Samstag, 7. Januar 2017
Freitag, 6. Januar 2017
Rheinberger: Der Stern von Bethlehem, op. 164
Ein (wie fast das Gesamtwerk von Josef Gabriel Rheinberger) im Dämmer der Musikarchive versunkener Schatz: eines der recht wenigen qualitativ hochstehenden Oratorien des späten XIX. Jahrhunderts, das eine Wiederentdeckung berechtigt verdienen würde. Hier in einer stimmungsvollen Aufnahme mit dem unvergessenen Dietrich Fischer-Dieskau, der (wegen ihrer Popularität als Operettensängerin) als klassische Interpretin oft gröblich unterschätzten Rita Streich, und unter der bewährten Stabführung von Robert Heger. Hörenswert!
Bach, was sonst!
... und zwar der letzte Teil seines Weihnachtsoratoriums, BWV 248, zum Fest der Epiphanie:
Gold wär' ja da, Weihrauch und Myrrhe fehlen allerdings ...
Keine Angst, meine Damen, es kommt etwas später nach dem Sinnlichen auch noch was Besinnliches zum Fest ...
Donnerstag, 5. Januar 2017
Und noch ein lesesenswerter Artikel
von Dr. Hermann Detering:
Chapeau! Touché!Mahnen, warnen und Diskurs verbieten
Von Hermann Detering.
Der „ZDF-Terrorismusexperte“ Elmar Theveßen hat es gestern Abend bei Lanz noch einmal ganz deutlich erklärt: Der perfide Plan der Islamisten, so Theveßen, bestehe darin, den Westen durch „Nadelstiche“ aufzumischen und ihn auf diese Weise zu einem „Kampf der Kulturen“ anzustacheln. Die bis dato friedliche muslimische Minderheit solle ebenso wie die deutsche Bevölkerung radikalisiert und zum großen Endkampf um die islamische Weltherrschaft provoziert werden. Unsere Reaktion könne daher nur sein, den Islamisten nicht auf den Leim zu gehen.
Mittwoch, 4. Januar 2017
Kein Vergleich!
Oder vielmehr: doch einer. Auch dem treubraven "Kreuzknappen" beginnt schön langsam die Galle hochzusteigen, wenn er das deutsche (recte: merkelstanische) Politgelichter mit dessen Kollegen aus Polen vergleicht:
Ja doch, man darf. Und man darf dann sogar feststellen, daß die deutschen Politruks besonders feige, heuchlerische Exemplare von rückgrat- und pietätlosen Arschlöchern sind. D.h. nicht alle, natürlich (wir wollen doch keinen Generalverdacht artikulieren!). Aber leider die allermeisten. Und diese verdienten eigentlich nur eines:
In die Ecke stellen und mit Katzendreck zuscheißen!
Sorry, aber das mußte einfach mal gesagt werden.
Höchst selten
... zitiere ich die BILD-Zeitung. Und wenn, dann fast immer kritisch. Der Gerechtigkeit halber sei aber erwähnt, daß bisweilen (wenn auch in homöopathischer Verdünnung) Spuren von Realitätssinn und Intelligenz zu finden sind. Wie z.B. hier:
MM-News bewertet das mit eher harten Worten:
Hart ins Gericht gegen Grünen-Chefin Simone Peter geht heute die BILD in der print- und onlineausgabe. Es geht um ihre Kritik gegen den Polizeieinsatz in Köln und den Begriff "Nafri".Nun, ich würde sagen: diese linke Dumpfbacke*) wurde völlig zutreffend charakterisiert.
Für die „Bild“-Medien sind diese Aussagen „irre“. Simone Peter sei der Superlativ von „dumm“ und und in Anlehnung an die kritisierte Abkürzung „Nafris“, eine „GRÜn-Fundamentalistisch-Realitätsfremde Intensivschwätzerin“, eine „GRÜFRI“.
