Donnerstag, 30. Januar 2020

Wiederbetätigung

von Fragolin

Wer hat es gesagt?

Die europäischen Völker stellen nun mal eine Familie auf dieser Welt dar. Es ist wenig klug, sich einzubilden, auf die Dauer in einem so beschränkten Haus wie Europa eine Völkergemeinschaft verschiedener Rechtsordnung und Rechtswertung aufrecht erhalten zu können.“

a) Charles de Gaulle 1957 bei der feierlichen Unterzeichnung des Gründungsvertrages der Montanuion
b) Jean-Claude Juncker bei seiner Abschiedsrede 2019 vor dem Europäischen Parlament
c) Adolf Hitler 1936 im Deutschen Reichstag

Noch einen? Na gut, den hier, wo findet man den?

Es muß das Ziel unseres Kampfes bleiben, ein einheitliches Europa zu schaffen.“

a) Zitat Angela Merkels in ihrer Autobiographie
b) Tagebucheintrag Goebbels‘ aus dem Mai 1943
c) Schlusssatz der ersten Rede Von der Leyens als EU-Kommissionspräsidentin

Jetzt ist aber Schluss. Also nach dem hier:
Von wem stammt die Idee einer „Europäischen Wirtsachaftsgemeinschaft“ mit einer gemeinsamen Entkoppelung vom Goldstandard, einer gemeinsamen Verrechnungswährung auf Basis fester Wechselkurse und Waren- wie Personenfreizügigkeit in einer grenzenlosen Freihandelszone?

a) John Maynard Keynes, britischer Ökonom und Politiker der Liberal Party
b) Walther Funk, Reichswirtschaftsminister und Präsident der Reichsbank Hitlerdeutschlands
c) Friedrich August von Hayek, österreichischer Ökonom und Vertreter des Liberalismus

Kleiner Joker zur Hilfe bei der Auflösung:
Würden die Kerngedanken der EU nicht in Brüssel sondern in Wien formuliert, müssten die Edlen vom Neukarolingischen Kaiserhof befürchten, hierselbst wegen Wiederbetätigung der Bastonade überantwortet zu werden...

10 Kommentare:

Kirchfahrter Archangelus hat gesagt…

Ja, für wertkonservative Wählerschichten schmerzhaft: Die heutige Entwicklung der EU war bereits weit vor
Helmut Kohl und dessen Bekenntnis zu einem zu schaffenden europäischen Bundesstaat christlicher Prägung mit Deutschland als nachgeordnetem Gliedstaat angelegt. Die 1952 gegründete Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) kann mit ihrem sozialisierenden Politik-Ansatz, verbunden mit apparativen Strukturen, geradezu als Prototyp der immer weiter um sich greifenden heutigen EU-Bürokratie gelten. Und schon bei dieser Gründung habe Monnet bekannt: „Unsere Gemeinschaft ist keine Vereinigung der Hersteller von Kohle und Stahl, sie ist in Wirklichkeit der Anfang von Europa, das die Vorwegnahme einer weltweiten Vereinigung ist“ (m.w.Nw.: fassadenkratzer.wordpress.com vom 4. November 2019). Auf der Konferenz von Messina im Juni 1955 beschlossen die Außenminister der EGKS eine allgemeine wirtschaftliche Einigung der Volkswirtschaften, die Schaffung gemeinsamer supranationaler Institutionen, eine Sozialharmonisierung durch Verwirklichung allgemeiner Sozialstandards und eine Zusammenarbeit auf dem Nuklearsektor. Man beschloss auf der Konferenz von Messina die Einsetzung eines Regierungsausschusses unter Vorsitz von Paul-Henri Spaak (sog. „Spaak-Kommission“) zur Ausarbeitung der Grundlagen und Möglichkeiten des Gemeinsamen Marktes1 (Frage nach Einbeziehung verschiedener Wirtschaftssektoren). Und der europäische Zug rollte weiter streng nach diesem Fahrplan: es folgte die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft mit „Gemeinsamen Markt" und Zollunion, um dann zur EG und schließlich zur EU zu werden. Dieser Entwicklungsprozess wurde von der CDU immer wärmstens begleitet: „Die CDU versteht sich selbst als „die“ Europapartei. Begründet wird dieser Anspruch mit der Europapolitik von Konrad Adenauer und nachfolgenden Kanzlern der Partei, sowie einer Tradition, die programmatisch auf einen europäischen Bundesstaat und auf die Vereinigung des christlichen Abendlandes abzielte“.2 Jeder einzelne Transformationsschritt, sei es das direkt gewählte Europa-Parlament oder die Euro-Vorläuferwährungseinheit ECU („European Currency Unit“), wurde ausdrücklich willkommen geheißen. Wenn man aber ein direkt gewähltes Parlament hat, muß dieses logischerweise auch Kompetenzen bekommen, wenn man mit dem „Ecu“ experimentiert, wird die reale Einheitswährung über kurz oder lang folgen. Kommt diese, wird der harmonisierte einheitliche Handelsraum auch kommen – und schlußendlich der europäischen Finanzminister. Hat man diesen, wird eine (wie auch immer benannte) „Europäische Regierung“ folgen, denn ein Minister alleine ist schwer vorstellbar, nicht wahr?

