Donnerstag, 17. November 2016

Satire? Wirklich bloß ... Satire?





Zwischentöne

Prof. Taschner hat für DiePresse in einem "Quergeschrieben"-Artikel einen lesenswerten Artikel über die Amtsübergabe im Weißen Haus geschrieben:

Nachdenklich im Oval Office: Ein Bild sagt mehr als tausend Worte

„Donald Trump lauscht Noch-Präsident Obama“
„Donald Trump lauscht Noch-Präsident Obama“ / Bild: APA/AFP/JIM WATSON 

Mag sein, dass alle, die auf den Rabauken Donald Trump nur mit Ablehnung, ja sogar mit Hass reagieren, recht haben. Mag aber auch sein, dass sie sich irren.

Es gibt also ein wenig Hoffnung, daß auch in Zeiten und Blättern wie diesen nicht alle Vernunft, nicht alle Zwischentöne obsolet geworden sind ...

"Chesterton und der Dorfbaum"

... betitelt sich ein exzellenter Artikel auf dem stets lesenswerten Löwenblog von Marco Gallina:
The villagers who met under the village tree could also hang their politicians to the tree. It’s terrible to contemplate how few politicians are hanged today.

Üblicherweise belasse ich es bei Fremden Federn bei kurzen Kommentaren oder überlasse dem Leser die Quelle ganz ohne Anmerkung. Das gestrige Zitat von Chesterton hat allerdings bei mir mehr ausgelöst, denn die kurze Notiz sagt mehr über Chesterton und seine philosophische Weltsicht aus, als man meinen mag. Leser Ulrich Christoph hat nicht umsonst bei „Lepanto“ angemerkt, dass der Schöpfer von Father Brown eine Fundgrube bisher noch ungehobener Schätze ist. Insbesondere in einem Zeitalter, da christliche Philosophie sich nur noch in Moralismus und Soziallehre zu erschöpfen scheint, wirkt Chesterton wie ein Universalgelehrter, der neben Romanen und Lyrik auch ein Kompendium wirtschaftlicher, historischer und politischer Schriften aufweist.


Bleiben wir einen Moment bei den christlichen Gelehrten unserer Zeit. In einer Gesellschaft, die laut einer führenden evangelischen Theologin auch Terroristen mit Liebe begegnen soll, würde die letzte Anmerkung Chestertons einen Aufschrei provozieren. Wie kann der nur! Allein der Gedanke, Leute aufzuhängen – wie unchristlich! Menschen als „Pestilenz“ zu bezeichnen, also ein Krankheit – das ist Sprache des Hasses, der Niedertracht und mit Sicherheit auch der Neuen Rechten!

So würde womöglich jeder heutige Diskurs ablaufen, begleitet von einem minutenlangen – oder: stundenlangen – Sermon. Frei nach Chesterton könnte man hinzufügen: es ist furchtbar darüber nachzudenken, wie wenig man heute ohne Moralismen philosophieren und diskutieren darf. Glücklich die Menschen, die im 19. Jahrhundert geboren wurden.
 Wie pflegt LePenseur für gewöhnlich zu sagen? Chapeau! Touché!


Mittwoch, 16. November 2016

Die Weiterdenkerin

... hat auf ihrem gleichnamigen (und stets lesenswerten) Blog auf die Existenz zweier weiterer Blogs hingewiesen, und zu deren Besuch wie folgt eingeladen:
Verehrte Leser

Gerne möchte ich auf zwei weitere Blogs hinweisen, die sich unmittelbar auf „die weiterdenkerin“ beziehen. Bitte fühlen Sie sich eingeladen, aber keinesfalls genötigt, den Links zu folgen.



Ich danke Ihnen für die lady & gentlemanlike Tugend der Treue!
Welcher Einladung ich (völlig ungenötigt) selbst gerne nachgekommen bin, und dieselbe mit dem größten Vergnügen an meine Leserinnen und Leser*) weitergebe. Viel Vergnügen mit diesen geistvollen und im Gegensatz zum LePenseur-Blog auch deutlich weniger provokant "kontroversiell" angelegten Blogs!

