Man muß ihn auch keineswegs bewundern oder gar verehren (LePenseur findet bspw. Gründe zur Bewunderung nur in eingeschränktem Umfang, über Verehrung hat er noch gar nicht nachgedacht ...) — aber man darf ihn auch nicht diffamieren und durch Halbwahrheiten (bis hin zu blanken Lügen) zu skandalisieren versuchen. Dazu schrieb Michael Hesemann bei kath.net einen lesenswerten Artikel:
Pius XII., der Vatikan und der neue Kulturkampf gegen die Kirche
Wie die ARD ihr Publikum belügt und Tatsachen verschweigt - Gastkommentar von Michael Hesemann
Düsseldorf (kath.net)
„Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt“, heißt es in Artikel 5 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland, das in diesen Tagen 71 Jahre alt wird. Es ist tatsächlich schon ein wenig in die Jahre gekommen. Das mag erklären, weshalb es von der Politik und den Medien immer weniger beachtet wird. Manchmal wird es so sträflich vernachlässigt, als stünde es schon in der Rumpelkammer der Geschichte.
Deutschland entwickelt sich immer mehr zu einer Meinungs- und Gesinnungsdiktatur. Der öffentliche Diskurs wird ausgeschaltet, die öffentliche Meinung gleichgeschaltet. Alternative Sichtweisen, und seinen sie noch so gut begründet, werden bestenfalls ignoriert, oft auch dämonisiert. Wer sie vertritt, gilt dann als „Ewiggestriger“, „Rechter“ oder „Verschwörungstheoretiker“. Solche Etikettierungen sollen dem Mainstream signalisieren, dass man sich mit Vertretern dieser oder jener ungeliebten Meinung am besten gar nicht erst einlässt, da ansonsten die gesellschaftliche Stigmatisierung droht. In den meisten Fällen aber bedarf es nicht einmal einer solchen Diffamierung. Es ist einfacher und effizienter, die unerwünschte Stimme einfach totzuschweigen.
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Lesenswert! Nicht nur wegen der Informationen über vergangene Zeiten (die unserer heutigen Jugend »dank« flächendeckender Beschäftigung des schulischen Geschichtsunterrichts mit den 12 Jahren — und natürlich unter klarer Prioritätensetzung — zu gefühlt 99% unbekannt bleiben), sondern auch des Bezugs zu unserer diesbezüglich höchst unerfreulichen Gegenwart halber. Die pharisäische Frage der (damals noch nicht Alt-)68er-Generation: »Wie konnte das geschehen? Warum hat's keiner erkannt?« an die kriegsüberlebende Elterngeneration darf heute, weitaus weniger pharisäisch (denn 1968 ff. herrschte keine Diktatur in Deutschland) den (mittlerweile doch schon Alt-)68ern gestellt werden: »Wie konnte es geschehen, daß ihr euch aus Ablehnung angeblicher Nazi-Haltungen eurer Eltern den linken Ideologen angedient habt? Warum habt ihr nicht die Verbrechen der Kommunisten erkannt?«
Und morgen wird man LePenseurs Generation (und die Folgegeneration) mit noch weit mehr Recht fragen: »Wie konnte es geschehen, daß ihr euch gegen die x-fachen Verfassungsbrüche des angeblich "demokratischen" Merkel-Regimes nicht gewehrt habt? Warum habt ihr nicht die Agenda erkannt, die zu einer neuen Diktatur unter etatistisch-sozialistischen Vorzeichen, unter ökologischen Vorwänden, führen mußte?«
Nochmals: lesenswert! Diskussionswürdig (wenn auch, wie ich fürchte, sich wieder nur die üblichen »Nieder mit den Pfaffen!«-Schreier mit Kommentaren zu Wort melden werden ...)
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P.S.: Dank an Blogger-Kollegen Superpelliceum für den Hinweis!
P.P.S.: daß Hesemann vor Jahrzehnten sich auch mit esoterischem Krimskrams beschäftigt hat, weiß schon Wikipedia zu berichten — der Neuigkeitswert ist also überschaubar. Und vor allem für das Thema »Pontifikat Papst Pius XII« etwa so relevant wie die physikalische Unrichtigkeit von Goethes Farbenlehre für die Frage nach autobiographischen Bezügen in »Dichtung und Wahrheit«. Nämlich: exakt null.















