wollen: sein Genius beschränkte sich, leider, strikt auf seinen dienstlichen Bereich, in welchem er quasi »das Gehirn« im Zweigespann mit Paul von Hindenburg war — ein zunächst an der Ostfront, dann als (dritte, nach Moltke und Falkenhayn) »Oberste Heeresleitung« durchaus erfolgreiches Duo: Ludendorff plante, und Hindenburg übernahm die Verantwortung — und hatte, spätestens seit der Schlacht bei Tannenberg, Nimbus und Autorität des siegreichen Feldherrn für sich!

Ludendorff ordnete — spätestens seit dem nicht zuletzt von Ludendorff erzwungenen Abgang des wenig glücklichen Reichskanzlers Bethmann-Hollweg — die deutsche Wirtschaft und die Staatsmaschinerie seinen militärischen Zielen unter, sodaß seit 1917 nicht ohne Berechtigung von einer verkappten Militärdiktatur die Rede war, der gegenüber das »Primat der Politik« ausgehebelt, und selbst die Rolle des Kaisers sekundär blieb.

Fürst Bülow findet in seinen Memoiren (wenig überraschend) kritische Worte an die Adresse seines Nachfolgers, aber auch bezüglich Ludendorff, dem er vorhält, mit seinem pronocierten Eintreten für einen sofortigen Waffenstillstand im Herbs 1918 »die Nerven verloren« zu haben — ein Eindruck, der angesichts Ludendoffs manchmal fast paranoid wirkender Aktionen und Publikationen nach dem Untergang des Kaiserreichs freilich nicht ganz von der Hand zu weisen ist.

Auf Ludendorff fällt jedenfalls aus der Sicht der heute Meinungsbildenden der entscheidende Makel, mit Hitler gemeinsame Sache gemacht zu haben. So sehr die beiden auch — umso schneller und stärker, je erfolgreicher Hitler und die NSDAP wurden! — auseinandergerieten, sodaß von einem echten Zusammenwirken nicht ernstlich gesprochen werden kann: den Marsch auf die Feldherrnhalle, diesen recht dilettantische Versuch eines Umsturzes, wird Ludendorff im Gedächtnis der Nachwelt wohl nicht mehr loswerden.

Auch seine Ehe mit seiner exzentischen zweiten Frau Mathilde war für Ludendorffs seelisches Gleichgewicht nicht eben günstig: die Leier von den »überstaatlichen Kräften« des Judentums, der Jesuiten und der Freimaurer, die er unter ihrem Einfluß bis zur Obsession anstimmte, trübte sicher schon damals sein Ansehen in weiten Kreisen doch vorwiegend vernunftgelenkter Bürgerlicher, die einen konservativ-nationalbewußten General sicher gern akzeptiert hätten, doch für Überspanntheiten dieser Art wenig Verständnis aufbrachten.

Ludendorffs faktische Isolierung während der Nazizeit und sein Tod im Jahr 1937 ersparten es ihm, die zunehmenden Greuel des Nazistaates und den völligen Zusammenbruch Deutschlands im Jahr 1945 mitzuerleben. Ob sein seit 1945 von der Geschichtsschreibung in sehr dunklen Tinten gehaltenes Bild sich noch einmal aufhellen wird, wird Zukunft weisen.
 

Mittwoch, 8. April 2015

Zahlen, bitte!

Die richtige Antwort auf den Kristallkugelblicker Dimitris Mardas findet sich auf »Jobo72's Weblog«:
Wegen Perser-Invasion: Griechenland verklagt Iran!

7. April 2015


Athen will 278 Milliarden Euro Reparationsleistungen. Herodot: „Eigentlich fast noch zu wenig!“

Agnostiker Theodoris Spektakopapaloros erinnert sich genau: „Es war der 17. März 480 vor unserer Zeit. Plötzlich waren sie da!“ Mit „sie“ sind die Perser unter Xerxes gemeint. Schnell stoßen sie auf das Land der Griechen vor.
Xerxes (Abbildung ähnlich). Bildnachweis: Bundesarchiv,  Bild 183-R1220-401. Veröffentlichung erfolgt unter folgenden Bedingungen: CC-BY-SA 3.0.
Xerxes (Abbildung ähnlich). Bildnachweis: 
Bundesarchiv,
Bild 183-R1220-401. 
Veröffentlichung erfolgt unter 
folgenden Bedingungen: CC-BY-SA 3.0.
Zwar scheiterten die Perser mit ihren ambitionierten Expansionsplänen, hinterließen jedoch eine Spur der Verwüstung, gerade in der touristisch relevanten Küstenregion. (Hier weiterlesen)

