Freitag, 19. Juni 2026

Prosperity vs. Poverty

by  Meme Dept. 




Der deutsche Highperformer und der Niedergang unseres Landes (Teil I)

Gastkommentar
von Plancius
 
 
Viele von uns haben in den letzten Tagen bestimmt das Video von dem deutschen Akademiker mit dem gelben Helm gesehen, der am vergangenen Montag am Rande der „Eine Million Demo“ vom Compact-Magazin interviewt wurde.

Das Video machte überall die Runde, sei es auf X, in den alternativen Medien, auf Telegram oder in WhatsApp-Chats. Man lachte und spottete über den Mann, viele Mems in Anlehnung an „Bob der Baumeister“ und den Begriff „Highperformer“ sind entstanden.

Ehrlich gesagt, konnte ich gar nicht über das Video lachen, vielmehr war es für mich ein Augenöffner und beschreibt in wenigen Augenblicken, warum sich unser Land im Niedergang befindet und warum wir an allen Ecken und Enden so dysfunktional geworden sind.

Ich habe in diesem Mann sofort meine akademischen Kollegen und auch meine ehemaligen Kommilitonen aus meinem Studium erkannt. Der Mann ist der Typus par excellence, den ich als Projektleiter in meinen Projekten erlebe, und das sowohl auf Kunden- als auch auf Beratungsseite. Diesen Typus trifft man in Deutschland ab einer bestimmten Ebene allerorten, sei es in Konzernen wie SAP, Accenture, Roland Berger, Deutsche Bahn, BMW und Bosch, aber auch bei Mittelständlern wie Bahlsen, Herrenknecht oder Schäffler.

Sie bekleiden verantwortungsvolle Aufgaben und managen Projekte. Ohne diesen Typus Akademiker gäbe es nicht die vielen fehlgeschlagenen SAP Projekte, gäbe es kein Stuttgart 21, gäbe es nicht das Desaster bei der Deutschen Bahn, gäbe es keinen Ausverkauf deutscher Ingenieuerskunst ans Ausland, gäbe es kein Chaos am Flughafen BER und gäbe es die unendlich langen Verzögerungen bei wichtigen Bau- und Infrastruktur-projekten nicht.

Dieser Typus Mann (es gibt aber auch ebensolche Frauen) hat das deutsche Bildungssystem mit einem Diplom und häufig auch mit einem Doktortitel absolviert und ist in Wirtschaft, Bildungswesen und in der Verwaltung aufgestiegen. Jahresgehälter zumeist über 120.000 Euro plus gut verdienender Ehefrau an der Seite, zum Teil in Teilzeit, wenn sie sich noch um die Kinder kümmert.

Wohnhaft entweder in schicken Vierteln der Großstädte in einer mondänen Altbauwohnung in Straßen mit altem Baumbestand oder am Stadtrand in Reihenhaus oder Eigenheim. Die Kinder gehen häufig in Waldorf- oder Montessori-Schulen. Sie sind stramme Grünen-Wähler, zumeist sind die Ehefrauen noch irgendwo gesellschaftlich aktiv, sei es bei den Grünen oder einer sonstigen linken NGO.

Zumeist sind es Emporkömmlinge aus dem westdeutschen, bürgerlichen Milieu und sind gut mit Erbschaften der Nachkriegsgeneration bedacht. Aber auch meine ostdeutschen, ehemaligen Kommilitonen können diesem Typus zugerechnet werden, obwohl sie materiell nicht mit Vorschusslorbeeren bedacht wurden. Es ist also kein primär westdeutsches Phänomen. Die Ostdeutschen sehen ihren Aufstieg zumeist im System BRD verortet und sind ihm deshalb in Loyalität verbunden.

Eigentlich handelt es sich bei dem Typus um musterhafte Staatsbürger. Wenn sie in der freien Wirtschaft tätig sind, sind es zumeist Nettosteuerzahler, sie zahlen extrem hohe Steuern ohne Murren, sind sogar bereit, noch mehr abzugeben, investieren viel Zeit und Geld in die Bildung und Erziehung ihrer Kinder, sind angenehme Menschen in der Nachbarschaft, machen im Alltag keine Probleme.

Was sie jedoch kennzeichnet: Sie sind im beruflichen Alltag konfliktscheu und lassen Dinge laufen, bis sie dysfunktional sind. Und was das Schlimme dabei ist, sie bewegen sich untereinander in einer großen Blase. Der Projektleiter dieses Typs beim Beratungsunternehmen trifft auf ebensolchen Typus auf Kundenseite, beide zusammen wieder auf gleichartige in der staatlichen Verwaltung oder weiteren Dienstleistern, die am Projekt beteiligt sind. Unsere ganzes Land hat seine Selektionsmechanismen in den letzten Jahrzehnten so justiert, dass genau dieser Typus an den meisten Schaltstellen unseres Landes sitzt.