(Hier weiterlesen)
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*) manche würden vielleicht "Quotze" oder "Blödmöse" sagen, denn ihre Position verdankt die Person schließlich nicht überragender Intelligenz, sondern zuförderst dem Besitz weiblicher Geschlechtsteile — und warum auch nicht, ist doch bei Grünen ohnehin eine gewissen Blödheit als Basisausstattung, um dieser verqueren Ideologie anhängen zu können, ebenso vonnöten wie der Reißverschluß, mit dem Positionen nach dem Prinzip "Noppe folgt auf Spalte" vergeben werden ...
P.S.: LePenseur distanziert sich — selbstmurmenld! — ausdrücklich von allen allfällig rechtswidrigen Bezeichnungen und macht sie sich nicht zu eigen.
Dienstag, 3. Januar 2017
Österreichs Köln heißt Innsbruck
Silvester-Übergriffe
Innsbrucker Marktplatz wurde zur Sex- Falle
03.01.2017, 14:57
Die Zahl der Anzeigen wegen sexueller Belästigung in der
Silvesternacht in Innsbruck steigt weiter an: Mittlerweile weiß die
Polizei von insgesamt 18 Opfern, die Ermittler gehen von einer
Tätergruppe von fünf bis sechs Männern aus. Die Übergriffe hätten
"System" gehabt, heißt es weiter, und wurden alle - bis auf einen -
im Bereich des Innsbrucker Marktplatzes verübt. "Haben wir einen Täter,
finden wir die anderen auch schnell", hoffte Ernst Kranebitter von der
Kripo Innsbruck im krone.at- Gespräch auf rasche Aufklärung.
... titelt heute die KRONE. Nun, da werden schnell Erinnerungen an Köln 2015/16 wach, wen wundert's. Freilich in etwas kleinerem Maßstab (Innsbrucks Bevölkerung ist ja auch nur zirka 1/8 von Köln). Einen Unterschied gibt es freilich zwischen den Verhältnissen in Deutschland und Österreich. Einen entscheidenden:
Klare Worte
OÖ- Polizeichef: "Alle Auffälligen sind Muslime"
02.01.2017, 13:11
Aktuell leben 14.000 Asylwerber in Oberösterreich. Klare
Worte findet jetzt der Landespolizeidirektor Andreas Pilsl zum Thema
Kriminalität und Migranten: "Wir wollen nichts beschönigen, aber auch
nichts dramatisieren. Ich traue mich auch zu sagen, dass alle
Auffälligen Muslime sind, das muss erlaubt sein."
Derlei klare Worte hörten wir aus dem Mund des Kölner Polizeipräsidenten allerdings nicht. Sondern knieweiche Entschuldigungen dafür, daß die Polizei es wagte, in einem Tweet das Akronym NAFRI zu verwenden ... Deshalb: Herr Landespolizeidirektor Andreas Pilsl —bitte vor den Vorhang!
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P.S.: die betroffenen Frauen tun mir leid. Nicht aber die Innsbrucker Bevölkerung, wenn ich folgende Kommentarpostings zu einem Presse-Artikel lese:
Tja, wer A(rschgeigen) wählt, darf sich nicht wundern, von B(ereicherern) ausgegriffen zu werden ...
Wer hat in Stadt und Land noch mal das Sagen?Welche Partei mischt dort mit? Komisch, in OÖ war viel weniger Stress. Woran kann das bloss liegen?Eine breite Linksfront, aber ein Großteil der Innsbrucker (durch Wahlenthaltung) geht nicht mehr zu den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen und bereitet dadruch einer Allianz aus Grünen (wie in der Josefstadt) den Boden. In neuesten Umfragen für die Gemeinderatswahlen 2018 in Innsbruck liegen die Grünen bereits bei über 30 Prozent. Mit starker Unterstützung der amtierenden Linksbürgermeisterin, die aus dem ÖVP-Umfeld kommt, ist nicht auszuschließen, dass sie durch einen grünen Bürgermeister ersetzt wird. Ihre eigene Liste liegt nur mehr bei 11 Prozent (2000 noch 37 Prozent).