Dienstag, 7. April 2015

»Studierendenwerke«

Bei der Lektüre derartiger Meldungen:
Die Geschlechtergerechtigkeit erreicht Mensen und Wohnheime: Deren Betreiber sollen künftig für "Studierende" zuständig sein. Die Korrektur ist teuer.
Die Studentenwerke in NRW wehren sich gegen eine anstehende Zwangs-Umbenennung in „Studierendenwerke“. Sie fürchten Kosten von mehreren hunderttausend Euro, die durch den Namenswechsel entstehen würden, unter anderem durch zu verändernde Schilder, Briefköpfe und Broschüren.
Die Landesregierung hat den Begriff „Studierendenwerke“ ins neue Hochschulzukunftsgesetz geschrieben. Begründet wird dieser Schritt mit Geschlechtergerechtigkeit. Geschlechtsneutrale Bezeichnungen seien gesetzlich vorgeschrieben. Die rot-grüne Landesregierung in Baden-Württemberg hat die dortigen Studentenwerke schon vor Monaten zur Namensänderung gezwungen. Befürworter und Gegner stritten dort heftig miteinander. Bisher hat sich in NRW nur das Studentenwerk Essen-Duisburg „zähneknirschend“ umbenannt. Die anderen verweigern dem Land bisher die Gefolgschaft.
Der Zwang zur Geschlechtergerechtigkeit erreicht die Studentenwerke in NRW. Weil sich durch das Wort „Student“ nur Herren eindeutig angesprochen fühlen können, soll es künftig geschlechtsneutral-korrekt „Studierendenwerke“ heißen.
... erhebt sich eigentlich nur eine Frage:


Wer  hat  diesen  rotgrünen  feministischen Klemmvotzen derart ins Hirn geschissen ?


(pardon l'expression — aber manche Blödheit ist einfach nicht in gewählteren Worten kommentierbar)

Montag, 6. April 2015

Eine der entzückendsten Kostbarkeiten für die Orgel

... schrieb der junge Camille Saint-Saëns mit seiner Phantasie in Es-Dur, die in dieser Aufnahme auch mit dem ihr entsprechenden Tempo (meist wird sie nämlich zu langsam gespielt) wiedergegeben wird:



Der Vorzug dieser Aufnahme ist weiters, daß die Orgel auch wunderbar transparent klingt (was speziell bei französischen Orgeln keineswegs die Regel ist, die v.a. im 19. Jahrhundert meist mit viel zu vielen Zungenstimmen ausgestattet wurden und wie ein »Monster-Harmonium« klingen!), und daher auch im kontrapunktisch durchsetzten zweiten Teil (ab min. 1:36) stets klar und durchsichtig bleibt wie ein munter dahinsprudelnder Gebirgsbach. Ein Youtube-Kommentator bemängelt zwar einige »Fehlgriffe« (die der Laie selbst mit Noten in der Hand kaum feststellen wird) — aber das sind peccata minora ...

Saint-Saëns hat danach in seinen Jahren als Organist an der Madeleine noch viele Werke für die »Königin der Instrumente« geschrieben — und doch keines, das so sehr in seiner jugendlichen Frische und Ursprünglichkeit den Hörer entzückt.

Sonntag, 5. April 2015

Wann, wenn nicht zu Ostern ...

... sollte man sich eine Debatte anhören, ob Jesus nun Gott war/ist oder nicht? Und wenn diese Debatte von vier gelehrten Herren mit ebensoviel Aplomb wie Höflichkeit geführt wird, kann man daraus nur lernen.




Warnhinweise: 1. Die Gesamtdauer der Debatte beträgt mehr als 2¼ Stunden. – 2. Hinreichende Englischkenntnisse (bzw. Kenntnisse in jener Sprache, die Amerikaner für Englisch halten) sind erforderlich. – 3. Katholiken müssen in dieser Diskussion ohne Konzilsdefinitionen und päpstliche Lehrentscheide »ex cathedra« auskommen (was für sie den Reiz dieser Diskussion möglicherweise mindern mag). Wer dennoch bis zum Schluß durchhält, hat sich seine Ostern 2015 redlich verdient ...