Und genau dieser Typus, der mit dem Fahrrad zu seiner Arbeitsstelle in Berlin-Zentrum fährt, ist mit all den Problemen konfrontiert, denen sich auch der gemeine Bürger gegenüber sieht. Fährt er mit der Bahn zu seinen Kunden, kann er kaum einen Termin pünktlich wahrnehmen, er sieht all den Dreck und das Gesindel auf deutschen Bahnhöfen oder im Nahverkehr der Städte. Er ist mit dem massiv gekürzten Inlandsflugverkehr konfrontiert, er steht wie jeder andere in seinem 5er BMW im Stau auf deutschen Straßen, er muss wie jeder andere gesetzlich Versicherte monatelang auf einen Facharzttermin warten, in der Notaufnahme des Kranken-hauses sitzt auch er mit seinem verletzten Kind inmitten von muslimischen Clans oder schreienden Roma-Sippen.

Aber sie haben keine Antennen für die Dysfunktionalitäten oder den Niedergang unseres Landes. In ihrem Mindset scheint irgendein Filter eingebaut zu sein, der all den sie umgebenden Dreck, die Dysfunktionalitäten ausblendet, ehe die Wahrnehmung zum Gehirn weitergeleitet wird. Ehemalige Kommilitonen wohnen und arbeiten in Berlin beim Bundesverband Deutscher Banken, bei der Deutschen Bahn oder sind leitende Angestellte von Klinikkomplexen. Sie nehmen den Verfall unserer Hauptstadt überhaupt nicht wahr. Sie fühlen sich im besten Deutschland aller Zeiten. Auch ihre vielen Reisen ins Ausland führen zu keinem Umdenken in ihrer Ansicht über unser Land, wo ich nach jeder Rückkehr geschockt darüber bin, wie weit abgehängt wir im Vergleich zu vielen Regionen der Welt sind.

(Fortsetzung)
 

Donnerstag, 18. Juni 2026

Douglas Macgregor : Israel The Real Loser

von kennerderlage
 
 
Douglas Macgregor bespricht im Interview mit Judge Napolitano die aktuellen Entwicklungen zum Ende (oder wenigstens: angeblichen Ende) des Krieges der USA und Israels gegen den Iran:
 
 
Ebenfalls sehr bedenkenswert, was der Investigativjournalist Max Blumenthal zu diesem Thema zu sagen weiss:
 
 

2029

by  Meme Dept. 




Eine weltpolitische Betrachtung der besonderen Art

von Helmut
 
 
Es geht um dieses Interview mit Michael Schulenburg:

Es lohnt sich wirklich, sich das mal reinzuziehen, auch, wenn es eine Stunde lang geht. Der Mann spricht generell die weltpolitische Lage an, die man nicht nur als zerfahren, sondern in manchen Bereichen auch als desaströs bezeichnen kann. Wie ich das sehe, ist dieses Interview ungefähr zwei Monate alt.

Schulenburg wurde hier im Gelben schon öfters mit Aussagen und Bewertungen zitiert, aber dieses Interview trifft schonungslos den berühmten Nagel auf den Kopf. Als ich mir das angesehen habe, haben mich zwei Gefühle beschäftigt, die gegensätzlicher nicht sein könnten:

  • Betroffenheit, in welcher Welt wir leben
  • Hoffnung, weil es noch Leute im EU-Parlament gibt, die sich den Sinn für die Realität bewahrt haben.

Um ehrlich zu sein, ich weiß im Moment nicht, was da bei mir überwiegt. Deshalb frage ich mich, wohin das Ganze führen wird. Sicher liegt es daran, dass ich mich im sog. "fortgeschrittenen Alter" befinde. Mit knapp 75 denkt man anders als ein 25-Jähriger. Das Fatale an der Sache ist, dass man als 25-Jähriger wesentlich sorgloser denkt, als die 90-Jährigen, die noch den Krieg bewusst als Kinder miterlebt haben.

Ich vermute, dass genau das ein erheblicher Grund dafür ist, wie die Politik heute gemacht wird. Nenn mir mal einen Jüngeren, egal ob Teenie oder 30-jähriger, der sich mit dem 95-Jährigen Opa darüber unterhält, wie das damals im Krieg war, was er damals empfunden hat. Die Jüngeren glauben das doch gar nicht, was dort damals war.Ich hatte das Glück, noch die Erlebnisgeneration zur Hand zu haben, die bereits war, mir auf meine Fragen als damals 16-jährigen Auskunft zu geben. Und das Glück, dass ich mich dafür auch in meinem jugendlichen Alter interessiert habe.