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*) diesmal hat diese Floskel, da ganz speziell auch meine Leserinnen angesprochen werden sollten, auch wirklich Sinn!

DiePresse ist alarmiert!

USA: Chaos in Trumps Übergangsteam


Donald Trump.
Donald Trump. / Bild: (c) REUTERS (CARLO ALLEGRI) 
Donald Trump hat große Schwierigkeiten, Schlüsselposten in seiner Regierung mit erfahrenen Fachleuten zu besetzen. Moderate Republikaner warnen davor, für ihn zu arbeiten.

Oliver Grimm sieht daher schreckliche Zeiten auf die USA und die Welt zukommen. Wenn man den Artikel weiterliest, kommt man allerdings zu anderen Informationen, die irgendwie den Weg in die Headline nicht geschafft haben:
Kurz nach Rogers Abgang erklärte Eliot A. Cohen, ein renommierter früherer außenpolitischer Berater von George W. Bushs Außenministerin Condoleezza Rice und davor Politikplaner im Pentagon während George H. W. Bushs Präsidentschaft, dass er entgegen seiner früheren Empfehlung für skeptische konservative Politikfachleute nun davon abrate, für Trump zu arbeiten. „Nach einer Unterhaltung mit dem Trump-Übergangsteam habe ich meine Empfehlung geändert: Haltet euch fern. Sie sind zornig, arrogant, brüllen: ,Ihr habt verloren!‘ Das wird hässlich“, warnte Cohen, Professor für strategische Studien an der Johns Hopkins University in Washington.

Obamas Dilemma

Diese Umwälzungen veranschaulichen den Machtkampf zwischen dem Trump-Team und der etablierten republikanischen Parteispitze. Trump hat diese Konservativen, die vor seinem autoritären Populismus erschreckt sind und sich unter dem Schlagwort „Never Trump“ gegen ihn ausgesprochen haben, mit beinahe ebenso viel Wut angegriffen wie seine demokratische Gegnerin, Hillary Clinton, und den scheidenden Präsidenten, Barack Obama. Dieser steht nun vor einem Dilemma. Einerseits muss er nun mitansehen, wie Trump, der jahrelang an Obamas Geburt in den USA gezweifelt hat, sämtliche politische Errungenschaften seiner achtjährigen Ära zu vernichten plant: von der Krankenversicherungsreform des Affordable Care Act über das Abkommen zur Eindämmung des iranischen Atomwaffenprogramms bis zum Klimapakt von Paris und den strengen neuen Regeln für kalorische Kraftwerke.
Andererseits ist sich Obama seiner staatsmännischen Verantwortung bewusst, eine möglichst reibungslose Amtsübergabe zu fördern, um den USA keinen Schaden durch Chaos in der Regierung zuzufügen.
Also im Klartext: das republikanische Parteiestablishment, das Trump am liebsten per Dolchstoß aus den eigenen Reihen vernichtet hätte, um Killary als "kleineres Übel" (sie gehört ja auch zum Polit-Establishment, wenn auch, zugegeben, einer anderen Subgruppe, und das verbindet doch kollegial ...) den Sieg zu ermöglichen, dieses republikanische Establishment will mit Trump zusammenarbeiten, aber nur um den Preis seines Schwenks auf gewohnt republikanische Linie. Daß das nichts wird, hätte ich ihnen schon vorher sagen können. 

Es ist also nicht so, daß Trump Schwierigkeiten hat, Posten adäquat zu besetzen, sondern eher, daß das republikanische Parteiestablishment Schwierigkeiten hat, seine Maulwürfe dabei unauffällig unterzubringen. Was halt doch ein bisserl ein anderer Sachverhalt ist als der, den uns Oliver Grimm insinuieren will.

Braven Mitarbeitern des transatlantischen Propagandamediums DiePresse fällt das aber natürlich nicht weiter auf ...