Und in Tirol haben wir eine schwarzgrüne Front zu ertragen!
Lange war es ihm nicht vergönnt gewesen
… die Hitlerei und den totalen Zusammenbruch Deutschlands im Zweiten Weltkriegs zu überleben: schon am 3. Januar 1947 starb er — zum siebzigsten Male jährt sich heute sein Todestag — zu Ichenhausen bei Günzburg, Bayern, in den damaligen Zeitumständen wohl unrettbar verloren, an Lungenkrebs: Ernst Hardt, deutscher Schriftsteller, Übersetzer, Theater- und Rundfunkintendant, geboren am 9. Mai 1876 zu Graudenz, in Westpreußen, wie Wikipedia vermerkt.
Auch er ein Fall eines „Ein-Stück-Autors“, was sein Überleben in Literaturgeschichten (und nur dort) sichert. Und dabei ist es — auch das ist in solchen Fällen nicht unüblich — keineswegs sein bestes, reifstes Werk, sondern ein inzwischen hoffnungslos veraltetes, und eigentlich schon zur Zeit seiner Entstehung eher zu Kopfschütteln als zu anderem anregendes Stück: „Tantris der Narr“ (mit seiner in geschmäcklerisch überladenem Jugendstil gehaltenen Titel-Vignette Fixstarter in Schulbüchern, um den „Symbolismus“ auch noch für den dümmsten Schüler so recht handgreiflich zu symbolisieren …).
Daß es 1908 gleich zwei Schillerpreise (den halben Staats- sowie den Volks-Schillerpreis) erhielt, rettet das Werk nicht: die Handlung holpert, gestelzte Dialoge schleppen sich endlos dahin. Das ganze ist vielleicht noch als üppigstes Ausstattungstheater, das keinen Kulisseneffekt, kein Samtpolster — oh, pardon: keine Sammetpfühle! — ausläßt, um die Figuren in Schönheit sterben zu lassen, inszenierbar, und nur ein symboltrunkener Max Reinhardt (mit wenigstens hundert Schwänen, oder so …) kann eigentlich derlei dramatische Totgeburten retten, die — durch kühne Textkürzungen auf ein Drittel zusammengestrichen — vielleicht als Libretto für eine gewitterschwüle nachromantische Oper à la Schrekers „Schatzgräber“ taugen mögen.
Der unbestechliche P. Anselm Salzer spricht über den Dramatiker Ernst Hardt ein fürwahr hartes Verdikt aus:
Tantris der Narr (1908) lebt nur von dem Stimmungsreiz der Situation und den sinnlichen bildern der Sprache, in der der alte Sagenstoff gröblich entstellt geboten wird. […] Das Stück ist arm an Bewegung, reich an Stimmung, aber, um diese zum Ausdruck zu bringen, hätte einer der fünf Akte genügt. Verwundert fragt der Zuhörer wie der Leser: „Was ist an dem Drama preiswürdig?“ Etwa die dunkle, sinnbeschwerte Sprache, die jeder Anschaulichkeit entbehrt und der Lüsternheit ein schönes Kleid verleiht? […] Trotz aller an das Perverse streifenden Schwächen hat das Stück, dessen Eindruck einem erotisch-schwülen, die Sinne betäubenden Treibhausdufte gleicht, über fünfzig Auflagen erlebt.
(A. Salzer, Illustrierte Geschichte d. Deutschen Literatur, Bd. IV, S. 1668 — wo auch auf den Einfluß durch Eduard Stucken hingewiesen wird)
Wie so viele aus seiner Generation war Hardt dem magischen Einfluß Stefan Georges und Hugo von Hofmannsthals erlegen, und hat sich davon lange nicht wieder freimachen können (und vielleicht nicht einmal wollen). Daß er diesen Neigungen als „Mittelpunkt einer Künstlergemeinde“ (wie Wikipedia schreibt) am Hof des kunst- und wissenschaftsfördernden, weltanschaulich freilich sehr konservativen Großherzogs Wilhelm Ernst von Sachsen-Weimar-Eisenach (der aber z.B. seine schützende Hand über den Biologen und „Monisten“ Ernst Haeckel hielt, den sein Großvater und Vorgänger als Professor nach Jena hatte berufen lassen) nachgehen konnte, spricht für eine heute oft übersehene Qualität vieler der „Duodez-Fürsten“ jener Vorkriegsjahre.