Wenn ich mir den Kommentar des Luftwaffenchefs Neumann anhöre, - "Deutschland ist bereit, heute nacht gegen Russland zu kämpfen", - dann wirds mir übel. Dieser Bubi weiß doch gar nicht, was Krieg überhaupt ist, der glaubt noch daran, das es sich um Sandkastenspiele oder um Cyberkrieg handelt.

Zu vieles geht mir dabei durch den Kopf, ich kapiere nicht, wie vernünftige Menschen derartige Über-legungen, wie ich sie anstelle, als unsinnige Angstmacherei abtun, und sich darüber noch lustig machen.

Die Entschuldigung, dass diese Menschen heutzutage nicht wissen, was Krieg bedeutet, zieht bei mir nicht, weil jeder hätte die Möglichkeit dazu, sich darüber zu informieren. Aber zuviele verlassen sich darauf, dass "es schon gut gehen wird, so wie die letzten Jahrzehnte". Aber dazu habe ich meine persönlichen Erinnerungen, mit den alten Leuten, mit denen ich damals in den 60er Jahren gesprochen habe.

Sie dachten genauso, und wenn dann in den 70ern und 80ern die Jüngeren sie vorwurfsvoll gefragt haben, warum sie denn das alles zugelassen haben, warum sie geschwiegen haben, dann lenkten sie vom Thema ab, weil sie schon genau wussten, was damals war, und sich für ihre passive Haltung damals heute schämen.

Genauso wird es wieder kommen, und diejenigen, die heute im Berufsleben stehen, werden sich später wieder von den Jüngeren fragen lassen müssen, warum sie geschwiegen haben. Obwohl jeder kritsch denkende Mensch bereits den fundamentalen Unterschied zwischen den 70er Jahren und den aktuellen 20er Jahren beurteilen könnte. Aber den Kopf in den Sand zu stecken, das ist bequemer.

Ich verstehe dann allerdings nicht, warum diese Leute, die derart sorglos denken, dann noch Kinder in die Welt setzen. Gibt es denn überhaupt keine Verantwortung mehr für die nachfolgende Generation?

 

Mittwoch, 17. Juni 2026

One Of Them

by  Meme Dept. 




Freies Deutschland?

von Deliberator  Austriacus 
 
 
Manchmal ist man direkt froh, Österreicher zu sein! Trotz einer Bundesregierung der Schießbudenfiguren, die in jeder Hinsicht Kompetenz und Anstand vermissen lassen. So bleibt uns, trotz dieser unsäglichen Häusl-Reiniger als Kiews Klinken putzender Außenminister-Darstellerin und der nicht weniger unsäglichen SPÖVP-Politruks Stocker & Babler, wenigstens erspart über Dinge nachzudenken wie jene im folgenden
 
 
Gastkommentar
von Dieter
 
 
Anhand der seit Jahrzehnten durchgängigen Praxis der Bundesregierungen kann man nur zu dem Schluß gelangen, daß das Land entweder unfrei ist, also unter US-Diktat steht, oder die uns vertretenden Regierungen gekauft sind.

Wir investieren derzeit hohe Summen des Volksvermögens in eine konsumptive Verteidigungsindustrie mit erklärtem Hauptfeid Russland.

Als Bürger frage ich mich, wenn eine fremde Macht z.B. die russische, ihre eigene Rechtsordnung (kampflos) über die deutsche stülpt, also das was üblicherweise einem Kriegsverlierer passiert, wie schlimm wäre das im Verhältnis zur derzeitigen Situation, in der das Rechtssystem der USA doch recht uneingeschränkt bei uns wirkt, sowie das der EU — und wir auch noch dafür extra zahlen.

Ich kenne das russische System nicht. Insofern kann ich nicht beurteilen, ob es eine Verschlechterung wäre. Ich finde, bevor man aufrüstet sollte eine breite Diskussion darüber stattfinden, ob das überhaupt sinnvoll ist. 

Oder sollte man gegen die USA rüsten oder gegen Polen oder die Ukraine (die sich vermutlich weigern werden, Schulden zurückzuzahlen)?

Vielleicht wäre es sogar besser, die Russen einfach einzuladen,  uns als Teilrepublik mit Sonderstatus in ihren Vielvölkerstaat aufzunehmen, statt sinnlos unseren Wohlstand und Sozialleistungen abzubauen zugunsten von Rüstung.
 