"Nun also Steinmeier, ein lauwarmer Mann des Ausgleichs"

... charakterisiert ihn vortrefflich der stets lesenswerte Polit- & Satireblog "Politplatschquatsch" im Artikel:
Steinmeier: Eine Teflonpfanne für Schloss Bellevue 


Jubel allüberall! Das Volk im Rausch purer Freude, erleichtert, begeistert, glücklich. Eine große Krise ist abgewendet, die Frage aller Fragen, die jeden Bürger*in mehr und mehr quälte, beantwortet: Frank-Walter Steinmeier soll der nächste Bundespräsident werden. Und es gilt der Satz: Amt und Kandidat sind wie füreinander gemacht. Seine Wahl ist alternativlos. Die große Koalition, innerlich und inhaltlich ausgezehrt, hat niemand anderen.
Und, wie gewohnt bei PPQ-Artikeln, bleibt mir nur mehr zu sagen: Chapeau! Touché!



Dienstag, 15. November 2016

Gastkommentar: Oberregierungsrat Steinmeier

von Wolfgang Riepe


Als Außenpolitiker: Ständig durch die Weltgeschichte gereist, um zu warnen und zu mahnen, Besorgnis zu äußern und sonstige Allgemeinplätzchen und Sedativa zu verteilen.

Gebacken bekommen hat er: nichts. Minsk I danebengelungen, Minsk II danebengelungen usw. ad nauseam. Als Chefdiplomat: allein schon durch sein Verhalten in der causa Trump blamiert und diskreditiert, gleichzeitig dem Ansehen unseres Landes großen Schaden zufügend. 

Fazit: Ich habe nichts gegen Oberregierungsräte, so sie auf ihrem Dienstposten loyale und gute Arbeit tun. Von einem deutschen Außenminister, erst recht Bundespräsidenten, erwarte ich allerdings eine etwas andere Statur als das Aussehen, die intellektuelle Befähigung, das sprachliche Ausdrucks-vermögen und das Charisma eines Oberregierungsrates. 


Konrad Lorenz: "Soziale Bindungen und ritualisiertes Verhalten"

Optisch nicht ganz so reizvoll wie die junge Dame von heute mittags, aber dafür intellektuell höchst reizvoll anzuhören:


Kaum zu glauben: 44 Jahre alt ist dieser Vortrag. Und doch so frisch geblieben ...

Elise van & für

Damit es nicht heißt, auf diesem Blog sähe man nur Blondinen (und Pornodarstellerinnen) ...


Nicht nur bezaubernd hübsch, sondern (wie das obige Zitat verrät) auch charakterfest ist die junge Dame. Die passende Musik dazu hat ein anderer van, nämlich Beethoven komponiert (arrangiert für Klavier und Orchester und gespielt von Georgii Cherkin). Die Disco-Hammerln der Elise van wollen wir uns lieber verkneifen ...


DiePresse frohlockt über den künftigen Präsidenten

von

Deutschland: Steinmeier, die Antithese zu Donald Trump


Der 5 Staatsbesuch der K�nigin von Gro�britannien Queen Elizabeth II am Mittwoch 24 06 2015

Völlig richtig! Dieser Steinmeier ist die komplette Antithese zu Trump: Trump ist ein charismatischer Hau-Drauf, Steinmeier ein uncharismatischer Apparatschik. Trump ist vom Volk gegen den Willen der Parteiapparate ins Amt gewählt worden. Steinmeier kommt nach dem Willen der Parteiapparate ins Amt.

Allein die Kungelei um seine Wahl ist bezeichnend für die Demokratie-Simulation, die in Deutschland als Kulisse für "das Pack" aufrechterhalten wird:
Ursprünglich hatten sich Merkel, Seehofer und SPD-Chef Sigmar Gabriel auf einen überparteilichen Kandidaten verständigt. Doch alle, die infrage gekommen waren, sagten ab. Andreas Voßkuhle zum Beispiel, der Präsident des Bundesverfassungs-gerichts. Oder die evangelische Theologin Margot Käßmann, bei der zumindest Gabriel angeklopft hatte. Am Ende blieb Merkel nichts anderes übrig, als sich für Steinmeier zu entscheiden, den Gabriel ins Rennen geschickt hatte, als klar war, dass das mit dem gemeinsamen Kandidaten nichts mehr wird.
Aber was wirklich spannend wird:
Offen ist, wer ihm als Außenminister nachfolgen soll. Als Favorit gilt EU-Parlaments-präsident Martin Schulz. Denkbar ist auch, dass Gabriel ins Außenamt wechselt.
Ein Offenbarungseid der deutschen Politik und ihrer linken Politruk-Riege: zur Wahl stehen ein fett gefressener Politapparatschik in Brüssel, dessen völlige Inkompetenz nur noch von seiner Präpotenz übertroffen wird, mit der er sein Präsidentenamt in einer machtlosen Quatschbude, genannt EU- Parlament, ausübt, und ein fett gefressener ehemaliger Pop-Beauftragter der SPD und Parteichef-Darsteller dieser.

