Adversarius:
Trumps Bestrebungen, die NATO aufzulösen, werden von Ihnen ja
offenbar nicht kritisch gesehen?
Advocatus:
Natürlich nicht! Was für eine Frage! Ich hoffe doch sehr, wir
ziehen da am selben Strang??
Adversarius:
Ich neige da, wie in anderen Dingen auch, zu einer mehr
differenzierenden Betrachtung...
Advocatus:
Sie haben hier nicht zu differenzieren, sondern klipp und klar
vorzuwerfen. Also, wie lautet Ihre Anschuldigung?
Adversarius:
Bitte sehr, gerne: Trump will US-Rüstungskosten auf Europa abwälzen
und dadurch die europäischen Volkswirtschaften bis zu deren
Zusammenbruch überlasten.
Advocatus:
Das ist nur teilweise richtig, nämlich dahingehend, dass ein
europäischer Zusammenbruch sich tatsächlich abzeichnet, was durch
das geplante wahnwitzige Aufrüsten mit Sicherheit unausweichlich
wird. Allerdings ist das auf die Politik der EU-Staaten und
nicht der Trump-Administration zurückzuführen.
Adversarius:
Ach nein? Warum verlangt dann Trump seit Jahr und Tag eine Erhöhung
des europäischen Wehretats auf etwa 5% des BIPs?
Advocatus:
Hat er gar nicht verlangt, und dies würde ihm auch gar nicht
zustehen.
Adversarius:
Er hat lediglich angekündigt, dass sich die USA für den Fall, dass
die europäischen NATO-Staaten dieser freundlichen Aufforderung nicht
nachkommen würden, militärisch aus der NATO zurückziehen würden.
Advocatus:
Was nichts anderes als das gute Recht der USA ist.
Adversarius:
Was allerdings auf Seiten der EU-Staaten weniger gute Pflichten oder
Notwendigkeiten schafft, also ein Problem auf den Rücken eines
anderen abwälzt. Nutznießer ist wieder einmal der
militärisch-wirtschaftliche Komplex in den USA, bei dem die Europäer
einkaufen.
Advocatus:
Keiner zwingt die Europäer dazu.
Adversarius:
Es konnte für Trump kein Zweifel bestehen, dass es letztlich auf ein
massives europäisches Aufrüsten hinauslaufen wird.
Advocatus:
Angesichts der moralischen und geistigen Verfassung der EU-Eliten mag
das zutreffen. Die hier maßgebliche Frage jedoch ist: Wieso um alles
in der Welt ist Trump daran schuld?
Adversarius:
Also bitte! Ursache - Wirkung, und letztere wie gesagt durchaus
vorhersehbar.
Advocatus:
Aha... War es nicht Vizepräsident Vance, der anlässlich der
Münchner Sicherheitskonferenz klipp und klar gesagt hat, dass
Russland nicht der Feind der Europäer ist. Propaganda für die
eigene Kriegswirtschaft sieht anders aus...
Adversarius:
Daraus ist nur die grundsätzliche Inkonsistenz der
Trump-Administration zu erkennen.
Advocatus:
Daran ist nur der grundsätzliche Wille zu Frieden und Abrüstung zu
erkennen. Trump will Frieden zwischen der EU und Russland. Trump hat
die enorme Gefahr erkannt, die von der NATO für den Weltfrieden
ausgeht, zumal kleine und unbedeutende europäische Staaten
angesichts der erwarteten Rückendeckung gegenüber Russland ungemein
aggressiv gerieren. Musterbeispiel sind die baltischen Zwerge, die
sich innerhalb der NATO als militärische Riesen wähnen. Besonders
bedenklich erscheint, dass dieser Wahn zuletzt auf die größeren
EU-Staaten wie Frankreich, England und, in deren scheinbar sicheren
Gefolge, nunmehr auch Merzens Deutschland überschwappt. Angesichts
dieser irrsinnigen Politik muss Trump alles tun, um nicht über
diesen Umweg in einen Konflikt mit Russland verwickelt zu werden.
Dies ist nichts anderes als folgerichtig und auch in hohem Maße
ethisch.
Adversarius:
Wie gut es Ihr Trump mit uns Europäern meint... Sicher werden Sie
auch für die Zölle anerkennende Worte finden...