Dienstag, 16. Juni 2026

Im Aufmerksamkeitsschatten der WM: EU Beitrittsverhandlungen mit Ukraine

Gastkommentar
von Bernd Borchert
 
 
 
Ich hab's erst durch diesen Beitrag erfahren:


100% Zustimmung zum da zitierten X Beitrag: https://x.com/MarkelGerald/status/2066007338029363575

Hier nochmal der militärische Beistandspakt der EU Staaten, aus dem Lissabon Vertrag 2009:

Artikel 42 7) Im Falle eines bewaffneten Angriffs auf das Hoheitsgebiet eines Mitgliedstaats schulden die anderen Mitgliedstaaten ihm alle in ihrer Macht stehende Hilfe und Unterstützung, im Einklang mit Artikel 51 der Charta der Vereinten Nationen. Dies lässt den besonderen Charakter der Sicherheits- und Verteidigungspolitik bestimmter Mitgliedstaaten unberührt.

Am Tag der EU Aufnahme der Ukraine stünden alle EU Staaten im Krieg mit Russland: wenn sie nicht selber den Krieg erklären, wird Russland es tun.

 

Praesente medico nihil nocet?

von Manfred Müller
 
 
Und wieder ein altes Sprichwort, das man getrost kübeln kann, wenn man den folgenden Artikel über die Verwendung von KI in kanadischen Arztpraxen gelesen hat:
KI-Schreibsysteme in Arztpraxen halluzinieren
von Thomas Oysmüller

Ein Bericht des Rechnungsprüfers in Ontario, Kanada deckt gravierende Mängel bei KI-Notiztools in Arztpraxen auf: Die Schreibsysteme halluzinieren massiv, verschreiben falsche Medikamente, erfinden Krankheiten und übersehen Details.

KI-Programm soll den Ärzten die Dokumentation abnehmen. Das funktioniert allerdings alles andere als zuverlässig, wie ein im Mai veröffentlichter Sonderbericht des Auditor General of Ontario berichtet. Das Ergebnis ist dramatisch. Die sogenannten AI-Scribe-Systeme erfinden Informationen, schreiben falsche Medikamente vor und übersehen wichtige Details.
Die Vorstellung, GenZ-Ärzten und (vor allem!) GenZ-Ärztinnen*) ausgeliefert zu sein, ist schon erschreckend genug. Jetzt noch eine halluzinierende KI, die falsche Medikamente verschreibt und Diagnosen frei erfindet ...
 
Da fällt mir ein anderes latenisches Sprichwort zu Ärzten ein: "Medicus curat, natura sanat", also: "Der Arzt behandelt, die Natur heilt". Von Ärzten und Natur ist die Rede. Nicht von gehypter Computer-Plapperei, die als "künstliche Intelligenz" fehlbezeichnet wird. Und nur Deckmantel für Kosteneinsparung auf Kosten des fehlbehandelten Patienten ist!
 
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*) die ihre Studienzulassung mit weniger Punkten im Aufnahmeverfahen erhielten als ihre männlichen Mitbewerber, weil "Frauenförderung" doch so wichtig ist und bei denen daher eine geringere Punktezahl doch reichen muss! Die falsche Diagnose wegen geringerer Intelligenz wird doch völlig durch die höhere "sozialen Kompetenz" ausgeglichen, nicht wahr?

Montag, 15. Juni 2026

Larry Johnson : Is This Any Way to Negotiate ?

von kennerderlage
 
 
Unser Blogvater hat es bereits ausgeplaudert: dies ist hier einer der letzten regelmaessigen Video-Artikel, denn aufgrund diverser privater Ursachen kann ich meine intensive Befassung mit aktuellen Politik-Videos in den kommenden Wochen nicht aufrecht erhalten. Aber ich komme wieder, wenn die Umzugsprobleme vorbei sind, versprochen! Und vielleicht das eine oder andere Mal auch zwischendurch. Wait and see!
 
 

Well Trained

by  Meme Dept. 




Erst kurz aus einem Kurzurlaub zurück

von LePenseur
 
 
... muß ich die geneigten Leser dieses Blogs schon wieder um Nachsicht bitten, daß sich auf dem Blog in den nächsten Wochen von meiner Seite nicht allzu viel tun wird, da mich ein eher überraschend eingetrudeltes berufliches Projekt doch ziemlich in Beschlag nimmt. Und da ich davon (im Gegensatz zu meiner Tätigkeit als Blog-Autor) meinen Lebensunterhalt bestreite, der Tag auch für mich nur 24 Stunden hat und auch ich halt nicht auf zwei Kirtagen gleichzeitig tanzen kann (wie man in den Alpenländern zu sagen pflegt), so muß ich Prioritäten setzen.
 
Ob angesichts der demnächst (aber eher nicht für mich) ausbrechenden Urlaubs-Saison unsere geschätzten Co- & Gastautoren in die Bresche springen werden, will ich hoffen, kann ich aber nicht garantieren (Kollege kennerderlage hat mir signalisiert, daß er in nächster Zeit sich aus privaten Gründen auch eher rar machen wird müssen). 
 