Nach dem Ersten Weltkrieg engagierte sich Hardt freilich als eher „fortschrittlicher“ Demokrat — und von der Rechten deswegen gleich als Linker, als „Sozi“ denunziert und bekämpft — am ehemaligen Weimarer Hoftheater (dessen Umbenennung in „Deutsches Nationaltheater“ er betrieb), und es war auch auf seinen Vorschlag hin gewesen, daß sich die verfassungsgebende Nationalversammlung in Weimar traf. Ohne Ernst Hardt also keine „Weimarer Republik“ — weiß das eigentlich noch einer?
Er war offenbar eine Person, an der man leicht Anstoß nahm, aber auch einer, der Fehden oft und gerne austrug, wenn sie sich anboten. Irgendwann reichte es ihm in Weimar, und auf Empfehlung des damaligen Kölner Oberbürgermeisters Adenauer erhielt er die Intendanz des „Westdeutschen Rundfunks“. Einerseits betrat er als Rundfunkintendant mutig Neuland — denn das Medium war ja quasi „neu geboren“, andererseits brachte er seine Theatererfahrung und sein sensibles künstlerisches Gespür ein, und konnte so Rundfunkarbeit leisten, die in vieler Beziehung anderen Sendern jener Tage voraus war. Daß ein „Hörspiel“ nicht einfach ein „mit verteilten Rollen“ ins Studiomikrophon vorgelesenes Drama ist, erscheint uns heute selbstverständlich — doch das ist es aber dank Ernst Hardt. Rundfunk nicht bloß als „technisches“ Medium, sondern als Herausforderung zu neuen Kunstformen: das von Anfang an zu erkennen war Hardts große Leistung …
Daß die Nazis ihn nicht mochten, war vorhersehbar; sie hatten ihn schon vor 1933 auf ihrer schwarzen Liste.
Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 wurde Hardt als Leiter des Westdeutschen Rundfunks „beurlaubt“, erhielt Hausverbot und wurde nach einigen Wochen entlassen… informiert die Wikipedia in ihrem recht detailverliebten Artikel über den Dichter. Sein Schicksal war danach „auf des Messers Schneide“, denn die Nazis versuchten ihm, mit einem Prozeß den Garaus zu machen, verhafteten ihn sogar — allerdings war um 1933/34 die Justiz noch nicht hinreichend „gleichgeschaltet“, als daß eine Anklage in jedem Fall schon eine Verurteilung bedeutete. Und in der Tat: in zwei der Anklagepunkte wurde Hardt freigesprochen, und der dritte wurde stillschweigend fallengelassen.
Ernst Hardt suchte um Aufnahme in die „Reichsschrifttumskammer“ nach (ohne das hätte er als Autor nicht tätig sein können), und hielt sich mit Zeitschriftenartikeln und Übersetzungen über Wasser. Daß sogar die Nazis ihm gegenüber etwas schlechtes Gewissen empfanden, ersieht man aus der Tatsache, daß ihm 1938 auf Veranlassung von Hermann Göring eine Abfindungssumme von RM 9.000,00 ausgezahlt wurde — das war zwar nicht die Welt, aber damals doch eine Menge Geld. Sicher waren es auch Persönlichkeiten wie Rudolf G. Binding (der nach Hardts Entlassung im März 1933 einen ebenso feinfühligen wie offenherzigen Brief an ihn richtete) und andere, die von den Nazis aus welchen Gründen immer hofiert (oder wenigstens wohlwollend oder taktisch klug toleriert) wurden, die im Hintergrund so manches für den fast Verfemten „regeln“ konnten.