Samstag, 4. April 2015

»Islam wächst bis 2050 am meisten«

... informierte uns »DiePresse« über eine Studie von »Pew Research«. Einmal abgesehen von der geringen Sprachschönheit dieser Schlagzeile (die nur von dem vor einigen Jahren geprägten Werbeslogan »Wir leisten am leisten« überboten wird) — dieser Artikel ist geeignet, jedem rational denkenden Menschen Schauer über den Rücken zu jagen.
Verschwindende Religionen? Von wegen. Sieht man vom kleinen Sonderfall Europa ab, blühen die Religionen in der Zukunft kräftig weiter – und zwar gerade die großen, institutionalisierten Religionen. Das besagt eine Studie des renommierten Pew Research Centre, die erste in dieser Größenordnung, die die Zukunft der großen Weltreligionen vorherzusagen versucht. Bis 2050 soll demnach fast jeder Dritte auf der Welt Muslim sein und der Anteil von Muslimen und Christen an der Weltbevölkerung ungefähr gleich. Das Christentum wächst nach dem Islam am meisten, auch Hinduismus und Judentum wachsen, nur der Buddhismus stagniert. Und der Prozentsatz derer, die keiner Religion angehören, sinkt sogar– von 16 Prozent (2010) auf 13 Prozent.
Bei prognostizierten 9,6 Mrd. hominiden Erdbewohnern (wieviele davon zurecht als Angehörige der Gattung Homo Sapiens zu bezeichnen sind, lassen wir mal außen vor ...) hieße das: 3,1 Mrd. Museln. Eine Vorstellung, die mich nicht danach gieren läßt, dieses Jahr noch zu erleben — was deutlich jenseits des Neuzigers ohnehin recht unwahrscheinlich wäre. Die Gnade der frühen Geburt ...
Erst kürzlich wurde eine andere Studie („The Status of Global Christianity“) veröffentlicht, die ebenfalls Vorhersagen bis 2050 macht, allerdings nur für das Christentum. Afrika zeigt sich da als Zukunftskontinent des Christentums – Mitte des Jahrhunderts werden dort laut Studie so viele Christen leben wie in Südamerika und Europa zusammen. (Dem Pew Research Centre zufolge werden 40 Prozent aller Christen 2050 in Afrika südlich der Sahara leben, und Nigeria wird mehr Christen haben als jedes andere Land außer den USA und Brasilien). Zweiter starker Trend ist die besondere Ausbreitung der charismatischen und der Pfingstbewegung: Sie zählen zu den am schnellsten wachsenden religiösen Gruppen weltweit.
Aha. Sich karnickelartig vermehrende (»Der Neger schnackselt gern!« © Fürstin Gloria von Thurn und Taxis), pfingstlerisch-charismatische Neger, die sich dank Zungenreden und rhythmischem Händeklatschen vom Heiligen Geist getauft wähnen, sind die Zukunft des Christentums, soso? Dafür also wäre Jesus Christus gekreuzigt worden (sofern man an diese dogmatische Festlegung glaubt — die uns dergestalt ausgemalte Zukunft ist freilich geeignet, Zweifel an der Korrektheit dieser Lehre zu mehren ...). Die Berliner Volksweisheit »Sowat lebt, und Schillern mußte sterben!« geht einem durch den Sinn ...

Nun denn, offenbar ist Darwin drauf und dran, wieder einmal bestätigt zu werden. Denn er sprach ja nicht vom Überleben der Besten, sondern von »survival of the fittest«. Und besagtes fit ist ja kein Werturteil, sondern die nüchterne Feststellung, daß jemand/etwas in die Umgebung »paßt«. So gesehen paßt natürlich der Mohammedanismus perfekt in eine geistlos-servile Massengesellschaft, wie charismatische Pfingstler zu einer nach Hype gierenden Rap- & Disco-Eventkultur. Und wenn diese Tendenzen noch durch überdurchschnittliche Fertilitätsraten verstärkt werden, und dies noch auf Kosten der Steuerzahler, die diesen ganzen Sozialstaats- und Entwicklungshilfe-Wahnwitz zwar finanzieren müssen, aber bereits jetzt »demokratisch« in der klaren Minderheit sind — dann fällt Optimismus über die Entwicklung der Menschheit doch eher schwer.

Wie meine selige Mutter zu sagen pflege: »Die Trotteln sterben nie aus«. Dem ist — leider! — nichts hinzuzufügen — außer, daß Spengler vermutlich doch recht behalten dürfte. Na dann mal ...

FROHE OSTERN


Canticum Ezechiæ (Is. 38)


Ego dixi: In dimídio diérum meórum * vadam ad portas ínferi.
Quæsívi resíduum annórum meórum. * Dixi: Non vidébo Dóminum Deum in terra vivéntium.
Non aspíciam hóminem ultra, * et habitatórem quiétis.

Generátio mea abláta est, et convolúta est a me, * quasi tabernáculum pastórum.

Præcísa est velut a texénte, vita mea: dum adhuc ordírer, succídit me: * de mane usque ad vésperam fínies me.

Sperábam usque ad mane, * quasi leo sic contrívit ómnia ossa mea:

De mane usque ad vésperam fínies me: * sicut pullus hirúndinis sic clamábo, meditábor ut colúmba:

Attenuáti sunt óculi mei, * suspiciéntes in excélsum.