Nun ja — einem geschenkten Gaul, wie eben dem bezahlschrankenlosen und werbefreien LePenseur-Blog, darf man nicht ins Maul schauen, sondern soll froh sein, wenn etwas gratis ins Haus geliefert wird, denke ich mal ...
 
In diesem Sinne: tragen Sie den "Notbetrieb" mit Fassung. Und hoffen wir, daß es bald wieder besser wird. Oder bildungsbürgerlicher hexametriert:
 

 Quod potui feci, faciant meliora potentes ... 

 

Sonntag, 14. Juni 2026

Heute vor 115 Jahren

von LePenseur
 
 
... starb ein durchaus bedeutender norwegisch-dänischer Komponist: Johan Svendsen, geboren am 30. September 1840 in Christiania (dem heutigen Oslo), gestorben am 14. Juni 1911 in Kopenhagen als Hofkapellmeister der Königlichen Kapelle. Er ist auch einer aus der bedauerns- wie beneidenswerten Schar der "Ein-Stück-Komponisten", von denen sich nur ein Werk in den Programmen gehalten hat (wie beim armen Max Bruch das 1. Violinkonzert oder bei Svendsens Landsmann Sinding das Frühlingsrauschen). Bei Svendsen ist es die wirklich hübsche
 
Romanze für Violine und Orchester on G-Dur, op. 26 
 
 
Keine Frage: ein wirklich nettes Werk, ein Ohrwurm, den man nicht so leicht aus dem Ohr bringt, das ideale Zugaben- und Studentenkonzert-Stückchen ...
 
Aber Svendsen schrieb durchaus mehr und qualitativ Höherwertiges. So bspw. zwei Symphonien, wobei es eigentlich drei gewesen wären, wenn nicht ... aber das ist ein Kunst-Krimi erster Güte und Tragik, den ich einfach aus der "Diskussionsseite" von Svendsens deutschem Wikipedia-Artikel hier reinkopiere, ohne mich für die Fakten verbürgen zu können. Aber plausibel klingt es schon, was dieser Benutzer "Rajiv" da schrieb:
Bin gerade auf diesen Artikel gestoßen (hatte vorher nicht danach gesucht, weil verstreut an diversen Stellen mir vorerst genug Informationen zu Svendsen zur Verfügung standen) und bin doch über die Knappheit verwundert. Da ich weder norwegisch noch dänisch beherrsche, kann ich die Quellen nicht belastbar auswerten und hier einbauen. Aber ein paar Aspekte will ich gewissermaßen als Gedankenanstoß benennen. 
Svendsen ist einer der wichtigsten norwegischen Komponisten überhaupt, dies lässt sich sogar auf ganz Skandinavien ausdehnen. Er ist nicht unbedeutender als Grieg (mit dem er übrigens befreundet war, sie waren ja fast ein Jahrgang mit 1840 bzw. 1843 und sind auch nur mit einem ähnlich geringen Abstand verstorben, 1911 zu 1907). Gut zu erkennen daran, dass er eigentlich Geigenvirtuose war, dies aber schon im Februar 1865 wegen medizinischer Probleme beenden mußte und nun sich der Komponistentätigkeit zuwandte. Die Ausbildung dazu in Leipzig (u. a. bei Carl Reinecke) unterstreicht seine Bedeutung, denn Svendsen wurde nach rund einem Jahr als Aufgabe gestellt ein Streichquartett zu komponieren, diese "Hausaufgabe" wurde normalerweise nicht nach einem sondern nach drei Jahren gestellt, wie übrigens auch Grieg dies nach drei Jahren aufbekam. 

Aus meiner Sicht sehr wichtig wäre noch etwas zu seinem Privatleben bzw. Familienleben, weil es da extrem wichtig wird für seine Kompositionstätigkeit. Svendsen weilte 1870 in Paris und lernt dort Sarah Levett (mit kleinem Sohn aus erster Ehe) kennen, diese beiden besuchen ihn 1871 in Leipzig und im Mai 1871 erfolgt die Verlobung und später die Hochzeit mit Reise zur Verwandschaft der Braut in Amerika. Braut und Sohn lassen sich übrigens am 15.08.1872 taufen und Taufpaten sind niemand geringere als Richard und Cosima Wagner! Aus Sarah wird Bergljot und der Sohn heißt jetzt Sigurd. 

Für Svendsen wird diese Ehe noch extrem bedeutungsvoll, denn zeitlich um den Umzug nach Kopenhagen geschah die Katastrophe Anfang 1883. Svendsen erhielt von einer (unbekannten?) Verehrerin ein Blumenbouquet nebst beigefügter Liebeserklärung, allerdings gelangte diese Gabe an Svendsens Ehefrau, welche rasend vor Eifersucht die gerade fertig komponierte 3. Symphonie verbrannte. Überflüssig zu erwähnen, dass es noch keine Kopie gab. Svendsen komponierte daraufhin nicht mehr. 