1945 wollte Ernst Hardt — verständlicherweise — an seine Intendanz beim Westdeutschen Rundfunk anknüpfen. Seine fortschreitende tödliche Erkrankung war schneller freilich als die Mühlen der Besatzungsbürokratie. Es blieb ihm aber vergönnt, sein größtes, sein reifstes Werk, die Novelle „Don Hjalmar“ abzuschließen. Buchstäblich an sein Totenbett wurde ihm die erste Auflage dieses Meisterwerkes gebracht (Wolfgang Goetz beschreibt es in seiner wunderbaren Literaturgeschichte „Du und die Literatur“, und brachte mich damit auf die Spur, nach dieser Novelle überhaupt zu suchen — der unlesbare „Tantris“ hätte mich kaum dazu veranlaßt). „Don Hjalmar“ ist — und ich bin mit Superlativen eher vorsichtig — wohl eine der schönsten Novellen, die je in deutscher Sprache verfaßt wurden. Und, lassen wir Goethes klassische „Novelle“ (dem Rang des Dichterfürsten angemessen erlaubt sich kein Vergleich) einmal beiseite, wie viele „große“, wahrlich „vollendete“ Novellen haben wir denn in der deutschen Literatur? Ein paar Handvoll werden es vielleicht sein, aber wohl nicht mehr: so Kleists „Marquise von O...“, einige von C.F. Meyer, Storm, Heyse, aus dem 20. Jahrhundert bspw. einiges von Thomas Mann, Zweigs „Schachnovelle“ oder Bergengruens „Drei Falken“— und meines Erachtens zählt Ernst Hardts Novelle zu diesen „paar Handvoll“.
Erzählte Erzählungen haben immer etwas Mißliches, deshalb unterlasse ich die Inhaltsangabe, die — wie bei jedem wirklich bedeutenden Werk — ohnehin nur das Unwesentliche gäbe: den „Inhalt“, die „Handlung“ — als ob es nicht vor allem auf die Behandlung durch den Autor ankäme. Und in diesem Werk weiß man ohnehin recht bald, „wie’s ausgeht“ (denn es wird mit einer umfangreichen „Rückblende“ erzählt), aber das ist (anders als in einem Krimi) doch nicht das Entscheidende an einer Novelle! Das Entscheidende sind die Charaktere, und ihr — „Novelle“ eben: möglichst „neuer“, nie dagewesener — Konflikt mit der Situation, in die sie gestellt sind.
Nicht nur dem Mimen, nein, auch vielen Autoren flicht die Nachwelt keine Kränze. Und es verwelkt manch zu Lebzeiten geflochtener, und entlaubt sich nur allzu rasch. Doch sei es mir gestattet, mit diesem kleinen Artikel wenigstens ein kleines Lorbeerblatt als Weihegabe zum Totengedenken zu streuen: für den Dichter Ernst Hardt und für seinen „Don Hjalmar“, den man gelesen haben sollte, um moderne Wikinger, Land und Menschen Andalusiens, Atheisten, das Theater, Stierkämpfe … und das Leben überhaupt — verstehen zu können …
Montag, 2. Januar 2017
Was ist der Unterschied zwischen Böhmermann und einem P.C.-Loch?
.. fragt man sich angesichts seiner gutmenschlich bemühten "Frage". Die Antwort ist einfach: es gibt keinen. Anders als zwischen Neger und Nafri.
Neger ist die Bezeichnung für einen Angehörigen der schwarzen Rasse (und ist damit umfassender als bspw. "Schwarzafrikaner", der ja nur Neger aus Afrika umfassen würde, nicht jedoch die bspw. aus den USA).