Was immer man an ihnen zu bemängeln fand: die Wahlmöglichkeit zwischen Donald und Hillary war da geradezu atemberaubend zu nennen ...


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Update 10:45


Da hat einer der beiden vorgenannten Fettklöße offensichtlich auf das "Ironie"-Schildchen vergessen: ...




Montag, 14. November 2016

Einseitige Medienberichterstattung? Aber nicht doch! Doch nicht unter Demokraten!

Noch ein kleiner Nachtrag zum vorherigen Artikel: mit Dank an den Löwenblog, der auf dieses Video hinwies.


... da soll noch einer sagen, es gäbe keine Gemeinsamkeiten zwischen den USA und Nordkorea

Findet Hadmut Danisch angesichts eines fürwahr haarsträubenden Artikels auf Huffington Post:

A Vote for Trump Was A Hate Crime


11/10/2016 11:00 am ET | Updated 3 days ago



We are all still reeling from the shock of the election results. Hillary Clinton won the popular vote yet we now must brace ourselves for a Trump Administration. The more I think about it and see the reactions from all sides, the more this feels like the aftermath of an attack ― a literal attack ― on our communities.

The groups that those “deplorables” love to hate and feel threatened by are now under attack: LGBT people, people of color, women, Muslims, the disabled and many others. This election was a hate crime. Not physical but psychological, and one that may well lead to legal and physical manifestations that would very much be categorized as hate crimes.
Auch in Staaten wie Nordkorea oder der Volksrepublik China ist (bzw. der UdSSR, DDR etc. war) das Wählen einer anderen Partei, als der von der Regierung zugelassenen, ein Verbrechen. Wie schön, daß Huffington Post, ein bewährtes Sprachrohr des linken Flügels der "Demokraten", sich mit Artikeln wie dem obigen zur Kenntlichkeit entstellt und als genau das enttarnt, was es immer schon war: ein bloßes Propagandaorgan zur Verbreitung von Haßmeldungen. "1984" läßt grüßen ...



Heute vor dreihundert Jahren, am 14. November 1716

... starb eines der größten, vielseitigsten Genies, welche das an Genies aller Arten so reiche Deutschland je hervorgebracht hat: Gottfried Wilhelm von Leibniz: jedenfalls bis Immanuel Kant Deutschlands größter Philosoph, zukunftsweisender Rechtsgelehrter, genialer Mathematiker und Erfinder einer Rechenmaschine, als Historiker und Linguist (er war ein Vater der Indogermanistik) vielfach seiner Zeit voraus. 

Doch nicht bloß in Gelehrsamkeit exzellierte dieser große Mann, auch als Diplomat und politischer Berater von Fürsten ragte er über viele, ja die meisten seiner Zeitgenossen! Wohl bis zu Goethe findet sich kein solches Beispiel geistiger Universalität, und völlig zurecht hat man ihn daher den "letzten Universalgelehrten" Europas genannt.