Erst viel später folgen dann op.32 und op.33 und dann noch 1894 ein Andante funèbre sowie eine Schauspielmusik/Ballett (1890?). Die Sache geht noch weiter, denn Ibsen brauchte sich seine Hedda Gabler nicht auszudenken, sie kam in Gestalt von Svendsens Ehefrau daher. Ibsen kannte den Vorfall, somit kann wohl ausgeschlossen werden, dass es keinen Zusammenhang zwischen der "Symphonie-Verbrennung" und der Entstehung der Hedda Gabler gab. Svendsens Ehefrau zog wohl 1884 wieder nach Paris und es dauerte bis zum 10.12.1901 ehe die Ehe geschieden wurde. 

Svendsen lebte schon vor 1901 mit Juliette Haase zusammen und heiratete sie am 23.12.1901, sie hatten da schon drei gemeinsame Kinder. Es würde mich freuen, wenn ein "Skandinavien-Angehauchter" ein paar belastbare Quellen (Biographie?) sichten könnte und dies dann in den Artikel einbauen könnte. Konsequenterweise müsste dann bei Ibsens Hedda Gabler eigentlich auch (wenigstens in der Diskussion) der Hinweis auf die "Symphonie-Verbrennung" kommen.
Nun kennen (bzw. kennen wir eher nicht) immerhin zwei Symphonien jenes Komponisten, die von meinem Lieblings-Lästermaul, also: Dave Hurwitz, natürlich!, als "nice" bezeichnet werden (in einem Video, das den Titel Johan Svendsen's Moderately Interesting Orchestral Works trägt). Nun, zweifellos sind sie "nice", aber m.E. deshalb nicht schlechter als das meiste aus Griegs Feder (ich bin, gebe ich zu, kein ausgesprochener Grieg-Fan ...), nur eben bei weitem nicht so bekannt:
 
 
Seine Symphonie No. 2 (lt. Hurwitz ebenfalls bloß "nice") ist für mich deutlich gesteigert gegenüber dem früheren Werk, sicherlich kein innovatives Meisterwerk, jedoch erfreulich und teilweise auch überraschend mitzuhören. Bei der Videoaufnahme fragt man sich freilich, was einem Kameramann einfällt, der in einem Symphoniekonzert zu 95% der Zeit nur den Dirigenten im Bild hat (was eine wohl unbeabsichtigt komische Wirkung auf den Zuseher hat). Immerhin: der Dirigent trägt Frack und weiße Weste (nicht Kummerbund!), was LePenseur prinzipiell sehr zu schätzen weiß und Dirigenten, die die misera plebs der Orchesterspieler im Frack sitzen/schwitzen lassen und selbst in irgendwelchen Phantasiekostümierungen auftreten, eigentlich nicht leiden kann (außer sie sind wie der ganz alte Karajan durch körperliche Leiden entschuldigt). Aber zurück zur "Zweiten" ... also ehrlich: so medioker bloß "nice" finde ich sie gar nicht:
 
 
Der langsame Satz ist klangschön und "hat was" ... aber, wie gesagt: Gusto und Watschen sind verschieden, wie der Wiener sagt. Beim Finale beneidet der Betrachter freilich das Saalpublikum, das nur den Rücken dieses Maestros sehen konnte ... es ist zwar nicht so schlimm wie der Leserkommentar (auf Deutsch übersetzt) 
Diese Aufnahme ist grauenhaft. Nur der Dirigent ist im Bild, als gäbe es gar kein Orchester. Dieser Dirigent heißt wahrscheinlich „Johnny, der selbsternannte Idiot“.

meint, kommt dem aber schon bedenklich nahe ...

Die Norwegischen Rhapsodien hingegen finden sogar Hurwitz'ens Beifall, und den verdienen sich auch wirklich!

 Norwegian Rhapsody No. 1, Op.17 [00:00] | Norwegian Rhapsody No. 2, Op.19 [09:14]

Norwegian Rhapsody No. 3, Op.21 [18:06] | Norwegian Rhapsody No. 4, Op.22 [28:01]

Wenn sich nun die geneigten Leser fragen: "Was, zum Teufel, setzt uns dieser LePenseur denn noch an unbekannten Kleinmeistern vor?", so frage ich zurück: "Na und? War's denn so schlimm, was Sie ertragen mußten?" Und wenn Sie ehrlich sind, müssen sie sagen: nein.

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P.S.: und daß ich auf Svendsen kam, verdanke ich seinem, wie ich meine, begabteren Schüler, dessen auf diesem Blog vor einigen Tagen gedacht wurde ... 