Nafri ist ein Akronym für "Nord-Afrikanischer Intensivtäter". Wer dies "entmenschlichend und unangebracht" empfindet, einen solchen (bzw. einen diesbezüglich dringend Tatverdächtigen) so zu bezeichnen, der sollte sich fragen, wie er mit den Begriffen "Juso" oder "Nazi" weiterleben kann (der letztere ist zweifellos noch weitaus entmenschlichender und unangebrachter, v.a. dann, wenn er von P.C.-Löchern gegenüber Nicht-Nazis angewandt wird, um sie höchst bewußt zu deklassieren).
Neger versuchen uns die Sprachpolizisten der linken P.C. schon seit Jahren als "verbotenes Wort" zu verkaufen. Dieser Versuch darf mittlerweile als weitgehend gelungen betrachtet werden, was ihn freilich nicht weniger schäbig und dämlich macht.
In Meyers Enzyklopädie der späten 1970er-Jahren des 20. Jahrhunderts (also knapp vor Ausbruch jenes gemeinhin als "P.C." bezeichneten intellektuellen Rinderwahnsinns) findet sich bei diversen Stichwörtern ganz unbefangen das Wort "Neger" (z.B. wenn über den Anteil der Negerbevölkerung in einem US-Bundesstaat abgehandelt wird).
Wäre also dieser Begriff tatsächlich "seit jeher" eine Beschimpfung (wie man uns das ja verklickern möchte), dann hätte also die höchst demokratische, GG-orientierte, menschenrechtsaffine Meyer-Enzyklopädie in unzähligen Bergiffen eine Fascho-Begrifflichkeit zelebriert. Und diesen Blödsinn soll einer glauben? Sorry, ich glaube eher daran, daß in bewährt hinterhältiger P.C.-Sprachverbotsmanier erreicht werden sollte, daß niemand eine kurze, alteingeführte Bezeichnung "Neger" in Gebrauch nehmen kann, sondern mühsam herumeiern muß, und damit in seiner Meinungsfreiheit bewußt eingeschränkt wird.
Und alle, die jetzt Nafri als "entmenschlichend und unangebracht" empfinden, mögen noch eine kurze Frage beantworten: empfinden Sie Taschendiebstahl, nicht-konsensuelle Griffe zwischen Frauenbeine, oder Vergewaltigungen etwa weniger "entmenschlichend und unangebracht"?
Es hat den Anschein.
Ein Artikel des wackeren Theologen
Dr. Hermann Detering, einst ein Pfarrer der Evangelen in Berlin, und jetzt ein immer noch aktiver Forscher und Zweifler in theologischen Belangen, verdient einen Lese-Hinweis für die Leserschaft auch dieses Blogs:
Noch einmal: das Kreuz mit der Kante
Wegen meines Artikels „Bedford-Strohm, Marx und das Kreuz mit der klaren Kante“ auf der Achse des Guten wurde ich häufig gefragt, wie ausgerechnet ich dazu komme, die beiden Kirchenmänner, die bei ihrem Jerusalem-Besuch mit Rücksicht auf ihre Gastgeber auf das Tragen des Kreuzes verzichtet hatten, zu kritisieren.Nun, warum nicht? In der BILD-Zeitung hatte der jüdische Historiker Michael Wolffsohn, der ebenfalls Kritik am Verhalten der beiden Kirchenrepräsentanten übte, die „bange Frage“ gestellt: „Müssen wir Juden jetzt die letzten Verteidiger und Bewahrer des Christentums sein?“ Ich denke, dass ein christlicher Theologe und ehemaliger Pfarrer ebensoviel Recht hat, das Verhalten zu kritisieren, selbst dann, wenn er, wie ich, eine Position einnimmt, die vielen Kollegen wegen ihrer extremen historischen Skepsis als theologisch bedenklich erscheinen mag.
Manch gläubigem Christen (insbesondere der traditionell-katholischen Richtung) werden Deterings Ansichten ein Skandalon sein, aber meiner Meinung nach: ein heilsames! Und den Schlußsatz des Artikels könnte man als Jahresmotto für 2017 (und hoffentlich viele kommende!) verwenden:
Wenn man das Kulturchristentum nennen will, bekenne ich mich gerne dazu. Auch dazu, es als wesentlichen Bestandteil unserer abendländischen Kultur nach Kräften zu verteidigen.