Advocatus:
Die EU ist derzeit der erbittertste Gegner Trump, dies vor allem aus
politisch weltanschaulichen Gründen. Alles, was Trump und Musk
politisch gesellschaftlich hassen, wird in der EU förmlich geheiligt
(bekanntlich ist eine Tochter Musks dem Transgender-Wahn zum Opfer
gefallen). Der britische Geheimdienst stellt im möglichen
Zusammenwirken mit Trumps innenpolitischen Feinden ein gewaltiges
Gefahrenpotential dar, das schon in der Vergangenheit, Stichwort
Russia-Gate seine Zähne gezeigt hat. Die sich bis ins Persönliche
erstreckende Feindseligkeit wird seitens der EU-Politiker bzw
europäischen Staatenlenker nicht einmal verhehlt. Für unsere
EU-Bonzen ist Trump schlicht und einfach unerträglich, da gibt es
nichts zu kitten und zu glätten.
Im
Extremfall führt das dazu, dass ein solcher Bonze nach dem Anhören
der erwähnten JD Vance-Rede vor laufender Kamera in Tränen
ausbricht. Angesichts dieser Umstände sind die Zölle ein höchst
angemessenes politisches Mittel. Darüber hinaus verhält es sich so,
dass wir Trumps Zölle gar nicht benötigen - schon die europäische
Politik als solche, und zwar sowohl auf Unions- als auch staatlicher
Ebene stellt eine Garantie für den unvermeidlichen wirtschaftlichen,
gesellschaftlichen, kulturellen, moralischen, ethischen und sonstigen
Verfall dar. Wir sollten Trump dafür dankbar sein, dass er mit
seinen Zöllen und mit anderen geeigneten Maßnahmen immerhin auch
den politischen Verfall befeuert, der mit dem wirtschaftlichen
Scheitern der EU unweigerlich einhergehen dürfte.
Ich
denke, dass Trump dies sogar von Trump intendiert wird. Er liebt
Europa, ist sich seiner deutschen Wurzeln bewusst und will mit
Sicherheit für die europäischen Völker nichts Schlechtes. Seine
Gegnerschaft zu EU und NATO ist ein Indiz für eine hohe Moralität,
wie es überhaupt scheinen will, dass er durch das auf ihn verübte
Attentat stark geläutert worden ist und sich als Gottes Werkzeug
begreift, wie es selbst wiederholt gesagt hat...
Adversarius:
Hört sich schon ein bisschen nach Schlussplädoyer an...
Advocatus:
Sie brauchen gar nicht so mit den Augen zu rollen oder in einen
süffisanten Ton zu verfallen, es ist mir ernst. Nennen Sie mir
einen, wenigstens einen führenden EU-Politiker westlich einer
fiktiven March-Leitha-Linie, der sich noch zum christlichen Gott
bekennt und solcher Gedanken überhaupt fähig wäre, und kommen Sie
mir dabei nicht mit Bergoglio...
Adversarius:
Keine Angst...
Advocatus:
Es liegt nicht in Ihrer Ingerenz, dass Ihnen kein Name einfällt...
Adversarius:
Verbindlichsten Dank für diese Klarstellung, wenn mir diese kurze
Unterbrechung Ihres Schlusswortes erlaubt ist...
Advocatus:
Meinerseits verbindlichsten Dank, dass Sie mein Recht als Verteidiger
auf ein solches in Ehren halten...
Adversarius:
... darf ich dennoch sozusagen als Erwiderung oder vielmehr
Fortspinnung Ihres Gedankens hinsichtlich Trumps Gottesgnadentum
(oder wie man es nennen mag) einen Satz einflechten, den der auch von
Ihnen geschätzte Autor Joachim Fernau in seinem Buch "Halleluja
- Die Geschichte der USA" über den US-Präsidenten Andrew
Jackson vulgo Old Hickory geäußert hat? Bitte!
Advocatus:
Nun denn, es sei...
Adversarius:
"Was dem Lieben Gott so alles gefällt ... darüber kann man nur
staunen."
Advocatus:
Es will mir scheinen, dass Sie Trump ähnlich verkennen, wie Fernau
Old Hickory verkannt haben dürfte. Um zu einem Schluss zu kommen: Wir werden
nie ermessen können, welch Segen Trumps Wiederwahl für die Welt
bedeutet hat, da der Geschichtsverlauf nicht so etwas wie
Doppelstudien zulässt. Aber ich bin froh und dankbar, nicht in einem
Paralleluniversum leben zu müssen, in welchem eine Figur wie Kamala
Harris zum gegenwärtigen Zeitpunkt das mächtigste Amt der Welt
innehat. Und allein das ist genug.