Günter hat gesagt…

Und wer hat dieses alles gesagt?

"Schluss mit dem Gejammer!"
"Es reicht, wir haben mit dem Scheiß nichts zu tun!"
"Ich kann den Müll nicht mehr hören!"
"Immer dieses Gelaber über die Juden, ich kann den Rotz nicht mehr hören."
"Das ist von den Juden so gewollt, sie sind die Staatsmacht."
"Sollte endlich verboten werden, diese Erinnerungen!"
"Den Holocaust gab's doch gar nicht!"
"Keine weitere Förderung des Schuldkult-Fanatismus!"
"Wiedergutmachungs-Zahlungen an angebliche jüdische Opfer sind Geldverschwendung."

Ja, wer hat's gesagt? Zahllose besorgte Bürger auf der facebook-Seite der AfD, anlässlich 75 Jahre Befreiung von Ausschwitz. Mehr als 80% der Postings dort sind dieses Inhaltes.

Anonym hat gesagt…

@Günter:

Sind Sie also der Meinung, daß im Jahr 2020, in dem theoretisch noch denkmöglich strafverfolgbare, d.h. 1945 das 14. Lebensjahr vollendet habende, Jugendliche (die nach Adam Riese heute das 89. Lebensjahr vollendet haben müssten) wegen der paar noch lebenden Restexemplare dieser Altersklasse, von denen auch nur ein Bruchteil überhaupt (!) an Verbrechen gegen Juden beteiligt gewesen sein mag, die restliche schätzungsweise 99,9% der deutschen Bevölkerung in die Geiselhaft eines Schuldkults sondergleichen genommen werden sollen?

Finden Sie es etwa angemessen, daß diese überwältigende Zahl von notwendigerweise (!) Unschuldigen tagein, tagaus mit irgendwelchen, hundertfach wiedergekäuten Dokumentationen, Mahnreden, Gedenkafrtikeln über (wirkliche wie auch bloß angebliche) Missetaten von längst Verstorbenen bombadiert werden?

Finden Sie es fair, über die Greueltaten an einem Volk noch Jahrzehnte später eine mediale Indoktrinierung sondergleichen zu betreiben, aber die 1945 ff. nicht weniger bestialische Behandlung der Deutschen in den Ostgebieten, in denen sie seit Jahrhunderten siedelten und aus denen sie mit beispielloser Brutalität vertrieben wurden (sofern man sie nicht einfach massakrierte) nahezu völlig auszublenden?