Bedauerlicherweise fehlt mir momentan die Zeit, diesem großen Mann einen ihm auch nur halbwegs gerecht werdenen Gedenkartikel zu widmen (die NZZ widmete ihm in der Wochenendausgabe einen lesenswerten Artikel). Ich darf aber (neben den auf Wikipedia zu findenden Informationen und Literaturverweisen) auf eine literarische Auseinandersetzung mit dem Phänomen Leibniz hinweisen, auf den gleichnamigen Roman von Egmont Colerus. Dieser war nicht bloß einer der (qualitativ hochstehenden) "Bestseller-Autoren" der 1920er und 30er-Jahre, mit denen der Zsolnay-Verlag gute Umsätze machte, er war in seinem Brotberuf als Jurist Oberregierungsrat im Statistischen Zentralamt in Wien, und Mathematiker. Eine Fachkundigkeit, die ihn sicher auf den Gedanken seines Leibniz-Romans brachte, welcher übrigens auf Gutenberg.spiegel.de zur freien (wenn auch bei Romanen durch die Kapiteleinteilung etwas mühsamen) Lektüre verfügbar ist.



Sonntag, 13. November 2016

Die Medienblase, soweit sie nicht schon geplatzt ist, gehört aufgestochen!

In den USA üben sich die Systemmedien in (angeblicher) "Selbstkritik":

Die US-Medien im Flagellantenmodus


Die Medienblase und die wahre Welt da draußen
Die Medienblase und die wahre Welt da draußen / Bild: APA/AFP/JOSEP LAGO 
Die Ost- und Westküsten-Medien der USA entpuppten sich als "Blase" ohne Bodenhaftung. Sie haben offenbar den Kontakt mit der Masse der Bevölkerung abseits der linksliberalen Moral-Elite verloren.
(Hier weiterlesen)

Ja, die Zahnpasta in die Tube bzw. den Geist in die Flasche bringt man nicht zurück! Früh kommt die Journaille drauf, daß sie mit dem Internet und den damit verbundenen Informationsflüssen ihre Domäne, die Deutungshoheit über die Meinungen und Fakten, endgültig verloren hat. Da hilft auch Flagellantentum recht wenig: willkommen in der neuen Welt, in der ihr nicht mehr die Herrscher über die Wahrheit (bzw. was ihr dafür verkauft) seid, sondern Dienstleister, die neben vielen Konkurrenten Informationen bieten!

Man darf gespannt sein, ob diese ungewohnte Katzenjammer-Stimmung in einer nachhaltigen Besserung ihren Niederschlag findet, oder, wie gute Vorsätze zumeist, nur allzu bald in Schubladen verschwindet. Aber immerhin: die US-Medien haben wenigstens thematisiert, daß sie sich mit ihrer Realitätsverweigerung ein Problem eingehandelt haben!

In den deutschen Medien fehlt davon noch jede Spur. Hier wird nämlich nach wie vor der "moralische" Zeigefinger erhoben, der angesichts der Fälschungen, Nachrichtenunterdrückungen, polemischen Verdehungen etc. von den Lesern völlig zu recht zunehmend mit dem Stinkefinger der Abo-Kündigung beantwortet wird. Und die Öffis, denen man ja nicht wirklich "kündigen" kann, sind in Deutschland offenbar noch in altbekannter SED-Tradition sogar damit beschäftigt, Nachrichten zu erfinden, wenn es keine gibt, die in ihr politisches Konzept passen:

ZDF bestätigt Falschaussagen bei Frontal21


11 November 2016
 

Nach massivem Druck durch die sozialen Netzwerke musste das öffentlich-rechtliche Fernsehmagazin Frontal21 Teile seines Beitrags wegen Falschdarstellung zurückziehen. Im Beitrag wurden Mordversuche von Immigranten als Taten von »Rechtsradikalen« präsentiert. Die »Richtigstellung« kann als Kleingedrucktes in der Rubrik »Korrekturen« des ZDF- Senders nachgelesen werden. Eine Entschuldigung? Fehlanzeige. 


In der Sendung Frontal21 vom 8. November mit dem Titel » Die Verrohung der Republik –Hetzen, drohen, zuschlagen« wurde in einem Beitrag unter anderem über die Zunahme »fremdenfeindlicher Straftaten« berichtet. Um das Ausmaß angeblich »rechtsradikaler« Gewalttaten für den Zuschauer zu visualisieren, wurden zwei Videoaufnahmen präsentiert.

Nur handelte es sich weder – wie Frontal21 lapidar darstellt – um »U-Bahn-Schlägereien« noch waren die Täter »Rechtsradikale«. Tatsächlich zeigte das gebührenfinanzierte Magazin Videoaufnahmen von Mordversuchen in der Berliner und Münchener U-Bahn, begangen von Ausländer und Männer mit Migrationshintergrund.