Dómine, vim pátior, respónde pro me. * Quid dicam, aut quid respondébit mihi, cum ipse fécerit?

Recogitábo tibi omnes annos meos * in amaritúdine ánimæ meæ.

Dómine, si sic vívitur, et in tálibus vita spíritus mei, corrípies me, et vivificábis me. *  Ecce, in pace amaritúdo mea amaríssima:
   Tu autem eruísti ánimam meam ut non períret: * projecísti post tergum tuum ómnia peccáta mea.
   Quia non inférnus confitébitur tibi, neque mors laudábit te: * non exspectábunt qui descéndunt in lacum, veritátem tuam.
Wer je bei einem Sterbenden – und schließlich Verstorbenen – saß, wird erschreckende Wahrheit dieser Worte verstehen können. Ob er dann auch die beiden folgenden letzten Verse des Canticums rezitieren kann, nämlich:
Vivens vivens ipse confitébitur tibi, sicut et ego hódie: * pater fíliis notam fáciet veritátem tuam.
Domine, salvum me fac * et psalmos nostros cantábimus cunctis diébus vitæ nostræ in domo Dómini.
hängt von seinem Glauben ab. Es fällt freilich schwer, wie LePenseur aus eigener Erfahrung zu berichten weiß ... 



Freitag, 3. April 2015

»Les Sept Dernières Paroles du Christ en Croix«

Ein beinahe — wie leider so viele, viele anderen! — vergessenes Meisterwerk des großen César Franck: ...



Mögen Dirigent, Solisten und die »Philharmonie Schwäbisch Gmünd« nicht unbedingt zur prominenten Weltspitze der Interpreten zählen — was ihnen vielleicht manchmal an letzter Perfektion fehlt, machen sie an fühlbarer Anteilnahme und Einfühlung wett.

Gastkommentar: Tröglitz

(von SF-Leser)

Der „Fall“ Tröglitz ist ja wahrscheinlich bei den Lesern dieses Blogs bekannt (Rücktritt eines ehrenamtlichen Bürgermeisters angeblich aufgrund einer Demonstration vor seinem Haus). Nun der Ex- Bürgermeister, Herr Nierth, sieht auf den von ihm bekannten Fotos schon wie ein Mensch aus, der von sich und seinen Ansichten zu 120% überzeugt ist und der mit denen, die seine Ansichten nicht vorbehaltlos unterstützen, schon sehr schnell über Kreuz liegen dürfte.

Gestern gab es also eine Veranstaltung anläßlich der Geschehnisse in Tröglitz über die die FAZ einen Artikel geschrieben hat:
Der erste Tröglitzer, der sich bei der Einwohnerversammlung zu Wort meldet, heißt Ronny und steht am Mikrofon oben auf der Galerie. „Warum geben wir für die Asylanten so viel Geld aus, obwohl wir es selber nicht haben. Was soll denn die Scheiße!?“ Landrat Götz Ulrich steht vorne im proppenvollen Saal und würde gerne antworten, doch die Akustik bereitet ihm Probleme: „Ich habe nur ‚Scheiße‘ verstanden.“

Der junge Mann auf der Galerie unternimmt einen zweiten Anlauf. „Die Asylanten kriegen von A bis Z alles hingestellt – jeden Scheiß. Jeden Scheiß! Die kriegen Kohle ohne Ende. Und wir müssen betteln gehen!“ Dieses Mal hat der Landrat des Burgenlandkreises verstanden.

Mit unerschütterlicher Sachlichkeit versucht der CDU-Politiker, aus Ronnys Meinungsbeitrag die Sachfragen herauszuschälen.

[...]

 „Die Entscheidung über die Unterbringung wird von denjenigen getroffen, die durch demokratische Wahlen dazu legitimiert sind“, sagt er. .... Und wenn Bürger mit der Entscheidung des Landkreises unzufrieden seien, stehe es ihnen frei, bei den nächsten Wahlen ihre Stimmen anderen Politikern zu geben.
(Hier weiterlesen
Das hört sich für mich so an, als wenn es der Landrat tatsächlich so meint, wie er es bei der Veranstaltung eben ausgedrückt hat. Aber war da nicht noch etwas?

Dürfen die Bürger nicht auch noch über Entscheidungen der Politiker nicht nur im stillem Kämmerlein zu Hause sondern auch in der Dorfgaststätte kontrovers diskutieren, dürfen sie nicht auch ihre der Meinung der Politiker entgegenstehenden Ansichten in Leserbriefen oder in Blogs der Öffentlichkeit kundtun oder, wenn es denn ganz heftig wird, dürfen sie nicht eben auch mal eine kleine Demonstration wagen? 

Oder sind solcherart Aktivitäten nicht mehr genehm?