Ja, einzelne von Ihnen zitierte Kommentare sind inhaltlich falsch und geschmacklos. Aber ebenso falsch und geschmacklos ist es, wenn Sie in Ihrem Kommentar so tun, als wären diese Kommentare bloß von Seiten "besorgter Bürger auf der facebook-Seite der AfD" existent. Ein kurzes Gespräch mit zugewanderten Türken oder anderen Moslems wird Sie eines Besseren belehren! Aber die wählen traditionell nicht die AfD, sondern die SPD (und neuerdings auch die Grünen). Und ein Gespräch in jeder Kneipe am Eck wird Ihnen ein ähnliches Aha-Erlebnis bringen. Also alles AfD-"Nazis"? Sie scherzen wohl!

Außerdem ist jemand, dem der Dauer-Schuldkult in der hundertsten Wiederholung auf den Nerv geht, deshalb noch lange kein Antisemit, und schon gar nicht notwendigerweise ein für die Existenz in Deutschland lebender Juden gefährlicher Antisemit! Wenn mir zum hundertsten Mal vorgekaut wird, dass jeglicher Alkohol eine tödliche Droge ist, werde ich als gelegentlicher Biertrinker auch vergrätzt reagieren. Oder dass die bösen SUV-Fahrer am Untergang des Planeten Erde schuld sind, etc.

Wenn Sie mal ehrlich sind: würde es Sie als Mann nicht auch einfach nerven, wenn Sie als Mann jeden Tag medial aufgefordert würden, gefälligst keine Frauen zu vergewaltigen? Auch und gerade dann, wenn Sie (wie ich annehme) noch keine vergewaltigt haben und dies auch nicht beabsichtigen!

Also packen Sie doch die Nazi-Keule gegen AfD-Anhänger und -Wähler besser ein. Es gäbe weitaus geeignetere Ziele, sie einzusetzen!

Aber in Wahrheit geht es Ihnen ja gar nicht um die Juden in Deutschland, sondern um die Angst, dass Sie und Ihre politischen Freunde durch einen erfolgreichen Konkurrenten, der auf den Plan trat, aus IEinfluss und Pfründen verdrängt werden könnten. Weil es Ihnen und Ihren Freunden immer weniger gelingt, die Masse mit Parolen gefügig zu machen und einzuschüchtern.

Statt also einen auf cool und süffisant zu machen, und ironisch über "besorgte Bürger der AfD" zu sprechen, wäre es ehrlicher von Ihnen zuzugeben: "Ich hasse die AfD, weil ich um meine Position fürchte."

Aber das setzte eben Ehrlichkeit voraus. An Ihrem Posting kann ich aber nicht diese, sondern bloß Verbissenheit und Hass erkennen.

Günter hat gesagt…

@Anonym:
Die "Masse", die Sie auf Ihrer Seite wähnen, steht durchaus nicht da, wo Sie sie gerne hätten. Das wissen Sie auch. Wenn es nicht unangebracht zynisch wäre, könnte man sagen: je mehr solcher Postings auf der AfD-Seite, desto besser für unser Land und desto schlechter für Sie und die wütenden alten weißen Männer, die Sie vertreten. "Die Masse" wird nämlich durch derlei Krakeele mitnichten begeistert, sondern verstört. Schauen wir mal, was die nächsten Wahlen sagen.
Dass Sie die fast perfekte Vernichtung eines Volkes allen Ernstes auf eine Ebene stellen mit der Vertreibung nach 1945, muss ich nicht kommentieren, das kommentiert sich selbst.

Da schau her! hat gesagt…
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Fragolin hat gesagt…

Werter Günter,
als großteils FB-Abstinenzler bedurfte es mal eines Hinweises, mich in das Fratzenbuch zu vertiefen, und ja, dort fand ich solche Kommentare, allerdings auch den Beweis, dass Sie einfach dreist lügen und unterlassen. Sie lügen, weil es absolut keine 80% sind, und ganz besonders dreist unterlassen Sie es, die vielen Kommentare auf solche Postings auch nur zu erwähnen, in denen bekennende AfD-Anhänger die wenigen Drescher solcher Parolen energisch in die Schranken weisen. Ebenso unterlassen Sie das Zitieren der zugrundeliegenden Stellungsnahme der AfD-Parteiführung zum Gedenken an Auschwitz, auf die diese Reaktionen ablehnend(!) erfolgten.