Kennt man im ZDF den uralten Kinderreim "Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht / auch wenn er dann die Wahrheit spricht" etwa nicht? Wundert sich vielleicht einer von diesen Desinformanten, daß man ihn und seinesgleichen als "Lügenpresse" bezeichnet?

Und woher nehmen diese verlogenen Pfeifen und ihre politischen Auftrag- & Brötchengeber eigentlich die Chuzpe, das Volk, das längst die Schnauze voll hat von Propagandasendern und Agitprop-Blättern, als "Pack", "Dunkeldeutschland" etc. zu bezeichnen?

Wort zum Sonntag: "Barmherzig sollen die anderen sein"

Katholische Soziallehre
Barmherzig sollen die anderen sein

von Martin Rhonheimer

Als «Mutter aller Sozialenzykliken» wurde die päpstliche Enzyklika «Rerum novarum», deren Erscheinen sich heuer zum 125. Mal jährt, allerorts gepriesen. Die zahlreichen Würdigungen des von Papst Leo XIII. 1891 veröffentlichten Lehrschreibens durchzieht ein gemeinsamer Tenor: Die im Laufe des 20. Jahrhunderts gewachsene – und bis heute gültige – katholische Soziallehre mit ihrer zunehmenden Befürwortung des umverteilenden Sozialstaates sei nichts anderes als eine bruchlose Weiterentwicklung der Ansätze dieser ersten Sozialenzyklika. Doch hält diese Einschätzung näherer Prüfung nicht stand.

Reichtum abtreten?

Ebenso wenig stichhaltig erscheint der mit dieser Beschwörung von Kontinuität verbundene Anspruch der katholischen Soziallehre, ein originär christlicher Beitrag zu Fragen einer gerechten Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung zu sein. Auch hier sprechen die Quellen eine andere Sprache. Die zunächst als «Dritter Weg» zwischen Kapitalismus und Sozialismus konzipierte katholische Soziallehre gründet vor allem in der von dem Jesuiten Heinrich Pesch (1854 bis 1926) entwickelten Doktrin des «Solidarismus». 

Diese «Vermittlung von Individualismus und Sozialismus», so Pesch, war eine deutliche Abkehr von der bisherigen sozialethischen Tradition.

(Hier weiterlesen)


Zum Autor: em. Univ.-Prof. Dr. Martin Rhonheimer lehrt seit 1990 Ethik und politische Philosophie an der Päpstlichen Universität Santa Croce in Rom und ist seit 2015 Präsident des von ihm mitbegründeten Austrian Institute of Economics and Social Philosophy in Wien, wo er gegenwärtig lebt.


Samstag, 12. November 2016

Die Eitelkeit von Schauspielern

... übertrifft vermutlich sogar die Eitelkeit von Politikern. Schauspieler sollten froh sein, wenn sie ihre Rollen gut studiert haben, bevor der Dreh beginnt, aber sich, bitteschön, mit politischen Ex-cathedra-Urteilen zurückhalten. Denn sonst kommt sowas peinliches dabei heraus wie das nachstehende:
 

Waltz über Trump: "Brunzdummer Irrsinn"


Oscar-Preisträger Christoph Waltz
Oscar-Preisträger Christoph Waltz / Bild: APA/AFP/VALERIE MACON
  
Oscar-Preisträger Christoph Waltz gibt den sozialen Netzwerken zumindest die Mitschuld für den Sieg von Donald Trump bei der US-Präsidentenwahl.

Si tacuisses ... Waltz wäre zwar kein Philosoph geblieben (denn der war er nie), aber wenigstens ein achtbarer Hollywood-Star. So jedoch stellt er unter Beweis, daß das Sprechen einer Rolle und das Nachplappern von Schlagworten für ihn offenbar dasselbe ist. Was die Achtung vor seinem Beruf doch zu dämpfen imstande ist ...