 

Merkel und der Niedergang ihrer Politik

von Helmut
 
 

Anlass für meinen Artikel war diese Meldung:

https://weltwoche.ch/daily/angela-merkel-will-alles-tun-um-eine-afd-kanzlerschaft-zu-ve...

Ist ja schön und löblich. Aber was sind die wahren Beweggründe der Ex-Kanzlerin? Halten wir einmal Rückschau:

Im Jahre 2014 war sie als deutsche Kanzlerin eine der treibenden Kräfte (zusammen mit den USA und anderen), dass die Zahlungen der UNHCR für die Flüchtlinge aus Syrien und anderen Ländern, die z.B. in Jordanien und auch anderen Ländern in den Flüchtlingscamps untergekommen waren, drastisch gekürzt wurden.

Um es einmal in Zahlen zu benennen:

Die monatliche finanzielle Unterstützung für die Grundversorgung lag 2014 zwischen 75 USD und 400 USD pro Familie, was stark von der Haushaltsgröße und der jeweiligen Bedürftigkeit abhing. Pro Tag belief sich die Hilfe für einen Haushalt somit auf rund 2,50 USD bis 13,30 USD.

Wenig genug, aber damit konnten sich diese Flüchtlinge durchschlagen.

Danach aber wurde es problematisch, aufgrund der enormen Kürzungen, weil die Beitragsländer ihre Zuschüsse drastisch gekürzt haben:

https://www.deutschlandfunk.de/welternaehrungsprogramm-syrische-fluechtlinge-erhalten-1...

Im Klartext im Jahre 2015: Umgerechnet auf den Tag erhalten Bedürftige oft weniger als einen US-Dollar.

Natürlich wusste jeder vernünftige Mensch, worauf das dann hinausläuft, - die Flüchtlinge konnten in diesen Lagern nicht mehr überleben.

Dann aber kam Frau Merkel mit ihrem Einladungsvideo des Jahres 2015, das in allen arabischen und afghanischen Sprachen weltweit ausgestrahlt wurde. Dieses Video ist mittlerweile aus dem Internet gelöscht worden.

Dann kam der Run auf Europa, vor allem auf Österreich, Deutschland und angrenzende Länder. Dazu der perverse Spruch von Merkel : "Wir schaffen das!" Propaganda pur, Merkel mit arabischen Immigranten in Videos, Teddybärenwerfer, usw.

Damit hat der Untergang begonnen. Merkel wusste mit Sicherheit von den "geschäftlichen Verbindungen" von Merz zu Blackrock, weswegen sie sich immer gegen Merz als Nachfolge gestellt hat. Am Ende hatte die Partei, die sich als "christlich" bezeichnet, nur mehr die Wahl zwischen dem Teufel und seiner Großmutter.

Mit dem Ukrainekrieg sowie der danach folgenden Politik der CDU/CSU hatte Merkel nichts mehr am Hut, das ist eine Sache von Merz. Aber mit der nun herrschenden Kriminalität der Immigranten in Deutschland, mit den Messerstechereien etc., das ist ihr alleiniger Verdienst.

Jetzt stellen wir uns mal eine AfD-Kanzlerschaft vor. Ich gehe davon aus, dass man im Rückblick dann die letzten 10 - 15 Jahre analysieren und aufarbeiten wird. Dann wird es um die Verantwortlichkeiten gehen. Verantwortlich für die immensen Energiekosten, für den Rückgang der Wirtschaft, für die Ausländer-kriminalität, usw. usw.

Dann werden Personen unter die Lupe genommen und in den Fokus gestellt. Publizistisch, aber auch juristisch. Deshalb verstehe ich voll und ganz das aktuelle Engagement von Frau Merkel. Was ist der wahre Grund:

Deutschland ist Frau Merkel völlig egal, das hat sie ja schon 2015 unter Beweis gestellt, als sie die Deutschlandfahne am 22.9.2013 wegeworfen hat!


Es geht ihr, um es vornehm auszudrücken, um ihren
eigenen Hintern. Sie hat absolut keine Lust, sich vor
einem Untersuchungsausschuss oder gar vor einem
Gericht verantworten zu müssen.
 
Das ist der alleinige Grund, warum sie nun alles daran setzt, dass die AfD nicht ans Ruder kommt. Auch, wenn sie den Merz nicht mag.
 

Samstag, 13. Juni 2026

Douglas Macgregor : Trump’s Biggest Mistake

von kennerderlage
 
 
Douglas Macgregor bespricht mit Judge Andrew Napolitano die immer bizarrer werdenden Behauptungen Trumps im Zusammenhang mit dem Iran:
 
 
Ein Kommentarposter unter dem Video trifft mit einem Zitat den Nagel auf den Kopf: 
As John Wayne put it: "Life is tough, but it's tougher when you're stupid". This describes Trump and his advisors, who got the U.S. in a war that is not for the U.S., but for the genocidal Netanyahu to annex more Arab lands. 
Exakt so ist es, leider! 
 