Ich nehme mir die Freiheit des Zitates:
"Es gibt nichts, was auch nur im Ansatz die von den Nationalsozialisten begangenen Verbrechen gegen die Menschlichkeit rechtfertigen oder für einen auch nur mit einem rudimentären Gewissen ausgestatteten Menschen nachvollziehbar machen kann. Die Verbrechen zeigen, wohin eine totalitäre Ideologie, die den einzelnen Menschen objektiviert und seiner Grundrechte beraubt, führen kann und wozu Menschen, die einer solchen Ideologie folgen, fähig sind."
Ich erkläre mich vollinhaltlich mit diesen Worten einverstanden.

Sie zitieren jedoch nur die harschen Kritiken einzelner Pöbler an der Parteilinie der AfD, um die AfD zu diesen Pöblern ins Bett zu legen, noch dreister geht ja kaum.
Man erkennt die propagandistische Absicht mehr als deutlich.

Außerdem muss ich Ihnen zugestehen, geschickt eine Nebelgranate geworfen zu haben, die vom eigentlichen Thema meines Beitrages gezielt ablenkt. Dort stehen nämlich Zitate von Nazi-Größen, die fast wortgleich heute als "Werte der EU" getrommelt werden. Die Ziele und Werte der EU wurden also haargleich von Leuten wie Hitler oder Göbbels formuliert. Wie stehen Sie dazu? Haben Sie dazu auch etwas zu sagen oder ist Ihre einzige Aufgabe das Werfen von Nebelgranaten und Pöbeln Richtung AfD?
MfG Fragolin

P.S. Die EU plant gerade eine harsche Gesetzgebung gegen jede Form der "Beleidigung" und "Verunglimpfung" der EU und deren Symbole bei Androhung saftiger Haftstrafen, obwohl die EU gar keine hoheitliche Institution sondern eine reine Verwaltungsbehörde ist. Zuletzt hatten wir das unter den Kommunisten und den Nazis. Welche von denen sitzen jetzt in Brüssel? Oder marschieren die gar Arm in Arm?

gerd hat gesagt…

"Immer dieses Gelaber über die Juden, ich kann den Rotz nicht mehr hören."

Sinngemäß könnte man diesen Satz auch H.Broder zuschreiben. Der ist, man höre und staune selber Jude.

Fragolin hat gesagt…

Werter "Da schau her!",
da ich dieses Wort weder verwende noch gutheiße sehe ich nicht ein, mich zum wiederholten Mal für etwas angreifen zu lassen und verteidigen zu müssen, was ich weder denke noch sage. Daher fährt der Löschzug aus.
Es muss nicht sachlich sein, bei Gott nicht, aber wenigstens annähernd bei den Fakten bleiben wäre nett.
MfG Fragolin

Kirchfahrter Archangelus hat gesagt…

Thema „Europäische Wirtschaftsgemeinschaft, „gemeinsame Verrechnungswährung“ oder „Freihandelszone“: In Zeiten, wo Zitate für die Masse nicht richtig sein, sondern sich nur „richtig anfühlen“ müssen, vielleicht müßig, aber es sei trotzdem gesagt: Die „Vereinigten faschistischen Staaten von Europa“ wurden bereits Anfang der 30er Jahre diskutiert. Auf einem Kongress der Accademia d' Italia im November 1932 etwa wurden bereits Fragen der europäischen Zollunion, einer europäischen Staatsbürgerschaft und eines „Europarates“ diskutiert, im späteren Kriegsverlauf auch ein „Superstaat“. Auch der Begriff der europäischen „Union“ ist beileibe keine Nachkriegsidee, sondern ein „alter Hut“, bereits von faschistischen (nicht: nationalsozialistischen) Intellektuellen in die Debatte gebracht.
Nachlesbar in Hans Werner Neulens „Europa und das 3. Reich“, München, 1987, angeführte Zitate: 179 ff.

Anonym hat gesagt…

Kommentar gelöscht

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30. Januar 2020 um 23:18

Das ist verständlich: Nur die Lüge schreit nach irdischem Gericht.