 

Ein vernünftiger Zeitungsartikel wird wieder gelesen werden

Nur: wo gibt's denn solche noch? Nun, z.B. vorgestern abends in der Presse:

„Ein vernünftiger Trump wird wiedergewählt werden“


An opponent of the Republican National Convention Rules Committee´s report and rules changes screams at the Republican National Convention in Cleveland
Donald Trump mobilisierte vor allem weiße Wähler – wie hier in Florida. Viele gingen überhaupt zum ersten Mal zur Wahl. Er muss sie indessen bei der Stange halten und seine vollmundigen Versprechen halten, um eine Wiederwahl in vier Jahren zu sichern. / Bild: (c) REUTERS (BRIAN SNYDER) 

Henry Olsen hat als einer der wenigen Politikforscher den Wahlausgang vorhergesehen. Im „Presse“-Gespräch erklärt er, was die Europäer von Trumps Erfolg lernen sollten.

 (Die Presse) 


Die Presse: Sie haben als einer der wenigen Donald Trumps Wahlsieg prognostiziert. Was haben Sie gesehen, was uns allen entgangen ist?


Henry Olsen: Erstens wollten viele Analysten nicht, das Trump gewinnt. Also schlichen sich Bestätigungsfehler ein: Man sieht kleine Stückchen von Fakten, welche die eigene gefestigte Meinung bestätigen. Zweitens verstanden sie es nicht, die Umfragen richtig zu lesen. Sie konzentrierten sich auf den Abstand zwischen Hillary Clinton und Trump, aber sie schauten nicht auf die Faktoren, die diesen Abstand beeinflussten.
Da hat Oliver Grimm offenbar seinen Grimm über das Wahlergebnis runtergeschluckt, und ein durchaus vernünftiges Interview geführt. Na also, geht ja doch , wenn man will ...


Die Philadelphia Symphony

... die erste der insgesamt vier Symphonien des österreichischen Komponisten Gottfried von Einem, sein op. 28, erlebte am 12. November 1961, also heute vor 55 Jahren, im Musikverein mit den Wiener Philharmonikern unter Georg Solti ihre Uraufführung:




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P.S.: Vorschlag an Donald Trump — wäre nicht der erste Satz dieser Symphonie eine überaus geeignete Untermalung zum Start seiner Inaugurationsfeier ...?

Freitag, 11. November 2016

Cher Monsieur Tamm ...


... es kommt nicht allzu oft vor (warum, entzieht sich meiner Kenntnis ;-) ...), daß ich auf meinem Blog zu Artikeln aus Ihrer gewandten Feder verlinke. Doch heute ist es so weit, und mit großem Vergnügen rufe ich mein gewohntes


"Chapeau! Touché!"


... zu Ihrem folgenden
 Artikel:

Stoppt Populismus und Hass!

Sascha Tamm, 10.11.2016


Populismus und Hass greifen immer weiter um sich, wie aktuelle Ereignisse zeigen. Auch ich finde Populismus, die Verkündung von Hassbotschaften und die Spaltung der Gesellschaft abstoßend und möchte ein Zeichen dagegen setzen. So etwas kommt heute selbst in gutbürgerlichen Wohngegenden vor, wie dem beschaulichen Potsdam-Babelsberg. Das zeigt dieses Foto von der  Erfrischungshalle im Bahnhof Griebnitzsee. Damit soll das entweder wohlbetuchte und studentische Publikum angesprochen werden – und es funktioniert sicher. Personal und Kundschaft fühlen sich wohl.
(Hier weiterlesen)
 Chapeau! Touché!

Na, sag ich doch immer ...

Vermutlich wollte sie St. Martin an Großherzigkeit nicht nachstehen

... und hat ihr Kleid einer frierenden Bettlerin gespendet.


Oder so halt. Eine heiße Braut wie sie spürt ohnedies keinen Frost. Wir auch nicht (beim Hingucken...)



Und außerdem: das kluge Mädel hat ja die Handschuhe anbehalten ...


denn kalte Finger sind dabei nämlich ausgesprochen abtörnend ...


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(Update 11.11. um 14:41)


Damit unsere Katholibans nicht an Schnappatmung sterben: hier finden sie die Braut noch züchtig verhüllt ...