"So mote it be!", wie der Engländer (und nicht nur der freimaurerische) in derlei Fällen zu schließen pflegt ...
Sonntag, 1. Januar 2017
Jahresanfangsfigur
Seine Exzellenz, der alte Herr Staatsminister und Geheime Rat Johann Wolfgang v. Goethe, hätte sich wohl freundlich neben dieses junge, schöne Geschöpf in den Kissen hingelagert, und extemporiert ...
Zum neuen Jahr
Zwischen dem Alten,
Zwischen dem Neuen
Hier uns zu freuen,
Schenkt uns das Glück,
Und das Vergangne
Heißt mit Vertrauen
Vorwärts zu schauen,
Schauen zurück.
Zwischen dem Neuen
Hier uns zu freuen,
Schenkt uns das Glück,
Und das Vergangne
Heißt mit Vertrauen
Vorwärts zu schauen,
Schauen zurück.
Stunden der Plage,
Leider, sie scheiden
Treue von Leiden,
Liebe von Lust;
Bessere Tage
Sammeln uns wieder,
Heitere Lieder
Stärken die Brust.
Leider, sie scheiden
Treue von Leiden,
Liebe von Lust;
Bessere Tage
Sammeln uns wieder,
Heitere Lieder
Stärken die Brust.
Leiden und Freuden,
Jener verschwundnen,
Sind die Verbundnen
Fröhlich gedenk.
O des Geschickes
Seltsamer Windung!
Alte Verbindung,
Neues Geschenk!
Jener verschwundnen,
Sind die Verbundnen
Fröhlich gedenk.
O des Geschickes
Seltsamer Windung!
Alte Verbindung,
Neues Geschenk!
Dankt es dem regen,
Wogenden Glücke,
Dankt dem Geschicke
Männiglich Gut,
Freut euch des Wechsels
Heiterer Triebe,
Offener Liebe,
Heimlicher Glut!
Wogenden Glücke,
Dankt dem Geschicke
Männiglich Gut,
Freut euch des Wechsels
Heiterer Triebe,
Offener Liebe,
Heimlicher Glut!
Andere schauen
Deckende Falten
Über dem Alten
Traurig und scheu;
Aber uns leuchtet
Freundliche Treue;
Sehet, das Neue
Findet uns neu.
Deckende Falten
Über dem Alten
Traurig und scheu;
Aber uns leuchtet
Freundliche Treue;
Sehet, das Neue
Findet uns neu.
So wie im Tanze
Bald sich verschwindet,
Wieder sich findet
Liebendes Paar;
So durch des Lebens
Wirrende Beugung
Führe die Neigung
Uns in das Jahr.
Bald sich verschwindet,
Wieder sich findet
Liebendes Paar;
So durch des Lebens
Wirrende Beugung
Führe die Neigung
Uns in das Jahr.
Wenn man diese Verse liest, geht einem (und sogar dem "Bildungsfernen") wohl ein Begriff von der Größe dieses Mannes auf. Ein bloßes Gelegenheitsgedicht*), und doch: solche Vollendung! Möge das Bild, möge das Gedicht für uns alle, für die ganze Welt ein gutes Omen für das Neue Jahr bedeuten ...
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*) Goethe hatte am 28. Oktober 1801 das "Mittwochskränzchen" gegründet,
dessen Mitglieder sich alle 14 Tage in seinem Haus versammeln: Goethe,
Schiller und seine Frau Charlotte, Wilhelm und Karoline von Wolzogen, Meyer, Einsiedel,
Amalie von Imhoff, Frl. von Göchhausen, Frl. von Wolfskehl, Henriette Gräfin von
Egloffstein, Hauptmann
von Egloffstein, sowie Hofmarschall von Egloffstein und Frau.
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