"Democracy"

by  Meme Dept. 


Wo war jetzt gleich nochmal die europäische Schaltzentrale des US Militärs ...?

Gastkommentar
von Brutus
 
 
Ich kenne das Verkehrsmittel "Bahn" oder "Deutsche Bahn" oder Deutsche Reichsbahn" nur vom Hörensagen, nur seine Mitarbeiter laufen mir immer wieder mal über den Weg, sympatische Leute!

Die Stuttgart 21 Sache, wurde gemunkelt, lief unter Regie der SHAEF-Verfasser, weil genau das auch die Sache so teuer machte. Angeblich wollen die sich ja grad zurückziehen aus Deutschland. Was da alles "in den Berg" getrieben wurde, unter rein militärischen Gesichtspunkten wissen wir doch gar nicht.

Die augenscheinliche Nähe der US Kaserne in Böblingen und Stuttgart 21 sieht ja jeder. Wenn die sich hätten paar Etagen unter der Erde bauen wollen und von Steuerzahler bezahlen lassen ... wie anders, als so hätte man es machen können?

Gar nicht!

Die wollen sich also wegen der weltpolitischen Entwicklungen aus Deutschland zurückziehen. Dann sind also die militärischen Anteile von Stuttgart 21 obsolet: eine Bauruine und nichts außer Raub an der Bevölkerung (auch an mir, der ich nie die Bahn nutzte).

Wenn da also Aufträge generiert werden für Dinge, die nie jemand benötigt, wird in lezter Sekunde, wenn es allen klar ist, auch noch Geld vergraben. Wer kann denn wie und wo nachvollziehen, welches Geld legal an welcher Stelle benötigt wurde?

Es ist die Bebilderung der Kleptokratie, protokolliert für die Nachwelt! Falls die wieder mal darüber nachdenkt, so etwas mal anstreben zu wollen. Und es ist Ausdruck der Ohnmacht der Bevölkerung gegen diese Kleptokratie sofern sie sich auf friedliche rechtliche Mittel beschränkt!

Die richtig fette Kohle wurde mit den Flächen überirdisch gemacht. Einnahmen, über die nicht geredet wird. Was kostet ein m² Bauland in dieser Lage? 10.000 Euro?

Was kosten Wohnungen/Gewerbeflächen ebenda? Einnahmen privatisiert (in die Taschen der Kleptokraten), Ausgaben sozialisiert (Steuerzahler).

Keiner wird sie ins Jenseits mitnehmen! Zumal das "Jenseits" für die Klientel, tiefer und heißer als die Tunnels sein wird!

Und was die Satanisten hinterlassen, ist eine in ihren Grundfesten zerstörte Gesellschaft. Das sollte das Mahnmal sein: nie wieder sowas! Und zuletzt, nutzen die teilfertige Ruine dann Afghanen Syrer, Rumänen, und Teddybärwerfer! Keiner mehr der Deutschen Sprache mächtig!

Damit ist der Stuss komplett!

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P.S.:

... außer, es war von Anfang an eher als Bunkeranlage konzipiert, in Vorbereitung einer u.U. Eskalation bei der Außeinandersetzung mit Russland.

Weil, wie baut man Bunkeranlagen unter dem militärisch alles überragenden Gesichtspunkt Tarnung und Täuschung?

Indem man "Bunker" draußen draufschreibt, sicher nicht! An anderer Stelle nennt man es zB ja auch "Gotthardt-Tunnel" ...

 

 

Freitag, 12. Juni 2026

Am 5. März, also vor rund einem Vierteljahr

von LePenseur
 
 
... freute sich dieser Blog über 10 Millionen Zugriffe (seit Juni 2010, dem Anfang der Blogger-Zählung). Jetzt, nach etwas mehr als einem Vierteljahr, freuen wir uns bereits über 11 Millionen Zugriffe!
 
Wenn ich denke, daß es bis zum 1.4.2018 dauerte, bis dieser Blog seine erste Million an Zugriffen geschafft hatte, also mehr als elf Jahre seit seinem Beginn im Dezember 2006, ist die Akzeleration, die elfte Million an Zugriffen in etwas mehr als einem Vierteljahr zu schaffen, schon beeindruckend — und Anlaß zum aufrichtigen
 
Dank an unsere treuen Leser!  
 

Fairytales

by  Meme Dept. 




Donnerstag, 11. Juni 2026

Too far from Jericho

by  Meme Dept.